Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1625 (21.8.1923)
- Date
- 1923-08-21
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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IvrSe V / r V Men, DienStatz ' Menev MorLLNLeituns. 21. August 1923 Nr. 1626 MMfflHW Die erste Siüung der Karlsbader Tagung. Polen. Von üllMAwmem Interesse waren bk öluKführuugen «s -bknischei: Delegierten Spitz. Die ^lveisorganisation des Makkabi-Wolt verbändes in Polen ist erst im Werden begriffen. Ein aktiver jüdischer Turnnnd Sportverband besteht nicht: einen solchen ins Leben SU rufen, bemüht sich derzeit der Turnverein Ma-kkabi in Gielitz. Nach sportlicher r.nd organisatorischer Entwicklung mnssen wir Polen in drei Teile teilen. An erster Stelle stehen die früheren deutschen Gebiete und Polnisch-Schlesien, an zweiter Stelle Galhzien und an letzter Stelle das frühere MMch-iPolen, wo das sportliche Leben noch in den Kinderschuhen steckt. Das sportliche Leben -in Polen, insbesondere bei den Juden. ist in den letzten Jahren sehr rege. In allen Orten Polens entstehen neue indische Turn-, beW. Sportvereine, in denen sehr fleißig gearbeitet wird. Trotz der Hindernisse, die unserer Bewegung seitens der orthodoxen jüdischen Kreise wie auch seitens der politischen Behörden in die Wege gelegt werden, entwickeln sich die Vereine sehr befriedigend. In den größeren Städter, ist es den Vereinen gelungen, eigene Sportplätze zu erwerben. Die sportlicher: Leistungen sind m: Vergleiche su den Leistungen der anderen Nationen Polens als befriedigend zu bet rachreu. (Fortsetzung folgt.) Fußball. Glossen zum Länderspiel. Nun haben wir vonr großen Sportereignis auf der Hohen Warte schon einiger: Abstand gewonnen, so daß die berechtigte Freude über den bedeutungsvollen Sieg das Urteil nicht mehr trüber: kann. In unserer Vorbesprechung gaben wir den Wienern nicht die geringste Siegeschance, das Resultat beweist aber, daß wir rrnrecht hatten. So eigenartig es vielleicht im ersten Moment klingen mag, wagerr wir doch die Beharrptung, daß die Wiener unsere Erwartungen nicht wesentlich übertroffer: haben. Wir siegten, weil die Tschechen unter ihrer Form spielten, aber nicht, weil wir eine besondere Leistung geboten haben. Diese Tatsache verkennen zu wollen, wäre der größte Fehler. Tie Prager führen das fehlende Training als Entschuldigungsgrund an und sie dürsten mit ihrer Behauptung auch recht haben. Sie warer: langsam und, was man bei ihnen wahrlich nicht gewöhnt ist, vor dem Tore unentschlossen. Auf mangelhaftes Training läßt auch die weit geringere Härte, die ihre Stürmer und Läufer diesmal bekundeten, schließen. Man merke den Unterschied! Einzelne Tschechen spielten derb, roh, sogar brutal, aber nicht hart. In einer derart, aa ihrer: sonstigen Leistungen gemessen, mäßigen Vechassung werden wir die Prager Wohl nicht mehr treffen, weshalb unser Bundeskapitän gut daran tun wird, durch die Entdeckung neuer Talente den Zufall auszuschließen, so daß wir aus eigener Kraft siegen können. Unser Bundeskapitän Hugo Aieisl hatte gestern einer: großen Triumph. Er wagte es, sich gegen die Meinung eines großen Teiles unserer Sportqemeinde anfzulehnen, und der Erfolg hat ihn: recht gegeben! Es wäre aber verfehlt, wenn Herr Meisl sich der besseren Einsicht verschließen würde. Kuthan, Uridil. Brandstädter und Kurz eignen sich zumindest derzeit nicht für eine auf internationale crftc Klasse Anspruch erhebende Ausloahlmannschaft. Der größte Fehler dieser vier Spieler ist darin zu suchen, daß sie das genaue Zuspieler: verlernt Haber:. Kuthan kann rnit. seinem Körper Täuschungsmanöver ausführen. Uridil bringt es zuwege, eindrucksvolle Tore zu erzielen. Brandstädter rmd Kurz sind vorzügliche Zerstörer. Das ist aber auch alles! Die vier angeführten Spieler genügen nur halben Ansprüchen. Für den Aulsbai: sind sie aber nur m. sehr geringem Maße. Wo bleibt die uns so oft nachgerühmte schottische Schule? Mit diesen Spielern in der Mitte war sie in keinen: Moment zu erkenner:. Trotz ihres letzter: j bescheidenen Erfolges muß sich unser Bundeskapitän endlich damit abfinden. daß Kuthan und Brandstädter Alterserschoinnngen erkennen lassen und daß Kurz derzeit außer Form ist. Uridil würde gut daran tun, wenr: er feinem verletzten Fnß.noch Ruhe gönnen würde. * Herr Meist kann das Verdienst für sich ir: Anspruch wehrnen, daß er es versteht, seine Teamspieler zur größter: Aufopferung anzuspornen. Ihr verdankten wir auch diesmal den Sieg. Die Arbeitsleistung unserer Vertreter vermag man erst dann richtig emzuschätzen, wenn man berücksichtigt, daß sie in halb untrainierten: Zustande antraten. Wir befürchteten, daß unsere Verteidiger, auf denen die Hauptlast des.Spieles tatsächlich ruhte, zusammenbrecher: werden. Tatsächlich machten sich auch bei beiden Ermüdungserscheinungen, ans die auch einzelne Fehler zurückzuführen waren, gelteich. Mit wahrer Verbissenheit hielten sie aber durch und bewirkter: dadurch, daß die Angrisfskraist der Tschechen erlahmte. Scheuer machte der Hakoah alle Ehre, doch stellen wir fest, daß er seine Höchstform nicht erreichte. Bei seinem Verein hat er schon weit.bessere Leistungen. geboter:. . Scheuer, der mit Recht allgemein gefallen hat, ist befähigt, unserem Team ebenso wertvolle Dienste zu leisten wie seine berümtesten Vorgänger. * Wir fühlen uns veranlaßt, fiir Seidl eine Lanze, zu brecherr. Vor der Pause führte der Floridsdorfer einige Überbaus gelungene Aktionen durch! nach Seitenwechsel hingegen konnte er bcn' Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Ihn trislst aber weniger wie seine Nebenleute das Verschulden. Neben Uridil und vor Kurz stand dieser vorzügliche Techniker" auf verlorenem Posten. Seidl erhielt ebenso wie wenige Tage' vorher Häusler und Eckl keinen verwendbaren Ball. Immer wirbelte das Leder in der Umgebung des Floridsdorsers' in der Luft herum und auf das „Raufen" ist letzterer eben,,nicht eingerichtet. Es ist klar, daß Seidl unter diesen Umstanden unter seiner Form spielen mußte, * Der beste Mann unseres Teams war Nietsch, der sowohl in: Zerstören als auch in: Aufbauen voll und ganz seinen Mann stellte. Blums Leistung war ebenfalls inrpomerend. Die wenigen Fehler, die ihm unterliefe::, waren auf die Ucberlastung znrückznfi'chrei:. Wessely und Wieser sind ausgezeichnete Spieler, doch werden sie entschieden überschätzt. Ostriczek muß sich das Posieren abgewöhnen, wenn er ein „großer Tornrann" werden will. * Unsere Kritik ist vielleicht zu streng. Wir sichten un5 aber dazu veranlaßt, um den schädlichen Lobhudeloien zu begegnen. Wir haben an: Sonntag einen bedeutungsvollen Sieg errungen, trotzdem ist es aber notwendig, daß wir Fehler cm kennen und sie auszumerzen trachten. Wien—Berlin. Dieser Städtekampf findet am 23. September in Berlin statt. Mit Rücksicht auf die in Deutschland herrschende wirtschaftliche Not wird die Wiener Expedition auf eigene Kosten fahren, Schiedsrichter Boas.(Holland) wird den Städtekampf leiten. Der Ullstein-Verlag hat für die siegreiche Mannschalst elf goldene Kvawattennadeln mit Smaragden gespendet. Die Unterliegenden erhalten elf silberne Krawattennadeln. Ein Nundspiel findet an: 8. und 9. September in Wien statt. Daran nehmen Slavia (Prag), -Sturm (Graz), Hakoah und Slovan teil. Die Hakoah richtete an den W. F. V. das Ersuchen, ihren Spielern Molnar und Gold für die Treffen gegen Westham United, Stnrin (Graz) und Slavia Spivlerlanbnis zu geben Der W. F. V. beschloß bezüglich Gold den Stainnwerein W A. F. und bezüglich Molnar den ungarischen Verband zu bcsvagen, ob sie den genannten Fußballern die Spiclerlaubnis für diese drei wichtigen Kämpfe erteilen. , Moriah hat ihren Nennen in Hagibor geändert. Die nächsten Meisterschaftsspiele. Samstag: Hertha— Rapid. — Sonntag: Sportklub—Anmtcurc, Hakoah—Ostmark, Vienna—Wacker. Am 20. September findet eine außerordentliche Generalversammlung des Wiener Fußballverbandes statt, die sich mit der Professional- und Ausländerfrage zu befassen hat. Beim Städtekampf Wien—Prag wurden 41.493 Karten verkauft und 1729 Freikarten ansgegeben. Bei Berücksichtigung der Gratisblitzer waren ungefähr 45.000 Zuschauer beim Spiel anwesend. Die Bruttoeinnahme betrug 411,752.000 Kronen und der Reingewinn 250,046.354 Kronen. Die Hälfte des Reingewinnes erhielte:: die Tschechen. Die Prager haben dabei ein recht gutes Geschäft gemacht, da wir seinerzeit in Prag nur 38,000.000 Kronen erhielten. Unsere Auswahlspieler, die Wien, int Städtespiel gegen Prag vertraten, erhalten vom W. T. V. elf - Erinnerungsplaketten. Die Vereine W. A. F., Hasnwnea, Baumgarteu, Straßen, bahn, Unitas, Rekord 15, Währinger Sportklub. Nordmark, Nordmacht, Vorwärts 3, Einheit und Amateure 21 wurden in der gestrigen Sitzung des W. F. V. suspendiert, da sie den: Verband größere oder geringere Beträge schuldig sind. Die Suspens tritt am 27. d. in Kralft und erlischt, wenn die Klubs ihren Zahlungsverpflichtungen nachgekommen sind. Hasnwnea schuldet dem W. F. V. 10.000 Kronen. Makkabäa gewann die Meisterschaft der Schn.tzarnppc A. Aus den Vereinen. Haroah (akad. Sektion). Heute, halb 8 Uhr abends, wichtige Spielerversammlung in: Klubheim,- Cafe Atlashof. Theater von heute V,8 UoHtlopcr: Martha Deutsches volkrltzertter: Die Frau mit dem weißen Haar Ar.Uswmerrpieier Der Michergatte — Die Geheimnisse auf der Chaiselongue UtNAfrtSNce-SÜdue: Madame Bonivard Neue Wiener Lüdne r Das Zeichen an der Türe lllr.uomöllienßsnrr Mord im Hause Jeffries ÜSiMlUll-Chesles: Vierzehn Tage Arrest esrttßesler: Galante Nacht Wr.Lürgeridesler: Liebe auf Raten Wr. 5lsai1ßes1er: Ein Jahr ohne Liebe loll-nn-rttsurr-rßesler: Katja, die Tänzerin cutlrpieltdesler (Gastspiel des Tegernseer Bauerntheaters): Der Amerika-Sevpl Vergvugusgrpsrk: Intern. Damen-Boxkämpfe ec. rc. Großes Militärkonzert 7 7 10 Vs 8 Vj8 7.8 7.8 7-8 7.8 7.8 7 - 8 Strickwaren aller Art 10200 •engl. 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