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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-09 · Heft 1552 (9.6.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1552 (9.6.1923)
Date
1923-06-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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gfefe 6 Me», Samstag ' Gestern standen er und Rittmeister Scheff vor dem Lan- LeSgericht 1, um sich wegen Ehrenbeleidigung zu verantworten. Nach durchgesührter VerhaMung verurteilte der Richter Oberst Wolf zu einer Million Kronen Geldstrafe, eventuell fünf Tagen Arrest und sprach Rittmeister Scheff frei, weil sein Brief an Wolf als P r i v a t d r i e f anzusehen sei. Der Verteidiger meldete die Berufung an «affe und Sprache. Abweisung einer völkischen Führers. Der Verwaltungsgerichtshof unter Vorsitz des Präsidenten Dr. S ch u st e r verhandelte gestern zum zweiten Male über eine Beschwerde des Hauptmannes a. D. Heinrich Drucker gegen das Bundesmmisterium für Inneres wegen Abweisung seines Opiionsanspruches für Oesterreich. Im März 1922 hatte der Verwaltungsgerichtshof die Entscheidung des Bundesministeriums wegen mangelhaften Verfahrens aufgehoben, weil die Angaben des Optionswerbers, daß er der Deutschvölkischen Partei angehöre und ein Führer derselben sei, nicht berücksichtigt und nicht auf ihre Richtigkeit geprüft wurden. Der Beschwerdefuhrer legte nun dem Ministerium eine Bestätigung des Obmannes des Andreas Hofer-Bundes für Tirzl in Innsbruck, Universitätsprofessors Dr. Ferdinand Kogler, vor, wonach Hauptmann Drucker sich im Rahmen des Andreas Hofer-Bundes stets in völkischer Weise betätigte und dies der einzige Grund seiner Ausweisung aus Südlirol sei; ferner eine Bestätigung des Meraner Rechtanwaltes Dr. Weinberger, daß Hauptmann Drucker von der politischen Bezirksbehörde Meran wegen antiitalienischer politischer Betätigung verhaftet und unter der Drohung ausgewiesen wurde, daß ihm bei fernerem Verbleib wegen hochverräterischer Umtriebe der Prozeß gemacht werde; endlich eine Mitteilung der „Südtiroler Landeszeitung", wonach der Grund für die Verhaftung Druckers der sei, daß er in den Zeiten der Militärdiktatur in Südtirol bei der Gründung der Bundesgruppe München des Andreas Hofer-Bundes mitwirkte. Das Bundesministerium für Inneres fällte nach Prüfung 'dieser Belege eine neuerliche Entscheidung, wonach der Opttonsanspruch Druckers abermals ab gewiesenwurde, weil „die Rasse einevonder Sprache unabhängige, dem Menschen inhärente, durch physische und .psychische Momente bestimmte Eigenschaft dauernden Charakters ist, die nicht willkürlich abgelegt oder nach Belieben verändert werden kann, weshalb auch die beigebrachten Belege keinen Nachw-ei-S"zur Zugehörigkeit zur deutschen Rasse bilden, denn in der Betätigung in deutschem Kulturkreise und in deutscher nationaler Arbeit können sichtbare Merkmale für die Rassezugehörigkeit j^cht erblickt werden. Gegen diese Entscheidung ist nun die neuerliche Beschwerde an den Berwaltungsgerichtshos gerichtet, in der bei der gestrigen Verhandlung vom Beschwerdevertreter Dr. Hofmannsthal ausgeführt wurde, daß es eine „deutsche Rasse" überhaupt nicht gebe, weder der Anthropolog noch der Ethnograph, noch der Sprachforscher kennen eine deutsche Rasse. Der Sprachforscher kennt eine indogermanische, eventuell auch eine germanische Rasse, eine deutsche Rasse zu entdecken sei aber noch keinem Forscher gelungen, auch wenn man sich an die vom extrem-arischen Standpunkt beherrschten Bücher wendet, zum Beispiel an die Werke Gobineaus und ChamberlainS. Hauptmann Drucker sei in Wien geboren, habe stets in Oesterreich gelebt und seine zufällige Zuständigkeit nach Budapest dürfe kein Hindernis dafür sein, daß er als aus Südtirol vertriebener Deutscher sich in Oesterreich eine neue Existenz gründe. Der Berwaltungsgerichtshof hat nach dreistündiger Beratung unter Festhaltung an seiner bisherigen Judikatur dieBeschwerde als ^begründet abgewiesen. K« „erwachend«" Pogromhetzer vor Gericht. Aus Budapest wird uns gemeldet: Einer der skrupellosesten Pogromhetzer, der erwachende" Journalist Stephan Lendbai, stand als Angeklagter in fünf Preßprozessm vor dem Strafgerichtshof. Lendvar hatte bisher den gerichtlichen Vorladungen keine Folge geleistet, endlich hatte er die Gnade, vor Gericht zu erscheinen, so daß die gegen ihn schwebenden Verhandlungen abgehalten werden konnten. Zwei dieser Prozesse beziehen sich auf Lendvais journalistische Progromhetze. Lendvai hatte im „A N e p" einen Artikel über den Verfall Ofens veröffentlicht, wo sich die über Nacht reich gewordenen Angehörigen einer verhaßten Rasse breit machten, und geschrieben, daß viele erbitterte Leute in Ofen die erlösenden Handgranaten des Francra-Kiß (des berüchtigten Pogromhelden) erwarten. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete auf das Verbrechen der Aufreizung gegen die jüdische Konfession. Lendvai erklärte, er habe den Aufsatz im öffentlichen Interesse geschrieben und übernehme dafür die Verantwortung. Auch sein Verteidiger benützte den Anlaß zu antisemitischen RedeeMsstn. Der Gerichtshof sprach Lendvai frei, mit der Begründung, vaß sich jener Artikel nicht gegen die Mische Gesamtheit, sondern nur gegen die plötzlich reich gewordenen Juden richte, die ihren Uebermut öffentlich zur Schau tragen, Der Staatsanwalt meldete die B erufung an. In einem zweiten Aufsatz im selben Blatte hatte Lendvar unter dem TitÄl ,/Nn Gespräch mit Ivan Hejjas" die Rolle Hejjas im Raubmordprozeß von Jzsak lobend hervorgchoben, weshalb die StaatsorÄvaltschast die Anklage wegen Lobpreisung verbrecherischer Handlungen erhob. Die Abhandlung wurde vertagt, da der Gerichtshof die Beschaffung der auf den Iraker Strafprozeß bezüglichen Akte beschloß. Wiener Morgenzettung. Bolkswirt. Gestempelte Krone ---- 0.0078V* Sevtimrr. Burzahluvg Wien ----- 0.0078 ßentimer. In Zürich notierte die österreichische Krone . , 0.0078 (0.0078 am 7. Juni) die österr. gestempelte Krone' 0.0078*/* ( 0.0076'/. am 7. Juni) die tschechische Krone . . . 16.59 ( 16.59 am 7. Juni) die Mark ........ 0.0071 ( 0.0070 am 7. Juni) Holland. 217.50 (217.50 am 7. Jupi) New-York. 555.26 (555.12 am 7. Juni) London ... . 25.67 ( 25.66 am 7. Juni) Patts . 85.75 ( 85.65 am 7. Juni) Mailand ........ 25.95 ( 25.95 am 7. Juni) Belgrad. 6.20 ( 6.35 am 7. Juni) Bukarest. 2.S0 ( 2.90 am 7. Juni) Sofia. 5.95 ( 5.90 am 7. Juni) Budapest . .. 0.9*'4 ( 0.10 am 7. Statt) Warschau ....... 0.0095 ( 0.0098 am 7. Juni) Ler Berater der Rationalbank. Ei« Interview mit de« Präsidenten Schnyder. Der Berater der Oesterreichrsche-n NationaWank Herr Charles Schnyder hat, wie bekannt, seine hohe Stelle als Vizepräsident der Schweizerrscheu Nationalbank verlassen, mn nach Wien zu kommen und hier seine Fähigkeiten als FinanKpolitiker der Sanierung Oesterreichs zu widmen. Einer unserer Mitarbeiter fand rhn in scknem Arbeitszimmer in dem Gebäude der Nationalbank über gantze Aktenstöße gebeugt. Schon in früher Morgenstunde, wenn die Beamten der Bank erst in ihr Bureau kommen, sitzt Präsident Schnyder mit echtem Schwsizerfleiß schon bei seiner Arbeit. „Ich habe eine sehr schöne, chrenhafte Stellung verlassen, da ich als Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbvnk unmöglich der österreichischen Regierung den Eid hätte leisten können. Durch Annahme meiner neuen Stellung glaube ich nicht nur Oesterreich, sondern auch der Schweiz einen guten Dienst geleistet zu haben. Wir Schweizer haben das größte Interesse an der wirtschaftlichen Gesundung Oesterreichs, und darum wollen wir die ersten sein, die helfen. Die Freundschaft, di« zwischen der Schweiz und Oesterreich stets ungetrübt Welb, veranlaßte uns, die Notlage unseres östlichen Nachbars mit wachsender Besorgnis zu verfolgen. Bevor ich noch den Posten eines Beraters der Oesteneichffchen Nattonalbank annahm, wirkte ich schon in der. Schweiz im Sinne der günstigen Aufnahme der großen österreichischen Sanierungsanleihe durch die Schweizer Banken und durch daS ausländische,, hauptsächlich amerikanische Kapital. Meine Familie ist in Bern zurückgeblieben. Man muß nicht gilaubon, daß nur in Men die Wohnungsnot groß ist, auch in Bern würde ich mir nach Beendigung meiner Wiener Mission kaum leicht wieder eine Wohnung verschaffen können. Ich hoffe jedoch, in den Sommermonaten meine FanÄie für kurze Zeit mch Wien kommen lassen zu können. Den Entschluß, mch Wen zu kommen, erleichterte mir der Umstarck, daß ich hier alte Freunde habe und die Stadt schon früher liebgewonnen hatte. Ich war vor Mehr als ein Jahrzehnt zuletzt in Wien und finde heute, daß die Stadt viel Mer, fast möchte ich sagen, trauriger geworden ist. Bevor ich mich nicht einigermaßen hiev eättgelebt habe, möchte ich nicht über finanzielle Frage« sprechen, aber soviel kann ich schon heute versichern, daß, wenn ich nicht die feste Ueberzeugung hätte, daß das Sanierungs- Werk möglich ist, wenn ich also nicht aus Erfolg meiner Arbeit rechnen würde, ich nicht mch Men gekommen wäre. Vom allgemein volkswirtschaftlichen Standpunkt auL scheint mir das Wichtigste zu sein, in Oesterreich das Prinzip der Mehrproduktion durchtzuführen und die allergrößte Sparsamkeit in dem ProdukttonsgangM bekunden. Der leitende finanzielle Gesichtspunkt, den ich befolgen möchte, ist die Erwirkung der Herabsetzung des Zinsfußes, von dem ^ich günstige Wirkungen auf das ganze VolkswirtschaMche Leben erwarte." Bei Besprechung des zukünftigen Schicksals der Krone erklärte sich Herr Schnyder als unbedingter Verfechter der Währungsstabiltsievung. Nur bei gleichbleibender Bewertung der Währung sei eine Kalkulation für die Produktion, ftir den Handel und das Finanzwesen möglich. Er sei sich dessen bewußt, daß seine Berufung von manchen Kreisen Oesterreichs nicht mit großer Sympathie ausgenommen worden sei. Doch könne man dem ausländischen Kapital nicht sein Anrecht auf die Bestellung eines Beraters und Vertrauensmanes bestreiten, zumal da das Ausland durch die Kreditgewährung seinen aufrichtigen Willen zur Hilfe bekundet habe. Auch sein Vaterland, die Schweiz, habe durch die Gewährung des umfangreichen Schweizer Franken-Kredits sich an dieser Hilfsaktion bereitwilligst beteiligt. .In seiner Heimat feien Mi Viertel des Notenumlaufes effektiv gedeckt. Er hoffe, haß auch die stabilen Deckungsverhältnisse Oesterreichs Wetter statutengemäß bleiben werden. „Ich hoffe," schloß Herr Schnyder, „daß der Sanierungsprozcß Oesterreichs auch weiter günstig fortschreiten wird. Ich wünsche dies aus vollstem Herzen.". ' . S. Jun i 1928 Nr. 1558 Sie Levlsentzrelse. Die Devise Berlin hat gestern inZürtch eine üimerkNchß Veränderung erfahren. Sie notierte 0.0071 gegen 0.0070 am Vortage. Es scheint, daß die Bewegung vorläufig zum Sttllstando gelangt ist. Außerdem haben fich in Zürich die Devise Budapest von 0.10 auf 0.097.5, die Devise Bukarest von 2.90 auf 2.80 und Belgrad von 6.86 auf 6.20 gesenkt. Die Devise Wien blieb im* verändert. In Berlin haben die Valuten nm unmertttche Veränderungen erfahren. Der Dollar notierte 78.808 gegen 78.008 am Vortage, das Pfund 361.593 gegen 367.080, der Schweizer Franken 13.940 gegen 14.264. Im ge st rigen Clearing blieb die deutsche Mark unverändett. Ebenso haben auch die anderen Zahlungsmittel nur unwesentliche Aenderungeu aufzuweisen. Nachstehend die offiziellen Notterungen t ClearingkorsB der Österreichischen Hatlonalbank vom 8. Juni 1928. Devisen (Schecks und Aus- 7,n. Kues von 7. inni Zahlungen) tST o«"» Ware Geld WM. Amsterdam i. t holt. Gulden .1 4 27800.— 27900.— 27830.- 27930— Agram 1 jug. Kronen .... 6 767.— 769.— 779.— 781— Belgrad 1 Dinar . 6 767.— 769.— 779.— 781— Berlin 1 deutsche Reichsmark » 8 0.88 0.9« 0.88 0.94 Brüssel 1 belgische Francs , . 4*|» 3904.- 3916.- 3914.- 3926— Budapest I ungarische Kronen , 6 11.45 11.55? 12.25 12.35 Bukarest I Lei. 6 359.— 361.— 344.— 346— Christianla I norweg. Kronen . 5 11685,— 11725.— 11665,— 11695— Kopenhagen 1 dänische Kronor , 8 12785.— 12815.— I3ft35— 13065«— London 1 Pfund Sterling ... 3 327700.- 32830C.-327900.- 328500,- Madrld 1 Pesetas ...... 8'/, 10585.- 10615.- 10635- 11665— Malland 1 Lire . .. 6 3296.- 3304.- 3316.- 3324.— New York I Dollar., 4 70985.- 71135.- 70985.- 71135— Parts 1 Franca. 8 4549.- 4561.- 4554.- 4566— Prag 1 tschecho-slow. Kronen ,'8 2119.— 2125.— 2117.— 2123.— Sofia 1 Lewa .7 V, 764.- 766.- 759.- 761.— Stockholm I schwedlscheKronor , 4‘j, 18680.- 18710.— 18680.— 18720— Warschau 1 polnische Mark . , 6 1.04 *1.10 1.10 1.18 . Zürich 1 schweizerische Francs . 3 12765.— 12805.— 12785.— 12815.— Noten Amerikas. Noten v. 5 Dollar aufw, „ , » . kleinere . . , Belgische Noten 100 Francs . , Bulgarische Noten zu 1000 Leva . . . . 100 . . . » kleinere. . , Dänische Noten 100 Kroner » , Deutsche Noten zu 1000 Mark» « ■ » ■ too » . , , kleinere. . . . Cngl. Noten von 5 Livreat. aufw. , kleinere ..... Französische Noten 100 Francs . Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw, » . kleinere . . . Jngoat. Noten ungeat. zu 1000 Dinar * » * 100 , , . kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner , Polnische Noten ▼. 500 Mark aufw, „ » kleinere.... Rumänische Noten zu1000u.500Lcl , , kleinere . . . Rurs. Noten (Roman.) zu 500 Rudel » » > » i oo a . . kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor , Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . . Tschecho-slow. Not. v.1000 aufw, , » kleinere , Ungar, Noten (neue Ern.) zu lOOOKr. . su 10.000 Kr. » » „ , kleinere ..... 70650.— 70950— 7C650— 70550— 70850— 70550— 3845— 3875— 3865— 743— 747— 738— 723— 727— *718— 12650— 12710— 12890— 0.88 1— 0.88 326000— 327000— 325200— 325800— 326800— 326000— 4490— 4520— 4495— 27659— 27850— 27687— 3262.50 3257.50 3282.50 3242.50 3277.50 3262.50 756— 760— 769— 746— 750— 760— 11550— 11610— 11530— 0.91 1.03 0.94 0.86 0.98 0.89 369— 371— 354— 349— 351— 334— 18480— 18560— 18470— 12680— 12740— 12690— 10460— 10520— 10510— 2102— 2112— 2100— 2037— 2107— 2095— 9.90 10.10 19.40 *935 ielei To« 70950.- 70850.- 3885. 742.- 722.'- 11950.- 1.- 327200— 327000— 4525— 27880— 3297.50 3277.50 773.- 764— 11590— 1.06 1.01 Al 18550.— 12750.- 10750.- 2110.- 2105— 10.60 10*55 *) Aus Auslandsaufträgen nichts Übernommen. Dr. Günther Geucraldirektor der Bundesbahnen? In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß der frühere Generaldirektor der Berg« und Hütten-A^G. Günther für die Stelle eines Generaldirektors der österreichischen Bundesbcchmn in AuLstcht genommen sei. Die österreichische Anleihe. London, 8. Juni. (Reuter.) ,Mily Mail" meldet, daß bei der BorKeichnung auf die Österreich ilsche Anleihe eine sehr lebhafte Nachfrage ftstzuftellen ist. ,MmeS" melden, daß die Vorbereitungen für dis Zeichnung der österreichischen Anleihe abgeschlossen sind. Der Wiener Geldmarkt. Die Gelkdverhältmsft haben sich heute an der Bövse wesentlich gebessert. Bei Beginn des Berkchres mußte man für die Prolongation noch einen Zinssatz von 9,76 bis 1 Prozent bewilligen. In dielen Fallen wurde sogar 1,6 Prozent pro Woche bezahlt. U-mnittelbar nach Beendigung dieser Prolongationsarbeiten sind aber große Summen zu 0,76 Prozent angeboren worden, ohne daß sich di« Möglichkeit ergeben fljÄtte» nennenswert« Beträge noch zu placieren. Starke Steigerung der österreichischen Anlagewerte. Seit Mi Tagen wird an der Wiener Börse eine starke Steigemmg der österreichischen Anlagewerte -beobachtet. Namentlich aus dem Auslände sind große Kaufaufträge eingelangt. Dies-ckben konnten nicht voll effektuicrt werden und es ist in manchen Werten nur ein Drittel der Order» zugetM worden. Schon vorgestern ist die Goldrenie stark gestiegen«. Gestern hat auch die Mairent« den Kurs von 1090 erreicht. Ebenso ist di« österreichische Kronenrente um 340 K., dir Febvuarvente um 700 K. und die österreichische neuerlich um 6100 K. gestiegen. Ursachen des regen KaujintevesseS sind einerseits starke deutsche Kauft, andererseits die günstige Beurteilung ^er österreichischen Wirtschaftslage. Die Bewertung der Alpinen Montau-Aktien. An der gestrigen Börse hervschte völlige Ungewißheit über die weitere Bewertung der Alpinen. ES wird mit Recht der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß infolge der Emiffion eine große Menge neuer Alpine-Aktien dem- Markte zuströmen und dadurch daS Niveau gedrückt werdet.« würde. Es wird aber auch dann ka!lkullivtt, daß schon bei dem heutigen Emissionskurs von 250.000 K. pro Stück der jetzige Kurs sich unmöglich werde halten können. Es wird ftilgende-rmaßen gerechnet: Der jetzige Kurs der Alpinen beträgt 680.000. Da auf Kvei alte Aktien eine neue fällt, so würden die drei Mtien nunmehr zweimal 690.000, das sind 1,080.000,' plus dem Werte' der nouen Aktien, das sind 350.000 K., betragen. Es würdet.« also alle drei Mtien zirka 1,690.000 K. kosten, so daß der Preis für eine Mie dann 1,6 9 0.0 0 0:8, also zirka 543.000 K. betragen dürste. Die« dürste der zukünftige Kurs der Alpinen nach den Kalkulationen gewisser Kreise auf Grund der heutigen Marktlage Wm, Andevnkeii» wird aber «ch banümM. bah ßch ei>

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