Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1589 (16.7.1923)
- Date
- 1923-07-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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EinzelMuperK700 Wien? ZomÄbholenin der ßxpedilion,Il.,Tdborstr.l-3, oder in einer Verschlcisstejle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postveraand für Wien o. Oesterr. monatl. K 28.000 Ts chech o-Slowakei: Mon. K17. Jugoslawien: Mon.Dinar40. Pol emMon, Mk.25.000.D entschland: Mon.Mark25.000. F ran kr., Belgien; MonatL Frcs. 8 MT Naebzahlan.sen bet Preiserhöhungen Vorbehalten ———i——*mm Nr. 1589 teuer Ol«. IM» II. M IMS Tachecho-Slowakal i Ischech. K 1«— Italien: Monatl» lOBir«, Rumänien Mon. 90 La, Bulgarien Mon. 75 Lewa» Schweiz und das ulkige Ausland monatlich Fecs^3 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrassel^—^ Teleph o ner 44-0^38,43-3-19,, ab 6 Uhr abds. 19-483,16-301 Tel* Adr. :.,MorgenzeitungM Wien Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 5. ZllhkSIMg Der voraussichtliche Zuhaü der emWe« Antwort an Deatfchland. MaWontrölle gegen Räumung des RuhrgMeter. Paris, 16. Mi. (Del. der „Wiener Movgenzeitung".) „P e t i t I o u ttt a l" meldet e aus L o « b o n, daß in politischen. Kreisen, die dem auswärtigen Amte nahestehen, derwahrscheinliche Inhalt des Antwort e n t- Wurfes a-nDeutschlan d folgendermaßen bekanntgegeben wird: . \n ■■ . , 1. Vorschlag auf Er neun u n g einer Sa ch v-r rst 3 nd igenkommiss i.o n. 2. Vorschlag auf-sofortige Einsetzung Mer Kontrolle der ü e n t f ch e u Finanzen durch die Alliierten und: Reform der M a r k w ä h r u n g. - 3. Einla d u n g au D e u t f ch l a u d, dm p a f s U < d e n Widerstand einz n ft e i l e it, in welchem Falle die Alliiert e it - sich b e r P f 11 ch te n würden, das Rührgebiet zu beftimw.ten und von vornherein festgesetzten TerrMneu zu räumen. Amerika kann sich an der Sachverständigenkonferenz nicht beteilige«. . Washington, 16. Mi. (Tel., der ,,Wiener, Morgenzeitung".) In der Frage der Beteiligung eines amerikanischen Sachverständigen an der vonGaldwin vorgefchlagenenS aKv -erst ä n d i g e nk o mmrsfion Für Festsetzung der deutschen Zah-;. I, ungs f ä h rgleit erklärt . man in Regierungskreisen. daß an eine s o Ich e Gr neu nwng ui ch t geda ch f w c rd e n kaum Sie DM üvmMide rsP r u ch mit dein- S o n d e r v e r t r a g z w 4 s ch e n " d e u Ver ei n i g L e n. Saaten und Deuts ch l a n d, wonach dem Präsidenten der Vereinigten Staats n i ch L das Rech 1 zustohe, ein Mit.glied für H rgendeirte Kommission zur D'ürchführung des Vrrsailler-Vertrages zu emennen, ohne vorher die Zustimmung des Senates hierfür erlangt zu haben. Da gegenwärtig der Senat nicht Lagt und'vor September auch nicht Msammentveten werde, sei Harding nicht in der L a g e, einen Sachver st ä n Ligen zu ernennen. Amerikas Anficht. New York, 14. Juli. „New York American" schreibt in einem Leitartikel, die Erklärung Baldwins bringe das! Moralische Gefühl der zivilisierten Welt zum Ausdruck!.. England ihabe recht, sowohl vom eigenen Standpunkt aus wie von dem Amerikas und der ganzen Welt. „Evening World" hält die Erklärung, daß die AM-« Jetten vor der Besetzung des Rührgebtetes mehr Repava-l . tionen erhalten, haben als nachher, für besonders wichtigj und meint, die französische Regierung könne diesen An-i gaben nur entgegentreten, wenn sie in her Lage fei^ fies durch Tatsachen zu widerlegen. i „Evewng Mail" sagt, die bevorstehende britische Notes Pü offenbar bestimmt, nicht nur DeuWikand» sondem auch Frankreich und Europa zu retten. Das sei ein Plan, int dem Amerika eine hervorragÄrde Rolle spteleu könnte und sollte, denn mrgends wünsche mau sehnlsHer als in Ame-» rÄt, .-die Gefahr neuer kriegerischer Verwicklungen der» Weden zu sehen. .r\T •v l *: i i i Frankreichs Anficht. — Amerikamrf bet Seite knglands. " P a r l s, 15. Juli. Nach der Meinung dem QuaiAang zu bringen, sie dürfe aber nicht .eine Unterordnung d'Orsay nahestehender Kreise stellt sich die Lage foldes einen mvtsv den anderen bedeuten, aendermaßen dar: Darin liege der Beweis der EhvenhafWeit. Es händelt sich um einen gefahrNchE Schachzug gegen den bekannten Beschluß Frank», reichs und Belgiens, vor dem Aufgeben des passiven Widerstandes keinerlei Unterhandlungen mit Deutschland aufzunehmen. England wünsche aber, die Verhandlungen sofort zu beginnen, zwar nicht direkt mit Deutschland, aber indirekt durch Besprechungen mit / den Alliierten. England suchtei» Kompromrtz,das eine erfolgreiche DnrWhrung der Ruhroperation verhiirdern, also Deutschland vor der völligen Mederlage bewahren solle. Die durch die englische Initiative geschaffene Lage verlange daher eine sehr vorsichtige Beurteil«ng, da Frankreich und Belgien, wenn der englische Schachzug gelinge, alle Vorteile der schwierigen Ruhroperation verlieren könnten. Der Min ist er rat scheine nun entschieden zu haben, den weite ren Verlauf der Ereignisse, insbesondere den englischen Entwurf der Antwortnote abzuwarten, die nur dann als Grundlage für ein Einvernehmen dienen könnte, wenn sie grundsätzlich die Aufrechterhaltnng der Besetzung des Ruhrgebietes bis zur völligen Z a h l u n g d e r R e p a r a t i o n e n z u gesteh e und Frankreich und Belgien ein Minimum an Entschädigung zuerkenne, von dem die beiden Länder nicht abgchen könnten. Im g e g e n t eil i g e n Falle würde Frank-» reich wahrscheinlich s e i n D e s i n t e r c s s e m e n t an der diplomatischen Kampagne erklären und den Erfolg der von England vertretenen Methode abwarten. ßine Rede Poincares Mer die Entente. Selis, 16. Mi. .(Hävas.) Bei her Enthüllung eines Kriegerd-enkmals hielt Mmrsterpräsibent Poincarr eine Rede, in der er nach den üblichen Phrasen! folgendes sagte: Er fei immer ein Anhänger der französisch-br'äischm Allianz gÄvesen. Bereits vor dem KriegeHabe -er^ für ' eine - enge Verbindung dev beiden gwßen und freien Natvonerr gekämpft.' Diese Fr^rndschaft müsse den beiden Bolkem die Unabhängigkeit der Meinung und die Freiheit der Spvüche lassen, um die Interessen miteinander in Ein- Ir. Benesch fiber die Rede Baldwins. London, 15. Juli. (Havas.) „Observer" veröffentlicht ein Interview mit dem tschecho-slvwakischen Minister des Aeußern Dr. Benesch, worin dieser erklärt, die Erklärung B a l d w i n s bedeute einm Sch r i t t tt ach vorwärts, er sei nach wie. vor überzeugt, "daß die Grundlage für ei» ErnvernehM<n zwischen England und Frankreich vorhanden fei, wenn man auch noch einige Aj werde warten müssen. find r«rd>!sche» rückt Frankreich weiter vor. Münster, 16. Juli. (Wolfs.) Nach BlätteLmeldMgen aus 'Hagen -waren die Franzosen geftem . bis Eckesey vorgerückt^ haben sich aber wieder zurückg^ogerk.. Bon den in Recklinghausen! verhafteten ErsenbeHreru sirw bisher 32 ansgewiesen Morden, mehrere sind noch -in Haft und sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Anr Donnerstag wmde eine Anzahl Effenbahnrr aus Wanne mw Herne, etwa 60 bis 60 Personen, darunter Frwueu und Kinder, mit Lastwagen nach. Recklinghausen befördert, wo sie'den Answersnngsbefehl echieltem / In Lasteiutos wurden sie dcum über die Lippe g Macht. Verlängerung des Verkchröverbotes. Mannheim, 16. Mi. Die interalliierte Rh'einland- ' kommisfron hat beschlossen, das Berkehrsverbot für deutsche Staatsangchörige zwischen den besetzten und den unbesetzien Gebieten, das heute um 12 Uhr nachts ^aufgehoben werden sollte, bis zum 26.. b.,; 12 Uhr nachts, vzu verlängern. - V Lord Derby gegen einen Krieg. London, 15. Mi. Lord Derby HM §mtc bei der Grundsteinlegung' eines Kriegerdenkmales in B u r y eine Ansprache, in der er -erklärt^, daß England, seine f r u h e r e n F ei n d e t a bei n müsse, lveil sie England zrmr' K -r ie g e gezwungen hätten. Dabei vergesse;s aber nicht, daß eine deutsche Mutter, die ihren Sohn verloren habe, eberrso leide, wie eine englische Mutter. Er hoffe darum, daß die Errichtung von Kriegerdenkmälern' Nicht nur in den alliierteir, sondern auch in den früher^ feindlichen Ländern als Zeichen dafür gelten werden, daßin Zukunft andere Mitt e l als K ri ege gefunden werden, um Streitigkeiten zwischen den Völiem bei zu legen. Kne Protestmile Berlins an die Münchener Regierung. Beriin, 16. IM. (Del. der „Wr. MorgenzAtung".) Die Reichsregterung Hai in einem mehrere Stunden währenden Miniftervat, der sich hauptsächlich mit der inn-erpoliiifchen Lage beschälftigte,. beschlossen, eine Note an die bayrische Regierung zu richten, um diese auf die Gefahren der in den letzten Tagen wieder stärker hervovgetretenen Haken- Lreuzbewegung aoLfmerLsam zu machen. In dieser Note wird auf das^ provokante Auftreten.der Naiion-alsozialisten gegenüber den letzten amtlichen Verordnungen hingewiesen und die BMrchtung ausgesprochen, daß das Dulden solcher Ausschreitungen diese Kreise nur zu werteren Exzessen anspornen müsse, daß solche Amtriebe aber gerade jetzt, wo die ausläMschen Mächte ernstlich bemüht' sind, eine Klärmg der RelParationsfrage herbeitzuMren, auch die außenpoMsche Situation des ReicheZ ganz erheblich schädigen.. Die Befreiung des "Kapitäns Erhardt aus dem Gefängnis zeuge für die Mibität der Völkischen, und gerade diese Tat . habe nicht nur im Inland, sepidern auch ki dem Deutschland gutgesinnten Ausland einen peinlichen Eindruck hervorgerirfen. Daher erwartet die Reichsregierung, daß die bayrische Regierung allen Traditionen zum Trotz ohne MMchi auf EmpKldllichDeiten mit ‘ allergrößter Energie geHen MzedsnteU. Vorgehen nnd durch umfassende VorkchrnWn dafur'^ sorgen wird, daß das Treiben unverantworLIicher Elemente nicht' jene Grenzen Werschreitet^ die ldas Prestige des Reiches schädigen.- - ' ' - > Man erwartet in BeEner Kreisen, ^daß die lWnchewrr Regierung. o ffizi>sll und 'in aller. Form zu der Berliner Aüffordevung Stellung rÄmnt und eine öffentliche DiZkufsion hervorvalft. Sie LMamrer Konferenz. };. LausWM, Die SHyMM W^KonferMkMstzn M W^ oKWfftifch^ -Mau 'eLwärtet eine MttrUyng dev Allivevten, die eine Grundlage" für die Wirderäufnähme der Verhandlungen bllden könnte. Das türkische Meßbureau veröffentlicht eine Mt- LeWn-g, in der es zu den Vorwürfen, die vmr aNierter Seite gegen die Wtung der türkischen Delegation in der Sitzung vom letzten Donnerstag echoben wurden, Stellung nimmt. Die Mitteilung Kat folgenden Wortlaut: „Uw die Ursache dev Mei'NunBverschiieÄenheiten zu erklären, . die bei der Debatte Mer das Pwtvkoll für drtz Konzessiolis-- . fragen zwischen der türkischen und den alliierten Delegationen entstanden sind, hat ein Teil der Preffe behauptet, daß die Türken. ihre in einer, früheren Sitzung übernommenen Verpflichtungen rückgängig gemacht haben. Tatsächlich hat die türkische Delegation keine einzige der Grundsätze, auf denen sich die Einigung aufbau-te, verleugnet. Die gegenwärtigen SchwieriMten "rühren nicht, wie behauptet wurde, daher, daß die türkischen Vorschläge der ,gvundMichen Einigung widersprechen, sondern sie .Mch die Folge eines Zusammenstoßes zwischen Len Meressen, die im Laufe der Verhandlungen' Hervortraten, wodei es nicht in der Macht der NEschen Delegation stcht, diese Interessen untereinander und mit den höchsten Interessen der türkischen Natron auszugleichen. Die' türkische Delegation ist bereit) falls es nötig werden fMe, dem Urteil der öffentlichen Meinung der Welt alle Einzelheiten Wer die Vorgänge zu . ulnterbveiten." ' Man steht in dieser Mitteilung des türkischen Pressebureaus eine Anspielung auf die bereits am Donnerstag van MKfcher Seite'gegebene Darstellung, wonach der KoinflikE in der Kongessivmsfrage auf einen Konfllikt zwischen alliierten und amerikanischen Interessen zuvückznführen sei. Eröffnung der Akademie für internationales Recht. : Haag, 15. Juli. (Tel. der Wiener Morgenzeitung".) In .Anwefenhsit einiger Mitglieder des interuationalen Schiedsgerichtshofes und offizieller Persönlichkeiten wurde heute die Akademie, für internationales Recht eröffnet und damit weiter ein Schritt zur internationalen. Verständigrmg getan. “ 9t. Benesch in Paris * Paris, 16. Juli.- (Tel.' der -,-Wiener Morgenzeitung") Der^ tschecho-slowakische Ministerpräsident Dr. Benesch ist Samstag 'nachnnttatzs, von London kommend, in Paris eingeLroffen. Er'begabsich sofort in das Elysee, lvo er dem Präsidenten M i l l e.r and das Großkreuz des ^tschechischen Ordens vom - weißen Löwen überreichte. . Danach hatte er mit Mllemnd eine längere Unterredung, an die sich eine Besprechung mit dem rumänrs^n Finanzminifter»B r a t i a n u, der ebenfalls aus Loüdvn gekomnten war, knüpfte. i