Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1529 (16.5.1923)
- Date
- 1923-05-16
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1629 Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. 16. Mai 1923 Seite 9 größeren 'KurAsteiger-ungen. Sehr fest tendierten Eisenwerte, r gemachte Markt lag nnemheiKich, HoWverte'waren gebucht. Die Schlußtendenz war zuversichtlich. S ch l« ß k n r s e r Ilng. Kredit 44.000, Oesterr. Kredit 14.900, Britisch-Ung. Bank 7100.-, Salgo Kohlen 104.500.-, Rimamuranyer 28.660.—, Südbahn 16.750.—, Staatsbahn 99.500.-, Gran°SzaSzvarer 66.000.—, OLerungarifche Kohlen 112.000.^-y Drafche-Ziegel 40.250.-, Ungarische- Allg. Kohlen 362.000.—, Urlkany Kohlen 200.000, Adria 91.000, Klotilde chem. Fabrik 18.000, Ung. Eisenbahnverkehr 84.250—, Anglobank —, Verein. Holz 1900.—, Koburg 12.500.—, epodium 96.260.-. T ■ Sie Devisenkurse. Berlin. 16.. Mai. (Devisenkurse.) — Amsterdam 16.458.76 (17.956.—), Belgien 2419.93 (2618.43), Chüstiania 6882.75. (7650,82), Kopenhagen 7905.18 (8608.42), Stockholm 11.196.93' (12.069.76), Italienische 2059.88 (2254.35), London 195.260.62 (212.467.60), New-Aork 42.194.25 (46.885.-), Baris 2807.96 (3037.88), Schweiz 7640.85 (8079.75), Spanien 6458.81 (6683.26), Wien 60.34 (63.24), Prag 1266.82 (1321.68). Budapest 8.10 (8.10), Sofia 838.15 (352.11), Belgrad 444.86 (465.83). Berlin. 15. Mai. (Notenkurse.) — Noten- Dollar 12.244.10 (44.638.10), Pfund 194.801.76 (208.726.85), Italienische 2059.80 (2204.45), Polnische 87.- (91.76), Tschechoslowakische 1281.76 (1319.66), Oesterr. gestempelte 69.85 (61.05). ' - Prag» 16. Mai. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankmnte 'des tschecho-flowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*). 7.60 (6.95). Zürich 599.75 (599.75), Paris 220.75 (219.25), London 155.— (155.75), New-Iork 83.80 (34.10),. Belgrad 85.25 (35.62‘/2), Bukarest (-.-), Wien* 4.60 (4.69), Warschau*) 6.62'/, (6.62'/,), Agraur —(—.—), Budapest*) 63.— (63.—), Jugoslawische 86.25 (36.75), Oesterreichische gestempelte Krone 4.60 (4.59), Polnische 6.55 (6.55), Ungarische 59.- (56.-). *) Für 10.000. Du-apesr, 15. Mai. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 2040 bis 2100, Bukarest 25.60 bis 27.60, Kopenhagen 980 bis 101t), Ehristiania 868 bis 888, London 24.150 bis 24.750, Berlin 0.12 bis 0.14, Italien 255.-bis 265.-. Paris 346.- bis 356.-, Prag 155.50 bis 161.50, Stockholm 1388 bis 1438, Zürich 945 bis 975, Wien 0.0725 bis 0.0755, Sofia 41.50 bis 43.60, Belgrad 64.60 bis 66.50, New-Iork 5220 bis 5370, Warschau 0.1160 bis 0.1280, Brüssel 298 bis 308. Agram, 15. Mai.. (Devisen.) Wien 0.1347'/, bis —.—, Berlin 0.215 bis —, Budapest 1.82 bis —, Bukarest —.— bis —, Italien 469.60 bisLondon 445.— bis New-York 9500.- bis Paris 632.50 bis Prag 286.— bis —, Sofia bis —.—, Schweiz 1730.80 bis —, Brüssel —bis —, Warschau —bis —.—, Amsterdam —bis —, Stockholm —. Belgrad» 15. Mai. (Devisenkurse.) London 441.50 bis Paris 668.60 bis New-York 9650.- bis Genf 1787.50 bis —, Saloniki—.— bis —Mailmd Bi» Prag 285.50 bis Berlin 0.220 bis Wie« 0.1852 bis Bukarest 46;- bis Sofia 74.— bis Budapest 1.80 bis Brüssel 640.- biS -.-, Amsterdam 3737.60 bis Warschau bis Amsterdam» 16. Mai. (Devisenkurse.) London 11.88 bis 11.83'/,, Berlin 0.0068 bis. 0.0068'/,, Paris 16.97 bis 17M„ Schweiz 46.02'/, Bt» 46110, Wien 0.0035'/, bis 0.0036'/,, . Kopenhagen 47-90 > Bi».-48.10, Stockholm 68.— bi8 '68.20, Ehristiania 41.90 bis 42.10, -New-Nürk 255.— bis 255:25, Brüssel 14.62»/, bis 14.67'/,, Madrid 38:90 bi» 89.-, - Italien 12.45 bis 12.66, - Budapest Bi» Helsingfors —bis —, Prag —bis —. Warschau» 15. Mai. (Devisen.) Berlin 1.66, London 18.765.—, New-Dork 47.620-, Prag 1425.—, Wien 0.66. New-Aork, 16. Mai. (Devisen.) London 462.626, Paris 666.60, Berlin 0.22.76, Mailand 490.76, Zürich 1803.-, Kopenhagen 1879, Stockholm 2662, Ehristiania 1642, Amsterdam 8900.—, Prag 298.-, Wien 0.14.126, Budapest 1.98, Bukarest 47.625, Warschau 0.20L0. Madrid 1623.-, Helsingfors 276-, BMel . 573.25, KMaba 1"/„ unter pari, Brasilien 9675, Argentinien 8600, Belgrad 104.26. WeMam United-Hnkosh. Samstag, 6 Uhr, Hohe Warte. Weschattr United F. C., der schon ■ se'i't Montag m Prag weW, tritt die Reise von Prag mach Wien Freitag früh an, so daß die Mannschaft Freitag nachmittags nin halb 3 Uhr •a'uif bcnn Franz-Jchelfs-Bahnhoif cimtfilflft. Ms dem Blahnhsf i([t fürciweu gr-oß-en Empfang durch die Gastgdber vorgefor-K u>ich ist es wohl als sicher auzunehnren, das; sich zchlreiich- Sportenthusiasten am Bahnhof emsiindrn werden, um dort die Ewpulären Gaste zu begrüben. Für Freitag abends ist, falls es das Wetter gestattet, eine Spaz-ierfahrt im den Prater vorgesehen. Schr rei'chhailttg ist das Programm-siür Samstag. Um 9 Uhr vormittags findet ein A-nsslug nach SchöMvunn statt, von wo dann die Engländer inihren Autos direkt ins Räthans.©eilelbbcfc werden. DortseGst werden sie vom Büraerme'ffter einpfängen. Dem Em-pfa-iig wird sich eine BesichttWng des - Rathauses tanschließen. Der Nachmittag ist der Ruhe gewidmet. Um- 6 Uhr findet dann das mi-t Spannung erwartete Weittspiel statt. Es wird schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß das Wettfpvel auf die Minute piünkillich beginnt, so daß die Begvnßung, photographische Anfnahme ufw. schon uim dveistziertel 6 Uhr Ihren Anfang nehmen. Dadurch wird es möglich sein, das Wetts-PM noch vor Eintritt der DunEelheit zu bsen>d»gen. Um den Aufmarsch des Publikums ans einen größeren Zeitraum zu ve-vteilen, findet vor -dem Engländevsprel das Meisierschaftst ressen der R eiserv eman-nscha-ften von Rapid und Hakoah statt. Diches SpN. beginnt präzise einvierteil 6 Uhr. Am Merck, findet dann zu Ehren der Gaste in den Prächtzräutmen des Kursalon-s das große Bankett statt. Am Sonntag vormittags, werden die Engiländer noch einen AnsMug in die Umgebung Wiens machen. Vorgesehen sind: KobenA und Kahlenlberg. Nach dem Mittagessen erfolgt die A"?ise der Gäste nach .Budapest. Das Wettspiel des. Weftha-m. Untted dürste nicht n'ur zu einem sportlichen, sonldern auch Zu einen: MseUchaftllichen Ereignis allerersten Ranges werden. Auf die Einladung des SportAnbs Hakoah haben beveiits folgende Persönlichkeiten -ihr SPORTPLATZ HOHE WARTE Pfingstsamstag den I9.fflai,präz. 6Dhr nachm, (erstkl.engl.Profesaionalmannschäft) , vorher Rapifl-Resem—Hakoah-Reserve (Meisterschaft) Schluss des Yorverkaufes Freitag abends (■■■■■■■■■■■■■■■■&■■■■■■■■■■■■■Bfliabi : Erscheinen in sichere Aussicht gestellt: Bundespräsideut Haiuisch, Bürgermeister Reumann, Vi-z-Mrgermeister Emmerling/ Polizeipräsident Schober, .Hofrat Dr. Vi-torin, zahlreiche Na» tionalräte und Würdenträger der Gemeinde sowie Vertreter des Buüdesministerinms für Heerwesen. SeVbstverstönVli'ch ist, daß sowohl der englische Gesandte als auch der Konsul mit zahlreicherl Herren der Gesandtschaft und der hiesigen enigltischen Kolonie bei ihren Lands!enten ans der Hohen Warte er», scheinen werden. Auch die Führer des jüdischen politischen und geistigen'Lehens werden bei dom sportlichen Ereign'is anwesenld sein. Um der: Andrang bei den Kassen zu vermeiden, werden die Besucher ersucht, sich auch die Stehplatzkkapten im DorverkaNs zu beschaffen. -_ Westpolnischer Brief. Bielitz, 6. Mai» - Anläßlich des polnischen Natioualseiertages fanden a» 3. Mai . zugunsten des polnischen Fußballverbandes smiE Spiels statt, die ungeheures Interesse erregten. In allen Spielen ging es -um inehr als nn: Punkte oder Meisterschastsehven. Es ging uin' die Hegemonie in der heimischen Sportgemdinde. um die Vorherrschaft langjähriger Rivalen. In der jüdischen Sportwelt wurde das Spiel Makkabi—tIutrzenka mit SpWnnn-g erwartet. Tausende Zuschauer kamen, um dem Kamps, um di« Vorherrschaft im -jüdischen Spori-e Krakaus beizuwohnen. I-utvzenka war lange I-a'hre für Malkabi kein ernster Rivale, erst in der letzten Zeit konnte Iutrzenka die Oberhand gewinn-rn, die Niederlage im letzten Meisterschaststressen trug Makkabi auch die Zweitklassigkeit ein. MaEkckbi hatte also allen Grund, Revanche zu nehmen/ Tatsächlich gelang es ihmauch/ Iutr« zenka 1:0 zu schlagen. Der Sieger stellte die weitaus bessere Maunschast -und überragte technisch und taktisch den erstklassigen Rivalen. Als cs Makkabi gelang, das siegbrmgende Goal zu erzielen, wollte der iFubel kein Ende nehmen. Nicht ger-ingereS Interesse sand das Spiel Erakowia—Wisla. Crakowra wurde bekanntlich von Wisla in der Mvisterschaft geschlagen. Allgemein wurde angenommen, daß CraEowia imstande sein wird, die derzeit außer Form befindliche Wisla zr: bezwingen. Nach eben«: bärtigem Spiel endete aber der Ka-mpf 1:1. Auch in Bielitz ging es -löbha-st zu. Ws Attraktion ging schon am 1: Mai daS Spiel B. B. S. V.—Hakoah vor sich. Der jüdische Verein unterlag unverdient 3:1. Er kämpfte mit A-nMtivn und Aufopferung, das Glück war ihm jedoch nicht -hold. Am 3. Mai fand das Retourspiel statt. Hakoah konnte das Spiel sicher 2:0 für sich erttscheiden. Sturm spielte gegen die zweiMassigen B. Lipnik und lgewann unverdient 2^). Bei einer Temperatur, die das Spielen zur Qual machte, kamen die für Sonntag festgesetzten Meisterschaftsspiele zur Austragung. Demgemäß Mt auch die Qualität des Gebotenen. Crak-owia empfing den B. B. S. V. und schickte ihn mit einer Packung von, 7:0 heim. Die Bielitzer spielten herzlich schwach. Wisla hesiegte Wawel 3:1 (liO)^. Makkabi stellte Mm Meisterschastsspiel'gegen Wcküel.2 fast die komplette RÄerve. die einen glücklichen 2:1-Sie>g'errinigen konnte. In Bielitz hatte es Sturm mrt.'Iutrzeüka zu tun. Sturm, dem das Wasser bis WM Halse reicht, kämpfte mit grenzenloser Aufopferung, um die. zwei wichttgen Punkte M ergattern, es half -ihm nichts, Iutpzenka konnte das TrefseN mtt 1:0 für sich entscheiden. Durch diesen Sieg rückt der jüdische Verein an die dritte Stelle der Meisterschafts- ' tahelle wr. Den ersten Punkt in.der Meisterschaft vergab die Hakoah gegen B. B. 2. Die Hakocch-Manuschaft hatte vier sOvere Spiele.in einer Woche absolviert und war sichtlich erschöpft, überdies ließen alle Spieler AiMÄgn vermissen, so daß der übrigens herzlich schwache Gegner da§ Spiel 2:2 unenlfchi-eden halten konnte. Kommenden Donnerstag findet das Städtespiel Bielitz—Kattowitz' statt. Es ist die erste Begegnung polnischer Vereine mit den deutschen Klubs aus Oberschlesien. E. Mückenbrunn. (82. Fortsetzung.) David Motz. Roman von DiSraeli (Lord Beaconsfield). dlus dem Englischen übersetzt von G. -U n n a. So schaute sie, und als sie schaute, mutzte sie unwillkmkrch diesen Anblick, der -wie das. Grad aller Leidenschaften des Menschengeschlochtes erschien, Mt dom unvergleichbaren Glanze jenes -begeisternden Schauspiels vergleichen^ das Bagdad bei dev Feier von Alrohs Vermahlung darbot. Me verschieden -war damals ihre Lage gegen jetzt und wie glücklich! Die einzige Schwester eines treu ergebenen Bruders, des Herrn und Eroberers von Asien; die Gattin seines siegreichsten Befohlshabers, eines Mannes, .der all ihrer Tugenden wert war und dessen jugendliche Tapferkeit ein Diadem auf ihre Stirn gesetzt hatte. Wr Mirjam -hatte ihre hohe Stellung Weder Sorge noch Verbrechen gebracht. Man könnte sagen, ihre Mildtätigkeit gewann nur dadurch an Tlusdehnung, ihre Menschenliebe an Macht, sich zu betätigen. Sie konnte sich selbst in dieser ernsten Stunde der schärfsten Selbstprüfung, das rei-tt-e Wesen konnte sich beiall ihrer Bescheidenheit, Demut und Zerknivschnug nicht aMagen, daß sie ihre Unterwerfung gegen Gott oder ihre Pflichten gegen ihre Nebenmenschen auch nur einen Augerrblick vergessen habe. Wenn sich aber ihre Gedanken dann wieder zu dem Wesen wandten, von dem sie sich eigentlich nie entfernt hatte, und wenn sie seiner gedachte und seines ga^en Lebens und all der tausend Vorfälle seiner Irgend, Geheimnisse für die Welt und nur ihr allein bekannt, die aber die Vorboten seines Ruhmes «waren; und -wenn sie nun an alle seine herrlichen Eigenschaften, an all seine innige Liebe, sein>en Rnhnr ohnegleichen und das ihn bchrohende Los dachte; da erzwangen sich ihre Tränenin schweigender. Todesangst einen Weg über -ihre bleichen, und schwermutsvollen Wangen. Sie neigte ihr Haupt auf Bathsebas Schulter und -die sanfte Beruna drückte ihre bchende Hand. Der Mond ging unter, die Sterne -wurden weißer und -oleicher und einer nach dem andern erlosch. -Jenseits der -ivLi-ten Ebeue des Tigris, dem Schauplatz des hochzeitlichen Pnnttcs. schimmerte der dunkelpurpursarbem Horizont vH» einem glänzenden Streifen, -weiß und orange.- Das feierliche Gebet det Muezzin erscholl von den Minaretts. Jemand klopfte an die Tür. Es war Kaleb. 19. Auf Kaleb gestützt und von einem Wächter, welcher Fackeln trug, begleitet, stieg Mirjäw die, dumpfen, zertrümmerten Stufen hinab, welche in den Kerker ^führten. Ihre Kräfte verließen sie, als sie an. die Tür kam. Sie blieb stehen mnd lehnte sich an die alte, feuchte, Mauer. Der Wächter und Kaleb gingen voraus. Sie vernahm Alroys Stimme. Diese war fest Md sanft. Ihr Ton kräftigte sie. Kaleb schritt mit einer Fackel voran und hielt sie ihr vor die Füße, und als er sich heraibbeugte, sagte er: „Mein Herr befahl mir, Euch zu bitten, guten Muts zu fein, denn er ist es." Nachdem der Wächter eine Fackel in die Vertiefung der Hauer gestellt, entfeinte. er sich. -Mirjam bat Kaleb, draußen zu bleibm. Dann faßte sie alle Kraft.zusammen und trat in den furchtbaren Raum. Alroh -war aufgestanden, Ml sie zu empsangLn. Das volle Licht fiel auf sein Gesicht. Er lächelte. Mirjam konnte sich nicht länger halten. Sie stürz-te vor und drückte ihn an ihr Herz. ,/O, meine Teure, meine Geliebtefte," flüsterte Mroh- „solch ein Wiedersehen läßt die Gefangenschaft vergessen!" Die Schwesterkonnte nicht sprechen. Sie lehnte ihr Haupt an seine Schulter mt$> schloß die Augen, um nicht zu -weinen. . . „Mut, geliebtes Herz, Mut", flüsterte der Gefangene. ,L), ich bin ja,glücklich!" „Mein Bruder,' mein geliebter Bruder!" ,/Hätten -wir'uns gestern gesehen, so würdest du mich vielleicht verstört gefunden haben. Mer h^ute -bin ich wieder ich selbst. Seit ich den Tigris überschritt, entsinne ich' mich nicht,' solch innere'Ruhe empfunden zu haben. Ich habe süße Träume gehabt, teure Mirjam, Träüme voll Trost und mehr als Träume. Der Herr hat mir verziehen, das glaube ich zuversichtlich." ' ... „O, mein Brüder!' Deine Worte sind voller Trost, denn siehe, auch ich habe geträumt, Träume voll Beruhigung. Seit deinem Falle ist mein Geist nie ruhiger gewesen." v-fc;:; «MrUch?/ DaüwM ich M' ol:"cklisb!" ' , - „Sage nkir das noch einmal, mein David, laß sie mich noch einmal hören, diese Worte des Trostes!" ,M ist vollkommen wahr, meine teure Fremckm. Ich spreche es nicht nur aus freundlicher Verstellung, um dir Freude zu machen. Denn wisse, in vergangener Nacht... vb nun der Herr seinen Zorn gewendet oder ob einige Prüfungen, von denen ich nicht sprechen, nie mehr an sie denken mag, für meine vielfachen Sünden mir Verzeihung erworben haben. . . aber es geschah, daß um diese Zeit, als mein Engel Mirjam ihre fteuudliche Botschaft sandte, ein Gefühl der Ruhe über Mch kam, wie ich es mir schon lange ersehnt hatte. Ich fiel in einen Schlummer, tief und sanft, und statt jener wilden und wirren Vorstellungen, die während der letzten Zeit meinem Hirn entsprungen waren, wenn es ruhen sollte, statt der Bilder von Herrschaft und Verschwörung, der ^enen grimmigen Krieges und . höhnender Liebes — stand ich an unserem heimatlichen ' SpringbruMen und Pflückte Blumen mit meiner frühesten Freundin. Ünd als ich die blühenden Gefangenen um deine fliegenden Locken -wand, da kam Ja-bastor, der große, be> lerdigte Mann, nicht mchr ernst und zürnend, sondern mit wohlwollenden' Blicken und voll von Liebe. Und er sagte: „David, der Herr -hat deine Glaubenstveue geschaut trotz der Finsternis-deines Kerkers." Damit verschwand er. Geliebte Schwester, er sprach von einigen harten Versuchungen, denen ich durch Hilfe des Himmels widerstanden. Nichts mehr davon. Ich erlvachte. Und horch! Noch hörte ich meinen, Namen rufen. Voll meines Morgentraumes dachte ich, du seiest es,, und antwortete: „Teure Schwester, 'bist dn-hier?" Aber niemand antwortete. Und als ich danr nachdachte, erkannte mein Gedächtnis jene schwirrenden -Töne wieder, welche Alroh in Jabastors Höhle beriefen." , -„Die Bathkol?"; „Ja, jener heiligen Botin. Ich bin voll Vertrauen Der Herr hat mir verziehen. Glaube mir!" . . „Ich kann nicht daran zweifeln, David. Du hast grotz Taten für Israel verrichtet. Niemand ist in diesen Zeiten gleich dir emporgesttegen. Bist du auch gefallen, so warst du jung und schweren Versuchungen ausgesetzt." „Doch Israels Israel! Wenn ich nicht fühlte, daß einst meinem Vaterland, ein würdigerer Führer erstehenwürde, das Herz hräche mir. Ich habe mein Vaterland verraten!" / 7--...^lForttetzttiia folgt.) :■ ' ■