Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1428 (3.2.1923)
- Date
- 1923-02-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ElnzBrninmerllOOO * Wien: Zum Abholen in der Expedition, II., Taboratr. 1-3, •>der in einer Verschleisstelle (Trafik) in?n|t). K 28.000?>.'■ 'i! ■'rr&$rry.'}.' 1 i. Mit Postversand für Wien o. Oesterr, monat!. K 28,000 'Taehecho-Slowalc.ei: Mbn. K 17, Ungarn: Mon K'600. JujjosIawien*.Mon. t)?nar 30. Polen: Mon. Mk. 6000. Deutsehland: Müh. Mark 2500. T ran k r* Belgien :Monatk Frcs^ß MT Nachzahlungen *WW. :iel PraiBcrhöhunjen Vorbehalten’ f,;.v > n Nr. 1428 i .1 Ae »illr ««im. . > -y, W i en. Februar. Der schwedische Ministerpräsident Branting Hatte Hie Msicht, die Ruhr-Frage vor die gegenwärtige Tagung des Völkerbundes zu bringew Aber er chat, wie er m einem Interview milteilt, aus - Privatgesprächen die Ansicht gewonnen, daß der Augenblick für eine Intervention noch nicht gekommen sei. Zwar tverde die ganze große Reparationsfrage vor den Völkerbund gebracht "werden, aber dix. französische Regierung werde es nicht gerne sehen, wenn sie jetzt, wo sie sich in Völler Aktion befinde, einem internationalen Forum Rede und Antwort stehen lnitffc- Nach d'esey Ausführungen Brantings scheint die Situation hoffnnngÄös. Die volle Aktion Frankreichs hat da§ Ruhrgebiet durch eine dichw Bajonettmauer nach Osten hin abgeschlossen und richtet sich ans ein längeres Verweilen ein. Mr Pölkerburwrat tagt in Paris unter >dem Einflüsse'der ftanzösiscyen Stimmungen und vermeidet es darum, zu einer Angelegenheit Stellung zu mehmen, m der er dein Sinne seiner Bestimmung nach tvie keine zweite Körperschaft zur Permittllrng bemfen wäre. Er hat selbst im Vorjahr aus. Antrag der Ztbrüstungskommission eine Entschließung angenommen, die es deyr Völkevbundrat im Sinne der Herstellung einer Atmosphäre der Sicherheit und des gegenseitigen Vertrauens, zur Pflicht macht, seine ständige Aufmerksamkeit den Pemühüygen der be? teiligten Regierungen in der Richtung einer Gesamtlösung ..der .ReparationsfragemW. hes - PrMems der internationalen Verschuldung, zu widmen. Allerdings -MußLdMlWoMMMMMneH. ÄMVölW- >und fo: FtanMchmum-' stlbst-HW^MÜtrWstMöt Gericht stellen wird, istdie- KompetenzWVölkerbstiDes nicht gegeben: - Denn andere - Staaten Zögerst mit'ejner Initiative, zumal alle in vieler Hinsicht^ stnhöses Gewissen haben und nicht gerne ein Präjudiz schaffen ließen. Deutschland aber, dessen Interesse sicherlich feststeht, gehört dem Völkerbund nicht an, kann also dort keinen-Antrag stellen. . Es zeigt sich jetzt auch für. die deutsche politische Welt, so weit sie noch unbefangen ist und sich nicht in die Kriegspsychose 'hat hineintreiben lassen, wie falsch, wie grundfalsch es war^ den . Beitritt zum Völkerbund mit großer Geste zu verwerfen. Man. hat in Deutschland den Völkerbund als einen Popanz lächerlich gemacht und wenn es hoch kam, als imperialistisches Werkzeug der Entente beschimpfen. lassen, obwohl niemand verkennen kann, daß diese Institution sehr viel Gutes geschaffen und daß sie den ihr angehörenden Staaten keinesfalls Schaden gebracht hat. Das österreichische - Beispiel kann hier angeführt werden. Nur durch die /Zugehörigkeit Oesterreichs konnte der Völkerbund in der Frage der Generalhypothek zur Einigung unter den interessierten Staaten das Wesentliche beitragen, und die gegenwärtiK Sanierungsaktion ist durch das Eingreifen des Völkerbundes iü die erste, bestimmte Form gebracht worden. Ob diese Mion gelingt oder sehlschlägt, - wird wesentlich davon bestimmt werden, Wie der Böl^vbundkominissär sein Amt ansübt und wie der Völkerbuudrat darüber wacht, ob die Garantiestaaten., ihre Verpflichtungen einhalten- Es besteht für alle Fälle eine Instanz, an die sich Oesterreich Wenden und vor der es im gegebenen Falle auch .mit einer Beschwerde erscheinen kann. . Die Abstinenz Deutschlands trägt viel dazu bei, seine Lage noch tveiter zu Verschlimmern. Seit ztvei .Tagen ist-die?lusfnhr 'der Ruhrkohle in das übrige, deutsche Land eingestellt. Diese Maßregel, die sich als direkte Antwort.auf den unWcklichen Befehl > des Relchskohlenkommissärs darstcllt, ist ein furchtbarer /Schlag-gegen die gesamte deutsche Industrie, die seit . dem Verlust Oberschlesiens sich faft zur Gänze aus dem Ruhrgebiet versorgte. Das bedeutet Teuerung und Ar-> beitslosigkeit, fördert aber wicber gebieterisch von der deutschen Regierung, an däZ! Pariser . Kabinett mit de» - taillierten Vorschlägen heranzutreten, - Vielleicht ist jetzt, noch ehe' sichdas Unglück ggUz auswirken kann, der .psychologische.'Moment gekommentvo dje deutsche Regierung den Fesseln der rasestd .gewordenen nätionalimsthen PröpagaNda entkommen kaüy. Versäumt sie den Attgenbl'ick, dann tzibt sie jenen in.Zpankreich. recht, die oa schreien, der' deutsche Widerstand. sei.nur' Selbstzweck -und bereite den blutigen KonslUstor..' Hoch Ist 'dies unrichtig. .Aber jeder Tag des Zogernsführt zur letzten /Katastrophe/ ,Deutschlarws, in der/nicht einmal der MatiönWo^ali^mus Rat schaffen Wm. / T*cft«cho * SIyMAkD» * l»«h|Chv9C1.--!taJjenr M^pa^tl.IO Lire \"R uma n i e n*:(.Bu%ar»en Z> MohaÖ. M Lewa, 'r' S e h W e i zunddas übrige Auslandflfnöhatlieh Frca.S Redaktion u. Administration Wien, H„ Taborstrasse l—? JT—■ ’ . 'V Telephone: 44*0*38,43*8*19» . ab o . Uhr. abends 16:301. Tel.- Adr.: »Mbrgenzeitung**;v Wien . Oesterreichiaches Postspar - hassen-KöntoNr; 150.693 gefcruoe 1923 5. 8ahrsa»g JMchM W der Ruhrkohle ab i - Keine, RiihrkohleMSeEMimd. . Pp T i s, 1. > Die W° sperrung des nichtbcsetztcn Deutschland vyn der -, Ruhrkohlenzufuhj: Ist gestern M'Üer». nacht durchgefÄhrt worden. Heute morgens wurden 35 Kohlenzüge gngehätten. ' Decharidlungeu der Fnmzosen mit -je» London, 1. Februar. (Havas.) Wie die „Lrmes" aus D ü s s 11b f melden, wird auf Grund eines zivischen den franzöfischerr und deutschen Behörden aHgeschloffenen A b« k o m mens der . ir o r m gle Z « g s v e rkehr morgen frühwieder aufgenommen werden. Die französischen Truppen, die die Bahnhöfe besetzt halten^ werden sich zursickriehen lind die DenWetz ivevden den rt o rwst l ep D i e ü stbr/t pTe b^chexn. Wachsender Widerstanüer deutsche» Li „ vt—m-Ji" DerKi st %n dM t WlwWdMstliH.stuMMDchst ^\y‘ Aus Hstmnr wrch HemMMdaß HeHMcktronäve der Ärboitsr, Angestellten mw BLamten aus ds»t RuhrgeLstt sture EnWlMrmg-gefaßt hcchest, worin sie Hven unverbrüchlichen Willen zmn -Ausdrstst bringen- .den Angriff der Franzosen mff eine friedliebende und arbestsame.Bsvölkerung wit allen Kräften bis zmn vollen Erfolg abzuwchren. Sie wenden sich an die Arbeiter der ganzen Welt und rufen sie. zur nuwalischen Unterftützungi m diesem Kämpftdes Menschenrechtes gegen die rohe'Gewalt auf. Auf das von der fvaliyösischen Jngenieurkomtniflion in Esten an famüiche BergswsMnMtionen der Staatsgvuben gerichtete Verlangen, dam 1. Februar an die K o k s.l i t f er u n g e n für Frankreich chied^ anszunehmen, antwortete im Minen der'Verwaltung Obechergrät Sarder ttvndweg. Mehmnd, mit dem Hinweis.Nvanfdaß die deutschen Beamstn< ynr'. Wchst. derdchchhen- Regremng zu befolgen Huf einigen Schächtm der Staafsgrüben erschienen f x a uz ö s i s che I n g e n ieur e, denen aber der - E intrilt verweigert würde. FraMseMndliche K»»dgebu«ge» in Leutsch- Ittttü» " '.F r ank fwüt a. M, 2. Februar. (Wo!lff.) Hör dem Carlton-Hotel, in drm die Ententekommission wohnt," kam es gestern zu Knndgevnngen. Die Menge nahm dabei eine drohende Hattnng ein ntzd versuchte, in das Hotel einzudringen. Ein zahlreiches Polizeiaufgebot trat der Menge entgegen. Zu ernsten Zwischenfällen ist es nicht gekommen. Berlin, 2. Februar. Wie die „B. Z. am Mittag" ans K ö n igsHe rtz meldet,- kam es gestern abends, dort zu f r a n z o s e n f e i n d« l i ch e'n Kundgebungen. Da die Schutzpolizei auf die Demonstrationen vorberertet war und das ganze verfügbare.Krststematerial aufgebot'en hatte, konnten gröbere Änsschreitnstgen per hüte t werde«. Zn Zwifchenfäsien kam es lediglich vor dem f r an z ö fisch e.st Kn nf u l a t, in dem sämtliche. Fensterscheiben eingeschlagien wurden. Jle Lage im LLffeldorfer Oeblet. ' Düsteldors, 2. •^^«1.,; (§^603.). Die DeUitschen, KchÄ- ' das Kabst.DoNm»lnd7-?DüsstÄdvrf zerschnitten. In DüssÄborherrscht volKomniene D'u.h.ine ist durchgeführl. Dex Derkchr der LebstHsmirLe'IziNlg-e für die BssQtzungstrv-pPen wickch sich in.bstf'stieditz.envstr We i.s e ab. Die Züge Paris—KÄn und P^vis-^-^Uen-z,-die boüsvanzvsischen AngchDten gstührt werdenverkehren^regÄ-' mäßig. Die -Lellringen der -KchLe»cherKistÄe. lehnen nach wir vor alle Auskunftserterbungm ab und beginnen Kohle stnzn»- häufsn. Infolgedessen sind, stn hie Bergwerke Herrfcherlpp>, Hibernm, König. Luidwig. und dre stsaÄichon Bergwerk stn / RecklirpKausen neue - - Ez-ektz-ti o«-S'b« fih f^,KUa'nHe-n- Jsder GchovjEsveriiveiigemng wird die.. Au sw et surr' folgen. .- -'V .-• SkohMer StW k« Syarschid. Pu r iS, '2;..: Frvriiar, Mel -Kstmb ^DNrvre" gibt einr.DUdMg. anH.Wotziwist? H«r^7bMUM^7M^MrgstrVöi^' dU-Wä stt-. ' .^tzes'-"SEr st-e^'i-e'tsts - in einer Delegiertenverfammlung in Saargemünde beschloffen haben, wegen NichtbewiNgnng. ihrer Lohnforderungen am 5. Februar in . den Streik zu treten. Bon dem Streik würdest etwa 75.000 Bergarbeiter ersaht. V Bin Notgesetz stsenDie SpekulMonrÄnt. Berlin, 2. FchvM. MM.) Im- ReichZ-wg NiMgir Reichsminister Inner» i£>«s e t die Einbringung eim'S Nolgesetzes' zur, Bekämpfung der, Sp.eTulat i0n 8- - Wut an der Berliner Börse an. Die-Rsgiemrn.g wolle auch sonst mit Msttznahmen/Porgshenderen ofsentliche Diskrstion inr gegenwärtigen AuMM-ick nicht zwvLmätzig - wäre. ' Der Reichstag nahm einen- Gesetzentwurf an.- der die Befugnis der private« Rstien'banken zur /Ausgabe von Bvnk-noten erweitert und vorüber-- ,gehend di« Vevpflichtzmg Zar EinWmg dieser, - Nöteni n Gold au f heb t. -- - / j ersahmsinze» in ZienMlMd. BerÜ«, 2. Feiruar. (Wakff.) Der R«ichsW Hai heuki einen Gesetze n t w u r-f stngenommen, w^uach E r s a tzm v. n z e n üy NennwÄe W zü 1ÜVV 'Mmf-stuSgchpägi werden, sollen. . vor der Aushrbnng des bayrische» Amnahmrzustandes. Berlist, 2.' Feibmar. des Reichspräsidenten, de^ Reichsminister mch M Reichskanzlers erklärte bst bayrische Gesandte^"v. P rstg e r, die ha y r i,s ch c Sie gierst ng habe den AnSnahmSz u st a n d von vornherein als eine - g a n z v o r ü b ew gehende M a ß n a h m e betrachtet Da «stmnehr Re durch beit nationalsoMistischM Partevtag hemufbefchwo* reuen. Gchchren für die öffentliche Ordnung beMigt zu.fehl scheinen, sei die bayrische Regierung entschlossen» den AstSpahmszustand m den alMnächsten Tagen aufznheben. ' London, 2. Februar. (ÄoW Mie die „T^i m e s" Melden, sind die Aussichton in Läüsstnne weniger günstig i W Re Ws" schreiben,' es scheine kein Zweifel zu bestchens daß Poi'neare ehi^ Nole mch Angora gesendet habei Obgleich die.Pariser 'MMumgen. ln Abrode .stÄdaß sie hieFölgemugsn rechtfertigen würde, die von einem. - gM'on DiÄ'hex'' eMischen. Press« , und der Presse astderer Länder^an'MR.ote gMüpff wüchen, bletzbe bt-c• Tatsache brstzhen, haß >chn.Vorabend'bk britischen' Sitzung in Lastsanste den Mstest indrM Mr drrstt. m Mstteben üeachen sei, daß Frankreich-. wie es. hieß, jetzt der brstrschen. Regrernng ffärgemacht habe, j bereit.' sei, in BerhcnMünge». Mer einen Separatfrieden einzu'trrt>en, falls Kemal Pascha beschliößon sollte, 'de«.."ausDMneten.. Rst.'..Poi-n«ner^'zu'. verwerfen.,. Sttaota &erijon6elt »euer. London, 1. Fsbvuar. (Reuter.) Die, Blätter berichten aus Lausanne, ISm.e.t Pascha habe die ErmSchtstÜM erhalten, den Friodensverirag zu unterzeichnen und -p, versuchen, AM standnisse zu erreichen.. In Angora , hatdie Nachricht, datz chie Ueberreichung des FrichenSverirages rein . MtMmtum bedsst^ allgenreirie En.MnMügV' hervvrgerustst. -. Eim. WÄMM nähme der FeiMÄsMÄst wird oiH ««möUlch angeseÄn.' Miteh.