Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1556 (13.6.1923)
- Date
- 1923-06-13
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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MW Wien, Mittwoch Wiener WorgvnzettunG sm I 0* FOW. Die Lehren des 3. Juni. 2)er ,Mport-Mvntag" veröGeEcht^ m ferner letzten Numünev unter ohigem Tim eme.Polemik, die unserer Meinung »ach von'falschen Voraussetzungen auSgeht und in den Schlußfolgerungen zu gang unrichtigen Anfichten tzülarrgt. Deshalb' soll diese Abha-Mung nicht unüoiderijpwchen bleiben, umsomehr, als sie einen Satz enthält, den zu gelbrauchen zumindest gefährlich bezeichnet - werden kann. Der ,-Sport-Montag" berichtet, daß die Vorgänge, diae.sich cnn 3. Juiri beim MeisterichaiftÄspiÄ Rapid—Wmateure auf der Hohen Warte absplÄten, für ihn. nicht überraschend kamen, da der Fall Schaffer ven berechtigten Unmut der bodenständigen Wiener Sportgemeinde Hervorrufen Mußte, ks war nur von äußeren Umständen abhängig, wann lind wie »ie WervMigende Mehrheit des Wiener Sportvolkes öffentlich dagegen pvoteftieven werde, daß der Wiener Verband die Wiener Meifterffchaft einer Mannschaft ausländischer Profis ruKiefert. Diesmal ist die Sache noch glirnpfflich abgegangen, »er „Mpvrt-Montay" .warnt aber vor einer Wiederholung. Wir beabsichtigen keineswegs, für die Amateure eine 2cmze M brechen, oder Rapid ein „Klamipfel" anzuhängen, da vir beide Vereine, so wie alle übrigen innnd auUändifchen MubS ganz gleich vinfchätzen. Alle haben dieselben Tugenden lud Untugenden. Nur treten diefÄbcn in ihren Auswirkungen »erschieden zu Lage, was aber wieder ausschließlich darauf uÄSzuführen ist, daß die geschäftliche Tüchtigkeit und die frhwmtffraft der .Mubbonzen" in den einzelnen Vereinen drrchieden ist. Der ,-ZPort-Montog" spricht von einer „bodenständigen Wiener Sportgemeinde" und von einem herech tilgten Unmut. Das Wort,bodenständig" wurde in der PolM derart oft mißbraucht, daß wir es als gefährlich - bezeichnen. müssen, dieses Wort in die Sportpubliziftik zu brm- >en. ,Wer ist denn eigentlich die bodenständige Wiener Sportiemeinide", und gegen wen kann sich ihr „berechtigter Unmut" Achten? Die UtmmteÄtvecker können doch wohl nur die ,ffremd> 8«dME SpiÄep sein, da es dtzm erbeingefeflenften Diener »och ist, wer Ansicht, oder welcher HeMnft ein SchiMlichtA M Wir möchten nun die Frage auftoerfen. ob Uridil, VessNy,^ MachÄ oder Wondvak ,^bodenständiger" sind, wie Schaffer?-Der Name des Letzteren beweist zur Genüge, daß er nit dem Wiener Deutschtum viel veMandter ist, wie . die hi'üteldovser Spieler. Schaffer ist ein ungarischer Schwabe, »essen, Aussehen die germanische WEnnst beftättzgt, chähreNd üridill, Wessely, Machek oder Wondvak unstreitbar Tischechentämmlinge sind. Die Vermutung wäre ccho, berechtUgt, daß ne „bodenständige Wiemr Sportgenreinde" Schaffer als de» cheimgekehrten. verlorenen Sohn" bchrüßen> und die HüttÄwrfer zur Sparta nach Prag schien wurdet Der rßptnA* Montag" beabsichtigt aber ttxchrfcheinlich nicht, Rassenpvobleme rufzuvollen. Er nennt sicherlich die Spieler bodenständig, die ' in Wien aufgewachsen sind und in Wien ihre sportliche Entwicklung genommen halben.'Wir stich'aber der Ansicht, daß es unter den gegebenen Verhältnissen keinen Menschen etwas angeht, woher die Vereine i'hre Spieler beziehen. Wenn unser Fußballverband, bildlich gesprochen, auch beide Augen zudrückt, so pfeift, doch, schon jeder Spatz auf dem. Dach, daß bei uns der Pvofessionalismus ebenso zuhause ist wie in England. Die' Vereine, die früher ausschließlich ideellen Zwecken dienten, sind nun in erster Linie geschäftliche Unternehmungen, geworden. Ein Geschäft kann aber nur dann - geführt werdeir. tvenn es erträgnisreich ist. Diese „Binsenweisheit" halben sich die englischen BerufsspielerMbS schon längst zunutze gemacht. Sie halben zu einer Zeit,, wo wir den Fußballsport noch gar nicht kannten, gewußt, daß nur eine gute Fußballmannschaft Geld bv'.ngt. Deshalb engagierten sie mit Vorlie'be schottische Spieler, sie waren , aber auch jederzeit bereit, kontinentale Kräfte zu verpflichten, wie das Beispiel Pekarna lehrt. In England ist es aber bis jetzt keinem Menschen eingefallen, seinen Unmut gegen irgend einen Klub zu richten, weil er die englische Meisterschaft mit schottischen und kontinentalen Spielern gelivonnen hat. Der Vergleich hinkt keineAvegs, .wenn wir feststellen, daß ein Kulturvolk noch nie.Ci'» Theater boykottiert hat, weil es ausländische Mnstlev engagierte. Oder Würden unsere. Mitbürger die.Philharmoniker in Acht und Bann tun, wen» ein Russe Konzertmeister wäre? Der Besucher hat das Recht, für das 'geopferte Geld eine . Leistung zu verlangen, und Orchester, Theater und Fußballberein« zeigen tarn das gleiche Bestreben, etwas zu bieten. Wenn, dev Fußlballverband den Professionalismus stillschweigend gestaltet, dann haben die Vereine, wenn es ihre Existenz verlangt, das Recht, selbst elf ZU'lukaffern mit der Vertretung ihrer Farben zu betrauen. , . Der,-Sport-Montag" warnt vor einer Wiederholung. Wir sind uns darüber nicht recht klar, was nicht mchr wiederholt werden soll. Immerhin hat' dieses Matt recht, wenn es weitere Ausschreitungen befürchtet. Die Schuld daran trägt aber zum Teil die Presse, die die Sportinteressenten in einer falschen Mentalität bestärkt. Die Amateure sind in HütteAdorf nicht be-. liebt. Diese Tatsache hat vielte Ursachen, aber nie und wmm«r die, daß Schaffer in dev Mannschaft Hielt. Letzterer ist viÄleichd der Anlaß, oder besser gesagt, deü Bqrwand sSv die AniimosiM, aber nicht die Ursache. ' Aus dem 3.- Jü»r istnurbieLelhve zu AZchen, daß der Pvofessionalismus unverz>üOich Gesetzeskraft zu erhalten hat. Die bestehenden und nicht cAs der Welt zu schaffenden Dev- HMtnisse verbangen ihn, und die Verbünde und dis Presse tragen zu Mchen Döilen SchnD, wemr ^dankenlofe und fanatische Zuschauer daW beitragen, de» FuMaltzpovt in Verruf za-bringe«, > , Kchtz Bpnoue, Mwischer Vevöand—M. & 6g. (2:0). folgende dmann, NckolS- 1; ,Koerste Salbzett stcuü) 'im Zeichen d« Ueberle^nhert. Dem Schiwsrichter stellten sich in Preßbu Mannschaften: Jüdischer Verband: Taussig; Fffcher; Fischl, Reiner. SßeiSa; Razso. Schwarz, Ob burger. Borger. M. L. Sz.: Hstly; MeiWger, Sch, vacstk, Hegyr, Kohut, 8; Galik. Molnar, Müller.' Die e Saegto Copriyght 1983 Nachdruck ttnftote». dy R. Löwit Verlag,Wien-Leipzig. (10. FortsetzMg.) 3n Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. Atttoriiievte Uebertragnng aus dem Jüdischen von S iegsr-i-e-h Schmitz. Bor langer, langer Zort, als die Menschen noch jmvg mären und die Sprache der Bäuine verstanden, lebte Prinz Krokus, Ljachs jüngster Sohn Krakns wohnte mit seiner jungen Frau Landana am Quell der Weichsel in einer Höhle, die die Form eines Menschenschädels halte. Die Höhle war weit und breit berühmt. Damals waren die Menschen kling. Sie wußten, daß der..Herr des Waldes, der gvcrwe Waldvater, der vor Alter fast'mit Moos bewachsen war, jedes Bäumchen streichelte, jedes Zweiglein küßte und den Wald liebte, wie eine Mütter ihre Kinder. Sie wußten, daß der Waldvater in jedem Baum, in jedem Blatt, in jodern Zweig wohnte; es war ihm eng und sttckig i>n seinem eigenen Hanse, darum erbauten ihm auch die Menschen kein eigenes Hans. Nacht um Nacht bericss'er alle Winde, alle Tiere nnd Vögel, goch sie in die Hut ves Waldes und er sMt schwebte von einer Höhle in die andove, wo die Menschen wohnten, und küßtä ihre blauäugigen Töchter — da bevölkerte sich der Wald mit Göttern und sie saßen ans jedem Baum, auf jedem Zweig. *' Krakls inerkte, daß sein Schwert an der Wand rastete und trug darob großes Wch. Er berief seine Scharm haariger Menschen und zog mit ihnen fort auf Raub über die schneebedeckten Berge jenseits der Weichsel; die schöne Landana ließ er allein, denn Kvcckus hatte mehr Freude daran, Menschenköpfe mit seinem Schwert zn spalten als auf feinem Lager mit der schönen Landarm zu ruhen. Landana schnte sich nach Kvakus, wartete auf ihn, wartete lange, weinte bei Nacht ihre blauen Arrgen wt — aber Krakus kam nicht. - . Der Waldvater kvmite ihr Leid nicht mehr mit ansehm und trank mrt . semm Küssen ihre Träum. .... Damals wurde Wanda geboren, t'.,? Kind des Wassers mit den grünen Augen. Jahre warm vergangen, KraLls kehrte nicht wieder; Wcnwa, schön wie fiobm Sonnen, wuchs heran mit Trauer im Herzen urck hatte Sehnsucht nach dein Bat«. Bon den schneebedeckten Bergen jenseits der WÄchsÄ stiegen rieftge Schären nieder wie Heuschrecken. Fur cht ergriff die behaarten Menschen und sie kämm zu Wauda, ,-Sei unsere Königin!" Wanda sammelte ihre Scharen am VPer, erwartete den Feind u nd sang das Lied von der . Weichsel. Wenn ihre Finger über die Harfeufaitm strichen, begaunm die Graser zu sprießen, die Bäume zu blichm und WaW und Wasser sangen mit. Der Feind stellte feine Schaum auf. Prinz Rüdiger trat vor Warüxr Pn^ stich sein Schwert tief m den Bvdm und neigte sicht „Schöne Prinzessin, ich hÄbe noch nie meine Schiffe während des Stnänes Anker werfen lassen und meine Scharen lachen des Winkes, lachen der: verschneitm Berge . . . Sich, hinter meinem blutigm Schwort zichm KrHerffchmsen . ..... Schöne Prinzessin . . Wcmda hob die Augen:' „Ich will die Deine niD sein, verstuchtsr Deuffcher!" Der Pcknz M Schwert aus der Erde urch gab dreimal das Zeichen; aber seine Soldaten warm geblerchet von Wandas S^nheit; sie konnten chr nicht ins AMch schauen, wie man Lvr strahlendm Sonne nicht ins Antlitz schauen kann und rührten sich nicht vom Ort. Aus Zdrmrmer und Scham warf sich der Prinz in die Weichsel. . “ -Jetzt bin ich Dem!" — rief Wcmda. Und sie wurde die Königin der Weichsel. Kapitals. Rvb Ftsche der KÄbvalist. 3)cordechai stand beim Fenster und blickte auf Reb Itsche, der bei einem eLchemn Beth-MnndraschMch saß und eifrig lernte. Reb Itsche. stand'in den Dreißigern; er war groß und schlank, ijtttte schwärze tiefe AugM, em wächsernes Gelsicht ' einen dichten schwarzen BaÄ und einen Mund voll weißer, ein wenig krmnnrer Zähne, -die aussahm wie Bäume, die der Sturm verbogen hätte. Reb Iffche war ein Kabbalist, 13. Juni 1923 Seite 9 des Jüdischen Verbandes, dessen Jnnentrio sehr gut spielte. Nikolsburger erzielte in der 34. und 37. Minute zwei schöne Tore, nach der Halbzeit ändert sich das'Bild' bedeutend, , da die Spieler des Jüdischen Verbandes wenig Ambition zeigten, Die aufopfernv spielenden Ungarn konnnen nun schön «cf und haben mehr, vom Spiel.. Bald nach Halbzeit ein rascher Angriff, beendet mit gutem Schüsse Pribojs, bringt den ersten: Treffer für die Heimischen. Nachdem ein Elfmeter und einige sichere Chancen vom M. L. Sz. vergeben werden, gelingt Ls doch, bei einer Skrumage^ den Ausgleich zu erzielen. Die Mannschaft des Jüdischen Verbandes enttäuschte. Besonders gefallen konnte niemand. Bei M. L. Sz. sehr gilt Holly. Meidlinger, MWer, auch die Spieler des E. S. E., Nove Zamky, Heghr und Laczko haben 'gefallen. Die Uebrigen taten ihr Bestes. Schiedsrichter Humpolik. Der Endstand der Budapester Meisterschaft. Budapest, Ä. Juni. Das Meistevschaftsjahr 1632-33 ist ibeendet. Meister ist wieder der M. T. K. und ihm folgen- U. T. E. an zweiter und F. T. C. an dritter Stelle. Die beiden letzten Vereine M. A. C. nnd M. A. F. C. steigen ln die Hveite Klasse ab und V. T. E. und „33" F. C. kommen in die erste Klasse. Ein einziges Treffen ist noch ausständig, und zwar das CupewtscherbnngKsPwl Mischen M. T. K. und U. T. E. Dieser Kampf wird am kommenden Sonntag ausgetragen. Am letzten Sgnntag.kam der Sieg des V. A. C. über B. T. C. sehr überraschend. Anfangs war der B. T. C. überlegen, da die 'jungen Stürmer des jüdischen Bevemes sich gegen die'.'gegnerische rohe Verteidigimg nicht durchsetzen konnten. Trotzdem bekam der To.vmann des B. A. C. nichts zu tun. da die Verteidigung.die Angriffe des B. T. E. schon im Keime erstickte. Bis zur Pause'stand^ dar Treffen 0:0. Nach'Seitenwechsel wurde der Mittelläufer Weiß 2 ausgeschlossen. Da Singer eine Verletzung erlitt., war der B. A. C. nun gezwungen, mit' neun Mann Hw reitllche Zeit des Kampfes zu .bestreiten. Trotzdem 'gelang es dem jüdischen Verein durch Lebt einen Treffer zu erzielen und.so dm Sieg an sich zu bringen. Der beste Mann aus dem. Frlde war der BeÄeÜ>.iger Groß von V. A. C. " Der M. T. K. besiegte Zuglo mühelos 4 :0, (1:0). In hervorragender Form befand sich der rechte Flügel Brann- Wwlnar. Die Tore erzielten Molnar <2), Opata und Orth. U. T. E. tvcrr gegcn M. A. C. mit 1:0 <0:0) Toren erfolgreich. Die Unterlegenen hatten eine hervorragende VerteÄlguug, in der sich insbesondere der Tormann Feber auszeichnete. Der U. T. E. hatte alles vom Spiel, er konnte ober kein besseres Resultat erzwingen, Das 'Tor epziÄte Schaller. Der F. T. C.. der in dieser Saison auf Budapester Boden noch keine Niederlage erlitten hat, befindet sich derzeit in Höchstform. Diesmal fertigte er 'Kispeskr A. C. 8: (2:0) «6. In einem interessanten und schönen Spiel siegte Wasas über den 8. Bezirk T. V. F. 6 :2 (3:0). Ein derart glänzendes Angriffsspiel s<ch man höchstens vom M. T. K.,.<wenn er sich in Höchstform befand. Basas sührte bereits 6:0. Der Angriff der Meger weist folgende Zusainmenstellung auf: Koffler. Dckacs, Jellinek, Himmer, Katzer. Emen mühelosen Sieg errang auch Dörekves übe« M. A. F. C., wobei das Resultat 8:0 (1:0) lautete. Dvbr schwach war auffallender Weise der internationale Stürrne» 6hm# Hr Meisterschast. £ *5 Lore «»reis» <3 «a | ' g Pmlttt K B '» s M. M. T: K. 22 17 3 2 62 15 37 U. T. e. . . . 22 16 2 4 49 11 34 F L. «. ... . # 22 12 8 2 34 17 32 Basas ••••«. , ■ 22 io 8 4 37 31 28 SHne&eS .... , 22 9 6 7 41 83 24 L. A. e. .... 22 7 7 8 24 28 21 3. Bezirk .... , . 22 8 5 9 24 38 21 Zuglo. . . i. . . 22 7 5 10 20 31 19 B. T. C. 22 6 5 11 21 36 17 KiSpesti A.T.. . . . 22 3 9 10 16 28 15 M. A. C. . 22 3 2 17 10 37 . 8 M. A. F. C.. . . . . 22 2 4 16 10 42 8 em chaffidvscher Denker. Diese Sorte von Inden gibt es nicht mchr. Sie tauchten aus, als der Chassidismus aufkam. TalliS und TejMm unter dem Arm, wanderten sie von Stabt zu Stadt, übevallhiu, wo es eine jüdische Siedlmig gab, sprachen üher die chassMsche Lehre und eroberten ihr' mit ihrem starken Glauben und ihrer großen Liebe Polen, Galizien mch Wolhynien. Bald nacktem der Stveit zwischen den Chafsidmr und ihren Gegner ausgehört hatte und der Chassidismus große 5M geworden war, verschwanden die chassidrschen Denker. Die ersten chassidischen Rabbiner vererbten ihren „Stuhl" selten ihren Kindern; jeder Rabbi hatte seine Schüler, junge Menschen, welche er unterwies, mit denen er die Gründe der chassidrschen Lchre durchging ui# die er der menschlichen Hüllen entkleidete; nach des Rabbi Hmscheiden sichren die Ehassidim zu diesen Schülern. Reb Itsche war einer von ihnen — der Liebling des Rabbi von Kr^k. Obwohl er stets allein war, die Menschen zu meiden und -je Einsamkeit zu suchen schien,' gewann ■ ihn jeder tteib, der in seinen Umkreis kam. Mau liebte ihn, weil er fremÄich war, die Fehler der Menschen nicht sah, die offen in die Auen fallen, und für jeden em warmes Wort hatte. Seme schwarzen, tiefen Arrgen durchdrangen mit ihrem ersten Blick und er sah mit dem ersten Blick da, wo ein anderer Jahve braucht, Vas, was die meisten' Menschen überhaupt nicht bemerken. Wer nrit chm sprach, fühlte, das Reb Itsche in jede Falte seiner SeLle schaute und daß Vas verborgenste Geheimnis für ihn offen lag: darum fühlte sich jeder vor Reb Itsche sündig und öffnete ihm sein Herz hastig, wie ein^Kmd vor der Mutter sein Herz auSschüttet. Ging man von ihm, so wollte man ihn nwgüchft bald wieder treffen. In Ko^k wußten alle, daß Reb Itsche die Merrschen meide und die Einsamkeit suche, weil er in tiefe Fragen der Lehre vertieft tvar. Der Rabbi hatte schon öfters h'.Ägewovfen, Reb Itsche brauche',-Veränderung"; „Menschen kennt er schon zu viele, er muß ein bißchen die Bäume kennen lernen". Als der Rabbi das wieder einmal sagte war gerade Abraham Schreiber" i n Kozk und klagte dem Rabbi, >datz er so wett von einem der Ort der Gelehrsamkeit wohne. Da antwortete ihm der Rabbi: „Nimm Reb Itsche zu dir, so wirst du Gelehrsamkeit bei dir Haber und Segen auf deinem Hause liegen." Fortsetzung folgt.)