Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1572 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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«r.MS Men, Freitag Wiener Morgenzertung. wr^- Zg. IM 1923 Seile Die jiMsche GportLewegung am Scheidewege. ' Ji*) Es ist gewiß richtta, daß imMLnM von Echoilg und Mißerfolg mr fpavnichen WetOewerb Ert«rrchtiLgungsackeit für die MÄM gÄMtet werden kann-. Dies ist aber ebenfalls nicht ae* schchen. Auch iw tzii-efem Punkte Laben Wir versagt. Die Deimm Vereine haben gar nichts, die HaLoah erst in allerletzter Zeit etwas hierfür getan. Em Beweis ist sigsnMch u-mvöttg; eL genügt Wohl, auf die Tatsache MnMveGvn, daß, um auch eim Besprechüng des einM PiMven Hieich vorweg zu nehettMM ^di-e müder Wiener jüdischen 3MMe- Vtni^ahl de Mcmenlflpoxt könnte aber erst dann die diese BechÄltüWchl wenMöen's er- Ll-nmäherud der VerhäLkni runtz entspricht. Von Rieve se?in, wentn reicht wäre. - Dafür haben die Wischten Vereine Hunderte, von Iupendlichon für ihre Zwecke. — u^Nd di>ch^ sind trotz aller Wnen Melden doch fast rein spoctMche im tes Wortes schlechter Be» deutunü — mck Beschllag beLvat, sile an das Kaffeehaus- und GaschMslelbtzn gewöhnt, ohne daß sich die Mhckr ihrer Ausgabe bewuA' geworden waren, chckn dem üblichen Mischen BMuntzSbqtckvvn diches Alters entzogenen Kameraden mehr' zubieten. oB ein FußbaWU oder einen Ausflug. Weder in allgemein LuLtUr>e!llvr ^noch in ziomLstvscher Biegichung haben, mitt ein oder zwei undedeürtsnden Äuswahwien, die Mischen Sportvereine chrer zionistischen Wicht genügt. Solche UMerlasftmtz ist um so stvMchior, als vdese Gruppen fast dem ganzen für den Zionismus im Betracht kommenden Nachwuchs «absorbiert haben. Die wMgerr Mitglieder der Wischen Vereine aber, die sich der Mäuwvllem dvches Versagen vor sich und den an- ' ^en zum Teil auch icht aber den Balken im e-igenrn Auge. Das BvWÄ von - Umitas, die Aufstellu«n«g nichtWEscher Spieler in südischÄr Vereinen sind Symptome, Me m«e Diagnose 'des Grundübetls nicht fraglich erscheinen Men. Es ist leider umweifÄhast, daß die Odische WoyrtbewÄgMg nicht mehr As Mittel zum Zweck betrachtet wird, sondern Selbstzweck geworden fft. Die Art der EntschuDigungen, die für die nicht abzulelNNende Unfruchtbarkeit der ganzen BcweMng ancMhrt wecken. kMMeichnet noch besser als alles andere das Niveau dieses Vewinslebens. WirtschaMche Schwäche und Mißgunst «der Wrudervereine sind nämlich die Ha-uptuNsachon. die ins Treffen gchühtt 'wecken. Während man aber den zweiten Emwand mit dem Sprichwort ,Mie der Schelm ist, so denkt er von an>deren" Mtun kann,' muß mau immerhin die Tatsache der «wi-vbschaftlichen Schwache AUgeben. Gerade dieser Umstand hätte aber allen Beteiligten, den großen wie den - kleinen, der Anlaß sem müssen, schon längst nach «Abhilfe zu suchen. Daß dies nicht geschah, ist aber der Beweis dafür, daß die Gründe der Stagnation in WrrWchkeit ganz andere, firüb und das Uvbel viel tielser N«Kt. ' Vor allem fjotte das einseitige St reiben nach den gewiß notwendigen, aber sicherlich wicht Mein selligmachender.« Spitzen« leistunMn, das allen,Wischen Vereinen gemeinsa-m ist, vollikommene V'ernachlässiigunki der anderen wichtigen Aufgaben Mr AMe. Die Hcckoah verfügt heute trotz «tmiisemlder ' MitgKeder nicht mehr (oder wch nicht) Über den notwendigen Nachwuchs für ihre Fußiballrnaitt.ischaft, da es die alten, aus- *) ■ Si^e „We-nor MorgeniMung" vom 26. d. Gopriyght 1923 yibLSwit. Verlag, Wfen-Leipsig. Nnchhruck verboten. (24. Fortsetzung.) 3n Polem Mldem. rangierten Größen vorzogen-' Seniorenwettspiele zu absolvieren. statt sich mit der Heranibildung der jüngeren, Spieler zu befassen, -und die anderen Wischen Vereine vermögen oft nur mit Mütze eine einzige komplette Mnanschaft herauszubvingen. Die «übrigen Sektionen der.Vereine hatten infolge der in den MM herrschenden «Richtür.g nicht die Möglichkeit, sich voll zu entfalten (die Leistungen dieser Gruppen müssen daher um so höher gewertet wecken). Dazu kommt -noch das schon evwÄhnte Fehlen kultureller und zionistischer Bestrebungen, das zur Follge hatte, daß nur ein vÄattv Keiner Teil der organisierten Zionisten zu erfassen war. So bodamerlich diese Erscheinungen an sich sein mögen, so erNäMch sind sie aber durch gewisse Galkttheigenschasten, die auch urS Zionisten eben geblielben sind. Ich meine hier besonders den so vielen von uns im Mute steckenden Partikularismus, der schuld ist, daß die Heilung der evkannten Schäden in gam falscher Richtung versucht wurde. Jeder Unzufriedene glaubte, die Sache dadurch besser zu machen, daß er «das seiner Meinung nach sinkemlde SchU verließ und rasch eil.en neuen Verein griindebe. Mußte man -den ersten dieser Neuerer noch guten Glaüb-en zubillvgen, so kann man den späteren Nachahmern nicht einmal dissen Mi'lideruugsgrund zu>gestehe.n. Der ,^Zug zur SMtändWeit", dar setzt durch die Mffche Spovtbewegung geht. U Mo hauptsächlich in der GitülLeit verTanmter.Bessevwisser begründet. Die erste Folge der Entstehung der zahlreichen Vereine war natürlich die. daß sie äußerst ur.Äkonomisch arbeiteten, mit den mit denkbar größter Mühe ausgebrachten Mitteln so gut wie nichts in sportlicher Beziehung leisteten und «in anderer Richtung wieder nichts leisten konnten, weil sie gezwungen waren, mr AufvechteritzMnng ihres EMpieLigsn Betrielbes in. ihre Reihen ausznnchmen, was nur herangezogen werden konnte. Die kleineren Vereine' verdanken die MehrzM i«hrer Leute verwamdtschastlichen oder >freuMchaWichon -Beziehungen ihrer Auslschußmitglieder, die. umiworben- und umschmeichelt, zu dom zionistischen ÄuJtzängeschi-ld beide Augen zudvücken. aber seWsöverstänldl'lch nichts hier-.u beitragen, um es 'berechtigt erscheinen zu lassen. Beisp-iele hierfür könnte man eine ganze Reihe auszählen. Hätten alle die. aus den ersten Wischer.« SporWubs hervovgegautgenen Reformatoren diesolbr Mühe, die sie die Erhaltung chver Gründung kostete, dazu aufgewendet, in ihren St-ammveremen aus eine Besserung der Zustände hinf/uarltzeften, so wäre ihre Mühe bestimmt fruchtbringender gewelsen. Die. wie die Gegeniwart nun zelgt, doch nur zur Sterilität verurteilte-Meme der kleinen Vereitne hat aber schließlich dazu geführt,^ einem sicherlich besserut.«gsbiÄir!ftigen. a>ber auch «tzesserungssWaen Organismus die notwendigen Elemente zur Gesundung Parasiten gleich zu entziehen. , (Fortsetzung folgt.) Die Amateirve in Norwegen. Ein 6:2-Sieg über Trhgg. (Telegramm der „Wiener Morgenzeitung".) Christiania, 27. ^uni.^Dle Amateure besiegten in eurem mit 6:2 Toren. Die überaus fairen Spielchen F. C. Trvaa .... *,.v Norweger kämpften , mit großer Ambrtron, -doch. konnten sie Men die überlegene' Technik der'Mener 'nicht aufkomnren. Dre Amateure wurden sehr herzlich anfgen'omrneu und vom Publikum lebhaft akklamiert. gegen Slavia 2:2 unentschieden spielten. Am 1. Mai unterlag' Rapid aber in Brünn gegen Makkabi mit l:2JEotetu 14 Tage später. erfolgte dann auf Wiener Boden das Debakel gegen Slavia. Der Wiener Meister verließ mit 0:6 Toren geschlagen das Spielfeld. Am 21. Mai konnten sich. die . Hütteldorfer wieder einigermaßen rehabilitieren, da sie den 1. F. C. Nürnberg aus der Hohen Warte mit 4:0 abfevtiiaten. Der letzte Sonntag brachte dann die 0:4-Nrederlage durch Sparta. Aus diesen Resultaten ist ersichtlich, daß Rapid lange nicht mehr so verläßlich wie früher rst. Man muß schon schr Viel Nachsicht gelten lassen, wenn man die Hütteldorfer zur internationalen ersten Klasse zählen wM. Wäre der M. T. K. der alte, dann hätten sie heute nicht Mc aeriMten Siegesanssichten. Technisch und taktisch ist der M. T. K. sicherlich nicht schlechter geworden, er büßte aber an Energie, .Durchschlagskraft und Schußvermögen viel ein. In seiner Heimat, hatte er' wohl heuer «einen «roßen DoppÄerfoilg M veAeichnen da «e. den ungarischen Meistertitel errang und überdies Pokalsieger^ wurde. Trotzdem kann der M. T. K. nicht, mehr als derart. Furcht einfwßender Gegner gelten, wie noch vor wenigen, Jahren. Daß man mit chm sogar auf eigenem Boden fertig «wecken kann, beweisen die Amateuve am 09. April. Obwohl die Wiener mit einigen Ersatzleuten antraten, siegten sie mit 3:2 Toren. Rapid ist den Amateuren te^nis^ unterlegen. Ersterer Verein ist aber viel härter, weshalb Mv ihm heute gegen M. T. K. gute Chancen aeben. Der ungarische Meister dümtr schöner spielen, trotzdem uegt ein Erfolg der .Wiener im Bereich der Möglichkeit. SchieMrichtev Kienzl. > Präger Neuigketterr. Prag, W. Juni. Der ungarische Meister in Wien. . Der ungarische Meistcr M. T. K. trägt heute um 6 Uhr auf dem Raprd-Platze ein Freundschaftsspiel gegen Rapid aus. Die^ Hütteldorfer, traten ^in der heurigen Frühiahrsaison sechs .. ie mit wechselndem feierten sie am 1. . ... , „in glänzender Verfassung befmdeuden D..F. G. 3:2 siegten und tags darauf Samstag gelang dam Dschechfschen Veckand «Mich der große Wurf: Er konnte, noch dazu mit seiner zweiten Garnitur, den Deutschen Veckand Magen. 6:0 Lautet das verr/ichtenide Resultat, das nach den beiden vorhergcheuLen Ergebnisien (6:6 für den D. F. B. und 3:6) überraschen mußte. Wie immer mch Niederlagen, macht man nun auch dem Berban«dskapitän der Deutschen bittere BorMrfe. er sei in der Wahl der Teamleute nicht MMch gewesen. Aber — wo nichts ist, hat auch Herr Patig fein Recht «verloren. Der TePlitzer F. L...gehört, wenigstens w seiner vollen Spielstärke, der fü'damerikanifchen Vergange-nhert an, und daß Herr Patig so wenig wie möglich D. F. C.^Leute hevanzuzichen versuchte, kann man ihm bei der beMHtigtM LaunerchcvstiOeit, dieser Primadonnen nicht übel nehmen. (Uebrigens «waren, wie selbst die deutsche Presse emgesteht. mehr als gut tun körnte drin.) Andererseits ist ein Neumeher 3 aus Troppau heute noch nicht als teamreff anzuisehen. Die Tschechen «waren mit Lust und Liebe bei der Sache und spielten ihre ambitionswise-n Gegner - mühelos in Grund and Boden. Bleek von der Aarolinentaler Cechie schoß allein vier Goals, «Stapl und Kuzel fe ein« Tor.' Der D. F. V. möge sich über das misevabLe Mbischneiden seiner Leute nicht wundern. Was «liegt denn einem Kuchynka (Tscheche), Leß ^Engländer). Banasz und Sedlaczek (Ungarn) schließlich an der würdigen Bevtrötung der deutschen Farben? Slavia konnte chren Gegner aus dem Cupfmale Cechie (Karolinental), diesmal in. der Meistevschcfft, 2Ä. besiegen. Die Unterlegenen «waren jedoch iederzeit als die Besseren anzusehen und veckorenmit viel «Pech- Der iüdische Verband erle-digte «Samstag sein Retour-.. : spiel gegen den M. L. Sz. und 'blieb mit 2rl verdienter Sieger. . Zfigmondv hielt zwei Minuten vor Schluß einen ,Mfmeter". Ich will , mit einem genauen Bericht meinem ©Älter Kolj lchen nicht vorgreifen. ' Makkabi (Brünn) unternimmt im Laufe des Monats Juli eine Tournee durch Polen, auch eine Raffe nach Schweden wird bsaWchtigt. Makkabi (Mähr.-Qstraü) unterlag dem Oderberger S. V. mit 2:6. Makkabi (Proßnitz) empfängt in nächster Zeit eine evstklassige Wiener Mannschaft. Hcrkocrh (Okmütz) spielt Freitag gegen den S. C. Olomoue, der sich mit Rsvanchögelüsten für seine letzte Niederlage trägt. Der Hagibor (Prag) soll in nächster «Zeit einen eigenen Spielplatz erhalten und gedenkt ihn in modemster Weife auszustatter.'. Dieser Erfolg wäre schon deshcM sehr zu begrüßen, da es dem einzigen Prager südischnationalen Sportverein durch das Fchlen einer einwandfreien Anlage - unmög-' - lich war, junge Glvmente an sich zu ziehen, heranzubilden und Roman von I. Opatoschu. Autorisierte -Uebertrggung aus dom Iüdffchen von Siegfried Schmitz. Mockechai vergaß ganz, wo er war, tief in Gedaicken vers-unken ging er dahin; er schaute seinen eigenen Schatten an und meinte, der Beckibschewer wandere von Stadt zu Stadt, hacke Holz fik arme Witwen und erhebe sündige Seelen. Es >war e-in Trost für Mordechai, daß die Christen keimen heiligen Leviten besessen hatten. Bon den Bauern' hatte er wohl gchört, daß auch einer ihver Heiligen, Paul, ein Bündel au«f 'dem Rücken, über die Straßen wandere. Verirrt sich ein Bauer einmal in einen Sumpf mit seinem schwer beladenen Wvg«en, so stcht Paul plötzlich da, «wie aus dem Boden geivachsen, hilft dem Bauern den Wagen aus dem Smnpf ziehen, schmiert die Räder, g-i'bt ^noch ein Päckchen Dabak darauf und verschwindet. Nicht die ^sbeckeguug, Mr das Gefühl sagte Mockechai — Gründe hätte er keine dafür anfühven können —, daß da kern Vergleich zir Fichen sei. Wie konnte sich'Paul mit dom heiligen Leviten messen? Und er bsdawerje die Christen.' Es lat chm leid, daß der BAckiWckoev nicht mchr Wte; er beneidete einen alten Dorffchlachtev' und hatte große Ächtung vor ihm, «well er als Knabe den heiligen Leviten gesehen Hatto; es ärgerte ihn sehr, daß er nicht zu dieser Zeit geboren war, sondern unter einer so unbödentenden «wochentägliö^n Generatton^ lebte. Es war kein Hader gegen Gott — Movdechai fühlte nur. dvß ihn etwas guälte; plötzlich wurde es chm so -bang, daß ihm die Tränen kanten. Tief im Walde zitierte etwas. MoMchai^ schloß die Augen und Horchte. Das Zittern überging in einen stillen, wehmüttgen ’ Gesang . . . Der Gesang wncke lauter, stärker, er drang aus jedem Baum, aus jedem Zweig, aus jedsm Grashalm und übertönte den stummen Schrei in M-ordochais Herz. Er schloß fest die Augen und sah, -wie Tausende von Pflanzen, taufende leberwer Geschichfe sich zu Hm zogen, ihn wie Fäden umvankten, wie^ wohlriechende Düfte umhüllten; . und mit «mom Maltz Mlte er jedes Mich^jiy sich singen . .. Fern auf dem breiten sandigen Wege gingen Hand in Hand der heilige Lsvite im Tallis mit dem silbernen Streifen und der Kaiser mit dem Dreispitz. Mordechai beugte tief den Köpf und flüsterte: „Gelobt sei der Herr, der von seiner Gnade dem Wesen aus Fleisch und Blut mitgeteilt!" Plötzlich schüttelte er sich, als wäre er von einem'Berg herabgesallen, öffnete die Augen, sah niemanden und schämte sich sehr. Die Sonne brannte. Movdechai drückte seinen Hut vor die Augen; er erinnerte sich au Rachel, fühlte ein Loch im Herzen und von Schmerz gopoinigt lief er geradöwegs heimwärts. Kapitel 10. Fäden. Als Mordechai von weitem das Haus sah, freute er sich im evfteir Augenblick wie einer, der schon lange Zeit nicht mehr daheim war. Er ging langsamer und überlegte mchrmails, 'was er den Eltern sagen sollte. Doch als ihn: nichts Rechtes einsiel, blieb er stehen. Er schämte sich heimzugehen und ärgerte sich über sich selbst, daß er sich beinahe das Fleisch ausviß. Endlich beschloß er, noch für eine Weile in den Wald zu gehen und alles klar zu überdenken; aber da merkte er, daß ihn jemand ansah und lächelte. Bvajne stand beim Küchenfenstor und scheuerte einen Topf mit einem Strohbündel. Mordechai wurde verlegen und schickte sich cm, sofort omgutreten. In ihrer großen Freude hörte Bmjne mit dem Schmern des Topfes auf; sie su«ch«te «einen Platz, wo sie ihn «wsg«ftellen konnte, dabei richtete sie ihr Kopftuch zurecht und hintevließ dabei auf «Stirn und Schläfen einige RuWecke. Atemlos lief' sie zu Dwojvele, den Tops noch immer in den Händen: ' ' ' „$mt, er geht! Motele gehtt"^ Dwojrele war gerade mitten im : . . iujfltc nicht sprechen; so fragte sie Bvajne mit gcsch.ossenen Mundes: ,Hm — hm, nun? " Sie merkte, daß Brajne nicht verstand, was sie meinte, und erregt brgch sie losr „Nicht einmal beten kann ich ruhig! So, jetzt habe ich wegen des Bengels auch schon eine Sünde begangen!" Bald aber wurde ihr Ton weicher: ,Mo ist er? wo, sagst du, ist er?" S „Da geht er!" Bvajne wies auf das Fenster. ,Majne, erinnere ihn um Gottes willen mit keinem Wort an das, was geschehen ist!" -bat Dwojvelle, indem sie mit ein paar Schritten auf die Magd hintrat; dann blieb sie stehen und knackte verlegen die Finger. „Du weißt ja, er ist ein Starrkopf! Wozu unnütze Reden verschwenden, da helfen ja keine Strafen!" , „Warum sollte ich ihn strafen?" Brajne lächelte belei- ' digt. Er hat ja unberufen enre Mutter, hundertuttdzwanzig Jahre möge sie leben." Mordechai trat leise ein, blieb einen AugeMick bei der Tür stehen mch schaute sich im Kreise um, gewissermaßen um festzustellen, was für einen Eindruck sein Kommen machte. Er merkte, daß die Mutter die Hände verschränkte, die Lippen auseinanderpreßte und ihin mit dem Kopf zunickte, als weinte sie über ihn. Da lächelte er und trat zum Tisch: ,Muten Morgen, Mutter." TwcqoÄe antwortete nicht; sie weinte leise und ihre Schultern zitterten; Brajne, ^welche die ganze Zeit in einem Winkel geswnden war, merkte erst jetzt, daß sie noch irnmer den Topf in ^der Hand hielt; sie stellte ihn aus den Boden und fuhr mtt der Schürze über die Augen. Mordechai «fühlte sich schuldig; er-wollte die Mltter um Berz-eihung bitten, aber er schämte sich und vor N«rger zerknitterte er die Matter 'des offenen Gebetbuches: „Ich -weiß wiMch nicht, warum Ihr über mich weinet." „Natürlich, die Mutter hat allen Grund, sich zu fvmen! , . Sie hat ja so viel- Freude von dir." Brajne konrvte sich nicht zurückhalten, fuhr sich über Ne Nase und AnÄieß damit auf-dem ganzen Gesicht Rußflecke. ‘?' Movdechai fah, daß hie Mu«tter Brajne Mvinkte, sie ntöge schweigen.. MS er'das rußige Geficht'dtt!M erblickte, vergaß alle Tvaurigkett und lachte laut auf: „Was-soll das bedeuten, Brajne?^ Wo HM'Ihr Euch so eingeschmiert? Der richtige RauchfanAkchrer."