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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-22 · Heft 1565 (22.6.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1565 (22.6.1923)
Date
1923-06-22
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 1665 Wen, Freitag Mene« Morgenzettung. 22. Juni 1923 Seite 9 „Die freie Wahl ist schwacher Toren Spielzeug!" . Ein MontaM-att hat sich darüber sittlich enttüstet, daß bei evmrm Wiener Verein derart viele' Ausländer Spielen, und der Wiener Fußballv-evband brachte in seiner letzten Sitzung 'die Fassung eines ,Arem!derige.setze8" zur Sprache. Wir haben in der vergangenen Woche Kipp und klar nachgewiieftri. daß es das gute Recht aller Klu'bs ist^ selbst'-eff Zulukäffern die VwtreÄlng chrer Farben anznvertr allen. Laien glcm'bten nun. daß zumindest die Presse #u unseren Ansichten Stellung nehtnen wird, um den Versuch zu machen, ihrer Hetze «ein Mäntelchen der Berechtigung armzuhängen. Wir hingegen sind Nicht mehr N überraschen, da wir schon daran gewöhnt sind, daß die Pveßleu-te unsere kalte Dusche widerspruchslos über sich ergehen lassen. Was wir erwarteten, traf rin. Niemand -fand sich, -der -nnferä Argumente entkräftet hätte, hingegen wird gegen einzelne Klubs weiterg-chetzt. Die zur Zielscheibe 'der Angriffe gewordenen zwei Vereine., Amateure und Hakoah, befinden sich alber in illustrer Gesellschaft,, die zumindest die gleiche Behandlung verdient, folgenden soll der in letzter Zeit erfolgte Spielevzuwachs der emqeluen Klubs, beleuchtet wevden. k I Der S v o r t 1 lub erfrearte sich des Beitrittes von Wiedevmann (früher R. A. E.). Powolny (früher Ober-St. Beit), Thimler (früher Hertha) und Bauer (früher N. A. C.). Rap id gewann Aller (früher Sturm 1814). Regnart (früher Red Stär).- Popovich (früher Amateure), Budin (früher Spottklub) und Richter (früher Hertha). Dem SporWub Wacker traten Stach (früher Rapid), Wcma (früher W. A. <£.), Kvwanba ((Eher W. A. F.) und Stahl (früher Liesing) bei. Hertha bekam KumÄa (früher Sturm 1907). W. A. F. begrüßte Nachmeyer (früher Germania) und Fischeva (früher Germania). Die Vienna holte sich GhrerÄa (früher W. A. C.), Schiffmaitn (früher Hakoah), Hoveys (früher W. A.. F.), Mischer (früher Hertha) und MvzloNka (früher P. T. E, Preßburg). Der F. A. C. veMichnete M Zuwachs Nengebauer (früher P. T. (§.). Drucker (früher Hakoah), Wieser (früher P. T. E.). Simmering erwarb' ebenfalls zwei Spieler des P. T.- E. (Preßbnrg) ' und übeMes Doller dom Grazer A. K. Der W. A. C. fand in Neidlinger (früher Admira) und Schneider (früher Ostmark) willkommene Verstärkung. Diese Statistik erhebt selWoevstaMich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie beweist aber deutlich, daß sämtliche Wwner Ve-yejne davon abgekonrmen sind, Nachwuchs heranzusichen. Es erscheint uns ganz nebensächlich» welchenUvsprunhsdie Manisitionen sind. Die Klllbs greifen Äben dort m, wo sie vWn Mfolg zu erwarten haben. Die Amateure waren mit Schaffer und.' Wasser -in Fühlung. Da sie' .auch das notwendige' KlemgeD besitzen,-so konnten sie dtese beiden Spieler erwerben.^ Vienna und Simmering müssen bescheidener sein, weshalb sie in'Preßbuvger und Grazer Gehegen ragen. Die übrigen Klubs begnügen sich, mit heimischer BMe, hie oft nicht billiger ist wie das .äuslänhiW WM. Auf wWtz 'H^^^Wesse und Ber- WchiÜM L^ocht ab, gerade 'Kvei-.-BemiM.-.he?^usjWveifey M> gegen -sie W Hetzen? Sollen wir-zum UÄberftü'ß nochmals darauf hinweisen, daß fast sämtliche-Wiener Mannschaften waschechte Tschechen «in ihren Reihen haben, die ebechowLnig die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen wie zum Beffpiel die ungarischen Spieler? ,' Unsere Lös« könnten zur Ansicht gelangen, daß diese Polemik egoistischen Motiven entspringt, da unser größter jüdischer Sportverein, die Hakoah, Zuwachs von außerhallb der Grenz- PfÄlle Oöswrveichs zu erwarten hat. Die Oe'ffentlich'köit beschäftigte sich ohnedies schon eingehend mit dem UebevtM des Brünneo MaWabtjSdüvmers Schwarz zur Hakoah. Wir können nun diesen Neidern, denn nur um solche handelt es sich, aus Grund unserer Informationen die Versicherung, geben, daß Schwarz auch weiterhin in Brünn dem jüdischen Sport Ehre eintragen wird. An seine Uebersiedlung nach Wien kann « aus verschiedenen rein persönlichen Gründen vorläufig nicht denken. Tatsächlich trägt sich dieser Spiel« bereits lange mit dem G-cdanken. nach Wien zu übersiedaln, und er glaubte auch, daß er seine Absicht schon in den nächsten. Wochen wird verwirklichen können. Sowohl der Brunner Makkabi als auch der-Jüdische Fußballvevba-nd der . Dschecho-Slowakvi billigten die Gründe, des Domizilwechsels» Der Kapitän des Gäues Westmähren des Jüdischen Fußballvwbandes. Herr Hannak, und der Sektionsleiter des Makkahi, -Herr Rado, sandten an unS Schreiben, die für Schwarz als Menschen-überaus schmeichelhaft waren uNd baten um ihre Peröffentl'lchung. Wir sind gerne bereit, Interessenten oder Zweiflern ln unserer Redaktion Einblick in diese Schreiben zu -gelben. Diese beiden für die.Veröffentlichung gedachten Zuschriften bezeugen, daß Schwarz, ein tadelloser Spvrtsmaun ist. Einige Wiener Blätter haben diesen Spieler in leichtfertiger und unverantwortlichster Weise verunglimpft. Wir glauben, -daß es nun honorig wäre, wenn 'diese Zeitungen ihre Anschuldigungen beweisen würden. Die Journalistik verleiht Wacht. Sollen wir es als gewissenlos hinstellen, wenn jemand diese Macht mißbraucht?, Wir wollen dies unterlassen, denn wir sind der Ansicht, daß die Füllung -des den Spovtrubriken in den Zeitungen zur Verl» fügung gestellten' Raumes den' Sportpublizisten viel Kopfzerbrechen macht. Ist es da ein Wuüder, wenn dann Artikel erscheinen. denen jeder logische Aufbau fehlt? Fritz Baar. Sportklub—Hakoah 2:0 (2:0). Die Hakoah spielt nach der Pause mit zehn Mann. Hohe Warte. 10.000 Zuschauer. Schiedsrichter Gvünbamn. Sportklub: Gdi; Beer, Denfell; Plauk. ZaM, Lowak; Bauer. Hans, Kalls» Povolny. Gibisch. Hakoah: Halpsrn; Pollcck, Scheuer; Molnar. Gwttmvnn, Kerr; Katz, Heß. Grü-nwaAd, Häusler, NöulfM. Die Hakoah erM Mern eine verldionte Niederlage, ob-, Wohl sie in beiden SpielhäWen weit mehr im Ar.grÄff war ails ihr Gegner» Intevessanitellwälise hatte der, Umstand, daß die jüdische Mannsch>aft nach der Pause ohne Pollak spielte, keinen Einfluß auf den Ausgang' des Treffens. In dielser Zeit war sie womMich im Felde noch überlegener als vor Seiten-. Wechsel. Der Grund für die Niederlage ist darin zu suchen,' daß die Kick- UM Rusch-Methode des' Mvner Spovtlklubs sich unter der/ gegebenen Äerhältwissen wirkungsvoller erwies als 'das sÄnzWierte AngMssipiel'-der Kxieauär. Die Dorübacher Stlüivmer vernichteten von allem Anfang an aus öm stilvolles Spiel. Sie lauerrm auf Oe Fehler der gegnerischen Hintermannschaft, um daraus Kapital zu, schlagen: Da die bölden ' 'Hakoah-VertefdWr Fchler - kt Hülle uM Fülle bsginge-n. so - hatten die gogmrifchen .Würmer GÄegenhcii>t, ihre DurMpilchstvktlik zur Ai.wvMung zu. bringen. Aus zwvi argen Schnitzern von Schmier und Pollak entsprangen Mch die beiden Dreiffer.' Karl Kannhäuser bemühte', sich Wohl, etwas System in die ' Sturmlleute zu bringen.' bald agb er alber diese Absicht auf und besoWe-die-vichtilge- TMk.' Me Wann-,zur DevtÄdiglurrg Hera-Wuzichen und ,,f-chck'Stlülvtwee, nur 'dann, zum,Angriff vorzuwerfien, wem.« ein ' gegneMcher Ve,vt>öidi>jOr wieder einmal den Ball Verf-Mt bEe,,.D.i'ö Deckung der Dornbacher laistöte fast aNSsWeßliich DesansivärtbM.-. Die,B>örteiidign-ng war durch einen Minen Fovmriickgam Teufels nicht so gut wie sonst, immerhin ivar sie stark genug, um die HakoahMü-rmer mühelos WrückMverlfen. Der>-Tormann Edi kam nie ernstlich ms Gefecht. Dile Hakoah besaß amen. Al,griff, der im Felde zeitweise sehr schön sPi'Me. Je näher die Stürurer aber dem gegnerischen Tor kamen, desto mchr ging ihnen die Energie vevloren. I>M Tovbereich der Dorübacher waren die Hakoah n« im wahrsteil Sinne des Wortes „Wafevln". Die AngriiUe waren gut kontiert, an allen Ecken und Er.den fchlte aber die'ssnige Pevso-n, die das. was vorlheveitet wurde, znm Abschluß hatte bvi'Mvn können. In der. Deckung waren Guftmann -und Mvlnar'recht bmd. Ker-r' hingegen wurde mit dtz>m gegnerischen flinken Flügell nicht s-ortig. .,Einen ganz schwarzen Dag >hattel.« diesmal,-die. beilden Vertsidiiger Scheuer- und Pollak, die zahllose-Fehler begingen uM gerade dann den Ball v/ufehlten, wenn weit um>d br-öit kelin Gegner zu finden war. Da die Vertaildiger dann keine- Mier.e machten, das Leder soforit zu - verfolgen. gelang -es ' den SportMb^Stüvmern. sich rascher 'in. dessen Besitz zu setze-n, wodurch für die Hakacch. auch zweit Verlusttreffer abfielen. Halpern hatte keine MöBichLovt. die Tore ahMoehren. - Anfangs haben die Dornbacher ein leichtes Uebergewicht, Wölber Potzplnh auch einen guten Schuß anbvi-ngt. der aber das Ziel vevMt. Gleich darauf hat Häusler eine ideale Chanee, die er jämrmerliich ausläßt. In aussichtsreicher Posvbionkommt Häusler zu Falle» Nach ein-em von GuttMMn - getretenen Freistoß eütstcht vor dem SpovMub-Lor em - gefähMches Gedränge. wvbsr - der Ball.'zur - Ecke abgewehrt wird. Eine recht nnangenchme Aufgabe fällt Halpern M. als Kerr den Ball nngenan zuvücklgjilbt.- Der Hakoah-Dotwüchter erlä-ngtaber das Leider früher als der entgegelffttnvmeNde Dorübacher. Die Hakoah hat meihr vom Spiäl, plötzliich verfehlt Scheuer den Ball. Gibisch setzt sich in dessen Besitz, gilbt ihn-zur MAd nNd Povolny bucht dm. ersten TveMr. (08. Minute.) Wieder folgen fruchtlose AnigvMe der Hakoah., Bai eiinam Gegenangriff leistet sich Polläk Man schweren'Schnitzer und-Bauer erriingt in. der 32. Mimte dan zwaiten Treffer. Gleich darauf schießt Pollak..fast ein Eigmtor. Nun beweiist Heß, daß may fast im Goal stehend das Leder ins Ont bringen kann. ~ Nach SvvtenwMel tM die Hakoah ohne Pollak an, her eine Verletzung erlitten,, hatte. Ein WitzibM) auf der Tribüne meinte, daß. das Fehlen , eines Verteidigers deri Kvieanern nur zugute käme, da ^dadurch im Hint-ertveWm weniger Fehler gemacht werden könnten.Man möchte diesem 'Spaßvogel fast rechtgebm.^ denn die Hakoah.. ist nun fast stäüdig im Ar.gvW. Die vollkommene CnevgvelosWert uM' SchilßunfähWeit der Sbürmer läßt aber das. SlPovMuIbDor' fast M in - Gefahr kommen. Um Mitte der SpiÄzert geht ‘ Ntzcheld in die M'tte, währeM Heß auf dem WüEtürmerposten' eine jämm-sMche Figur macht. Die voreinMen Vorstöße der Dornbacher sind . viel gefährlicher, wobei sich einmal die Toystange als Retter in der Not Mveist. -Inl allgemeimn ist das Spiel nun sehr langweilig, da die Hakoahner anschelmenld die MchlosWeit ihrer Bamülhunlger.« emsehen. EckenverhAit-nlis 5L. Ein Answahlspiel des Jüdischen Sportverbandes. Der Jüdische SportverbaM bringt diesen Sonntag nachmittags — die erste, und zweite Garnitur der Habrah spielt beliannÄrch außerhaW Wiens'— auf dom Haloah-Platz,eme ' großzügige BoransMtuM zw Durchführung, Pie.den jüd^cheu - SportiinteaessäNben die nähere Bekanntschaft eknzelner j-üdischvr - Perome u-nid irslbelsondeve der besten jüdischen..Spieler der ', unteren Klassen vermitteln soll. Die Veranshailtüng beAnnt um 2 Uhr mit dsm M^isderschchtsspiel dm Iugendgruppe Hasmonäa —-Elektra. Um 3 Uhr trägt die Hastmonea (erste Mannschaft) -sin Frenuidschaftsspiel aus. um halb 5 Uhr fpM die MaÄaboa ihr fälliges Meisterschaftsspiel gegen Carnuntum uM schließlich gelangt,'MN- 6 Uhr ein AuswahMÄ' zweier' Mischer - Toamszur, Austragung'. Das A^oam. zusammengesetzt' aus Spielern Wischer . Börjbcmdsvevöir.e mit Ausnahme des I. A. C., der in der Meisterschaft beschäftigt ist, wurde vom technischen Komitee follgendermaßen n-omiüvert: I. Weiß (Ha- - zair); Kölnisch. HiuschfM (beiilde Kadimah); Ronhs (Hägait), Sobal (Hasnlonva), Gold,(Hasmonea):-- Schalit (Kadimah), Berg (Menorcch).- Hevomanm-WMmM., Keßler (HaSMonea)/ Prllinger (Hchajr). Ersatz^Mger (Par Kochba), - Schwarz (Hazair). Fromm (Hasmoüea), -Klein (Ari). Diäsem Demn tritt Mn eine zweite Mamilschaft entgegen, die.'aus der,- Vesten' Spielern der Wischen Nichtverbandsvovaine Mammemgesetzt wurde, und War: Muschel (IugenldlbuM)^ SchwMim, C^jeS (beide Lloyd): Sendrowivz (Lloyd), DiammMtem (Chevuth), Atougvusiwn (I. S. C.): KraLauer. Hahn (beide I. S. E),'. Schapiva (Cheruth), Bock (Baumgartner Hakoah),, Hcckper« (Baumgartnier Hakoäh). Ersatz; Lorant (Gideon). Hepmann« (Lloyd), Wer (Adir), Naumann (Iugendbund). Beide 'Mannschaften sind schr fprskstark rmd werden den Zuschauern sicher- M ein spannendes, technisch hochstehendes Spiel vorführen. Das SpU wird von Herrn-Ing. Baum gsbeit-ck. : ' Mr sämtliche ausgestellte Spieler besteht am SäMstag- und Sonntag Spiekvepb-Ä. Eventuelle AWagep sind 'unMhend - Copriyght 19B3 Rachdruck vrrbotm. byß.I,8wit. Verlag,Wfon-Leipzlg. (18. Fortsetzung.) Za Polens WWern. Roman von' I. Opatoschu. Autorisierte Ueöertvagung aus dem Jüdischen von Siegfried . ' vv Schmitz. „Mein Water, er ruhe in Frieden, hat nie einen Pächter ivogtzeschickt", sprach Abrahatn weiter, „ich werde-es Mch nicht tun! Urch ich versichere, dir, noch heute nachts führt Simche seine Pachter nach PloÄ; hist du mm zufrieden?" ' Dwojvöl-e begann sich wortlos anKu-kleiden: „Komm, Brajne, komm mit mir! Ich habe nur den einzigen Schn." ,Derühigt euch,. Frau!" Brajue faßte sie bei der Hcvnd und küßte ihre Hände. ,Mosollen-wir ihnsuchen? Es ist doch Nacht." -;. . - „Was bittestdu sie?" /wandte, sich Abraham an Braij-ne, „Laß', sie laufen!, Meinetwegen nrag sie sich den Kopf eünschkagen mtt dem Schn zusammen!" Dtvojvele hiß sich auf ihre reinen Lippen, Mang mrvös den tiirkifchen Schal um den Kopf, nahm' eine Schürze, sah äüsichfllch an ihrem Mann vorbei und wandte sich an Brajne. ’ •' „Gehst du? Sonst gehe ich allein." ----- ' ,. „G>ewiß gehe ich! Ich werde hoch nicht d-je -Frau alleingchen. lassen." - Als die Frauen schon bei der Äir svaren, -klaschte Abra-" Hain mit aller Kraft in die Hände. ' ., „Was geht da eigentlich vor- Ich habe, glaube sch, auch noch etwas zu sagen! Mordechai -gehört ebensogut nur, wie d«! Es nruß doch — — "! ' ’ Mü einem. Sprunge versiMe er den Frauen den Weg. - „Du wirst nicht gehen, hörst du, Dwojrele'.Wein Name, ist nicht mehr Abraham, weim du gehst. Was weinst du? Der Teufel wird ihn nicht holen! Wie sie schluchzt! Ich gehe schon, ich gehe um den Herrn Sohn,- hist du nun zufrieden?" Als Abraham draußen war, führte Brajne Dwojrele Atttil „Der Herr schreit, das ist schon seine Art, aber .glaubt mir, Dwojrele, das Herz tut chm genau so Weh, -wie euch!" Dwojrele lehnte den Kopf an Brajnes Schulter und schluchzte wie ein Kin-d. Kapitel- 8.'. Die Geißelung. Movdechai erwachte einigemal und wollte aufspringen; er wußte im Schlaf, er müsse zu Rachel laufen; sie wartete auf ihn. Aber seim Medey wären steif vor-KAte und schienen an sein Lager adfroren zu sein. Bor Weh schrie er laut au-f und erwachte. ' Es dämmerte. Alles ringsnm ivar in Grau gehüllt. Nur im Osten begann der Himmel klar zu werden und di« Baumwipfel flannnten auf. -. Mordechäi zitterte vor Kälte Md vergrub sich tiefer ins Heu-; eie war gewiß; er wtzrde nicht mehr schlafen, sow-, 5ew nur eine Weile mtt geschlossenen Augendaliegen; zu- : gleich aber fühlte wie sich^sHine.AugerÄÄer aneinanderklebten und alles rmgsnm verschwamm. Sieh da, sieh da! Das Dach öffnet sich, das ist der Thron der Herrlichkeit, - — -wer sitzt, dort? .Ein blauer Streifen zieht sich herüber und hüllt mich ein, Seraphim bewogen feurige Flügel ' und rufen einer'deck andern zu: Heilig, heilig, heilig'! ' Von dem Ruf erbeben die Bäume, sie wanken, sie fallen,? siebrennen, dichter Hauch umhüllt mich, erstickt mich.--- was ist das? Ebne Hand? Wie groß - sie ist — Dater -- Gott!-Die Hand hält eine feurige Kugel, sie legt sich, .auf mich, wie ein glühender Berg, oh meine Lippen! —, ich höre eine Stimme: ,^Feuer reinigt von "Sünde — Feuer reinigt von Sünde..." Was: blaut dort so? Ein' blauer Wald! Wer geht dort? Sieh nur, wie sein' Bart flammt! Wen führt er? Wen? —^ Rachel? Ihr Vater hat sie doch beim Zopf heimgeschleppt..' "Ja, ja, wahrhaftig, es ist Rachel, sie lächelt.mich an, und wer geht dort? '— Ach, das ist ja Reb Jtsche! Gut, gut, Mordechaj, ich brauche dich gerade, konmr, Meschiach tvartet auf.unser führt deine Braut — wie heißt es doch: „Gekommen ist die Zeit, da der Mann feine Rabbi, wo ist Meschiach? Dott steht er, mit dem feurigen Bart, mtt den Hörnern... .... •»- Und ich meinte, Meschiach habe einen . schwarM^ Bart... ' Ja mein Sohn, du hast recht, Meschiach, der Sohn Davids, hat einen schwarzen Bart, aber das ist Meschiach, der Schn Josefs. Mordechäi gi-pg neben Reb Jtsche her; er fühlte etwas in sich aufflammen und glüheyd, etwas sich emfveffen in sein Blut und erbebte-vor großer Freude. PWtzlich fiel ihm ein, daß Meschiach,'der Sohn^ Josefs, mnkommen müsse; da ergriff ihn großes Mtteid und er brach m .Träntzn aüs. Warum weinst du? Ern Jude soll immer fröhlich fern, Md überdies gehst du doch, um deine Braut zu treffen! Ich bin sündig, Rabbi, wie kaM ich vor Meschiach treten? .: . ' . ' - Leg-e die Schuhe^ ab. Mordechäi sah ans feine nackten Füße nnd verstand nicht, was Reb Asche von ihm wollte; dann entfuhr eL ihm: : Ich bin ja -barfuß. -! ‘ ' Wenn du dessen sicher W, so komm! Mordechäi 'weinte noch lauter: . - Ich habe gestern einen Juden geschlagen -4- Rachels Vater ich habe auch meinen eigenen Dater schlagen ' wollen, ich. bin sündig.. . . . Fürchte dich nicht, Mordechäi. Er ist lairterev Erbar^ men, komm, deine Braut harret dein! Wie heißt' es doch:- ,Drehe, ich sandte euch den. Propheten Elijahu mch er gäb' den Vätern.Herz für die Kinder..." Und was wird' mit Meschiach, dem Sohn< Josefs, ge- , schchen? ' / ' Er wizd unstommen..: Mochechai' fühlte tiefes Weh, breitete die Hände «ö'l und schluchzte: ' » „JHÖWI't- Rabbi!..." Tränen reinigen von Sünde — Tränen reinigen von - 'Sünde...

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