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Wiener Morgenzeitung · 1923-01-12 · Heft 1406 (12.1.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1406 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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' V W!ä'rrsv Ä« tL'K-ttd«5Lrrn'A. W»iN, ^'iVlläk} ri;]« *4 MW 12. Aänttcr M Nr. UVS liehe » h'ipai-u rkt Bre i^el Lander, Wien, II. Kl Ün detull .' Tftlenlion 43-1-410 iZissvLliiLjL Der Rozwoi. Warschau, 11. Jänner. (I. G B.) Die RozK o |< Organisation Hai in Warschau eiuHczi-ttcs Burcauzwecks Organisierung des Judtznboykottes ni Polen eröffnet. ES liegen hier Nachrichten dpr, daß die Botzkottbewegung in Bialyst o k einen besonderen Umfang angenommen hat; dort wird die Bohkottpropagüntti ganz offen betrieben nutz ist mit einer allgemeinen sehr intensiven ontijüdischen Hche verbunden, so daß man den.Ausbruch von Exzessen befürchtet.. . .. - . M ÄiMkitStm im Senat. ««Phi«, 11. Jämikr.!J. L Ä.) 'Krr G-schästSansschuß. des Senats hat in dritter Lesung: den Antrag der nirainischen Senator über das Recht der Senatoren, sich im Senat ihrer Muttersprache zrr bedienen, ferner über b\c Proportionelle Vertretung der Minderheiten im Senatspräfidmm abgelehnt. - Das Präsidium wird durch^cine einfach.: Mebtheit h* schlossen. Die Minderheiten werden in den Plenarsitzungen o-ls -eine besondere Gnrppe Ihre Stimmen abgeben. Zer ßinbruch in der Grinzingerslmße. . War'chau, 11. Jänner. Am 3.. Jänner fand vor dem -Larschauer Standgericht der Prozeß gegen Josef W-ensik, ben Sohn eines reichen polnischen Grundbesivers statt, der den jüdischen Händler S t a l i k rtMordet und beraubt hat. Der jugeMiche Mörder NAW zum Tode verurteilt. Ein Begnadigungsgesuch wnrdr vom Präsidenten der Neprchlik abschlägig brschieden. SctäRiaSeaftonttH •»«8ri«SMiI<m4 «WM Palermo/11. Jeüriitt. (HüvrtS.) «Exkönig Konstantin ift utn ll Ähr vvrmittags *n ßehirnhkrrtrtng tzestorverr« Wönig Konstantm, seit längerer Züt von schwankender Gesundheit, hat seinen Sturz Äm Throne nicht lange überlebt. Konstantins Schicksal als Regent war mit dem Augenblick besiegelst, als er sich zum guten.Teil aus verheraus ^veranlaßt sah, für WiMpil 'Ma'HMnMern im Mltktivg Partei. zu ergreifen. Ä«4e Halvmg konnte iWt-'Kcmckpeich- Nie dev», zeihen und er mutzts ssin«» schärfsten Gegner An ^aside, Äenizelos, der den alten großgrieMchön. GedaMn von neuem Mfleben zu lassen wußte, weichen irnd ins Exil amnÄevn. Konstantin war -nicht der Mann, um sich innerhalb der - gegensätzlichen englischen und französischen Politik behauptet zu können und so war seine Regierung, nacWm er unkr-einer günstigeren'Konftettatüm aus der Schweiz heinrgetehxt war, von k^ner langen Dauer. Der niiglückttche Ausgang der griechischen Offensive in Klernasicn rief eine MMärvevolutiou im Lande hewor, die ihn vom Throne stürzte und ihn wieder M Landes verwies. Irr seinem Erst in Palercko hat ihn der Tod ereilt. Litanische Bauden im Memeker Geblü. O. Ei» kommunPischcr Putsche Remek, 11. Jänner. Wolfs.) Wie dem „Memeler DÄnpfboot" auf dem Obrrkommissariat erklärt wurde, wird die Entente Kriegsschiffe nach Memel senden, die die Besatzungstruppen verstärken sollen. - . -j Königsberg, 10. Jänner. (Wolfs.)' Slach der „Memelländischen Rurrschau" wurde der.Grenzort Laugszargen hu südöstlichen Zipfel des MeMelgebieles von Litauern besetzt. Es istmoch'fraglich, ob es sich um reguläre Truppen der um Banden handelt. Em Teil der fvanzösischen Be- 'atzungstruppen wurde m Kraftwagen von Memel an Ort nüd Stelle gchvacht und in Vormarsch gesetzt. Auch im südlichen Teile des Mem«lgebietes .sind Orte an dem nördlichen Memelufer von den Litauern besetzt worden, Die Gvenzpolizei ist zum Teil entwaffnet worden. Vom Norden her setzen die- Litauer den Bornlarsch aus Memel fort. Meldungen über Zusammenstöße liegen -bisher nicht vor. Die Franzosen haben 'sich um Memel verschanzt. Nach den letzten Nachrichten haben litanifchv Freischärler Uebermel in der-Gegend von Tisit besetzt. Im Norden Memels mhen die Litauer vor Mollaten. Um halb 0 Uhr früh wurde' Heidekrug von schätzungsweise etivir 400 Litauern in Zivil besetzt. , , ' ' ' Das „Memeler Dampfvoot"- meldet: Nach einem von großlitauischer Beite . verbreiteten- Manifest wurde der frühere Laudesdirektor S i m o n a 11 i § zunr Präsidenten Ues MMelgebietes eingesetzt ""MV" der Stastsrat sowie. ' Gu F>rll voll HausfriedöMruch, den die „Wiener ÄllorMtzeitung" aufgcheckt -und dessen Vertuschung sie verhiickert hat, wurde gestern vor dem ElMlrichter des LaUdeSgerichtes . 3, ObetlandeMrichtsmt Dr. Mallink, verhandelt. Mitglieder des National Verbandes deutscher Offiziere, k^r sich zumeiist aus ehe-. rnaltgÄt Offizievon rekrutiert Und in der Zeit nach dem Umstürze sich Lebildet haste, u-m die Kontervevolution für dey völsslschen Nationalismus zu hetrsidsn, sind angeKagt, eigenmächtig Polizei gespielt zu haben. Der gewesene Oberleutnant Erich Spitzer, Leutnant a. D. . Frichrich B a st r, dep Beamte Alsi>ns Jas und der ehe? MEige Unteroffizier ünd'späwte Duswärt des Schwck^enöergkasinos Max GadringerpMgchörige des „Selbstschutzes", sind die Angeklagten. . Nach dem vom Staatsanwalt Hoftat Dr. Sacher vertretenen Strafantrage sind die Genannten im Jüm Ml. in Äs von einigen aus Ungarn hieher geflüchteten Kommunisten bewohnte Zimmer im Hanse Grmzingerstwße 12 in Abwesenheitder Insassen eingedridstgen und haben eine Hausdurchsuchung gehalten. Nach OeffnuUtz Minies Schreibtisches fielen Men Passe und andere Dokumente in die Hände,. Eigentmn des Paul Storn, der Elisabeth Aströs »nd der Rosa Csilkag, die. nchh der Räteregierrmg Bela K u'n s nach Wien geflüchtet waren. - Die von ' . ’ Dr. Ml / veHeiWen AnMagien ^erklärten sich n i ch t sch n l d i g. Sie Mten vom deutfchvWschen Swrchfmnkt aÄ und im staatöbürgeÄichen Interesse gehandelt und waren sich nicht bewußt, . etwas R-echtswidriges Zu tun. Dom SchützderhMche wurde bekamst^ daß in der Grinzingevstpaße 42 ein Kguventstel ungarrfchex Kömmnnlsten ' eine die Ovdnümg und Ruhe bedrohende Propaganda betreibe uNd geheime nächfliMZuschnmenkünfte vevanMte. Sie r et einen iwlienischen Paß entgegechunehmen,: Briefe artz Petersburg und.Moskau,.' Broschüren ' und 'Flugbläite.' staatsgefährlichen Inhalts und eMrch eine Lifte' Wien, West, die die. Namen bekannter PersZWchMen vntM.- die bei Ausbmch de^rchölutionären Putschest durch Dolchstöße lautlos zu beseitigen seien.- Diese Dokumente wurden freu Vorstand des „Selbschutz" übergeben. Es wurden dann die. Elmgranten als Zeugen vernommen: Paul S t o 'r n,. der in der Arbeiter-BuchhaUd? lung angestellt ist, seinefetzt verehelichte Schwester In? genieursgattin Rosa Lorand und deren FveuMn, jetzt ' Studentensgattin Elisabeth Benedikt. Sie 'böstatigwsi, daß sie vor dem weisten Terr or'in B udapest 0^ flüchtet waren, erklärten aber, daß sie hier keinerlei politische Tätigkeit, entwickelten, keine Zusammenkünste verarm stälteten, nur hie und da abends LandÄeute ernluden, da sie bei Tag in Stellung waren. Ihr Zimmer war u n v e rsperrt, ebenso der Schreibtisch. Sie entdeckten dir 2. Juni abends, daß ihnen 11.000 -Kronen aus de« Schatulle fehlten und erfuhren orst von der Hausfrau Huna, Last ungarische Offiziere da waren -und Papiere beschlagnahmt hatten, j Auß°r den Personaldokumenten waren alle fehlende«. Papiere wertlos. Von einer „Liste Wien-West^ sei ihn«« I N i ch t S b e k a n n t. WarrM habe man diese Liste n i chit sofort der Polizei übergeben, warum sei ttm. j nicht gegen sie eingoschrrtten? Die Geschichtevon der LisN r sei eine, <£ r f t n d u'n g. Für die abhanden -gkckommenen \ 11.000 K. verlangen sie Schadenersatz von 1,600.000 K. \ Die Angeklagten bestritten entrüstet, das Geld in der! Schublade berührt zu haben, mußten, aber die MöglichM? ßugeben, daß er» Angestellter des Verbandes, Nanrew ) B r e ue r, der bei.der Durchsuchung Labei war und seither nach einer Defraudation flüchtig geworden.sei, den Dieb- »Wuueyuev^ ^«|w»w»wum»jw; wwbh'|i^viv. .v&n«. j re *,3 tiiti**' , i ließen durch einest Äng^tellten das Mus überwachen und \ stellten Besuche von Migranten fest, auch /brannte im Gartenz'mtmer oft die gaUFe Nacht Licht. Sie beschlössen deshalb einzuschvelten und -begaben sich am 2. IM zur Hausfrau Hnna, die sie mit ihrer Absicht bekannt machen. Fm» Hunaselbst öffnete ihnen die Tür zum Harsentzirmmr mb war dabei, als Schttwtischlade unMücht ' wuM. Äine -Schatulle, in der sich W # ^HMuck beand, würde bei Seite geschoben M von den PcMren: ein fälschet Paß, ' Persolvrldokümente, Äviefschofwn. in ungarischer, Mimischer und. russischer Wvache, da runter^ ein Brief des Genevals Tibor aus -Mailand, in dem Fräulein Airros aUfgefördert witd, in Pillach - y*\;> ' Da^MteU. ‘ Der Richter erkannte alle Angeklagten des Verbrechers des Hausfricdonsbruches, den Angeklc^ten Bcmr Er dar Tellnahme an dem Verbvechen s ch u l d i g, begangen dadurch, daß sie genreiusam in eine fremde Wohnung eingedrungen und Gewalt an dem Eigentum der.Insassen geübt haben, und verurteilte im Hinblick auf die tttt&e* kcholtenheit und das . edle Motiv die AngÄlagten . b e° dr n g t, und zwar G,ad.r i n ge r und S Piste r" zu st st re i M o na Len ft rem g e n Arrestes, 'Jas und Bau r zu je zwei Mo ü a t L n st re n ge nA vre st es. Der Strafvollzug' wird bei dreijähriger BswühmngsW auf'geschoben. V'>, ' \ 7^^: ■t.i '- guiWaaiwi die Landesdirektion vbgesetzt. An' dem Maniftst wirb der Putsch als -ein Werk des Rechtes und der Gerechtigkeit hrnMellt. ' / ' F Ein anderer Aufruf, de« sich an das Proletariat wendei, trägt die Unterschrift Dü L w e l e t §, jenes Haidekruger Kommunisten, der stinerzeil an dem Attentat aus dön LanÄesrat' S a v e t in Heidelrüg beteiligt war. Memel, 11. Jänner. (Wolff.) Heute früh hat der Oberkommiffär den Belagsrungszuftanb über Memel verhängt.. Die öffentlichen Lokale müffen um neun Uhr abends geschloffen fein, kein Bürger darf nach dieser Zeit mehr di- Straße -feteiöi. . ‘J. steine Amnestie fSt de» früheren Snltan. Lausanne, 11. Jänner. (Schweiz. Dep.-Ag.) Zwischen : de«. Alliierten- und M Türken ist eine Einigung über die Amnestie erzielt worden. Darnach' werden mit wertigen Ausnahmen alle Personen amnestiert, bie* sich zwischen dem 1. August 1914 und dem 20. November 1922 politrsche und militärische Vergehen zuschulden kommen ließen.. Unter den von den Türken ausgenommenen befinden sich der frühere Sultan und der Großvdsir Damas Ferid Best. Der im Entwurf enthaltene Art'ckel betreffend die MMärbefreiung der NichLmohammedaner werde gestrichen, so daß alle, türkischen Wrgrt ohne Unsirschied der Religion MMchienst zu leisten Wen. Sine LrandkMstrophe in Hilldenburg. Aus HindtznbUr g; 11; h., wird «ns berichtet: Auf der i NHvchrgrube. in Hmstettburg «Moidierte Mttwoch/ ohends .«Kre gan-eMpecke in Br a nd gerset.^ 95 DevglMten wurde . per Ausgang abgeschnitten. Wie 'die Grubenleitnng MteM, ist Pr befürchten, staß s ci m tl'ich«e L'ing'eschlvsienen Bergleute dtzn- Tch ^.Kchrndvn: 'Wen.- .'^,jattaäst4iSsiait^\ ÄLrLi»Ssl^,'.--.lÄL. i * - - «eldmachertM und Raffe. MlanteS Probe anst E^mpek. Ei«« der beliebtesten Lehren der Antisemiten ist bekanntlich die, daß den ArW'das Streben, nur durch chrliche'Arbeit sein Auskommen zu finden, vom Juden unterscheide, der den Mühelosen Gewinn vörtziche' und durch diese Einstellung seines ErwerbsinnS feine sitiWhe Inferiorität 'dMriere. Als einer drr zahllosen Verkünder dieses Axioms feierte der Berlürer Max. Kl ante sein Äbüt in der OeffentlichkÄI. Er bogann als ApostÄ der besaigten Ha-kenkvsuglertvÄsheit, die er in einer RoßschlächteMitnng verfocht. Dähverid aber die anderen Indenhetzer sich damit begmcgerc, chre. Theorie fvucht-- bvmgen'd anSzuschwten, hat Klante sich's Nicht verdrießen . lassen, Äje Probe aufs Exernpol zu machen Und das P 'chnr zum Verhängnis gÄvötÄen. Nach Mszehnmonatiger Untersuchungshaft. die Hm die Schwindsucht zuzog, stand er als Bankrotteur ^vor Gericht und wird mit,.dveijähviger Kerkerhaft seine für einen Vorkämpfer christlicher' Sittlichkeit gewiß an und für sich höchst schmerzhafte Erkenntnis büßen, daß auch die Avier sich, durch' die, Aussicht aus mühelosen Geldgvwirui in hellen Scharen, anlocken .lassen. Wobei staS.Eigenschaftswor. „helle" sich nicht ettva auf,die Intelligenz dieser Schaven zieht. Denn das Tvagrschsste' an ^pem Fall Klante ist sicherlich die P.l n m p Ih e i i des angowäMen Teiäs.. -Mar.lc hat - eine Aktiengesellschüft . zur EryiMng d..-n . Wettge'wi nst'en M- — Mtderennen gsgvünde, .wobei .den Einlegern eine:Hwildende''hon' .60 Prozenttä:-- sprachen wurde. Die. Gevichtssachvmststn^gen meinten, eine solche' Gründung, fei .ein. M'kt HS»cheni' -Zu' gtzvifenidev' Bötorrg. Klante sorgtjedoch daifür, 'daß Vre' raWerigen -HäM, die sich ihm - entgegen streckten,, vorerst etwas airdeves ' zum Greisen Er stAte' mitGeldern^ der Neneinzahl>er den

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