Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1390 (23.12.1922)
- Date
- 1922-12-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mette 4 Wien, Samstag -W tü '*%" hr) vom ein* [L* lachten 33. Dezember 1922 ' H.""",.' Nr. 1390 reitföld&Lander, Wien, II. Kl. rfAl«BhW 43.1-410 lExf»»*««; welches Blatt er selbst redigierte, setzte und kolportierte. Cr ist -rin Mann von u« ßlaublicher Energie. Die Wahl selbst verlief ruhig. Nur als der Abgeordnete Stromski, Redakteur der , natroNaldemokratischen „Rzeczposvolita" seine Stimme Ubgab, erscholl der Ruf: blutige Hayde!". Die Wahl Wosciechowskis. wivd von allen politischen Gruppen gülgeheißen und die riationalde-mokratische Presse bringt für den neuen Präsidenten freundliche Artikel. Der Prozeß gegen den Mörder. Warschau, 22. Dezember. (Tel. der „Wr. Mvrgenztg.") In einer Sitzung des Mnisterrates wurde beschlossen, daß der Mörder NiewiadomSkt nicht'vor ein Standgericht gestellt, sondern dem ordentlichen Gerichte übergeben werden soll. Die Verhandlung gegenNirwiadomski findet am 29. d. statt. PÄWmk. WlÄerMbirnmg der mlAe« Wafferleitmtg m 8er«sÄem. Der Generalsekvc-rär der PcvlästtnvMLgleru.ny veröffentkicht tzre Bela-nntmachimg, daß die Wiedereröffmtng der aus dom Altertum herrührrndon Wasferversorgungsanlage Jerusalems ,Mrkath Schlonroh" geplant fei. Re öffentliche Licherhett. Jerusalem, Dezember. (I. C. B.) Der Lberkvmmsssar von Palästina, Sir Herbert Samuel, hat eine spez'M« Kommission eingesetzt, welche fcie Frage der öffentlichen Sicherheit m PalMna M regeln haben wird. Den Vorsitz in dieser Kommission jühmt Sir Wyudham De«ds. Rundschau. Sie Sitzung des zionistischen Aktionskomitees verschoben. Die auf den 25. und 26. v. nach Berlrrr einbe«' Mene Sitzung des Aktionskomitees ist verschoben worden und wird voraussichtlich Mitte Jänner stattfinden. Der Grund für die Verschiebung liegt in dem Wunsch Dr. Weizmanns, an diestr Sitzung teilzrrnehmen. W-eizmann weilt bekanntlich in Palästina, von wo er Ende Dezember zurückevwarrtet wird. LttLmerikanWe^ßiaaWzjuistei Mr die MMerunn der mntvnndemngsgesche, Aus Rev-dork witd «nS berichtet: He ,autzÄst rigorose Durchführung der' EinwanderunMbeschränkung hat eine merÄvmHige wi r t s ch a f t liche Krise herÄeigefichrk Die dveiprozentiige Quoten welche für die Zulassung von Einwanderern -aus den verschiedenen Staaten maßgebend ist, hat sich als Fehler iss erwiesen. Es stellt sich immer mehr heraus, daß man den Begriff von erwünschten und unerwünschten Einwanderern rn wirtschaftlichem Sinne nicht durch «einen Geneval- ^schlüsjel, durch eine für alle Staaten und Nationen gleichmäßige Quotesestbegen kann. Di« Einlwandeümgsbeschvänkung hatte . nur dann einen wirtschaftlich-politischen Sinn, werm sie'die 'Frage der Arbeitsstände reguliert. Das Prinzip der freien Einwandemng wurde seinerJeit von den Groitzindtrstriallen und den in diesen Industrien beschäftigten Arbeitern bekämpft. Samuel G o m p e r s, der jüdische Führer der Arbeiter- Union, war und ist auch honte noch der schärffte Gegner der Aiwing.schmirkten Einwanderung. Es liegen über bereits Initiativanträge des Fina nzmi nis^ers der Bereinigten Staaten und Gesuche -und Vorschläge der Jndustr ieverbände an den amerikanischen Kongreß vor, - m denen eine Änderung der bestchenden EiMvandeMngsbeschrünkung gefordert wird. Die Zulassung von Einwanderern nach der ÄiLlptozentiHen Quote^hat zur Folge gehabt, daß auS gewissen Ländern Sie Quote sehr rasch arrsgenützt wurde, wahrend sie in anderen Staaten nicht erreicht wurde. Die weitere Folge war, daß Arbeiter von bestimmten Gew'eben und Jnduftrieen, die m dem einen Auswandemrvgslande heimisch sind, in sscößeren Massen kamen, während Arbc-rter aus anderen Industriestaaten. nicht einwanderteu. Es entstand daher trotz 4».t dueiprozentigrn Quote eme Ueberflutnng gewisser JndustxieMitze, während auf anderen Jnduslriogebreterisich ei« irnmer wachsender Mangel an geschulten Arbeitern zeigt. Be- . sonders r«nttfl ist der Anteil der deutschen und der englisch e n Arbeiter an d.r Auswandkrungsbewegnng. Di« Gegner ' einer freieren Auswanderung stellen der Forderung nach einex Milderung der Einwa-nderungsgesetze die B^hauptutzg entgegen, daß aus den nordeuropaischen Ländem die Einwanderung deshalb so schwach sei, weil die AuSwandnungskosten -n tzwtz seien. Die Emwanderungsg'gn^r stellen sich auf den Standpunkt, daß dem Uebelstand nicht durch eine.Milderung der Einwanderungsgesetze, sondern dadurch gesteuert werden solle, daß zur Föüi.rung der Einwanderung von „gewünschten" Elementen der Staat ©W entsprechende Unterstützung ans« Werse. Im Kongreß s-Mk herrscht unter der Majorität keine - Stimmung für eine Mrld-:vung der bestehenden Eintoande-? runKgesetze. Sollte es zu einer neuen Abstimmung u'her die Cinwandnungsfragr kommen, so dürste , die Mehcheit sich eher für eine Verschärfung -der Einwandermigsgesetze, trenn auch für eine durchgreifende Mgelnng der Ekn.waiMMNgtzfra.ge, erklärend Die EiNivaMrungsgegner suchen nach s'mem Mo- . ö«s, welcher die Gesamtzahl der zulässigen Einwarlderer verringert, dafür über di« Qualität der Einwanderer herbenJomtie, Füsilierunr eines Toten. London, 82. Dezember. sDel. der „Wr. Morg^nzeitüng".) „Taily Expreß" veröffentlicht einen Artikel ihres Sonderöcnchterstatters in' Ä t h e n,'.8Ü'tzKnzejWen über die blutigen Ereignisse bei den Hinrichtungen in Athen giöt. Infolge der Unterdrückung jeder Korrespondenz durch die Athener Behörden hat der Berichterstatter seinen Artikel selbst nach London bringen müssen. Er erzählt, daß einer der früheren Mirttster auf dem Wege zum Hinrichtungsplatz an den Folgen einex Herzkrankheit verschieden sei, daß man ihn jedoch gegen Gunaris gestützt und dann.füsiliert habe. Gunaris sei sehr schwach gewesen und habe sich nicht aufrechtrrhatten können. Man verabfolgte ihm ein« Dosis Strychnin, um seine Herzt«ingkert onzuregen urtd ihn auf diese Weise zu stärken. Nach der Hinrichtung warben die Leichen in einem Lastauto cmf einen öffentlichen Friedhof gefahren. Hier wurden sie in sine Grube geworfen. Bier Stunden nach der Hinrichtung wuftxn.die Angehörigen der Exmeister benachrichtigt. Man gab Onen olne halbe'Stunde Zeit, um die" Leichen .zu begraben. Soll!« in dieser halben Strucde das Begräbnis nicht dorgenoMven worden sein, so würden die Leichen in ein Massengrab geworfen-werden. In einem Fall ist es hierzu gekommen, weil das revolutionäre Komitee vergaß, die Witwe eines der ermordet-m Minister zu bemachricht-igen. Mitteilungen um dm PMkum. Maseltow wönscht Ilineu tHe Pinna •Vekel & Wien, Vil., Xatsirstrasse Nr. 57 und entpfiehH ihr reichsor<fer1o* Lager 237 fni» fljHiian i Oestriclft*Jacken,jHwpef, strilmi^e «nd lut UdulUD , # Reforniho*en in allen Farben . fft» ffapvoni Feine Wäsche, Krawetim, moderne ^Tagen, Illl ncircll, Handschuhe, Socken nnd OarfiMdien alles In gediegener Ausführung tu den billigste & Freisen Rosa Grfiiihut Leon Fischer V e rl o b t e - Wien, Dezember 1S22 tta r Sie Sarnatüeilang -? MUMdlsk Bandsad litzeilabrtk li. m. b.l. Wien, tt Ufrtere Augartenslr. 5 — Tel, 45-7*62 «erkautt»len Siliigslei Iiptpulaei , roh und ln allen Medelsrhen SS« ■TEPPICHSa2 Vorhänge PiBsch TiscfedecJsen Warenhaus Koch,.??iLo®^®is wurde bet der Makkabäer- Fder der Zionistischen Lektion Lfopbldstadt ani 21. Dezember!.J. Im Oafi sielchsbok $fn Schneeschuh N r. 37 g«gen Nf* 38*4 Ea vrird gebeten, den $chuh gegen Empfang deaandereii bei der ^dministrstion der „Sff r. Morgcnzeitung“ ^zugeben - SICHERE ENTHAARUNG - OErtTB BABIKRBn ' WALD HEIM D EPTLSffllBf httekf and elnfsobe AnwesLlung «ritfthttertü*®*o»Wileh Ifaldihtlm-ApiDtliehaj Wien, 1„ MmmEßpkorktz. 14 Preis per Plalcon: ln Oesterreich X ü.öoo OhtrlMd —’S" sh ' Arnskur» BO ot». mmmmm Bei Torelnsendosg Lee Betrsgo* Issnko HaH« 1,11 Wisner ZionMches LskaWMse. Mittwoch fterr20."V. fand die Konstrtitierung.des Lokalkomiwes ststtt. Dp^LöiveWrz begritßte ditL erschienen Vertreter der Brzirkssektionen.. Herr Obervechnrmgsrat W e U ne r wurde zum Obmann des Lokalkomitecs und Herr Bmno Rabinowitz zum Obmaim-Siellvertoeter/ gewählt. Mit dem Sekretariat des Lohuiomiters wurde-Herr Dr. Taglicht betm-ut. Dr. Gelber und Dr. Lvivenherz veserierten sodann über die Schekelpropa^an^;■ -ib legten.die auf dir einzelnen Orgamsationen entfallenden .^Kontingente vor. Nach einer längevni Debachß,?an der sich sämtliche Vertreter der BezirksMiönen bMiligten, wurd-m die von den Referenten vorgelegren Mchtlinien, für die SchekelpropaMnda ÄnMockÄen^' '! i? - Sämtliche Zuschriften cm das Lokalkomitee Grd zu adveffieoen: Zionistvsches Lokalkomrtee, 2. Bez., Tuborsträße 20 a. * Zum Skandal der schwedischen Mission in tet SeeMc. Zu der Rede des südischnvi! ionalen Gemcinderates Dr. Pouak M der vorgestrigen Budg-eldebati-e tragen wir heute nach, daß Dr. Pollcck -das Verlangen nach «man Eingreifen des Stadtschulrates gestellt hat. Die Handhabe ilnerzu biete die Sperrung der von der schwsdischen Htesellschaft für „Israel" lbeiriobeuen Nähschule. Slawistik den Professor dieses Faches Dr. Fürst T r ii d e hkoy der. UntervichtSverwaltung an Vorschlag gebracht. Wie nuZ mitgeieilt wird, wird der Gelehrte der Berufung Folge fersten. * Ein geheimnisvoller Fund. In der Nacht zum 13. d. wurde auf der Reichsbrücke ein schwarzer Damvii-DuchmaNtel, eine Emkausstascke mit Inhalt und ein scharf geladener Revo-lver gesunden. G<gen dreivierts'l 1 Uhr früh hattieu Lmte amr Dönanufer Hilserufe ^chört, so daß ein Verbrechen nicht ausgeschlossen erschien. Die Erhebamgen wurden sofort eingoleiter und die gefundenen Kleider als ' Eigmt-um der Olsahrigen TheatevdivLktorsgMin Marie Wilian, gab. Schaudere, iw Mödling wohnhaft, erkannt. Die Frmi hat "zweifellos Selbstmortz begangen. Die gefundene Waffe läßt -darauf schließen, daß sich die Lebensmüde zuerst aus dem Revolver eine Kugol iw den Leib gesagt hat und dann in das Wasser geft-iirst ist. * Steuerabzug von Dienst- (Lohn»)BezLgen im Dezember 1922. Amtlich wirb verlaut'bart: Das vom Natiimalrat am 19. Dezember 1922 böschrosfcne Gesetz betreffend^ -die Lmkmnmensttarerfveihert von MeHnachtsveninnerattonen der?latbciler und AngesteMan -wurde von der Tagesordnung der letzten Bundesratssitzung -a'bgesetzt. Eine weitere Sitzung des Buudesrates im henrigen Jahre ist nicht in Aussicht tzon-ennneu...Da sonach nicht zu erwarten st-cht, daß dieses Gesetz noch Än MH des Monats Dezernber in Kraft tritt, ist der SteiierÄbzug-auch üi diesem Monat in norma>!er Weise und insbLfondrve «Äker Einbeziehung der Weihnachtsremunor a t i o ne n vorzunehmen. * Forderyna nach Aufherung des PreistreiLereigesetzes. Jin don Kveisen der Handelswelt. macht.sich eineMnichmMel Bxwegung^ gögen -das vom wirtschaftlichen Standpunkt Nre-its ühorholte Preistrei-beveigesetz bemerkbar. In der letzten Sihupg E i Handelssektion hes Nicldercsterreichischen Getmrbedewin'rs. MnWe^auch hiefe FM« zur eingche-nden^ErörbM-ng ünd. wfttzde -allMmjn dr-r Zlnsicht Ausdruck gegebsn, daß in einer Zeit' wie letzt, wo bereits so viel Ware vorhanden ist, daß eine: freie K-vn-t-urrmz spielen kann, eine solche gosehlichc Bivdiing, wie es^ das PreiStreiberviaesetz vorstell-t, ein llnsmn ist, und dieses Äöevflüj,ige Gesetz ehestens revschiwi-nden solle. Es wurde' ein Komitee eingofetzt, welches 'das jetzige Preistveöbeve-igefttz einer genauen Revision zu. unterziehen hat. * Die Bekämpfung des Hungers in Karpatho-Rußland. Die Derlmar russische Zeitu-ng „Dm" meldet aus Ungvar:, In einten Blättern' erschienen aus Karpalhorußtaud Mitteilnngeu über eine Hungersnot, wobei darauf hingewiessn svurde, daß sich dort BeGältnisse entwickelten wie im Vorfahre üu. WolgaMbiet. Die Tatsachen «nispr-cchen -atber nicht diese-n Wer-/ triobenen Meldungen. Mir in -einigen, in den Kavvalheu liegenden, wett von jeder Kommu-nikation enttarnten Dorfsrn, wurde ein gewisser Nahvnngsm ittelwau-gel konstatiert. Dank der gutem 'heurigen Kartoffelernte-und der auf «brulcslVr Grundlage durch-- geführten Hilfsaktion ist die Lage wemger kritisch als im Vor- Mve. Die Ursache tx* Lebensmitlelnot liegt darin, daß die Be--/ vöuerUwg sich viel mehr mit Viehzucht als mit Ackepbau-beschäftigt. Wceiter spielt hierbei das Primitive Verfahren in der Landwirtschaft eins, nicht gerrw-e Rolle. Die ungaristhe Reale» r-ung M sich aus politischen Gründen sehr wenig um -di« He-< büng der Landwirlschast und der Kultur tu Kanpathorußla-nd gekümmert. Es war ja für die Budapesi-ör Negiovung aus den rierschi^enft'tzn Gründen cmsen-ahmer mit einem Volk, daS unaebrldet und des Lesens und Schreibens unkundig, zu verbmideln und jedes nationale Bewußtsein konnte hier'viel leichwr unterdrückt, tverden. Der Sturz der magvarisch.cn Herrschaft wurde'düruvt von der armen ra-ndwirtschaftlM-M Vevölkeruttg itt Karpäthörutzl'a'Nd als eine Gvletchteramg" äitMchen. Die Tscheche-Slowakei, die sich dessen bewußt ist,' daß nur durch -He-' bung dsr allgemeinen Kei-ltnr. dem Humer und Elend beizu-. kommen ist, arbeitet in diesem,.Sinne sehr energisch und im- Laufe von zweieinhalb Jahren wurden - in Jarpathorußlan-d 72^ Schulen errichtei, wahrend unter der.mciMrifchen Herrschaft m Jahre 1914 msgcsarnt 81 Schulen auf üiefmn' GÄntt/ vorha>nden waren. * Eine jüdische Kulurlig« kn Amerika.' Auf einer Kon-> ferem der Vertreter der jüdisckM Orgamisationen und Kultur', anstglten in New-Uork würde die Gründung der schon seit Monaten galanten jüdischen .Kultu t li aa beschlossen. Es wurde "ein Kmn'itee 'auS"'81" P^rsonen 'gebMct, an welchem Unter anderen di« Schriftsteller Jehoasch, David Pinski, Dr. A. Schitlovsky, I. Niger. Leo Kotzr^.n teil-' nehmen. <J, C. B.) . '