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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-09 · Heft 1552 (9.6.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1552 (9.6.1923)
Date
1923-06-09
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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\ Nr. 1652 Wien, Sanistag Wiener Morgenzeitung. 9. Juni 1923 @eite 3 fenveÄvmS.MSackchll-oskru Für Wacker steht in diasam Treffen v-errfallS ztemNch viel auf dem Wiell, da' die MeÄrngei: schon bei einem mre-MHiedenen Aus-gar« des Kan^es von der H-Äo-cch überholt werden können. Das MeOevschatftSjPM nn HE «dete SS für Rapik». 7 Dem Abstieg entrinnen wollen Si-mmerin« und Mtdoffshügel. die einander wovgm auf beim Platze des eristeven Beveins ent-gvgentwtm. Die SM. lE der Hausherren ift wohl woitMs günstMr als-die der Kävovii«r>«er. doch droht auch ersteren noch immer das Gespenst der Dociradrevun«. Die Snnmeringer könnten durch einen Sreg ihre Position in der ersten Klasse wesentlich sicherer MtMen. Der S. C. RudMMgel wieder hat dre MoOMeü. den W. A. C. zu ülbecholen. trotzdem evschemt fetn Schlchail befteödlt. Mit Rücksicht auf die Mlebt gezeigten LoisiuuMn rechnen wir mit einem knapper.« Si-eg der SimlnieANger. Im Her'tzst-MeistertschchtsslvM siagte RudoiffshWÄ 1:0. Hinter den Kulissen. . IamechaW der beiden «roßen Gruppen B. A S. und Schutzverband herrscht Une5niMt. In beiden Ladern bvsicht eirre stänke Majorität, die eine Vermehrung dar ersten Klasse auf 18 Vereine und eine Zweiteilung M je neun, Klubs anstrebt. UntmOiche Ameichen für drclse PalastrsvolMon sind dre Verschiebung der letzten SpielausschuMh-ungen der ersten Masse, in denen die Auslosung für die Herbstsarson hätte voraenommen werden sollen, und tendenziöse N-otizen, du: eine Tageszeitung brachte. Wie wir nun in Erfahrung gebracht haben sind Amateure, Vienna und Slovan mit dieser Nengestaltunc, absolut nicht einverstanden. Auf dioj-enigen Weveine der Mciteii Klchse die trotz der Vermehrung des Oberhauses ,für Wit Aufstieg nicht in Betracht kommen, wollen von vmer Aenderuna des Kla-sfenwechsels nichts wissen. Es rst demgemäß derzeit noch sehr sra«. ob die MstieEkandrdcrten von der Degradierung bewahrt bleiben werden. Auf Men föatt ist es bezeichnend, daß hinter den KuWen schon wreder Schiebungen versucht tverden. ^_ Admim und W. A. C. tragen heute Samstag ,um 6 Uhr nachmittags auf dem Platze des ersteren Vereins em Frauwschaftsspick aus. . Zur zweitklassigen Meisterschaft zählt das heutige.SM forschen Bewegung Ä) und Sport-freunde, das aus dem Red Star-Platz zur Austragung gelangt. Das Cup-Wiederholungsspiel Hakoah-Wiener Sportklub gelangt am Donnerstag den 21. d. auf der Hohen Warte zur Austragung. Die akademische Meisterschaft. Die Hatkoahnor tragen heute um halb 6 Uhr auf der Hohen Warte ihr fälliges Meisterschaftsspielgegen Vienna aus. Die Häkoch buchte kaum,' zu schlagen sein. Zwei Mannschaften aus dem HmtertMen. Borochöw ur.d Simmering, troffen heute auf dem Plätze des letzteren Vereins aufeinandor. Borochow ist ,Favorrt. Der S. C. Makkaiböa unternimmt anfangs August eine vierwhntägige Reffe in die Dschecho-Mowakei und wird voraussichtlich in Möhrisch-Qstvau. Witkowih. Tüschen und Godmg Mttspia'le anstrage«. ' Die Meisterschaft von Budapest. An, Mittwoch gÄangten flvei Meisterschaftsspiele zur Mstragung, tvobei eims jm R iesenüberraschung brachte. Der 3. Bch. T. B. E. -bchvegte umnttch U. T. E. mit 1:0 (0:0) Toren, wodurch der M. C. K. unangefochten wieder den Meistertitel erringen wird. Dar U. T. E. war ständig überlegen, trotzdem ergaben sich für die Regner die günstigeren Torchancen.- Der eiWige Treff« M nach der Pause aus einem Eckstoß dürch den MrtLeMcher Kleber. Der U. T. E. hat viel von seiner früheren Form verloren. selbst die Brüder tW waren schwach. Das zweite Spiel gewann BasaS gegen MreVves 3:2 <3:0). Durch diesen ^Erfolg sicherte sich echterer Verein den vierten Platz in der Tabelle. Sonntagsprogramm in Budapest. V. A.C.—B. T. E» M. T. Ä.-Zugfo. F. T. C.-Kispefti -A. Vafas-S. Be». T. D. E.. N, T. E,—M. A. C. Torekves—M. A. C. Adler, Knöpfmachvr und Dhaw (alle Veveinsbmck) stüd dem Sportilllmb Hasmonea beigetreten. Josef Goldstern. ein tüchtiger Mtglied des S. C. McEkabaa. feiert morgen Sonntag seine BevmWung mit stzvSülein Edith Hessel. Die Tvannng findet um 3 Uhr im Tempel in der TempÄgasse statt. .. ' Spiele in Spanien. In Barcelona spieliten die enMschen Andateure gegen den F. C. Barcelona 1:2 und 2L, die Prosesfimrals Birmincham schlugen E.zxvpa 5:3 und 4Ä. In Mlb'cio besiegte Dundee, die schottische BeMsssMermanufchaft. ibcitt spanischen Meister A. C. BKbao,nüt 8:0. Während das zweite Match mit 2:2 unentschieden blich. HoM Die morgigen Hockehspiele. Hakoah - gegen B. f: B. (EMM. 10 Ulhr, Hah>ch°Platz). Der Haklxch gelang es vor zwei Wochen, gegen den B. f. B. in -einem stzreunidschaststveffcr.' ein unentschiedenes Resultat herauszuschlagen. Morgen find die Aussichten der Krieauer äleichsalls Mr Künftige, da die Sperre der beiden Haikoahner Nossig 1 nnld 2 vom Vevband aufgeholbsn wurde. In diesem zrrr VorschiliußMnde des Cup zählenden Tressen ist sehr guter Sport zu erwart-er«. Schiedsrichter BÄf. — Cottage E. V. gegen Hakoah 2 Wlichtispiel. einviertel 12 Uhr. Hakoah-Platz). Die Mannschaft des Cottage E.„ B. zWi zu den jüngsten des Hockevvertbandes-. Einzelne Kräfte, wie Poisson, würden in jeder Mannschaft eine gute Rolle spielen. Die Mannschaft sollte stark genug sckn. um gegen die Hakoah-M-eferve in Ghrer.« zu bestehen. Schiedsrichter Nossig. Ans dem österreichischen Hockehverband. In der am letzten Donnerstag statüigefundemn Vorstandssitzüng des Oesterveichifchen Hockeyverlbandes stand ein Prot-eft des S. C. Ha^ah gegen die DisguMikation ihrer Spieler Landesmar.n. Nossig 1, und 2 auf der Tagesordnung. Die Halkoahner wurden nach den Vorfällen beim Spiel Hakoah—Iünishaus gelsperrt. Dem Protest wurde in der Weife stattgegelben, daß-die Strafe über Affred Nosiig-(ein Jahr) zur Gänze 'aufgehoben wurde. Erwin Nossig (sechs Monate) erhielt die Strafe bedistgt. das heißt, daß die Disqualifikation erst dann in Kraft tritt, wenner sich inuerhM von zwei Jahren ein neüeMches Bevgchen zufchul- :bert kotznmen läßt. Der Protest für Landesmann wurde mit einer Stimmenmehrheit von 3:2 angewiesen und es fcfeftrt die Strafe von 18 Monaten cmfveD. Zu bemerken wäre roch, daß sich der Präsident des Hockehverbandes. Herr Direktor Hermann MMer. nach eingchender Prüfung des Sachverhaltes sür eine gänHiche Aushebung der Strafen' ausfprach. Der Struma leistete sich einen argen UebergrM. da sein Vertreter Herr Dr. Werner eMärte. falls die Urteile die geringste Änderung erfahren, würde der Struma demisfior^ieren. Wir sind neugierig, ob er feine Drohung wahvmachen wird. Der Spieler GraM WWhMß) .wurde -einffimnrig ans dem Oesterreichrfchen Hockehveriband cmsqefchlosten. h. w, LeWachleK. Las rnlerrmtionale leichtathletrsche Meeting des W. A. C. Die Italiener. Ambroistm und Gcrvrario, die in .Pams starten, haben «war abgesagt, dafür ober sind fowohl aus Douffchland wie ans Ungarn wertvolle Zusagen eängeliangtz fo .daß die DeAnchmerzahl des Meetings noch sine wesentliche Erhöhung erfahren wird. Der deutsche Lomwireckenmeffter Bedarff hat W. A. C. davon verftäMgt, daß er doch «um Wiener Meeting kommt. Eine besonders stmcke Mannschaft kommt vom Magyar Athleifflei KlÄb aus Budapest, der telegraphisch nachträglich angekündigt hat. daß er «nt Hetj^yl, Zoltanhi. IPüespoeki und Benedkck die lange StaffÄfWer 100 und 400 und 800 ,md 1600 Meter bestreiten, mehrere Läufer für 800 Meter stellen und bei der dvMmvl 1000 Meter-StaM mit Hejezyi, lZoktanYi nnd'Benedek an den Sbart gehen wird. Dadurch werden sich diese StaffeMmpse «u KändeÄÄverben Oesterreich— Ungarn-Schw^n gestalten. I^ nchmen ans Schweden'4, MS' Dprffchlanh 6, aus der Dschechö-Slowakei 4/ ans Iugoflawien 4 rmd aM Ungarn 11 Athleten an' den Wettkämpfen teil. DcM kommen die tüchtigen Gva«er mit .Kampfspieffisger Fricke cm der Spitze und dis Gefamchert der Wiener LeichWeten. für 6*&&e das W. A. C.-M>eetmg Mch«eitig die MrsfcheidmrWämpfe für GötÄorg dcrrstM. . Bon den Ausländern wsKen die Schweden schon feit MAwoch in Wien,"die Ungar«. Reichsdenkfcheu und Jugoslawen Kscli'onndslin Hernals SMastMf'dea 9. Juni, 5 Uhr Bachnu beihalben. Eintrittspreisen, und Sonntag ftol0.Jimt,3 Utur Deatschlands bester Flieger Alfred Schräge (trifft Freitag abends in Wien ein), Albert Hlepel (Berlin) Nyie auch unsere Berufecmd Herreafahrer veriasrllcb am Start. kamen Freitag nachmittags <nt, die übrigen Teilnehmer Md für Samstag a,rgskü-udigt. Die große Veranstaltung «Ärrmt heute Samstag sowohl wie morgen Sonntag «m & Uhr nachmittags ihren Anfang. - ' Eine Vorhersage über den Ausgang der ein«Ämn Wettbewerbe geben «u wollen, ist bei den Gileichwevtigteitet: der Konkurrenten sehr schwer. In: Laufen über 100 Meter haben die Wiener Schedl, U. Lederer <W. A, C.). Rauch <W. A. ff.) und -Lustig (Hakoah) güte Chancen, die auswärtige Konkurrenz- M Magen. Hingegen -dürfte letztere das 400 Meter-Lcmfen unter sich ansmachen. Das Laufen über 800 Meter liegt «wischen den beiden Schweden Södcrbom, Kronberg und dem Grazer Iviebe. Ueber 1-500 Meter-sollte Iriebe siegreich bleiben. Die beiden langen Strcken sind durch das Antreten des deutschen Mc.isters Bedarfs entschieden. Der W. A. C.-Mann Egger sollte das Weitfpringen gewinnen. Die übrigen Spvungwettbewer'be sind vollkommen offen. Im Diskuswerfen werden die U-ngam die ersten Plätze erobern. Der W. A. C.-Mann S«übq hat gute Aussichten. -das Sperrwevfen «u gewinnen. Auch in den Stafetten« Wettbewerben sind die vermutlichen Sieger nicht zu 'bestimmen. Leichathketisches Meeting in Frankfurt. 80O Meter für Junioren: Klotz (5kölner Ballspielkl., 2:02/3); Weitsprung' für Iunoren: Lemke (Polizeispv. Frankfurt, 6,29 Meter); 100 Meter für Junioren: Pankuweit (Kölner Ballspielkl., 11,3): 9 mal 1000 Meter-Staffel für Junioren: Kölner Ballspielkl. (8:27,4); 800 Meter für Jugendliche: Diehl (Sportfreunde Mainz, 2:08,3). Schwimmen. Das CEeter-MeetiNft. Morgen Sonntag um 3 -Uhr nachm-ittags vevanstallen die Evicketer ein -Meeting i>m Diauaba^ Dieses erste Sonrm-Lnoettschwimmen wird sehr .intereffante Kämpfe zeitigen, da auch der Oesterreiichische Schwimmvepbaud seine Ausscheidungskämpfe für die Gvteborger Kampffpi-Äe -ur Eutscheidung bringt. Es liegt ein zahlreiches Nemnmgsergebms vor. die Haloah- Schwimmer werden also Gelegenheit haben, ihre Fortschritte zu beweisen. HerrenbÄverbe (Auswählikämpfe): Im Schwimmen über 100 Mete-r^isgt die Entscheidung zwischen Welbsnau <Graz) und Lahta SP. V.). Im Rückenschwimmen über IM Mieter dü-pfte als. Sieger der Hakoahner Bavta, der sich nun auch das.Rückeutempo zurechtgelegt hat, gegen Favkas (W. A. Sp. Bi) hervorgehen. Müller -ist die Strecke m lang. Rafsay geben wir Platzchancen. Das Kunstspringen wrod einen scharfen Kampf Mffchen Albert (W. A. S. K.), Farkas und Schneider (Ericket) brüngen. Däbei dürfte Albert ein kleines Plus an Punkten erhalten. Das 500 Meter-Schwmmren ist dem Grazer Rotziger kaum zu nehmen. Doch wird er sich anstrengen müssen, um den durch Wien"-Sieger Broeiner (W. G. C.) -unter- NÄriegen. Das Turmspringen ist eine sichere Sache für Favkas. Zwischen diesen AuswaWäwpfen sind im Programm noch einige Schwimmen vorgesehen. Den l^malLM MOer-iStaffet dürften W. B. C. und 1. W. A. S. K.- nntövÄmmder auswagen. Damenbewerbe: Ein heißes Ringen ist das Rückenfchwimmen über 190 Meter, wo die EntlscheKmng zwischen ffvantzl (Hakoah), Fuchs und Scltenhamm-er -Legt. Im Brustschwimmen, (200 Meter) dürfte die fnnge Hcckoahnevin Brenen- W> nichtm Magen sein, WodaffÄ (CÄckü) wird sie aber zgir Entfaltung ihres ganzen Könnens zwingen. Im 1y0 Meter- Schwimmen wird sich unsere MtmeffteM Adler vor dom aufstvÄenden Dcklent Pamk, vre vorOglich den' Kriechstoß btherrscht, beugen müssen; dagegen hat Fräulein Adler im Schwimmen über 300 Meter leichtes Spiel. Nach der Anzahl der Nennungen m schließen, wird dieses Meeting einen sehr an- -regerchen Verlauf nehmen. Die Besucher des WetWoi-mmens geangen noch recht-sitig zu den Fußballspielen. Aus de« BereLnrn. Achduth. Heute FreundschafiGplel der Reserve gcg.'n^ Kaisermühlner A. C.-Iungm. auf dessen Platze. Treffpunkt § 2 Ahr beim KonHsMalon ^Brigrtta^. Dis heutige Mtgfieder- - vevfammlung entfallt. Nächste ÄuSschußsitzung Dienstag, halb 8 Ahr, im DersrnAokal, 2. Bqz.. Dönauftratze 65, Dür 4. Reserve-Äufftellung: Sternklar; Zwilling 1, Fleischrnaml: Wffel 2. ZwÄmg 2. Ebenstem; Straßnurnn 2, Amarand, StemRar 3, Fried. Schiwaiq. Avi. Heute, hÄb 4 Ahr. Ari-BeMffe—Fr-eiheit 18, Freiheit 16-Platz Mer und 53er-Wagen bis LinMrstraße 185). Cop^kixdt 19g» NachdmL »rrhatett. dvk.l.övitVvrl»x,tV1«n.I«»ix»tU. (7. Fortsetzung^) Zn Mens WAdem. Roman von I. Opatofchu. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von S4eg4vi-e-d Schmitz. Der Heger, ein Basier iu den WuGigern, m einem blanen Tuchrock mit zjwei Reihen hölzerner Knöpfe, stand plötzlich da, wie aus dem Boden gewachsen. - „Da ist Marcin." — Abraham lMete und' winkte dent Heger mit dem Finger, er möge näher treten. — ,Me meinst du, Marcin, darf man die Wälder schlagen?" Der Heger lächelte, erfreut, daß der „Pan Schreiber" ihn mit einer Frage beehrte, und kratzte sich den Kops: „Tja, einen Wald Magen, man hat irmmr geschlagen! Ist der Wald dicht, so wächst er bester, je mehr man schlägt! Mt dem Menschen ist es genau so — wenn er zu kräftig und zu hitzig, muß man ihm . zur Ader lassen, nicht tvahr? Ha, ha, ha, das ist gesund! Aber den Wald ganz schlagen, das- -Panowie, ist Sünde. Schlägt man einen Wald aus, so zerstreuen sich die bösen Geister sind bringen den Menschen allerhand UngMck." ,^Fst das wahr?" — fragte Mvrdecha-i verwundert den Heger. . „Warum M es nicht -wahr sein, jrmger Herr?" — anwotrtete Märcm lächelnd. — ,Mohiu, meint der Herr, sind die Bären hingekornmen? In ein paar Jahren' wird es auchkeine Hirsche mchr geben! Schlägt man einen. Wald aus, so zerstreut sich düs Wild und stirbt-aus; uyd in jedem'Tier sitzt ein böser Geist." ' Abraham'hatte nicht gehört, was der .Heger gesagt hatte. Er saß auf einem gefälltem Stamm, kaute feinen^ langen Bart und dachte daran, daß er Kartoffel in die Stadt senden wußte. Der RaM hatte ihm geschrieben, die Juden stürben Hungers. Das sind'Zeiten! Abraham muß erst erinnert werden! Sie glauben wohl, daß er's für sich behält, daß er Schamai Schaft ist. Die Narren. Wer weiß es denn so gut, wie der NaM, daß drr Vater Neb Mordechatz .Gott habe ihn selig, mehr als sechs Monate Lang die haVbe Iudengemeinde m der Mrdt mit Kartoffeln und Bwt vevsovgt hat! Nnv jetzt —-jetzt geht es nicht zsiscmmvm! Drei Jahve hinteveinander ist . schon alles cmf de» Feldern veErmmt. Die Bauernessen Späne, gÄochte Wmzeln und davon schwellen sie aus und ganze Dörfer sterbe» aus. An fo eine Hungersnot kann sich keiner evdmem! Es stcht gar nicht gut, gar mcht gut! ‘ ^Hör^ än" ~ wandte sich Mvccham an den Sohn — „morgen, ganz Mich früh, gehe in die Windmühle und -befiehl MÄolaj, er mtzge Äe paar Metzen Korn 'mahlen, er weiß schon welche; wirst dn nicht vergesten?" >^Fch w«ä>e nicht vevgesten." ' Mraham zog die silberne Tabakdost hervor, klopfte einige Male mechanisch auf den Deckel, nahm eine Prise und streckte, chne auszusetzen, die Dose Marcin hin. Marom nHerte sich den Zchenspitzen. zwei Finger vorbereitet, und sah aus, als schicke er sich cm, eimn .Fluß auf einem schmcken Steg zu überschreiten. ,Ha—a—schi! Das beißt!" — der Heger nießte, daß .es -wie ein Pistolenschuß knallte und füWe eine Taubheit i» den Ohren, wie wenn ihm ÄLaster in die .Ohren gekommen wäre. ' „Nun Marcin, was sagst'du?" — fragte Mraham den Heger. — „Mrd es heuer eine gute Ernte geben?" ,Mer weiß? Gott allein -weiß, Herr, tvas sein wird! Die Menschen haben schon genug gehungert! Man erzählt, daß das Bauernvolk' ringsum rebellisch wird! In Peplowka haben die Bauern keine Kartoffel für den Hof setzen wollen u.nd gedroht, den Gsitsherrn zu erschlagen. Das sind Zeiten! Der Bauer-hebt die Hand gegen den Gutsherrn." Marcin, selbst ein Bauer aus einem alten. Bauerngeschlecht, ein Berbknecht' des Hofes, ljaßte hie Bauern. Er hielt sich. für eine Art Schlachtschitz und sprach von den Bauern und zu ihrrosi von oben herab. „Beim alten Tabetzki wäre so. etwasnicht borge-, kommest!" — 'brummte Wraham in seien Bart — „Der hat mit 'Nuten geschlagen und sie haben die Knute geküßt! Na ja, der Junge, das Herrchen, ist ja Mger als die! ganze .Well! Er hat ia für die Kerleine Kchule gebaut: jetzt hat er's! Glaube mir, obwohl der Alte mit Ruten schlug, hattm ihn die Bauern lieber als dm Jungen!" „Was sagt Ihr Herr" — toarf der Heger ein — „die Bauern eMhlen, der Kaffer werde ihnen dm Boden schenken; dann wird es keine Herrschaft mchr geben, -Ha, ha, ha, ist es nicht zmn Lachen?" Im Wald ertönte Gesang. Er schlug, an die Bäu nie und widerhallte -wie eine entfernte Kicchetwrzel. Einen Augenblick-spitzten alle drei die Ohren und horchten, woher der Gesang käme. „Die Fischer singen." — Marein bÄ-veuzte sich. — „Sie gehen mit der Prozestion. Meine Alte und TLatzek sind auch dort." Der Heger zog dm Hut, verbeugte sich tief und wandte sich zum Gehen. „Richtig, ganz vergestm" — Wvaham fuhr sich über die Stirn — „hast du ihnen Bier geschickt?" «Ick, fünf Mister." „Gut." „Marcin!" rief Mor-dechai dem Heger nach. —„Wartet ein -wenig- Marcin, ich gehe mit!" „Er wird nicht gehen!" — schrie Abrahain und winkte Marein mit der Hand, er möge allein gehen; dann wandte er sich an Mordechai. — „Du bist schon dabei hin- Mmnen! Ich habe dir gesagt: seit sie dvs Heiligenbild -'hart an der Waldemfahrt ausgestellt haben, tritt mein Fuß nicht mehr unter sie; und du darfst auch nicht gehen, hörst du?" Mordechai atwortete nicht; er stand verärgert da, trat -heftig mit der Spitze seines Stiefels auf dürre Zweige, daß -sie knackten;' und hörte zu, wie es um ihn seidig rauschte; und tief im^Wald enffaltete sich etwas, bewegte sich biegsam, benahm den Atem und lockte. . VMr nüd Sohn gingen langsam nebeneinander her und schwiegen. Plötzlich legte Abrahanl di« Hxrnd auf Atordechais Schulter und zog ihn an sich: ,Meißt-' du, mein Einziger, trotz allem habe ich dich lieb. Bist halt im ganzen nach dem Vater geraten, auch so ein sündiges Wesen, wie ich. Ha, ha, ha!" (Fortsetzung, folgt)

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