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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-19 · Heft 1532 (19.5.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1532 (19.5.1923)
Date
1923-05-19
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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IU. 1LW _ Wien, Samstag lGHieidsrMer Herr Ret-schmh die Leitung diesebedeutuugs« -vollen Spieler übevuoimuen.; Die rötlichen Sitzplätze gelangen heute in der Zeit von d M 14!Uyr vormittags im SeLvetariat der Hakoah, 1. Bez.,!Wieisingerstvaße 11, zun: Verkauft. Dase'lst sind auch Stehplätze!zum Vorverkaufspreis erhältlich. Auf der Hohen Warte selbst «.werden die Kaffen um 2 Uhr geöffnet. Mit Rücksicht auf den m erwartenden kolossalen Andrang wird «das PuMkum ersucht, nach Tunlichkeit den Karrcnei'nkaus noch am Vormittag M besorgen und sich zeitlich auf dem Sportplatz einzufinden, da. obwohl aus dem Sportplatz selbst Mcmzig fixe und zahlreiche!fliegsnde Kaffen eingerichtet find, es schwer sein wird, dem Ansturm des PuMkums Rechnung zu tragen. ' Die GnMnder haben gestern vormittags einen Spaziergang durch di» Stadt unternommen. während sie am Nach« »mttag mit einem Salonwagen der städtischen Straßenbahn eine Rundfahrt durch Wien unternahmen. Am Tlbend waren sie Gäste der Hakoch.'! Das Programm des l-entigen! Tages lautet: halb 10 Uhr vormittags: Fahrt in Autos vom Älu'bheim der Hakoah. Besichtignn'g des PvatersportplatzeS der Hakoah ufw. Hierauf Fahrt ins Rathaus,. wo um viertel 12 Uhr der Empfang durch den Bürgermeister stattfindct. Die Vorstellung der Engländer erfolgt durch den Präsidenten der Hakoah Dr. I. H. Körner, tvährend die Ansprache an den Bürgermeister im Namen der Hakoah Gemeinderat Dr. Leopold PlaschkeS hält. Daran schließt sich ein RuUdgcrng durch das Rathaus und die Ue'berve-ichung deS FöstalbuImS an die Engländer. Der Sdachmittag ist der Ruhe gewidmet und um 4 Uhr fährt die Mannschaft sowie die Direktoren im Cooks Gesellschastsauto auf die Hohe Warte, wo sie bereits dem Wettspiele der Reservemannschaften von Rapid und Hakoah »beiwohnen werden. Vor dem Wettspiele werden beide Mannschaften dem englischen Gesandten vorgestellt. Hierauf erfolgt die Begrüßung der englischen Mannschaft und Ueöerreichung einer Ehrenflagge durch den SektiionÄeiter der Hakoah Hern Artur Baar. Präzise 6 Uhr -wird Schiedsrichter Retschurh den Anpfiff vornehmen, so daß das Wettspiel noch vor Gmbruch -der Dunkelheit beendet wird. Am Mend veranstaltet die Hakoah zu Ehren der Gäste ein großes Bankett im Knrfalon. an dem ungefähr 160 Personen teilmhmen werden. Makkabi-Brönn in Spanien. Zwei weitere Siege in Barcelona. (Telegramm der „Wiener Morgenzeitung".) Der Mische Verein siegte gegen Tarrega in Barcelona 8:0 und im Retourspiel 4:0. Sämtliche Tore erzielte Nikolsbuvger. Makkabi erhielt als Anerkennung für das ausgezeichnete Spiel einen Srlberpokal. Spiele Wischer Vereine. -rasenfpoÄfrevnde—Ari 1:0. Das Berteidrgungstrio Münzer, Uri. Färber arbeitete schr gut. Der linke Half Koffler war der beste Mann auf dem Felde. Klein kam erst nach der Pause in Form. Einen Versager leistete sich der rechte Half. Ari: Münzer; Uri, Färber; Silberstein, Klein, Kofsler; Freund. Feldbau. Großmaun. Basch, Torten. Der einzige Treffer wurde in der 34. SflHmtte vor der Pause erzielt. Schiedsrichter Harrer. 800 Zuschauer. Menorah (Akademiker)—City 2 4:2 (4:0). Trotz vier Ersatzleuten wnnten die Akademiker das Spiel sicher gewinnen. Die Dore erzielter« Böhmer (3) und Roth. Nordost—-Borochow 4:2 (4:0). Borochow hatte gegen die in überragender Form spielenden Gegner einen schweren Stand. Insbesondere vor Halbzeit kämpfte Borochow recht unglücklich und mußte vier Tore in den Kauf nchmen. Der hervorragenden Arbeit des BoroHowÄormannes Reitex war es zu danken, daß das Mische Tor nach Seitenwechsel unversehrt Meb. Gegen Schluß kam Borochow stark auf und erreichte durch Weiß Mfer) und GaUberg zwei Tore. Prager Neuigkeiten. P va g, 14. Mai. „Wer zuletzt lacht, lacht am besten," ist der Tenor der teute erschienenen SporMätter. Die Freude Mer den Sieg der Slavia, dev so rasch der peinlichen Schlappe der Sparta folgte, ist ganz ungeheuer. Sonntag abends fanden vor den Wiener Morgenzeiturrg. 19. Mar IW ÄLWi: RttjoU KINDL Schuhmacher früher Wien, IX., a*1»a«int tiriOfto* im eigenen Schwarzspanierstr. 10 ftlOCllvl WlCUCl Hause, Wien« XVII., Hasllngergasse 2a/Tel. 5363/VI. / StraBsenbahnlinie 44 Redaktionen der großen Tagesblätier wahre Volksversammlungen statt. Wie man Donnerstag abends die Niederlage der Sparta nicht glauben wollte/ so «dachten auch diesmal die meisten an einen Scherz. 0:0 gewonnen, dazu in Wien, auf fremdem Matze, vor fremdem Publikum, es« klang wirMich nicht glaulbhaft. Slavia düMe'derzeit höher einzuschätzen sein als die Sparta, sie ist bedeutend rascher und energischer als der Meister. * Sparta fand gestern vor dem eigenen Publikum Gelegenheit, sich zu vchMliiieren. Der Versuch gelang Mnzend, Viktoria Zigkob wurde mit 6:0 Toren hineingelegt. Wie schon obligat, gab es auch diesmal einige Stangenschüsse Kozeluhs und Dworaceks. Sparta bemüht sich angeblich, die Amateure zu einem „Rückrückspiel" nach Prag zu verpflichten. Zu Pfingsten gastiert hier die Hamburger S. V. * Hagibor (Prag)—S. C. Iicin 1:1; Makkabi (Proßnitz) —ß. C. OloMouc 2:1. Die Leichtathleten des Hagibor erzielten 'bei Meetings in Kolm und Proßnitz beachtenswerte Erfolge. D. S. K. Deschen—Mabkabi (Sstrau) 6:1 (0:0), Hakoah Mmlütz>—Sparta (Proßnitz) 1:1 (0:1). Fritz Taucher. Westham Uutted—Hakoah. Die Engländer treten heute mit derseGen Mannschaft an, die Slavia 8:0 schlug. Die Aufstellung lautet: Hampson; Henderson, Hawiler; Carter, Kay, Bishop; Richard, Brown, Watfon« Flletcher, Ruffel. Ungarische MmnstWten im Ausland. Dörekves spielt heute gegen Jonng Fellows und Montag gegen Graßhoppers. Beide Treffen finden in Zürich statt. Am Donnerstag den 24. d. tritt Törelves gegen Joung Boys in Bern an. Vasas bestreitet zwei Spiele gegen Olynrpia und Gloria in Fiume. Der V. A. C. spielt morgen gegen Beszteroebanha und Montag gegen P. M. F. K. in Bratislava. Am Sonntag tritt B. T. C. gegen P. T. E. in Bratislava an. In Prag findet morgen das Revanchespiel Slavia—D. F. C. statt. Das BudapHpr Pfingstvwgmmm. Sonntag: F. T. C.— 3. Bezirk Mp). U. T. E.-M. A. F. C. Meisterschaft). M. T. K-—1. F. C. Mrnberg. Montag: Wescham United gegen F. T. C. und M. T. K. kmnlb. NusMky S. K. in Povtnaal. Lissalbon, 16. Mai. Nuftlsky S. K. gegen Sporting Cmb Lisboa 3:6 Dore Jans» 1, LM 2. Ävaenem Haai-or (Prag) schlug Mittwoch Nepomuk) die Sportbrüder nach durchaus 6:3. In guter Form war R. Fischer. Fische« und MMikh werden den uni verband beim F.^J. F. A.-Kongreß Vertveien. > Mannschastskampf Hakoah (Graz) gegen Hakoah (Wien). Montag den 81. d. empfängt die Fechtsektion der Hakoah de» Besuch einer FechterMannschast der Grazer Hakoah. Da- Gastspiel der Grazer Fechter ist ein Gegenbesuch Kr der,« im Vorjahre in Graz ausgetragenen Mannschastskampf, den die Wiener mit ihrer danraligen Mittelschülermannschaft bestritten haben. Die Fechtsoktion der Hakoah stellt der Grazer Vierer« Mannschaft dieselbe Mannschaft wie seinerzeit entgegen, damit die Formveränderungen beider klar ersichtlich werden könne». Im vorjährigen Kampf konnten sich die Wiener den Sieges« preis aus Graz heimführen.. Da die jungen Grazer Fechter wohl nicht über dieselbe Turnierroutine verfügen ''wie die Wiener, dürfte es den Gästen kaum gelingen, sich Revanche zu holen. Die Kämpfe finden Wrt#montaq, pünktlich um 8 Uhr abends, im Klub'heim der Hakoah. 1. Bez., Wiesingevstvaße 11, statt. Zahlreicher Besuch erbeten! aiBBBBDBBBHBIIBBRaai s Wiener ftutnr-ftorttoiiB, St.Vdt ■ XIII.. Auhosstraße, Ecke Mantlergasse. Straßenbahnlinien 67, 68, 69, 60, » 51, 52. Vororteltnie: Station Baumgarten. Verbindungsbahn: Station » St. Beit a. b. Wien; Jorgen Sonntag den 20JÜ1923 n halb 4 Nhe nachmittags: Meisterschaft | jlrM-ßmtrurr halb 8 Uhr «achmittagS:! phStiix Kf-KaHoah S (Pfalzmeister) » -- ----...-—- ■ PdrderkaufSstellenr Hakoah, l., Wiesingerbraße >i; Pohl, l.,SLrntner« » straße 69; Evrr Fit, I.. Rotenturmstraße 1; Wiener Amateur-Sportverein, » I., Liliengasse l (Dom-Taft) Pflngstsamstag den 19. Hai 1923» präzise 6 Uhr nachm, (erstklassige englische Professionalmannschaft) Vorher Rapid«ResG3Pve gegen HakoahxResevue (Meisterschaft) ■ (84. Fortsetzung.) David Motz. Roman von DiSrael! (Lord Beaconsfield). > Aus dem Englischen überseht von G. Unna. „Vater, werden sie denn Alroy lebendig pfählen?" -,Das weiß ich nicht. Frage mich nicht, mein Sohn. Kleine Buben sollten dies nie tun." „Doch, sie sollen's. Ich hoffe, daß sie ihn lebendig spießen werden. Ich wäre sehr enttäuscht, wem sie es nicht täten." „Halte dich links. Komm', durch den Basar der Fleischer; er ist offen." „Schon recht, schon recht. Habt Ihr mich gestoßen. Herr?" ' „Und wenn ich Euch nun auch gestoßen hätte, -was ivär's Wetter?" „Nur^ fort, fort, wir wollen keinen Streit arrfangen. Das ist ein Chovaresmier. Die glauben, sie können tun, was sie nur wollen. Wir sind fünf gegen einen, das ist gewiß, aber es geht doch nichts über Frieden und Ruhe. Ich wünschte, Abdallah wäre hier mit seinen derben Schultern. Verkauft der Mnsch Scherbet!" 22. Der Platz vor der großen Moschee, dieselbe Stelle, wo Jabastor und Abrdan sich geirosftn hatten, war zum Orte des bevorstehenden Gerichts über Alroy bestimmt. Dahin hatten sich schon mit Sonnenaufgang Tausende von Schaulustigen aus der Stadt begeben. Itn Mittelpunkt des Marktes -war ein großer Kreis durch ein rotes Seil abgesperrt und von chovaresmischen Kriegern bewacht. Rund ÜM dasselbe drängte sich die anschwellende Menge wie die ,rauschenden Wogen des Ozeans; tverm aber die Flut mit zu großer Gewalt anstürmte, beschwichtigten die wilden Chovaresmier das unbezwingbare Element, indem sie ihre Streitäxte erhoben und unsanft die Köpfe und Schultern k&s iteiuaÄiÖ iÄtei. . 8$ der Morgen weiter vorschritt, bedeckten sich die Terrassen der umliegenden Häuser, die von Zelten überbaut waren, mit Zuschauern. Gang Bagdad war auf den Beinen. Sett der Vermählung Alroys hatte es dort nicht wieder einen so lustigen Morgen gegeben als am Tage seiner Pfählung. An dein einen EM des Kreises war ein prachtvoller Dhron errichtet. Zwischen ihm und dem anderen Ende, aber etwas im Hintergmnde, stand eine Schar schwarzer Eunuchen, scheußlich anzufthen, welche, weiß gekleidet und mit verschiedenen Marterwerkzeugen bewaffnet, die ungeheuren, hohen, dünnen und scharfen Pfähle umgaben, die zu dev. Schlußfeierlichkeit vorbereitet waren. Der Klang der Trompeten, der Schall der Zimbeln und das wilde Getöse der Trompeten verkündeten Alp Arslans Ankunft aus dem Sevail. Für ihn war ein Eingang zu dem Kreise in der Mnge fveigchalten worden. Als der königliche Zug sich durch das Volk wand, konnte nmn ihn an den wehenden Fahnen erkennen, auf »welchen die Namen Allahs und des Propheten standen. Plötzlich bestieg Alp Arslan unter dem Schalle der Mrsik und den Zurufen der Zuschauer, von denen sich viele auf den Derraffen auf die Knie warfen, den Thron, und seine obersten Heerführer reihtm sich um ihn sowie eine Abordnung von Mollahs, lImams, Kadis und arwere angesehene Personen der Stadt. Der König von KaraSme war Von schr großer Gestalt und etwas mager. Seine Gesichtsfarbe war hell oder vielmehr rötlich; er hatte einen roten Bart, blaue Augen und eine platte Nase. In dem Augenblick, - wo er sich niedergelassen hatte, hörte man gegenüber aus -weiter Ferne eine Trompete, und die Zuschauer zischelten einander zu, daß der große Gefangene nun herbeigeführt würde. Zuerst trat eine Schar karasmischer Wachen in den Kreis und stellten sich um das^ Seil her, mit dem Rücken nach den Zuschauern zu. Dann kamen fünfzig der vornehmsten hebräischen Gefangenen mit auf den Rücken gebundenen Händen, doch dies, deutlich-mehr der Form als der Sicherheit wegen. Darauf folgte ein kleiner geschlossener Wagens -ex -W MgMvM MW M VM umgeben war, und ihm entstieg David Alroy; die Füße waren von Ketten befreit, aber die Hände immer noch in schweren Banden. Durch die Menge lief ein allgemeines Gemurmel von Teilnahme und Staunen und Furcht und Triumph. Unwillkürlich wurde ein jeder erregt. In rascher Bewegung wogte das Volk hin und her. Sein Gewand zerrissen unbeschmutzt, das Haupt unbedeckt, die langen Locken über die Stirn hereinhängend, bleich und abgemagert, aber noch immer ungebeugt, warf der frühere Eroberer und Kalif von Bagd<ä> einen ruhigen Hevrscherblick auf die, die noch vor kurzem seine Sklaven waren. Meder schmetterten die Trompeten, es ward Stille geboten und ein Ausrufer verkündete, daß Seine Hoheit Alp Arslan, der erhabene Herrscher von Ehovavesmien, ihr Gebieter, Beschützer und König, Rächer Allahs und des Propheten, zu allen rebellischen und übelgesinnten Juden und Gianrs sprechen -wolle. Allgemeine tiefe Stille folgte und dann ertönte eine Stimme, gellend wie die des Adlers im Sturme: „David Alroy!" rief sein Besieger. „Du bist heute hierhergebracht worden nicht wegen Gericht noch Urteil. In Waffen gegen deinen rechtmäßigen Herrscher hat man dich gefangen genommen. Du kennst also -wie jeder andere Rebell dein Los. Ein solches Verbrechen verdient schon allein die härteste Züchtigung. Was verdienst dann aber du, der du Musend Schä-ndlichkeiten aus dich gehäuft hast, der du Allah und den Propheten gelästert und mit Hilfe von Zauber« künsten und unter' dem Beistand von Hölleitmächken den Frieden von Königreichen gestört, unendliches Blutvergießen veranlaßt, Gesetz, Religion und Sitte übertreten, die Gemüter der dir ergebenen?lnhänger verfi'chrt und vor alleni durch einen direkten Vertrag Mit Eblis, durch den fürchterlichsten Zauber und die schändlichsten Beschwörungen die Sinne einer erhabenen Prinzessin gefesselt hast, die bis dahin durch die Uebung jeder Tugend berühmt und vom Stamme des Propheten selbst war? jalM

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