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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-29 · Heft 1602 (29.7.1923) · p. Seite 14

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1602 (29.7.1923)
Date
1923-07-29
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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SÄe 14 Wien, Sonntag Menev Morgenzettung. Niederösteereich—Oberösterreich. Die Fußballer der Provinz halben heute ihren großen Tag. Auf dem W. A. F.-Spovtplatz in Hütieldorf stahen einander die AuAvahlmanuschasten von Niederösterrerch imd Oberösierreich gegenüber. Während der Nioderösterreichijckx: ProvinMrbanld mit seiner besten Dkumschaft anrückt, sind von den -Oberösterrerchem die Spieler des Adeiisterklubs Voritvärts (Steyr) nicht berücksichtigt worden, weil sic dem kürFich statt-' gefundenen Aiuswcrhlfpiele fernaeblicben sind. Trotzdem dünsten die Oberöstevreicher einen ebenbürtigen Gegner obgeben. Das letzte Zusammentreffen der beiden Ausivahlmanwschasteit in Linz endete 1:1 unentschieden, auch diesmal ist ein knappes Resultat M erwarten. Das Spiel, das um 5 Uhr nachmittags beginnt, wird vom Grazer Schiedsvichter fteits geleitet. Die finnischen Fußballer. Zum kommenden Länderwettkampf. Vom allgemeinen .sportlichen Standpunkte braucht für -das K:ographisch kleine Finnland wcchchastig keine Reklametrommel gerührt werden. Die Olympischen Spiel: der letzten Jahrzehnte, insbesondere «jene 1312 in Stockholm und 1920 in Antwerpen, haben die Körperkultur Finnlands in glänzendstem Lichte erstrahlen lassen. Erst die Ängste, im Vormonat in Göteborg sbattzgasiundene sogenannte Frisdensolympiade hat neuerlich die hervorragendsten Leistungen der Finnen in den verschiedenen Disziplinen des Körpersportes gezeit-igt. Kiiin Land, außer Schweden, vermochte auf dem leicht- «rchletischen Gebiete den schier mi-bezwingbaren Amerikanern so hart zusetzen als die Finnländer. Es mutet förmlich als Wunder an. wie sich dieses. Jahrzehnte hindurch politisch durch das .zanistische Rußland unterdrückte kleine Land nrrt einer Bedölkevungsziffer von etwas über zwei Millionen zu einem der mächtigsten Sportstaaden der Welt emporqearbeüet hat. Aus dem 'doch gegenüber Amerika, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und anderen großen Ländern verschwindend kleinen Menschenrssevvair hat Finnland eine imponierende Zahl der in der Welt hervorragendsten Athleten 'hevvorgebracht und durch zahlreiche Weltrekorde in verschiedenen Disziplinen bisher unerreichte Leistungsmarken geschaffen. Es wüvde zu weit führen, all die mannigfachen Gründe dieser körpersportbichen Potenz der Finnländer im Rahmen dieser allgemeinen Ausführungen zu erörtern. Es soll nur heworgehoben werden, daß die Finnen schon den kleinen Kindern. kaum das dieselben den Windeln entwachsen sind, eine gediegene Krpovliche Erziehung shstematiisch ongedeihen lassen, und daß das ganze Volk in Stadt und auch überall am Land, in allen Standesuick Berufsschichten der Körperkultur, ganz besonders aber der Körperpflege, eine nur in Amerika und Schweden ähnliche intensive Aufmerksamkeit schenken. Die Finnen besitzen auch ausgezeichnete Führer und Lehrer im Sport, e-in ausgeprägtes Nationalgefühl und befördere Begeisterung für Sport und Spiel. Dieses in Athletik höchstpotendierte Land besitzt im Fußball eine Achillesferse. Infolge der klimatischen Verhältnisse und der geographischen Lage, die einen intensiven Verkehr von finnländischen Fußballmannschaften mit den anderen der Ährenden Fußballänder nicht gestattet, vermochte sich allerdinxH der noch sehr junge finnische Fußballspart bisher nicht annähernd so duvchzusehen wie die 'verschiedenen anderen Sportzweige. In Finnland wird er-st seit Krieasschlnß. also seit 1918. einer Klassenausbildung gehuldigt. Früher spielte man nur Kick and rufh. Deshalb müssen die Finnländer eigentlich als Anfänger, allerdings msolge ihrer fabelhaften Eignung für Sporte jeder Art, als schon ziemlich vorgeschrittene Anfänger -betrachtet werden. Die Oesterreicher hingegen haben im Gegensatz zu vielen anderen Sportzweigen gerade im Fußball Talent und gute Entwicklung bewiesen, derart, daß sie in: Laufe der letzten 15 Jahre wiederholt zur besten kontinentalen Klasse gezählt wurden. Während hier fußballistische Größen hervorgebracht werden, die den Vergleich mit den besten Fußballern am Festlande aufnehinen konnten, vermochte der Fnßballsport Finnlands keine Pendants zu seinen Leichtathletibstars, wie Daipale, Kolemaiuen, Myrrhä, Nnrmi msw., zu produzieren.' Deshalb «mußten sich die Nationalmannschaften Finnlands in den letzten Jahren vor seren Skandinaviens und Mitteleuropas beugen. Während Deutschland mit einem verhältnismäßig guten Repräsentativ taam in Helsingfors. der Hauptstadt Finnlands, sich mit einem unentschiedenen 3:3-Resultat bescheiden mußte blieb das österreichische Team, das 1921 zweimal gegen die besten elf Finnländer antrat, 3:2 und 5:2 siegroich. In der letzten Zeit ist Finnland gegen Norweger: 0:3 und gegen Schweden 4:6 unterlegen. Die. Finnländer bilden sich keineswegs ein. in Deutschland, Oesterreich und in Ungarn irgend welche ziffernmäßige Triumphe zu erzielen. Sie kommen hauptsächlich, um «den Gesuch von 1921 zu erwidern. Amateure in Prag siegreich. Prag, 28. Juli. (Originalbericht der „Wr. Mor»enfteitung".) Das heute ausaetragene Wettspiel Amateure gegen Vitktoria-Zizkov^ endete 3:1 (1:0) für -bic Wiener. Die Amateure. von ihrer Schwedenreise sehr ermüdet, konnten mit Schächter als Foulback außerordentlich bostiedigen. Die Landesmeister von Europa. Mit Ausnahme Schwedens, Norwegens und Polens, wo die Saison später zu Ende bst. stehen die Fußballmeister der einzelnen Staaten Europas fast: Schottland: Glasgow Rangers, Glasgow. England: Liverpool A. u. F. £. Holland: F. C. Haarüem. Belgien: Union St. Gilloise, Brüssel. Luxemburg: Red Boys, Disiferdingen. Frankreich: F. C. Red Stär, Paris. Spanien: Athletic Club, Bilbao. Italien: Genoa F. C., Genua. Schweiz: F. C. Bern. Oester reich: S. C. Rapid, Wien. Ungarn: Magyar Testgyakorlok Köre. Budapest. Jugoslawien: F. C. Gradsanski, Zagreb. Türkei: Gal ata Serail Club, Konntantinopel. Dschecho- Slowakei: A. C. Sparta, Prag. Deutschland: Hamburger Sportverein, Hamburg. Däne man: B. K. Frem, Kopenhagen. Vom englischen Fnßballsport. Der Vorstand der englischen Football-Association kam in Falkestone zuscmrmen uud besprach venschiodane Angelegenheiten der neuen Saison, u. a. auch die Einführung der Sonntagsspiele, eine Frage, die schon unzählige Male aus dem Tapet erschienen war und jedesmal einen abschlägigen Bescheid erhielt. Auch diesmal gestaltete sich das -Schicksal des Antrages nicht besser. Daraus.wurde der internationale Kalender ausgestellt und F. SUSeiturcg wie der Auswahlausschuß entschlossen sich zu nachstehender Vereinbarungen: 29. September: Englische Liga gegen Irische Liga; 8. Oktober: F. A. Amatcurteam—F. Ä. Professionalteam in Crhstal Palace: 1/November: Belgien—England in Antwerpen;^ 15. März: Englische Liga—Schottische Liga und 10. Mai: Frankreich—England in Paris. Der Beginn der Pokalkonkurrrnz wurde auf den 17. Dezember anberaumt. Italienische Fußballer in Amerika. Der italienische Meisterklub Genoa Football und Cricket-Elub hat für seine erste Mannschaft -eine Reise nach Amerika abgeschlossen, die gestern mit dem Danipfer „Mafalda" angetreten wuvde. Die Mannschaft wird durch die Internationalen Cevenini 3, Moscardini und Baloncieri verstärkt. Der S. E. Admira spielt heute in Baden gegen den dortigen Athletikklnb, der vorige Woche dem Wiener «Sportklub ein unentschiedenes Resultat «bringen konnte. Der Hamburger SP. V. in der Schweiz. Der deutsche Meister, der Hamtmraer Sportverein, trägt anfangs August in der Schweiz -eine Reihe von Wettspielen aus. Rekordschützen, der Tschecho-Slowakei. Die Rekordzählen für erzielte Torschüsse in der Tschecho-Slowakei halten Leß (D. F. C., Prag) mit 80 Treffern, Stapl (Slavia) mit 49 und Vanik (Slavia) mit 41 Erfolgen. 29. Juli 1923 Nr. 1602 -^ TRAUTMANNSDORFER FAHRZEUGGESELLSCHAFT D.S.H. Leichtmotorrtlder C II Leichtmotorrad 1 u. l‘/# PS U* «J* Hi Fahrgestell HUMBER “°Td°Er Die englische Weltmarke Konkurrenzlose Preise Generalvertretung: WIEN, V., WIEDNER HAUPTSTR. 91 Telephon Nr. 51-3-16 Makkabiia (Bratislava) spielt heute gegen die Nitraer Elf auf den: P. T. E.«Platz. Makkabäa mußte sich bisher auf Nitraer Boden nur Niederlagen holen und dürste es auch diesmal zu einem scharfen Kanrpfe kommen, da die Nitraer Mannschaft fast ausnahmslos aus bekannten Spielern besteht «♦ Internationales Lawn-teunis-Turmer In Baden. Ab diesem Turnier haben die Herren Ehrenveich und Fleischmann von der Hakoaih teilgenommen. Ehrenreich konnte, im Einzelspiel mit Vorgabe erster Klasse den zweiten Preis erringen. Resultate: Herren Einzeln offen: Rohrer (Vrünn) schlägt Ehrenreich 6:2 6:2; V. Munk schlägt Fleischmann 6:0 6:1. Herren Mnzeln mit Vorgabe 1. Klasse: Avdrien schlägt Fleischmann 6:2 6:3, Ehrenreich schlägt Lincoln Jud 6:2 4:8 6:2, Ehrenreich gegen Lehrer 6:2 6:3, Ehrenreich gegen Ortner 6:2 6:5, Ehrenreich gegen Andvien 6:2 6:3, Simon schlägt Ehrenreich 6:5 1:6 6:0. . Das Perchtoldsdorfer Meeting. Heute um 4 Uhr nachmittags findet im Eisenböckhosbad in Perchtoldsdo-vf das Meeting der Cricketer (Wien) statt. Die Nemrunigsliste. die wir bereits veröffentlicht haben, ist überaus reich'haltig, so daß alle Rennen gut beschickt sein tverlden. Die besten emihermi'schen Schwimmer und Schwimmerinnen gehen an >den Start, wodurch durchwegs spannende Kampfe gewährleistet erscheinen. Große Anzichnngskraft dürft« das Gäste« schwimmen ausüben. Ein Hmdernisschwimmen wird für der heiteren Abschluß der Veranstaltung sorgen. Das GöteLorger Debakel. Der Schwimmtrainer der Hakoah, Herr Kurt Wiesner, schreibt uns zn dem im „Sport-Montag" erschienenen, gegen seine Person gerichteten Artikel, den wir in unserer Montaguummer abgedruckt haben, folgende Richtigstellung: „Es gehört wirklich eine sehr schmutzige Phantasie dazu, um eine derartige Verleumdung vom Stapel zu lassen, wie es vom Artikelschreiber im „Sport-Montag" geschehen ist. Der Herr Anonymus läßt zwischen den Zeilen lesen, daß die Hakoah ihren Trainer nach Göteborg geschickt hat, um die Gegner kaput zu massieren. Wie habe ich mich aber, der Trainer des jüdischen Vereines, in Göteborg benommen? Ich habe alle Oesterreicher, ohne Unterschied der Vereinszugehörigkeit, startfertig gemacht. Ich habe mit meiner ganzen Kraft. dazu beigetragen, daß eine österreichische Vertreterin einen ersten Preis erringen konnte. Den verletzten Herrn Staudinger habe ich, der Trainer der Hakoah, nachdttn ich festgestellt hatte, daß er sich eine hastige 'Verstauchung zugezogeu habe, auf meinen Schultern nach Hause getragen. Ich habe es als meine selbstverständliche Pflicht betrachtet, obwohl ich dadurch ans alles Sehenswerte im Stadion verzichten mußte. Ich habe and) sonst in jeder Weise getrachtet, mich der österreichischen Expedition dienstbar zu machen, was mir der Reiseführer, Herr Dr. Kardegg, wohl 'bestätigen wird. Auf Dank habe ich gerechnet, Verleumdungen aber keineswegs erwartet. Ich wurde eines anderen belehrt. Nun zur Massage des Fräulein Wodassek. Die genannte Dame bat mich selbst, sie zu massieren, weil ihr dies ihr LapxnxUt 1922 Nachdruck verboten, h-, R.Löwit-Veria?,Wien-Leipzig. (50. Fortsetzung.) Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. „Eine halbe Ente möchte ich!" — unterbrach Mordechai den Wirt in seinem Singsang; er war auf den vollständigen Speisezettel nicht neugierig. — „Gebt auch einen Krug Wein her, sauren!" Der Wirt drehte den Hahn am Fasse zu imfr ging aus der Schankstube; im Vorbeigehen warf er ein-n Prüfenden Blick auf Mordechai.! Ein Mädchen mit dichtem Lockenhaar, das in die lachenden Augen fiel, kam herein, deckte den Tisch und stellte eine gut gebräunte dampfende Ente nieder, die den Appetit reizte. - Schmiel und Mortzechai stürzten jeder ein Glas Wein hinunter, rissen hastig Stücke von ihren Semmeln ab, tauchten sie in »ie Brateutunke und aßen wie nach einem Fasttag. Schmiel war bald satt und tarn in gute Laune; er sah sich um, ob niemand zuhörte und begann leise: „Weißt du, ich habe schon lange mit dir sprechen wollen, es ist aber nie Gelegenheit dazu. Ich habe schon. einige Male bemerkt, daß du mir ausweichst; du. wunderst dich Wohl, was mit mir vorgegangen ist. . Schmiel rückte näher und sah ■ sich nochmals um. Seine Stirn runzelte sich fortwährend, er schien mit sich zu kämpfen, ob er sprechen solle. „Nun denn, hör' zu!" Schnnel hüstelte, er wußte nicht recht, wie er anfangen sollte. „Wenn i\i auch nicht mit dem einverstanden bist, was ich sage, so bitte ist dich, mich nicht zu unteobrechen, ich will dich,. Gott bowahre, nicht vom rechten Wege abbringen! Ich will dir nur erzählen, wie ich, dein ehemaliger Lehrer, der dich indie Lhasstdttth cingeführt hat, daraufgelonimen bin, ipaß das' alles Unsinn ist! Du verziehst schon jetzt das Gesicht? Dir hast noch Zelt! Rabbi Meir ist auch seinem Lehrer Elischa ben Abuja nachgcfolgt, obwohl der am Sabbat gn Pferde vitt; Rabbi Meir lernte doch bei ihm die Thora! Warum schaust du mich so an?" „Du vergleichst dich mit Elischa?" „Ist das kein gutes Beispiel?" Schmiel drückte seinen Kopf zwischen die Schultern und lächelte. „Du weißt ja, tvas ich meine! Also ich will dir sagen," Schmiel richtete sich plötzlich auf und wurde ernst, „daß Tausende von Chassidim Frauen und' Kinder ohne Kreuzer zurücklassen und selbst zum Rabbi wandern, um dort ein leichteres Leben führen zu können; dir muß ich doch das nicht erst erzähleir... der größte Teil von ihnen weiß doch gar nicht, was ein Rabbi ist! Sie wissen nur, daß man beim NaÄbi alle Sorgen, los ist. Essen bekommt man, an einem Gläschen Schnaps fehlt es auch nicht, wozu soll man also bei Frau und KinÄ sitzen und sich plagen, wenn dort beim Rabbi das Leben viel leichter ist? Wenn die Chassidim wenigstens lernen wätden! Aber sie lernen auch nicht. Fortwährend spekulieren sie! Versucht einmal, im chassidischen „Stubel" ein Kapitel aus der Bibel zu lernen; sie werden dich ansehen, als wärest du ein Abtrünniger, und bist du ein armer Kerl, so bekommt du noch obendrein Prügel. Das ist schon mehr als einmal borgekommen! Der „Hof" seinerseits hat ja recht, daß er däs Bi'belstudium nicht zuläßt. Denn vertiefst du dich in die Propheten, so entfernst du dich gleich vom Chassidismus und hörst auf, an den Rabbi als einen Heiligen zu glaubdn! . . . Wenn ein polnischer Geistlicher — bei allem Unterschied zwischen diesen beiden — bei einem Bauern eine Bibel findet, nimmt er sie ihm weg. Das kommt daher, daß der Pfaff genau so Angst hat, wie der ,Hos" — er furchtet, der Bauer werde aufhören, an den Geistlichen zu glauben, wenn er sich in die Bibel vertieft." Schmiel trank sein Glas leer und fuhr fort: „Der Sohar ist doch bei ihnen heiliger als die Thora! Und glaubst du, daß sie den Sohar verstehen? Es ist bei ihnen üblich, so mH dem Sohar herumzuwerfen, auch wenn sie keine Ahnung davon haben! Gin wahrer Jude, tzer an die Einheit des Schöpfers glaubt, darf gar nicht den Sohar studieren. Denn im Sohar steht, daß Juden an die Dreieinigkeit glauben. Wie kann ein Ju«de, welcher jeden Tag die Glaubensartikel sagt, den Gedanken znlassen, daß mit dem Satz: „Der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig", die Dreieinigkeit gemeint ist, wodurch unterscheiden wir uns da von den Christen? Nun frage ich dich: Ist das nicht Götzendienerei? Im Sohar steht, daß Gott, gelobt sei er, einen Körper n-nd Gelüste hat, wie, bei altem Unterschied zwischen beiden, ein Mensch.. Wdordechai verstand das Lächeln nicht, ,das auf Schmiels linker Gesichts'hälfte lag; er wollte ihm nicht durchgehen lassen, daß er soeben eine schlimme Verleumdung gegen den Sohar dovgebracht hatte, und litt schwer darunter, daß er ihm nicht antworten konnte. Etwas leuchtete in ihm auf unv er war dessen sicher, daß Schmiel Unrecht habe, daß es sich da nicht um etwas handle, das verstandesgemäß begriffen werden kann; nein, Schmiel hatte zu viel Verstand! Mordechai fühlte, wie jedes Glied seines Körpers sich hob, Widerstand' leistete und schrie; er war aber nicht imstande, die zerrissenen Stücke so zu verbinden, daß ein Zweiter verstchen könnte, es sei, um die irdische Oberflächlichkeit zu entfernen, eine Hülle nach der anderen gelöst worden, bis nur das „UneMiche" übrig blieb; die tiefen Denker waren noch weitergegangen und hatten diese Loslösung bis zum „Nichts" geführt, damit der Mensch sich nur ja nicht an ein Stückchen oberflächlichen Konkretismus halten könne — wie konnte da von Götzendienerei die Rede fern! Mordechai faßte Schmiel bei der Hand und unterbrach seine Rede; zugleich fühlte er, fern Gedanke habe sich zu weit ausgesponnen und sei ihm ganz entschwunden'; aber statt zu schweigen, bäEte sich -der Trotz in ihm auf, und, als wolle er sich von „Schmerzen" durch Sprechen befreien, sägte er etwas, woran er überhaupt nicht gedacht hatte. „Das gleiche hast -du nicht nur bei den Propheten, sondern sogar bei den Tcmaim! Wenn Gott Moses den Gebrauch der Tefellin gezeigt fyrt, wird es da jemandem einsallen, zu behaupten, Gott löge Tesillin?" > (Fortsetzung folgt.)

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