Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1575 (2.7.1923)
- Date
- 1923-07-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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SlSea vor einigen Tdgen von der Polizei verhaftet worden chst «ad , nimmt daher an, daß die Gesinnungsgenossen bc Berhafteten durch das gestrige Dambenattetat einen Druck rf taftaatstchenMhörden zugunsten der verhafteten Kameras» eMüden wollten. -er neue Honvedminkster. Se BeMndrmg zwischen Regierung und Erwachenden chiedevhergefiM. Budapest, 1. JE. (Del. der ,Mr. Mvvgenztg.'O Der so l^ch erfolgte Wechsel im Honvedmimsterium wird in poMschen daeßstzn vievfach echrtert. Halben die Enthüllungen in der Putschffi«, die den 'Zusammenhang Zwischen dm Terroristen.un!d er ccktiven Armee klar zutage brauten und dadurch den kiicktM des Ministers Belitska erzwangen, vielfach die Keimmg ausgeWft, daß die Regierung mit Rücksicht auf das lnSkand Lei der Wahl des Nachfolgers vorsichtig sein warde, > hat die Ernennung des Grafen Karl C s a! y zum neuen driqgSuvdÄftsr Wbövall sehr überrascht. v Graf Karl Csaky ist ein Sohn des gewesenen ungarischen KMr-minHbers Grafen Mbin EsaLy und diente eine zeitlang tt ObmAommvndant der ungarischen Gendarmerie. Mtm bringt die Ernennung gerade dieses Generals mit i«» Drwh«ngen der Erwachenden gegen die Reieamg im Zusammenhang, diese zu stürzen, weil sie anscheinend lege» Vie Erwachenden vorzu gehen 'beabsichtige. Die Regüwnng wfft, das dacrch die jüngsten Pulschenchüllunigen gestörte gute Verhältnis mit dem der Erwachenden Ungarn wiederherastÄLn. Graf Csccky hat nämlich gute BestHungen sowohl zu en Offigreven Äs auch zu den -Führern der Erwachenden. -er neue Maische Finaazminist«. Warschau, 1. IM. (P.-T.-A.) Der Präsident der ReubM hat die Demission des Finanzministers Grabski anenommen und den gewesenen Postminister unD gegenwärtigen örrektor des Postsparkassenamtes Hubert Linde zum Finanzninifter ernannt. ötre» auf de» gaWsche« Bühnen. LvUberg, 2. Juli. Mchecho-slowÄischeS Pveßbureau.) Die Korkpüttenarbeiter der Eisenbahnlinien in West- und üsttzaWear sind in den A u s st a n d getreten. Mit Ausnahme -des Lehwtxs van Stanislau ist der Eisenbahnverkehr jedoch nnehirchevt, da das Zngsbe^eitpersonal sich dem Streit noch nicht «geschloffen hat. Die EsfeukbcchndrreEtion hat den ausständigen Werkstätteno^kitaon ein ill lt i m a t u m gestellt, in dem diese mit der Llusgervwk^ bedroht werden, falls der Streik nicht abgebrochen »Äche- -er Anschlag aus den Präsidenten der Mimische» Kammer. RvMi 1. Juli. Wie ans Neapel gemeDet wird, ist in M HOtchen des, Pizeprästdenten der Hammer!, Pietraehr? Verschlimmerung eüngetret en. Der Mer konnte noch nicht ausfindig gemacht werden, re Pionen Uwchen verhaftet. Frmznsengew für DentschMkische. Ml, 2. Mi. (Del. d. „Wr. Morgenzeitung".) In Telegramm der ,/Msl-t am Montag" yttdKN bekannten deutfchnationalen Führer und il»tiq«mitem Kr. Arnold Rn ge vorgÄvorsen, iur Mai and Juni eine große Anzahl von Be t t elbr iefe n an Profetsfonen der franzöts.ijschen Schweiz und Frs«TnLich geendet zu haben. Die Briefe waren uechonilsch verviaillfälltigt und in französischer Vpvache rchgefaßt gewesen und hätten mit der Aufforderung gchMoffen, Hm dringendst Banknoten des LauLes der Adressaten zu. senden, damit der Verfasser seinen Kampf Ar ta ,M4fftzn-<schaft" itartb gegen den Mate r ial isv»H führen Dmve. Kitz Mer «iS nicht mehr kandidiere«. In der am Samstag im Favoritner Arbeitecheim MtgefrALdeneu Wiener Konferenz berichtete Fritz Adler Wer die Ergebnisse des Hamburger. Internationalen Sozia- KfienLmgresfts und seine. Bestellung zum Sekretär der MernatromÄe, die seine Tätigkeit im österreichischen Paräment unmöglich mache. Fritz Adler sagte: ,-Schon in den letzten Zwei Jahren, wo ich Sekretär der ArbsftZjgemeinfchaft war, war es für mich recht schwierig, gleichzeitig meine FuoMomen in Oesterreich halbwegs zu erfüllen. Jetzt, wo das Jntewätionalle SeSvelaviat eingerichtet werden muß, um in Gang zu kommen, ist es ratjirMch erforderlich, daß ich fär längere Zeit abwesend bin, zunächst im Ainguft für vier^ bis sechs Wochen nach London gehen muß. Das SeLwiariat in BrüffÄ war vor dem Kviege technisch außerordentlich gut auSgeftaltet. Gegenwärtig ist das ganze Archiv m>5) in Brüssel. Alles muß neu eingerichtet werden. Die Mberncchme einer auch nur pvovisovischen FuMion muß meine TSWeit m der SsterDeichifchen Partei noch mehr erschweren, als dies in den letzten Jahren ohnedies schon der Fäll toar. Die erste Folge war, daß ich erlklärte, bei den W-ahkm nur an einer Stelle zu kardidieven, wo ich nicht gewählt werden kann. Ich werde also bei den Neuwahlen Machst aus dem NationaLrat cvusscheideu. Das werden insbesondere meine Genossen ans tat WaWvchs Verstehen müssen. Es ist eine notwendige Äovseqaertz der AetawchmiL der neuen MMmr M i-n-tex- «rt^owaler SeLvetür. Wkener MorgenzettunK. 'nvs-?» PJi-Orrr;-. L IM 1928 m. isfe ♦ Sie WMnde bei der deutschen PaWeAe. , / Dse, in der letzten Zeit sich häulfenden Klagen über das DMEHtzdeMcher JMvidnen^ in der tlmgchung ta tatschen isMteWchoLen die Wi risch>astt Spo >lHvanläßt,, im' MtchemMnen mit dieser Stelle , ihr Angenmepk ciuf dies« Dor-' rrmvmDö zu lenken. , Wie sestgestellt, Nieten . diese, meist heschWgmvgÄo'sen Personen ihre Standplätze in der Reihenfolge der Angest-eWen um hohe Summen an oder verkaufen gefälschte Nummernzettell an die Parteien. Durch einen permanenten UeberiwachlmgLdienist seitms der Organ« der Mntschastspolii-ei wird diesem .Unfug energisch entgegengetreten. " , ■ , t Sin RauWberW auf der Wiede«. Die betSubte Berkäuserin. In Wien hat sich ein neuerlicher verwegener Raubüberfall ereignet. In dein Kugellagergeschäft der Firma M'eixner u. Jung, Goldeggasse 16, weilte Samstag vormittags die 24jährige Kontoristin Valerie Judex. Gegen Mittag erschien in dem Burearlraum ein Mann, der sich Karl Kraus nannte und Kugellager zu kaufen wünschte. Er war schon einige Tage vorher , in dem Geschäfte der Firma erschienen. Er bat die Kontoristin, die allein anwesend war, ihm Lager vorlegen zu lassem Das Fräulein begab sich in den rückwärts gelegenen Mägazinraum und brachte das gewünschte Kugellager. Als die Kontoristin den Kaufpreis von 100.000 Kronen in Empfang nehmen wollte, hielt ihr der Manu plötzlich ein entkorktes Fläschchen unter die Nase, das einen süßlichen Geruch aufwies. Das Fräulein verfiel sogleich in Ohnmacht. Später wurde sie von dem Praktikanten August D o b e s bewußtlos am Fußboden liegend ausgefunden. Dieser schlug sofort Lärm. Es gelang alsbald, das Mädchen zum Beivußtsein zu bringen. Zitternd am ganzen Körper erzählte sie nun den bereits geschilderten Vorfall. Bei einer Durchsicht der Geldbestände in der Tischlade, die das Fräulein geöffnet hatte, als der Mann im Geschäftslokale weilte, wurde festgestellt, daß der Mann daraus die 100.000 Kronen, die er als Bezahlung überreicht hatte, sowie 3Vs Millionen österr. Kronen, etwas über 3000 tschechische Kronen und 70.000 deutsche Mark geraubt hat. Das Mädchen befindet sich in häuslicher Pflege und hat sich noch nicht vollständig von dem ausgestandenen Schrecken erholt. ■ " >. WMarchistmlimdgebAMiu Die schwarz-gelben Monarchisten des Herrn Obersten Wolf haben dem Wiener Katholikentag durch eine Demonstration einen bosorwers würdigen Abschluß zu verleihen gesucht. Sie hielten gestern in der Michaelerkirche eine Kaisermesse ab und beabsichtigten danach eine Kundgebung aus dem Burgplatze 31t veranstalten. Auf dem Heldenplatze fand zu dieser Zeit eine große Versammlung der Teilnchmer anr Katholikentag statt, so daß die Polizei, die durch die Sperrung der Gittertore der Burg, die Mynarchnften vechi-nderte, aus den Burgplatz zu gelangen. Die Monarchisten zogen «uit über den Ring zum Festplatze, und versuchten, bei diesem Zuge eine schwarz-gelbe Fahne mit einem Doppeladler, die sie zur Feier des Tages mitgebracht hatten, zu entrollen. Mit Rücksicht auf eventuelle Gegeurundgebungen verbot die Polizei dies, und da die Monarchisten der Aufforderung nicht Folge leisten wollten, entspann sich zwischen ihnen und der Polizei ein Ringkamps um die Fahne. Siegerin blieb die Polizei, die die Fahne konfiszierte, und sowohl sie, wje einige verhaftete Schwarzgelbe auf die Wachstube in der Burg brachte. Die Feier tväre natürlich unvollständig gewesen und hätte mcht den richtigen Charakter gehabt, wenn nicht auch die Frontkämpfer dabei gewesen wären. Einige Monarchisten versuchten die Stahlhelmjüngltnge in Windjacke, die bewährten Schützer der Ovdnwrvg und des Rechtes, zu bewegen, gegen die Wache einzugreisen. Sie taten es, indem sie laut „Auslassen!" riefen. Weitere Heldentaten wurden Von der Polizei rechtzMg verhindert. Als die 'Eskorte die Verhafteten durch das Frontkampferspalier auf dem Heldeuplatz führte, kam es zu einer neuerlichen Demonstrattyn. Auf dem Heldenplatze warfen die Monarchisten Flu g z et t e l in die Menge, um sie zum Anschluß an ihre Partei zu bewegen. Hierauf sangen sie noch die Volkhsymne, womit sie für gestern genug für Habsbnrgs Ruhm und Glanz getan hatten. * Der Mord in Noulengbach. Die weiteren polizeilichen Erhebungen zur Anfklärnng des gwuenvollen Bevbvechens an dem 19jähvigen Konrad Karger haben bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Es konnte weder dev Tag, an dem das Ber'brechen geschah, noch ans welche Weise es vollbracht wurde, festgestellt wQden. Der Ermordete führte vknen Schlassack mit sich und da wäre es denkbar,^daß der jn-nge Mann in der Nacht im Schlaf den Tod gchmden hat. Dagjegen spricht jedoch, daß die SchlassackhiMe nicht beschadHt P und die Leiche am Mcken eine Stichwunde alHverst. Andeverseits sind' im Iwvern des Schlafsackes Mntsiecken festgestellt, welche wieder die Annahme, daß der Mord während dev Nacht geschcch, bekräftigt. Immerhin laßt sich aus dem Umststand, daß an dev rechten Hand dev Ärche Stichwundw sichkbar sind, auch dev Schluß rechtfertigen, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Kampf stattgefnnden hat. Ser HWsarzt. Äamr Beer. ' .^'tcjggt' Blutzrpiks r . MchM predizWche Wsienschaft stvivd von der'Mode behevvscht. Wenn si^ nachhafte Forsch^ mit einem Gebiet besonders befchäftigen.nnd neuartige-, Entd eckungen genmcht W haben glauben, so ist die breite Oe-ffentlichkeit an diesen wissenschaftlichen Arbeiten lebhaft inteveffiert. Tau« settde auf dem Erdenrund, die von einem rceuen Heilmittel etwas gehört haben, erwarten ihre Rettung von der n^ren Methode. ttzandelt es sich um ein neu zusammengefaßtes Krankheiisbtld, so beobachten viele bald, an sich die geschilderten Erscheinungen und laborieren an der gerade in Mode stehenden Krankheit. Ebenso gefährlich wird es für manchen Menschen, wenn dem Acht unvovsichtigerweise die Mitteilung^ einer bestimmten Diagnose entschlüpft ist. Das LaienpMikum, das heute nicht mehr so ungebildet ist, und gewisse Kenntnisse in der Heilkunde bereits erlangt hat, hat nicht das kritische Verstärldnis und verbindet mit gewissen Ausdrücken wie Tuberkulose, Krebs, Gehirnerweichun-g, Arterienverkalkung schreckliche Bilder. Die Stellung einer derartigen Diagnose wird als Todesurteil ausgesaßt. In diesem Sinne konnte man die Aufklärung für schädlich halten, Wiel sie leicht zu Hypochondrie und übertriebener Selbstbeobachtung führt. Aber gerade dieser hat so -mancher Mensch seine Heilung und Rettung zu. derdanken. Das frühzeitige Erkennen selbst der gefürchteten Kvankheiterr, der Tuberkulose, des Krebses, der Arteriosklerose, gibt die nahezu sichere Gewähr der Heilung. Werden diese Krankheiten zu spät erkannt, wenn schon irreparable Schädigungen eingetreten sind, damr ist leider nicht viel mehr BeMung zu erhoffen. Der Blutdruck wird heute mittels sinnreicher Apparate an den leicht zugängliche,c Arterien anr Körper gemessen.- Meist wird der Druck an den, nächst der» Handgelenk gelegenen oberflächlichen Redialgefäß gemessen. Das Gefäß wird durch IMerdvuck gegen d?n unterliegenden Knochen abgeklemmt, der Druck wird allmählich bis zum Wiederauftauchen des Pulses verwundert und an einem Manometer abgenwssew Je nach dem Apparat beträgt der -durchschmtfliche Gefäßdvuck 160 bis 220 Millimeter Quecksilber' Die Größe dieser Zahl ist aber von verschiedener Komponenten abhängig. Sie hängt ab von der in der Zeitettäheit in das Mutgefäßshstenc hineingrworsenen Blutmenge, von dem Gefäßwiderstande und von der im Körper überhaupt vorhandenen Btirtinenge. Es ist klar, daß geringe Schivankungen in der Höhe des Blntdvltckes normal sind. Für sich allein betrachtet, besagt erhöhter Blutdruck eigentlich nichts. Der Blutdruck ist, wie Dr. Clan ß in der „Münchner Medizinischen Wochenschrift" jmitteiüe, nur eine Te'rb erscheinung verschiedener Zustände und darf ihnc allein keinc ÄhUSvaHende Bedeutung zu-gesprochen werden. Aendcrt sich doch der Blutdruck physiologisch, je nachdeur ob der Körpei vor der Untersuchung in Ruhe oder Bewegung loar, ob der Befund vor oder nach -einer Mahlzeit geinacht wurde. ES gibt Mensch, ja ganze Familien, bei denen sich dauernd einerhöhter Blutdruck findet, ohne' daß besondere Be. schwerden bestehetl. Andererseits gibt es schwerste Krank heitHnstande bei uopnalem Gesäßdruck. Bevor die Blutdruckmessung durch Apparate niögiich wurde, mußte sich der Arzt auf seine Erfahrung in der Be! sühlung des Pulses verlassen. Gewiß ist diese Methode seh? unzuverlässig, besonders daun, wenn eine gewisse Berhär. tung der Gefäßwände besteht — aber neuerdings wird durch die vielen Erfahrungen im Kriege die normale Breite de- Blutdruckes viel höher angenommen. Alit mancheur schein -bar stark erhöhtem Blutdruck ist große Leistungsfähigkeit und FunktionEchtigkeit des Blutgefäßsystems sehr gui vereinbar. Die größte Gefahr ftir derlei Menschen ist die aut Aengstlichkeib immer wiederholte Messung i*2S Blutdruckes Jeder solchen Untersuchung «geht eine starke Erregung voraus, die 'wieder die Ursache für eine Erhöhung des Drucket abgiöt. Diese Leute verfallen bei ihrem Gedankengaug« in die heute übliche UeberwertigLeit der Zahlenbegriffe Wemr sie etwa von einem Blutdrucke von 220 Horen, baut überfällt sie Lebensüberdruß, die Mitteilung einer niedrige» Ziffer läßt sie wieder Hosfuurtg schöpfen. Dom Worte ,Mutdrnck" wird heute zweifellos zuchick Bedeutmlg beigemessen, gewiß soll die Messung der Gesäß, spamrung nicht vernachläsftgt werden, aber ein erhöhte' Blutdruck soll deyr Betroffemn nichts weiter als eine früh zeitige Mahnung sein, seinem Befindeu etwas mehr, abe keineswegs übertriebene Anfinerksamkeit zu schenken. AerMcher Fragekasten. Bubi 2. Bemr Säuling soll man von der Mundreinigun» im allgemeinen abschen. BÄ größeren Kindern, ist auf ein Fichtennadelbäder 8. Wchte Massage des ganzen .Körpers mit seiner Basilm. - Operation. Welcher Art eine BarMeschwulst ist, kann ölst crj Mahlzeiten zu achten. L. Empfehle , , A-oer au aas «um mu wet uei/uniucumc wvs __ Blutung. Die Prvboausschabung ist für Äst Stel lUM der Diagnose, ob bösartige ober gutartige EM.nkuux oft^pou ausschlaWoender'Bedeutung unb ist ein klftner Erp IommerokkasioniSr^.-Hil31efSchiffmann lülaMrslaS Telephon 47-1-V9 Era aro». W» Ä«ta