Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1383 (16.12.1922)
- Date
- 1922-12-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelte S Wien, Samstag Wiettev MoMkzeliüttg. 16. Dezember '1922 Nr. 5383 DK Nachfrage tvar Lei unveränderten Preisen schwächer als an den vorarigegan-gemn Tagen. Sehr leibhast war 'öct Verkehr auf den Fischmarkten. Sowohl Seefische als auch tote Karpfen, Letztere zu 18.000 'bis 23.000 fronen Pro Kilogramm, stehen un Mitt-elpunkt der Kauflust. - Die Preise für Eier uns Butter find etwas zurückgogcmgett. Ei« notierten je nach Qualität von 1600 brs 2200 K. pro Stück. Kochbutter wird uin 45.000 K., Tecbutder um 55.000 bis r4000 K. pro Kilogramm angeboten. Topfen um 18.000 bis 22.0M K. pro Kilogramm wird in großen Mengen angeboten uifS gern gekauft. Die Nachfrage nach Wild hat sehr nachgelassen, während die Nachfrage nach Geflügel teilweise besser ist. Gänse, bt* sonders Fcttgänse, deren Preis zwischen 25.000 und 35.000 K. pro Kilogrerrnm schwankt, toerden mehr beachtet, M«e und Anft. Am de» Theatern. Volüsoper: Keule, unter mulikasisHer Leitung vvu D refcior Felix Weinberper, „D i e 2 ü d i n" Mit Öiaulein ^jlfser-Lar a. ©. in der Titelrolle. 2m Deutschen Vo! kskheater haben die Proben zu Karl Schönherrs neuem Drama ,ß i nachdem dre Sarileller der beiden Rollen Lucie K stich und Anton Edthofer v' W'en erngeirc ffen sind, bereits begonnen. Spielleiter: Friedrich Noseuihal. Die ilrauffütirung ift für Samstag den 23 d. an gesetzt. Der Kartenverkauf für drese Vorsiellung deg.nnt heute. Raimund-Theater: Morgen vormittag«, Punkt 11 Ui)v, bet sehr kleinen Preisen volkstümlicher Vortrag über Johann Neslroy von Dr. Alfred Möller un'er der Mitwirkung i-ex Krrren Willy Thal'.er und Adolf Fröden präzise um 11 Uhr vormittags. L.vrgen nochmNtags „K o f f m a n n 5 Sr- -> ä h 1 u n g e n". moroen abends, Mittwoch und Donnerslag ^.Tarlüffi", „In Ewigkeit Amen", Montag „Gebildete Menschen". — Freitag fp'e>t Eugen Klöpfer zum eisten Male den Dieglsr in dem Schauspiel Suüermanns ..Stein unter Stei n en", oas auch an den Weftnachtsfelertagen zur Darsteüung kommt. Neues Wiener S t a d t l d « a! e r: .Morgen rachmittags, halb 3 Uhr. „Marth a". M.sikch'schr Leit«, g: §apeümeli'.er Friedrich Gruder. — An beiden Weihnactiksteierwgen, halb 3 Uhr. „<D U 6 i e g e r i u“ in der vollständigen Prrmierenbesehung. In der R o l a n d - D ü h n e finde! heute um 7 Uhr im ^wbmen des Gc.stip.stes der W i l n a e r T r u p p e dw Srst- .i'.-.fführung des Schauspiels von Ändmew „Der die Ohr-! » i g e n K r i e g i* statt. Das Stück bleibt die ganze Woche am Ep'elptan. Nur Drenslag geht Scho.em Aleichems „Schwer in fein ein Lud" in Szene. Wvckenipielplan des Burgtheater: Montag. 7 Uhr. „Anna Saunina“, Dienstag. Donnerstag und Freitag (zu erhöh'en Preisen). 7 Uhr, ,2o u i* Ferdinand. Priuzvon Preutz en“ Mrtwoch. weichränkter Kartenverkauf), 7 Uhr „Wilhelm Teil". Samstag, lzu erhöhten Preisen). 7 Uhr. „Es lededasLehen". Wochenfpielvlan des Äkademiethra» t e t: Montag, halb 8 Uhr. „Candida*, D'enslag. halb 3 Uhr. „D i e M ü i i e r", Donnerstag und Freitag (za e hohlen Preisen, zum ersten Mat)e, ha>b 8 Uhr, „D te 8ro« »on nierzig Jahre n", Samstag, halb 8 Uhr, ,D < r Bank der Sabinerinne n". Wochenspielplan der Staatsoper: Morgen. 7 Uhr, „F i d e! t o*. Montag. 6 Uhr. Marg a r e t h e" (Faust). Dienstag. 7 Uhr. „Die Boheme. Mittwoch, halb 7 Uhr. „<D i t 3 tt o i n“ Donnerstag. Hab 7 Uhr, .Carmen", Freitag. 7 Uhr. „Die t v t e 6 i ad t , SrEtag (neu emjiudiery, 7 Uhr. Kanjei und Greiel. Wilnaer Truppe. Dienstag den 19. d. gelangt rm Rahmen einer Sondervorstellung Scholern Alejchrms Konrödie „Schwer zu sein ein Ind gnr Aufführung. Karten sind in der Buchhandlung R. Löwit, 1. Bez.^ Rotent'.rnustratze 22, und an der Theaterkasse zu haben. Rücktritt des Direktors der Albertina. Hoftat Dr. Josef Meder, der langjährige Direktor der Graphischen Sammlung Albertina, tritt am 1. Jänner in drn dauernden Ruhestand. Mit ihm scheidet eine Persönlichkeit aus dem öffentlichen Dienst, die im Kunstleben einen hohen Rang einnahm. Sein bevorzugtes Forfchungsgeblct war die Handzeichnung. Die Liebe und Hingebung, mit der er in der Albertina fern vom Lärm der Wirklichkeit die ihm anvertrautem Schätze betraure r.nd mehrte, wird jedem Besucher der Sammlung in freundlicher Erinnerung sein. Meder legte seine Forschung in einer Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten nieder; vor allem das im Jahre 1919 erschienene umfangreiche Werk Wer die,Hanvzsichnung und ihre Technik" darf als grundlegende Arbeit angesprochen werden, die Meder als Aut-orM ans dem Gebiet der Handzeichnungsforschung weltbekannt machte. Möge nun die Muße des Ruhestandes den hochverdienten Gelehrten zu erhöhtem Schaffen anfeuern und alle jene weitausschauenden wissenschaftlichen Pläne zur Reife bringe^ die dm Nimmeruüiden erfüllen. Kammcrmustkcibend des Gottesmann-Llnarteb's. Dienstag den 19. d. um halb 8 Uhr findet im großen Saale der Urania der sechste Kammermusikabend des Gottesmann-Ouartetts mit Werken von Mozart und Hugo Wolf statt. Mitwirkend: Kammersängerin Gerlrude Forstel. Ein nationalistischer Skandal in der Mailänder Scala, Ärturo Toscanini, der berühmte Dirigent und Komponist. hat infolge einer lärmenden Kundgebung, die die Fas« :/,itcn während einer Aufführung des Verdischen „F-Äslafs" Erstich veransta-lteten, sein Amt als erster Dirigent der Mailänder Scala niedergelegt. Das Orchester halb: auf das stirrnrische Begehren der im .Hause anwesenden Faszisten die -.'iuüonolhymobereits zwebnal gespielt. Als d«e Faszisten da'-.n ab<r die Forderung stellten, daß auch nationalistische Licder zur Wiedergabe gelangten, lehnte der Dirigent mit dem imoriä ab, daß das Orchester darauf nicht vorbereitet sei. Die FaSzisten beantworteten diese sachliche Bemerkung mit einem Höllenlärm, der den Dirigenten veranlaßte, seinen Stab urederzulegen und das Haus zu verlassen. Er erklärte sich auf Zureden später zwar bereit, seinen Platz am Dirigenten« pult wieder oinzunehmen, um die Oper zu Ende zu führen, ober mit dem Hinzusü^n, daß er auf die fernere künstlerisch ' Ti i <:h a n d -esc r S t e 'l l e' v c r z i ch t c. Roland-Bühne «Freie Jö<*. Volkabötme) - Ensemble-Gastspiel der W1I.NAER TRUPPE Heute Samstag-, 16. Dezember 1922, 7 Uhr abends — ®«in L» i*lale Der die Obrf eigen krf eat JA... Schauspiel in 4 Akten von Lconld Andrejew Serichtssaal. Dom Morde ftelgesproche«. Der 26jährige Hilfsarbeiter Joses K'ri z stand gestern ilvegen eines Eifersuchtsmovdes vor den Geschworneru Er ist beschuldigt, seine Geliebte, die 21jährige Margarete I u r s a, in der Nacht des 24. Juni, in der Absicht zu töten, in den Donaukanal g-estoßen zu haben, tvo sie trotz der V-ersuche, ihr Hilfe, zn bringen, wirklich ertrank. Margarete Iursa hatte in der letzten Zeit einen liederlichen LebcnsNxrndel geführt, nachts beim Donaukanal Männerbetanntschaften gesucht mid von solchem Verdienst gelobt. Kriz war darum eifersüchtig, hatte ihr wiederholt wegen ihrer Untreue Borwürfe gemacht und sie auch öfter gezüchtigt. Ten Dorsitz führte Hoftat Dr. Barasch, den Angerlagten verteidigte Dr. Ludwig Finkler. Der Angeklagte, erklärte sich nichtschuldig. Er war Maurergehilfe, dann Munitim^sarbeiter und zuletzt Kohlenträger; ist einige male wegen kleiner Diebstähle vorbestraft. Er schildert sein Liebeövtrhältnis mit der Gretl und behauptet daß er m Wut und eifersüchtige Raserei Wer ihre Untr -ue st: an dem Abend bedroht mrd geschagen, aber nicht ins Wasser gestoßen habe. Das Mädchen war gekränkt und verzweifelt, habe gerufen: „Das überleb' ich nicht!" und stch, trotzdem er sie daran hindern wollte, ins Master gestürzt. Sie habe einen Selbstmord begangen. Helfen konnte er ihr nicht, weil er nicht schwimmen könne und sie gleich untersank. Die Zeugen sagten das G-vgentM aus; wie schon erwähnt, sahen einige, wie Kriz das Mädchen zum Rande des Wasser schleppte und es in den Strom stieß. Die Grschworuen, unter denen sich eine FrM befand, verneinten die auf das Verbrechen des Mordes lautende Hauptftage einstimmig, woraus der Präsident den Freispruch des Angeklagten verkündete. Kriz vevbeugte sich dankend vor den Geschwornen. Er wurde sofort onchastet. Ser Prozeß gegen die Attentäter mf Harde«. Weichardt zwei Jahre, zwei Monate, Grenz vier Jahre, neun Monate Gefängnis. BerNn, 14. Dctzomber. (Tel. der „Wiener MovgenNnümg".) Oberstaatsanwalt Schweitzer führte in seiner Anklagerede aus, daß dor Anschlag auf Horden die vierte Etappe nach den politischen Movdanschlägen auf Erzberger, Scheidemann und Rat Henau sei. UnKveiselhaft bestcht ein innerer Zusammenhang mit den vorangeganenen Attentaten. In Harden wie in Rachenau sollte das Judentum getroffen werden. In Harden wollte man den Schädling des deutschen Volkes beseitigen, der das Vaterland angeblich im Auslande geschädigt hat. Aber genau botvachtet, sei das Attennichts weiteres als ein brutales Geldgeschäft. Jmj mer sei das Leitmotiv: „Erst das Gold, dann die Ware, erst das I Honorar, dann die Tat." Auf anderer Seite heißt es: „Erst die \ Ermordung, dann wird euch Geld gegeben werden." Nach der Tat erhält der Anstifter ein Telegramm: „Geschäft abgejchlosten." In der Wohnung der Täter findet man einen Briefentwurs, der nach grMcktar Tat abgesandt werden sollte und im dem der Lohn gefordert wird. Erstens das Honorar und zweitens die zugesagten Aemter rm bayrischen Staatsdienst. Unztveiftlhast hatten die Angeklagten Hintermänner, mW Grenz weiß genau, wer die Hintermänner sind und kennt einen Teil von ihnen. Der Vertreter des NebenKäigers Harden. RechtsanwE Grünspach, sprach im Sinn« des Oberstaatsauwaltes. Die Movdabsicht zu leugnen, sei dentschvölkisch. Im ganzen handle es sich keineswegs um erne-n politischen Prozeß, sondern um einen gemeinen Kriminalprozeß. Die Verteidiger der Angöklagten versuchten, die Tat mit politischen Motiven zu ^gminden und stellten Harden als einen großen Schädling für das deutsche Volk dar. Vor dem Kriege sei er einer -der größten Kriegshetzer rrnd Annexionisten gewesen. Den Krieg habe er als hoch st es Glückserlebnis betzeichnet und nachher habe er m einer Now-Dorter Zaittlng geschrieben, Deutschland sei für den Krieg verantwortlich, so daß Clamenosaus Organ ,^'homm-e libre" Harden als Zerrgen für die Schlechtigkeit <bc3 deutschen Volkes zitierte. Harden fuhrt« nunmehr Es, er habe 14 Tage anr Rande d-es Grabes gelegen und habe sein« Tätiget vollständig Mlsgeben müssen. Er sei ein schwer kranker Mann. Seiner Ansicht nach habe es kaunl jemals einen Fall gegeben, der klarer liege wie dieser Prozeß. Geldnot hal'everwilderte Menschen dazrr gebracht, einen Menschen töttn zn wollen; jetzt wollten die Angeklagien aber den Glauben euwecken, Vaterlandsliebe habe sie ja dorn Verbrechen gotrietben und der Wrmsch, einen Schädling zu beseitigen. Bis heute se» er entsä)lostrn gewesen, sich um den Prozeß nicht mchr zu ki'mmrorn und za sagen: Das Urteil spricht die Welt! Er haibe aber bunte einen Brief von einem Polit ker von Wellrnf bekolw-- men, in deur es hoißt: Wohin ich im nmtralen Atlskaude ftnun«, Ovomaltine ^nu’ciio dn>v!-:''si, sri-' Ur>"d krirstigt New n iiv.b -'öv'v i ß:CiL, sagt man mir, Deutschland geht zugrunde durch seine Solidarisierung mit den Mördern, tttu das zu verhindern, sei er rwch crnnwl vor Gericht gekommen. Auch in der RcpnbM müste es Rechtssicherheit geben. Eine Verurteilung zu leichter Strafe würde in der Welt den schlimmsten Eindruck machen. Harden verbreitete sich soidanu über di« antisemitischen Tendenzen, die -bei dem Attentat aus ihu ebenfalls eine Rolle gespielt hätten, und verwies daraus, daß er schon vor vierzig Jahren zum Christentum ÄbMgetreten sei. Einstein sei nach Japan gegangen, weil er sich in Deutschland nicht sicher fi'chlte, und der Hamburger Bankier Max Warbnrg cnrs demselben Grmche ans ein Jahr nach Amerika gereist. Er selbst könne kaum noch in die Stadtbahu oder Straßenbahn steigen, er müsse eine Wioderho'lttng des Attentates befürchten. Mit aller Schärfe förderte Harden zum' Schluß die Verurteilung der Attentä er, nicht aus Rache, sondern damit.die politische Atnrosphäre in Deutschlaulv gereinigt werde. Im Schlußwort drückt der Angeklagte Weichardt sein Bedauern über die Tat aus. Er habe die Person Havdens und feme Bedeutung nicht gekannt. Dagegen erklärt Grenz, rr fürchte nicht Tod noch Gofängnisstrafe; hinter chm siche die. Hälfte des deutschen Volkes. Gegen Mttevnacht gaben die Ge schwor neu ihren Wahrspvrch ab. Bei den Angeklagten tvnrde nur die Frage ans Beihilfe zur Körperverlotzrmg bejaht, dagegen die Frage ans versuchten Mord oder Beihilfe dazu vernein Weichavdt wurden auch mildernde Umstände zugobilligt, die Grenz versagt wurden. Daraus zog sich der Gerichtshof Beatu'jtK] über das Strafausmaß zurück. Das Urteil lautete: Weichardt .zwei Jahre, zwei Monats Gefängnis, Grenz vier Jahre, neun Monate. Bei fcciifbcn wurden zwei Monate aus die Untersuchungshaft eingerechnet. Der KomMunksterchroreß in Semlerg. Lemberg, 13. Dezember. (Tel. der „Wr. Morgeuzeibung".) Der gestrige Vechandluugsta-g brachte die einigermaßen mler.- essa.n.te Emvernahnre des mit der Voruntevsuchun>g betvauien Polizeikommissärs Iwano ch, der femerzeit die fontmum[rtfc(;e Gehemrvevsanunluing iim Bereiche der Georgskathedrale überrumpelt hatte. Da?der Zeuge bei einer Reihe von Aelsfagen d;e Anigabe der Quellen unter Hinweis auf das Amitsgcheinnlis Verweigovt, verlangten die Verteidiger, das Gericht ntügc sich an die Vorgesetzte Behörde mit dom Ersuchen wenden, den Zeugen von der Berschwvogenheit zu entbinden. Der Gerichtshof gab diesem Antrag nicht statt. Der Zeuge schilderte hieraus in einer längeren Aussage die Entwicklung der kommunistischen Bewegung m Tstgalizien. Sie datiert seit der Ankunft der Angrklagten Dr. CevLie Grosser und Cichocki. Bollswirt. Sesteochelte Krone Auszahlung Men -.0076 Gentes. --- —.0075 Centimes. Sn Zürich notierte die österreichische Krone... 0.0075 ( 0.0075 cm 14. Dez.) die österr. gestempelte Krone. 0,0076 ( 0.0076 cm 14. ®t,V) die tschechische Krone .... 16.15 (16.20 cm 14. Dez.) die Mark. 0.07«/, ( 0.06’/« am 14 Dc.z>) Agram. . .. 1.50 ( 1.55 am 14 Dez.) Bukarest . ..,. 3.19 (?.20 am 14. Dez.) 6osia »«,»».»».. 3.95 ( 3.95 am 14. De.).' Budapest. .. 0.22*/« ( 0.22*/« am 14. Warschau. ........ 0,03V« ( 0.03*/« am 14. De.) SesterreichW-ungaMe Bank. Die letzte Sitzung des Generalrates. In der gestern unter Vorsitz des Gouverneurs Dvllor S p i tz nt üll e r und m Anwesenheit des Staalskontmisfärs Ministerialrates Dr. Bartsch abgehalderieu Sitzung des Genewlrates der Oesterreichisch-ungarischeu Bank für die österreichische Geschäftsführung gelangte eine Reihe von Vorkehrungen zur Erörtenmg, welche mit der Ueberleitung der Gelschäfte .der Oester, reichtfch-un gariu Bank an die dciunächst ins Leben tretende Nationalbant in Zusammenhang stehen. Im übrigen bildeten Angelegenheiten der lausenden Adnunistvalion den Gegenstand.der Verhandlung. Z-lMt Schlüsse teilte Gouverneur Dr. Spitzntüller mit, d'aß die Sitzung voraussichtlich die letzte des Gerteralrates der Oesterreichisch-uugarischen Geschäftsführung sein werde und knüpfte damn einen Rückblick auf die Tätigkeit des Generalmtes. Dieselbe habe sich unter den denkbar schwierigsten Verhältllissen, für welche es in ver W i r!- fchaftsgeschichte kern Beispiel gebe, abgewickelt. Trotzdem sei es dem Generalrate und der Bantleitung gelungen, den Q r g a n i § m u 3 und den Alpparat des Roteninstitnis vor jeder ernsteren Störung be- )nähren, ihm die. u-'tige innere Festigkeit zu erhalten, gleichzeitig aber die Bedürfnisse des Geldumlaufes selbst in de. Perio>'n überstürzter, ja katastrophaler Geldentweriu-g klagws zu beftiedkgeu. Hiebei li<ß sich der Gei.^ralmt) 't aD"«i v>>n dem Bestreben leiten, soweit es an ihm lag, die Fortfübr^ng der Wirtschaft und spen.kl 'er Produktion sich rzu,..«lei. .Was die staatlich e n A rc s p r Ü ch e h. risst, ft mußten für den Generalrat in letzter Linie die Beschlüsse -des National-« rates, als des zur Feststellung dev Buogets verfaffungsmäßig bernlftnen Faktors und die Maßnahmen der Verantwortlichen Regierungsstellen entscheidend fein, wobei stch abnd.-s Generalrat und die Bankse'iilN'e, der ent-?cn.