Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1652 (19.9.1923)
- Date
- 1923-09-19
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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M. 1662 MM, Mittwoch Wiener Morgenzeitung WML Aus der Kreisleitung. Die Vereinsfunktionärc sotten Prüfungen oblegen. ' Als Herr Direktor Spiegler die Sitzung eröffnete, haiteil ttchfolgende Vorstandsmitglieder eingefunden: Gemeinderat Dr. Plaschkes, Vertreter des Landeskomitees Dr. Klaber, Doktor Wilhelm (Makkabi 9), E. Weiß, Dr. Friedmann, Dr. Menkes, Tyffer. Frankel (Hakoah), Felvmann (Makkabi 20), Läufer, Feldschreiber (Makkabi 10). Zimmer (Kadimah), Metzger (Makkabi 16), Ing. Patlatschenko, Baß (Makkabi 2) und Fritz Baar. Herr Direktor Spiogler berichtete, daß die Sitzung ausschließlich aus dem Grunde einberufen wurde, um die kulturelle Erziehungsfrage einer Lösung zuzuführen. Ju der letzten Sitzung wurden zwei Referenten, und Mar Norbert Hochstimm «Makkabi 10) für Turnen und Ernst Weiß (Hakoah) für Sport, bestimmt. Herr Norbert Hochstimm mußte aus beruflichen Gründen verreisen, doch liege ein schriftliches Elaborat vor. Nun brachte der Vorsitzende das Referat zur Verlesung, das sich leider nur mit der Geschichte der jüdischen Turnbewegung in Wien befaßte und eigentlich keine präzisen Vorschläge enthielt, wie die uationaljüdifche und zionistische Erziehung der Turner eilte Verbesserung und Vertiefung erfahren körrue. Derselbe Mangel haftete übrigeiis auch dem Referat des Herrn Ernst Weiß an, dessen Ausführungeii wir nur die Anregung entnehmen, daß in allen Vereinen und Sektionen In gend grupp en gebildet werden sollen, die von den erwachsenen Sportleuten ilt jeder Beziehung getrennt werden mögen. Die Jugend soll dann pädagogisch befähigten Leuten anvertraut werden. Gemeinderat Dr. Plaschkes brachte dann, die Debatte. in das richtige Fahrwasser. Er erklärte, daß sjch die jüdischen Sportvereine im wesentlichen nicht von den übrigen Sportklubs unterscheiden. Viele Mitglieder der Hakoah zmn Beispiel erachten ihren Verein als Organisation, der zufällig nur Juden angehören, während der W. A. C. zum Beispiel einen Klub darstellt, der zufällig in der Majorität auch Juden besitzt. Die jüdischen Vereine haben drei Forderungen zu genügen: Die M i t g l i e d e r müssen moralisch einwandfrei sein. Bei allen M i t g l i e d e r n m u ß der jüdische Einschlag unverkennbar sein und die Funktionäre und Führer müssen ganze Zionisten sein. Letztere Forderung ist die wichtigste, da die Funktionäre dann durch den ständigen Verkehr mit den Mitgliedern durch persönliche Einflußnahme die beste Erziehungsarbeit leisten können. Für die Vereinsführer sind Kurse abzuhalten, in denen zehn bis fünfzehn Personen vereinigt sind. Bevor die sportlichen, turneris chen iind administrativen Leiter in A-^t und Würden gesetzt werden, haben sie sich Prüfungen aus der jüdischen Geschichte aus der Geschichte des Zionismus und über 'ore Grundelemente der zionistischen Bewegung zu unterziehen. Dr. Wilheim hielt eine überaus gehaltvolle Rede. Er wies auf den Unterschied, der zwischen der deutschen und der jüdischen Turnerei besteht, hin und betonte, daß letztere nur daran krankt, daß es an allen Ecken und Enden an den finanziellen Mitteln fehlt. Auch er stellte fest, daß wir geschulte Führer brauchen, wenn wir die Massen für uns gewinnen wollen. Feldschreiber verlangte, daß eine rege Propaganda, die die jüdischen Zuschauermässen aufsordert, in die Organisation - einzutreten, einsetzen möge. Dr. Klaber wünschte, daß zu den Erziehungsarbeiten der Jugend immer die Eltern herangezogen werden. Weiters regte er die Gründung einer Organisation an, welche die gleiche Aufgabe wie der Volksbildungsvevein erfüllen soll. Schließlich wurde ein Komitee gewählt, dem folgende Herren angeboren: Dr. Klaber, Direktor Spiogler, Ernst Weiß, Fritz Lauser und Fritz Baav. Dieses hat sämtliche Vorschläge zu prüfen und sie dann zu formulieren. Nach Fertigstellung des Programms hat es eine Vollversammlung sämtlicher Vereins- und Sektionsvertreter einzuberufen und dieser Tagung das Programm vorzulegen. Weiters soll sich dieses'Komitee mit der zionistischen Parteileitung ins Einvernehmen setzen, um die notweudige Unterstützung zu erhalten. Die Beratung des Komitees findet kommenden Freitag um halb 7 Uhr abends im Klubheim der Hakoah, 1. Bez., Wiesingerstraße 11, statt. Der Kampf nach zwei Fronten. Hugo Meist hat die beiden Teams, die am kommeuden Sonnt-aa in 'Budapest und BerÜ-in spielen haben, nominier!. Die größere Bedeutung kommt dem Länderkampf Oesterreich —^Ungarn.zu, der in Budapest.vor sich gehen wird. Seit November 1919 hat Ungarn gegen uns' kein Länderspich -gewoün'eu. Es-ist deshalb erklärlich, daß es auf Revanche dürstet. Was wir nun unseren Gegnern entgegenstellan. ist keinesfalls das. Beste, das wir haben. Diese Tatsache ist in Budapest ebenso bekannt wie'bei uns, weshallo es uns nicht wundern würde. Ivenu die Ungarn sich provoziert ff'chltcn. Mi! der Verteidigung Ostriezek (Hertha), Scheuer (Hakoah) und Bl uni ((Vienna) dürsten selbst die strengsten Kritiker einverstanden sein. Dieses Dreigeistirn 'hat sich gegen Prag ganz hervorragend geschlagen und ihm verdanken wir in erster Linie, den damaligen bedeutungsvollen Sieg. In dc>r Deckung besitzen wir in Resch (Wacker) und Kurz (Amateure) zwei ausgezeichnete Spieler. Geyer (Amateure), der dritte Mann im Bunde, hätte unserer Meinung nach die Berufung nicht verdient. Er erscheint nicht befähigt, dem technisch vorzüglichen rechten Flügel Molnar- Bra'nn Widerstand leisten zu können. Der Angriff besitzt in Wieser (Amateure) und Klima (Adm'ira) zwei hervorragende 'Einzelspieler, die sich auch gut ergänzen dürsten. Hingegen glauben wir, daß die' Koppelung Eckl (Slovan) - Schierl (Adm'ira) nicht glücklich ist. Ersterer kann als ausgesprochener Kombinationsspicler an gesprochen, werden, während der Floridsdorfer dach nur als Scharfschütze oder Prellbock in Be-- trächt kommt. Zwei vollkommen verschiedene Individualitäten sollen erfolgversprechende Arbeit leisten. Wir glauben nicht daran. Horeys (Vienna) ist kein Stürmer. Es ist aber immerhin möglich, daß er, dawk seiner Kämpserqncklitäten, erfolgreich sein wird. 5sm8t3g den 22.d,( 7 Uhr abds. DER HAKOAH IM DIANABAD Wasserball-Cspaiile 3. Bezirk T. V. E.Cungar. Meister] — HAKOAH W. A.G. (5 ‘et. Meister] — W. B. G. IFussballerstafette: u. a. starten Guttmann, Pollak, Neufeld,. Sludski etc. I Kartenvoryerkauf: Hakoah, I.,Wiesingerstr.il; i Stadion, II., Franzensbrückenstrasse 24 19. September 1923 SSette 9 Nach weit gesünderen Grundsätze!: ist das Team, das u^ gegen Berlin vertreten soll,tzusammengesetzt. Du: Bert-oidiguff Feigl (Wacker). Popovich (Amateure) und Regnart (Rapid, dürste den Anforderungen vollkommen entspreche«. Rietst! (Rapid) ist derzeit unser bester Flügelläufer und Fried (Cricko ter) ist ein verständiger Ausdauer. Das Weser: des .ungestümer Brandstädters (Rapid) ist tvdhl nur schwer mit der Spiel. Methode seiner Vorderleute -in Einklang z>: bringen. Jtumer« hin wird er aber 'den Gegnern viel zun: Auflösen geben. Im Angriff stehen vier hervorragende Kräfte, und zwar Wcsielt> Schaffer, Häusler und Neuseid. Diese vier Stürmer sollten ein hervorragendes Kombinationsspiel ° vorführe::. Bulla, dessen individuelle Fähigkeiten keineswegs unterschätzt werden sollen, durste sich aber mir.schwer in dieser Umgebung zurecht finden können. Znsan:n:en>fassend glauben wir seststellon zu können daß unsere Auswahlmannschaft, die gegen Berlin antritt. stärker ist als die, die uns in-Budäpest Vertreter: wird. D.Uletzte Spiel gegen Berlin trugen wir an: 1b- Juni 1919 aus und damals blieben wir ans heimischen Boden mit 5 :1 Toren siegreich. Slovan—Admira. Heute, 4 Uhr, Ndmira-Platz. Slovan und Admira tragen ihr fälliges MeislersckaslSspiel heute in Floridsdorf ans. Die Wiener Tschechen, haben bisher zwei Meisterschastssiege errungen, doch litten sie nur schwächere Mannschaften als Gegner. Heute treffen sic nun auf einen Verein, der, trotz seines Mißerfolges gegen Vienna, dazu berufen erscheint, in der diesjährigen Meisterschaft ciitc achtunggebietende Rolle zu spielen. Heute wird es sich nun zeigen, ob in Slovan das steckt, was man in ihm vermutet. Bei aller Anerkennung für die Leistungen der Tschechen, glauben wir doch, daß die Floridsdorfer. denen der gewohnt« eigene Platz zun: Vorteil gereicht, die Oberhand behalten werden. Schiedsrichter Albrecht. Herbsttermine der fünften Klasse Ost. 23. September: Sverige—Carnuntum. Hagibor (Moriah) —Ari, Hermada—Makkabäa. Arkadia—W. F. C. 30. September: ■ Carnuntum—Hagibor, Ari—Hermada, Makkabäa—Arkadia, Sverige—W. F. C. 7. Oktober: Sverige—Hagibor. Carnuntum—Ari. Hermada—Arkadia. Makkabäa—W. F. C. 14. Oktober: Hagibor—Hermada,' Arkadia—Sverige, W. F. C.—Ari, Makkabäa—Carnuntum. 28. Oktober: Sverige—Ari, Hagibor—Makkabäa, Hermada—W. F. C., Carnuntum—Arkadia. 4. November: Carnuntum—Hermada, Ari—Arkadia, Makkabäa—Sverige. W. F. C.—Hagibor. 11. November: W. F. C—Carnuntum, Arkadia—Hagibor, Makkabäa—Ari, Hermada—'Sverige. Schönecker von Rapid endgültig ausgeschidden. Ir: einer Sitzung, die bis 2 Uhr früh dauerte, ibeschloß der Sportklub Rapid das Ausscheiden Schöneckers zur Kenntnis zu nehmen, Die Differenzen sind so schwerwiegender Natur, daß eine Rückkehr des früheren Soktionsleiters ausgeschlossen erscheint. Herr Dworschak wurde nun zrun Fußballsektionsleiter gewählt. Die Simmeringer find aus dem Schntzvcvband ausgetreten. . - Obermittelschülcr und Hochschiiler, die Fußball spielen können und sich in diesem Sportzweige betätigen Wollen, melden sich Donnerstag, 8 Uhr abends, im Klüb'heiri: der Hakoah, 1. Baz.„ Wiesingerstraße 11. in der Ausschüßsitznng der Hakoah- Akademiiker an. Der I. S. C. Hagibor (Prag) hat do-n der jüdischen Kultusgemeinde" ein Grundstück gegen'niedrigen Pachtzins erhalten. Aus dieser Bodensläche soll inst 1. Oktober eine Anlage für alle Sportzweige erstehen. Mit der Gewinnung des eigenen Platzes dürfte der indische Sport in Prag einen großen Aufschwung nehmen. Payer, der frühere internationale Verteidiger des F. T. C. ist derzeit beim F. C. Brescia (Italien) als Bernsstrainer tätig. Powolnh wurde best:: Wettspiel 1. C. S. K. Bratislava- Sportklub beim Stande 2:0 für erstcren Verein in der 25. Minute nach der Panse ausgeschlossen. Fiinfhans—Kadimah 2:0. Unglückliche Niederlage des jüdischen Vereins, der mit drei Ersatzleuten antrat. Der Tor¬ Copyright 1923 Nachdruck verboten, byR.Löwit-Verlag,Wien-Leipzig. (92. Fortsetzung.) 3« Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von Si e g f r i e d Schmitz. . Der' Gutsherr erschien in: Fenster, er sprach etwas, bewegte bittend die Hände, aber niemand kümmerte sich darum, keiner hörte zu, sie schrien bloß: „Laßt ihn nicht fort!" . „Verbrennt ihn!" „Verbrennt ihn!" „Zum Teufel mit der Schlachta!" „Wer geht in die Schenke?" „Kommt, Chlopch, hängen wir den Schankwirt an anr Päses auf!" „Kommt!" „Vorwärts!" Mordechai stand seitwärts, blickte hilflos auf das, was ringsum geschah, was er selbst hervorgerufen hatte und bereute. Er hatte den Glauben an die Menge verloren. Als der Name des Schankwirts sein Ohr traf, wiederholte er ihn einige Male, wollte sich an etwas erinnern; gleichgültig ging er nach der anderen Seite dem Felde zu. v Der Sarg wurde emporgehoben. Die Kienfakeln flammten durch die Nacht, ihr Schein spiegelte sich in den blinkenden Sensen, die auf den Schultern schwankte::. Der Tod mit tausend Köpfen schien durch das Gefilde zu schreitenten; dichter Rauch folgte ihm. * Die Erhebut:g der Bauern gegen die Höfe wuchs, verbreitete sich über ganz Polen urrd dehnte sich über die ganze Gegend von Plock, Siedlee und Lublin aus, so wie ein Brand sich in einen: dichten, trockenen Wald ansbreitet. Die Schlachta, die sich stolz gerühmt hatte, ein „Moskal" würde ihre Schwelle nie überschreiten, dieselbe Schlachta mußte jetzt russisches Militär zu Hilfe rufen, da sie ihres Lcbe'.rs nicht sicher war, und verschanzte sich in ihren Schlössern und Höfen. Die russische Regierung, welche im Airfang getan hatte, als sähe sie nicht, was in den Dörfern vorging, da sie die Feindschaft zwischen Bauern und Gutsherren vergrößern wollte, erschrakplötzlich selbst, hatte Angst, die Bewegung könnte ihren Händen entgleiten und zu groß werden, und begann die Unruhen erbarmungslos zu unterdrücken. Die Führer . wurden eingekerkert. Sie schoben die Schuld auf einen zerlumpten jungen Mann, der von Dorf zu Dorf zog und die Bauen aufwiegelte. Alle hatten den jungen Mann gesehen, sie sagten sogar seine Rede:: nach, aber niemand wußte, wer er war, wie er hieß, woher er kam und wo er sich aufhielt. In. allen Dörfern wn.dc ergesucht. Von den Zeugen, welche über ihn ansgesragt wurden, beschrieb ihn jeder anders. Der eine genau entgegengesetzt dem zweiten, als handelte es sich nicht um einen junger'. Mann in zerlumpten Kleidern, der erst gestern in den Dörfern gewesen war und zwischen den Bauern lebte,- sondern urlr eine Legende, die hundert Jahre alt war und nrm in jeder Gegenhandels auslebte. Die Gutsherren waren überzeugt, der Aufwiegler sei ein Jude. Die Bauern bekreuzter: sich und versicherten, er sei ein guter Katholik — hatte er doch bei jedem Heiligenbilde gekniet und gebetet —, und die Alten unter ihnen gaben leise der Meinung Ausdruck, es sei der Böse. Sie erzählten, wie er einmal zu einer Bäuerin in die Stube gekommen war. Die. Bäuerin, welche hochschwanger war, sah, daß - er Bockfüße hatte. Vor Schreck kam sie nieder und gebar ein Kind mit Hörnern. Die Priester sprachen in ihren Predigten unaufhörlich davon, die Erlösung sei nahe, das Zeichen hierfür sei offenkundig — der verfluchte Antichrist gehe von Do^f zu Dorf und - wiegle das Volk auf, die Bauernschaft gegen den Gutsherrn und zuvörderst gegen den Pfarrer. Kapitel 3. Das Ende. Zerlumpt und .abgemagert kan: Mordechai nach Kozk zurück. Die-Trauer, welche aus seinen grauen Augen geblickt hatte, war'verschwunden. Sein Aussehen hatte etwas wölfisches. Die grauen Augen waren stechend und schauten mit Wagenmt und Schreck. Er wußte, daß er auf den Straßen und in den Dörfern gesucht wurde, wußte, daß er die Menschen meiden müsse, und kehrte doch in jeder Schenke ein. Er hatte zugehört, wie man Wer ihn die abenteuerlichsten Geschichten erzählte, oft selbst am Gespräch teilgenommen, und einmal wäre er lxüuÄhc erschlagen worden, als er Uebles von sich selbst sprach wri» den Bauern beweisen wollte, *er sei ein Verräter, s«B wäre er nichk verschwunden und hätte sie nicht sich selbst übelassen... In Polen bleiben konnte Mordechai nicht mehr. Er wunderte sich selbst, daß der Wunsch, ins Ausland zu fahren, in ihm geschwunden und einer völligen Gleichgültigkeit Platz gemacht hatte. Hätte nicht Felicia alle Pläne für seine Flucht aus Polen vorbereitet, er hätte sich nicht vom Platz gerührt, wäre in Kozk geblieben und hätte weiter mit sich gekämpft, ob er sich der Polizei stellen solle oder nicht. Endlich war er entschlossen, nach Paris zu gehen, obwohl er durchaus nicht wußte, was er dort anfangen sollte und auch die Sprache nicht kannte. Vielleicht bestimrnte seinen Entschluß der Umstand, daß Kahane ebenfalls hinfuhr und daß es in Paris eine große polnische' Kolonie gab. Wie immer den: sein n:ochte, jedenfalls Ivar Mordechai entschlossen, Pole:: zu verlassen, so wie er nur sich Geld beschafft habe:: würde. Er ging in den Gasthvf zu Schaft; den traf er vor einem Topf Zichorienkaffee, einem Schwarzbrot und einer Zwiebel. „Das ist ein. Gast!" Schaft erhob sich, rückte den Tisch ans Bett und bot Mordechai den Stichl an. „Nimm .Platz, willst di: vielleicht mithalten?" „Ich danke, ich habe soeben gegessen." „Selbst wenn du hungrig wärest, würdest du bemt mithalten?" Schaft rieb -die Hände an seinen Baumwollhosen und rm:zelte - die Stirne. Schamai genügt, eine Zwiebel und..ein Topf Zichorienkaffee, aber du, Reh Abrahams Sohn! Sag die Wahrheit, was esset ihr - zum Frühstück, Marzipan?" (Fortsetzung folgt.)