Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1614 (10.8.1923)
- Date
- 1923-08-10
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ärt. rbr? ggtett, Freitag__Wiener Movgenzeitung. Die .Hakoah in London. Weitere Pläne. Wir berichteten bereits vor längerer Zeit, daß die Hakoah im Monat Septwnber gegen den Cnpfinalisten Westham United in London spielen wird. Nnn ist der Kontrakt unterzeichnet und das Programm der Reise festgesetzte Die Meisterschastsauslosung ergab, daß die Hakoah am 2. September gegen Vienna anzutreten hat. Schon vorher hatte der jüdische Verein proponiert, am gleichen Tage gegen die Slavia in Prag zu spielen. Letztere Vereinbarung nmßte aus den: Grunde gepflogen werden, weil der jüdische Verein die Slavia für den 8. und 9. September nach Wien verpflichten wollte und die tschechische Mannschaft sich nur dann bereit erklärte, in Men zu spielen, weim die Hakoah vorher in Prag antritt. Nun teilte Westham United der Hakoah mit, daß' ein Spiel in London nur am 3. oder 24. September möglich sei. Der zweite Termin konnte lvegen der jüdischen Feiertage von allem Anfiang an nicht in Rechnung gezogen werden, weshalb der 3. Septeinber als Tag der Austragung des Wettspieles ins Auge gefaßt wurde. Bevor das Wettspiel abgeschlossen werden konnte, mußten die Verbindlichkeiten mit Vienna und Slavia gelöst werden. Beide Vereine erwiesen sich als sehr entgegenkommend. so daß die Hakoah in der Lage war, mit Westham United den Kontrakt zu unterzeichnen. Die Slavia wird am 8. unb 9. September in Wien spielen, während die Hakoah erst zn einem späteren Termin in Prag anzutreten hat. Die Hakoah wird am Mittwoch den 29. d. Wien verlassen und Freitag den 31. d. früh in London ankonrmen. Am Freitag und Samstag werden die Wiener die Londoner Synagogen .besuchen und den Gottesdiensten beiwohnen. Am Samstag werden sie überdies ein Ligaspiel besuchen. Am Montag den 3. September findet dann das Spiel gegen Westham United statt. Am Dienstag den 6. September wird dann die Rückreise angetreten und am Donnerstag den 6. September kommt die Hakoah wieder in Wen an. Wahrend ihres ganzen Londoner Aufenthaltes wird die jüdische Mannschaft Gast des Jewish Athlee-Club sein und im Manchester Hotel, Adlersgate Street, wohnen. Fiir Weihnachten hat die Hakoah eine Reise nach Spanien vorgesehen, wobei die Verhandlungen schon sehr weit gediehen sind. Nun wurde aber der Hakoah ein Antrag gemacht, zu Chanukah Spiele in Alexandrien, Kairo, Jerusalem und Jaffa auszutragen. Selbstverständlich würde der jüdische Verein die Gelegenheit, in Palästina zu spielen, mit Freuden ergreifen. Um diese bedeutungsvolle Fahrt zu ermöglichen, seht die Hakoah alles daran, die Sportreise nach Spanien auf Ostern zu verschieben. Diesbezügliche Antwortschreiben stehen aus Spanien noch ans. Red Star—Rapid 2:1 (1:0). Rapid noch außer Form. Neid Star-Platz. 7000 Zuischäncr, Schiedsrichter Gärtner. Red Star: Iimmermann; Kamerit, Soncek; Lapka, Prohaska, Beer: F'Ma. Rolle, Marner, Gvuber. Kämmerer. Rapid: Panier; Schlosser, Dietrich; Klär, Brandstetter, Nietisch: Kirbes, Richter, Uridil, Bauer, Wessely. Red Star geilang cs gestern, den Meister Rapid mit derselben Tordi'fslerenz wie im Vorfahr im Cupspiel zu schlagen. Dabei kann festaestellt worden, daß der Sieg nicht unverdient war. 'Rapid hatte wohl nach der Panse weit mehr vmu Dviel, doch erwiesen sich die Stürmer in jeden: Belange als unfähig. Banier, Richter mtd Kirbcs entsprächet nicht einmal den beschvidenisten Ansprüchen. Uvidil war für Kombination nicht zu baden. Er versuchte immer wieder, schon von der Mittellinie an aus eigene Faust durch^ubrennen. blieb aber .dabei ständig irgendwo hängen. Nur Wesseln blieb setwn Form treu, er wurde auch einige Male dom gegnerischen Tor gefährlich. In seiner gestrigen Verfassung war der Angvüff selbst gegen ei,ne isüiltaache Beptaidiigung nicht imstande, ein Tor zu erzielen. Ihren einzigen Treffer erzielte auch in entgegenkommender Wesse der geMrerische Tovinann. Die Deckung war noch der beste Marerschaftsteil der .Hlütteldorfer, obwohl Brandstetter nn'd Klär nngmau zuspielien. Die Verteidiger waren schwach; sie vorsagten insbesondere in Nahkmnpsen. Pauler imchte oinige golsAhrlliche G.'llchossc unschädlich. Red Star spielte init großer Aufopferung. Die Mannschaft hatte vor der Paallse gleichplel von: Spiel; nach Serten- Wechsel ging ihr die ,-Puste" aus. Die Stürmer hatten in Männer den geistigen Lenker, und in Gruiber und Rolle zwei gewaltige Scharfschützen. Das Jnnentvio würde mancher erstklassigen Ellf zur Ehre gereichen. Die Flügelstürmer wareu zu langsam. Die Deckung, die in Prohaska ihrer> besten Mann hattekämpfte nnentnmtigt bis zun: SchlüWfff. Die beiden Verteidiger ibetsitzon biedeutmildes StoßvermögM. Für Nahkämpfe sind sie aber zu uübeholfen. Der Tormann hatte keine GelvgonlhM. sich ansizug-eichne-n. Nicht vergessea: darf werden, daß gestern der Vorteil, den der eigen Platz gewährt, besm:- ders stark ins KallM Mögen inenden muß. Das SprellfM hat keine Grasnarbe, überdies ist es hart und uneben, so daß eine Berechnium des ALsprnn'gjwinikols des Balles für Manmlschasten. die mit dem Tierrain nicht vertraut sind, unmöglich ist. Bor der Panse erhielt Gräber ir> der 7. Minute ans >ei,no,n, Freistoß das erste Tor. Bis zur Pause halten beide Parteien ihr Gehäuse m>it einigem Glück rein. Nach Seiten-> »Wechsel erhäht Gvuber in der 8. Minute den Borispvung. Irr der 35. Minute befördert dann Ziimm'evmanri nach einem P»n Wessely getretenen Eckstoß den Ball ir,s eigene Tor. EckenlvechMinis 3:1 für Rapid. Die Brager Herbstsaison wird an: kommenden Sonntag beinahe in vollem Umfang eröffnet. Die Sparta spielt in Nürnberg gegen den 1. F. E. (NLwberg). Slavia trägt ihr Me-isterschaftsspiel mit Meteor 8 ans. Auch die meisten der Übrigen Vereine nehmen ihre Tätigkeit wieder auf, nur der D. F. C. gönn: seiner Mannschaft :wch etlwas Rühe. D. F. C. Will übrigens ebenfalls dem deutschen Exmeister ams 26. d. in Nürnberg einen Besuch abstatten. Budapester Sonrüagsprogramm. Freundschaftsspiele: M. T. K.—33. F. C., V. A. C—Juweliere, Vasas—Hrrsos, U. T. E.- E. T. S. E. Wacker trug Samst>a.g und Sonntag zwei Spiele in Un gavisch-Hradisch aus. An: Samstag spielten die Wiener gegen die einheimische Slavlva 2:2 m:h auch das Treffen vom Sonntag gegen Slovan endete 3:3 unentschieden. U. T. E. erlitt in Holland zwei Niederlagen, in Entfchede verloren die Ungarn 1:2 und in Den:enter 0:1. F. T. C. befindet sich derzeit ans einer Sommerveisa durch die Slowakei. Er besiegte Samstag und Sonntag den Ungvarer A. C. zweimal. Die Resultate waren 2:0 und 1:0. Die nächsten Stationen der Budapester sind Tanten, Rnttka im>o Silcin. ... Zum Meisterschaftsspiel W. A. C.—Hakoah. Das Unerwartete ist ein ge troffen. Die junge Hakoahnrannschast, die mit einen: Ersatzmann antrat, lieferte den fünf Jntcrnationlen des W. Ä. C., die durch Grünfeld und Lorenz ergänzt wren, einen unentschiedenen Kampf von 2:2 Toren. Dir Hakoahner waren dein Spielverläufe nach znnrindcst nicht die schlechtere Partei und nur die größere Routine der Alten konnte die technischen Fertigkeiten und die schwimmcrische U-cbcrlegenheit der Jungen paralysieren. Der W. A. E. war über den unerwarteten, energischen Widerstand der Hakoah sichtlich überrascht, wollte er doch für Copyright 1923 Nachdruck verboten. R.Löwit-Verlag,Wien-Leipzig. (60. Fortsetzung.) Zn Polens WAderv. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertragung aus den: Jüdischen von S i c g f r i c d Schmitz. ■ Der Schatten streckte sich a>::s, wurde länger unb kam von der Wand herab. Er schmiegte sich an ihn, als wollte er zwischen seinen Füßen durchlaufen und lächelte noch unterwürfiger. „Ich sehe, wie du einsam durch die Straßen streichst nnd leidest, daß dich keiner kennt, du wohnst in: Keller und Frau und Kinder sterben vor Hunger, nicht wahr? Warum zitterst bat so, erkennst du mich wirklich nicht?" Kahaues Stimme wurde noch leiser und bleicher; er fühlte, daß er den Rhythmus verloren hatte; nicht das hatte er sagen wollen . . . Früher, als er sich in der eigenen Rebe verstrickt hatte, da hätte er sich niedevsetzen sollen... derlei Dinge lassen sich nicht aus denr Finger saugen , . . so erzählen kann jeder ... das ist mehr als Literatur . . . und je länger er schach, desto mehr schiene:: sich ihm seine Worte wie Pech zu ziehen; er fühlte, er müsse abbrechen, aber er fühlte sich gleichzeitig so schwach und hilflos, daß er setzst das nicht tun konnte und weitersprach: „-Willst du, so gib dich nur für einen Augenblick und sofort wird sich dein Keller in einen Palast verwandeln, die schönsten Frauen werden sich glücklich schätzen, dir Freude zu bereiten, alles Volk wird dir mit Freude einen Weg bahnen und eitler wird dem anderen zuraunen: da geht er! Nun, warum schweigst du? Er stand geblendet; und sowie er mit dein Kopse e'n: Ja nickte, da beugten die schwarze,: Straßen vor ihn: die Köpfe und schrien: „Lang lebe der große Mann! Er lebe lang..." Und als er der guten Zeit ini'vbc ward und es if;u vor den Menschen ringsum ekelte, da sehnte er sich danach, allein zu bleibe,:. Er wollte wieder mit den Sternen spielen, einen gegen den andern schleudern, sie zu Hunderten löschen und wieder entzünden, die Kraft in sich fühlen, eine Feuersäulc zu — aber da .fühlte er, daß seine Flügel gebrochen waren; sic hoben sich nicht mehr, zu teuer hatte er für Brot und Weibeslnst gezahlt; und schweres Weh umfing ihn. In seinen: Le:d verschloß er sich und wollte niemanden sehen. Der Schatten aber wich n:6)t von ihm, und wo er sich versteckte,!uo er sich in sich vertiefen wollte, dort stand der Schatten nnd störte ihn. Mit Tränen in den Augen flehte er ihn an: „Warun: verfolgst du mich? Du bist mir fremd, ich verstehe nicht deine Sprache, laß mich in Ruhe!" „Mensch" — der Schatten zog sich iiber die Wand hin — „hättest du einen Augenblick uachgedaeht, dü verstündest, daß dein Schreien und Weinen dir nicht helfen wird. Di: hattest die Kraft, Steine in Brot zu verwandeln, hast du es getan? Nein! Du hast doch Sehnsucht nach mir gehabt, warst unglücklich, weil dieMenschen, vor dentzn es dich jetzt ekelt, dich nicht kannten. Was willst du nun? Selbst wenn ich dich in einen Kerker würfe, dich erschlüge, keinen würde es kümmern, keiner würde dir glauben! Du hast dich mir doch gegeben, hast mit mir getauscht, darum habe ich deine Macht, eine Feuersäule zn schassen, verschlossen und"- Bor den: Fenster erklangen Stimmen und Htstschläge. Blordechai begriff, daß die Gäste ivegfuihren. Er zog das zerknüllte Blatt ans der Tasche und sah, daß es ein.Brief »var; er wußte, daß er ihn nicht lesen sollte, daß das nicht anständig sei, aber nervös verschlang er die Worte. Er verstand nichts, nur da und dort nahm er einige Worte und Phrasen auf und dabei fühlte er, daß etwas in seinen:.H:rn ansblitzte und zitterte, als tvollte ihm jemand seinen teuersten Besitz aus den Händen reißen. Er faltete den Brief zusammen und ftaub eine Zeitlang, die Hände an die Schläfen gepreßt, als hatte :h>: jäh ein schtveres UrGlück getroffen. Allmählich wurde er ruhig. Er wollte das Zimmer verlassen. Felicia trat ihn: entgegen. „Sie haben das da verloren." Mordecha: reichte ihr das zerdrückte Blatt. „Was?" Sie öffnete den Brief und erblÄchte. „Haben Sic gelesen?" „Ja." . Lange schanien sie einander an, daun senktert sic zugleich die Augen: „Sie werden schweigen, nicht üvahr?" 10. August 1923 Seite tt seine Winterniederlage von 4:0 Revanche nehmen. Ms er. sah, daß er es mit einem enlschlollenen Gegner zu tun habe, nahmen seine Spieler zu unevlauvien Hrffsmittelin Zuflucht. Der bis zn dieser Zeit vaMommen einwandfreie Schiedsrichter, der energisch gegen die diversen FoulS vvn GwnsÄd (W. A. C.) einschritt, lies; sich dann durch den Terror des W. A. C.°Pnbl'>Kums leider irritieren. Ueber den Spielverlauf wäre zu berichten» daß zuerst die Hakoah energisch angreift. Trotzdem: erzielt der W. Ä. C., durch den ohne sichtlichen Grund erfolgten Ausschluß Landes« manus begünstigt, tauch Redlich das erste Tor. Hierauf zien:. lich ausgeglichenes Spiel, das einmal, den W. A. C., dan» die Hakoah vor dom Tore der GeMer sicht. Rosenblbatt C$*J* ko ah) vergibt hierbei lcichtsinuigerwoise einige günstige Tor« Gelegenheiten. Nach Halbzeit ist zuerst die -Hakoah überlegen und er« zielt auch nach Ausschluß RedlichS durch Reich das aus« gleichende Tor. Zwanzig Seckunden später Vertzverbet Schtvvrz (Hakoah) ein Anspiel Reichs zum führenden Treffer. Der W. A. C. ist jetzt ganz zurückgedrängt und kann sich der vchemtznten Amigutsfe der Hakoah nur unter Zuhikfenahme von Roheiten erwehren. Jedernranu hält das Wettspiel bereits für entschieden, als der Schiedsrichter plötzlich Schtvarz von: Spielselde weist. Dadurch aufgemuntert, gelingt es den: W. A. C. infolge der numerischen Ueberlegencheit dr:rch Worel dreißig Minuten vor Schluß ausFuglvichen. D:c Ausstellurw der Mannschaft war: Hakoah: .Rakos, Laudesmann, Schaffer, Reich, Steinhard, Schwarz. R-osenblatt. W'. A. C.: Wackler, Morberger, Hager, RM-ich, Lorenz, Worel, Grünfeld. Schiedsrichter Zehetnraher versah sein Amt dollkonunen obserktiv. Leider unterbrach er das Spiel zu oft, so daß die Hakoah ihre schwimmerifche Ue-bevlegenihcit nicht Kur Geltung bringen konnte. ' _ Die Schwimmer der Hakoah starten am ko n: in enden Sonntag beim inbevniatiomrlen.Meeting des B. A. C. ir- Bitdapest. An der Fahrt nchmen folgende Schwvmnrerinneu Md Schwimmer teil: Bratnmim, Bieneirfeld, Feldscharäk, Weiß, Schaffer. Wertheimer, Reich, Landesmann, Steüchart, Rosen« blatt, Hastll. Klein«, GMberger, Nassau und Schlesinger. Di>e Herren, Wiesner und Max machen als ReiseKhrer die Fahrt m>it. Die Teilnehmer an der Budapester Reise habsn sich ausnahmssos heute Freitag. 8 Uhr abiends, m olmr wichtigen Besprechung im Klnbheim eiuzuftuden. Touristik. Hechawer (Touristensektion). Heute Freitag vor- 8 bis 10 ll.hr Sektionsabend im Cafe Lido, 3. Bez.. Dampfschiffstraße. Gäste herzlich willkonmven. Morgen Samstag Abfahrt vom Südbahnhof nach Steinhaus zur Hechawer-Hütte. Führer Stephan Stengel. Von der Hütte kleinere und größere Urlailbstouren in die Uurgebuug (Stuhleck. PrMl, Sounweudstein, Wechsel, Großer und Kleiner Pfcstf, Semmering ufw.). Anmeldung und Auskünfte boi den Sektliionsabendeir. Sonntag Wieirevwaldtour. Führer Jiacques Salier. Beifprechung heute abends. Aus den Vereinen. H a k o a h. Morgen Samstag um 6 Uhr abends Voll« verfaininlung der Iurgmcmnschaften. KIn-babzeichen wieder erhältlich. Hazair. Znsanrmenkünfte der Mitglieder sowie Sitz nagen bis zum 1. September int Cafe Postsparkasse, J. Be;., Biberstraße 10. Heute. 8 Uhr. dortselbst wichtige Klnöleirnngsfitznng, zu der die Leitnirgsnutglieder Wortmann, Dr. Aiorgenstevn, Dr. Stroh. Dr. Mandl, Dr. Wojnilower, L. Kanner, Büchler. Fein rmd I. Weiß zn crsche'rnen haben. 'Sainstac:: Spielerversanunlnng. 8 Uhr Mannschastsanfftellntdg für die soimtägigen Spiele mit drei Mannschaften. Jüdischer Arb eite rsportklnb Borochow. Heute Freitag wichtige Atftgliedevversantmlnng int Cafe Neptun. 20. Bez.. Ga>ußplatz. Mannschaftsanfstellnng für die Spiele in Ortmann-Pernitz. Nur Anwesende werden bei der A::fstellimg berücksichtigt. „Die wünfchei:, daß ich schtoeige?" Fa " „v>"' „Gut." Sie streckte ihn: die tveichc, schmale Hand zum Kusse hin. Er küßte die Hand; zun: ersten Male fühlte er seine Lip-peir breimen. Daun ging er in sein Ziuuncr und warf sich in den Kleidern aus sein Bett. Kapitel 6. Schuld und Sttafe. Lange lag Mordechai auf den: Bett, das Gesicht in die Kiffen gedrückt, und tvußte nicht, was ihn: war; er fühlte sich wie nach einen: Unglück, das nuertvartet herciubricht und ftuimpf nnd gleichgültig macht; schtver litt er darunter. Er wußte, daß da eiit großes Unrecht geschah, aber er konnte sich nicht klar inachen, wen: es geschah. Ihn ärgert« es, daß jemand in ihm zu sitzen schien :u:d trotzig daraus beharrte, es wäre seine Pflicht, Reb Jossel alles zn erzählen. Jedesmal, so oft er sich znsanlmenngym, sich festhielt und sicher svar, daß er Wort halten würpe, sah er vor sich Felicia in Komarowskis Llrmeu nnd vergaß alles, konnte sich nicht beherrschen, er war bereit, vor nichts zurückzuschrecken, und alles it: ihn: brüllte auf. Wenn dann der Zorn verraucht war, blieb er n:üdc liegen, Leere im Herzei:, als iuävc jemand gerade von dort hinausgcgangei: und hätte diese dumpfe Leerheit zurückgelassen. Mordecha: erinnerte sich, daß er dcisselbe Gefühl haite, als der Vater und der Pächter ihn übermfcht, Rachel fortgeführt und ihn bei Nacht allein im Walde gelassen hatten. Er lvätzte sich hin und her und biß in die Kissen. Der Trotz, der ihn: tief in der Seele saß, reizte ihn noch mehr itÄ rief, er sei nicht besser als Komarowsk:; nicht mn frtuen Onkel Strahl gehe es ihnr, das sei nur eine Ausrede, das lüge er sich selber vor — nicht umsonst nährt man die Menschen von alters her mit Gerechtigkeit; er klantmert sich nnbcivnßt an sie, selbst wem: er ein Verbrechen begeht. (Fortsetzuug felgt.)