Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1511 (28.4.1923)
- Date
- 1923-04-28
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980592--14587-3001335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wietß Samstag » i * n * r y *■**''? *» Nr. ML ,** -**V^ g»^ f »'s *'§* **$ >'l*/'4,^Xj'*^ , ^WVtf'J^J^i’5^ *«N «rif der Fahrt zum englischen Kutz-Finale. Amsterda-m, 33: April. J^KiCocd^ber, ber beruflich nach England reisen mußte, penLhte die Gelogenheft, irnt dem heuti-MN Gupfinal-e zwischen Bolton Wcmdevers n-nd Weischam United, bent Pfingstgeaner' Iber Hakoah,- -im Wimbley-Park bei London >beiznw-ohnen. In iieibenswürdiger Weise bat dieser Herr nns den genauen Bericht über das große spovtki-che Ereignis ungesagt. Ueber seine sportlichen Eindrücke in Holland schreibt er ans folgendes: ' „Ms ich in Amsterdam ankam, erkundigte ich mich, sofort, -dvas fnßballjportlich in dieser Stadt los sei. Ich erhielt die Ant- :toort. daß mein Kommen unl eine Wache verfrüht war, da erst am nächsten Freitag der Ländevk-ampf Holland-Belgien stcrtt- > findet. Ich «Dhielt bvi meiner iÄbverse in Wien den Austrag, für. -die Hakoah eine Wet-tspielroise «für die Sommermonate zusammenMstellen, weSha'lb ich mich mit dem größten «cin- . heimischen Fußballklub Ajase ins Einvernehmen setzte. Zn tneiner größten Freude wurde ich sehr herzlich. aufaenmnnren, dvobei ich die Wahrn-eihnmna -machen konnte, daß der Name Hakoah sehr gut-bekannt war. Die Herren von Asase erklärten, daß sie erst in einigen Tagen definitive Antwort -geben könnten. Man geleitete „m ich aus den Sportplatz -des S. C. Aisase, wo ich M m-einem -größten - Erstaunen sesfftellt«. daß das SpieMd. auf demdie Matches ansgetragen werden, in der Mitte von sechs Trcriningsplätzen, die sänttliche inteMationale Maße aufwiesen, lag. Die größeren holländischen Vereine betsitzen 10 bis 20 Fußballmanir'haften, Aiase MM Beispiel hat drei Gp'relf-elder ausschließlich für die' Jugend reserviert. Gmz ungevvohnt hat nrich die Tatsache belri'chrt. daß auf jedem Trainingsplatz , ein Ball la>g, ohne gestohlen M werden. Die Mn-eigMug dieses von der I-u-gend so., heiß begehrten Siportrvquisits wäre iei<n le-ich-tes gewesen, da die Trainingsplätze nicht eingezäunt sind, keinen Platzmeister beherbergen und an der Straße -gelogen sind. Sämtliche Steh- -und. Sitzplätze sind , auf prächtigen Tribünen untergelbracht. Es ist interessant, daß der derzeit -durchgsführte neuerliche Anstrichderselben 18.000 holländische Gulden, also die Kleinigkeit von SSO Millionen österr. Kronen kostet. Jeder Verein muß 20 Prozent >der Bruttoei'Nna'hmen an Steuern äbführen, wMi der/ Vorgang eingehakten wird, daß die Steuerbehörde für sedes Wettspiel auf eigene Küsten -e-i-ne komplette Garnitur Karten drucken läßt. Jede dieser -Karten ist -mit einem komplizierten staatlichen Aufdruck versehen, so daß die gen-mle Kontrolle ermöglicht und Fälschungen -ausgeschlossen erscheinen. Gestern' lernte ich -einen Funktionär des M-akkäbi aus Antwerpen, des einMgen -Wischen Spottvereincs Belgiens,, -kennen. .Dieser Klub wurde von Studenten -und Haüdcilsangestellten gegründet und ist mit großem Ei-fer bemüht, dem jüdi- ' schen Sport in . dem antisemi-täschen Flandern Geltung zu ver- »scha-ffen. Der MaMabi. der einen eigemn Sportplatz -besitzt -und ungefähr 1000 Mitglieder Fühlt, gewinnt täglich an Ansehen. Der -innigste Wuüsch dieses jMschen Vereines ist es, gegen die Wiener Hakoah, die ihm, ein ilsuchtendes Vorbild ist. M speien. Ich habe dem Funktionär des MaMbi versprochen, daß die Hakoah. fallsdie Wst-tspielreise durch Holland zustande kommt, -einen -Abstecher «ach Antwerpen machen wird. In Holland besteht noch kein jüdischer Sportklub. doch dürfte, voraussichtlich -auch hier bald der .Mögen David" -cmf,den Sportplätzen M finden sein. . Heute wohnte ich-einem Wettspiel zwischen Haarlem und B. B. S. Haag) bei. Es wurde nach nuferen Begriffen recht schlecht gespielt -und ich glauibe nicht, daß' diese beiden Vereine sebbst Miseren 'schwächsten erstklaigen Mubs gleichwertig sind. Das Schußveivmögen der Mannschaften stand, -ebenso wie -bei uns, auf sehr niedriger Stufe. Obwohl der Fußballs-Port in Holland sehr populär ist. kann man doch von einem bedeutenden qualitativen -Rückgang der Masse sprechen. Mit Ausnahme -der -letzten 8:1 Sieges Wer Frankreich erlitt die holländische Natton-alnvannschaft fast ausschließlich Wederlagen. HolfferMch gelingt -es mir, die Wettspielreise der Hakoah sicherqustellen, damit sia durch ihr Auftreten, den in Holland geschädigten Ruf der Wiener. Fußballer korrigiert und beim jüdischem Sport in Westeuropa WMeÄ-ieNste Leistet." Nnselsky dr Spanien. Valencia, 24. April. Das Weite Spiel des Nuselsky S. C. in Väler.eia mit dem dortigen F. C. blieb nach hartem Kampf mit 4:4 unentschieden: Die Tore für die Gäste «rzielten Janfa 2, Matus und Kocourek je 1. Oesterreich—Ungam. Für das Länderw-ettsp!-c-l Oesterreich -^Ungarn hat der Oe. F. B. dem Ungarischen Ber'bapd Förster Wiener Morgenzeitung. (Schweiz).- -Dr. Mauro <Ita-l-ivu). zwei hollärrdische ünd einen' schwedischen Referee.als Schiedsrichter vorgeschlagen. Wieser erhielt, für das. Wettspiel Amat-e»lre—M. T. K., das am 88. in Budapest stattfindet, StziÄ-erla-tzbais. Das Länderspiel Ungarns—Oesterreich wird nach -längeren B-echandlün-gen nun doch, wieder-auf.der Hohen Worte stattfin'den,. Der behördlich, festgesetzte. - Fasiungsraum des Platzes (stach eimr aus der Zeit Mariä Theresias' stainmenden Verordnung berechnet!) entWt öl.000 Stthp'lätze, also insgesamt 62 bis 63.000 Plätze insgesamt. - Berechtigte' Beschwerden. Die sich mehrenden Ablagen übcr schroffe, oft grobe Behandlung der Pflicht-kartcnbüsitzer seitens der Vereiusfunktionäre kamen in der, gestrigen Vorstandssih-ung des Oe. F. B.. zur Sprache. Auch die Pressevertreter finden leider -nur auf wenigen Sportplätzen entsprechvndes. Entge-gen-- kommen und müssen sich oft M untergeordneten Organen ihre „Platzberechtigung" förmlich erkämpfen. Abhilfe täte, hier -dringend not!; Der Kartenverkauf für das Länderspiel Oesterreich—'Ungarn. Für das am 6. Mai stattfindende Länderspi-cl Ungarn- Oesterreich gelangen in den Sp-orttvarengeschäften k -eine Karten Mm. Vorverkauf. Der O-esterrsichii-che Fußball-Bund sieht sich z-u dieser Maßreglel gezwungen, weil infolge Polizeilicher Verfügung die B-esucher-anzahl auf 60.000 festgesetzt wurde. Ter V-örsta-nd des Oe. F. V. berücksichtigt bei der Ausgabe der Karten in erster Linie alle Verbands-Vereine und.,werden dieselben aufgefordert, ihren Bedarf an Karten bis spätestens Mittwoch -den 2. Mai -dem Sdkretari-at' bekanntzugöben. Diese von den Vereinen beftelljen Karten müssen . bis spätestens Donnerstag abends gegen Bar-crlag behöben -werden. Die Wünsche de-r Vereine werden nach Möglichkeit berücksichtigt. Die restlichen Karten werden -in nachstehenden Sekretariaten und Klublokalen der Verbandsvereine tf6 Freitag früh zum Verkauf gelangen: Sekretariat des FußbaW-e-rbandes. 1. Bez., Annagaff-e 7; S. C. Rapid, 1-5. Bez.. Hütteldovferstraße 56; Wr. -Amatem Spovtlberein, 1. -Bez., Li-liengasse 1; Wiener AthletWport Club, 1. Be^>. Hegelgass-e 3; Ha-koah, 1. Be?;., Wiesing-erftraße 1; S. C.'Wacker, Weigls Drcherpark,' 12. Bez., Schönibvunner- .straße 307; S, C. Hertha, Cafe Wal-och, 10. Bez., Favoritenstvaße 124; Wiener Sportklub. 17. B-ez., Rötzergasse 6; M>Mira, 31. Be^. Anton G-Ächgass-o 9, Josef Schierls Restauration; Flori-dsd-orlßer -A. E. 21. Be.-;.. Am Spitz 8—3, Hotel „Goldener Engel"; Wiener Association Fookballklub, 1. Be?;., Stubenring 18. Ring-Cafe; 1. Gim-mer-inger Sp. El., Konditorei Bc-ith, 11. B-eg., Hauptstraße 33; First Binna Footballc-lub. 9. Be^.> N-üßdor-sierstr-aße 23, Hotel Union; S. B. RudobfDhügel, Restauration Winkler, 10. Be-z., tLaxenburgerstraße;. Zentralverein der Kaufmännischen' Angsst^lbien, 1. Bsz., Werdertorgass-e 9. Z-u diesem Länderspiel werden vom Oester-r-eichischen Fnßball-Gund im beschränkter Anzahl <5000 Stück) Schülerkarten ausge-Men, welche ab Mttwoch Mm Preise von 2000 K. pro Stück am Sekretaviat des Fußball-Bundes, 1. Gez., Annagasse 7, gur Ausgabe gelangen. .Das P. T. Puiblckwm wird i-m eigenen 'Interesse -gebeten, sich ' rechtzeitig bei den Vorverka-Ufsstellen seinen De-da-rf M decken, da die Nachfrage nach Karten sine besonders -vege ist und die Ausgabe der Karten zufolge der polizeilichen Berfügimg mit insgesamt 60.000 feftges-etzt wurde. Jüdische Spsriverbandsmeisterschast. Um halb 6 1t treffen heute auf dem Bewegung O-Glatz Adir und Iugendbnnd aufeinander. Aver Berei-nei Re sich'bisher wicht mit Lorbeeren bedecken konnten. Der Kampf ist völlig offen, Schiedsrichter Poftmne-r. - - - - —-.—;• ,r- ' - " ~"”7—;—-—— HAKOAH-SPOHTPLATZ - KRIEAU Morgen Sonntagden 29. April |Ieisierschaftespiele; */s3 Uhr 28. April 1923 Seite 9 : . Moriah hat für die Sommermonate eine Reihe schöner, Provinzspiele ähg-rschlossen. So i-pielt der indische Verein unt-e-p anderem in Str-aßhos, G-ai-nfarn. -Bösla-n, Baden. Brunn a. G., Mnsenchorf, .Krems, Tulln -und Wr.-Neusta-dt. Außerdem plant Moria-H ein achttägiges-Tournee durch Salzburg. W. A. F.-Meeting. Heut« Samst-ag finden um halb 8 Uhr auf dem Platz des W. A. F. die ersten Bahnwettkämpfe dieses Jahres statt. Der S. C. Hakoah beteiligt sich daran mit der stattlichen Anzahl von 2-5 Mann. Da man di-e di-essähr-ige Form -der Leichtathleten noch nicht kennt, ist es n-nmöglich, eine Bor'hersa-ge über' den vermutlichen Ausgang der Kampfe zu treffen. Bei dieser Veranstaltung wird man noch ksinen Ueb-er-, blick über das Können der Vereine gslvinnen können, da kein einziger offener Mal-Wettbewerb, sondern nur Vor-g-abclä-nfe und -Iun-iorensotzvie Iünglingswe-ttböwer'be zur Austragung gelangen. Dafür wird man einen Uebevblick überden Nachwuchs der Vereine erhalten. Airf jeden Fall jedoch lohnt sich ein Besuch des Meetings und der jüdische Verein ersucht alle Freunde und Mitglieder, sich in Hütt-eldorf oinMsinden. TomM. Hechcüver, Touristen- und Skiseklion. Morgen Sonntag finden keine Touren statt. Dienstag dem 1. Mai Fahrt mit de->n Sportzug um 6 Uhr 3 Min. nach Steinhaus. Im Bahnhof in Steinhaus warten Führer mit blauer Armbinde. Vormittag Einweihung der Hechawer-Schützhü-tte. Nächster SektUNsabeud Freitag -den 4. Mai. .... Aus den Vereinen. Adir. Heute Samstag Meisterschaftsspiel. Treffpunkt Haltestelle des O-Wagens Nordwestbahrchof.. Es haben zu erscheinen: Scheller; Löw, Albert; Feinstein', Adler, Bannet; Straßberg. Pick, Puterkleh, Dsit-elbaum. Weiß; Groß, Schreiber 1. Zweite und dritte Mannschaft spielt Sonntag, gegen S. C. Pellendorf. Aufstellung wie derlautbart. Näheres Samstag um 8 Uhr im Cafe Hungaria. Makkabä a. Heute um 4 Uhr Wettspiel ber Reserve, gegen J-ugenAbund 1 auf dem Feuerwchr-Platz. Treffpunkt um halb 3 Uhr im Kl-ubheim. Um 7 Uhr im-Wiener Bürgercafe, 2. Bez.. Praterstr-aße 11, Gesellschasts abend mi-t Tanz. Eingeführte Gäste willkommen. Sonntag um halb 8. Uhr Meisterschaftsspiel . gegen Carnuntum auf dem Stadlauer-Platz, Linie 16 bis Endstation. Treffpunkt einviertel 8 Ahr im Dlübheim. Am halb 12 Uhr wichtige Klubleitungssitzung, zu -der sämtliche Leittrr.gsm-itlglieder zuverlässig zu erscheinen haben. Sonntag Nachmittagsausftug. Näheres im Klubheim. Hazair. Heute um 4 Uhr Bewegung 20-Platz Wettspiel der Reserve gegen Ver,itas--Rkserve.' Die SpiÄer Kohn, Kavawan, Shagl, Thiemann, Dickstein. Wovtman-n, Gleich, Schauer. Schlesinger, Schächter. -KoHuszower haben sich um halb 4 -Uhr auf dem Platz -einzufindm. Abends nm halb 8 Uhr Spielerversammlung der ersten Mannschaft. Aufstellung für das sonntägige Me.isterschastsspiel gegen Derit-as -um' halb .11 Uhr auf.dem Iedlersdorfer-Platz. Um 8 Uhr wichtigs Klubleitungssitzung. M der sämtliche Herren bestimmt m erscheinen haben. Menvrah. Heute um 8^Uhr Spielerverfam-mlung im Cafe BiAvria. Um HM 5' Uhr spielen die ALademiker gegm Borochow-Mademiker auf dem Rekord 12-Platz. Treffpunkt um HM 4 Uhr beim 31-er-Wa-gen, Franz Iosefskai. Sonntag mm 2 Uhr spielt die Iungmaünschaft auf dem Viktoria 21«Platz gegen ZeMralverein-I-ungmannschaft. Erste Mannschaft Sonntag um HM 3 Uhr gegen Star-11 auf -dem Dcmaüfelder-Platz. Hakoah-Jungmanv-schaft. Heurte' um halb 3 Uhr. respektive 4 Uhr Wettspiel gegen Baumgartner Hakoah. Um halb 3 Uhr dvftte Mannschaft: Münster; THalenfeld, Hirschl; Kreisch, Bauer, Afchke-na-sy; Scharr, -Knall, Taube, Lebensbcvum.. Brody. Um halb 5 Uhr zweite Mannschaft: Oppenheim: Häberfeld, Ehajes; Deutsch, Posaner 2, SR-eu* Hauer 2; Iolles, Drucker 2, Posaner 3, Wahrhaftig, Karl. Die erste Mannschaft versammelt sich morgen Sonntag, um. HM 8 Uhr früh bei der' Südbahn zur gerneins-amen Abfahrt r.aär Wiener-Neustadt. Folgende Spie-ler haben sich heute nach- (-69. -Forts-sh-Mvki) David May. Roman Von Disraeli (ÄorL BsaoonSfield). Ans dem EnMchen übersetzt von G. Unna. ,M ist fort! Es sprach mrd verschwand. Es war FMstor! Noch schallt wie ferner Domrer die Stimme in mein Ohr: »Finde -mich ans der Ebene von Nehcvwend!' Gch werde dich dort nicht verfehlen, edler GeM, und wenn ich auch meinem Gerichte entgegtzngehen -müßte. Iabasto-r! ltzttbe ich auch Wirklich Iäbastor gesehen? Fa, ja, gewiß! Uh Ambe, ich Lin wahnsinnig. Ha! was war das?" Ein surchterlicher Donnerschlag krachte über dem PMfte, tim -einem -sonderbar klirrendem Tone «gefolgt, der cm einem der Gemächer zu kommen schien. Die Mcmern des Serails lwankten. „Ein Evdbeben", rief Mroy ans. „Wenn!wch die Erde sich öffnete mtd alles verschlänge! Ha, Pharetz! Hat es dich aufgöweckt-?- Piha-vez,' wir leben in nreMvürdrgen Sitzen!" . , . ,Mwe Hoheit ist sehr bleich." „Und du auch, mein Sohn. Sollte ich denn etwa lnftig schr? Bleich! wir kömvIiLN Wohl bleich ansschen, wenn du alles ^wüßtest. Ha! noch einmal dieser schreckliche Ton. Uh' kann es wtcht ertragen, Wrrez, ich kann es nicht. BiÄes habe ich ertragen, Vieles, aber dies kann ich nicht."; „Herr, es ist im Zeughause." * ,^cruf' und sich'! doch»nein, ich WM nicht alleür sein! Wv. ist Benajah? Laß ihn gehen. Bleibe hier, Wharez, Weibe bei mir. Ach bitte dich, Kind, bleibe." , Phavez führte den Kalifen zir einem RH-chette, auf dem mm Alvoh bUch und zitternd lag. Ein paar Minuten darauf fragte er, ab Benajah noch nicht zurückgekechrt -fei,. „Er kommt soeben, Herr!" st ' ' „Gut! Was gab es?" „Herr, ein furchtbares, Ewignis! Als der Donner über -bem Pa-laste erscholl, siel die heilige .Standarte von dem Orte, wo sie aufhewahrt wird, und zersplitterte in tausend -Stücke. Und fonderbar, nirgends §unn man das-Zepter!Wlomos ftndttt! Keine Spilr davon!" „Sagt nichts von dem, was vorgefallen, -wenn ihr mich liebt, Kinder. .Laßt niemand in das Zeughaus. Verlaß mich, Benajah. Du auch, Pharez!" Sie' entfernten sich. Mroy wartete auf ihr Fortgehen mit Blicken unaussprechlicher. Angst. Kaum waren sie verschwuuden^so stufte er zu dem Ruhebette, warf sich auf die Knie nieder, bedeckte das Gesicht mit beiden Händen, brach in einen Strom heißer Tränen aus und -rief: ,/D Herr, mein Gott! ich habe dich verlassen, und jetzt hast du wich vepk»Fen!" ' 6. Endlich erbarmte sich der Schlaf des erschöpften urä» zerrütteten Kalifen. Er -warf , sich auf den Diwan und siel bald in einen tiefen Schlummer. So mochte er «ine Stunde geschlafen 'haben, als er plötzlich erwachte. Aus dem Gemache, in 'welchem er ruhte, gelangte mau durch einen hohen ustd weiten 'mit einem jetzt zurückgezogenen Vorhang bedeckten Bodengarrg in einen unermeßlichen Saal. Zum größten Erstaunen Alroi-s schien dieser AudienWcvl jetzt von Licht durchflutet. Er sprang von seinein Lager auf- 'schaitt vor — und gewahrte mit dem Schmder der Furcht und der Neugier,, daß dev ganze Saal mit Wesen von schrecklichem Ansehen angeMt war, für ihn jedenfalls eher schrecklich als seltsam. Zn -den riesigen und geheimnisvollen Gestalten,.loelche an den Wanden des Saales sich Hinzogen, mch Vow dtznen jede im cmsgestreckten Arme eine Fackel hielt, erkannte er-die furchtbaren Afriten. Am Ende des Saales saß auf einem prachtvollen Throne, von Priestern und Höflingen umgeben, ein Monarch, 'den Älroy schon'früher gesehen hatte, Salonw der' Große. Alvoh er- .Rttmte ihn m- SteHang. üüd Aehnlichl-eit'.als denselben Savlvmo wieder, dessen Zepter.-der Exilsfiivft in den Königschräbew von,Judäa evfaßk hatte.^ * Die wunderbare Versammlung schien die Gegenwart des Erdensohnes nricht zu-gewahren, der stuft verzweiflungsvollem Mute an einer Säule des Bogenganges lehnte und voll Verwunderung, auß die sttunnlen, regungslosen ».ftolten;. nichts gesprochen. -Keiner bewegte sich, nicht einer schien selbst durch die leiseste R«» gung anzudeuten, daß er sich einer anderen Erscheinung, als seiner eig'emn, bewußt war.^ Plötzlich erhob sich am Ende der Halle, dicht vor Alroy ein Zug. Pagen und tanzende Mädchen mit Augen voll Feuer und wollüstigen Bewegungen, Krieger mit urachtigen Waffen und ehrwürdige Gestalten' in weiten Gewändern mch langen'Bärten. Sie schritten vorüber; aber -bei allen ihren lebhaften Bewegungen hörte man nicht 'den lvisesten -Ton, und auch die Musiker, von denen eine große Schar auf Harfen und Psaltern, Zimbeln und Hövmrn spielte, unterbrachen nicht im mindesten , das getvaltige Schweigen. Dieser große Zug, 'der nie zu enden schien, ging dreimal rund um den Saal herum, verbeugte sich vor dom, der auf, dem Throne saß und -stellte sich in Ordmmg vor den Afriten auf. Und nun traten zwölf Gestalten ein, welche ein großes Siegel trugen. Der grüne Stein- und die eingegvabemn, in lichten Floamnen strahlenden Buchstaben waren dieselben wie cmf b&m Talisman Iabastors, den Alroy noch auf dem HeMn trug. Und die zwölf Gestatten legten das große Siegel vor Salomo nieder und beugten sich demütig, und der König beugte sich auch. In demselben Arrgenblick fühlte Alroy einen Schmerz ga-Nz nahe an seinem Herzen. Sogleich.griff er mit der Hand nach -der leidenden Stelle — und sich', der Talisman zerfiel in Staub. Der Zug hatte geendet. Eine einzelne Gestalt schritt vor. -Nur was er bis dahin gesehen, erlebt, hielt Alroy aufrecht, daß e.r nicht vor Iabastors Schatten niedersank. Denn dieser war die einzelne Gestalt. Sie schritt vor, ein Zepter tragend. Sie fchrftt vor, kniete vor dem Throne und bot der erhabenen, gekrönten -Erscheinung das Zepter dar. Und Salomos Gestalt streckte den Arm curs, nahm das Zepter, und augeMicklich verschwand die gairze' ungeheure Versammlung. Alroy trat sofort in den Saal, aber alles war sinster und still. Eine Drommete erscholl. Er erkannte den Schall feines Heeres« Er tastete sich dem Vorhänge hin, schob diesen, beiseite und -erblickte den ersten Strahl des anbrechenden Tages.. (Fottketzima folgte