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Wiener Morgenzeitung · 1923-02-16 · Heft 1441 (16.2.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1441 (16.2.1923)
Date
1923-02-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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«r. 1441 Me», Freiiaz 1 TA'w'<t SBUttrt Morgen,ettuns. 16. Februar 1933 «Wte Y Me ungarische Levisenordnons. > Vor einer allgemeinen PrsdullwnseinschrSnkuns. In der Sitzung des Verbandes ungarischer-FabbAssiMlstvieller erklärte Direktor Dr. Max Fenhö, daß die;ungarische ' Fvibvilsilvdnstr've knapp vor einer allgemei-!«en Einschränkung der Be triebe stehe, weil es!dcn Fabrikanten angesichts der TevisnchoMT der Regierung > unmöglich geworden ist, ihrerr Mater-iallbedir-f int Ausland« zu decken. Goldkäufe in Budapest. . Infolge der Einschränkung des Balutenhandoss macht sich hier rin« erhöhte Kauflust für Gold bomeMar, ivelche eine! naihmhoste Erhöhung der Goldpwis-e zur Folge hatte. 20 K. GM wurden mit 160.000 Papierikrvnen, 1 Kilogimmn Fein- - gobd mit 2,600.000 Payievkr-onen bewertet. Eine Woche zuvor wurden für das Kilogramm bloß 2,4 Millionen geboten. Geld- und Warenknappheit in Budapest. Aus Budapest wird uns telegraphiert: Die-Gepflogenheit der Devisenzentrale, den Kanfleuten keine fcemfeen Zah- ■ lungLmitte-l oder nur in äußerst beschränkten Mengen Mu-!weisen, hat im Lande eine derartige Geldknappheit herboogeri'.lsen, daß der Z i.n s s a tz für ansgeliechene nngMische Kronen bereits ans 32 Prozent man«t!ich angeistiegen ist. Aniderwsvits werden durch das Vorgehen der Devifen--! zentral'.: die Kaufleute in eine sehr schwierige Lage gedrängt, da!ire die importierten Waren nicht bezcchscn können, wodirrch ihr j'Kvedii im. Auslände eine sehr schwere Einbuße erfährt. Jn-fölge- ' dessen können neue Waren aus bem Auslande nicht mehr nach - Ungarn kommen, so daß die Gckdk'na-ppheit allmählich in Warenknappheit nmschlägt, was bereits zu Angst-- käusen des Publikums geführt hat. Schädigung der österreichischen Kaufleute. Bekanntlich hat Ungarn ptt Zwecke einer Stützung des Kurses der ungarischen Show waitgshende BüschrcnMngen des nähme Abianovic' in der SüSdahnsrage weder >n Kegierungsnoch in Finanzkreisen Billigung fand, Eine neue Getreide- und Warenbörse ui Klausenburg. Ans Bukarest wird gemeldet: Ter KatzinettLrat Hit nach monatelang Laaxrnden Verhandlungen die Errichtung einer Waren- und Getreidebörse i« Cluj genehmigt. Die Durchfühvungsvevordnung des Finanzministers soll schon im Zo.n;t oer ‘ Woche veröffen tlicht werden. Die Standard Oil Company m Jugoslawien. Wie aus Belgirad gemeldet wird, hat dir Sten>ard,D'l Csulpany der Regierung ein Anbot auf Ucbrrnah.ne sämtlicher staatlicher Zlftsrnen und Lagerräumen behufs MonopoLisiomng des Petroleumbetriebes gestellt. Dw Presse bekämpft den Antrag aufs schärfste. Die ErdSlvorräte Polens. Ans Warschau tr cd uns geschrieben: Einem Berichte Von gut informierter Seite zufolge entbehren bte Nachrichten, daß die polnischen Erdöllager der Erschöpfung nahe seien, jeder Grundlage. Das Areal der -SJel« selber ir.» den Karpathen beläuft sich auf ungefähr 28.000 Joch. Rechnet man auf ein Joch einen Schacht mit der Ergiebigkeit von nur 300 Zisternen, so beträgt dieser Oeloorrat 8,5 Millionen Waggons. Die noch nicht erforschten Stellen, wo Oel selbsttätig hMbvr-tritt, können auf. zirka 53.000 Joch geschätzt werden, was einer Oelmenge von 16 Millionen Waggons glöichkommt. Rechnet man Nun.auch das Bovislaver Gebiet hinzu, so kommt mar? zu dein Schlüsse, daß Polen noch üb'r 27,5 Millionen Waggons Erdöl verfügt, welcher Vorrat 'bei der gegenwärtigen Produktion von 60.000 Waggons jährlich auf 460 Jahre reichen kann. , Zolltarifbrstimmungen. Im V'wlage der Staatsdouckern D «ine neue Auflage des „Allgemeinen veriruIsnmßigen Zolltarifes" erschieneri. in der die feit der letzten Ausgabe (1020) emgllret-eneit zahlreichen Axndermvgrn nach den». Starke vom 1. Februar 1923 berücksichtigt wurden. . Ausgleich. Vom Handelsgerichte Men wurde das Ausgleichsverfahren über das Vermögen der Firma,-Newa" Gemeinnütziges FiiDsorgeunternehnren für Kviogsinvalide,- -D.'il- Wa-ren-v-erk-chves veranlaßt sowie eine derartig strenge Devisenj nehmer-mck -Hnüevb?iebem, reg. G. nu,b. Sv9*PB-’ SSl j-bewvrtjcha»-t.uug elttgos-tchct,. .dag.naMlü ubwhaupt to« Ba- ' luten auf eingervichte FaMren von der ungarischen Dcvisen- 'zentrale zuMwiefen werden.- Praktisch kommt die hierdurch ge- :schaffend' Lage einem Morätorium seitens Ungarns gleich rnd es.. erlebet-eine große Anzahl ösderwichifcher Firncen sehr schwere Verluste, iusbesondere, da man auch nicht tviissen kann, wir fick) der Kurs der uugarifcheu Krone bis zu der Zeit/ wo die; Zählung möglich sein wird, gestalten wird. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft hat sich neuerdings an bas Ministerium des Aeuß-ern gewendet,, damit auf diplomatischem Wegs chie Befriedigung der österreichischen Gläubiger und dir Be- M-iglmg' dl-eses. unhallbaren Zrlstandes in die Wege geleitot fe. * " Eine.Wendung in der Südbahnfrrge? Eropveß meldet aus Belgrad unterm 15. d.: Der Stellvertreter'des Mir/rsters -für Verkehrswesen Abianovie, der die Bc.rhandb.mgen im Minen-der Regierung in der Südbahnsta-gr. führte, wurde enthoben und durch den Gerreraldirektor der bosnisch'"r EisenbohngeMschaft B a b o v i c .erseht. Als Bevollmächtigter der,',ugoslawischcu Regierung soll bei der heu^.r beg.nuc.nden S 'dtwhn-!<konferenz in Rom der.Direktor der staatlichen Hypochekenbauk Markovic erscheinen. Diese Aussehen erregl-iden Personalweräuderurgen, welche im entscheidenden Moment kerze- :«ormnen wurden, werden dauüt begründet, ."aß die Sollnug- Lauib. .Äusglvichsvevwal'ter: Siogmclnid Fneund, 1. Bez., Am Lugeck- 6.- AmnLlde.fti.sl: 14. Mä-rz 1933; Ausglaichstagsatzung: 28.' März 1923, 10 Uhr. Den Glänbiger-n werden 33 Prozent geboten.. — Vom Handelsgericht Wien -wurde das Austzlsichsverfahren über das Vermögen der Firma „V « n u s"--PärfmnMie Richard Spitzer. 1. Dez.. Wollizsibe 8, eiügsleiiet. Ausglvichskommsfar: Hofrat Dr. Ludwig Lmrb. Ausglloichsvertvalter: Artur Nittner. 2. Beq., Pra.terstraße 70. Amnöldesrist: 20. Marz. Ausgleich stMatzrmg: 30. März 1923, 10- Uhr. Den Gläubigern werden 25 Prozent geboten. Mkjrrnd vsk-estern Sie Besierung -brr Reichsmark auf die Börse befestigsrcd Wirkte, hat gestern der schnelle Fortschritt-der Markerhvlung dir nachteiligen Folgen dieser Bewegung-für den Wiener Platze ojjenbür gemacht. "Ein großer Teil der hiesigen Spekulation D nämlich an der Berliner Börse engagiert -und hatte sich im Berlrauen auf einen Rückgang des Morktzurses Marknown gegen hohe Ansenvergülung ausgeborgt, um deutsche Efseklen zu erwerben. Die Marksteigerung batjedoch einen schärfen Bückgang der Kurse auf dem Berliner Effchlen» markt hrrvorgerusen und außerdem muß die Spekulokjon such noch die Mark zu höherem Preis eindecken. Dreier jähe Wandel der Berliner Tendenz üble eine Rückwirkung auf den hiesigen Alarki, wo di« Spekulolion Ssierreichische Esfeklen zum Verbrachte um ihren Beriinsr Verpflichtungen nachzukommen. Da auch Geld iör die heronnahende Versorgung im Preist anzog, war die Kauflust v esentlich verringert und die Konlermlip sah sich dadurch zu schärferem Eingreifen ermuntert. Als i» weilersn Verlaufe eine AbschwÜchungdeSfranzösis schenFranken gemeldet wurde, fanden größere Abgaber in den vom Franken Kurse abhängigen Effeklengotlungen statt Don diesen Lverten' ausgehend, machte die Abschwächung weikeNi Fortschritte. T > ch e ch i s ch r Werte dagegen lagen jedoch-fest- Von österreichischen Bankwerten prositirrten Unionbank^ a k t i e n von Majoritätskäufen. Der Schluß erfolgte in lustlose' Kallung. Auch im Schranken überwog das Angebot und e» waren auf zahlreichen Gebieten namhafte Kurseinbußen zu ver. zeiänsn. Die anfangs dis auf &30.C00 gest egenen Trifail «> Kvhtenoklien -6)wächlsn sich zum Schluß auf S06.000 ab. Dsr Kvhlenpopieren waren nur Briixrr Kohlen höher. Mi! Bssstrunge; gingen abermals tschechische Z u ck e r a d 1 i e n aus dem Marks Bezugsrechte: Oesterr. Eisenindustrie 3000, Kur. Rietschel 38co. Elbemühl 320. Das Bezugsrech! für ungat. Zucker wurde mit I2,7§o.0« bewerte!. Der R s n t e n m a r k t lag schwach, nur Oesterr. Goldrente halte eins kleine Besserung zu verzeichnen. Gemischt nationale Prioutäten waren teilweise höher, rein tschechisch ' bröckelten ab. Don den E x o t r n"noller!en: Apollo-Film 3200 bis 3L .0 Epple L Brrxbaum 15560 bis 15.800. Zriag 134.000 btz 140.000 Mrasniea 58.200 bis §0.500, Steirische Kohls 18.70t bis 19500, Tepcge 68.000 bis 72,000 und Erdöl 17.00* bis 19.400. . . Mehmßrve in St Marx. (Eigenbericht der „Wiener Mor-genzeiturrg".) Riudermarkt. Der Austiied deiiel sich ans 79 Slüch inländisches, 35 Stück ungarisches, 164 Stück juavstawifches uni 499 Stück rumänisches, zusammen 777 Stück. Schlachtoich womnter sich 708 Stück Mast- und 69 Stück Beinlvief befanden. Der Gattung nach waren 551 Ochsen, 28 Sii-rL 165 Kühe unb 23 Büffel. Es notierlen Ochsen je nach OualilZ 7800 bis 12.00o K.. Stisra und Kühe 7500 bis 11.500 K. Beinlvich 5100 dis 70lS K.Wnd Büffel.7700 K. pro Kilogramms Lebendgewicht. Bei ziemlich lebhaftem Verkehr blieben Sk Montagspreisß fest dehauplet. E ch w e i n s m a r k t. Aufgskrieöen wurden 10 Stück Fleisch- und 328 Stuck Fekt^chweine. Es notierlen sssttschwsin- 22.000 bis 23.000 K. und Fleischschweine 21.500 K. pro Kilw gramm Lebendgewicht. Verkehr auf Basis dsr Dienstagnvtierungen- S t e ch v i e h m a r k l. Die Gesamtzufuhr belief sich mö 2608 Kälber, 1299 Weidnerschweme. 235 Werdnerschafe, 46 Zieger- und 26 Lämmer. Es notierten Kälber 16 009 bis 22.000 K. , Weidner-Fleischschweine 22.000 bis 28000 K.. Feltfchweiw 85.000 bis 26.500 K., Weibnerschafe 5500 bis 14.000 K., Zieger 7000 bis 10.000 K. und Lämmer 6600 dis L4.O00 K. pro Kil^ .gramm. Primasorlsn Kälber tendierten unverändert, währen! alle anderen Qualitäten bis zu 1000 K.- pro Ki'ogramm ange? zogen Hoden. Fleischschweine hoben sich um Z0HV K. und Feld fchweine um 506 K. pro Kilogramm verteuert. Prag, 15. Februar. Die gesterr,! bsgönnene Hausse der Zucker-urrtenlehm-ungen setzte sich zu Beginn 'der heutigen Börse schon i» geringerem' Maße fort, weil von den ausländische» Zuckermörkten Nachrichten über eine Abschwächung einlangten. Tie Anfaugsk-urse waren ziemlich hoch,- erreichten aber keineswegs eine solche Höhe,. wie sie an der' der Borbörse erzielr wurde. de. Infolgedcsten schritt die Spekulation zu Realisationen, >aß es im weiteren Verlause zu mxx fuljtbarcn Äbschwäirrri, ■ Jiwiri'tmuAMJi (17. Fortsetzung.) Roman von Drsraelr (Lord Be-acvusf'wldj. Aus den: ErdMch-en übevsetzt von G. U n n a. „Zum Kadi, zum Kadi!" schrie Abdallah. „Der Spitzbube. hat mir meinen R-sng. -gestohlen . . . den Ring, den mir meine treue Fatmre an unserem Hochzeitstage gegeben hat und den ich selbst für meirl-es Herrn Schätze nicht hergebe." . .; . . Ter JüngliW hielt sich inrmer noch an Honais Gewand fest und richtete ans ihn, da' er vor Erschöpfung nicht sprechen konnte, feine' schönen flehenden Augen. /Still'," rief Honain, „ich will hier Richter sein." " „Der große Honain, hört auf den großen Honain."' z*' „Sprich, du Schröter, tvornber hast du dich zu be-- Tlagen?" sagte Honain zu Abdallah. „Wenn Cure. Hoheit gefälligst erlauben," autvoriebe Abdallah mit weinerlicher Stimrne, „ich bin der Sklave Eures getreuen Dieners Ali. Ich habe oft die Ehre gehabt, Euer Hoheit aufzuivarten. Dieser junge Spitzbube hier, ein Bettler, hat mir,. tvährend ich in chucm Kaffeehansie schlief, meinen.Ring, gestohlen. O, ich habe meine Zeugen, daß ich geschlafen habe. Es ist ein herrlicher Smaragd, wenn's Euer Hoheit gefällig ist unb mir doppelt tvert als Kiebespfand meiner Fatinw. Nichts in der Welt könnte mich dazu bringen, ihn wegzugeben, und da ich nun schlafe •~r hier stehen drei angeschne Männer, die es mir bezeugen werden, daß ich schlief. . . kommt dickser junge Landstrecher, wenn'8 Euer Hoheit gefällig ist, tut als ob .er mir- Kaffee anbietet,.nimmt meinen Finger, zieht nur den kostbaren Ring ab,'den er jetzt noch auf seiner Bettler-- klaue trägt und will mir ihn nicht eher wieder herausgeben als bis er die Bastonade bekomme.tr hat." ■ „Abdallah ist ein trester Sklave, wenn Euer Hoheit gefälligst erlauben, und ein- Hadschi," sagte Ali, sein Herr. ' „Und was sagst dn dazu, Bursche?" fragte Honain. „Daß er ein falscher Bost wicht ist, der lügt, wie Sklaven cs immer zu tun pflegen." „Derb, aber vielleicht tvahr," versetzte Honain. „Du -nennst ruich einen Sklaven, du junger Euer Hoheit, hört ja nicht auf ihn! Es ist eine Schande, einen solchen Menschen vor Euch zu bringen, denn 'beim heiliger:-Steine und so wahr ich ein Hadschi Hin, ich zweifle gar nicht daran, daß er ein Jude ist." Honain ward etwas bleich und biß sich irr die Lippen. Es tat ihm vielleicht leid, daß er sich so öffentlich für ein so verhaßtes Wesen verwendet hatte, als es ein. Hebräer war, aber er wollte doch auch nicht jemand aufgeben, den er kurz -zuvor zu -beschützen beschlossen hatte, und so - fragte er mm 'den, Jüngling, woher er den Rilkg bekommen habe. „Diesen Ring gab mir mein teuerster Freund, als . ich eine gefährliche Pilgerfahrt antrat, die noch jetzt nicht Vvlleudet ist.'. Es gibt außer dem, der mir ihn schenkte,-nur noch elntz Person in der Welt, der ich ihn überlassen könnte, diese Person kenne ich nicht. Alles dieses mag unwahrscheinlich klingen, aber es ist so. Und die Wahrheit ist and) mein einziger Schutz. Ich bin verlassen und fr-eundlos, aber ich hin kein Bettler, und kein Eleild wird nüch-dahin bringen, einer zu werden. Durch verschiedene Umstände völlig erschöpft, trat ich in das Kaffeehaus und legte mich hin, vielleicht um zu sterben. Ich konnte nicht schlafen, ob meine.Augen sich gleich geschlossen hatten, und nichts würde'mich' aus meiner zitternden Erschlaffung, die ich für -das Sterben hielt, geweckt haben, als dieser Räuber, der nicht warten wollte, bis ihm menr Tod verstattete, sich ruhig in den Besitz eines Edelsteines zu -setzen, den ich höher achte als mein Le'ben." ' v „Zeige mir den Edelstein." Der Jüngliirg hielt Honain die Hand hin. Dieser fiihlte -ihm den Puls und zog ihm dann den Ring ab, „O, meine Fati-me!" rief Abdallah. „Schweige!" sagte Honain. „Page, ruft einen Iu- -velier." - Honain untersuchte den Ring sehr,-sehr sorgfältig. Mochte er nun kurzsichtig sein oder das trügerische. Licht des Basarsihn -hindern, den Ring gehörig zu betrachten, kurz, er hielt die Hand vor die Stirn, und einige Augenblicke lang war fein Gesicht Nicht zu sehen. Der Juwelier kam, legte seine Hand aufs Herz und verbeugte sich vor Honain. „Schätze diesen Ring," sagte Honain leise zu ihnr. Der Juwelier nahm ,den Ring. SettaLtew ihn mst dis Licht, äerührte ihn mit der Zunge, drehte ihn um und um und erklärte zuletzt, daß er eiiren -solchen Ring nicht unter taufend Dirhems verkaufen Wune. „Wie die Sache sich nun auch verhalten möge," sagte 'Honain zu Abdallah, „hist du bereit, 1000 Kirbe ms tür diesen Ning zu nchrnen?" „Selbstverständlich," rief. Abdallah. „Und du, Bursche, willst du, wemc die Entscheidung zu deinem Vorteil - ausfällt, -für den Ring das Doppelte von dem Preise an nehmen, zu dem ihn der Juwelier schätzt?" ,^>err, ich habe di-' Wahrheit gesprochen. Ich kan» diesen Ring selbst für den Palast des Kalifen nicht weg» geben. „Die Wahrheit hat wieder einmal gesiegt," .rief Honain, „Jüngling, der Ring gehört dir; fiir dich, du Schurke, Lügner, Dieb und Verleumder, für dich — die Bastonade, die du diesein unschuldigen MaNne zudachtest. Ibrahim, sorge, daß er fünfhundert bekommt. Junger Pilger, du bist nicht mehr verlassen und fMndlos. Folge mir in meinen Palast." 3. Das ..g'wöidre Genmch loar i<H)r geräumig den schönsten Verhältnissen. Die Decke, die grün und mit silbernen Sternen besät war, ruhte auf Säulen», bündeln vonweißem und grünem' Marmor. Aus der Mitte des Fußbodens von denrselben Gestein sprang eine^ Fontäne empor, deren Wafferstrahl in ein grünes Porphhrbasiin fiel. Auf einer silbernen Lagerstätte neben dem Brunnen ruhte Honain. Er erhob seine Angen von der buntgemalten Perga--; nwntrolle, in die er sich lange vertieft haste, und schlug in; die Hände. Ein nnbischer Sklave nahte sich ihm» kreuztet die Arme über die Brust und verbeugte sich schweigend vor seinen: Gebieter. ' - „Wie geht es dem hebräischen Jüngling, Alnaschar?" „Herr, das Fieber ist bücht iviedergekommen. Wir gaben ihm den Trank; er schlummerte Mehrere Stunden lang und ist nun erwacht^ noch etwas matt, aber wohl."' „Latz ihn aufstehen und hierher kommen." Ter dtubier verschwand.

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