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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-03 · Heft 1456 (3.3.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1456 (3.3.1923)
Date
1923-03-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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VsIMMWMM!-- V» ' i1'"' ’' ^,p " ■' ■ \'"' '.' -■ ■ ' V' tm' Wkn, SamStog Wiener Morgenzektung. s. März 1023 Vettel pn Bimd bringt 4Üi 4hm gehöriigrn Stofotoftalioiten in Dsu'iich-- fiitcrJättrfl urJb owf Äwm Laaerborig bei Wi-sn in Las Gciselltsch^^sfcrnfofrcn der ftu qrm^euidrn österreichischen Mlimi-^l'elMMft rin «und erhält <MHen iw N-mnworte von 40.000 HN^lrwit Pfund, ibte SO Prozent d s gesamten M!>i:m>kah)itcrls ausmächrn. Die Maveonis W ire-letz Teiegvnp«!) Ch. Ld. kommt'MN tun die Belwilllgunig ein, bas Mtiemk2>pi:«äl der zu gvimdenldrn Gesellschaft 'in fwinder D«c!h^itlng ausdvi'lcken rül!d in dieser Wahrung ibilmvMvrn zu ftälipsn. Dle Holzhändlcr fielen den Kaiser-Wbersdorfer Holzmarkt. Im Caalle des H-auses der Ämvsnlannischaft fand gestern unier ahlreicher Teteiligung und nn'-er Vorsitz des Präsidenten .rommechiailrateS A«u!bie die dieS'äyr-iM Gen ralvevsaenmdes Rcichsvevb-andes der Holzhändler Österreichs statt, flm TätWoilsberich!e wird msiÄsonder^ ans die Stellungnahme ^2 Vertbandes «in Anaelegenycit der Verödung von Ho-lzäbäocknngsverträgen (Reichvaming) hingowiesrn und «betont, daß potz -ans den Stooissovsten >c-iner möglichst großm Ansicht von LrwerÄstÄMn und St-ouertrügiern ohne jede Vermittlung direkt von den FovstdeuwÄtungen zuMkommen habe. Der Bor- Ztzende meinte übrigens, daß Vr . AMvlV'l cheit dor Stäats- «Oe in Reichvaiinmg s«ür die österreichische Holzhänd^rschaft «roch lang« nicht erledigt sei. Der Berichterstatter windete sich such mit aller Entschrcd:nhe,it dagegen, daß die Umwandlung von StaatKbetrKi'ien in grmc'in«sch>astliche Betri« «be, wie beHielSfcicifc dies bei -den Wöv «herw-evlen der stzaN war. mit der Zn- Scherung staatlicher Ho^livfevung-en verln.ii.stst «w ade und daß die diesbezüglichen VechardKlno>:n unter Ausschluß der freiest ßionlurrenz siattftrden. Einen lbrerten Raum de.r Beratungen yatzm di« An'gclieig,n h.iit der M7^lerrhi«ilung des HolsMar^es Kaiscr-GberDovf ein. Dies« Maklewtbtoilun.g tritt seit nciu-clster beir mit Uelbwaehuna des Holchandels direkt mit Ho^konsupnnbrn m VerLUndu'lvci. offevicirt und verkauft zum Schaden res legitimen Holzhandels. In der Dobatte,, die sich stelleuweist ][aJ)E erregt gesta>l<> te, wurde «darauf hm-ewichen, daß der Vorland «des Holzmar'ltes stincrzeil in einer Ver'stmmluing -feierlich Erklärt halbe, -solarrge er an der Dvtt'e d s HoUzmarlk es stche, h.eser nie «ine Tätigk-eit zu.m S-ästden der HoMandlerschast -ti-falten we-de. Tiefes Vevslprchen habe nun die MeLlera>astilnng .octbrochen und macht -der legitimen HolichaMerscha-st skmikurrcing. Es fei dies um so «bedanevlicher — detonte/eimr zwt Ztedner —, da zur Erholung der fragwürdigen EMMz ^es Holzmarkles iat Kaifer-Gi<rsd5rf SteueM-lder, also -mtd) Si fber aus den Daischm der HolMndler verwendet worden. Tie Bersamimlum beMaß, in seeignieter Form gegen einen oerartigLn unlauteren Wet-tlbeLve-vb sich zur Mehr gu setzen. Wiener Mrse. Der vmschMrua, der sich seit kurzem geltend machte' und der Wiener Börse zu einem freundlichen Aussehen vechoffen' hat, kommt immer deutlicher zs.un Ausdruck. Die Tendenz befestigt sich durch di« Hinsukunft n-ouer Momente. Gestern waren «S größere Dudastcst-er Muse, die mit Rücksicht «ms die -egenfertige Erleichterung des Verkehres Zwischen Wien und Budapest in stärkerem Matze einsetzten und. größere Steigerungen bewirkten. Das ausländische Interesse für die Wiener Bankenwerte dauert« auch gestern an. Paris, London, und Amsterdam stellten sich aus den günstigen Su«bskriptionsevfo>!g der oster- >,re!chischen Anleihe mit größeren Aufträgen für diese Werte ein. Nach langer Zeit wurden wieder nene Werte, wie Styria, Hotel Bristol-Aktie, eingeM-rt und gierig vom Markt« aufgesogen. Die bevorstehende Prolongation wirkte wie bisher nicht mehr henvmend, weil sich die Geldvierhälthisse wesen lich erleichtert haben und Geld zu 0,5 Prozent pro Woche ’-itt ge- »mgendem Maße angüboten wird. Mährend des ganM DerjlaufeS hielt die feste Stimmung an und verstärkte sich rwch an her Nachbörse, wo «inzc-lne Werte weiter«, stärkere SteigemnOn erfuhren. Im Schranken teilte sich «die feste Tendenz aus die einzelnen Werte, wie Textil, Eisenaktien und insbesondere Nordbahn, welch letztere eine Million profitierten, mit. Auch Papiere'wie Westböhmische Kohlen,. Ninghofstr, Damstffchisf und Smrmeringer wurden mir Erhöhungen bedacht. Aus dem Rentenmarkte..behaupteten sich,die Preist bei geringem Verkehr. Von den Exoten notierten: EoS 1600 dis 1700, Epple u. Buxbaum 15.000 bis 16.400, Jriag 141.000 bis 144.000, Mrasnioa 51.000 bis 54.000. Vereinigle Sp-irituS 300.000 bis 310.000, Steirische Kohle 19.000 bis. 20.000, Erdöl 18.400 bis 19.000. ‘ Wiener MarenMe. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Der Beginn des geschäftlichen Verkehrs an der gestrigen Warenbörse war schwach, erst im späteren Verlaufe wurde es etwas lebhafter, das AusgeLot in Ehemikclien war jedoch entschieden geringer als im Wcchenlaufe sowie euch gegen Vorwoche. Tie Tendenz war unentschieden, eS wurden je nach der Gattung und Beschaffenheit der Warenartikeln teils unveränderte, teils höhere und auch schwächere Preise gefordert. Antereffe konnte man bemerken für schwefelsaure Tonerde, ftir Montanwachs, Kupfer- Vitviot, Bleiwejß chemisch rein, KaltumpermqnganaL (Apotheker- Ware) und für Tonerdehydrat.. Von Abschlüssen wurden bekanntgegeben in Anttchsi-r kristal"'- ffert zu 2000 K. transit Wien und Montanwachs zu 4600 k. transit Wien. Offeriert wurden: Aetzkali 88,92 zu 10.500 K. transit Wien Aetzuatron 128/130 zu 5600 K. transit Wien, Bleiglätte Bleiberger genialsten zu 10.600 K. ab Wien, Bleiwelß Hamburger zu 6400 K. ab Wien, Chromkali Ku 17.600 K. transit Wien, Knochenleim Rannersdorfer zu 14.500 K., Kupfervitriol 98/99 zu 8500 K., Minium Bleiberger zu 10.200 K., Naphthalitr in Schuppen weiß zu 6500 K,, .Paraffin 52/54 in Tafeln transparent zu 6460. K., in SchHpen'z« 4560 K. trarsit Wien. Schellack T.'N. orange zu 120.060 K. transit Wien, Sckwcstlsäure 66° Bö zu 2660 K., Soda kristallisiert z« 1280 K. ab Wien inklusive Sack, Jap anwach 3 zu 27.000 K. transit Wien, Weinsteinsäure spießig kristalli-. siert zu 40.600 K., Antichlor kristallisiert zu 2650 K. .Wien, Kernweizenstärke zu 5800 K., Kartoffeldextrin blond, zu 7660 K. O ele und Fetter Tie Tendenz blieb ziemlich behauptet, 4iur Rüböl doppelt raffinert erhöhte oen Preisstand um 800 K. : auf' 16.800 K., Speiseöl um 260 K. auf 19.200 K., Schweinefett pu e lnrä. um 25. Punkte auf. 83 Dollar und Kistenpackung um 200 K. auf 24.200. K. Zu unveränderten Preisen waren erhältlich Torschleberban zu 12.000 K. braunblond und zu 10.200 K. braun, holländisches Kokosöl zu 16.000 K., Kokosöl- Fettsäure zu 15.500 K., holländisches Leinöl zu 17.500 K., Pflanzenspejsesett zu 17.000 K., Elain sap. zu 17.900 K., Rindertalg zu 14.900 K., Rizinusöl technisch I. Pressung zu 18.600 K. N ä h r-, L e b e n 8 m i t t e l-' « n d Kolonialwaren. Kaffee kalte normales Geschäft zu durchgehends unveränderten Preisen. T e e China mittelsein ermäßigte deu Preisstand um 2000 K. auf 67.000 K. Holländische Kakaobutter wurde zu 1.66 holl. Gulden transit Wien ausgeboten. G e w ü z e blieben durchgehends unverändert. Italienischer Reis prima Qualität war um 200 K. billiger, zu 7560 K. erhältlich, und H. Qualität zu 1.80 Lire ab Wien. Z ü ck e r'tendierte fortgesetzt fest, da Amerika auch in der Berichtswoche als KSufer:abftaut und die Vorräte auf . Kuba'feMimmt. '-Hiez« kam'noch, daß sowohl England i als mich dle Schweiz iNhCuropa ansehnliche'Käufe vornehmen. Tschecho-slowakischer erhöhtDben Preisstand um 10 Punkte gegen sin Wochenlaufe. Kristall war zu 4.35 tschech. K.' und Würfel zu 4.70 tschech. K. in Ganzwäggen ab Grenze unverzollt unversteuert ausgeboten. Auch ab Laaer Wien stiegen Preise um 200 K. auf 11.500, respektive 12.300 ß. . ' Verkauft wurden Pflaumen zu 4200 K. .Exekutiv wurde» verkauft 6 Kisten französische Sardinen zu 2950 K. pro Dos«. Portugiesische Sardinen waren zu 4800 K. auLgeboten." , Leder. Das Geschäft nahm einen schleppenden Verlauf, Preise blieben gegen die Vorwoche unverändert. Es notieren>' Sohlenleder. Vacheleder-Garnituren 44.000 bis 47.000 K., Vacheleder-CrosipouS , 65.000 bis 70.000 K., Hälft 27.000 biS 30.000 . 5k., -Afern 20.000 0i§ 23:000 K., Oberleder Boxcalf' schtvarz prirtm Qualität 16.000 bis 18.000 K., U. Qualität 14:000 bis 16.000 K. - ' Haut e blieben schwach behauptet^ nur Kalbfelle erhöhte«! sich im Turchschnitte um 6000 K. und notieren pro Stück 140.000 bis 145.000 K. Rin Zhäute blieben unverändert mit 13.600 pro Kilogrannn. Roßhäute' sielen um 6000 K. aus 160.000 K., Schaffelle notieren 28.000 K. pro Stück, Schafblöffen 20.000 K., Ziegenselle 38.000 K., Hasenfelle sind um 1000 K. billiger und notieren notieren 14^00 K.- '' * .. Zum öffentlichen Verkauf gelmtgen am 6. b., halb 1 Ubr! mittags, 2500 Kilogramm (Sterne (Rosinen). Berliner Mrse. Berlin,. 2. März. Di« heutige Börse geMtete sich so fest! wie erwar et wurde. Bei mäßig umfangrelchen Kaufaufträge«! üderwagen zwar anfängliche Beffevüngen, die sich meist auf! 1000 -b:s 6600 Prozent beliefen. Aber 'i-m weiteren Verlause! flaute das Geschäfts in leresse ab und die Kurse Hingen 'Mm> Teil wicker zurück. Die anfänglich erhe«ö'liche Steiaernny der Harpener-Mti-en um 28.000 Prozent ging zum gu en Teil wieder verloren. Valutapapiere stellten sich höher/insbetsondere Türken. Die ungarische 4 prozentige Golldrente verlor die anfäng-l liche Aufbesserung von 7500 Prozent wieder vollständig. SchU-i fahrts- und Bankwerte hatten feste Haltung. Deutsch-austratische SchiftahrtsaLtien gewanne-n 30 Prozent.'/ Sajtutzkurse: Lürüsche Lose 145.000.—, Qesterr.j Staätsbahn 221.000.—, Nordd. Lloyd 27.600.-, Ver. EKe-I Ichissahrt 35.000—, Berl, H.andstsaesellschaft 43.500.—, Komnrerzii Privatbank 8160.—, TaMstadt. Bank 8560.—, "Deutsche Banst 25.000.—. Diskonto-Kommwdit 12.500.—, Dresd. Bank 8600.—,; Nasionalbank ftir Deutschland —, Qesterr. Kredit 9050.—l Qcsterr. Länberbank 10.200.—, . Reichsbank 8100.—, Wiener! Bankverein 6750.—, Wiener Unionbonk 6600.—, Allg. Elek-! trizitats-Gesellschaft 18.200.—, Bochumer. Cußstahl. 68.000.—, Daimler Mot. 10.200.—, Teutsch-Luxcmb. 70.600—,- Deutsche Waffen u. Munition —, Dynamit Nobel 26.500.—,'Felten «. Guilleaume 82.500.—, Gelsenkirchener Berg.' 67.500.—', Ty. Goldschmidt 28.000.—, Harpener Berg 140.000.-,- Hirsch Kupfer 42.750.—, Höchster Farben 26.000.—,' 1 Hohenlohe-Wercke 29.000.—, Laurahütte 35.000.—, Manuesmännröhren 55.000.—,j . Phönix Bergbau 59.000,—, Schuckert u. Co. 44.000.—: Siemens! tu HalSke 70.250.—, Telephon Berliner 12.100.—. Pmger Börse. Prag. r. März.' Der Wrsenlag ÄÄ« rra^ni! wiederum ein freundlicheres Gepräge anwozu namentlich der! Platte Verkauf der Mimovensörgung, sowie -auch die' Wochen» eckunLskäufebei rügen. Der - Anlagemarkt sw-ies keine tvosent-j kichesi Veränderungen auf. In Bain'kwerien - setzten sich'die. Besserungen fort, «bloß die Aktien der Wiener Banken sch«tväch-s ten sich gvM Schluß ans-Realisationen mäßig ab. Tran^orti papie're tagen, durchwegs ftster. Auf dem IndustrieaLtienm-arfte! wurden besonders Zuckers -Kohlen-, Hiisen-- -und "Ehvmiische- 'Papiere höher - bewertet. Papier-, GerÄerei»-und Pe roleum-- Aktien, gaben im Kurlft etwas, ntzch. In. der .Kulisse war-im. wesentlichen eine Besserung -zu. verzeichnen. -Auch- Exoten habe«! sich allgasiÄ«' WSutz^Benz;war /M' Schluß t u r s e: Tür5 .EsterwM)u-Anlsihe 4M Franken 236.—, Böhm. Unionbank 378.—, Böhm.-Eskomptebank 373.—/ Böhm.. Judustrialbank 434,—, ZivnostenSka Bmka 870.50^- Anglobank —.—, Qesterr. Kredit 37.—, - Wiener Ä»|ÄM#Äder,,FreiejädischeVolksbühne“, Heute Samstag3,Märzl923, im; Jr tli lulal|i vlftUUI V Prachtsaale des Hotel Continental, II.,Taborstraße 4 - Beginn 8 Uhr Karten ru haben: Lowit, I. Rotenturmstr. 22, ,A»da\ II. Taborstr. 5, Caf4 Rembrandt, Unt. Augartenstr. 11, Wr. Theaterkaffee, Praterst. 35, Cafe .Franz Josefskai“, Kai 37, und b. 8.• Komiteemitgliedernj (28. Fortsetzung.) David mm Roman von Disrae'i (Lord BoaconSsield). Aus dem Englischen übersetzt von G. Unna. , Wißt ihr, was unser Vater Abraham sagte, als Nim- «jeoß ihm befahl, das Feuer, anzübeten? Abraham antjworlede: Warum nicht lieberdas Wasser, welches das ^euer verloschen kann? Warum nicht die Wolken, welche Wasser herabgießen können?' Warum nicht die Windes, welche Wolken erzeugen können? Warum nicht Gott, welcher die Winde ersckMen -kann?" Ein Genmrmel des Beifalls lief durch die Versammlung. „Nieser," sagte Simri, zu einem jungen Rabbi gewendet: „es steht, geschriieben, daß der Herr eine Nippe nahm von Adam, als dieser' schlief. Ist denn Gott ein Räuber?" Der junge Rabbi flickte bestürzt zu Boden. Die Versammlung selbst ivard ganz verlegen und beunruhigt. . „Nun? Gibt's Leine Antwort damuf?" ftagte Snnri. „Rabbi," entgegne!« ein Fremder, ein großer, schwarzbrauner afrikaniischer-Pilger» der in einer Eck« stand und i«in einen roten Mantel gehüllt.war, über den eine Lampe ihr flackerndes Licht warf, „Rabbi, in mein Haus brachen in vergangener Nacht Räuber ein.und. stahlen mir evn iirdeneS Gefäß, ließen-mir aber statt dessen ein goldenes .Gsfä'fi zurück," - ' „Wohl gesprochen, sehr wchl^gesprochen," rief die Versaim.m .nt.g. .. er Beifall war laut. . „Gelehrter Simri," fuhr der Afrikaner fort; „es stcht in der Gemära, daß es'einen Jüngling in Jerusalem gab, ider vrn Liebe ergriffen ward zu einer schönen Jungftau; .sie aber verhöhnte ihn. i .Der Jüngling war von dieser ^Leidenschaft so überwältigt, daß er nicht sprechen konnte. :2fo oft er sie aber sah, blickte er sie flehend an, und sie verachte ihm. Eines Tages begab sich der Jüngling, da er nicht mehr wüßte, was er beginnen sollte, in die Wüste. Gegen Abend gincp er -wieder nach Hause; die Tore der Stadt aber waren geschlossen. Und er stieg herab in.das Tal Josapbol, trat in das Grabmal-Absoloms und-schlief darin. Und er träumte einen Traum; am anderen Morgen ging er voll Heiterkett in die Stadt. Die Jungfrau begegnete ihm und fragte ihn: „Bist du das, der so lacht?"' Und er antwortete: „Gestern war ich traurig und in Verzweiflung; ich ging aus der Stadt in die Wüste, und als ich zurückkehrte waren die Tore geschlossen; da stieg ich herab in das Tal Josaphat, trat in das Grabmal Absaloms, schlief darin und träumte einen Traum, seitdem lache -ich." Die Jungfrau sagte: ,-Erzähle mir doch deinen Traum!" Er antwortete und sprach: „Ich werde meinen Traum-nur meinem Weite erzählen, denn er betrifft ihre Ehre." Die- Jungsva-U' würde traurig und . neugierig und sagte: ,/Jch bin dein Weib, erzähle mir deinen Traum!" Und sogleich gingen siä, wurden verheiratet und seitdem lachten sie alle' beide. Nun, hochgelehrter Snnri, was soll diese Erzählung bebrüten?- Ein bloßer Scherz für einen Meister des-Gesetzes, aber-sie ward vcn dem größten Gelehrten der Gefangenschaft geschrieben!" * „Das übersteigt meine Begriffe," antwortete der cberstei Rabbi. Rabbi Elieser schwieg. Die Versammlung murrte. „So höre denn jetzt die Auslegung," sagte »der Afrikaner. „Der Jüngling ist unser Bott, die Jungfrau unser .veAoreneS Zion und das Grabmal Absaloms beweist, daß die Rettung nur vom Hause Davids kommen -kauu. — Hörst du dies, junger Mann?" fuhr der Afrikaner fort, trat vor und legte seine Hand auf Alvcy, „Ich spreche zu bir,; weil ich bei dir.eine tiefe Aufmerksamkeit beobachtethabe." Der Exilsfürst war betroffen und warf einen Blick in das schwarzbraum Gesicht vor ihm; aber der Blick las nichts. . Der obere Teil vom Gesicht des Afrikaners War halb durch dichtes, gekraustes schwarzes Haar verhüllt, und der untere durch feine fonderbqM Gewänder. Das e'm- §ig-e Charakteristische war ein glühendes Auge, das wft ein Blitz aus einer finsteren Wolke hervortrat. . . ,Jst meine Aufmerksamkeit der einz'ge Grund, weshalb Ihr. Euch an mich wendet?" fragte Alroy. ,)Wer gibt gern alle seine Gründe an?" entgegnete mtmm" mit -ÄcheMm' Gvotz?''. „Ich mag sie nicht wiflen. So viel nur, Fremdling, daß ich alles verstehe, was Ihr auch damit nur immer meinen wöget."- / i ’ - - ■ ,/Sehr wohl, hochgelehrter - Simri; ist; dies . dein Schüler? Dann wünsche ich dir Glück Ich mag chn Wohl! dem hoffnungsvollen Elieser gleichstellen." . Mit diesen Worten schritt der stolze Afrikaner ä-us dem Gemache. Gerne wäre ihm' Alroy auf der Stelle nachgeeilt, um weiter und ohne Zeugen mit ihm zu sprechen, aber bei den höflichen Aufmerksamkeiten' Simris gegery ihn verflossen einige Minuten ehe er fort konnte, und . dann sah er sich vergebens nach dem Fremden um. Er er< Kündigte sich nach ihm in -der Versammlung, aber niemand' kannte den Afrikaner. Bei keinem war er'Gast, keinen» schuldete er etwas und allem Anschein nach hatte ihr» niemand je vorher When. . * ' . - 5. - Als Alroy aus dem Tore von Zion trat, erscholl dke Drommete zum Zeichen, daß die Tore geschloffen werden. Die Versuchung war unwiderstehlich. So'eilte er denn mehr als hundert Schritte weit fort ohne rückwärts zu sehen,' und als er es tat, bemerkte er . zu seiner. Freude, daß e» diese Nacht nicht zurück könne.- Die. Sonne war.untev«/ gegangen; di« letzten Strahlen beschienen-noch dett Oelberg» aber das Tal Josaphat lag im tiefsten Schatten zu seine« Füßen. Eine Zeiilang wanderte er in den Bergen umher, be^ trachtete Jemsalem von hundert verschiedenen Punkten aus, schaute auf die einzelnen Planeten und ganzen Sternbilder,-die nach und nach in'.helleres -Licht oder über den Horizont traten. Endlich stvey er ziemlich erschöpft in das' Tal hinab. Ter schmale Bach Silvah sah. wie ein Silber« sa-den aus, der sich im. Mondlichte dahinwand. Einige obdachlose Arme Miesen unter dem Gewölbe seiner Quelle. Vereinzelt« Grabmäler von ' bedeutendem Umfange er« hoben sich am Fuße hes Oelberges, und Alroy trat in daS größte derselben. Ein enger Eingang führte in ein kleines diereckges Gemach. An jeder. Seite .stand ein .leerest Sarkophag vcn Granit, der eine mit zerbrochenem Deck«!, Zwischen diese legte der Exilsfürst sein.Gewand und schließ, von seiner Streiferei - ermüdet, sehr bald ein. - (For.fttzung solgt^ - .>i - . 1

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