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Wiener Morgenzeitung · 1923-01-13 · Heft 1407 (13.1.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1407 (13.1.1923)
Date
1923-01-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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&etfce 4 Sötenctanot^cnjcUunfi. Wien, SMütag nPi vni o^f'h PELZ« PELZ Kaa dete.il SDi 'M 13. Jän«r 1SK I-Sperlgasse S UlÄ) >L»^S«' 1 Export Ungarn. ' Parlmueut. Ludapeft, 13. Jänner. (11. T. K.B.) Ar Fortfttzu-nz der sMelNmtätsde'oatte beschäftigt« sich Abg. Ugro« (parteilos) « der Heutigen Sitzung der NatiomÄversammluuT mit außenwlitischen Fragen. Er forderte von der Regierung auf dem Geriet« der auswärtigen Politik AMvität, die k-Lmeswogs mit tlggressivriät derivechseLt tvevd-en dürft. Dsr österreichische LurtdestauzKr Dr. Kitzel Bnne sicherlich nicht deschuldiK Worten, daß er bestrebt fti, den europäischen Frieden gu stören, und vch sei es die Politik der Aktivität, «ndzwar eine erfol-gwiche Politik der Aktivität, bk er mache. Polen. Set erste Wische HochschWertag inPole«. - Aus Lemberg wird uns gemeldet: Jnfeierlicher Mise rsltzog sich gestern abends im Festsasle des Misch-aSadenvischen Hauses die Eröffmurgssitzuntz des von allen UniversitütsstMe» stolens beschickten Mischen Hochschglerwges. An dsm'Mben beteiligen sich 48 Delegierts, denen ihre Nnndate aus Grund des ProPortionÄwahlsysdems von allen irr. d?n MM<DdAlrischen SeMchüssorMHatiomn vkrtinigien, aus Mischnatronaler Basis. stehenden HochschAevn '4000 an der Zcchl) erteilt tourden. Unter den Welsgierten Delinden sich 18 aus Lemberg, 17 aus Warschau, 9 aus Krakau «nd 4 aus WNna; der Partsirichtung nach sind 16 Zionisten, z 'Szourrin, 23 gehören den Linksparteien an (Bund, linke sioale-Zron, Kornmunisten nfw.), außerdem 3 Parteilose. Zweck der aus vier Lage anLevaumten Konferenz ist die Stellungnahme zu allen di« wirtschaftliche und moralische Rotjage'der Mischen ' Studentenschaft rangierenden Fragen, wie sich im Laus« der Kriegöjahre durch die radikale l1mg6> ßalÄrng >Ä:r politischen und ökonomischen Verhältnisse gestaltet Ackben. TcMsru.de Mischer Studenten sind obdachlos, jungern und frieren. Dazu kommt di« -immer schärfer« formen amMyeutze, aicf MHLhMvg^, §*ft.... KwmepuS :4 a srf-us hrrmrrÄauftnde, van den akadem-ifchen Behörden -olevierte HetzMon, wsl^ die Lage der jüdischen M^denten» .chast geradezu aussichtslos macht. Bon diesem GesiHtsMckt« rus muß die. Einberufung des Studententages als erster »Hereutsamsr Schritt zur Konsolidierung begrüßt werden. Der aÄ^emische Senat und di« PolnW-ckkrdsmischen Lereme rca gierten nicht aus die au. sie ergangenen SnÄadurrzen. Die gcgenwärtige Tagung soll eine dauernde Grundlage Lr eine großzügige, die gesamte Mische Hochschnljugend ümdsftnde Org»istrtion schaffen. Unter den verlsftrren ^gchßmigstÄsgvcmvmen Sefinden iich auch solche von: Wiener jüdischen HochschMrusschuß und ssm Misch-akadsmischen Weltverband. Leider sollte die Eröffnungssitzung nicht ohne einen Miß- -on verlaufendes der Vorsitzende die Versammelten, wie es ja aahelag, zunächst in hebräischer Sprache begrüßte, erhoben die Vuudisten lauten 'Protest. urch verließen dc-monstrMd den Saal. RaAbrner Dr. Gutt-morin kamin seiner Anspwche auf vMiftn Vorfall Zurück und sprach sein tiefstes Bedauern über dftses intolerarrw Verhalten eines Teiles, der Jugend ans, das geradszu die von Haß gegen alles Jüdische geleitete Taktik der rÄMch-jüÄischen Boffchewiken mahnt. Sie iMschen KleinhSndler i« Lemberg. Lemberg, 9. Jänner. Dieser Tage fand in Lemberg ein« MßewOerMche Bersammliung der jüdischen Kleinhändler statt, die durch eine drakonische VerfiMng des Lemberger .Stadtimagiftvats in ihrer Lsbensexistenz 'bedrM sind. Letzterer beabsichtigt nämlich, die bisherigen Standplätze am Krakauerplatz und in den benaH^»rten Gassen in naher Zukunft «UM" he'berr und dies« Platze' emom privaten Änternchnrer KU verpachten urch bk Gebühren für die Standplätze für das lcMNcke Jrchr um das Tausendfache zu erhöhen. Durch diese Maßnahmen -würden Taufende armer Mischer Familien, die ihren Lsöensunterhcklt unter den schwierigsten Verhältnissen rcisien, -dem. Ruin pr-elsgsgsben. ES sprachen mehrere Misch« Abgeordnete, wsühr üft Mischen Gsrneünderato für diese mrtisemitischen DLrchenschasten als mstveranttvovtlich eÄärten. Äbgeordnetrr Dr. Sommerstsin forderte die jüdischen Min» - Händler zur Organisierung einer S-eWschiffeaktion emd Crrich» eigMw BerVaufsstellen auf. Wgeorlmeter SiMMt kermt feine Stifte«. Aus L«mb.er% schreibt mau uns: Ä«öfftr- LL-.chische Reichsvaisabgeordn^e des dritten WghVI^zirkes, Doktor Hermann Di a m a fl t, wsilte hekanMich während btt gqnZen ’ KriogsM irest von .ftmen Wühlern, irgendwv -ist Tirol und mÄerwärts. Auch wahrend und 'nach -den traurigen Novernöer» «rrignisftn des Jahves 1918, Von denen fast 'susschließbich dft ju-diMn BMohner. des von chm .dertWenM^ StaldttMS so gr^.. Let-raffen würden/ hielt man VevKbeüs' «ach^chm daß die. Judtzn-M . hgrfrftctttüit 'ttuSUat'ißtfk ML. SMä»'/ ttwnt letzthin um das Sejmmmvdat im ÄaGbeM Drohobyez- Stryj bewarb, fiel er durch und mußte sich rwitz ewM Mandat aus der RÄchsliste der sozia-ldemokratischen Partei begnügeii. Da .es Herrn Diamant nach Revanche gelüstete, benützte er die Gelegenheit einer am letzten Sonntag hier stattgesundenen WWewsrsmnmlung, um in einer Polemik gegen die chauvinistische Politik der polnischen RatioMdemokraten ^ftstZustellen, daß es m den polnischen RandgebiLten bloß 80 Prozent Polen gibt, der Rest von 20 Prozent verteilt sich auf Ukrainer, Weißrussen und Deutsche. Die 20 Pwzent betragende jüdische Bevölkerung scheint er also glattweg der polnischen Majorität emv-rrleM zu haben. lagesberW. ©Ine Goldkrone ----14.230 Papirrkronen. Dir iSeschäkts'eüung -er Oesterreil: i ch-ungarischey Dank keilt «ik. daß die E v I - p a r i t ä k (Umrecbnungsverhälinir betrest-ndie Zollzahlungen in Gold) für die Periode vom IS. Sönn.'k bis 21. Lännrr 1923 mit 14.350 Kronen festgesetzt worden*ist. SrhWung der Kohlenfttelse. Gestevnist eine emPfiM-iche Echöhung der Preise für oberschlesische Koh-le eingetreten. Kohle in osftn^u Fuhren erhöht sich von bisher 77.360K. pro 100 KilogramMr ah.. Nordbahnhos auf 86.400 K., also um 9100 K., Kohle in Säcken von bisher 83.780 K. auf 92.2M K^pw 100 KÄngraurm ab Nordbcchnhos, also um 8420 K. pro 100 Krlogranrm. Es wird daraus verwiesen, daß die Konventionspreift in Oberschlesien eine Steigerung um 35 Prozent erfahren haben, daß die Vorsracht. auf den polnischen Bahnen sich mn 100 Prozent erhöht hat, und daß ferner eine exorbitante Erhöhung dcr EisenbahrrgMhren in Oesterreich mitge-wirkt hat, um den niedrigen Wertstand der Mar? und der. tschechischen Krane zu paralysieren. ' Stt 8iÄer. / . Die p niWchs Komm,ffion zur Berechnung öes Index ist-für Mo »tag den iö. d., ly Wr vormitfags,. ein-rrufen worden. 8BTOBM Wiener @emebifterat Sitzung am 12. Jänneü. I Milliarden-Kredite. Der Gsmeiflderat genehmigte rn ferner gesttlgeL Sitzung den Rechnungsabschluß der Straßenbahnen für das' zweite Halbjahr 1921, den VevwaltmrgSbericht und die Bilanz der Kraststell-wagenunterrrehnrung für das zloeite Halbjahr 1921, . den Vevwaltungsbericht und die Bilanz der Leichenbestattung, -den Rechn-rmgsabschluß der Lagerhäuser für diese Zeit, den Rechnungsabschluß der städtischen Ankündigmrgsnnternchnmng und einen Sach-- kredit in der Höhe von 25,012.000 K. für die Beschaffung von Schneepflügen. Ferner wurde ein Zuschußkredit von 11,323.000 K. zur Deckung des Mchrerfo^srnisses der Grundsteuer für die Bürgevspitalfondsgrunde im Fahre 1922, ein Zuschußkredit von 15,600.000 K. für „Erhaltung der öffentlichen Denk- Mälev'und Denkmalbrunnen" zur Bedeckung der aus der Erhöhung des Wasserwerkes entstandenen -Ko-- stenüberschreiLung,- das Mehrerfordernis für den Gas- und Stromverbrauch der Gebäudebelenchtung (mit Ausschluß der Betriebe) im Betrage von 1.234,000.000 K., ein Astehrerfordernis für den Heizgasverbräuch in städttschen Gebäuden' (mit Ausschluß der Betriebe) im Betrage von 76,000.000 K., ferner Mehrauslagen und Züschußkredite füx den Sanitqtsbetrieü pro 1922 in der Höhe von 723,483.000 K. bewilligt. Für die Anschaffung von Inventar für die Kanalräumung wurde ein Kostenerfordernis von 46,000.000 K. genehmigt. Eine besonders lebhafte Debatte löste her Antrag aus, die Geleisestrecke in der Liechtensteinstraße, zwischen Alserstraße und Vrriotgasse, aufzulassen, und der Führung der Linie 86 zwischen Kolirrgaffe und Viriotgaffe, statt über die Liechtensteinsttaße, über die Linie D durch die Porzellangasse und Althanstraße zuzustimmen und-den Bau einer Geleiseschleife durch die Newaldgasse, Liechtensteinsiraße und Althanstraße an Stelle der dort' befindlichen Endstation der Linie D im. 9. Bezirk nach dem Koftenvoranschlage in der Höhe vo;r 431,000.000 K. zu genehmigen. Gemeinderat Dr. Bruno Pollak (Jüdffchuational) führte unter anderem aus? Durch Auflaffung der Haltestellen in diesem Geschäftsviertcl werden die Geschäftsleute zwischen der Alftrbachstraße und. dem Biriotplatz geschädigt. Das Argument, durch den starken Führwerksverkehr erleide der Straßenbahnverkehr-eine Stockung, sei nicht stichhältig. Solche Stauungen seien in allen Straßen zu beobachten. Hierauf refer'erte Gemeinderat Broezhner über die Zusanrmenlegung der Kommunalsparkaffen mit der Zentralsparkaffe der Gemeinde Wien. Der Reserentenantrag wurde angenommen. £ks*Klu«ktf erde» ^CtfDAOi» RndtsftMwid hat ÜgIIavs e&uv ^Ctfoneti tuuli WaU « Fto i* MC evlt&ll «I«*p jZuiäimm# ^er um 1* Juni 1923 na<L suhstu« WaU 10 j^cilair CÄG* 8 'Piftfseni 19. Iltmftf 1923 '-ff - V Sie Feuerbestattung. Angesichts der Inbetriebsetzung des Wiswer Kr^vma^ toriums ist der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemö'mde nach Einvernehmen mit dem NaMnat zu folgenden Entschlüssen gelangt: Es kann kein Zweifel darüber obwalten, daß der jüdischen Religion und der traditionellen mid der schichtlichen Üeiberl'ieftrnng einzig und allein die EvdbLstattung des Leichnams entspricht. Dü LeichenverSrennnng galt und gilt als uivMisch. Wohl widerspricht es dem Geiste des Iud-enimns, einen Zwang zur Einhaltung religionsg^etzlicher Vorschriften auf die GlauIbensangehöNgen aus§n>iiüen, doch ist es ftlbstverstLndliich, daß gewisse religiöse Zeremonien nicht bei einem Mte vorgenommen werden dürfen, die znm Religionsgssetz im Gegensätze stehen. Seitens der israelitischen 5i«ltusgEinde, zu deren Aufgaben gemäß 8 3, lift d ihres Statutes die Sorge für den Bestand und di« Erhaltung eines israelitischen Friüdhofts, für die immerwährende und uuantastlbaDe Echcultung bestandener und ausgelassener ffraelitischer Friedhöfe, di>e dem Ritus entsprechende Beerdigung der Versrorbeneir gehört, wird m jenen Fällen, in welchen di« .Einäscherung stattzusindm hat, der Leichnam gemäß § 4 der Bestattungsordnung fiir Feuerhallen der Stadt. Wien im gsgebEN Zeitplnüte den Organen der Gemeinde Wien übergeben. Die zuvückgeistellte Urne oder AschMapsel wird von der israelitischen Kivttusigemeinde für die Bestattung aus dem israelitischen Friedhofe übernommen werden. Bei dem Bestatturrgsalte werden.religiöse Zeremonien nicht ftattfnideu Faitlovitsch' neuerliche Mistiou nach Meffinien. . .Äus. New- Ao r l wird uns berichtet, daß.Dr. Fartlovitsch im Auftrag 'der amerikanischen Pro-Fälascha- Kommission auf dem Dampfer „Mouretania" -nach. Abessinien abgcreist fti, um dort dieletzten Beschlüsse der genannten Kommission im Interesse der Falascha in Abessinien durchzuMrem Es ist dies die fünfte Expedition, die Dr. Fa-itlovitsch unternimmt, dem es zu dachsen -P> daß in -den Mischen Kreisen de« tzanzen Welt das Nnteresse ffür dieft in Wessinien^vohnh-asten BostsgenosseN irweckt Mrde/Daß amerikanische' ^xo-^alascha- Komstee M es untermmMen,! /zur- Durchfiihruttg ery^jr ME'von Sö-MMfla« aüßzWÄgen. /}

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