Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1680 (18.10.1923)
- Date
- 1923-10-18
- Page
- Seite 8 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980762--16484-3003402- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 168k) 0efe8 Men, Donnerstag ' Deutschen 4; o! i v 11) c a i c v s eint v e t e u Uücd. (5s erübrigt sich, nach vem mtftcrur&eiitlicC) künstlerischen Erfolge, den Else Lehmann erst jüngst wieder in unserer Stadt hatte, darauf hiuznweisen, welchen großen künstlerischen Gewinn cs für Wien, insbesondere aber für das Deittsche Volkstheater bedeuten würde, wenn Else Lehmann ihre künstlerische Tätigkeit nach Wien verlegt. Max Reitthardts Berliner Bühnen, das Deutsche Theater und die Kammer spiele, stehen seht unter »euer Leitung. Sein, bisheriger Berliner Subdirektor Felix •v> olländer ist znnukgetröten und Rcilchardt bat nach ftühinNgnahme nüt der Künstlerschaft dieser Bühnen Karl Rosen mit der Fichrung der Dircktwnsgeschäste betraut. — Reinhardt selbst wird sich bekanntlich in Wien betätigen und das von ihm übernommene Theater in der Ivsefstabt leiten, das gegenwärtig adaptiert wird. Antisemitismus und Theaterkunst, ftu der Tscheel)o-- Slowakei g.-ht cs deil dontschen Theakeru schlecht. Man lammt nun endlüch darauf, daß die deutschnationale Politik der Deutschen in der Tscheche Slowakei an diesem Rückgang der Dheaterkunst erheblichen Anteil hat. So wird im Prager ..MoNtagMatt" darauf hingewiesen, daß mit hakcnkre n zl e r i s ch e r Nass c u h e h e und idiotischen Boykottbewcauilgen das Deutschtum in der Tschecho-Stowakei, insbesondere aber die deutsche Kunst, nicht gerettet werden wird. — Man erinnere sich bei diesem Anlaß cm die san deren Exzesse, welche. die hakenlronzlerische Jugend bei einer Borlragstvnrnee Arnrr Schnitzlers sich leisteie. Ein Prozeß wegen der „Batchnsnacht". DK „Bacchnsnacht" bkschairig: Menwärttg die Gerichtsbehörden. Nämlich -die Dekorertionsen-twürre rür diese Operette. Die ..Bacchusnachr" Ritte ursprünglich bei Direktor ft ron; im Ä i e i>. e r B ü r g e r t h e a t e r ausg.'führt lvevden sollen, und ddr, Librettist, Herr Marischka, hatte den Architekten Min'd'.enly .mit den Entwürfen für die Dekorationen bcirNiil. Nun gelangte aber diese Operette aus Grund von Ver- .'inbarnugen mit Direktor ftrein nicht im Bürgertheatcr, sondern im T h e a i e % an d e r Wien zur Aufführung. Herr Direktor Freu; weigerte sich nun, dem Architekten seine für diefes Theater angesertiaten Emwürse «zu befahlen, nNd Herr Marischka, der für sie .n seinem Theater keine Verwendung a-nce. aber sebenfalts der Besteller toar, woigerte'sich ebenfalls, ea er, wie er sagt, bloß als B e rnt i l t l e r für Direktor ftron; 'est-elt: habe. Das Perfahren war bisnun recht kostspielig und "ie ft rage, wer den Architekten für feine Arbeit bezahlen soll, dt noch immer nicht erledigt. Gegen Herrn Marischka war berens cm Kontnmaznrteil ergangen, das jedoch nach lanOvieviaen. Berhandtunacn für aufgehoben erklärt wurde, Wogegen sich Herr Marischka bereit finden mußte, die bisherigen Prozeß kosten;n; a f) t e n. Hetzt hat der Architekt Mindz.'nth Direktor ft r o n; geklagt nnd wird hoffentlich endlich zu seinem Arbeitslohn kommen. Zynagogett-Konzert. Samstag den 27. d., 7 Uhr abends, andet nn Tempel, 0. Be;.. Grünentorgasse 23. ein Synagogen-Konzert statt. Die;nr Ansführnug gelangenden ."tömpositionen werden in Wien znm ersten Male aufgeführt. Nähere Anskünfte werden täglich von 6 bis 8 Uhr abends ill der TeiNpetkanstei, 0. Be;.. Müllnergassc 21, erteilt. Die „Manes"-Ausftellnna. Die Ansstellnng der Prager Pereiuignng bildender Künstler „Manes" wird am Donne'rsmg den 21. d. um 1 Uhr nachmittags definitiv geschlossen Korporationen genießeil bei einer Mindestzahl von zehn Personen eine .',0vro;?i,t!ge Ermäßigung des Eintrittsgeldes. Aus den Theatern. B u r g '. fi im f c r. Morgen, 7 lUn abends, „K önia Rächard der Zweite". > Aküöemietheäter. Morgen. Wb 8 Uhr abends, .Die Reise in die Meiochenzei t". Volksoper. Morgen unter Leitung des Direktors 'Weingartner Gounods „ft an ft". Margarethe — ftrl. Mary Lewis von der Großen Oper in Paris. D e u t s ch e s V o l k s th e a t e r. Ueber Vielfach aus dem Publikum an die Direktion gelangte Wünsche gelangt Sonntag gen 21. d.. halb 3 Uhr nachmittags, Kadelburgs Schwam „ft ü m i l i e Schi m e f" mir Dr. Rudolf Tyrolt als -sawadil zur Aufführung. ftür 'Montag den 22. d. 7 Uhr abends, wurde fteromcs Legende von heute „Der Fremde angdsetzt. K am li i c rsp! el c. Sonn lag. 3 Uhr nachmittags, „D e t M it st e r g a i i e". Ni c n a i s j a n c e b ü h n e. Die heurige Erstanfsühniitg von Paul Apels tragikomischer Groteske „Liebe" beginnt T^zife halb 8 Uhr abends. Tie Regie der Vorstellung sühv! Mich. In den Hanplröllen treten ©faire WaIleNtiu und Ernst Prüeckl aNf. - n.'V a 11 u -Strauß- T h e a t e r. Sonntag gelangt ms Nachnuttagsvopstellnng bei ermäßigteil Preisen die Opsrette um d:e Liebe" von Oskar Straus zur An-fsllyttlN-g. Apollotheater. Montag den 22. &„ 7 Uhr abends, -Dörrne und der Zufall" zum 60. Male in der' Pt2NMMvssetzuNg. — SoNittag den 21. d., 3 Uhr nachmittags, ebenfalls „Dort ne und der Zufall" in der Abendbesetzung bei ermäßigten Preisen. Gerichtssaal. Der Hrrr Bürön. Der ftriseurgehnse Rudolf Mateji hakte vernlöge seines Berufes in früherer Zeit, da es noti Barone und Grafen gab. viel mit solchen Herren zu tun Wenn er also die hochgebornen Gesichter ciitfcift: und di scheitet schnurgerade über die sendaterl Köpfe zog, damr ga er sehr genau acht, toie sich Barone und Grafen bsu-chnreu Krin Wunder, wen>n m rem ftriidur der Wunsch ansstieg, ans einmal ein wenig Baron zu sein. Nur ein bißchen. Bor di öaar Monaten nun las er ein Inserat, in w'.lchem eine ftrm lich als Wirtschafterin anöot. Der ftrisrur begab sich au di angegebene Aoresse. und nun konnte er zeigen, was er ge.'ern "'Nleln^ Name rit Baroit Steiger," sagte er betnr Ein rv'.tt. Der Eindruck war fabelhaft, di? Wirtschafterin erst-art vor Ehrfurcht. Als der Herr Baron nach kurzer Zeit ging, d 'zoigte es ilch, saß auch rin Paar wertvoller OhrgMuge mit gegangen waren, wahrfchomlich vom lölanz' einer so sendalei Erzchemung magisch angezogen. — In der Republik Oester n!c^'3 :nu w >vcniger falsch! (gestern WE Maiein vom Bezirksgericht zu. fünf Taget 1trennen Arrests Verurteil. Elnött Monat Arrest wegen Ehrenbeleidiauna. Der T rektor-Stelbverireter der Wiener Bereinsbaitk ' Dr. Alada Emödy trat gestern beim -Ttrafbezirksgericht 2 als Privat kluger gegen ven Kaufmann Alfred Di und stein auf. Wie i der durch Dr. Weinstein vertretenen Klage ausgeführt wurdi war es zwischeil dem Kläger und dem Angeklagteir wiederhoi tvegen der Benützung eines gemeinsamen Telephons z>l Ans eiMNdersetzungen gekommen. Im Verlaufe einer am 3. In zwischen den beiden stattgehabten Kontroverse soll Herr Vinn! stdn iit der Filiale der genannten Bank in St. Marx bet Kläger in Gegenwart des Bankpersonals zngernsen habeü: „S! Wlener Morttenzekiung^ sind eine Null, Sie sind bei mir ein Diener, ich werde Sie ohrfeigen!" Ter Angeklagte tbar zu der gestern vor dem Oberinndesgerichtsrat Dr. Weis; stattgehabtell Verhandlung nicht erschienen. Nachdem zwei Zeugen die inkriminierte Aenßernng bestätigt halten» verurteilte der Richter den Angeklagieit in eontumaeiain zu eine m Nt onat r r e st. Eine anhängliche Person. Anhänglichkeit und Treue sind im allgemeinen schöne Eigenschaften. Nicht immer freilich, und tvenn das Bezirksgericht ftünfhans gestern die Frau Anna ft sie gl znm zwanzigsten Male wegen verbotener Rückkehr verurteilen mußte, so ist diese Anhänglichkeit an Wien weniger angenehm. Es gefiel kc Iran ftlirgl eben in Prachatip, wohin sie'zuständig ist, nicht, und so feierte sie gestern das Ittbilünm ihrer zwanzigsten verbotene» Rückkehr. Die gestrige Verurteilung tvar zugleich ihre vierzigste Abstrafung — auch eilte Leistung, die ihr von nicht vielen uachgemacht werden durste. Der Richter trug dem Wunsche der Angeklagten, sich in Wren mlfznhalten, Rechnung und verlängerte ihren Anfeiithalt um einen Btonat. Freilich in einem Hotel, wo die ^ran ftlmgl stw Nieder die Zimmernnnuner ivird merken müssen noch auch ihren Zinunerschlüssel zu sich stecken muß. Wertänderuna nnd Rechtsordnung. In einem cm die OberstaatsaMtoaltschgste» und StaatsanivaNchafteit gerichteten Erlasse hat das Bnndeslanzieramt (Justiz) darauf aufmerksam gemacht, daß das Wort „Krone" im neuen WertgvMzengesetz etwas anderes bedeni'K als im alten. Gerade deshalb, -weil sich .die mit dem Worte „Krone" bezeichn ete Warthöhe geändert hat, mußten di? Ziffern der Werigrenze erhöht zrerden. Nur als unmittelbarer Gegenstand von Rechtsgeschäften, B.'rbittdiichkeiren und Delikten ist Krone Krone pebli-eben. lieber diesen Brauch hinaus ist die handgreiGich nn richtige ftiktion auch tu der ilkechtsordmiug nicht an fr echtechalten. Innere Wertverändernngen, so wird in dem Erlasse wviter ansgefühvt, sind — als der strafbaren Handlnng nachfplye-ch — für die QuaN-fikat>lon einer Uebeltat volkkominen ibedentunaslos. Der Diebstahl eins Lotterielofes im Werte Von 1000 Kronen bleibt eine llebertretmrg, anch^wenn iu der Zeit zwischen Tat nnd Urteil die Ziehnn-g stattgafnnden nnd das Los den Haupttreffer von mehreren Mlliiomn gelvonnrn hat oder wenn es nicht gezogen nn>d völlig wertlos geworden ist. Was für solche Wertberändernngen bei einem Lotterielos gilt, gilt ebenso für Schwankungen des Wertes von Börsepapieren oder -imend lvelchen andere.» Waren und von fremden Valuten. Ein am 26. Jänner 1923 in Wien begangener Diebstahl von 7-90 tfchechilschcn Kronen ist auch noch am 21. Dezember 1923 als Uebertrctung zu bchandeln. oblvM der .Kurs der tschechischen Krone fetzt' 2126 beträgt, daher gogenwärtig 1,551.260 österreichisch? Krönen wert -ist. Umgekehrt bleibt ein am selben Tage beMn-wN'.'r Diebstähl Von 200.000 VKark (damaliger Kurs 8,65) ein Verbreche n, obwohl seither die Mark ans einen verschwindenden Bruchteil ihres Werks gesunken ist. In beiden Fällen handelt es sich imi wirkliche und nicht bloß um scheinbare Mertveräudernltg-en, Um Werifchwanktingen. die Nicht in der Devalvieruna oder Wertsteigerung der österreichischen Krone, sotid.'rn in der ans seiten der betreffenden fremden Valuten eiugetretonen Wertstoigerungen oder Wertverm-indernngent ihren Gtnnd Wen. War eine ansl-LMschd Vätilta In der Zeit zwischen Tat und UrtKl Wkrtschwmrkttngen ansgesetzt, so niußte izwar dri tte, vkrhälittislttaßig, w e r t o -e st ä n d i g e V ä I n t a M. Hilfe genommen Werden. Mali berechnet zunächst, welchen Ddrag di« den Gegenstand der strafbaren Handlung bilden de Summ? fremden Geldes .zur Zeit der Tat in Dollar Mßniachtc und rechnet dann diesen Bewag nach dem Dollarkurs Ptr Zeit der Tat und den Dollarkurs qnr Zeit des Urteils iU östorreichA'chr Kronen um. Die StaatsanwaWirftelt werden angewiesen, bei Auslegung der letzten Wertgrenzennovell-e diese LlMicht zu bertreton und gegen abweichende Entscheidungen die geöignden Rechtsmittel zu ergreifen. Eeftemvelte Krone — 0.0079 Oentimes. Auszahlung Wien 0.0078% kentimes. In Zürich notierte 17./10. 16./10. die österreichische Krone ..... . 0.0078*/, 0.007S‘/s die ösierr. gestempelte Krone . . . . 0.0070 0.0070 die tschechische Kroüe ...... . 10.06 10.05 die Mark. . gestrichen gestrichen Holland . . . 218,50 218.00 New-Mk .. . 657.— 657.25 London ... . . 26.20 25.30 Paris ,»»»,».,»« .« . 33,75 34.15 Mailand ...... t ... . . 26.45 25.55 Belgrad.. . 0.55 6.55 Bukarest ........... . 2.60 2.00 . Sofia .. . 5.45 5.45 Budapest. . 0.0307 0.0307 Warschau... . 0.0000 0.0000 Me gndustklaWMng vonMllersSors. Wir erhalten das folgende Eommunique: Die Großindustriellen Oberbanrat Sachsel in Wien und Oskar Freiherr v. K o h o r n in Chemnitz haben mit der W ü llersdorfer Werke A.-G. eilt Llblommeit getroffeit, wonach die in Wüllersdorf bestehende Metallnnd Eiseltgießerci, das Metallwerk svwie die groß angelegte Maschinenfabrik von einer neu zu gründetiden Aktiengesellschaft in Betrieb genommen werden. Im Zusammenhänge hiermit wird zunächst das tu dieser Branche bekannte Wiener Fabriksnnlernehmen August Ne ge dl Hs Nachfolger, dessen Besitzer Oberbaurak Sachsel ist, nach Wüllersdorf verlegt. Die Maschinenfabrik Oskar Kohvrn ir. Co. in Cheuulitz erinögilichk es ferner, durch die Aufitähme der Erzeugung von Textilmaschinen das Arbeitsgebiet der tteuett Aktiertgesellschaft iü Wollersdorf zu erweitern. Alle erforderlichen Vorbereitüngen sind bereits getroffen, »nt den Betrieb in kürzester ZoitaufzttnehlNeN. Die Allfarbeitultg erteilter FeftäNfkräge für den Export wird bereits im Laufe des ersten Betriebsjahres die Beschäftignlrg von 600 Angestelliert und Arbeitern erforderlich machen. Alt der treuen Aktiellgesdtschäft sind beteiligt einerseits je zur Hälfte der Bund und die Wölle rsdorfe^ Werke A.-G., bezichungsmise die Mets-llitm A.-G., Berlin, fuluic andererseits die Gruppe Sachsel und Ko- . f)i>tu. Die bestehenden Einrichtungen der Wöllersdvrfep WerksäNlagen iverden durch Neuanschaffung mehrerer Spezialwm-r-- 19 Dkioher 1923 Maschinen nnd diverser Vorrichtungen ergänzt, und die so^ nllSgcri'istete MetaUlvarellnnd Masthinenindnstrie wird besonders als Spezialfabrik für die Erzeugung von maschincn geeignet sein. In Anbetracht der eligeN Beziehungen, in welchen bc^ kannierlitaßen die Jndttstriellen Kohotn lind Sachsel zur A l l g e M e i n e n Depositenbank stehell, bildet die selbe sowie der Wiener B a n k - V e r e i n, welcher der Wbllersdvrfer Werke A.-G. Nnhestehi, die' Bankverbindung der uenen Aktieitgesellschasl. Das Pcäsidinm der neuen Aktietigeselischasi iit Möllers-« dorf ivird alls Herrn Oberbanrat Sachsel als Präsidenten, einent Vertreter d es Bundes, ferner Großindustriellelt Freiherrn v. Kohorn iit Chemniitz sowie Ge-, neraldirektor Leon S l l a r z der Rletalltim A.-G., Berlin, als Vizepräsidenten gebildet werden; dem Verwaltnngsrale werden unter anderen von der Wöllersdoner Merke A. G. deren Präsident Karl Piilter und Generaldirektor Sieg"« fried Neuhöfer, ferner der Direktor der Gebrüder Böhler A.-G., Franz Heifrig, angehören. DK Inliindlschen WarengeschSfte in fremder Valuta. Notwendigkeit eines Verbotserlasses. Ein Industrieller schreibt uns: Bekanntlich verlangt dir österreichische Kmtfmannschaft die völlige Aufhebung der Devisenverordnnngen, die setzt gar keinen Sinn ntchr haben, und die Geschäfte nur mit nnnützrn Spesen ^belasten. Die R egierung, die angesichts unserer stark passiven Handelsbilanz noch nicht recht sicher ist, ob sich die Krone auch nach Verbrauch des Völkerbundkredites stabil erhalten wird, traut sich nicht, diesent Wunsche Folge zu leisten. Ein ziveiter Grund für ihren Widerstand ist, daß ste insvlge der momentaneit Sttuation ans Grund der Devisenvovschristen in der Lage sei, den Kronenkürs vor einer AnfwärtsbewegNttg zu bewahren — die natürlich für unseren Export sehr schädlich wäre —, kann nicht als stichhältig angesehen werde», denn die Notenbank kann «jederzeit, Wie sie cs auch in den letzten Medensjchrcn getan hat. durch ihre Devisenpolitik, falls keine besonders ungünstigen Faktoren wirksam ivrrdett, dasselbe Ziel erreichen. In all den Diskussionen über diese Fragen ist bisher eilt wichtiges Moment übersehen worden: Noch immer wird von bedeiltenden Jndustriegrnppen — znm Beispiel lder Textilbränche — bei Inlanhverkänfen an Inländer in f r e m d e u W ä h r n n g e n> insbesondere in Schweizer Franken und Ischechischrit Kronen, «fakturiert und diese auch efsekiiv verlangt. Es Ist unbegreiflich, daß woder der Finanz' minister noch der Generälkommissär diese» Ilsus avstellen. Welches Bertraltelt soll das Ausland in die Kroire setzen, wenn dieses gesetzliche Zahlrmgsmittel nicht einmal im Inland als solches überall anerkanilt ivird? Aber noch viel wichtiger ist. daß durch jenett Brauch der Bedarf O c st e r r c i ch s a w ausländischen Zahl it ngsmiite l it k ü tt st l I ch a u s; er o r d e N t l i ch v e r in e h r t wird. D a d n r eh wird vom I n l a n d s c l b st ein D r n cf auf d e n K r o n e nk n rs aus ge ü bt. Dieser kann in eincr Zeit, wo keine Volkerbilildkredite mehr cinfließen iverde», und auch das ausländische Kapital vielleicht nicht mehr so stark wie in letzter Zeit Effekten vom Wiener Markt auflrehmen, ja, die gekaustcn zviedev abstoßen wird — ivas für die uächste ZukilNft zu erwarten ist sich sehr nnangenchm fühlbar machen. Es wäre also hoch an der, Zeit, im Interesse der Stäbilisierttug endlich oinuwl die Krone i tu In 1 and w ir k l i ch zum g es c tzlichcu Zahl :> ug s m i t i kl zu ma cheu. Wenn dagegen eiugeivendet wird, daß die ftabrilanten, Händler und Importeure, die ihre Rohstosse nnd Waren vom Ausland beziehen, diese in fremder Währung zahlen müssen, so ist das k.nn Grund dafür, daß sie IM Ittlaud in fremder Valuta» verkaus.'u. Denn ihretr Devisenbedarf können ste heule bei der Dcvis.'»- zeutrule, und wenn diese arrfgeho-beu sein wird, an«f dom freien -Markt ^decken. Es spricht daher lüchts dagegen, sondern alles dafür, daß eas Verbot, im Inland anders alls ittit dem gesetzlichen Währungsmittel zu zahlen, endlich erlassen werde. b. Insolvenz einer Berliner Büntfirmo. Wie aus Beriit» gemeldol wird, haitdell cs sich bei der Insolvenz einer Berliner Bankfirma, für die an der goslriaen Börse umfangreiche Deckungen voMnommen wur'deu, um das noch jüngere Bankhaus Kochmann, Eeidler n, Komp. Die Glattstellnua, di; auf Rechnniig der insolventen Firma an der gestrigen Börse vorgcnommen wurden, solleit mehr als 1000 Billionen Mark betragen. Rnmerus klousus für Relchsbantgiroksnten. Wie ans Berliit gemeldet wird, hat dn'.lleberlastung der Reichsbauk mit laufenden Arbeiten dazu geführt, daß sie für die Dm««er eines halbe,: Jahres die Eröffnung netter Girokonten eingestellt hat. Ais baljitt denkt man durch de>t fortschreiteleden Ansban der inneren Orgaiiisatioll wieder so weit zu fein, daß die «Beschränknitg aitfgehobett iverden kann. Ucber die Entwicklung ans feem Holzmarkte berichtet die „Eavpachia": Die Wechten Verkehrsverhältnisse in Denkschlanld beeinflußen sehr tiNgiinstig das Exportgeschäst Mit den Weststaaten. Die hohen nnd ständigen Schwaitknngen nnterworseneneil Tarifsätze erschtvereit die Kalkitlation, W>ozu sich itoch der Umstaild gesellt, daß bei den nnsicheren.' Verhältnissen m DettWtand keine Gewähr für den Transort vorhanden ist. Aus viesem Gruhde ziehe'» es Manche Erporteure vor, ntit der Lieferung äbzNwarten, bis sich die Verha«ftnisse iit Deutschland regeln, ülndere wiederum haben iit der letzten Zeit ben Wasseriveg nach Hairiburg bevorzugt >ind es wickelt sich von Elbe- ' Häfen ein ziemlich reges Geschäft ab. jedoch leidet auch diele Expedition unter dem «dcrzLittgeit Wasscrtieifstandc an der Elbe. Iu Holland haben die Preise angczogen und wird derzeit viel nach Holland ggiiesert. Seitens hollättdischer Imipotteure ist steigendes Iitleresse für Fichtenrnndholz über 86 Zentiiiieter Stärke, Holländerbohlett uttid Hobeldieleit AN verzeichnen. Betglert sucht Kistcnbretter uu«d französische. Firmen zeigelt Me.unvermindeRe Kauflust, jedoch kommt cs infolge der BerkehrZschivierigbeiteu Men zu Geschäftsabschlüssen. Englands Iitte» csse für tWchv^lvwMcheö. HoU schtzlck «Was gW»ommen ui haben, wkis mit den forcierten LiescMnM MWands und r.D