Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1420 (26.1.1923)
- Date
- 1923-01-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Wiener MorHenzeitung. 26. Jänner 1923 Rr. 1420 Ro 1 a n dj-Bti hne [Ensemble-Gastspiel der WiLNAER TRUPPE Heute Freitag, 26. Jänner 1923, 7 Ulir abends Znm letzten Mate! DIE NEWEJLE Drama in 4 Akten von Perez Hlrschbciu uffük) runq der voerette „Der f i d e l e Dauer" ‘fiaff, deren Reine»irä^nis lein Ferialkonds des 'LoKalv-erbandes des Stadlwenters zufließf. Als Gäste l haben die Damen Mnzi G r i v I. Grete P e! r o v i c z. Anny 'Rainer und d'e Letren Lotus T r e u m a n n. Ferdinand [Mayerhoser (vom Rurithealer), Rudolf T e u d l e r!toom Deuiscden Dowslheater), Kcury P a y e r. Maller;6 ro o b o ö a unb Gustav £ o t a n nt 'hrs (ttii^e Mitwirkung zuge'agt. Die Sple'ieitunq ll'chrt Oo-rrenisssur Artur!G-u t I nt ä n n. MuMa! ch.'r Leiter: Kapellmeister Robert |£ u r m a n n. Der Verkauf har bereits an allen Kasten begonnen. Äranis-Bvrlrag über Robert Schümann. Der neustKearbei ere Wisderholungsvoriraa, der sich auf dü Bepehunaen .Robert Schumanns Au seiner Frau ausvaut und den. e-in- .'stutz d'eser Beziehungen auf das künstlerische Schassen des!Me>s!erZ der Romantik darstellt, gelangt Samstag den 27. d. und!Fre>tag den 2. Ftbruar jewells um halb 8 Ilhr abends zur ^Aufführung. Lichlbilder, nach Entwürfen von O.to Nowak und Fritz G a r a i s und muiikaiiswen Einlagen sowie eine Tanchzene unterslützen den Vortrag auf das beste. Nedm den bewährten Kun! kräfien der Uran a roirken der 1lrania-E'ü>, Ellinor Tvrdis, Maru Kosj-ra nnd Karla Lufchizky (Tanz) mit. Uebertritt Wischer Schauspieler zur engUstkre» Bühne. Aus Now-Gpvk wird uns berichtet: Tie Tircl.orer eer englischen Bühnen gehören seit jeher zu "den auftmrksamstou Brsuchcrn der jüdischen Theater, nicht nur um eventuet't sich tum hier Stoff für ihre, englischen Theater zu holen. Es sind zumeist Entdeckungsfahrten, die diese BiPnenLener in den Tsien New- Forts autternehmen. Sie suchen , die besten Kräfte unter den jüdischen Schauspielern sür das englische TheatorpubÄum zu gewinnen. Mancher Sl-ern einer jüdischen Theater wtrppe ist bereits gekapert worden, und daß die englischen Direktoren die Erwerbung dieser Kräfte nicht zu bereuen hatten, gelu daraus hervor, daß sie die Kaperung jüdischer erst Massiger Cchcntspiclrr fortsetzen. Jetzt ist es ihnen auch gelungen, Ludwig Satz, den größten und bedeutendsten jüdischer« Schauspielen in New-Aurk, sür die englische Bühne zu ge/wimnon, rmd Satz bebüika bereits in Broadway in einem enMfchen Theater. Mit den jüdischen^ Schauspielern übernchmrn die englischer.» Bühnen gleichzeitig das Siück, in denen diese ihre Hauptrollen mit Erfolg grgeden haben. Das ist auch mit Ludwig Satz der Fall. Satz wurde vor mehreren Jahren von dem großen jüdischen Theater« mann Jakob P. Adler entdeckt und unter seiner Leitung entwickelte er sich zu dem großen Schauspieler. Außer ihm wandert auch der Direktor und Star des jüdischen. Kunsttheaters von New-Iork, Maurice Schwartz, in die Broadway ab. Er wird eine englische Verarbeitung des großen Bühnenerfolges des Mischsn Kunsttheaters, Gogols Genevalinspeltor, geben. Fügt man noch hinzu, daß auch die zugkräftigsten jüdischen Schauspieler Jakob ben Ami und Rudolf und Jakob Schildkraut vom südstchen Theater zum englischen übergetreien sind, so wirs mar» ermessen können, »oelch künstlerische Bedeutung den jüdischen Theatern in New-Z)ork beigemessen wird. „Ekel vor dem Reichtum." Aus Paris wird uns berichtet: Baron Henri Rothschild, der unter dem Namen Andre Pascal schriftstellerisch tätig ist. hat wieder ein Drama geschrieben, das unter dem Titel ,^Le Moulin de La Galette" im Antoine-Theater am 19. d. zum erstenmal aufgeführt wurde. Das Premierepublikum starb gesellschaftlich dem Autor ziemlich nahe, was die Enttäuschung der Zuhörer erklären» mag. Dem: das Drama Rothschilds gipfelt, so seltsam es klingen mag, in der Abneigung, man könnte schon sagen, im Ekel vor der Weit -und dem Reichtum. Der Multimillionär Waude Sorbier hat eine aristokratische Frau, der zuliebe er großes Haus führt uns eine ganze Menge von Schmarotzern ertragen muß, die als sogenar'Nte gesellschaftliche Notabilitaten vom millionenreschon Hausherrn förmlich ausgehalten werden. Sorbier widert diese bunte Parasitengesellschafr in fernem Hause an und er nimmt zu einer Verkäuferin in sinem Parfümerieladen Zuflucht, der er feine Liebe gesteht, aber seine Millionen verheimlicht. Die kleine Verkäuferin liebt ihren Freund seiner fcl'bft willen. Inzwischen will Sorbier in seinem Hause Ordnung machen und cs von dem vielen nichtsnutzigen Gewürm säubern. Die Energie, mit der er dies dnrchzuführen sucht, führt zu einem großen Krach, der auch an der Börse ein Echo firdet. Unterdessen erfährt die Verkäuferin, daß ihr Freund der berühmte .Multimillionär ist und will nichts Ehr von chm wissen, da ste es cls eine Ächande ansieht, von einem reichen Mann geliebt zu werden. Nach vielen Widerwärtigkeiten kommt Sorbier doch mit seiner kleiren Froundin in einer armseligen Mansarde zusammen. Aber in seinem Haus hat er das Glück nicht mehr finden können. Die Aufnahme des Stückes war ziemlich matt, nicht nur, weil das Premierepublikum, das fast aus lauter Millionären bestand, mit -der Tendenz des Stückes nicht einverstanden war, sondern weÄ cs an sich wirklich eine sehr schwache Leisturg ist. Auch die Bemühungen 'der Darsteller konnten an dwser Tatsache nichts ändern. Für Rudolf Hawel. Endlich hat eine Bühne die richtige Form gesunden, dem kranken, m Nöt beflMichen Dichter be^ bilslich zu sein., Dis Wiener.Komodienhatts veranstaltet an den kommenden zwei Soun<:agen- Nachmittagsvorstellungen von Rudolf .Hawels berühmtem Wiener Bolksstück „M nt t er Sorge". Hoffentlich wird dos Publikum dem ausgezeichneten Bolkspoeten scim Dankbarkeit dadurch erweisen, daß das Haus un'sverkcmft ist — und hoffentlich wexden sich auch andere ^AML Rudolf Hawels erinnern. senitesst Cure Versieherungs- V@l*ftrag® (reuer, Einbruch, Le Den, Transport etc) durch den Heren Haesu etiv IMisraei tlüdischer Nationaifonds) Wien, il.,TaborstFa.sse 59, Tel. 40316 'Solche Abschlüsse h @8 a st © n ^cn n i © ht und bringen unserem lfolksSC^atZ bedeutende Erirlge Bor ■ dem Bezirksgericht Fnnfhaus (Ländrsgerichtsvat Zcht im GsrMtzssKle (Tr. L eine rfand kürzlich eine Verhandlung über eine Ebrenbeleidigu-eigMage statt, die die geschiedene Gattin des Ktinstpfeifers 'und. Nafttriängers Momas Änderte, Frau Helene Ar.derle, gegen ihren Gatten und gegen dessen im Dispeuswege gcheirame zweite iZattm, die Kaffeehausbesitzerm Frau M arte Änderte. Mlgcftrengi hatte. Im Mittelpunkt der - ganzen. Familienaffäre stand dec 13jährige Knabe der Kläger»« Alfred Andevle. Eirr zahlreiches /Publikum, ungefähr 60 bis , GO Personen, wohnten der Vevhattdlung bei und folgten der-;e>'ben mr: c^fpanntefter 'ÄufmerLsamkeit. -Es waren Freunde, Verwandle mrd Bekannte der, beiden Parteien. Der Richter verurteilte die beschuldigte.Frau Marie Anderbe zu 100.000 Kronen Geldstrafe, der Gatte tourde .frmgosprochen. Bei -der Arieilsverkürt-duttg herrschte Totenstille. Plötzlich brach eine Rauferei los. ftvtum ha.st.",Wqr auch tyiu missen konnte, was geschehen war, lag ein Knäuel tNenschen ans dem Boden, wuvde geschlagen nno getreten, eine ordere Gruppe raufte mitainon« der und schbug wie toll mi: -deit Fäusten aufeinander. Dabet ein ohrenbetäubender Lärm, Schimpfen und Fluchen. Richter, Staatsanwalt und Schriftführer versilchten zu vermitteln und Rühe herzustellen. Es tvar aussichtslos. Es tmtrde die Hauswache geholt. Juztvischen tobte der Kampf, an dem sich auch die Frauen beteriigten, weiter. Enxge Personen wurden am Boden geschleift, sie ÄngMa-gte, Frcat Adarie Anderle, stand da in höchst devangierter Toilette, ohne Jacke, ohne Hut, mit heväbwallendem Haar und erlitt plötzlich einen hysterischen Anfall. Tie stieß ditrchdr'n-.aeude Schreie aus und mußte bewacht werden. Endlich erschien die Jusvizwache. Es wurde Ordnung gemacht. Nur langsam und gruppenweise wurden die Zuhörer entlassen und nur langsam leerte sich der Saal. Die „Schlacht" im Gerichtssaal hat.selbst aus der, Straße eine Menschenansammlung zur Folge gehabt. Die Sache dürfte sin gericht-- liches Nachspiel haben. . zwei 8hefm«en gegen den semeinssMen Gatten. Ein kurioses Eheroirrwarr beicköftigte in zroetrer Fnstem; das Oberltmd-sger-cht. Zwei Frauen faßen e'nem Manne pEgenstder. Es war nicht ein Kampf um den Mann, wie er fv häufig ist» sondern ein Kampf g e a e n den Mann. Beide Frauen wollten von dem Manne gekrennk sein, das Gericht konnte aber nur einer von ihnen diesen Gefallen erweisen. De, Privatangestellte Robert W. hotte die Rach>icht von Sem Tode seiner Göttin, »an drr er gelrennt led'e. erhalten, worauf er sofort eine zmelte Ehe einging. D e Nachricht etwier sich aber als falsch, die Frau lebte noch, als er schon der Gatte seiner zweiten Frau war. Bald darauf starb ste allerdings. Seine zweite Ehe war auch nicht von langer Dauer. Seine Frau kam ihm aus eine Anlreae und wies ihm öte Tür. Cr irösieie sich durch Schließung einer d r i t t en E he, indem er sich unter Vorweisung des Totenscheine-seiner ersten Frau als Mlwer a>'sgab.' D,es.' dritte Frau fing aber einen Br'ef seiner zweiten Frau auf und dadurch wurde die ganze Sache ruchbar. Beide Gatt'nnen. die zweile und die dritte. schlvss«-n >nn ge Freundschaft und unternahmen gemeinsame Schritte gegen den gemeinsamen Gatten. Zunächst zelglen sie ihn wegen D t g a m i t an. Das Straflandesgericht erachtet« aber, daß sich zunächst das Zivillandesgericht darüber den Kopf zu -erdehen habe, w iche drr beiden Ehen die ungültige stet. Das Ziviliandesgelicht srklärle die ro c i t e & 1) e fürungültrg und bi* ürittsEh » f Ü r. gülti g. 1 Gegen d'-sses illrtei! brachte der Ehedandsvrrtrtdiger der zweiten Ehe dw Berafung bn das Öberlandesgericht ein. .die er darauf stützte, daß durch den Tod der erste« Gattin die zweite Ehe konsolidiert wurde. Auch für die drttte Ehe wurde ein Shebandsvert-idiger ausgestellt und dieser beantragte die Ungültigkeit-« «rklärung der zweiten Ehe. indem er die Ansicht seiner Kollegen b.kämpfie. Die persönlich erschienenen beide Gattinnen verlangten beide die Ungültigkeit erklärung chter Ehe und nur deShaW, «eil nur einer von ihnen d'eses-Glstck beschieden sein konnte, waten sie Prozetzgegnerinnen. Sonst dauert ihre Freundschaft «och fort. Der Berufungssenat <Bl »sitzender Kostet S ch r ö t t e r) b est ä t r g t e das ersirichterliche Urteil. Bolkswitt. Gestempeüe Krone ----- —.0075 Centimes.. Auszahlung ffiiett ----- —.0074 fientimes. 3n Zürich notierte die östsrretthische Kronr ... 0.0674 ( 0.0074 am 24. Jänners die österr. gestempelte Krone. 0.0075 ( 0.0076 am 24. Länneh die tschechische Krone .... 18 — ( 14.90 am 24. FSnnei^ die Mark . ........ 0.02»/, < 0.02»/, am 24 Jänners Belgrad ........ 5.10 l 4.75 am 24 Sänner Bukarest . .. 2.60 ( 2.70 am 24. 53nnet! Sofia .. 3.30 ( 3 25 am 24. 3ä"ners Budapest ......... O.sO'/s ( 0.20»/, am 24. Nännerj Warschau ..O.Cl*/4 ( 0.02 am 2t. Jänners Ser Außenhandel and Berkehr PMstinnr. In letzter Zeit wurde eine Reihe handelspolitischer Daten veröffentlicht,' die guten Einblick in den Außenhandel und Seeverkehr Palästinas ermöglicht. Die Gesamt, e i n f u h r nach Palästina während der neun Monate vom 1. April 1921 bis znm 31. Dezember 1921 hatte eine« Wert von 4,245.686 engl. Pfund und wies gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 1920 eine Zunahme um 405.171 Pfund auf, also eine Erhöhung der Einfuhr um rund .10 Prozent. Während derselben nemt Monate 1921 wurden Waren im Werte von 569.496 Pfund a u s g e f ü h r t, gegenüber dem gleichen Zeitraum 1920 eine Zunahme von nicht gcntz 6 Prozent, nämlich um 32.211 Pfund. ß)h hauptsächlich eingeführten Artikel waren Lebens-- mittel, Brennstoffe, Textilien, ferner Erzeugnisse der Schwerindustrie, wie Stahl, Eisen, daraus hergestellte Artikel urrd Maschinen. In den letzten neun Monaten des Jahres 1921 wurden impotjert: Reis (7132 Tonnen) in» Werte von 143.970 Pfund, der Menge nach um 3826 Tonneu ntehr, dem Werte tmgefähr gleich viel wie in den entsprechenden Monaten des Jahres 1920; Mehl (6529 Tonnen) im Werte von 142.793 Pfund, uw 1327 Tonnen mehr als im gleichen Zeitraum 1920, dem Werte nach tim 82.501 Pfund waniger; Zucker (Raffinade, 7235 Tonnen) im Werte von 243.733 Pfund gegen 3400 Tonnen im Werte von 295.966 Pfund von April bis Dezember 1920; Petroleum im Werte von 162.907 Pfund (um 25.729 Pfund mchr als 1920); Kohle (50.799 Tonnen) im Werte von 231.823 Pfund, fast doppelt so viel wie in den gleichen Monaten von 1920: Battimwollstoffe (11,867.904 Meier) im Werte von 470.932 Pfund, gegenüber 8,277.383 Meter im Werte von 568.136 Pfund, währen der identischen Monate 1920; Kleidungsstücke (Konfektionswave) für 164.292 Pfund um 31.537 Pftwd mehr ob im gleichen Zeitraum 1920, Bedeutende Einfuhrziffern zeigen ferner Stahl, Ersen und daraus verfertigte Geräte (für 170.489 Pfund gegenüber 120.287 Pfund in den letzten neun Monaten 1920), Maschinen (für 135.521 Pfund, rund um die Hälfte mehr als 1920), weiters Rauchmaterial (Zigaretten, Zigarren, Tabak, Zigarettenpapier) und eine Anzahl anderer ver-j fchicdenartiger Waren. Bei einer Reihe dieser Importartikel ist die Einfuhr der NLenge nach gestiegen, dem Wert nach aber gesunken,, so zum Beispiel bei Zucker und bei Baumwollwaren. Diese Erscheinung ließe sich vielleicht durch die in der Statistik nicht zum Ausdruck kommenden Qualitätsunterschiede er-, klären. In gewissen Fällen, zum Beispiel bei bestimmten^ Baumwollwaren, ist dies möglicherweise darauf zurückzu-. führen, daß infolge der valutarischen Vkrhaltnisse, besonders in mitteleuropäischen Staaten, die palästinensischen Jmportertre dort billiger einkaufen konnten. Dafür spricht auch die Tatsache, daß gerade die Einfuhr aus Deutschland (und zwar besonders von Baumwollwaren, aber auch von eitter ganzen Reihe anderer Artikel) sowie aus Oesterreich, überhaupt aus den Staaten mit entwerteter Währung, unverhältnismäßig starker gestiegen ist als die Im-. Porte aus Staaten mit gesunder Valuta. Die Ausfuhrartikel Palästinas sind, da die Produktionsverhältnisse im Lande sich nicht erheblich geändert haben, die gleichen wie in den vorangegangenen Jahren. Es wurden vom 1. April bis 31. Dezember 1921 ausgeführt: 447.531 Kisten Orangen im Werte von 110.502 Pfund (gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres um 148.085 Kisten und 30.246 Pfund" mehr); 2,600.367 Kilogramm Seife im Werte von 148.023 Pfund (gegenüber dem gleichen Zeiträume 1920 ein Plus von 1,809.290 Kilogramm und 58.666 Pfund); 8862 Hektoliter Wein im Werte von 29.725 Pfund (um rund 900 Hektoliter mehr als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres, in welchen aber der Wert des ausgesührteu Weines um 1468 Pfund höher , war). Der W e r t d e r E i n f u h r war in diesem Zeitraum zirka siebe «einhalbmal so groß als der Wert der Ausfuhr. Eme derart starke Passivität der Handelsbilanz erscheint auf dem ersten Blick nicht unbedenklich. Da aber vom Auslande andauernd sehr bedeutende Surrtmen in Palästina investiert werden, dürften die Einfuhrüberschüsse hierdurch zum größten Teil« kompensiert werden. So tvurden beispielsweise vom Oktober 1921 bis eilt* schließlich September 1922 nicht weniger als 2,082.000 Pfund in Palästina investiert, wobei das von wohlhabenden Einwanderern ins Land mitgebrachte Bernrögen und die Kapitalsaufwendungen in kleineren gewerblichen und kaufmännischen Unternehmungen (wahrscheinlich schon wegen der Schwierigkeit ihrer statistischen Erfassung) nicht fn Betracht gezogen find. Bon der oben gemnnten Sumrne wurden von der Zionistischen Exekutive 483.000 Pfund, von der Jca 240.000 Pfund, vom Nationalfonds 200.000 Pfund und für prominente industrielle und kaufmannischL Unternchrmmgen ungefähr 150.000 Pfund im Lande vestiert. Rechnet man hierzu noch die pusichtbareu Kqq