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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-15 · Heft 1558 (15.6.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1558 (15.6.1923)
Date
1923-06-15
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Miene« Mvesrnzelirms. 16. Juni,1923 Serie »> lichkeit, ins Oberhaus Ml flifrt. Er stellte deshalb den Antrag daß der Spielausschuß sich dahin entscheiden nvöpe, daß nicht drei, sondern Ov-ei Vereine in die Ziiveite Klasse obste igen. Der Vertreter des F. A. C. versicherte, das; sein Verenl» der dem V. A. S. angehört, geqen «c-inr ZlweiteLn'Ng der ersten Klasse stimmen werde. Der Redner unterstützte aber den Antrag des Herrn Budasch. In sehr temperamentvoller mrd nrwüchsiper Fornl protestierte Herr Pichler (W. A. ft.) gegen .irgend eine Aenderung. Er verlangte, daß der festgesetzte Klassentvechsel ibeibehalten wird. Herr Ratzel ^Hertha) war ebenfalls gegen eine Zweiteilung und für eine Verringerung der Abstiegskandidaten aus zwei. Unter allgemeiner Spannung ergriff Herr S ch ö n e ck e r (Rapid) das Wort. Er stellte vor allem fest, daß Rapid noch im Schutzverband sei. Daraufhin machte Herr Schmieder den Zwischenruf: ,/Lembe.rg ist noch in unserem Besitz!" Herr Schönecker nahm den ganz merkwürdigen Standpunkt ein, daß die Lösung dieser Frage nicht in den Spiela-nsschuß, sondern in den Schutzverband gehört. Er versicherte, daß so -manche Handlung des Sportklubs.Rapid, die den HutteldoUfern sehr 'übel angekreidet wurde, im Auftrag des Schutzveribandes geschehen ist. In dieser Körperschaft ist erst reiner Lisch zu machen, dann kann eventuell der Spielausschuß, .dem er keine sonderliche, Bedeutung beimißt. Beschlüsse fasten. ' Herr Baar verwahrte sich ganz energisch dagegen, daß der Sprelausschuß von Herrn Schmucker als minderwertige Korporation hmgestellt wird. Er weigerte sich, in einer Körperschaft ffn sitzen, in der die Deremslvertreter förmlich zur Meiunngslosigkeit von Barrierstöcken Veruvteklt sind, da sie mit geschlossenen Marschrouten bereits zur Sitzung kommen. Herr Schmieger gab seinem Vorredner vollkommen,recht. Er bedauerte, die Existenz des V. A. S. und des Schutzverbandes und verlangte, daß sportliche ftvagen ausschließlich im Spiel-, ausschuß behandelt werden. Herr Schönecker gab Hie Beosicherung, daß sein Verein sich gerne streng an den Wortlaut der Statuten und Satzungen hält. doch müsse er scststellen. daß der FustbalVvevbcmd sich so manche Urbergrifte zuschulden kommen läßt, wie das, Beispiel Wieser lehrt. Dieser Spieler hat in der Meisterschbistssaison 19W—LZ sur die WurKumw Kickers MeisterschcOskänchse ab- . solviert und trotzdem erhiÄt er entgegen den Bestimmungen vom ftußballvorband für die Amateure die SpielbÄvilligung. Herr Baar erklärto sich gev>ve bereit, in einer speziellen Sitzung sich mit dieser Frage zu befassen, doch müsse er' darauf Mayen, daß mvn vorerst mit d-,m Klassenwechsel ins Reine kommen müsse. Herr Schmiegsr stellte hierauf den Antrag, die bereits gestern veröffentlichte Resolution zu fassen.. Bvünne« Brief. Brünn. 10. Jum. Allgemein wurde befürchtet, daß die Makkabi noch lange an den Strapazen der Spanienreise zu tragen haben werde. Erfreulicherweise haben die Schwarzseher diesmal nicht recht behalten. Seit der Rückkehr'hat der jüdische Verein drei Spiele ausgetragen, wobei er sämtliche siegreich gestalten konnte. Der Mahrisch-Ostrauer Meister Slovan wurde mit 0:4 Toren geschlagen und in Kaschau siegte Makkabi gegen S. C. S. Kosice 4:1 und gegen Törekves 1:0. In den beiden letzten Fällen fehlte Schwarz. In Kaschau stand die jüdische Mannschaft unter Führung des Herrn Direktors Bergmann. Utl x/uui UUS’ljUIVfUUrtU UH LU. Am Sonntag findet in Preßburg das Spiel zwischen dem jüdischen und dem ungarischen Verband statt. Da der Makkabi (Proßnitz) aus uns unbekannten Gründen seine Spieler Tommy und Breuer zurückzog, muß der Brunner jüdische Verein seine erkrankten Spieler Weisz und Niki für das Team stellen. Der Proßnitzer Makkabi wird voraussichtlich der gerechten Strafe nicht entgehen. Der Brunner Makkabi hat für die nächste Zeit folgende Spiele vereinbart: 16. und Sportplatz Hohe Warte Donnerstag den 21. Juni, Vs® Uhr Cup -Semifinale (Wiederholung) Billige Sitzpreise!! Vorverkauf ab Freitag an folgenden Stellen; Sekretariat Hakoah, Wr. Sportklub, Vienna, Stadion, II., Franzensbrückenstrasse 24, Häusler, II., Taboxsfeasse 59. 9853 17. Juni tomHiel. legen Viktoria (Pilsen) in Brunn, 23. Juni Re- Judischer Verband gegen M. L. Sz. in , Brunn, an einem folgenden Wochentag gegen Zidenice in Brünn, 29. und 30. Juni Spiele in Mährisch-Ostrau. 8. Juli gegen Mak- /C»—r.^iM X*%* Aaw lenen SonntMH ... . ... _ das Reuttat entspricht aber keineswegs dem Kräfteverhältnis, da die Unterlegenen ebensoviel vom Spiel hatten wie ihre Bezwinger. Der Makkabi stellte eine sehr schwache Verteidigmrg. Seme besten Spieler waren Breuer, Kodes (früher V. A. Bu!wpest) und Platzer. Der Mannschaft fehlt Kampfgeist. Erfolge können dann erzielt werden, wenn eme Elf zu kämpfen versteht. nur DaS Revanchespiel Oesterreich—Schweden. Oesterreich siegt 4L. HeMnaborg, 14. Juni. In dem Revanche-FuMll-Dänlder. fpiÄ Oesterreich—Schweben siegte Oesterreich 4L (HaWzeit 3:1). __ fiett Dr. Lipot Schwarz, der in letzter Zeit baS Generalsekretariat der Hakoah führte, hat seine Stelle zurluchgÄegt und wurde in die ÄlluAeitung des Vereines kooptiert. Herr Doktor. Schwarz hat sich 'in seiner früheren Tätigskert große Verdienste erworben, was auch in einem überaus herzlich gchaltenen DaMchreiben des Vereines zum Ausdruck koMnt An seine Stelle tritt Herr Theo Rubin, der zum Generalsekretär der -Hakoah b^tnnmt wunde. Die Amateure treten Sonntag den 24. d. ihre Schtvedenreise cm. ... Lohvmann. -der vo-wiWche Torma-i.-n der Spielveremrgung Fürth, der bekanntlich en e Wienerin geheiratet hat. Ijait sich seif Sonntag in Wien auf. Er soll auch bereits emGrschaistslokal erwovben halben, ivo er ein Modegeischäft evofsnen wird. " Jüdische Sportverbandsmelsterschaft. Samstag, Belweaung 20-Platz. 5 Uhr, Jugenldbnnld—Haschilton. Schudsdichter Herr Heinrich Füllte rw eit. 6 Uhr, Hakadirr—l.;. S- C. Schiedsrichter Herr Posanner. Z«m Andenken an das Wettspiel Italien-Achecho- SlöwE, iy ' welchem die- Tschecho-Slowcckei 5*1 gckwonnen hat, ülöernirtitelte die italienische Federation den tschechoHlÄva- Uchen Repräsentativen 11 silberne Erinnerungsplaketten. Die Schwedischen Kampsspiele 1923. Die «MUich der Jubiläumsausstellung in Göteborg angeoüdneten großen internaidionalen ,-Schwedischen KamtzWiele" sind in drer Gruppen eingeteilt, nämlich: 1. Lawn-Dennis in der gedeckten Halle, 2. Spiele, Volkstänze, Golf und Gymnastik, 3. die 'eigentlichen Spiele. Zur ersten Gruppe kann man auch die am 12. und 13. Mai stait'tgchundene EiNioeihung des Göteborgs Stadion rechnen, zu Gruppe 2 den Fuß>balläN!de.rikampf Oesterreich-Schweden. der anr 10. Juni ausgetragen, müde und sozusagen die Schaustellungen und Msttkämpfe dieser Gruppe emleitete. Das vollständige Programm der .Schwedischen KvmWpi-eile" fft: Laitvn-Dennis in der gedeckten Halle: 9. bis. 18. Mai. Einweihung des Stadions: 12. bis 13. Mai, Spiele und Voüstälwze (schwedisch): 10. bis 13. Juni. Schulturnen M. M88 ~ Man, Freitag Fußball. Aus ver letzten Spielausschutzsitzung. Wir berichteten bereits in unserer gestrigen Rumover, daß der SpivlauSschuß der erstell Klasse die Resolution faßte, den Vovgeschriebenen Klassen,Wechsel sestzuhalten und jeder lgeplanten Aenderung entgegemzutreten. Die Beschlußfassung über die Aendemng der Ans- und' Abstiegbestimmung obliegt wohl der GeneralversaMurlung des Wiener Fußballverbandes, doch haben dve Spielausschüsse bei der sie betreffenden Neugestaltung eines Gesetzes das Vetorecht, Ueber den Kopf des Spielausschusses der ersten Klasse kann zumindest satzungsgemäß die Generalversammlung des W. F. B. keine Aenderung des Massenlvechsols vornehmen. Nach der von den Vertretern iberersten Klasse gefaßten Resolution müßte also alles beim Alten bleiben, das heißt, daß am Ende des. heurigen Jahves drei Verei>ne ans der ersten Klasse ab- und Mei aus der zweiten Klasse awffteigen. Da die letzte l Spielausschustsitzung von so großer Bedeutung war, ver,ösfentlick)en wir im Nachstehenden einen genauen Sitzungsbericht: Gleich zu Beginn der Sitzung stellte Herr Schmieger (Wiener Sportklub) fest, daß die Meisterschastsauslosung für die'komMNtde Herbstsaison auf der Tagesordnung steht. Mit Rücksicht daraus, daß die Nachricht kolportiert wird, daß Verhandlungen zwischen dm B. A. S. und Schutzvevband gepflogen werden,. die eine AenldeMUg des Klastenwechsels 'bezwecken. beantragt er. daß die Auslosung xrst später vorge- »tonrmen wevde >imd vorerst von den beiden Gruppen Mitteilungen genracht werden, wie sie sich die Neugestaltung der ersten Klasse vorstellen. Herr Schmieger will diesen Gerüchten nicht recht Glauben schenken, da er nicht annchmen kann, daß reife Sportslearte wegen vc^rmeintlicher geringfügiger Vorteile den Wiener Fußballsport zugründe richten wollen. Als Vertreter^ des Wiener Sportklubs gab er dir. EMärung ob. daß er gegen jede Aenderung auf bas energischeste austreten werde. Anschließend daran hielt Artur Baar (Hakoah) eine sehr eindrucksvolle Rede. Vor allem stellte . er die Frage, warum eigentlich eine Aenderung im Klastenwechsel emtwteit soll. Er sieht keinen Anlaß und bittet demgemäß die Redner, die sich für die Nengestaltu>ng einsetzen. ihre Ausführungen auch eingehend zu begründen. Herr Baar wies auf die zahlreichen Schäden, die eine Zweiteilung der ersten Klasse mit sich bringen würde, hin und erklärte zuim Schlüsse, daß er als Vertreter der jüdischMtionalen Hakoah ein eminentes Interesse daran habe, daß der Wiener Fußballsport auf seiner heutigen.Höhe ePhMenbMbe. .Herr Bndasch (Rudolshkügel) versicherte, daß mtcf) sein Verein sich gegen eine Zweiteilung der ersten Masse ausspriM, doch, brinigt er den Vorschlag, daß nicht drei, sondern zwei Vereine obisteigen sollen. Ge begründete seinen Antrag wie folgt: ,Menn drei erstklassige Vereine in die zweite Klasse gelangen., so, müsien zwei davon in einer Gruppe der zweiten Klaste 'Molem.Demgemäß muß einer von diesen beiden, unbedingt auch am Ende des nächsten Jahres in -der zweiten Klaffe bleiben, da doch mir ein Klub die Meisterschaft gewnmen kann. Praktisch gesprochen, kann sich der Fall ergeben, daß die Mstiegskandidaten W. A. C. und Rudolfshügel -in die zweite Klaffe Süd eirmdteilt werben, Svähvend der dritte Degradierte in die Gruppe Nord kommt. W. A. C. oder Rudolfshügel trifft daM das harte Los, auch an: Eirde des nächsten Jahres wieder in der Westen Klaffe bleiben #it Inüssen. Zu dieser Zeit steigt aber wi-eder ein Erstklassiger in diese Gruppe alb, .ja. es ist sogar möglich, daß zwei Erstklassige zu den Znrück.gebliebenen konnnen. Es sind also die Saucen für diesen Pechvogel, -in den .nächsten Jahren die ErWassi-Beit zurückzuerobern sehr gering. Bisher, hatte, ein vour Oberhcms albgeststgenier Verein zumindest -theoretisch die -Möglichkeit, gleich im ersten Jcchr seiner Zugehörigkeit zur zweiten Klaffe ivieber aufzusteigen. Solche Beispiele sind: Vienna. W. A. C.; und Ostmark. Herr -Budasch betrachtete es deshalb als empfindliche Ungerechtigkeit, wenn .man den heutigen Abstiegskandidaten nicht die gleiche VWg- Gopriyght IMS Nachdruck verboten, byR. Löwit Verlag,Wlen-Leiprig. . (12. Fortsetzung.) 3n Polen» «Atem. Roman von I. Opatosch«. Antorisievte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. *-NaH zwölf Monaten wird sich Mefchiach im Himmelsparadves zu evekennen geberr, alle Zaddrkim werden chm krönen und mit Golvafsen nmgürtvn, darauf heilige Gottesnamen eingeritzt sind. Ein furchtbarer Stern wird am Himnrel. erscheinen, purpu-rfavben. Er w-ivd auch bei Tag leuchten und strahlen vor den Augen der ganzen Welt. Und eine Feuersäule wird sich erheben von Norden her^bis in den Himurel und >wirb dem Stern gegenüberstehen durch vierJig Tage und die ganze Welt wird in ^Furcht erbeben. Daun wird der Stern mit der. UantMe Krieg führen vor aller Augen. Eine Stinrme wird sich erheben unter Donner und Blitz, daß die Erde davoll e-rbeibet und viele Armeen und Heere daran sterben. Und anr gleichen Tage tvirb in Rom / «ine Flamme auflodevn, die wird viele Burgen, Paläste und Tüwne verzehren. Dann wird eure Stimme anprallen an die Zweige der Bäunre des Gartens und laut rufen: „Steht auf,, chr Heiligen, steht auf für Meschiach! Gekonnnelt ist die Zeit, -da der Mann seine Frau zurücknimmt. Er will mit der Melt abrechnen für das Leid, >das der Fvcnr geschah, er will sie erheben und den Staub von ihr schütteln . . werden alle aufftchen und ihn wieder mit Gewaffen ünrgürten. Mraham zur Rechten, Jizchak zur Linken, Jaakob vorne; und Moses, der trene Hirte, wird tanzen rnit allen Za-ddikim des Paradieses. Wenu er gerüstet ist, wird Meschiach wieder in das „Vogelnest". gehen und dort sehen das Bild der Tenrpelzerstörung. und aller Zabdikim, die damals mngekonunen. Da wird er von dort zehn Kleider der Rache hervorholen und sie vierzig Tage lang dort verstecken. Dann wird es vom Throne' der. Herrlichkeit her nach dem „Vogelnest" mit Meschiach rufen. Sie steigen ernpor, unb Gott.erstehet den König Meschiach « dis Kleider der Rache gehüllt, in Getvaffen gerüstet und er küßt ihn auf das Haupt. Da werden die dreihundertneunzig Himmel eicheben. Gott winket dann einein Himmel, der seit den sechs Tagen der Schöpfung verborgen gewesen. Und er nimmt aus dem Palast eine Krone, auf der heilige Gottesnamen eingegraVen sind. Mt dieser Krone ist Gott gekrönt Wochen, als die Juden Vas Meer durchschritten, in ihr nahm er Rache an Pharao; die Krone setzt er dem Meschiach auf und küßt-ihn wieder; da nmvingen ihn die heiligen Streitwagen und die Armeen des Paradieses. Bon ihnen allen wird er gekrönt werden. Und er tritt in einen Palast und sieht dort alle oberen Engel, die ewig über die Zerstörung weinen. Dann kommt e« von dort heraus/ gekrönt, gekleidet in alle Mftungen von unten und oben imd viele heilige Armeen um ihn. Die ganze Welt wird ein Licht scheu-, -dqs vom Himmel bis zur EM reicht... Sieben Tage wird es stehen und die ganze Welt wird eri schrecken und hilflos sein und niemand, außer den Weisen, . welche die Geheimnisse kennen, wird wissen, was das bedeutet. Die ganzen sieben Tage lang wird er auch auf der EM gekrönt werden mr dem ,^Vogelnest" •*- in Rachels Grab. Am Scheidewege steht sie. Er bringt ihr die Botschaft und tröstet sie und sie wird getröstet. Sie erhebt sich uud küßt ihn. Daun schwindet das Dicht von dort und bleibt stehen über der Palmenstadt Jericho. Zivölf Monate lang wird er verborgen sein im Dicht des Vogelnestes". Dann wird er das Licht zwischen Himmel und EM hängen mÄ wird in Galiläa ruhen; dort wird er hervortreten aus dem Dichte des ,Dotzelnestes" und zurück an seinen Ort gehen. An diesem Tage -vrvd wieder die ganze EM erbeben von einem Ende Ms Himmels bis Wm zweiten und die ganze Welt' wird sehen, Meschiach ist gekommen. Glücklich der, der in dieser Zeit sein wird" und glücklich der, der in dieser Zott nicht sein wird . . MoM chai schallte auf Reh Fische und meinte, dessen Seele sei entrückt. Dirrch das offene Fensteer sah er ein Stück des Waldes m Flammen — die Sonne ging unter. Beim Stall putzte der Heger sein. Pferd. Sein vierzehnjähriger Junge, Watzek, saß barfuß auf der Erde, hielt -den Hund Filut bei den Ohren und neckte ihn, indem er einen Stein warf. Der Hund riß sich loß, in seinem Eifer rannte er' über den Stein weg, dann faßte er ihn mit lautem Bellen und trabte unzufrieden zu seinem Herrn zurück. Mordechai schaute auf den Heger und auf Watzek und bedauerte sie; sie llvußten gar nichts und lebten wie die Tiere; -und' da hinter der Wand sitzt Reb Jtsche, der Welten baut und zerstört. Großes Mitleid erfüllte MoMchai. Reb Jtsche schloß das Buch, und als er MoMchai bs* merkte, sagte er steundlich: ,Mtt, daß du gekommen bist, MoMchai." MoMchai sah zu, wie Reb Jt-sche aufsta-nd, d:u Rock anzog, die Hände rieb und gut gelaunt durchs Zimmer schritt; sofort wuM ihm ivohl zumute und er begann zu erzählen. Atordechai stammelte, wurde rot und kam in seiner Erzählung nicht vorwärts; da begann er von neuem, verwirrte sich aber noch mehr und schließlich sagte er in einpaar Worten Reb Jtsche, wie es mit ihm uud Rachel stand. MoMchai merkte, daß ihn Reb Jtsche, so länge er sprach, nicht ansah, damit er nicht den Faden verliere; dastir bekam er ihn noch mehr Reb Jtsche hörte bis zu Ende zu, dann blieb er stehen und begann zu sprechen, als setze er ein abgebrochenes Gespräch fort: „Das bedeutet, daß du. die erste Stufe erreicht hast — andere kommen auch so wert nicht — gut! Gut! Wisse, ein ehrlicher Jude nruß sich der^ Herrschaft des Zaddik ergeben mit Leib und Seele, denn der Zaddik vereinigt iu sich Weisheit, Gnade, Dickbe — was saaich? Er vereinigt in sich alle Sefiwth, er hat nicht mx daS Herz die Kanrmer des Samael, die linke Kammer, in. der, das Böse Macht hat. Denn wisse, jMr Mensch hat auf beiden Setten des Herzens zwei Kanrnrern. Die rechte enthält , bloß Luft), die linke aber ist mit Blut gefüllt, dort sitzt das Böse »Md führt den Menschen vom rechnen Wege fort." Nachdenklich durchmaß Reb Jtsche einige Male daj8 Zimmer und baute an seinem schtvarzen dichten Ba-vt; dann blieb er wieder stehen. Gor-tfetzuM fr%t.) 001

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