Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1419 (25.1.1923)
- Date
- 1923-01-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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WWWWWM t « Wien. Donnerstag Volkswirt. Gestempelte Krone — —.0075 Centimes. Auszahlung Wien --- —.0074 Centimes. Sn Zürich notierte lSie vslerreichijcbe Krön? ... 0.0074 ( 0.0074 um 23. Sännet) eie Lsterr. gesiempette Krone. 0.0075 l 0.0076 am £3.?ämi«t) joie tschechische Krone .... U SO (14.8:> am 23. Säiiner) d'e Mark.0.02'/, ( 0.02V, am 23 Jänner) Belgrad . ... 4.75 ( 4J5 am 23 Jänner) Bukarest. 2.70 ( 2.76 am 23. Sänne-) Sofia ....... 3.25! 340 am 23. Sä"ner Budapest.0.4;07, ( 0.20V* am r3. Sänner) Warschau.O.C2 ( 0.017/, am 23. Jänner- Erhöhung der deutschen Weltpreise. Düsseldorf, 23. Jänner. Der gemeinschaftliche Richtpreises) chuß des deutschen Srahllmndes erhöhte heute den Thomas- .stahleiseitgrundpreis von 405.000 auf 676.000 Mark. Die Erhöhung wurde in.erster Linie infolge -der gewaltigen Markverschlechterung und der dadurch bedingten Verteuerung der ausländischen Rohstoffe notlvcndig. Der Mehrpreis in Siemen s-Brar ins-Handelsgirie wurde von 35.000 aus 100.000, für Stabeifen und für die übrigen Sorten entsprechend erhöht. Auf Grund vorstehender Beschlüsse gelten <tb 24. Jänner 1928 folgende Richtpreise: Werksgrundpreis für je 1000 Kilogramm in bekannter Frachtgvundlage; Rohblöckc, Thomashandelsgüte 417.660 Mark: Sien'.ens-Martins-Hcndelsgüte 497.000 Mark; VoiMöcke, Thomashandelsguie 464.200, Siemens-Martinchandelsgü e 555.300; Knüppel 492.700 K.M. 539.800); Plarinen 506.960 (606.900); Foruiei.sen 570.900 (608.900); Stabeisen 576.060 (676.000); Unwersaleisen 623.700 (732.300); Bandeisen 691.000 (800.100); Walzdrahi 615.000 (722.400); Groöb'ecbe 5 Millinieter und darüber 619.700 (765.700); Mittelbleche 3 Millimeter bis unter 5 Millimeter 730.500 (849400); Jeinbleche 1 Mill'imeter bis unter 3 Millimeter 832400 <931.360), Feinbleche unter 1 MMme.er 898.000 (1,006.000) Mar>. Lie ZndnstrlMese in der Lschechv-ZlomMl. Prag. 24. Jänner. In der gestern skcvitgesundenen Sitzung des Delegiertenausschusscs des ischecho-flotvatischen Jnduskriellenvenbandes stellte Generalsekre är Hodac in einer Rede ü'öet die gegenwärtige Lage der ifchecho-slowatischen Industrie fest, daß iu sömÄchen Industrien, die einen gwßen Kotzlenver« brauch ans weisen und unlfaisende Rohstoff- und Fabrikstransporte haben, die Krise weiter bestehe, daß dagegen in anderen JMrstrren, bei einem Kurs von ungefähr 15 Centimes in Zürich, in absehbarer Zeit eine langsame Umkehr zu erwarten sei. Die Anzeichen für eine Belebung resultieren hauptsächlich aus dem heimischen Konsum. Man könne aus eine langsame Umkehr hoffen, könne aber nicht von einer Uebevwindnng der Krise sprechen. Zu einer defi-ni iven Besserung der Krise sei eine Herabsetzung der Kohlenpreise und der Tarif: cnsrdcrlich. Die Zahl der Arbeitslosen betrage 330.000. Iie Levrsenpreise. Ti: riterrsichischrn Zahlungsmittel behaupketen sich gestem * Zürich aus dem ermrß'm!en Niveau von 0.0074 für die Auszahlung Wien und von 0.6075 für die gestempelte Krorr. Der Kurs der Reichsmark hat sich wiederum eine Kleinigkeit ab- Wiener Morgenzeilrrng. gelchwücht, da. egen erholte sich die polnische Maik vo» v.0187 auf v.02. Stark angezoaen hat der Dinarkurs, Der sich dis auf 4.75 erhöhte. Der französische Franken bl eb unverändert, die tschechische Krone besserte sich um 5 Punkte aus 1490. Sn Wien notierle der Dollar unverändert 70950, Pfunde verteuerten sich um Iw K. auf 331.4 ,0, der französische Franken um 50 K. auf 4455, die tschechische Krone um 25 K. aus 1975. Die deutsche Mark erhöhte sich von 3.35 auf 3.50. Die polnische Mark bleb unvetändert 2.25, ungarische Kronen gingen lrotz der Besserung der Devise Budapest in Zürich auf 23.S0 zur..ck. Nachstehend die offiziellen Notierungen: Glearingkurse der Österrelcbischan Haitnnaiiianir vom 24. Jänner 1928. Devisen (Schecks und Aus*’ yi„. Kurs vom 22. J&nne? Zahlungen) laß* 0e,d w-,e Qe,d Wflre Amsterdam f. I holl. Gulden . 4 28250.- 28350— 28250.- 28350.- ÄRram 1 jux. Kronen .... 6 679.— 681.— 474.— 476. Belgrad! Dinar . 6 679.- 681.- 474.- 476— Uerlln 1 deutsche Reichsmark . 8 3.40 3.50 3.25 3.35 Brüssel I belgische Francs . . 4*/. 4094.- 41C6. - 4134.. 4146. - Budapest 1 ungarische Kronen » 6 ' 26.95 27.05 26.95 27,05 Bukarest! Lei.6 .— Chrlstlanla 1 norweg. Kronen . 5 13335.- 13415.- 13385.- 13415.- Kopcnh:.gen 1 dllnische Kronor . 5 13785.- 11815.- 13735.— 13765.— London 1 Pfund Sterling ... 3 3322'0. - 332800.- 332100.-332700.- Madrld I Pesetas.5V, 11065. - I1C95— 11035.- 13065.- Mailand 1 Lire ....... 6 3<o6- 3414.- 3376.- 3384.- New York 1 Dollar .. 4 71359.- 71500. - 7135».- 71500— i’aris 1 Francs ....... 5 4614.- 4626.- 4564.— 4576. - Prag 1 tschecho-slow. Kronen . 5 199;. - 1993.— 1967.- 1973.— Sofia 1 Lewa .6V, 439.50 440.50 444.50 415.50 Stockholm I schvvedlscheKronor . 4‘/3 19030, 191:20.— 19080. - 19120.- Warsctiau I polnische Mark . . 7 2.45 2.55 2.45 2.55 Zürich 1 schweizerische Francs . 3 13285.— 13315.— 13285.— 13315— Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar aufw. 70950.— 71250— 76950.- 71250— , „ kleinere ... 70850.- 71150.— 71850.- 7H50— Belglsche Noten lflO Francs . . 4035.— 4065.— 4075.— 4105— Bulgarische Noten zu 1000 Leva . 418.— 422.— 423.— 427.- . .100,. — » B kleinere. . . 398.— 402.— 403.— 467.- Dänische Noten 100 Kroner . . 13630.- 13690.- 13580.- 13640. Deutsche Noten zu 1000 Mark. . 3.50 3.80 3.35 3.65 . „ .100 ... „ „ kielneie. . . . ——.— —.— - .— Engl. Noten von 5 Livrest. auiw. 331400.— 312400.- 3313110— 332300— , _ „ kleinere ..... 331200.- 332200.- 3311!».- 332,0! .- Französische Noten 100 Francs . 4555.— 4585— 4505.— 4535,- Hol ämlische Noten 100 Gulden . 23 IM. - 23300— 23100.- 283'X.- Italienische Noten v. 100 Lire autw. 3372.50 3387.50 3342.50 3357.50 „ » kleinere . . . 33:2.50 3367 3322.50 3337.51) Jugosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar 668.- 672.- 4 6.- 47ö.- - , „ kleinere . . 658.- 662.- 456— 460.— Norwegische Noten 100 Kroner , 13230.- 13290— 13230— 13290.- Polnische Noten v. 500 .Mark aufw. 2.25 2,55 2.25 2.55 , „ kleinere .... 2.20 2.50 2.20 2.50 Rumänische Noten zu 100Gti,r>0OLel 361.- 3(56— 374.— 376— „ „ kleinere . . . 344.- 346.- 354.— 356.- Russ. Noten (Roman.) zu 500 Rubel . . , , 100 . , , kleinere . . Schwedische Noten 100 Kronor . 18870— 18950— 18870— 1895t— Schweizerische Noten 100 Francs 13195— 13055— 13195.- 13253— Spanische Noten 100 Pesetas . . 10310— 110t 0,— 15910.— 10970.- Tschecho-slow. Not. v.1000 auiw. 1975— 1965— 1930— 196')— „ , kleinere . . 1970. - 1980— 1945.- 1955.- Ungar. Noten (neue Ent.) zu 1000 Kr. 23.90 24.10 24.« 24.60 , .zu 10.000 Kr. . . . . . kleinere . . . . . 23.85 34.CS 24.35 24^5 Der Karrstitr; der polnischen Mart. Im polnischen Finanzministerium fand eine Konferenz mit den Vertretern der Presse statt, in der der Finanzminister vor allem den rapiden St-urz der polnischen Mark besprach. Fmonzminister Grab skr, der Direktor der Staatsanleihekasse, wie auch der Hauplkommissar der Regierung bei der Börse gaben anSsühMche Erttaru-ngen über die Beweggründe des plötzlichen Marksturzes. Danach sei der . Sturz der polnischen Mar? keinesfalls Äs Folge der letzten politischen Evsignisse in Euwpa zu bewerten. Der Sturz sei darum erfolgt, weil die Mark auf den Börsen allzu stark von 25. Jänner 1923 Nr. 1419 der deutschen Mark abhängig sei. Was die Deuovung im La»Ä betreffe, so sei sie nur auf die letzten Ewignisse an der Bövsej znrückznführen. Die plötzliche Teuerung sei vollständig unbe-j gründet, da während des Marksturzes nach Polen vom Aus--! lande weder Maren noch Rohstoffe eingeführt wurden. Die Teuerung wird von den Spekulanten künstlich ve- -Zßerl mW üic Regierung werde die schärfsten Maßregeln eMMt^" Ae jugoflawische Devisenordnung. Belgrad, 24. Jänner. Das Generalinspektorat des Finanz»! ministermms lenkt in einer Kundgebung die Aufmerksamkeit.! der Finanzkreise darauf,-daß nach der in Geltung stehenden Ver--! ordnung der Verkauf von Dinar und Zahlung^ Mitteln in Dinar nur der Nationalhank und be-> stimmten konzessionierten Privatbanken gestattet! sei. Alle sonstigen früher erteilten Bewilligungen treten mit^ 25. d. außer Kraft, ohne Rücksicht darauf, ob von diesen Be°! Willigungen bisher Gebrauch gemacht tvurde oder nicht. Erholung des Dinarkurses. Der FinanM-inister erstattete im Ministerrat über de«, Stand des Dinar!urses einen eingehenden Bericht, in, 'dem festgestellt wird, daß der Kursstand im wesentlichen durch, die im Auslände verbreitet gewesenen alarmierenden Gerüchte beeinflußt tvordeü sei, daß aber seither eine Be«, ruhignug eintrat, die, wie vorausKusehen war» wieder eine Erholung des Dinarkurses herbeigesührt hätte. SroßMgelegte Aursuhüamyagne ln Ungarn. Budapest, 24. Jänner. (Tel. der ,/Wr. Movgenzeitnng".) Die Rogiemmg beabsichtigt im nächsten Dkonat eine groß-, angelegte Ausfuhrkampagne zu führen. Es sollen unter anderem 2500 Waggon Mehl, 15.000 Stück Schweine, 18.000 Waggon Malz und 200 Waggon Zucker exportiert worden, im Gesamt-' werte von 14 Milliarden ung. Kronen. Einreichung und Abstempelung von migarischen Vor» kriegsstaatspapieren. Die Besitzer niederländischer Staat sauge»! Hörigkeit von ungarischen Borkriegsstaatspapieren können die-, selben bis spätestens 13. Febvuar 1923 zur ALstsmpelung und, Einwechslung bei drn nachfo^en-den Bankinstitu.en einreiä-en: Amsterdamsche Bank, de Dwentsche Bank, Hope u. Co., Lippmann, Rosenihal u. Co., NcdevlaMche Handel Maatschappij, Rotterdamsche Bankversmigmig und Nederlandsch-Jud ische Handelsbau-k (alle in Amsterdam), vorausgesetzt, daß diefej Staatspapiere sich am 36. Juli 1921 auf dem Staatsgebiet« des gegenwärrrgen Ungarn befanden. Et-Wa gewünschte nä'herch Aufklärungen evtLÄt die Wnigbich niedevländische Gesandtschaft,! Wien, 1. Bez., Bnrgring 1. Der Durchschnittswert der Steuereinheit für das Jahr 1922. In der „Wiener Zeitung" ist gestern die bereits vor einigen Tagen angekündigte Kundmachung des Bundesmrmsteriums für Finanzer.» betreffend den Durchschnittswert der Steuereinheit und den Einkommensteuerschlüssel für das Jahr 1932 erschienen. Danach ift als Durchschnittswert der Steuerencheit für das abgÄaufene Jahr der Betrag von 4370 Krauen zugrunde zu legen. Auch die Verordnung betreffend die Aushebury der StMierflnchtverovdnung ist gestern veröffentlich^ worden. \ Ter Notenumlauf ln Deutschland. Berlin, 22. Jäni er.! Nach dem Wochenbericht der Reichsbank vom sh. d. folgte der! (1. Fortsetzung.) IMH Alrsy. von Disraeli (Lord Beaconsfield). uS dmt Englischen übersetzt von G. U n 1. Teil. Erster Wschnitt. toerden noch einen Esel eine Leiter besteigen sehe:l," ries Kaleb mit vor Staunen weit ausgerissenen Äugen. „Es ist vollkonrmen wahr," fuhr der Fürst fort, ,/denn oft habe ich meinen Vater dieses erzählen hören. Er war damals noch Kind, und ftine Mutter hob ihn arff dem Arnre enipor, um den Zug zurückkommen zu sehen, und alles Volk jn'bslte; Das .Zepter ist nicht gefallen von Jakob!" . „Es lvar wahrlich ein großer Tag für Israel!" „O. das ist noch nichts. Ich konnte dir rroch ganz ander« Dingeorzcchlen! Aber wir schwatzen hier, und -unser Geschäft ist noch nicht zu Ende. Geh^ $u' dem Volke; die Nitw-en und Waisen warten. Gib ihnen reichlich, guter Kalcb, gib reichlich: die Beute der .Kanaaniter ist nicht mehr unser Teil, aber der Herr ist doch noch immer unser Gott und dies ist auch ein großer Tag für Israel. Und, Kaleb, sage meinem Pressen, daß ich ihn zu sprechen wünsche." , „Schnell will ich alles verrichten, guter Herr! Wir ir-u-rjbcxtstt uns, daß unser geehrter Herr, Euer Neffe, nicht heute mit dem Geschenk encherzog." „Wer heißt euch, sich zu wundern? Wie lange tolttft du noch hier müßig steh'n? . . . Fort! . . . Sie wundern sich, daß er heute nicht mit dem Tribut gezogen ist; das ist gewiß heute das allgemeine (Gespräch! Dieser Knabe bringt uns noch den Untergang! Eine kluge Hand, um unser zersplittertes Zepter zu führen!! Ich habe ihn von Kindheit an beobachtet, er hätte in Babylon leben sollen! Das alte Blut der Alroy fließt noch in seinen Adern. Ein steifnackiger Sramm. In seiner Jugend war sein Großvater inein Freund. Ich hatte da selbst noch solche Einbildungen. Trärune, Träume! Wir sind in böse Zeiten geraten und deurwch gedeihen wir. Ich habe lauge grmig gelebt, um zu begreifen, daß eine .reiche Kararonrie. beladen mit den Schals von Indien und den Stoffen von Samarkand, wenn sie auch nicht so I erhebend ist wie ein Tans vor der Bundeslade, doch auch! einen stattlichen Anblick gewährt. Und unsere hartherzigen Gebieter mit all ihrem Stolze, können sie denn bestehen! ohne uns? Dennoch wachsen wir ftrsch. Ich habe erlebt, daß der hochmütige Kalif zu einem Sklaven herabgesunken ist, niedriger als Israel. Und die siegreichen, wollüstigen Seldschuken, zittern sie nicht eben jetzt bei der Nennung des fernen Namens von Arslan. Aber ich, Bostenai, und die schwachen Uebervleibsel unserer zerstreuten Stamme, wir sind noch 'da, und Tank sei es unserem Gott! wir gedeihen. Aber jetzt ist die Zeit unserer Macht vorüber, jetzt können wir nur ^durch Klugheit blühen. Den Spott und den Hohn, den Fluch und wohl auch den Schlag, Israel nmß ihn jetzt ertragen, mit Ruhe, ja mit lächelndem Antlitz. Was ist's denn auch? Für jeden Spott und Hohn, für jeden Fluch werde ich einen Dirhem haben und für jeden Schlag — mag mir der dafür stehen, der mein Schuldner ist oder sein will. Doch sieh', da kommt mein Neffe! Sein Großvater war mein Freund. Ist's mir doch, als sähe ich ihn jetzt vor mir! Derselbe Alroy, der mein Spielgenosse in den Tagen >der Kindheit )var. Und doch paßt diese zerbrechliche Gestalt und -dieses mädchenhafte Angesicht schlecht zu dm finsteren Leidenschaften und gefährlichen Einbildungen, die, wie ich fürchte, ln dieser zarten Brust verborgen liegen. Nun, Neffe? „Ihr habt mein begehrt, Oheim." „Wieso"? Oheime begehren oft, was die Neffen ihnen selten gewähren." ,^Jch wenigstens kann nichts verweigern, denn ich habe nichts zu geben." „Du hast ein JutpÄ, nach dem ich großes Verlange» trage." „Ein Juwel! Ha, diesen Kopfschmuck. Ihr gabt mir ihn, mein Ohevm, er ist der Eure." „Ich danke dir. Manch glühenden Rubin, manch sanfte und schattige Perle und manchen Smaragd, glänzend wie ein Stern in der weiten Wüste, erblicke ich, mein Kind. Es sind ausgeivahlte Steine, und doch vermisse ich ein weit köstlicheres Juwel; ich glaubte, du besäßest es, als ich dir diesen Schrmick gab, David." v. „Und das wäre, 5-c-rr?" ^Geborsomt" „Ein Wort von zweifelhaftem Werte, Herr; gehorchen, wenn Pflicht Unedles gebeut, ist keme Tugend." " „Ich sehe, du liest meine Gedanken. Wohl, ich sandte nach dir, um zu hören, warum du dich heute mir nicht angeschlossen hattest, um unseren — unseren —" „Tribut." „Und wenn auch — Tribut. Warum fehltest du?" „Weil es ein Tribut war. Ich bezahle keinen." „Trotz meiner siebzig Winter erinnere ich mich noch meiner jugendlichen Ueverspanntheit, spnst würde ich dich für toll -halten. Glaubst du denn, ich hätte kein Gefühl mehr für Schande, weil ich alt bin? War« das Leben eine blotze Frage zwischen Freiheit und Sklaverei, Ehre und Schmach, so könnte jeder leicht entscheiden. Glaube mir, es gehört nur wenig Geist dazu, um ein mürrischer Patrot zu sein und seinem Heldenvevdrusse gegen LeidenSgenossen Luft zu manchen, deren Kümmewisse du nicht zu lindern vermagst. Aber euer Geschlecht war immer ans solchen Stoff bereitet. Solche Befreier gab's immer eme Menge in dem Hause dev Alroy. Und tvas war der Erfolg? Ich fand dich und deine, Schwester als verwaiste Kinder, euer Zepter gebrochen, eure Stämme zerstreut. Der Tribut, den wir jetzt wenigstens wie Fürfton zahlen, ward damals mit der Geißel erngetrieben und in Ketten dargebmcht. Ich sammelte unser! zerstreutes Volk wieder, ich stellte unseren alten Throni wieder her, und dieser Tag, auf den du als auf einen Tag der Demütigung und der Trauer schaust, er wird mit Recht! von allen als ein Tag des Triumphes und der Festlichkeit! angesehen werden. Zeigt er nicht den Jsniacliten, daß das Zepter noch nicht von Jakob gewichen ist?" „Ich bitte Euch, Oheim, sprecht nicht von solchen Dingen. Ich möchte nicht Kvn vergessen, daß Ihr mein Verwandter seid und ein gütiger. Laßt uns daher nicht miteinander rechten. Was meine Gefühle betrifft, so sind sie ja von einer Bedeutung; sie sind nun einmal so, und ich vermag sie nicht zu ändern. Es scheint, daß meine Vorfahren auch viel überlegten und wenig vollendeten, nun, dann bin ich ihr echter Sohn — einer lvenigstens war doch ein He-bd." „Ach, der große Alroy; du kannst wohl stolz Fein auf solch einen Vorfahr." „Es beschämt mich, Oheim, eS bcschanrt mich!" JnUU