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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-26 · Heft 1569 (26.6.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1569 (26.6.1923)
Date
1923-06-26
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Vf? V Men, Drenstog Wiener Morgenzeitung. Die jüdische Sportbewegung am Scheidewege. 1. Ist die Rihtung, die die Wilsche ©porißcihxigliwg eiNgeschkaM-n hat, die richtige? 2. ' Haben so viele Mische Vereine in Wien Existeuzberechit'i-WNg? 3. Wie LöneU die Mischen Sportklubs erhalten werden? . W!ir halben NrKlich die Führer dev jüdische Sportbewegung, die BereinsfuEionätze. und unsere Leser anWeftwdert, All dresen drei Fragen Stellung zu nelynuen. Bisher sind nur tvenige diesbezügliche Zuschriisten eingellangt, von denen wir im folgenden m des Herrn cand. med. Mnch der öffentlichen, mit dessen Ansichten wir uns niicht identisizieven: „Ms Initiator des ersten der neuen Mischen Vereine, des I. S. C. Hechawer, glaubte ich, mit einem gewissen Recht zu der in der ,/Wiener Morgenzeitung" MsgewoUfeneu Frage Stellung nehmen zu dürfen. Ich komme dabei freilich ßu noch wditeMhiellden Schlüssen. als Herr Torzyner. Wer die Ent- Wicklung des jüdischen Sportes seit seinem Entstehen ausinerksam verfolgt hat, Wird kaum bestreiten können, daß die Bewegung derzeit an einem toten Punkt angelarmt ist. Die einigetr etene Stagnation, deren FolgM sich in abschbarer Zeit fühlbar macherr müssen., >sMe ihrer BeiräntlwortUng beüvußten Führern Veranlassung genüg sein, zn dem Prolbilem der Mischen . Ciporibewieigung endlich einmial endgültig Stellung zu nchmen und vor allem die Frage zu erörtern olb -de-r derzeit ümgeschllageue, Weg auch der richtige ist, olb wir uns nicht etwa in einer Sackgasse befinden. Es darf nicht 'übersehen werden, daß ein Pionier nachdem andern sich verärgert Kurückßieht, ein anderer Teil aber eine ' VoHel^vcmß-PoliM beüoibt und resitzniwt an einer WmimleMchen AugenIMcksarbeit Genüge findet. Die Gründe hierfür simld nlicht allzu schwer Pi finden, aber eine ehrliche Aussprache Sonnte hier vielleicht noch vieles, wenn nicht alles, güt machen, ei'n oiffoms Bekenntnis begangener Fehler uns vor weiteren schützen. Voran ssetzung für eine ersprießliche Behandillumg der ganzen Frage ist es allerdings, sich zunächst über die bisherige Entwicklung nnid die Ziele des jüdilschsn Sportes klar zu werden. Erst vrm diesem Standpünrte ans wird sich der Wey zur Besserung finden lassen. Der lvichtigste Zweck aller Mischen Sportvereine ist es nun, in erster Linie Ne körperlich degenerierte jüdische Jugend zn ertüchtigen und damit den Beweis 51t. sichern, daß der Jude auch in körperlicher Betziehnng.unter natürlichen Bedingungen seiner Ilmwellt ebenbürtig ist. SelbsWerstäMiiche Pflicht dieser Gruppen ist es aber auch, den von ihnen fast ganz in Anspruch genommenen jungen Leuten die wesenMchllen Mischen ÄrundeÄmenle zu Viermitteln. Ob gleichwertig bas St reiben nach Spitzenleisiinngen, zwecks besser er Propagierung der Idee, das Primäre feiin darf oder erst. sekundär die Folge ■ bereits gc!l>e!ist-eter ErziehüngsiyWsiti ist, ist. für das hier gestellte Problem unwichtig und wird' Wohl n ur vraktffch entschieden werden können. Vielleicht auch sind beide Methoden g'leiichwert'itz, greifen ineinander über und können deshalb gar nicht einseitig durchgeiführt wetden? Viel wichtiger ist hingogett'die Frage nach dem wünschenswerten UnHang unserer ..Bewegung, und da rnüß endlich m>e Erkenntnis Platz greifen, daß es vor allem unsere Wicht ist, die Waffe der körperlichen Ertüchtigung dem bereits für dle nationalfüdische Idee gowonnenen Teile unserer Juigend in die Hand zugeben. Das Bestreben hingegen, auch die bisher Gleichigültigen und ums feindlich Gegenicktzrsichenden zu gewinnen (und sei es auch nur, um die eigene sportliche Komkurrisnzfährgkeit momentan 'zu Helden), muß so lange als Kräftezersplitt er una und Energievergeudung betrachtet werden, als noch ein beträchtlicher Teil der zionistischen Jugmd beiseAe sicht. Selibst tv-enn es uns nach zeitraubender Mühe gelänge, jene Lauen ganz zu uns zu zr-rhen; wäre damit noch nicht diel getvonnen. Die körperliche Ertücht'gung allem, ist ja nicht Selbstzweck, sondern eine Voraussetzung für die Kolonisation Palästinas^ Wir können deshalb nicht aus Erfolge warten, die sich nt zwanzig oder dreißig Jahren ergeben sollen, und dürfen nicht vergessen., daß der Wiederaufbau Palästinas in dieser Zeit schon weit vorgeschritten sein soll. Wir sinh nun berufen, dazu, die Menschen zu stellen. Können wir das nicht, so würde sich die jüdische Sportbewegung selbst das Urteil gesprochen Halen. ' Dürfen mir nun behaupten. unsere Pflichten erfüllt zu haben, unserem Ziele in een zehn oder zwanzig Jahren der Arbeit wenigstens näher gekr-mmen zu si'.n? Äußenstchende, die nür nach denr äußeren Schein, den Wörtlichen Erfolgen der Hakoab und der hohen Zahl der jüdischen Verein« urteilen, würden diese Frage Wohl energisch bejahen und wären sehr erstaunt, wollte man sie eines Besseren bekehren. Wir aber, die die gange Bewvgnng seit ihrem Entstehen verfolgt haben und getreulich durch dick und dünn ni!ittze>gangen sind, dürfen uns nicht selbst über die Wahrheit hinwegtäuschen, mag sie auch noch so unbequem, ja beschämend sein. Wir müssen gestehe u, daß wir von den äußeren, vielleicht nur scheinbarer Erfolgen abgesehen, im Innern eigenMch so gut wie nichts erreicht haben. Daß dieser Pessimismus bezüglich der bisher geleisteten Arbeit und bezüWch des derzeit 'einW'chißagen-en Weges begründet ist, sollen die folgenden AuslfüyrungM an Hand von nicht abzuleugnenden Taiifachon beweisen. Wir haben in Wen. einen repräsentierenden, großen Verein und daneiben etwa zwei Dutzend kleineve Mische KAM. Unterziehen wir nun die von allm diesen Vereinen geleistete Arbeit nach dien oben -anfgestellilen Gesichtspunkten einer eingehenden Kvitik, so ergibt sich die Tatsache, daß außer der Haikoah kein einziger her Mischen Vereine in> sportlicher Beziehung mehr als vorübergehende Ersolige erreicht hat. Es muß leider sogar festigestellt werden, daß dve vom der tzaLoah erkämpfte Achtung vor jüdischer Kraft durch die oft jämmerNchen Mißerfolge der kleineren VevLne eine arge Einbuße erlitten hat. Alle, insbesondere unsive Mischen Gegner, verweisen eben daraus, daß den Evfoiügen einer kleinen Minder>heit die Witze rifolge der MechuvieÄen geigeaÄbersteheü. (Fortsetzung folgt.) Die Hakoah in AgLMN. Bo« Artvr Baar. Nach denr schweren und unglücklich geführten Kampfe gegen den Wiener Sportklub traten wir mit einer durch Ersatzleute komplettierten Mannschaft die Reise nach Agram an. Da die Visa nicht rechtzeitig in Ordnung waren, mußten wir an Stelle des TagesschuellMges den Nachtzug benü^n. der um 6 Uhr früh in Agram eintraf. Der Vormittag hwtrbe zum Schlafen benützt, - so daß die Mannschaft um 6 Uhr ziemlich ausgeruht die-Fahrt zum Sportplatz antreten konnte. Das Spiel fand auf der Sportanlage der Concordia statt, die einen rech: aunstigen Eindruck macht. Eine große geocckte Tribüne gibt dem Platz dir''Note. Die Stehplätze find rampenartig erhöht. Eine gute Aschenbahn ummbt das Spielfeld. Dieses selbst hat die normalen Ausmaße, läßt aber hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit alles zu wünschen übrig. Ungefähr 4000 Zuschauer hatten sich eingefundeu, als die beiden Mannschaften, lebhaft begrüßt, das Spielfeld betraten. Die Hakoah in der schon gebrachten Aufstellung, Concordia durch Perzel. früher bei S. K. Penkala (ehemals W. A. C.), verstärkt. Schon die ersten Spielphasen zeigten, daß den Uttserigen ein nicht zu verachtender Gegner gegenüverstand. Mit raumgreifenden Vorstößen kam der Conwrdia-Sturm nach vorne, und schon in der sechstetr Minute mußte Baldig, der sich zu weit vor die Litne placier! hatte, einen Schrägschuß des gegnerischen Mittelstürmers passieren lassen. Die Umeriaen ließen sich aber durch den vom Pubsikmn mit kolossalem Jubel In der 15. Minute frei der Ausgleich durch einen Bombenschuß Grünwalds. Gleich darauf köpfte Slutzki einen Flankenball Nemelds nur ganz knapp über die Latte. Der Hakeah- Angriff arbeitet jetzt im prächtigsten Stile. Der Concordia- 26. J'mtl'r 1928 Tormann wrhrt mehrere Bomber schüsse mit Glück ob. $*«* vergibt Katz eine günstige Chance durch überhastete- Schieße«.; In der 31. Minute bringen Neufeld und Grunwald im kurze«; Passpiel den Ball von der Mittellinie nach vorne. Grünwald' - überspielt noch einen Verteidiger und den Goalmcmn rmd sendet! ein. Einmütiger, langanhaltender Beifall folgtedieser Prachtleistung. Bis zur Parese ist die Hcckoah weiter uv - Angriff. Auch nach Wiederbeginn sind die Agramer zurückgedrüngt. > Einen scharfen Schuß Häuslers dreht der Tormann zmni Korner. Neufeld geht mehrmals im grandiosen Stile über die - Gegner hinweg, feine Flankenbälle werden nicht verwertet. All-: mählich machten sich aber bei den Unserigen die Anstrengungen der letzten Tage geltend. Die Angriffe erlahmen, so daß Concordia mächtis h** an Xsis an mK««*-' drängen die L„ hervorragendster —.- ,-,-—^ Gegnern vor die Füße wirft. Aus der Defensive übernimmt Grunwald detr Ball, überspielt alles, was sich ihm entgegenstelll, und sendet unhaltbar ein (33. Minute). Das Spiel ist etrtschieden! Bis zum Schluß liegt die Häkoah im Angriff »nd die Einheimischen können tmr mit Glück eine schwerere Niederlage verhüten Insbesondere Kerr, der verletzt angetreten war, bereitete bange Minuten. Scheuer war in gwßer Form, lleberraschend gut war Trunter, der durch sein gutes Plaeternnasvermogeu und hervorragendes Kopfspiel die angenchme Ueberrcckchmvg des Tages bildete. Duldig war anfangs unsicher, dann bot er Concordra betreibt ein flotets Kick and Rush-Spiel. Die besten Leute waren der internationale sinke Haff, der Centersturmer und der rechte Flügelstürmer. Auch der Tormann arbeitete sehr gut. . . Schredsrichter Habrts zetgte Mte Regelkenutmsse «ud leitete das Spiel in objeksiver Weise. Der Sprelcharakter war erfmulicherweise.sehr fair. Das Publikum war von den Le^ stungen der Unserigen sehr befriedigt. Die Meistersch»rft. Die einzeltren Konkurrenten haben noch gegen folgende Vereine anzutreten: Raprd <34 Punkte) gegen Simmering und Biemra. Amateure (32) NachspiÄ von 38 Mrmrten gegen ' F. A. C. Wacker (25) gegen Admira und W. A, A, Sakoah (24) gegen RudoiMHLgel. Portklub (24) gegen W. A. C. Vrenna (23) gegen Admira, Rapid, Simmering und Rudolfshügel. Hertha (22) gegen A^ülira uno F. A. C. Admira'(21) gegen Hertha, Wacker mck Menna. Simmering (20) gegen Hercha, F A. C. und Vienna. W. A. F. (19) gegen Wacker. F. A C. (17) gegen Hertha und Simmering und Nach^ spiel von 86 Minuten gegen mnateure. W. A. E. (14) gegen-Rudolfshügel und SporÜlub. Rud-olsshügel (11) gegen Hakocch, W A C. »nd Viemm. Rsmümen-Tschecho-Slowakei. Dieser KEndeMmPf wird von SW^richter Seemann gebe'M.werden. Zwecks Neueinteilnng der 2. Klaffe fÄ das Spieljahr 1923-4924 wurde. ein KomÄee sMeffetzt, das bäs zur nächsten VoOandssitzung VorschLäge zu'machen hat. Amtsgeheimnis und Vereinsintereffe. In dev (letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Detailberichte ans Sitzungen, die unter dem Schutze des AnrtsgeheimMffes stehen, in die OeffenEchkkvit geilängen. Es handelt sich dabei MerikwürdiNerwssie um Fälle, die Angeilogenhei-ten s-ührender Veveine be- .tneföett, deren MtMeder M-sälsig in dem betreffenden Unterausschuß sitzen. Eine strenge Unbersuchwng wurde jprgestqst. D<w Meisterschaftsspiel Vienna—Simmering findet Mittwoch den 27. d. auf der Hohen Warte statt. Der I. S. C. Makkabaa, der in der MÄstevschaft der Schutzgruppe an erster Stelle steht, trägt am Freitag das Letzte Meisterschaftsspiel gegen Rasenspüler aus. Durch ein nnent- Copriyght 1933 Nachdruck verboten. d^U»I.övit. VerIsx,V^lsll-I.eIprix» (21. Fortsetzung.) 3» Polens Mldern. Roman von I. Opaioschu. > Äutvrisicvte Uebertraqung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Nc'je^evg-üsHlagen schritt er durch den Wald; -er dachte .daran, daß Brause ein besserer Mensch sei als er und fühlte auf einmal eine Leere in der Herzgegend. Ob es deshalb ivar, daß er vor Rachel Schläge bekmnmen hatte, oder deshalb, well er seinen eigenen Vater hatte schlagen wollen, er wußte es nicht, aber -er war überz-eugt, er würde schon nie nach Hause kommen, sondern sich irgendwo in einer Höhle verstecken, dort sitzen und levnen — und Rachel? — Rachel wird ihm das Essen bringen! Und wenn die Zeit kommt, da er sich zu erkennen geben soll, da üvird er Rachel rufen, ihr -die schönsten Kvistallpalaste, wie sie Könige und Fürsten haben, a^u-fzeichnen und denr Palast, der ihr am besten gefallen wird, dem wird er, so wie einst der Baalschem, befehlen, -daß er samt Diener und Gesinde im Walde erstehe'. Mit diesen Phantasien befchäsiliig-t, ging Mordechai langsam weiter; je tiefer er in den Wald kam, desto größer lvur-de die Leere in seinem Herzen; sie drückte ans ihn wie eine-schwere Last. S'nnche der Pächter fuhr chm entgegen, ganz allein. Mvvdechai fuhr es durch das Hirn, wie er.bei Nacht sich au>f beit Pächter gestürzt, ihn geischlagen, ihm mit den Fänsteir ins Gesicht gefahren war; er hatte irr der Dunkelheit gesehen-, wie des Pächters rotes Bärtchen zitterte; seine Augen wurden groß vor Schreck, aus dern Munde rann ihn: Wut; bin ich besser als Kain? Mlte durchrieselte Mordechai. Er hatte Furcht vor der BegegniUng rmt des Pächters erschrockenen Augen; einen Augenblick blieb er wie gelahmt stehen und schaute auf des Pächters rötliches Bärtchen; plötzlich erimverte er sich seines Morgentvaums wit allen Einzelheiten ganz deutlich; er atmete tief aus und, es wurde ihm hell vor den Augen. Sollte das tvahr sein? Mordechai hatte keine Zeit, zu überlegen. Mt g^enktem Kopse, wie ei« gereytsr Stier, ging er aus den Wagen los und hielt die Pferde am Der Pächter sprang aus, säh sich mn — er wollte wohl slichen — und blieb im Eck des Wagens stchen. Er oGnede zwei erschrockene Augen, wie einer, der seine letzte Stunde gekommen sieht, stieß einen Schrei aus, der nicht mckhr menschlich war, und schlug aus -Mordechai mit der Peitsche ein, wohin er gerade traf. Mvvdechai beugte den Kops und nahm die Schläge ruhig hin. Als der Pächter merkte, daß Mordechai still stand und sich nicht bewegte, wurde seine -Wut noch größer. Seine Furcht war verschwunden aarib er suhlte mit -einem .Male, wie schwer.er beleidigt worden war; mit jedem Hieb, den er Mordechai mit der Peitsche versetzte, nahnr er Rache für die Prügel in der Nacht, für die Tränen seiner Tochter. Und je >läivger der Pächter schlug, desto mehr wickelte sich 'der Knäuel von Schmach und Evuiedvigung, .der sich in ihm im Lause seines Lebens angesamwaü hatte, aus; feine Hand wurde frei, gelenkig, <lls -wäre sie gar nicht mehr am Arme bese-stigt, und ihm wurde imm>er leichter. Mordechai rührte sich nichts die vircklen Schläge ließen .ihm fast nicht nwhr fühlen, Wie sich die Peitschenhiebe in seinen Leib bohrten. Er ließ sich ans alle Mer nieder, wie ein Jude, der gegeißelt wird, und dachte daran, daß der Pächter ihm jetzt verzei'hen würde, was er an ihm begangen; dann würde er mit Rob Jtsche zum Baker gchm und jede Buße, die Reb Jtsche chm anferlegett 'würde, ans sich nchmen. Der Pächter hatte, ausgchört, zu Wagen. Biellercht schämte er sich, daß Mordechai sich nicht wchrte, vicklleichd hatten die Schlage' seinen Zorn schon ganz gestillt und die Schnrach getilgt, die er sein ganzes Leben laug erduldet hatte. Er stand still aus seinem Wagen, sich mild und erschrocken drvin, und tver ihn so sah, wer in. diese schinerzerfüllten jüdischen Augen sah, mochte schiweMch glauben, daß der JudeimstaM gewesen war, auch nur einen Schlag zu führen. Der Pächter staMnelte etwas, schaute Mordechai hilflos an und fuhr eilends davon. Mordechai erhob seine grauen Allgien und sah dem Pächter nach; er!war sicher, daß Si.mches letzte Worte gelautet hatten: „Verzeih' mir." Kapitel 9. Der heilige Levite «ch der Antichrist. .Mordechai sah, wie der Pächter aus seinem Wagen in einer Staubwolke vevschwand; das Klappevu -er Näder .wurde schwächer, vermengte sich mit dem Geräusch des Waldes und dann wurde es ringsum M, so M, daßes fast in -den Ohren rauschte. ,/Jch verz-eihe dir, ich verzeihe dir", slDerte Mordechai unaufhörlich. Er blieb stehen, schaute aus den tiefblauen Himmel, sah, daß die farbigen Streifen um die Sonne verschwunden uüd nur da und dort einige bleiche Stucke Perlmutter verblieben waren und 'wurde ruhig. Ruhig ging er heimwärts, sicher, -daß er Verzeihung finden würde, und fiMte sich plötzlich als kleiner Knabe in Vaters Haus. An jedem Sabbat rief ihn der Vater indas Zimmer, 'wo die Thovarollen standen, -imd eMhlte ihm vom Urgroßvater Reb Wvccham,- von der Großmutter Suvele und vom Großvater Reb Mordechai, dessen Namen er trug. Der Gwßvater, Reb Mordechai, war ein stolzer Jude gewesen. Sein Nachbar, der Gras KostiM, hatte! einst einen Ball gegeben und zum Gwßvater geMckt. daß dev ihm seinen Atlaskaftan und das Stveimel borgen möge, er wolle sich als Jude maskieren, um seinen Gästen lustigen Zeitvertreib zu bieten; dafür wolle er dem Großvater gern nächstens gefällig sein. Reb Mordechai versprach dem Grasen rechtzeitig bis Nötige zu besorgen; und er schickte ilM Kutte und Gürtel eines Benediktiners. Seitherhatten -sie einander nicht mehr gegrüßt. Mordechai hatte den Gwßvater lieb; so oft er seiner gedachte, -fühlte er sich stolz. Er hatte den Gwßvater nicht gekannt, aber aus den Erzählungen -des Vaters stellte er sich ihn als einen gwßen Manu -vor mit kaugem, angegrautem Bart, in einer schwarzen Samtweste, die bis zum Halse zu,geknöpft -war, 'wo sich dev -Weiße Hemdkragen aus! sie legte. (Fortsetzung folgt.)

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