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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-01 · Heft 1636 (1.9.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1636 (1.9.1923)
Date
1923-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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SK.WSK Men, Samstag Wiener Mvvsenzeitnns. Fußball. Re Meisterschaft. Der vergange>nL erste MeNeftschaftsionntag brachte rm allgemeinen viewevspvech>enide Leistuivgen, so daß inan^der ml*. Wicklung «der Konkurrenz mit Spannung enitgegenschen kann. Um einen Punkt zu wenig. yaben ine Amateure am vergangenen Sonntag aus Dombach »rach Hause gebracht. Da die Oberst. Beiter genau wissen, daß die am Start erlittenen Verluste später nur schwer emzu- /brinacn sind, so werden sie sich bemühen, ihrem nächsten Gegn.-cr. und das sind die Sinnnevinger,?b«ide Punkte abzunchmen. Dieses Treffen findet bereits heute aus dem Platz des letzteren Vereins statt. Dve Hausherren stellen aber keine Mannschaft, die sich so ohne weiteres schlagen läßt. In: Vorjahre haben sich gerade die Amateure beide Male an «ihnen die Zähne ansgebissen. DaS erste Spiel endete 2:L unentschieden, und im zweiten Treffen behielten die Simmeringer mit 2:1 Toren sogar die Oberhand. Die Amateure werden also gut tun, ihren heutigen Goaner nicht m unterschätzen. Schiedsrichter Retschurh. Die schwersten Aufgaben am Beginn ,er Saison scheint der Wiener Sportklub Heuer kosen -zu müssen. Am ersten Sonntag die Amateure und am chveiten den Sportkffck Rapid bekämpfm zu müssen, Mlt nicht w den Annehmlich Veiten. Ans der ersten Schlacht sind die Dornbacher ungebeugt davon gekommen. Wie es ihnen morgen aus der Hohen Warte im Kamps gegen die Hütteldorser evgchen wird, ist eine offene Frage! Bovsahve blieb Rapid beide Male, und zwar 2:0 und 2tt, Sieger. Vermutlich werden die Dornbacher auch morgen einer knappen Niederlage nicht entgehen können. Schiedsrichter Seemann. Dem haben dürfte. Immerhin köniftu die Cricketer es. als Erfolg buchen, wenn A Mr Lpp Mterliegen. Schiedsrichter Aden- ***"' Morgen tragen vorerst Vienna und Cricket das Vorspiel ans. Mit Rücksicht daraus, daß dre ZweMachgen vom Vortag stark ermüdet sein soMU, ist mrt dem sicheren Sieg der Döblinger zu rechnen. SchiodDrichter s^rankensteirr. Das Hauptspiel bestreik dann Cechie Kgvlin und Simmer'nrg. Beide Mannschaften „werden m empfmdlrches Handikap in den Kauf nehmest müssen, da Simmering das Ämateurspiel und Cechie Karlm dbe Treffen gegen Spart« und Cricketer in den Knoches haben durften W:r schätzen beide Partner gleich hoch eilt, so. daß bessere kovperllche Verfassung lden Ausschlag geben wrrd^ Schckdsrcchter Gärtner. Der in der Krieau gelegene Sportplatz rst mit der Straßenbahnlinie L, M, H, H 2, 4» I, H8a und A k zu erreichet:. ^_ Der F. A. C. bleibt in der ersten Klasse. Der Protest des F. A. l>- gegen seinL Einteilung in die zweite Klasse kam gestern in\ Vorstand des Oe. F. B. zur Sprache. Der F. A. C. begrüftdete icme Entspräche damit, daß der W A F es mit Hilfe unlauterer Machmationen verstanden' hat', die Bestrafung vost drei seiner besten Spieler hinauszuziehen, wodurch die HütteldMer mehr Punkte erlangt haben, wie der F. A. C. Die Herren Ing. Svec Dr. Grudcr und Kerr: sprachen sich für die Ststttgebnng des Protestes aus. Dagegen polemisierten Schmieg^r, -rr. Schindler, Dr. Schwarz. Schließlich wurde dem Protest des F. A. C. mit 9:8^ Stimmen stattgegeben. Mithin bleibt d§r F.. A C. in der ersten K.asse. Der Vorsitzende Dr. Brichta verbrach, den.Präsidenten des W F V. Herrn Deutsch, von der Enticherdung :n Kenntnis zu setzen, damit er Direktiven für den Beginn der Meisterschaft der -weiten Klaffe aebe- Erstaustreten Slovans steht inan allseits mit großem Interesse entgege-n. Morgen greifen die Wiener Tschechen AM erstenmal in die Ereignisse, da sie den W. A. F. auf eigenem Platz zum Gegner haben. Die Hütteldorser hielten sich am vergangonen Sonntag gegen Simmering sehr gut, so daß sie auch morgen nicht aussichtslos in den Kampf geben. Immerhin ist am Sieg von Slovan wahrscheinlicher. Schiedsrichter Braun. » Ungeschlagen girrg die Admkra rm Bovsahr aus beiden Kämpfen gegen Hxrtlha hervor. Das erste Treffen endete 2:2 und das zweite Spiel sah AdMrva mit 2s1 Toren erfolgreich. Da die beiden Rivalen einander morgen in Favoriten entgeglöntveten, sollte Hertha endlich Revanche nchmen können. Schiedsrichter Grimba-um. Zwei Unterlegene von der vergangenen Woche, und Mar Ostmark und Wacker, treffen morgen aus dem Platz des ersteren Vereins aufeinander. Da die drsi tüchtigsten Spieker der Brigittuauer, Hosiba>uer 2, Äackenbauer und PatzÄt. wegen ihrer Exzesse aulf der Hohen Warte suspendiert wurden, häben sie keine Aussicht, den MeMMgem auch nur einen Punkt abzunehnren. Schredsvichter Wancura. Die Eröffnung des Errcketer-Plntzes. Die Cricketer übergeben mit ihren heutigen und morgigen Wettspielen ihren neuen Platz der sportlichen Benützung. Um die Einweihung der Sportanlage recht feierlich zu gestalten, haben sie die tüchtige Prager Mannschaft Crchie Karlin verpflichtet, die an beiden Tagen antveten wird. Heute um 5 Uhr geben die Platzbösitzer den Tschechen den Gegner ab. Be: aller Jlnevkennung der Fähigkeiten der Zweitklassigen, glauben wir nicht, daß sie den Gästen unter normalen Umständen gefährlich werden können. Cechie Karkin hat aber erst am Donnerstag gegen Sparta gespielt, wobei ersterer Verein 1:2 (0:2) unterlag, so daß ein Krastausgleich stattgesunden Der Deutsche Fußtzallbund richtete an den Oe. F. B. -das Ansuchen, am 12 Jänner iM,Deutschland emen Landerkampf Oesterreich—Dentschlapd auszutragen. Der Vorstand des Oe. F. B. überwies das Schrecken an den Wiener Verband, um dessen Gutachten einzüholen. Der Länderkampf Oeft^rrerch—Ungarn findet am 23. d. in Budapest statt. . ■ Qx r . M - Der gestrigen Sitzung des Oe. F. B. lag ern Ansuchen des W A F. um SpielbeMlligung ihres Trainers Korner vor. Herr Meist stellte ben Antrag den Spielausschuß der ersten Klasse nur seine Meistung zu befragen. Dieser Antrag wurde mit 11:10 Stimmen ahgelehnt. Herr Schmidt beantragte, das Ansuchen abzulchnen. Dieser Antrag wurde m:t 11:9 Stimmen angenommen. Herr Ratzl (Hertha) zog sich einen Ordnungsruf zu, weil -er sich weigertch seme St nnme abzugeben. Herr Schönecker protestierte beim Oe F B. gegen dre Erteilung der Spielbewilligustg an Wiener (Anrateure). Ersterer behauptete nämlich, daß WM.in diesem Jahre bereits an der süddeutschen Meisterschaft/tei-lgenmnmen hat. Das, Sekretariat holte beim Süddeutschen Fußballbund Erkundmunaen ein, die besagen, daß die Behauptung des Herrn Schomcker nicht den Tatsachen entsprechen. Mrthm wiwde die Eingabe ad DiÄe Klasse Südost. Vei der gestern, stattgefundenen' Spielausschußsitzung wurden folgende Herreii in den Vorstand gewählt: Obmann: Gustav Pchl (Elektra); , Obmannstellvertreter: Oskar Ratz Bevublik); Delegierter m den Beglaübigungscrusschutz: Willst Kavliner (Hasmonea); Schriftführer: Emil Weinsteirl (Vgrrtas). Auf der Reise nach Lostdon. Das Abendblatt der „Prager Presie" von Mittwoch berichtet: ,Me Wiener Hakoah passierte heute .um 2 Uhr nachm-ittagJ «üs ihrer Reife nach Wondou -und rautfoe ans dem Wilson-Baihnhof von einigen FarMionären der SIMg begrüßt." Der ungarische FuMllverband richtete an den tschechi-- schen Iußballverband ein Pwbestschreiben, weil Hivzer, Weiß und Hajos beim Makkabi (Brunn) gespielt lzabert. ohne daß 1. September 1923, SvitkO ersterer die LpielerlaubniL erteilt hätte. Der Uvbevtvitt fefofc» Spieler erfolgte nötiilid) bereits nach Abschluß des Kartells. Der Vorverkauf für die am 8. und 9. Süptamber «f der .Hohen Warte stattfindenden Internationalen FuWMvettkämpse zwischen Slavia (Prag). Sturm (Graz), Slovan wk Hw« koah wurde an folgenden Stellen eröffnet: Slovaü, Hotel Post» 1. Bez.. Ileischmarkt. Hakoah, Atlashof. 1. B«z.. Aspernplatz, Stadion, 2. Bez., Franzensbrückenstraße Ql, HLuKer, 2. Dez^ Taborstraße 68, Vienna, Hotel Union, 9. SBej., N-ußdorserstraße. Der jüdische Arbeiter-Sportklub Borochow hat durch den Beitritt der Spieler Horoschowskh Wußdovf), Weiß. B. und Spritzer (Ccrrnuntuni) namhafte Verstärkungen erhalten und wird die künftigen MMerschaftssPie'le mit einer ziemlich spielst orten M-ariNschaft bestreiten. Bar-Kochba spielt heute gegen B. A. C. auf dem Stammersdorfer-Platz mit zwei Mannschaften. Spiellbeginii halb Z Uhr und halb 6 Uhr. Die erste Mannschaft tritt in folgender Ausstellung an: Singer: Gelband, Schwamm; Nagler, Peter, Kammerl-iwg; Kohen, Fischer, Bock, Rechter 1, Rechter 2. Die Berliner Viktoria trug Samstag und Sonntag Met Spiele in Basel aus und wurde beide Male überlegen abgefertigt. Viktoria unteolag gegen Nordstern 1Ä nick gegen OD Boys 1:6. Sindelar, der verletzte vorzügliche Mittelstürnwr von Hertha, dürste in 14 Tagen wieder antreten können. . Hakoah-Akademiker—Arminen. Heute, 4 Uhr nachmittags, trageil die Hakoah-Akademiker auf dem Reichsbustd-Platz in Neilwaldegg ein Ircundschrftsspiel gegen die Arminen aus. Das letzte Treffen endete 4:4 unentschieden, doch sirck di« Chancen der HakoahMkademiker heute viel ungünstiger, dä sie mrßer Training sind. Schwimmen. Schwimmen „Quer durch Wien". Heute Samstag ab 4 Uhr. — Ungar» und Tscheche« am Start. Kaum eine Woche ist seit dem großen Berbandsmeeting vergangen, und schon tritt dev österreichische Schwimmsport wieder vor die Qeffentlichkeit. Zum achten Male wird heute die große Veranstaltung ,/Quer durch Wien" durchgeführt. Im Jahre 1912 ging bei.9 Grad Wassertemperaiur diese Veranstaltung zum ersten Male vor sich. Ueber 9 Kilometer ging es damals, vor: Nußdorf bis zur Schlachthausbrücke, und nur eine Dame, Straßhofer, und wenige Herren standen die Strecke durch. Seither — die Kriegsjahre ausgenommen — gab es alljährlich dieses 'große Werbeschwimmen, Pas sich der größten Beliebtheit erfreut. Mitten durch die Stadt ziehen die Schwimmev im 7.6 Kilometer langen Wettkampf, um fiir diesen gesündesten aller Sportzweige zu werben. Mehrere Gruppen gibt es heute nachmittags. Die Eröffnung machen die Faltboote. Ehe sie beim Ziä eintreffen. gibt es Ueberquerungsbewerbe. Damen und Herren werden auf einer Seite in den Stron: springen, zum anderen Ufer schwimmen und von dort zum Ausgangsufer zurückkehren. Die zurückgelegte Strecke sott möglichst kurz, das heißt der Abtrieb und natürlich die benötigte Zeit möglichst gering sein. Im Vorjahre gewann Eckert bei den Damen. Wovel bei den Herren diese Konkurrenz. Neun Damen sind heuer dazu genannt. Unter ihnen ragt die Sprinterin Parik, die kräftige Rückenrekordlerin Konetznh und Hanni Reißner hervor. Unbev den 11 Herren befindet sich der vorjährige Sieger Worel, ferner die Brüder- Schrepser, Pabeschitz, Schiff und der Boxmeister Willy Kurtz. Die Strommeisterschaft wurde erst im Vorfahre geschaffen. Ing. Goldemnnd und Fräulein Paula Frantzl errängen die- MeistertrtÄl. 38 Herren haben genannt. Neben Meister Ingenieur Goldemund (W. B. C.), der Ungar Keserü, der Quer durch Prag-Sieger Hrasek. Ivo Redlich, Schaich, Dr. Blau, der Klagenfurter Räutnig, der Fußballer Lchrmann, Mitglieder der Polizei, der Feuerwehr, der Wehrmacht usw. Es ist zu hoffen, daß Goldemund, der im Vorjahre durch glänzende Taktik über Eperjessy (Meister von Ungarn über Mittel- und lange Strecken) siegte, heirer anch über seine Gegner triumphieren kann. Zur Damenmeisterschaft sind 23 Teilnehmerinnen gemeldet. Die vorjährige 'Meisterin Paula Frantzl (Cricketer) bekommt es diesmal mtt der in glänzender Form befindlichen Wövthermeisterin und Quer durch Bruck-Siegerin Steffi Fuchs, mit der Göteborg-Siegerin und Rekordhälterin über Capyright 19S8 Nachdruck verboten. byR.LSwit-Verlag,Wien-Leipzig. (79. Fortsetzung.) 8« Polens Wöldern. Roman von I. Opatoschu. Lutorisievte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Jelenski breitete über aller Füße eine haarige Decke, nnd während er sich's im Schütten bequem ryachte, redete er unaufhörlich. Er sprach schnell, öffnete und schloß dabei die langen Finger seiner rechten Hand, und die sorgfältig polierten durchsichtigen Nägel gaberl seinen Worten eine gewisse Schärfe. - „Es ist ja eine Schande, ein Graf zu sein! Am Königshose wurde mit dem Adelstitel Handel getriebelt, genau so wie meine Ahnen mit Schnaps handelten! Und bei Stanislaus August konnte jeder Trottes für fünföder sechshundert Dukaten' Graf tvevden!" Movdechai betmchtete Jelenski. Er sah ein jüdisches Gesicht, aber die Augen tvaren länglich und leuchteten wie schwarzes Bier, ihr Blick war fest und durchdringend, und keine Spur von der Unsichrrheit und Angst, die in Mischet: Augen liegt, war darin zu merken. ,/Was sagen Sie dazu," unterbrach Kahane, „wie die ganze Presse Jastvotvs Rede attsgenommen hat?" „Wie sagte er doch?" ^Zwei Brüder eines Bodens?" — iFelienski lachte laut. „Was für Brüder sind wir, etiva du mit Graf Komarowski oder mit Mieroslowski? Ich nicht! Ich hin ein Iitde! Davon rede ich nicht erst, daß es in den Dreißigerjahreu Moratvski lricht paßte, daß die Schlachtschitzen zusammen mit den Jnderr kämpfen; sogar der „große" Lelewel war damals auch dagegen — und jetzt auf einntal Brüder? Was brauchst du mehr? Ninutt ineinen Alten! Ein frommer Katholik, betet unaufhörlich, verkehrt ausschließlich mit Pfaffen und droht, mich zu enterben, tvenn ich tticht frommer würde und nicht aushöre, ihm mit dem Großvater Ieruchem ztlzusetzen, gerade, weint Gäste im Hanse Ind, ha. ha, ha! Braucht ihr einen hesserelt Katholiken,? Aber der Me hat Schwäche: er jagt die arme Schlacht« aus denr Hause, welche um meine Schwester jvriHt, und will für sie eisten Grafe::, unbedingt einen aus den alten polnischen Grasengeschlechtern; aber die Grafen, die wollen es ihn: für keiften Fall verzeihen, daß der Großvater Ieruchem vom Bischof Dembowski hundert Rutenstreiche bekommen hat!" „Rutenstreiche?" ftastte Mordechai überrascht. ,/Ja, Herr, Rutenstteiche. Das tvar sofort... das tvar im Winter 1750. Ser fromme Bischof hatte eilten Befehl erlassen, binne:: 04 Stunden nnißten alle Juden Kamieniec Podolsk verlassen, doch kein Pole dürfe es wagen, ein jüdisches Haus zu kaufen. Mein Großvater aber stiftete die Juden an, ihre Häuser in Brand zu stecken, damit sie nicht der Kirche anhermfallen. Er warf als erster den Brand in sein Haus und von: jüdische:: Viertel blieb über Nacht keine Latte Mig. Dafür hat n:an ihn nritten auf dem Markt auf den Schnee gelegt und gepeitscht, und der ftonnne Dembowski hat meine Großmutter gezwungen, die Hiebe zu Zahler:, die ihr Mann erhielt . . ." Jelenski blickte von einern zum arckeren, unr sich von den: Eindruck zu überzeugen, den feine Worte machten. So oft Komarowski derlei Reden Jelenskis hörte, geriet er in Berlegenhett, als!väre er an allem schuld, wäre schM daran, daß sein Großvater und sein Vater zur Belustigung ihrer Gäste BMern und Juden gepeitscht hatten. Er schaute auf die drei Juden, die ihm nahe standen und doch so fremd waren. Der Spott, der ihm schon von Kindheit an gegen die Juden eingepflanzt wurde, tvar verschwlmden, und er sah ift jedem Mkömmling aus jüdischem Blute etwas Tragisches/ ein Mchöpf mtt einen: Kainszeichen. Er war mit Je^ej ausgewachsen, mit ihm zusammen in die Schule gegangen und hatte mit ihn: zusammen geträumt; aber so oft er zu ihn: auf Besuch kam, flößte ihm Jerzejs Vater mit seinen: sorgenvollen Gesicht, flößten ihm die schweren Helligenbilder und das leise Sprechen Furcht ein, und er hatte das Gefühl, sich in einer anderen Welt zu befinden, die ihm immer fremd bleiben würde. Jelenskis Augen funkelten und er fuhr fort: „Der Bischof fiirchtete, die kommenden Gemrationen tvürden semer großen Ergebenheit an die Kirche vergessen, deshalb beschrieb er selbst, wie er die Ungläubigen vertrieben hatte, ohne Mitleid mit Kindern und Greisen, wie er sie rmt Hunden und Stocken bis zu den Hüsten in den Schnee gejagt hatte. Es tat ihm leid, daß er den krätzigen Ieruchem nicht verbrannt, sondern mit hundert Hieben hatte lausen lassen. Am Schluß seiner Schrift drückt der Bischof die Hoffnung aus, sein Buch werde in jedem katholischen Haus zu finden sein." ^,Das ist ja dasselbe Buch, das dein Vater aufkankt,- flel Kahane ihn: ins Wort. ' ' ,^Fa, er zahlt schweres Geld dafür, ex wM nicht, daß man seinen Stammbaum gut kenne." — Jelenski lächelte in seinen dichten schwarzen Schnurrbart. „Das Buch ist nicht mehr zu bekommen. Ich habe aber Angst, daß mich der Alte nicht mehr über seine Schwelle lassen tvrrd! Wißt ihr, was ich tun tvill? Ich lasse es neu drucken und tverde noch den Stammbaum von Ieruchem bis Piotr Jelei:ski zugeben und es allen unseren Nachbarn zuschicken, ha, ha, ha! Was sagt ihr dazu? Ohne eine Antwort abzuwarten, faßte, er Komarwvskr bei der Hand und sprach weiter: „Euere Einigkeit" ist Unsinn! Wenn ihr, du und deine . Älhnen, nicht ein paar hundert getaufte Ju>Len verdaue:: konntet, die euch noch jetzt wie ein Knochen im Hals würgen, wie könnt ihr davon träumen, die Juden Polens zu assimilieren? Bon eurem Flachshaar wird doch keine Spur bleiben!" Die Pferde trabten durch den Schnee, wirbelten kalten, stechenden Staub auf, schlugen mit den langen Schlveifen an ihre gläuzend'en Flanken, lvarsen die KÄfe mit den erhitzten Nasenlöchern in die Höhe und wieherte». Jelenski sprach lmaushörlich lueiter und durch den Weg zwischen den stechenden Schireowolkeu rollte herzliches Lachen. Ekortketzuna kolat.-

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