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Wiener Morgenzeitung · 1922-12-23 · Heft 1390 (23.12.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1390 (23.12.1922)
Date
1922-12-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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MMMMUM 1Me n: Lmn Äbholei» def! Exj^tion,lJ.,Tabc>rstr.I-3, ' oderjheinerVersc)i]fj»sl;^le (Trafik) iRoiiat!;;|£ 28.000 t -7^77. \1 : : , Mit Postvweand für Wien u. Oester*. »i^najO. K ,28.000 e Tsehee b.b-Sluprpkei: Mo». KH. Ungarn :,Mob. K^ßOp.Jug osIa^viisHMoa.; D*när 30. Polens Mon. 1 Mk. 3500. Deutschland: Mon. Mark 800. -piankr.. Belgien: Monatl, Pres. 8 rN■ eb»VhI«ng » s -MH PreiierHSkua^n vcfbahaltea .ti4who-lioniMMi fschech. K; ■$. ktalisn: Monatl. 10 Ijtl R u man i e n, Bulgarin Monatl. 60 Lei hczw, Lew:> Schweiz und das übrigj Ausland monatlich Free. 1 Redaktion n. Administration 'Wien,* 1L, Tab oratr aase 1t—) Telephone: 44t0-38(43-3^ ab 6' Uhr abends 16-301) Tel-Adr,: .MorgeczeiWngl .' ' ■ Wien Oesterreichisches Postsptzr, hassen- Konto Nr. 150.695 ,ZJ.2ejcnBet 1922 3m Sturm. . v.MBM e n. W. Heimber. 1 Deveinsamt stcht das jüdische DE in hem neuen Stovern -er Mtffemitischen Verschwörung.:. Die Parteien des Bürgertums, und des ProlelariatK. sind durch, die. Vet-> wiLdermtg. der lachen Kriegsjahve her moralischen. SÜst . beraubt und fchew teilnahmslos -zu,< .Wie:diL..R«Mm-aller Staaten an dem Judentum' ihre Kräfte übt und die Iugchd einexe^Lert, um. sie dann .. mßt aller.Wucht gegen die impotent gsworde-ne Demokratie führen KU': kün- . nen. Irr .den Iohven vor dem Krieg! zeigten -sich' chch - bei , besonders argen Exzessen im Osten Regungen -einer inl ternaticmalen'Solidarität und koeuM-ens hie 'geistigen! Führer der europäischen Kultur hielten mit ihrem. Urteil - über die Bärbarer nicht zurück. DiegegenMrtM' Zeit ist I aber, wie dies Frichjof Nansen in seiner jüngsten Rede - an der Umhexsität.zu Christianiageistvoll aÜMsührt hat» . 1 ein Rückfall in die- Zeit der Völkerwanderung. Sie' an-- > erkennt nur' die Macht der Zahl, der " brutalen physischen - Gewalt, der^ ImpaktenMajorität.' Sie'. hqt idär Erbarrnkn s und das Mitleid in den Schützengrähey ' verlernt und : vergißt, daß jede. Unterdrückung und Mißhandlung Wehpilo^ sich an der Entwicklung der Allgemeinheit schwer! rächt und daß gute Politik r>n höheren Sinne des Wortes {Mtgeleistet werde»- .tat,' so lange Mnoritäten nach ' ihrem natürlichen Recht rufen müffen..! Die" Machticheressen der Regierirchen sirch in jsdsm!FÄle stärker äts die Rücksicht aufdie Zukunft, der Mensch-- : heit,, ans die' E^ishtrng der Heranwachsenden und der kam-! wenden Jugend. Die wirtschaftlichen mi-d poliüschen Ktisen sdie'sich in allen Ländern zeigen, sind die erste/Konsequenz dieser Einsichtslosigkeit, mit dev die hL^scheNÜen^ Schichten ialle Lehren. des Krieges abtnu. Cs fchriyL-W oh -sie das ipstLitffch^Le^nber^^bilWng s die DWer,- die Künstler, jeder, M si^äMezerchnete,! iwarmfühlende Menschen sind. Aber deriWeghatfie dazu! «Fagen, nur ihre Nächsten, dann ihren Elan,' dann eine : gewisse Schichte ihres Volkes, der' sie 'sich geistig oder Apolitisch verwandt Mlen, zu erblicken, nur-deren Schicksal stich nahegehen zu lassen. Darüber hinaus herrscht Eisesikälte. Der Mord, der am Judentum geplant wird, die!ganze von Fälschungen, Lügen und monströsen Anwürsen strotzende Propaganda tveüt bei diesen Männern nicht Keinmal Interesse. / Sie haben das jüdische Volk und sein« ^Ansprüche auf Freiheit und autonome Siedelung in seinem alten Vaterland anerkannt. Aber sie zeigen nicht das min- 'beste Interesse dafür, in welcher Verfassung das jüdische!Volk vor die ihm erwachsene Aufgabe.gestellt ist und ob ferm psychische Kraft ' nicht.! aufs. schwerste erschüttert ist; noch ehe es mit der Realisiennrg seines Endzieles beginnen, 'kann. Eine große, hochkultivierte Nasion .rüstet sich zur Konzentration auf einem ihr nur seelisch nahen Territorium, dessen Uebernahme in den uatioMlen Besitz ungeheuerliche Ansordevungen au Vermögen, OrganffationSkraft, Idealismus und Wissen stellt. Aber m diesem' Beginnen sieht sie sich meuchlerisch angefaüen, an Leben, Ehre und Existenz-begroht und findet, wenn sie sich um Unterstützurig bewirbt, höchstens ein kühl-höfliches Achselzucken. - Die Not ist ver grausamste Md härteste, ckber auch der beste Lehrmeister. Das jüdische BM ist zu einer «och schwierigeren Arbeit geztvimgen, äls sie ihm selbst unter normale« Umständen der Zionismus und seine Ausführung auftr-- Legt. Es wuß stch gegen eine Welt des zischenden Hasses, der nwvderischösten gHgsten Verachtung wehren und gleichzeitig an den Aufbau seiner naüonalen Zukunst schreiten. Es rkmß alles tun,, was ein Volk zu tun hat, wenn es die Pegrürwung seiner Freiheit durchführen nick sichern soll, und es hat darüber hinaus noch Angriffen, zu begegnen, die . es auf dem . Wege treffe«. Diese doppelte und dreifache Veanspruchüng seiner höchsten seelischen urch. materiellen Energie«, .hatte einen.gefährlichen,. Zustand der Apachi-c erzeugt/ Weite Kreise des.Judentums — nud es sind sehr, wertvolle Elemente.darunter —- stehen der Not ihres Volkes'ungerührt'gegenüber. Aber es ist jedem heute Kar geworden, daß der gsgön uns lySgebrochene Sturm alle ohne Ausnahme ireffen^^ will und daß^^sein Ziel die Der- Lichtung ist, wie immer die einzelmn Angehörigen sich zu den Problemen des Tages stellen. W mußte erst die Völle Jntonsität der Konspiration kommen, um die Lethargie zu' bannen. Die BoxWe, dem« Zeugen wir in de«, jüngsten Lagen rn den' Zentren Mitteleuropas lvareip haben auch dje bisher ündifßMnten-'Kveilei ihrer sWlhe aufgerüttelt unÄ sie'zyr"U'^HMgün^HÄNH,'.^E^Wsche Volk/ nur uüf . sich selbst gestellt - sei, Mr -tmrch die- Einigung auf sein« nationalen Ziele auch diese neueste Krise überwinden tom». Anladung Mer euroMchen Wüte« zu VettragsverhMdlungen. - M WÜerbuud soll interveniere«. Wien, 22. DeziemhLp. Bel den AeLhand-- lrryMst pc^^ct'^ek^^tf(^^cn ^^^mUceö bcä BölkenhundenLeS , fst.MöM'. wstrpe allgernet« der Ueberzeugung gegeben, dM die Aktioy zur flnynMWn "Wkederqufrichtustg OefLepMchß duvch. Mlrvessetdug' den intern natwnalbst Handelsberrehungen ergänzt werden müsse. An HW WßeWe des Kwwitees wird der Äbschluß post Oarrdelsverträgetr ztoifchen Oesterreich ustd itbtm. der Nachfolgestanten «nf Gstyndlstge m S^g l i ch st Ach.rbotA^reien Verkehres empfohlen und mit Bedauern dlkranf histgewiesenr dast die Handelspolitischeu DereinLarungen von Portörose nicht in Kraft gesetzt und von den im Griedensvertrage yegevenen Möglichkeiten nicht in ausgedehnterem Maste Gebrauch gemacht worden fei. Hieran anknüpfend hat die öfterrpichifche Regierung sticht nur die Regierungen aller NachfoLseftaaten, sondern auch die der anderen xUrstpAischest Staaten; mit denen das frühere '/DrsterrerH'^HststdeHvMMgr hatte, -st BertratzsvephandLUUgen eingeladen. Es handelt sich dabei darum, mit den Dtaaten« die bisher überhaupt keine Vertrags mit uns hattest, HanduLssibereinkommen zustande zu bringen, die geltenden Vertrüge aber, infui weit sie unzureichend sind, inhaltsreicher zu gestalten. Lie Regierung hat sich austerdem an den Bölkerbundrat mit deut ErsnMn gewest'»' det, die. Besprechung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Oesterreich und den Nachfolgestaaten auf die Tagesordnung dev nächsten Sitzung des Oesterreichischeir Komiq tees zu setzen. Die Regierung hat diese baUdelsPolrtische Aktion in der Ueberzem gung eingeleitet, -atz ihre rasche Durchfüh» rstng eines der Mittel wäre^ die geeignet sind, die Wirtschaftskrise zu mildern unp vermehrte Arbeitsgelegenheit zu schaffest. London, 22. Dezember.. (Reuter.) Her französische Botschafter Saint-Äulaire und der erste Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amte Sir Est^e Crewech hatten eine Unterredung betreffend die finanzielle Lage -Oesterreichs.; Ü- .">- ■■ L.E--'!■ -/■ f \ : ' -!‘ t i '■ ■. Sechs MvMe» Pfund deutsche Reöarationev. London, 22. Degember. (Tel. dev „Wr. Morgen-- Zeituieg".) Die vor einige« Wochen begonnenen Besprechungen FiviMn d e u t [ ch p tt I n d u st riell e n und der amerikanischen Handelskämmer als Vertreteriu der dortigen Industrie, die allerdings einen durchaus inoffiziellen und informativen Charakter trugen, sollen jetzt eine besonders beachtenswerte Fortsetzung dadurch erfahren haben, daß zwischen Po i ne a r e und gewissen, deutschen Industriellen einge^nde Besprechung«« betreffs Einsetzung -einer aurerrkanWen Nntersuchungskommiffion ftattfmden. „Daily Mall" teilt mit»- daß der deutsche Bankier Dr. Melchior, der einige Zeit in London, weilte, eiE geheimen, 24 Stunden dauernden Besuch in Paris' ahq, gestattet l^.be, wo er mit verschiedenen Persönlichkeiten konferierte, ohne'jedoch bei P o ine a r-e dorgesprochM zu haben. Er -stchr sodann noch Berlin. 1 Der Besuch, der sich auch apf die Besprechung eines neuen deutschen Vorschlages betreffend die Bewertung dev dentsche n Rep arat ion s f chuld bezogt ' hatte keinen Erfolg. Einem Beriäst zufolge M Dr. Melchior die Bezahlung , von einer - Milliarde Pfund Sterling.für! die ganze Reparationsforderung angeboten haben, wähvrnd die Miierten 6,6 Milliarden verlängert. ßi« VgmdmaWM W Triest. Triestz 22. Dezember. An der Stvatzewcke Ponte dellu FaÜbvr und Bür Carduzzi wurde von einer fasziftischen Palrmnlle ein ausgestoßener -Faszist angehalteu. Der Patwuillenführer Jerdi riß dem- Ängehaltemn, namens Bl es sich, das schwarze Hemd herab. B lessich stürzte sich auf'feinen Gegirer und es kam! zu. einer Prügelei. Die Rausestden wurden endlich getrennt. Blessrch zog sich einige Schritte zurück und schleuderte gegen die Patrouille eine Wörnbe, die »nt ungeheurem Gstöse explodierte und vorbeigehende Personen verwundetst. Im ganzen sind 25 Persorren ins Kmnkerchaus gehracht worden. Der Haupt-- nMm . Ma gst i ns und der FleischhLuer. D uf e würde« fchlver verletzt. Jnsolge der Explöfiori find alle Scherben der rmrlwgerrdeü Häniser in Trümmep geangen. Der Täter korysie flüchten ürid. bisher Mh ulcht erstrert werden. Sriechenlsnd lu der kleiam Meute. , Lausanne, 22. Dezember. (Tel. der „Wr. Movgm« zeüung".)' In Korrferanzkre-üsen wird bekannt,, daß anläßlich der Letzten Unterredung des juMs'lawischen Außenministsts Nrnei'e mü Pe.niselos eine grundsätzliche BesttÄG^ug über den Eintritt Griechenlands in . die kleine Entente zustande gekoMn«m sein soll. Nach der Läusanner Konferenz ist 'eine Beratung zwischen .Benesch, Du ca, Ri »eie- und B-e n ise l o r in Delgrad^ - in AuMcht. genömnren, auf der der offizielle - Beschluß der Ä Griechenlands gefaßt werden soll. . Ar SkWschttNL aitlseM. Belgrad, 22. Dezenkber. (Tfchechc^stow. Preßibur.) EnfgeM' 'derÄnkülr-digung erstMt-ör Blaiier über eine . von der Opposition geplant Obstruktion^ ist die gestrig« S'chchEtagtzsi.tzUM' der Skupschtvüa/ der Mllisterpräsi--- dsüt P as-i c M KuMcheu^^ Ukas übepM A uf Lö^u'wg des 'Pa rst^Men t s und die>Vor»cchüch von NtzuSvahlen am 18. März vevlesen hat, ohne -große Erregmr-g. Verläufen. ^Dre'Mxsuche. eiMln^r SlbNedröweter,'- .durchlärmende Zlvischenmfe idve Verlesung .des.- Ukqs' z-u> stören, würdest^ ^-dürch/'E MMchs^GiüjchrMü'heK KräMntelr Dr."LÜ- Ae SuteutEutrolle hl ZWolßudt. . Berlin, 22. Dezember. - Die ^Vqffische Zeitimg" mei i' bet aus München, daiß der KontwÜbejuch der Ententekoni misfiyn in Jntzo'lstadt, der. beim erstenmal dir bekannte ' Vorfälle zur Folge hatü;, sich nunmehr unter tveitg-e^p den Borsichtsrnatznghmen reibüngslos vollzogen,ha Die Note'des Botschastetrates, in. der auf die heutfch ' Sühttearltwvvt Bezug 'genommen, wird, sei m Münche anstlich noch nicht einLetrosftn, so daß die bayrische Regic nmg noch nicht t^zu Stellung, nehmen konnte. Die „Müti -chert-Augsburger Abendzeitung" meint, dazu, .die 'Situa tihxl! werde alß MsstMDML^^Mm.'Wbis au die Hivyr; 'des .Erträglichen gegcmgHn. ^)ie Bestrafung der Bürgen Meister durch die Regierung kommen sticht in.Frage, Oei rechtlichen MoArchkeiten' dazu gelben seien. Emst bk fostdeve EutfchMiguNZ' der haYrisDü Negierung sei unvÄ { enrbar mit dem ktaatsveihtlichen Chavaktex des RsiHes.

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