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Wiener Morgenzeitung · 1922-09-29 · Heft 1306 (29.9.1922) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1306 (29.9.1922)
Date
1922-09-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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P. 38.1 r n, 29. Eevtember. Nach den vorliegenden Nachrichten aus Gens -ist kaum ein'Zweifel mehr an dein Gelingen der Krchitaktion für Oesterreich nwglich. Frankreich, England und die Tschecho-Slowakei erklären sich . bereit,-, je zwanzig PWenMr'AHexreich.zu gewährenden Anleihe zu übernehmen,Belgien und die Schweiz -sollen geneigt sein, HS px fust^ehst Prozent zu gebesi itijb ba so die Majorität het M Mchilligenden Kredite garantiert erscheint, wird dieAufbristgung des Restes kaum Schwierigkeiten mehr bereiten: Wohl übernehmen die Mächte 'rächt die Kredite selbst, siechescheiden sich vielmehr mit der Rolle - des Garanten.-aber unter'solchen Umständen chird auch . die Suche nach den Geldgebern nicht 'allzu schwer fallen. Jn-Oesterr^ Interesse liegt es',nuttmehr, daß die Äsung Mses Problems ohne weiteren Verzug erfolge, denn dieiNirere wirtsäxlstliche Sitnatihn läßt, wie gerade -die Lohnkämpfe der letzten. Tagezeigen, ein längeres Zuwarten kaum zu. " ' " ^/ ' Die Kreditzusagen werden '.- von einem formellen Garantiebertrog' politischen Charakters begleitet.^ Die Mächte verpflichten sich darin, Oesterreichs Souveränität und Unabhängigkeit zu achten, wogegen Oesterreich seiner Ün Verträgt zu-Saint-Germain übernommenen Verpflich- Mlngen zUnl' -Festhalten an > seiner Politischen Ungbhängigkeit nochmals erneuert.. Damiterscheinen alle Änschlußhoffnungen in Oesterreichs bis cmß weiteres be- Mcchen. -Ueber. die' zu tveffenden - > inneren fmanWlken Maßnahmen, besteht noch keine Klarheit und ihre Richt- Wen sollen jm Einvernehmen -mit .einer.Delegation .W- Völkerbundes in Wen sestgelegt werden. Den rnter- Hanteste-n- Punkt in dem Sanierungsprojekt'bildet jedoch die Fra^/der'; Kontrolle. - ' j . . . , ,r ” : iDlari Jtp^; ,in Oesterreichs mit 'dem. Gchcmtzn .MtWläMWWWMMr.. sein, aber 'den.' $ .V."v'-ri \ des.Wrim Aüae zulande herrschenden haben wechen. Es Wird für Oesterreich keMe leichte sein mch bedeutende Schwierigkeiten bereiten, im gegebenen Moment best AMrgäng zu einer geordneten WirtsMft zu finden.^ Mam Lüt unter günstigere Zeitümftänden M sträflicher Äeicytförtigkeit' darauf- Hsgewirtschaftet, Man ist aus purer Parleidemägvgie 'dem drängendsten Problems dem.'BeauÜenMüu, -Msgewichen,' den der jüdischnationäle Vertreter im Parlament und ' unser Blattuachdrücklichst gefordert habep, und' es wird ein schmerzlicher' Eingriff sein, der. die. Staatsverwaltung heute von der - Hypertrophie eitzes Beamtentums besteien soll, dessen ^ättgkeit sich vielfach geradezu "zu einer Sabotage answachsen Willi Der Sinn für Ordnung im Staatshaushalte, welche allein die Grmstdlage' stir die wirtschaftliche Ordnung bilden.kann, muß erst wieder geweckt weMn, der Glaube an-die Existenzmöglichtott eines selbständigen Oesterreich muß - erst systematisch der ^Gesamtheit^der.Bevölkerung eingermpft werden. Bisher wetteiserten / die Parteien darin, jeden Rest dieses Glaubens.. zu zerstören,, und man sah - keimn anderen Ausweg, 'Äs' den"unter den gegebenen'politischen Umständen unmöglichen. Anschluß > 'an Deutschland zu propagieren, als ob-Oesterreich durch einen Austausch von Kronenin das.Markelend.finanziest saniert werhen könnte.oder der Gefahr einer Entnatronalisreru'ng aüsgesetzt Wäre, die den Anschluß an Deutschland im Lichte einer nationalen Angelegenheit erscheinen' ließe. Es ist das Verdienst des stüheren Bundeskanzlers Schober, den Weg beschritten zu haben-, : der Oesterreich aus der zu gutem Teile sewstgeschaffenen. Isolierung herausgesührt hat, und der innohalten mußte, weil ihm die Parteien in'^den. Rücken sielen. Endlich. ist es dem Bundeskanzler Seipel gelungen, . den . Glauben, an die Existenzfähigkeit eines selbständigen Oesterreich zur erfolgreichen Parole zu erheben. .Daß er sich die' Bestätigung : der Richtigkeit dieses Programms/ bei - den' im Bolkerburch versammelten Vertretern, der ausländischem Mächte holen müßte, ist nicht gerade ein Beweis für die Einsicht und Entschlußkraft der bisherigen österVeichischen Parteienpölitik. Die^Bertteter MH^ im. Völkerbund sind M die Losung des öswrreWscheN: Problems liil!positrpD Singe'nichtnllem äüs'dem' Gtunde heran? getreten, weil'sie der Möglichkeit - politischer Verwicklungen in Mitteleuropa au^weichen wollen, - sondern auch,' weil sieqn'. die EristenMNichkeit' eines Oesterreich. glauben,, in dem gearbeitet sind nach-gesunden Prinzipien gewirtschaftet wird. Mit welchen Augen das Ausland Oesterreich betrachtet, gcht deutlich aus dem W«rgS« Sberaimmt dje A«fleg«aß der Aaleihe. -?ä» MiTioarn Franke» H - werde» svfsrt flksfig ge««cht. // 1;. 28;’ Äptemhüi^.einer L-udomer Meldung des „Telegraph^ gilt es ats sich *v, daß das Bankhaus Ät o r - a n & Csmp. in RewsUorL die Leitung eines Bankenkonsortiums ühermmm^ das die internatisuale Anleihe für Oesterreich zur Zeichnnys anflegen «ird. ’v -; 0eitet wird Mitgetell^ daß eine GnAmL in der Höhe tum 850 Millionen FrgnZen fsfort st isstg gemncht werden fvU . Prinzipielle Schwierigkeiten in her Älnleihefrage find nach der Uebernahme der Ok' rnntie durch die Mächte nicht «ehr Vorhänden. Griechenlsnh mobirisiprL : ' Berlin, 28..September. (TE-Komp.) ' „Urntsd Delegvciph"' meldet'aus Rom:' Die letzten aus/Achen / .emgetroMnen' Telsgrantme lasten erkennen, daßrder von Heer und:Mäste-iUsz-Ämrte Staatsstreich..eine aWüneim Volks-. erhsbang W'r Fortsetzung des Krieges Mett^dir Türkei MM Zrese^M, ■: Gegenwärtig sinh Verharchlungen . mr Gange, ein KLsbrnett der nationalen MrstWutzg .W-Men,' das ■■.auf. die Unstxststtzud der gesamterstMpolkeMnst rechnet.,-Ju ..MWM-Wsh' GolMech.,^MNdw. in 'sich' m Schachst als Freswillige und /Pevlastgen^ Mch' Thrazien 'geschickt zu werdest. KriegsmchischrmKHerVH Wechäfte-Mstg-, keit. Die Eücherufuug der ^hrLsÄasie.st923, die ursPrüuHlich am 24..'. Oktp-er erfolgen Mte, -pmd chschleiuimgt^ Äst- - gesrchts der' in tzanz HchechenlW»! herchchenden. Stmrstmntz ist ein Kabinettdps dve. ZnÄckzieWstg' der ^in Thyag^st stchestM Truppen anochmen sölste, undenkbar. ' . Keural «riA KonsLa«richopkL besetze«. Ro.M,, 28, .Heptember. (Tel,-Kwstp.) Keänal. Pascha erllärte dstst Perirdter des „Cprrieve dDta. Sem", daß be i u e M'a ch 't d e r E r d e. den türkischen Siegeslauf auszuhalstn verüüge.i In Koststa.ntvnvpol' Lrastchch sich' nisnrqstd.'.vor eichm Einmarsch zu fürchten' ustd dst Frecheit der' Nkchch «Mn 'werde.''"vp-st den Tüvken stdestfalls sicherer gewährlersstt als chpn irgend'^ einer iDresii^ten/Mcuht. Nach Ansicht des Körchspondentest stehest 80.00^ Mann, mit großer Siegesböiste beladest, marschbereit, um" nach KonstaMnoPel.'' zu ziehen.- /■ ■ ’fV ' . HWkreich M einig? . ' > London, 28. September. ' (Havas.) Der ftanzösische Botschafter hätte mit Lord Eurzon . Dienstag eine Unterredung, in deren Verlaus festgestellt wurde, daß F r a n kr e i ch n n d E » g l a n h e infgsei e n bezüglich der zum Schatz, der ^Fremoenkökynien in^Konstauttnopel voxgeschlageneU M atz nah men sowie bezüglich' her Mittel, die geeignet seien, die Lösung gegenwärtigen Krise zu shrdern. Gesternhatte der. Botschafter-mst Lord .^urzost keine ZusammeMunst. / '/.".-.'.'."i-.. E«glische Vesorgnrsie. ' .' London, 28.' SeptÄnbiü'. (Wolff.) Die Blätter beur-' Men die Lage 'stst pccheü Osten istsolge des Ausbleilbens der MMschest' Antwovt und' der' DeÄüicklustgen, die-die griechische Revokütkon zur Fdlge Wenkann, als eimst. Die gesttige Mmisterkouferenz, - die bis 8 Ahr abends dauerte, wird heute vonn-ittäHs wieder ausgenommen werden. Nach den „Times" - nimmt die Besorguis aüch in . eanllicheu.. Kreisen zu. Wie man glaubt,, erörterten die hrrstschest Staatsmänner in ihrer gestrigen Konferenz angesichts teS- AüMeOens der Antwort ^Kemals verschüdMe Alternativen, die sich ergeben,Mnten. „Daily Mail" nveistt,' je bänger die türkische Kavallerie in der neutralen Zone bleibe, um so schwieriger werde die '' Lage ^oevden,, , ^- - Mia-Nre.'dvaihtet ^den-, ,^Dä^..Mvs"! zwischen Türkest . und- Briten stattgefunden. Dies - hänge Moch, nur. vom Belieden ^der Antsrsührer ab. Die Lage Vnne'.so nicht Wester bleDen. Ein sofortiges Mkonnneu zwischen Genevcck.Harrington uud -Kernal hchnfs Regostmg i der militärischen Lage bis . zur Konferenz könne die Lage -noch retten. In Konstantinopel nehme die ^Besorgnis zu. Die griechische wnd rumänische Gesandtschaft würden von ■ Menschen belagert/ die die Pässe zur' Mbroise zu erhalten - suchen. Der Berichterstatter des „Daily Chromole" ■vi^tet aus Konstaustnopel, möglichevwesie werde auch der Sultan fliehen. Er. werde vielleicht.abhankest und ' um einen Paß sür. Lle. Schst»H' oder England ersuchen.- - London, 28. September.. Das Reutersche Bureau meldet, daß drei weitere Bataillone Infanterie heute aus Aldershot nach^der Türkei abgegangen sind. London, 28. September, (Wolfs.) Wie aus Konstantinopel gemeldet wirdsindz e h n E i n h e i t e n der e n # lischen Atlantic-Flotte in Konstantinopel emgetroftzeNi MgoflÄWisHe Ansprüche auf Saloniki/ ‘ Belgrad, 28. September. (Tel.-Komp.) Der Schwer-■ i Punkt der Entscheidung auf dem Balkan scheint sich nach : Belgrad zu verschieben. Die gestrigen Zeitmrgen vermerken j in ausfallendem Druck die am gestrigen Tage.stattgefundene.! Audienz des Chefs .des Generälstabes General! P e s i c beim König, M aus London kürzlichzurückgekehrt i ist. Sämtlich; Führer 'der parlamentarischen Parteien waren beim stellveptrestndest Ministerpräsidenten und berieten mit,ihm. dihMste.'' Der an der Beratung tell- - stehyiende. FmanHstinister. hat die Genehmigung a u ß e rorden11ichest.Hr-Ldrpe verlangt, die in der nächsten Zeit" in - Ansimch gestommm werden sollen.. Ditz ^Blätter, sprechen offen von der Möglichkeit einer südslawischen BaaaBgKBBCTgae. Berichte des.eyMsWn'WsäMsstststtJsekretärs für' Hqn-. tz^l'sn-.Wsi-Mtzox,! irr. welchemÄ heißt, die letzten W" Jähte' hatten' den Nachweis.' erbrächt^ daß dieser - Test Europas ein sistastzielles Handelszentrmn brauche^ mch^ dstß keine atM^'StM insiseserHinsicht den Platz HieM evustHmest' Hnste.. '.Die.Macht : früheren BWhüngen, siie güten MrbrstdMgen'WseM und seine zesttrale Lage hätten üchtt anderen stmstästdey dazu,,beigetraM,:dex. Stadt ihre Stellungen, erhalten, AlW?Zlcht ,miMr her Umständ, daß das. zersplitterte Hohiet Mitelelttwpas '^ eines wirtschafjWen' Zentrums - bedürfe. Diese Mo mente : hätten sich stärker' erwiesen. als' nationale Antipathien und selbst als die valutarischen Hemmungen. In derÄat ist rmzwMbatz; .das Problem Oeste^^H) hauptsächlich eist Problem; Wen, und es wird die Hätlptaufgabe der österreichischen Pplitik hiwen Müssest, dHe Stellüng Meus.'üngeschmä- ■ lM.zn, erhalten. 'DMü/Wir!) es freilich nöttg sein, auch i dtzsi. P^rtikularismusHer. Lärtder/ zu bekämpfen und!'E<M^./elyMli^)Häatshdl:tik. zu machen. Für eine : der nättpichM.Mnküne und der Parteidema- ^:gMe'P- Ai.genWsirM,m 'Oesterreich kein Raum. Ob das gegenwärtige - Völkshaus ' ustd die von Hm eingesetzte Pegierung mitihrem großdeirtsckeu Einschlag ryren künftigen AirsgabenOvächsen'fehl können, ist eine Frage,', die .in nicht allzu, ferner . Zeit eine kategorisite Beantwortu.NL erhalten'Mllssen wird. M ■A« Mf § ..... da I

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