Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1621 (17.8.1923)
- Date
- 1923-08-17
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980702--15833-3002691- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
» ./ ♦ . > ' , ........ . , . r Är. Wi Mm, Freitag' ’ Wiener Morgenzeitung. 17. August 1923 . SM > MaAabi'Weltverband. 1 (Speziakbericht der „Wiener Movgenzeiiung".) Karlsbad, 14. August. Geistern nachmittags fanden in der dritten Sitzung EvgätMNgsretferate zu den Arbeitsberichten von Dr, Simon, Kamin Äh und Munlner statt. Die Fortführung und wesentliche Ausgestaltung der „MaUabi-Blätter", des offiziellen Organs des Weltverbandes, wurde beschlossen. Abends fanden nur Kmu-missiouKsitzungen statt. Heute vormittags erstattete Ko-tt (Rußland) ein aus. fühvliches Referat "Nber die jüdische Skoutbewegung und ihre Beziehungen zum Mischen Turn- und SPort-gedankeu. Er berichtete zunächst über dre historische ErtÄvicklung, dann über Wesen und Wirken der Mischen Pisadfittiderbewegung. Boi der Sitzung waren zahlreiche Vertreter der Mischen Jugendorganisationen als Gäste anwesend. Unter anderen bemerkte man auch Len Delemevten Frankreichs, Herrn Raymond, Herrn Marcel EMenh Mraßbuog) und - Herrn KovitzinSch Mristiania). An das Referat schloß sich eine rege Aussprache,, deren Ergebnis in Form voy Anträgen der Antra gStoimn-issivir zugssüvissen wurden. Die evste Sitzung -er Karlsbader Tagung. Tschescho-Slowakei. Herr Haller hielt nachstehendes Referat: „In der tschescho-flowäkischen Republik gibt es zwei grobe Verbände, die Körperkultur treibende Vereine in sich vereinigen. Der tischecho-slowakische Mattabi-Kreis — größtenteils Turnvereine — und der jüdische Fußballverband. Sowohl in den Turnvereinen, als auch in den Fußballklubs wird Leichtathletik. Wintersport und Schwimmen betrieben. Den Rudersport Pflegt nur der Turnverein Makkabi in Aussig. Einzelne Turnvereine haben Fußballabteilungen, die als solche im Fußballverbmrde find, dagegen turnen viele Mitglieder der Fußballklubs in den Turnvereinen. Der Makkabi-Kreis ist, wie schon der Name sagt, Mitgliede des Makkabi-Weltverbandes; der jüdische Fußballverband ist neben dem tschechischen, deutschen und ungarischen Fußballverband vollberechtigtes Mitglied oes Reichsverbandes. Es ist jedoch zu erwarten, daß auch der Fußballverband dem MoAabi-Weuverband lleitreten wird. Dem Beitritt des jüdischen Fußballverbandes in die Weltorganisation müßte eine Fusionierung des ersteren mit den: tschechoslowakischen Makkavi-Vevein vorausgchen, tvas im Interesse beiber Teile gelegen wäre. Der MaÄabi-Kreis befindet sich zur Zeit in einer schweren Krise. Zwar arbeiten die einzelnen Vereine imd Gaue zufriedenstellend, doch ist der Kreis augenblicklich ohne Leitung. Die alte Kreisleitung war verschuldet, da viele Vereine ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind, was die neugewählte Leitung veranlaßt«, die Geschäfte erst dann zu übernehmen. bis die säumigen Vereine gezahlt haben werden. " Mit den nichtjüdischen VeMnden herrscht das beste Gnvernchmen. Bei den Turnvereinen gibt es ja nur wenig Berührungspunkte. Fast alle- Makkabi-Bereine turnen in Schulen, wo meist aye Geräte vorhanden find. Die Vereine find daher nur in Ausmhmsfällen zum Gerätekauf gezwungen. Im FutzbaWort haben die jüdischen Vereine eine achtunggebietende Höhe «erreicht. Hagibor (Prag), Makkabi (Brünn), Makkabäa (Preßburg) und die anderen Mannschaften aus Mähren und der Slowakei können sich ruhig mit den -besten nichtjüdischen Klubs mellen. Die Meisterschwimmer Ptowatth und Balasz vom Bar- Kochba (Brünn) find über die Grenzen der Republik bekannt. Außer ihnen haben die Schwimmer des Bar-Kochba (Brüml) und Hagibor (Prag) schon viele Preise nach Hause gebracht. Die Wasserballmannschaften der genannten Klubs zahlen zu den besten des Reiches. Die jüdische Turn- und Sportbewegung im Gebiete der tscheche-slowakischen Republik ist rwch sehr jung.. Wohl bestanden einige Vereine im früheren westösterveichischen Kreise schon vor dem Kriege, die meisten'wurden jedoch erst nach dem Jahve 1918 gegründet und haben sich seither ziffernmäßig und hinsichtlich ihrer Leistungen bedeutend verbessert. Wenn es gelungen sein wird, eine genügende Anzahl Turn- und Gportlehver auszubilden, dann ist zu erwarten, daß die Tfchecho-Slowakei im Makkabi-Weltverband eine führende Stellung einnchmen wird, da. viel gutes Material und auch der feste Mlle zu angestrengter Arbeit vorhanden find. Dazu kommt noch der Umstand, daß die Slowakei und Karpathorußland. wo Mische Massen wohnen, in dieser Beziehung noch Neuland sind. Das Verhältnis beider Gruppen zur Zionistischen Organisation ist sehr freundschaftlich, doch ist das Verständnis der indischen Oeffentlichkeit fiir Körperkultur noch sehr gering. In dieser Hinsicht ausklärend zu wirken, ist eine der Hauptaufgaben der beiden Sportorganisationen, worin sie von ihrem offiziellen Organ, der Prager jüdischen Zeitung „Selbstwehr", wirksam unterstützt werden. Selbstredend beteiligen sie sich auch an den Arbeiten für den Nationalsonds. den Keren Hajessod und für die arideren jüdischen Jnstrtutionen. Adressen: für den Makkam-Kreis: Biki Mautner, Prag- Binohvady, Jungmannstraße 63. — Jüdischer Fußballverband, Prag, Graben, Caffe Zentral. — Redaktion der „Selbstwehr", Prag, Eeletna 22. Der Makkabi-Kveis besitzt von dem im Jahve ISA in Brünn stattgefundenen Turn- und Sportfest einen Film, .feer auch den anderen Kreisen Äs ausgezeichnetes Prvpagandamittel zu empfchlen ist. Der tschecho-flowakische Makkabi ist gerne bereit, ihn zu verleihen oder zu verkaufen. Die Herstellung dieses Films und die Durchführung des Brünner Festes haben die Finanzkraft des Makkabi erschöpft. Als Folge davon haben einige Vereine den Betrieb emsteüen müssen. Von den 13 Vereinen in Böhmen arbeiten acht zufriedenstellend. In Mähren sind von 21 Vereinen 16 aktiv tätig. Die sechs in der Slowakei bestehenden Vereine sind hauptsächlich vielversprechende Neugründungen. Die Gesamtmitgliederzahl des Kreises beträgt ungefähr 2706 Turner und Turnerinnen. Neben dem Makkabi-Kveis und dem Fußbavverband ist vor allem der Jüdische Wanderbund „Techeleth-Lawan", der in letzter Zeit einen großen Aufschwung genommen hat, hervorzüheben. Er besitzt eine eigene Ferialsiedlung. Viele seiner Mitglieder find bereits Äs Chaluzim in Palästina. Der Bund gibt mit dem Verein jüdischer Hochschüler „Bar-Kochba" in Prag die sehr gut redigierten „Indischen Jugendblätter" heraus. Die meisten Blau-Weißen sind auch Makkabim. Die Bewegung ist durch drei Herren im jüdischen Rationalrat vertreten. In Ergänzung der Ausführungen des tschecho-slowakischen Vertreters sprach Herr Löy)h (Banska Bistrica) über die jüdischen Spork- und Turnvereine in der Slowakei. Die verschiedenen Turnvereine wurden hier von den zionistischen Lokalorgänisationen initiiert, sies arbeiten auch im Einverständnis und mit Unterstützung der letzteren. Großes Entgegenkommen zeigt die Behörde, die in Ausführung eines Gesetzes zur Förderung des Körpersportes (!) den Vereinen Turnsäle zuweist. Ein gutes Verhältnis wird auch zu den andersnationalcn Sportvereinen, insbesondere aber zu den Sokoln, aufrechterhalten. (Fortsetzung folgt.) Zwischen zwei AnKwahlkäinpfen. Der Äanlderkampf gegen Finnland hat neuerlich bewiesen, daß unter den GüusWngen unseres Bundeskapitäus nur zwei Spieler allen Anforderungen gerecht zu werden verflögen. Nietisch und Wwm sind die «euHigen, die von der cllgümoiuen Berwikdevuna .unseres Spielshstems nicht in Mitlriidettschaft gezogen wurden. Jede ihrer Aktionen hat!Ko^, und Fuß urd nie wird der Ball sinnilos nach vorne gedroschen. Blum spielte wohl ornim McrteLeichtiimchr dadurch Eterlüefer> >itzm auch emine SchrÄtzer. Me Art und Weise, w» er ober diese Msbeflert«» bewies sek» Hohe Masse. Jnberesscmterwerse - liesevtvn ldiche bsLvn SvÄer, obwohl sie sich «im Hintertreffen befanden, di« Lesbe Aufbauarbeit. Um unser AngriMpiÄ war es schr schlecht bestelL. Gekunser« CmzÄaktiouen sah man wohl des öfteren, von entern Tom* greifenden Kombinationsispiel konnte man aber me sprechen. Das Erspiel war derart ungenau, daß bk? Ball vom Gegner muner früher erreicht wurde ÄS vom eigener.» Partner. I« diesem Durcheinander stand Häusler auf veüovenern Posten. Er war im Angriff der endige, der die NckbenlSrut« frerspielte und für sie Schußgelegenheiten schuf. Er bekam aber nie einen veriwertLaoen Ball mrrück. Im Letzten DcktiÄ der zweiten Spieltest evoffneten sich Or HLuAer einige Schußchauce». di« er nicht ausMnützen verstand. Man kann «chm aber deshalb keinen Borwuvf «machen, da er immer gam unerwartet in dm Besitz des Leders gol>angte. Wiefer pder WeM) .^donnerten" der.» Ball in dÄe Mitte, Kuthcm und -irgend' ein gegnerischer Abwehrspieler, verfehlten das Leder und vWtzlich gelangte es vor HäuKerS Fuße. Der Hakoahner war mm dsvavt «üibevoafcht. Vqß er die Sstuatiou nicht «usnÄtzen konnte. Trotz feiner technischen und taktstchen FÄhigAeiten D aber Häustzer für eine Auswahl« manNschaft Mrs dem Grunde noch aÄcht «ff, weff er, se näher er ftttnt gegrerischen Tor «gÄangt. «an Energie vertiert. Ueber« dies begeht er «mch de» Fehler, sich m der eigenen Deckung herumgutveibsn. wodurch er dann vorne fehlt. Es ist eine alte Tatsache, daß ein Stürmerstar oft das gange AngrUGpiel'verdirbt. Me bemühen sich »ämiich der Jndividualitüt di^efes Goalgsiters Rechnung su tragen, >tves- HM die Vorarbeiten nur Mr letzteren gelefftÄ werden. Das Spiel ist nur Mff den.Stur «eingestellt, wodurch «es »rr Schablone wird. Weam dann der DoHchiühe in semer Form isurückgcht oder gänAbich fshllt, dann ist der AngM kcchmgevLgt. da die Spielsr chre früher Ämegehobten FähWesten veriloren HM«en. Ein weMndes BviMÄ für die «SchMonisterung der AngvUsarboit gäib in letzter Zeit Rapid ab, bei welchem Bercir.* alle Kräfte nur für Uridil mobiMierk schienen. Insbesondere Kuthan ersieht seine ganze Auißrabr darän, den Ball steil drtrchzul-ogeu, damit Uridil dann «Äs Lank" in Aktion treten kann. Auch am vergangenen MrAvoch wollte «Kuthan somle VerbindungsstüMter oft mm .Marken" zwingen, doch eignete sich weder Wieser noch HänAer dazu. Die Stsiükombi« Nation, die von der «Sparta in der Vollendung vorgeführt wird, ist nicht das Alle.inseliWncr-chenlde. Neberdies eignet sie sich nicht für jede Mannschaft, da die Verfechter dieser' Methode uinbedingt robuste Gsseller« setin müssen. Der M. T. K. bölvies durch Jahre hmdnrch, daß das genaue KomÄamt-ionsipirl. bei dam der Bull «imurer «an Fuß des Partners gelangt, auch zum Ziele Mrt. Höste Kuthan anstatt stteÄ vorMüogeA. genau kombiniert, dann «lvären wir m mehr «Erfolg« gelangt. Häusler und auch W'ieser ließen« sich rmn nicht davr herbei, .MoMmPfe" m-it den Gegnern arstzuljÄhren. weshalb die von «Kuthan Vövgeleigten Bälle den Eindruck erweckten, daß ne ohne Z-iÄ und Sinn aibgegebeu wurdem. Herr MeiSl hat -nun eine vermeintliche Verbessern, g vorgsnvmmen, da er qu WeMh und Wieser nun Schasft-r, UrDil und Seidl gesellte. «Dchbst wenn Aridil seine aire Form erreicht, was wir nach dem 3ded Star-Spiel sehr bezstveiselu. paßt «r absolut nicht zu Schaffer. Wir sind neugierig, wie sich die feinen Techn«Aer Wiener. «Schaffer «und Seidl mit den be'iden «WtteÄwrfev» Munrchmn^pielern" Minden werden. Nach den Mletzt gezeigten Leistungen wäre tzkr gesamte Amatour-iAingviff autfzustellen gewesen. Döe Firmen'waren sehr schwach, -trotzdem wurde «liiere; Deckur.g miit.ihnen nur E Mühe und Rot fertig. Trotzdem hat Herr Mvisl keine, Berbesssvung versuchte BraudstaUrr und insbelsondeve Mim sind in ihrer iderneitigeA Verfassung den, Tschechen mcht gewachsen. Wir sind «neugierig, ob unser Angriff verüminvbare Bälle bekommen wird? Warum sir«d Gatt-, manu (Hcckocch) und Ehve-nka Mienna) n-icht herangezogen' worden? Ueber die Fähigkeiten des ersteren -ist kein Wort w verlieren nrfb Chreüka hist schon einige Male bewiesen, daß er als FNgelilLnGer fvinen Marm stelle« kamt. In der Verteidigung hat nur Dietrich eine schwache Leistung .geboten, weshalb die Hemntziehung einer anderen «Kraft berechtigt erscheint. Mit der von -unserem BtmdeNapitän namirüerten Eis werden nur. dis weuiigsten zufri-eduu fein. Wir evblickciin voprstsskt iW Nachdruck verboten. r, L«wit-Verlag, W(en-i*Jprif. (66. Fortsetzung.) Zn Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. stutorssievte Uebertragung aus dem Jüdischen von S i e g f r i e d Schmitz. Hastig trat Duszka zum Ofen und mit einer Mene als hätte sie etwas in die Wammen geworfen, lachte sie merkwürdig grell auf: „Hi, hi, hi! FsuriHen Purpur wird er tragen, hi, hi, hi!" > ,Lich halbe es uicht gerne, wenn du so lachst," Riffele zog sich vom der Schwester zurück, „laß ntich los, Dus^ka-, ich will Licht machen." ,Kein Licht, Rifkele, kein Licht ... es ist mir so gut, wenn es dunkel ist, ich wollte, es Umre iimner Nacht, du nicht? Der Tag ist eine Oual für mich. Männer geihen in einomsovt hin und her und ich hasse Mäimer, ich hasse furchtbar gesunde schöne Männer; Rifkele, ich habe Kinder lieb! Kinder habe ich lieb und Krüppel. Wenn ich emsrr Krüppel sehe, muß ich stehen bleiben . . . ihre verzerrten, tranrlgen Gesichter beruhigen mich... da vergesse ich, daß ich Daniels Frau bin und Rabbi Mendeles Gnikoltinit* . . . ich möchte so gerne mit ihnen im Rinnstem sitzen und in Luinipen gchen, betteln, ihren,Geruch ematmen und mit ihnen, singen. Und grade weil Mama nicht evllmvr, ihre Lieder, zu singen, habe ich so Äfft dazu!" . Plötzlich machte sie einen kruMiten Rücken, ihre AuKn wurden gläsern, sie fuhr mit einem Avnr über den Weiten, wie ein Bogen über die Saiten fährt, und begann *ttit einer herzzerreißenden Melodie zu singen: „O Jos«u> mein, o Jesu mein Wenn ich in Nöten bin, Da mußt du «bei mir sein-—" ‘ Riffele hielt ihr dtzn> Mund mit der Hv.nd zu und ließ sie nicht enden; Dusgka richtete sich wieder gerade auf und schmollend umarmte sie die Srhtvester: „Bei uns im .Haufe gehen der: gauzeil Tag Männer MWM.Otvfft.du?. Ist dir kalt?, Äll ich dich mtmich drücken? Fester? Riffele, wärst du doch wenigstens gMhnrt! Ich würde dich so lieb halben! Die ganze Zeit «würde ich bei deinem Bette sitzen mtb du mühtest mich streicheln. Es ist mir so heiß! Riffele, streichle mich, deine Finger sünd kühl, . . jetzt ist mir so gut, so gut, ah, so . . ." Riffele waren die Zärtlichkeiten der Schwester zuwider, sie begriff nicht, wie man Krüppel lieben konnte und wollte ftagM, ob sie Mordechai hasse, doch sie untetdriickte die Frage, entzjvand sich den Armen der Schwester und bat sie: „Laß mich los, Duszka, ich will Licht nra'chen." ,Mir brauchen kein Licht, Riffele, wir Wollart mt Dunkeln sitzen. Im Dunkeln kannst du jÄ>en rufen, wen du willst. Wenn ich will, steht der Vater vor meinen Augen, der doch heute mit der Mama in Lükolw ist. Wie meist du, lwird die Heirat zustande kommen? Wenn du heiraten wirst, dann werde ich allein bleiben, ganz allem." DusM blich eine Weille hrlPos sitzen, dann sprang sie auf. ,/Komm, ich will dir weislfagen, ich ivevde den Mann rufen, mit dem mmt dich verheiraten will, komm'!" ' ' ■ . : . , „Hör' auf, das ist Zauberei." „Wäre es Zauberei, so täte es 'Daniel nicht! Gestern hat er seinen Urgroßvater zitiert, Rabbi Jonathan!" „Wirklich?" Riffele machte g-roße Augen. „Hast du auch den Down «gesehen? Mevn Gott! And wie kommt er 'herein, schwebt er in der Luft? Redet er wie e-m Mens«ch? Ich Ännte das nicht auÄhm-ten!" „Ich bin auch wiEch erschrocken!" DusM lächelte. „«Stell' dir vor, Daniel hat den Ahn Rabbi Jonathan gebeten, er ntöge ihm die Formel geben, durch die es i«hnr möglich war, mit dem Baal Schern zu sprechen; und auf einmal steht der Ahn da m zerrissenen DoteMevdern voll Locher und die Löcher 'bewegen sich, die Löcher sprechen, lachen . . . rote Löcher, fturige. Löcher, Hi, hi, hi!" „Geh' Duszka, du erzählst immer solche Geschichten, daß es Mir kalt Über den Rücken läüff." Riffele zitterte. Ohne zu «antworten, zog Dusffa die Schwester an sich, und beide traten in ein kleines, dunkles Zimmer. DusM entzünde je eine dicke Wachskerze, stellte sie ztvisol-en zwei KpiegM am einen runden MtMortiM bMö» «che mit den Lippen etivas zu murmeln. Atemllos blickte Riffele auf die Marmorplatte des Tisches; sie sah gar nichts. Als sie länger hinscha-ute, fühlte sie ihre Augenlider schwer iverden; auf der Adarmorplatte schienen PüMchetr wie Na-, -delstiche aUHuflMMnen und wieder zu verlöschen. Allmählich begannen die Goldtmfo Silberlinien auf dem Steitt sich zu bewogen, dvehitzn und wandert sich, ballten sich zu einem Nebel, und in der Luft rauschte etwas, als iväre jemand erwacht, der jetzt näihevkam.' ,Mill!"- Aus der Ferne drattg leises Singen. Rifkele hielt sich zitternd an der Schwester fest; ihre Augerr tvaren geblendet von glänzendem Schttee. Bäunre, Menschetr schwäbtert vor-, bei; der Gesang wurde noch leiser als früher, er vcrschwamnt mit dem bleichen Licht des Vollmonds, das mit tausend kalten Strahlen drtrch die frostige Nacht schwebte und lockte, bM> einen Wanderer, bald einen Bauern mit seinen Pfevden. Riffele konnte sich nicht rühren; sie sah, wie die kalten Stvcchltzn sich um sie wanden und sich weit über den tiefen Schwee zogen, sah Gestalten im Pelz auf Schlitten vorüberschweben — und plötzlich itxtr alles verschwunden DusM faßte sie bei der Hand. ’ „SreW du?" Riffele sah aus denr Nebel eine Gestalt auffteigen. Me ein NachtlwanÄer bewegte sich die Gestalt, von den kalten Mondstvahlen geführt, zwischen den Bäumen, und kam singend näher. „Erkennst du. ihn?" fragt« Deusgka. Riffele erwurite ihn-;, sie fi'Me, daß in ihr etüvas mit^ zusingen bogann. Ihre Füße wurden so leicht, leichter als der weiche Schnöe, und ihr Hirn so lustig, luftiger als di« frostige Nacht. „Ich glaube, 'LS kommt jemand." Duszjta horchte urck löschte die Kerze aus. „Es kommt dir nur so vor." ,^Jch sage dir, jenrand kontmt." „Außer Daniel ist ja niemand zu Hause." „Wer ist das?" „Wer gebt r^t?" »- SochetzuuL jM) - 9