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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-19 · Heft 1592 (19.7.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1592 (19.7.1923)
Date
1923-07-19
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Rr. 1692 Wien, Donnerstag ^----- Mene« Morgenzeitung. M $#* Demission des VeebnndsPrLsidenten. Wir haben ' Gelegenheit gerwnrmen, mit Herrn Doktor °* H. Kornm zu sprechen« der vom Vorjstande des Wiener Fußba'llverbattdes' dazu bestimmt wurde,- gemeinsam mit dem Bnndeskapitän Meisl beim Verbandspräsidenten zuintervenieren. dankst er seine am Montag gegebene De-nrission zuruckziche. Herr Dr. Körner, der bereits Gelegenheit genommen batte, mit Herrn Deutsch in Fiihlung zu treten, hatte die Frmdlichdöit, nns über die ganze Angelege,chett folgendes mrtzutsilen. „Ich habe Gelegenheit genommen, in. Verlaufe meiner Mandatsdauer die Fähigkeit des Herrn Deutsch beobachten und bewundern zw können. Ich muß gestehen, daß niemals eilt Leiter des Verbandes sich den schwierigen Arbeiten mtt solcher Aufopferung und chrlicher Begeisterung gewidmet hat, wie es Herr Dr. Deutsch tat. Obwohl die unleidlichen Verhältnisse im verbände Kompromisse notwendig machten, denen Institutionen, wie sie kein anderer Verband der Welt aufweist, ihr Entstehen verdankten, die -in der Folge sämtliche versagten, verstand es Herr Deutsch immer wieder, den Verbandskarren weiterzuschleppen. Doch die Anhäufung von Arbeiten, deren Erlegung bei dem vollkommen versagenden Berbandsappar.at auch für die Zukunft aussichtslos erschien, ließ in Herrn Deutsch schließlich doch die Ueberzeugung auskomme,t, daß er auf die Dauer trotz aller Aufopferung und Begeisterung nicht Herr der Arbeit wewen könnte. Dies scheint mir der Hauptgrund und die tiefere Ursache für.seine Demission zu sein, die Abstimmung vom Montag dürste lediglich den letzten Anstoß gegeben haben. Gerade diiese Abstimnvung Lat aber am deutlichsten gezeigt, daß der Einfluß des Bas aus die Verbandsagenden in der Qeffentlichkeit weit überschätzt wird (der viel gelästerte Fraktionszwang!), nachdem Herr Deutsch in Abwesenheit sämtlicher Mandatare des Schutzverbandes von einem Teile seiner eigenen FraktionSkollegen niedergestmrmt wurde." Auf uns«« Frage, welches die Meinung des Herrn. Doktor Korner zu den schwebenden Protesten gegen den Ausgang der Meisterschaft sei, äußerte sich der hetzt von den Arbeiten des Verbandes. stark in Anspruch genommene Hakoah-Präsident wie folgt: „Seit den, ersten Tage meiner Verbandstätigkeit hat man mir als Neutralen alle jene Airgelegenheiten zun, Referate zugsteilt, die Streitfälle der zwei Gnrppen.Vas und Schutzverband direkt oder rrÄnvekt betrafen. So habe ich auch jetzt die alles eher als angenehme Aufgabe, die Untersuchungen in der Affäre Komar—Laufe« und in den Protesten des F. A. C. gegen die Spiele W. A. F.—Wacker und Srnnnering—Wacker zu fuhren. Ich weiß es im vorhinein, daß auch diesmal, so wie es die Erfahrung lehrt, der zwischen zwei Parteien Stehende zuguter Letzt der Prügelknabe sein wird. Wenn ich trotzdem die mir gestellte Aufgabe übernommen und schon vorher, in Voraussicht her da kommenden Dinge spontan versucht hübe, den Verbleib der Floridsdovfer in der ersten Klasse zu propagieren, so . geschah es im Interesse 'be§ Verbandes, der durch die setzt u-N'- eplWichen und der Oeffentlichkeit mehr zu vevboimlichenden Untersuchungen sicherlich schweren Schaden. erleiden wird. Mchr kam, ich zu diesen Angelegenheiten nicht sagen, nm der schwebenden Untersuchung nicht vorzugreisen. Eine Verleumdung der Hakoah. *) . Einige Tage später traf ein Celegra-nrm des Konzerns Hask-Co-ncordia itt Wien ein. in welchem tt daraus hmwies, daß GradijaMi sein Wettspiel gegen Hakoah beveits ankündtzge und dadurch die beiden vorhergehenden SpiÄe finanziell schwer schädige. Falls Hakoaih das dritte Spiel aufrecht erhalte, betrachte der.Konzern seinen Vertrag als stywirrt. Im übrigen sprach auch em Vertreter des Hast bei der Hakoah vor, der erklärte, daß sein Verein gegen das dritte Spiel gar nichts cinHUiwenden gehabt hätte, wenn es nicht von Gradsanski vorzeitig in so auffallender Art und Weise awgwküMgt worden wäre. Da sich der Konzern in jeder Weise gegen Hakoah korrekt benommen hatte, sahen wir uns veranlaßt, das GvadjanÄi- Spiel. dem sich infolge UrlMbsschwierigkeiten weiterer Spieler immer größer« Schwierigkeiten rn den Weg stellten, abzuisaigrn. Und zwar schickten wir mittels Boten einen Brief in die Wohnung des Herrn Weiß im 18. Bezirk,, dessen Ue>ber„ähn,e durch eine Frau Weiß schriftlich bestätigt wurde. Dies war am Samstad den 16. Juni, also zwölf Tage vor dem Vevoinbavten Wettspieltermine. .. Den Absagebrief hatten wir deshalb au Herrn David Weiß gerichtet, weil er dir Verhandlungen geführt hatte und uns sowohl mündlich als auch schriftlich als bevollmächtigter Vertreter des Gradjanski vorgesMt tvorden war. Ueibevdies wußten wir. daß Herr Weiß in regelmäßigem Telephonverkehr mit dem Präsidenten Berger stehe, so daß -dadurch die Absage am Daschesten nach Zagreb gelangen wüvde. Gleichzeitig mit der erfolgten Absage an Gradjanski ibevollrnächtigten wir den Wiener Vertreter des Hask, seinem Vereine mitzuterlen, daß Ha-kocch das WMpiÄ gegen Gradjanski abgesagt habe, wovon auch die Presse verständig werden könne. Die Hakoah trat am 22.' Juni die Reise nach Zagreb an, in «der festen Ueberzeugung, nur gegen Hask und Coneordia zu spielen verpflichtet zu sein. Wie überrascht waren wir. als wir in Zagreb ankamen und unter anderen auch von Vertretern des Gradjanski erwartet wurden, die so taten, als ob sie von -unsrer Msage nichts. gewußt hätten. Später erfuhren wir. daß sich während der ganzen Woche eine heftige Preßkampagn-e zlvffchen Hast und Coneordia einerseits n,iL Gradjanski anderersttts abgespielt hatte. .Während .der Konzern publiziert-e, daß Hakoah gegen Grcchjanski micht spiele, zieh der letztere Verein die Gegner der Lüge und veröffentlichte, daß Hakoah bestimmt ein dMes Spiel austta,gen werde. Gradjanski >behaiuptebe mir 'gegenüber, von seinem'Wiener Vertreter keine Absage erhalten zu haben und aus seinem Vertrag zu brstchen. Als ich den Vertretern Gradjanskis vorwarf, daß es unwahrscheinlich iw, daß sie nichts von der Absage gewußt hätten, denn die dezidierte Bchaupiuna des Konzerns, daß Hakoah das dritte Spiel abgesagt habe, hätte Gradjanski veranlassen müssen, sich um Aufklärung nach Wien zu wenden, konnten sie nichts entgegnen. Man glaubte oben, aus' diese Weise die Hakoah bei ihrer Ankunft zum Spiele zwingen zu können. Die folgenden Stunden -unseres Austitthaltes in Zagreb waren eine wahre Qual.'Wir standen zwischen den beiden -feindlichen Lagern, die ihren nicht nur sportlichen, sondern auch politischen Kamps, auf. .-unserem .Bücke! aus trugen. Von Gradjauski-Se-i-te drang man in uns. das Spiel dach auszutvagen, man bat und drohte. Der Konzern war unnachgiebig. . Nach, stundenlangen Verhandlungen gelang es durch Vermittl-ung res lbcka-nnten Zagreber Sportmannes Paul Kanders, zu *) Siche „Wiener Morgeuzeitung" vom 16. und 17. d. vopTrtekt ISS» Nnchdrim Verbote». ^»kt,L«vit-VsrI»r,Wksü-l,s!prix. (41. Fortsetzung.) 3n Polens Wälder». Roman von I. Opatoschu. Antorisievte -Übertragung aus de-m Jüdischen von Siegfried Schmitz. Ich Versichere Euch, hätte er mir damals gesagt, daß er mich brauchen kann, ich hätte Weib und Kind verfassen und wäre bei ihm geblieben. Beim Abschied sage ich ihm: Herr O'berst, -die österreichischen Ulanen tun uns viÄ Üebles an. Nur Geduld — antwortete er—, wir werden bald Polen zurück haben. Wer konnte damals daran dvnken, daß ihn ein so elendes Ende ewvarte? Kurz und gut, toic das eigentlich zugega-ngen ist, weiß ich bis heute mcht. Ich glaube, daß ihn der Feind über den Schlagbaum von Kozk gelockt hat; und wie er mit seinen paar Soldaten auf den Markt gekommen ist, wurde der Schilagbaum geschlossen und von vorn begann das Feuer. Flucht, Ihr verstcht, war nicht möglich; es war ein Spiel mit den, Teufel. Da hat er sich mit dm, blanken Säbel einen Weg durchhauen wollen. Juden, Händler, die damals gerade auf dem Markte waren, haben wir eWhlt, -aß er die 'Köpfe abhieb -wie Kraut. Märe nicht-das Pferd unter ihm gefallen, so hätte er sich in Sicherheit gebracht. Ihr wißt ja gar nichts, zu Fuß hat er sich gewehrt, den Säbel nicht aus der Hand gelassen, bis ein Ulane sich hinter ihn schlich und ihn, einen Hieb über den Kops versetzte. Und wie Berek schon in oht-ent Strom Mutes lag, da haben die hundsföttifchen Ulanen an ihm Rache genommen, in Stücke haben i sie ihn gerissen. Bald ist aber polnisches Militär gekommen, hat die Oesterveicher aus Kozk verjagt und Berek mit großer Parade begraben — dort,- wo man in die Stadt hineinsährt. Da sind wir ja schon bei seinem Grab!" Die älteren Chassidim, die nicht Vas erste Mal nach Kozk kamen, schauten nicht einmal hin) -sondern lächelten nur darüber,Mit welcher Ehrfurcht der 'Krümel von dem Verräter Israels sprach. Die jungen hörten mit offenem Munde und ausgerissenen Augen zu. An der Straße, dort, wo der Wr-g» in die Stadt embiegt,.war ein Hügel mit hohevr Gras bewachsen^ Aus seiner Mitte wuchs ein.krummer Apselbau-m hervor. Ringsunr war es still. Bloß der Wiep'rz schlug, wo er am breitesten war, plätschernd an die Userwiesen; es klang wie ein Plaudern, als erzählte das Flüßchen von Bereits Heldentaten. > . Aus einer Seitengasse kam ein Wagen mit Chassidim. Sie --wichen - dev Fuhre aus und blieben beim Hügel stehen. Der blößsüßige Israel sprang mitten in der Fahrt vom Bock, einige Chassidim, die Bündel auf den Schultern, folgten ihm. Mordechai, der es sah, wußte nicht, was geschehen war, und ließ den Kutscher halten. Die Chassidim stellten sich vor Bereis Grab auf, lärmten und schrien und sprangen alle zugleich, wie beim . Neumondgruß: „Greuel aller Greuel, Scheuel aller Scheue!, den Bannfluch ihm!" Mordechai zitterte; er faßte Reb Jtsche, der bleich mit geschlossenen Augen neben ihm faß, beim Aermel: „Rabbi, jagt sie weg von dort, sonst schlage ich einem den Schädel ein, so wahr ich ein Jude bin!" ,Zaß sie, ihre Augen sind-geblendet", sagte Reb Jtsche traurig. # Inzwischen sprang der Me vom Wagen, hob einen Stein auf und warf ihn dem bloßfüßigen Israel nritten in die Stirn. Verwirrung und Getümmel erhob sich. Die Chassidim zerstreuten sich ängstlich, denn sie wußten nicht, woher der Stein gekommen war. „Die Nüssen würden das nicht tun." Der Krüppel humpelte den Hügel hinan und schrie mit erstickter Stimme: „Wie können Iirden, noch dazu Chassidim, die zum RaMi fahren, solche Schändung an einem Toten begehen? Verbrennen mögt Ihr, nicht erleben, die Stadt zu betreten! Gott möge Euch strafen, Blutmögt Ihr spucken!" ,/Was will dvr.KriipPel?" rief einer. ,^Leute, nehmt l ihm die Krücke weg und laßt ihn ja-uf Reb Beveles Grab, bei soinoin Zadik, er stinke zufrieden-!.*) Dort mag or -weiter bellen!" Der Mte hob drohend die Krücke, als fürchtete er, man würde ihm das Grab wegnehmen. Wie ein tve-uer Soldat stand er davor und schrie: „Versucht es nur! Versucht es! Verräter Israels! Glaubt Ihr, die Welt gehe schön unter? Erschlagen -werde ich Euch!" - Ein jrmger Mann schlich sich zum Hügel heran und wollte dem Alten die Krücken wegnehmen; Reb Jtsche stieg vom Wagen, ging rasch auf den jungen Mann zu, faßte ihn bei der Hand, sah ihn fest an- und bleich und vor Aufregmu-; zitternd stieß er hervor:' , ,,W-as pMst du tim, schäme'dich . . . ein wahrer Chassid muß den Sünder lieben können . . . lieben können . . . wie sündig anch ein Mensch sein mag, er ist doch'ein Ebenbild Gottes ... Israel meint, er habe' sich Gottes , *) Schmähende -Verdr-ehnun -für steige ans zmn Frieden". in der Uabevsetzuna frei wiedevaegelben. Anm. d. llebevs. _19. Juli 1923 einem scheinbar für -beide Telle befriedigendeim Resülvatt A. kommul. Dr Konzern willigte win. daß Ha^koah gegen Gvcckjanski spiele, verlangte aber einevs-eits. daß GradijanM waam' des zugefügten Schadens 10.000 Dinar. Etttschäidigung b^oWe- und an-devevseits die in die Presse gegen den KmMvn lanMchnr Wevleumdnngen berichtige. In finanzieller Hinsicht gab es Leine Schwierigkeiten, nachdem wir 6000 Dinar, auf mrS nahmen, äber zu einer Publikation war Gradjanski uinder keiner. Be- - dingung zu haben. Schließlich, in später Nachtstunde, wurde die Sache mit dem Konzern perfekt, nachdem & -auf die (Bei* t-ungserklämug verzichtete. Das war nach dem ersten Wettspiel. Wir verlangten von Gradjanski eine schriftliche Bestätigung über dasneue Uebereinkomnren, die «uns -für So-nntaig vormittags zllgesagt wurde. Der Gradsanski-Präsident erschien aber nicht zum verviubarten Rendezvous und als wir chn sHließlich fanden,. verweigerte er die BestäiiWng, desgleichen den vovlangten Vorschuß von 10.000 Dinar, auf -den wir bestehen, mußten, da uns Hask angezeigt hatte, am Nachmittag die ihr von Gradjanski in derselben Höhe znkommende VevAtu-ng abjMieihen. Sotoohl AbschlußbAstätigung als auch Vorschuß wurden «wißt allen mög- , mhen Vorwänden verweigert. W-ir waren dMch all das Vorhergehende gewitzigt, und. -da wir -den Eindruck hatten, daß GvcWmSki mit Absicht den Ausgang -des HaSk-SpieleS ab- ' warten -wolle — im Falle si-mr Stiedevlage hä'tte man .für uns wahrscheinlich kein Interesse mehr gehabt —, bestanden wir aus unser gutes Recht. Ich erklärte, bis 1 Uhr mittags die M schri-stliche Wschlußbestätigung und den Vorschuß haben zu mästen (ich hätte fa sofort nach Wien um Urlaubsverlängevung für oinig-e Spietler t-c-legraphieren mästen), widvigenf-alls wir nicht gebunden -wären. Als darauf sich -die Herrm des Gradjanski, die vorher alle fließend deutsch gesprochen hatten, über uns mit erregtell Gssten 'in kroatischer Sprache debattierten, bezeichnete ich dieses Borgc'hen als taktlos, nachdem die Herren genau wußten, daß wir ihre Sprache -nicht beherrschen. Mt der Erklärung, nur bis 1 Uhr ans die Erledigung unserer Forderung zu -warten, entfernten -wir nns. Ein schärferes Wort war nicht gefallen. Nachdem sich bis mm Wettspiel von Gradjanski me-mand zeigte, gaben wir Haks die schristliche Bestätigung, am 28. Juni nicht ge-gen Gradjanski zu spielen, tvoraus wir die veroinaarte Vergütung -ohne Abzug ausgezahlt erhielten. Am Montag reisten wi-r nach Wien . ab. Für n-reine Darstellung des Sachverhaltes besitzt die Hakoah sämtliche Belege. Ich habe leidenischaststlos berichtet; auf die Beschimpfungen und Drohungen gegen die Hakoah einzugehen, hieße den Verleumdern Ehre erweisen. Artur Baar. .. Sportbrief aus Mähren. Makkabi (Proßnitz) gegön Sparta (Protznitz) 4:1 (2:1). Diases Wettispiel fand am 14. Juli am Gparta-Platz. statt. Sparta, die sich momentan' in bester Vevfastung befindot, wollte nach ihrem letzten Sieg 2:1 über die jüdische Mannschaft das Primat von Proßnitz, wie sie sich ausdvückte, definitiv öe-> stätigen. Wialkfabi hingegen war entschlossen, für die letzte Niederlage. Revanche zu nehmen. Leider mußte die jüdische Mannischaft mit drei Ersatzleuten für St-einitz, Klein und Spielmann und mit dem Junior Schlesinger am- .rechten Flügel antreten. Dem Schiödsrichter K r ist stellte sich Makkabi in. der - Ausstellung: Braiter; Brodh, Sborowitz; Breuer 1» Fsscher- Lusttg, .Krausz; Schlesinger, Platzer, Breuer 2, Köves, Bauer. Vom Anstoß acht Sparta vor, kann j-odoch über die überaus starke Halfwiye des Makkabi nicht hinauslkommen. Breuer, und Köveß. arbeiten sich wivderholt wunderschön durä),, vergeben jödoch durch Ueberkombin-ation. Erft in der 28. .Minute übernimmt Platzer eine herrliche Mame Schlesingers und sendet, an dem herauseilenden Tormann vorlbei, volley, ein. Bald darauf erringt Makkabi nach einem Korner das. zweite Tor durch Breuer, dem Sparta den Ghrentrchfer aus einem Elfmeter wegen eines Fouls enttzegersstellen kann. angenommen, aber ich sage dir", Reb Jtsche schrie die Worte beinahe, „er hat soeben schweres Unrecht getan; nicht nur er selbst hat gesündigt, sondern hat andere zur Sünde verleitet, wodurch ist er besser als Ierobeam?" Der blößsüßige Israel stand zwischen der Menge, knüpfte die Stricke auf dem bloßen Leibe, wo sie blutige Striemen hinterließen, fester, und' ohne auf Reb Itsches Worte zu achten, fluchte er mit den ärgsten Schimpstvorten und sprach da-bei immer wieder vor sich hin: „Mtrünniger der Abtrünnigen, Frevler unter Frevlern, Fluch ihm! Abtrünniger der Abtrünnigen, Frevler - unter Frevlern, Fluch ihn::" Schmie! stand^ plötzlich neben Mordechai; er lächelte seltsam, als machte ihm der ganze Vorfall Freude und sprach leise, halb vor sich: „Ms sagst du zu dem bloMßigen Israel? Hast du seine Kollektion Flüche und Schunpsworte gehört? Die Leute sagen, er sei ein Gottes mann und diene dein Herrn der Welt mit seinem Zank; daß Reb Jtsche ein Zadik ist, darüber gibt es nichts zu sagen, das sieht ein jeder — nun ist die Frage, -wer von beiden hat recht? Ich will nichts sagen, es ist mir nur so cingesallen." Schmiel lächelte und ließ kein Auge von Mordechai. Mordechai antwortete nicht, Schmiels Lächeln war ihm widerwärtig; er wandte sich ab und sühlt-e dabei, daß ihn Schmiels Worte nicht in Ruhe ließen — wirklich, wer von beiden hatte recht? Einer widerspricht doch dem anderen? Die Chassidim hatten Furcht vor dem Fluchen des bloßfüßigen Israel und wurden verlegen ob Reb Jtsches eindringlichem Worte; . sie bestiegen wieder die Wagen, schämten sich voreinander und fuhren langsam in die Stadt. Mordechai fuhr nicht mit; er sagte Reb Jtsche, er wolle zu Fuß in die Stadt gehen; traurig, wehnrüttg, als hätte inan ihm das Heiligtum seines Lebens geschändet, blieb er in Gedanken versunken unter einem Baum stehen, um zubeobachten, ivas der Alte weiter tun würde. Der Alte stand noch eine' Zeitlang mit der Krücke in der Hand, bewegte die Lippen nach der Richtung, wo die Chassidim fuhren, als sandte er ihnen einen Fluch rrach uiw setzte sich tVmn langsam neben dem Grabe -nieder. Leise trat Mordechai näher; er merkte, -daß der Me neben dem Grabe saß und weinte, und das Herz tat. ihm Weh. Ueber -ihn gebeugt blieb er stehen und trocknete die Tränen, t-:e ihm in die Augen getreten waren. (Fortsetzung folgt.)

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