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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-06 · Heft 1641 (6.9.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1641 (6.9.1923)
Date
1923-09-06
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeiturrg. s>. September 1923 G^e8 MMD Der Loiumph der Hakoah in London. All das, was die Hawaii in London erlebte, verötsetttkrchen wir heute im lokalen Teil unseres Blattes. Der Fußballlmsschnß der Hakoah hat in einer außerordentlichen Srtzuna beschlossen, der siegreichen .Kampfmannschast einen besonders feierlichen Empfang zu "bereiten. Es ergclit bereits jetzt an die Freunde des jüdischen Vereins die Ausforderuir.a, morgen Freitag um 7 Uhr früh im Westbahnbof zur Begrüßung der tvackercn Fußballer zu erscheinen. Unsere uwrgigr Nummer wird den genauen Verlaus des denkwürdigen Spieles im Upton-Park enthalten. Die F. A. C.-Affäre vor dem Spielausschuß der ersten Klasse. In der gestrigen Sitzung wurde folgender Verschluß gefaßt: „Der Spielansschnß stellt an den W. F. B. das Ersuchen. beim Oe. F. B. dahin zu wirken, daß der seinerzeitige Beschluß, wonach F. A. E. in der ersten Masse zu bleiben hat, rückgängig gemacht wird, da er gegen die Statuten verstößt. 'Zollte der Oe. F. B. dom Wunsche nicht Rechnung tragen, dann wäre der Spielansschnß gezwungen, die Intervention der politischen Behörde anznrnscn." Schiedsrichterbesetzungen. Sanlstag: Hakoah—Sturm- Graz (Albrecht), Slovan—Dlavia (Grünbanm), Hertha- Berlin—Her rha (Braun). — Sonntag: Hcckoah—Slavia (RÄschury), Slovan—Sturm-Graz (Werner), Hertha-Berlin —Hertha (Kienzl). Der Spielausschuß der ersten Klasse entsendet seinen Vorsitzenden Dr. Schwarz zum Empfang der Hakoah auf den Westbahnhof. Hakoah (Preßburg) besiegte Amateure (Pveßbuvg) 2:1. Makkabaa (Pretzburg) unterlag in Hodonm dem tschechi- (chen Sportklub mit 2:1 Toren. Makkabi (Brünn) siegte gegen Slavo-j 8 (Prag) 1:3. Hakoah (Olmi'rh) siegte gegen Sparta (Proßnitz) 3:0 (1:0). Slavia (Prag) gratulierte gestern telephonisch der Wiener Hakoah zum großen Sieg in London. Gleichzeitig teilte sie mit, daß sie morgen. 12 Uhr nachts, in einer Stärke von 3g Personen in Wien eintresfen wird. Der Sportslub Cechie wurde an Stelle des Sportklubs Neutral in die vierte Klasie Südost eingeteilr. Der Sportklub Hasmonea spielt kommenden Sonntag nm 1 Uhr nachmittags auf der Hohen Warte gegen die Slovan-Reserve. _ Leichtathletik. Vom W. A. C. - Meeting. Das am 8. und 9. September zur Austragung gelangende rncernationale Meeting des W.A.C. verspricht, bei hervorragender Beteiligung einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Die besten deutschen Leichtathleten kommen zum Meeting des W. A. C. nach Wien. Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß fast alle Sieger der diesjährigen leichtathletischen Meisterschaften gemeldet haben. Die Wettkämpfe des W. A. C. werden also qualitativ eine hervorragende Besetzung finden. Troßbach und Weilheim treffen im Hürdenlaufen über 110 Meter aufeinander., Weilheim hat auch in diesem Jahre wiederholt eine hervorragende Form gezeigt, doch war es ihm infolge einer Verletzung leider nicht möglich, an den Göteborger Kampsspielen teilzunehmen. Um so mehr darf man gespannt sein, wie er gegen den hervorragenden deutschen Hürdenläufer Troßbach abschneiden wird. Zwei Italiener, Ferrario Disma und Lusanna, werden am internationalen Meeting des W. A. C. am kommenden Samstag und Sonntag teilnehmen. Ferrario Disma ist ein hervorragender 1500 Meter-Läufer und ist der allerersten kontinentalen Klasse zuzuzählen. 'Lusanna gewann die italienische Meisterschaft über 10.000 Meter in der vorzüglichen Zeit von 32 Minuten 15 Sekunden, wird also. für die beiden Deutschen Bedarfs und Dieckmann einen gewaltigen Gegner abgeben. Die Teilnahme.der beiden italienischen Meister an der Wiener Veranstaltung ist an und für sich ein Ereignis, da damit endlich die Beziehungen zwischen der Leichtathletik >der beiden Länder ernsthaft angeknüpft erscheinen. Die drei Ersten ans dem Göteborger 100 Meter-Lauf, Carr, Gerö und Houben, werden möglicherweise beim Meeting des W. A. E. in Wien wieder Zusammentreffen. Dadurch würde diese Veranstaltung zu einem intevessant-n Revanchekampfe werden. In Göteborg wurde Carr bekanntlich von Houben geschlagen und endete mit Gerö im toten Rennen auf dem zweiten Platz, wobei Houben die verhältnismäßig schwache Zeit von 11 Sekunden erzielte. Im EMscheidungslauf um dem zweiteil Platz siegte Carr gegen Gerö in der besseren Zeit von 10,8 Sekunden. mm Internationale Wettkämpfe im Stemmen und Ringen. Der Ocsterreichische cKralftisportverband tritt in den Tagen von 7. bis inklusive 9. Septsmber mit einer im großen Mäßstabe veranlagten Amateurkonkurrenz im Stammen und Ringen wieder einmal in die Oeffenttichkeit. An der traditionellen Stelle des KrafHports, Weigls Katharinenhalle, Schönbrunnerstraße 307, kommen die diesjährigen Weltmeisterschaften im Stemmen, Internationale Wiener Messt-Chamipianate im Ringen und Länderwandorpreise im Stemmen nnd Ringen zur Anstrag-ung. Die Sternnver-Weltlneisterschasten gchen unter -der Flagge ^IuMäiMls-WMmoffterschaften" in Szene, sind es dock) Heuer 25 Jahre, daß Wien der Schauplatz der ersten Weltmoisters.chasten im Stemmen war, wo der leider 1620 verstorbene Wiener Wilhelm Türk sich den Titel des ersten Weltmeistevstemmers holte und die Devise „Wien, die StM der starken Männer" prägte. Seine Schüler, es sei da nur ailf die Matadore Stoenbach, Grast, TcrMer, Swobada hingewiefen. haben m wiederholten Malen im Ans- und Inland die ^riesten Kampfe mit den Chompionen fremdsprachig ger Zrmgen siegreich bestanden. Zu dm Kämpfen um die diesjährigen WeltmeisterschastsMel treten nicht weniger als hundert der besten Amateure an, und es ist gewiß für Wien kein Leichtes, den äußerst harten Kampf mit dem Ausland aufzunehmen, sind doch Großen wie Wittmann (Stuttgart), Graf (Bern), Lang (Saarbrücken), Ozolin (Liga). Hunnenberger (Basel), Rheinfrank (Mannheim), Min (Luxpembnrg), Straßbepger (München), Durdys (Präg), Frolyk (Pilsen), Hapke (Berlin). Briminsfell (Rotterdam), Skobla (Prag) am Start. In den Mestechvmpionaten im Ringen, die nach den internationalen Beftimmangen in sechs KorpergewichtsKassen entschieden werden, die eine Beteiligung von mehr Äs hund-ertfünWg der besten Amateure aus Holland, Deutschland, Italien, "Ungarn, Jugoslawien. Dschecho-Slowaker, Rußland und Oesterreich ausweisen, sind die Ungarn, die mit nicht weniger als mit einem Diertelhundert weltbekannten Ringern an den Start gehen, Favorit. Ihnen wird ebenso schwer der Landeswanderpreis für Ringen zu nehmen sein als uns Oesterreichern jener im Stemmen. Die genaue ZeitemtMung für die Wettkämpfe ist folgende: Freitag ab 7 Uhr abends Weltmeisterschaften im Stem'men, Feder- und Leichtgewicht. Bvr- Eämpfe im Ringen, Bantam- und Federgewicht. Samstag um 10 Mir vormittags Vorkämpse im Leichtgewicht, Mitte?! A und B. Um 3 Uhr nachmittags Weltmeisterschaften im Stemmen Mittel A und B-Gewicht. Entscheidungen im Ringen, Ban- Unsere Kampfmannschaft trifft morgen Freitag um 7 Uhr früh am Westbahnhof ein. Hakoahner erscheinet beim Empfange. Copyright 1923 Nachdruck verboten. byR.Löwit-Yeriag.'VVi'en-Leipzig. (83. Fortsetzung.) Zu Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschn. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Er blickte sich um und wußte nicht, wo er sich befand; vor sich sah er verschneite Sträucher und horchte. In das .Krächzen der Krähen mischte sich ein abgehacktes Geräusch, als redeten Menschen. Auf dem Schnee, dort, wo der Mond e?'men Licht Pfad gezeichnet hatte, bewegte sich ein Menschenschatten. Mordechai kroch auf allen Vieren vorwärts. Hinter einem Strauch ließ sich eine Ban ernstimme hören: „ . . . eine Kugel in der Lende . . „Nun, steh' auf, Herr Rebell, sich' aus!" „Wolltest ein bischen rebellieren, was?" „Wie starr das ist!" „Hast Angst gehabt, daß man dir den Wald wegnehmen wird, hast gepeitscht, wenn ein Bauer ein Stück Holz für einen Dreschflegel nahm, aber jetzt schweigst du, was? Mehr als ein Brett für den Sarg wirst dn auch nicht mitnehmen!" „Wirst nicht mehr Bauern im Hof peitschen'" „Nicht me"hr zu ihren Weibern gehen." „Nun, bieg' den Fuß ein, so, jetzt streck deine .Haxen aus!" „Da du Lust hattest zu rebellieren, so bleib da mit deiner Kugel in der Lende." Mordechai konnte nicht mehr an sich haltender sprang auf und warf sich gegen den Busch. Erschrocken faßte der Bauer einen gefüllten Sack, rief instinktiv „Jesus Maria" und begann zu lausen. In seiner Angst lvarf er auch den Sack weg und verschwand. An "bc.n Strauch gelehnt, stand ein nackter Leichnam. Sein rechtes Auge war ein wenig geöffnet, der Mund verzerrt, die linke Schnurrbart hälfte zwischen den zusammengepr-etzten Lippen eingezwängl, so daß es Mordechai schien, da stehe ein Mensch mit einem halben Gesicht und blicke ihn vorwurfsvoll an, daß er in einer so kalten Winternacht nackt ausgezogen wurde; er schien hilflos zu weinen. Ein Juchtenstiefel, den der Bauer nicht Zeit gehabt hatte, in den Sack zu stecken, lag im Schnee. Auf dem Herzen des Toten, wo das Blut der Wunde schon erstarrt war, hing ein kleines Kreuz. Mordechai stand vor dem Toten mit gesenktem Kopf, wie vor einem offenen Grab; er wußte nicht, wer es war, hatte vergessen, wieso das Schicksal sie beide hierher gebracht hat; er sah den verwaisten Stiefel und in seinen Ohren klang es: ,Mrst nicht mehr Bauern im Hof peitschen." Die Krähen ringsum schrien unaufhörlich. Mordechai legte den Toten zur Erde, und obwohl er wußte, daß die Krähen ihn ausgraben würden, schüttete er doch einen Schueehügeil über ihn, steckte das zerbrochene Kreuz hinein und ging querfeldein. Erst jetzt bemerkte er, daß er seinen Pelz nicht mehr hatte. Tie kalte Winteruacht fuhr ihm durch alle Meder. Immer wieder schüttelte er sich, wie um 'sich vom Frost zu befreien. Er fragte sich nicht mehr, was er hier tat; er verstand nun, daß der ausgemergelte Priester, daß der Tote, den er oben im Schnee begraben hatte, nicht für ihre Brüder gefallen waren. Die Brüder hatten diese Opfer nicht angenommen. Wie hungrige SS.öXfc waren sie in die Nacht gejagt und hatten Rache genommen für das Gute, das man ihnen tml wollte — und vielleicht auch für die Schläge des Gutsherrn, für die Tränen ihrer Weiber und Töchter? Vielleicht . . . Mordechai ging schneller. Er lief fast; jebieö Geräusch nahm sein Ohr auf und unterschied jedes genau. . . Wie ein Wagenlenker, der mit einem Paar wilder Pferde vorwärtsftürmt, die Zügel seschält und' sicher ist, w'ie schnell auch die Pferde dahinjagen, -seinen Händen würden sie sich nicht entreißen, mit derselben Sicherheit hielt sich Mordechai an seine geschärften Sinne und drang immer tiefer in die Nacht hinein. Die Sicherheit war in ihm und strömte ans jedem seiner Glieder, die Sicherheit, von der , Nr. 1641. tont; und Federgewicht. Sonntag "beit 9. d. mm 10 Uhr vormittags Äokkämpfe im Ringen, um 3 Uhr nachmittags Fortsetznng, um 7 Uhr abends Weltmeisterschaft im Stemmen, im Schwergewicht und Enffchoidungskämpfe im Ringen. Internationale Boxkämpfe. Holland gegen Oesterreich. Honte um halb 8 Uhr abends finden im SophtensaÄ unter dieser Devise große Prosessionalkämpfe statt. Die besten Vertreter des durch den regen sportlichen Verkehr mit England und Frankreich hochentwickelten holländischen Boxsportes treten gegen drei Wiener Meister in die Schranken, eine sehr willkommene Neuerung, da wir bisher llmuptsächlich schon ans valutorischen Gründen auf Deut>schlanb angewiesen waren, dessen Bohsport aber, bei aller Anevkvtmung -seiiuer hohen Qualität, dach an den holländischen Standard noch nicht heranreicht. Die drei Holländer tragen den Meistertitel ihres Landes und werden sicher vollendeten Boxsport vvvfülhrcn. Berste eg, Champion >im Fliegengewicht, trifft mts nnserest Meister Sladek. Der Niederländer, bis vor kurzem noch Ainatenr. errang schon bei seinem zweiten Berufskamps seinen Titel. Auch der Weg SladÄs führte ähnlich rasch zum Erfolg: ob er aber heute einer Niederlage cntgchen wird, ist mehr als zweifelhaift. Ban Bell dt, holländischer Meister im Weltergewicht, ist ein Mann von großer internationaler Ningerfahrung. Ha na, wohl unsere stärkste Waffe im Kampfe mit dem Ausland, steht vor einer schweren Aufgaibc, die aber für ihn/ wenn er Zeine leMin gezeigte gute Form bewahrt hat und niicht die Herrschaft übdr seine Nerven verliert, nicht unlösbar sein sollte. Der bekannteste nnd beste der drei Gäste ist aber Steenhorst, den seine ausgeze'lchnete Technik und große Härte zu einem der besten Boxer Europas siempeln. Ertrug gegen zwanzig Kämpfe in England aus. von denen er die meisten für sich entschied; knock out wurde er überhaupi noch nie geschlagen. Bon besonderem Interesse dürfte es für unsere Leser sein» daß der hervorragende niederländische Ehatnpion national^ gesinnter Jude ist und während dcs Krieges jüdische Kinder in seinem Hause beherbergte. W e s ^s e l i >t s ch wird viel mehr zeigen muffen als bisher, wenn er gegen diesen vorzüglichen Mann nur nach Punkten unterliegen soll. Den Abschluß bildet ein lokales Ereignis. Ein neuer Schwergewichtler. Markowetz, trägt gegen den Exmeister Glanz seinen ersten Kampf aus. Glanz war lange Zeit nicht im Ring &u sehen, von Markowetz weiß man begreiislicherweise noch nichts, so daß der Sieger unmöglich vorher zu bestimmen ist. _ i Aus den Vereinen. Adir. Heute. 7 llhr abends, im Cafe Post, 3. Be>, Hetzgasse 22. Vollversammlung. Tagesordnung: l. Meisterschaft 1923-24. 2. Gründung neuer Sektionen. 3. Ersatzwahl in den Ausschuß. 4. Disziplinarausschuß. Vorsitzeuder Herr Valaban. Auschließend Spielerversammlung und Männschaflsaufftellung für die sonntägigen Spiels gegen Zlliinannsdorf. , Art. Heute, 8 "Uhr abends, Spielerversammlung, Mannschastsaufstellnno für die Wettspiele am Samstag und Sonntags mit drei Mannschaften gegen Stadlauer Union auf dem Union 31-Platz. Einzahlungen und Neuaufnahmen. , H a ko ah. Der normale Parteienvcrkchr findet wieder täglich, mit Ausnahme von Samstagen. Sonn- und Feiertagen. von 4 bis 7 Uhr abends in der Geschäftsstelle, 1. Bcz., Wresingerstraße 14. statt.. Hakoah. Die Ringer und Boxer der Hakoah haben 'heute um halb 9 Uhr abends im Traininglokal zu erscheinen. Hasmonea. Samstag, halb 9 Uhr abends, Mitgliederversammlung und Mannschaftsatlfstelltutg im Wiener Theatercafe, 2. Bez., Praterftraße 33. Hazair-Ma kka bä a. Heute, 8 Uhr abends. Eiuweihuligsfeier unseres ucu-n KlubhcimeS im East 'Itiou, 3. Bez.. Löwengasse 39. Alle AUtglieder werden ersucht, püul!- sich zu erscheinen. ' Kadimah. Heute, halb 8 Uhr abends. Schwimmabend im Brümtlbad. — Freitag, 8 Uhr abends, Spielerversammlung dcr^ersten Mauuschasten von Kadrmah nud'J. dl. E. Sämtliche Spieler der crsstn Mannschaften wollen wegen der wichtigen Tagesordnung zuverlässig erscheinen. — Samstag, präzise 7 Uhr abends, außerordentliche Generalversammlung. Sonntag, erstes Mclsterschastsspie'l, abends gemütliche Zufammenkunft. Sämtliche Versammlungen finden im Kln'b'heim, Eafe Metropol (früher Auto), 9. Bez., Berggasse 33, statt. man sckbst nicht weiß, bis man mit sich allein ist. Sotiderbare Erscheinuttgen jagten an Mordechai vorüber, ohne ihn zu berühren, als Wäwn sie durch ein gchernres Zeichen von einem gerufen worden, der die äußerliche Welt bezwungen hat. Er war frei von Furcht und" bemerkte nicht die weiße W'mlernacht, die im Winkel des Waldes stand, in ihren Schneepelg gehüllt, mit Eiszapfen bewachsen. Die Winter nacht schüttelte aus ihrenlveichen Acrnteln den ansgemergelten Priester, den Toten, ddn Mordecha-i int Schnee begraben hatte, schüttelte hungrige Wölfe hervor, die einem Schlitten nachfagten, in dem Felicia mit Komarowsli saß. Die' Erscheiimngcn sollten Mordechai den Weg verstellen nnd ihn erschrecken, daß er sich ihrer Macht ergebe. Aber sie konnten an ihn nicht heran; eine Feuer-' säule schien sie von ihnt zu. trennen. Mordechai, dieser Welt «Meidet, fern von den Aieuscheu, fühlte in sich die große Liebe zu-nr Menschen, die Liebe, wie sie. in Wüste nnd Wald erwacht. Mordechais Hirn sprühte Flamnten. Er sah ein Feuer um sich anflodern, daß imlmer größer würde und ein Gebäude nach den: anderen erfaßte. Nackte Meuschen lausen hin und her, zittern vor Kälte und können sich nicht am eigenen Feuer erwärmen. Das Feuer strömt wie ein Fluß dahin nnd loht. Die Menschen ringen mit teinander, einer klettert über den anderen hinüber, sie wolterr hinaus. Und inmitten des Flusses steht ein verbogenes Kreuz wie ein Damm nnd läßt keinen hinaus. Es steht fest tvie Gabriels Steuerrad mitten im Meer. Dort ist bloß Nom erbaut tverden und hier — eine Welt, eine ganze Welt, die ttnlergehen muß. Blitzartig sah Mordechai einen Ban nach dem anderen sittketr, ein Haus nach dem anderen prasselnd znsalnmenftüvzetr. Ans den Trümmern steht ein Jude, steht Er, ruft zu sich die Erni!cldrigten, die Hungrigen, die Gepein'vgten, reißt die Schlenseu anf, bricht die Dämme, bringt die Erde in Berwirrnng und führt über altes den Unlergang hevcmf, ans daß der Metffch nackt, neugeboren weiterspinnerr könne den Fabelt Gottes, den.jüdischen Faden, der noch nicht gerissen ist. (Fortsthnna fofati

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