Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1299 (21.9.1922)
- Date
- 1922-09-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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i —- - Me«. DLMerstas Jubiläumsausstellung der Wiener Bauhütte. In den Räumen,-des Kiinftlerhäuses ift &ttr ^cit aus Anlaß des ÜOjahvigLn Bestandes der ArchitektenpeveiHgung Wiener Bau«?ütte -eine interessante ''KtSstellür^- .tzeranWlet, die am 10. d. « Anwesenheit des BundeSprästdMLn Dr. Michael Hämisch .rösfnet svurde und eine außerordenÄch große Anzahl archi- «ktonischer Aufnahmen und Entwürfe, enthält, . ' Frau Jeritza wirdvor ihrer Abv^ise nach Amerika in der Z^atSoper im ganzen an zehn Abenden aitftrdm In der natgigen „Tosca"-Borstellung singt.Iran. Jeritza die Haupt« tartie in italienischer Sprache. Inzwischen werden die Proben .um „Nasenkavalier" mit Marie Jeritza als Okiavian fort- «setzt.! Max Reinhardt — Direktor des JofefstSdter«Theaters. Die mündlichen DechaMüngen zwischen "Professor Max Rain- >ardt und den neuen Besitzern^ des ZHeajers in der Josefftadt «nd so weit gediehen, daß deren Mstttche Niederlegung nur' mehr eine Formalität ist. Reinhardt Wird demnach spätestens ,b 1. Juni 1923, Direktor des Theaters in der Josefftadt. OaS Ha>us wird vollständig umgedaut und-renoviert, die Bühne mt den modernsten Errungenschaften versehen. Die Neuadap« ierungen werden über fünf Milliardenkosten, hievon entfallen «lf die Bühne allem Wer eine Milliarde/ k Die Königin von Holland bei einer „Dibbuk"-Borst«llURg. luS 'Amsterdam wird berichtet: Die Wilnaer Wische Theater« ruppe, die jetzt auf ihrer Reise nach Amerika 7m den holländischen Städten Amsterdam, Haag und Rotier am nehrere Gastvorstellungen absolvierte, Hai überall große Er- 'blge gehabt, und sämtliche holländischen Blätter schreiben nit größter Anerkennung über die Vorführung, des „D i b b u k" md „Jekel der Schmied" sowie der anderen Stücke des mSerlesenan Repertoires. Bei der. Borstellüng des „DiSbuk" var auch die Königin von Holland mit Gefolge mwesend und gab ihrer Äebervaschung über, das, hohe Niveau üeftr Wischen Vorstellung Ausdruck. Die Wilnaer Gesellschaft Mt auch in Antwerpen einige Abende, gegeben und setzt jetzt hve Reise über England, wo sie gleichfalls gastieren wird, rach Amerika fort. . . Johannes Messchaert, einer der berühmtesten Bassisten rnd Konzertsänger, ist in Zürich, wo er als Professor, am Konservatorium wirkt«, im Alter von - 64 > Jahren gestorben. Ein jüdisches Theater in Kanada. In Toronto vurde die unter den: Namen Tran o a rd Theatre bekundete jüdische Spielbühne in Anwksenheit des Bürgerneisters und vieler Rcraleln feierlich ersstnet. Dies ist daß 'rste Theater in Kanada, za$ der Pflege des jüdischen Dramas ^.'widmet ist. Gerichtssaal. Rur Fre«de LArmr« Lie Meiderpreise dez^hle« In eiM Bernsungsverhandlung vor dem Zrv'ilandestzericht wurde außer Streit gestellt, daß die derzeitigen Preise für Herren- und Damenkleider, die vielfach schon die acht« wellige Ziffer 10 Millionen Kronen und darüber — ».rreicht haben — nur mehr von Fre lüden bezahlt werden können. Die protokollierte Firma Heinrich Grünbaum, 1. Bez., Graben 26, . hatte das anstoßende Geschäftslokal der Modistin Frida Eoßmann, verehelichte Springer, wegen dringenden Eigenbedarfes gekündigt, weil die Firina, die 60o Arbeiter und Angestellte, beschäftige, doppelt so viel als die größten Firmen der gleichen. Branche, das ganze Haus für sich brauche und die Parterreräume zur Vermehrung der Zahl ihrer Schaufenster benötige. Das Haus besitze drei Fronten •— Graben, JungserUgasse, Am Peter — und die Modistin könne mit den ihr angebotenen Parterreräumen der Front Am Peter das Auslangen finden. Die Geklagate erwiderte, sie habe als Modistin das größte Interesse daran, ihre Hüte und Modelle aus dem belebten Graben zur Ausstellung zu bringenwährend die klägerische Firma gerade als die größte Firma der BeUeidungsbranche Parterrelokale und Schaufenster überhaupt nicht benötige, da sie auch ohne diese hinlänglich bekannt sei. Das Bezirksgericht, Innere-Stadt erklärte die Kündigung fiir unwirksam, weil andere große Firmen desselben Geschäftszweiges in Wien ihre Geschäftsräume überhaupt nicht zu ebener Erde haben und manche sogar keine ebenerdig gelegenen Schaufenster Besitzen. Di« Zahl der von der klagenden Firma beschäftigten Angestellten und Arbeiter komme für die Beurteilung dieser Frage nicht in Betracht. In der Berufungsverhandlung vor dem Zivillandesgericht unter Vorsitz des Hofrates Dr. Fanta wies der Berufungsvertreter Dr. Alfred Strasser darauf hm, daß die klägerische Firina eine stattliche Grabenfront und eine größere Anzahl von Schaufenstern auf dem 'Graben mit Rücksicht Ms die Ausländer benötigt, die hie ausgestellten Toiletten und Modelle sehen müssen, denn die MMonenPreift, für solche Kleider können nur mehr vo n F r e m de n bezahlt w er de n. Der Geklagtenvertreter Dr. Rudolf. Bienenfeld gab zu, daß die Preise nur'von Fremden bezahlt werden können, wie e8 ja bekannt sei, daß Oesterreich auf diese Weise vom valutakräftigen Ausland ausverkauft wird. Aber das Gericht, könne nicht die Hand dazu.bieten, den Ausverkauf. Oesterreichs durch die Fremden zu fördern, und jejue Geschäftslokalkündigung nur zur-Bergrößung der Reklame durch Vermehrung der Schaufenster gutzuheißenj Vennehrung der Schaufenster sei überhaupt kein Eigenbedarf. Der Berufungssenat gab der Berufung keine Folg^ Und bestätigte dar erstrichterliche Urteil. Löienir MorWMmrj», - 21. September- 1922 eene 7 Volkswirt. Gestempelte Krone « —.00'/, Centime» Auszahlung Wien « —.00^ Lentime-. Ln ZSrich notierte die österreichische Kronr. . . r-.oo»/. (—.00»/. am IS. Sept.) die Ssterr. gestempelte Krone. —l—.oov» am lS. 6ept.) die rjckeckische Krone .... 1S.S0 ' (17.40 am 19. Sept.l die Mark, . ....... -.36*/, l0.S7V« am lS. Sepl.) A-r«n ... ... 1.75 ( 1.75 am iS. Eept.) Sofia .. ..... . . . 3.05 l 8.20 am 1». Sepl.) Budapest ......... 0.22 i0.»1 am IS. Sept.) Warschau. . . . . . . . 0.07 (0.07V, m iS. Sepl.), Dalutenknrse. Die österreichischen Zahlungsmittel verharren in Zürich unverändert auf dem Stande von 0.00'/. (für die Auszahlung) und 0.03% (für die gestempelte Krane). Die Reichsmark hat sich in Zürich zwar etwas gesenkt, von 0.37% aufI.36%. doch trat trotzdem eine Entspannung aus dem Berliner^DMrn. markte ein, im Amblick auf die Ergebnisse der Londoner Reis« des ReichsdankvrSfidenten. Die tschechische Krone ist nach langer Zeit zum ersten Male »ieder un'er 17 gesunken. 3m Zusammenhang« damit besserte sich die österreichische Krone in P r ä a und ermäßigte sich die ttchetuschr Krone^in Wien auf 8109.50. Auch alle anderen fremden Zahlungsmittel waren in Wien rückgängig. Nachstehend die offiziellen Notierungen: Veröffentlichung der Devisenzentrale vom 20. Soptember 1922. »eviscn (Schecks und AusliM. - »»hlungen); . us Amsterdam k. I holl. Gulden . 4 Aeram l ju*. Kronen . . .5 •elerad 1 Dinar ...... 6 Benin 1 deutsche Reichsmark . 7 BrllsMl 1 belgische Francs . . 4*f. Budapest 1 ungarische Kronen . n. Bukarest 1 Lei . . . . . . S - lthrlstlsnla l norveg. Kronen . I Kepenhagen I dlnische Ktonor 5 Lenden I Pfund Sterling ... 5 Madrid I Pesetas . . . . . . 51/. Mailand 1 Lire. . 6 New York I Dollar . . . . ■; . ,4 Paris 1 Francs.5 Prag 1 tscheeho-slow. Kronen . 5 Sofia 1 Lewa . . 8'/, Steekbolsn 1 schv/edischeKronor . 4'f. Warschau 1 polnische Mark . . 7 Zürich I schweizerische Francs . 3 Geld Kursv.l8-'September Ware Seid Wirt 289C0.- 2900».- 28975.— 29375:- 2<0.75 241.25 251.75/ 252.25. 963.-t' 965.- 1007.- 1009.- 51*85 52.15 - 51.11 y 51.40 5314.- 5376.* 5344.- 5346.- 29.45 29.55 . 30.45 , 30.55 12685.*- 12715!- 12435! - 12465.'- 15465.- 15515.- 15835.- 15865.- 330300.-330900.-331200.-331800.- 11285»— UNS.- 11310.- 11349.- 3126.- 3134.- , 3121.- 3129— 74700— 74850— 75(25— 75125— 5879— 5891.- 5644— 5656— 2309.56 2315*50 2447— 2433— 429.5» 430.5» 444.5» 415.53 19555.,- 19695.— 19730.-- 19820— 10.29 10,30 10.95 11.05 13935.- 14965.- 13985— 14015— Noten Amerlkan. Noten t. 5 Dollar aufw. , ■ kleinere . . . Belgische Noten .100 Francs . . Bulgarisch« Noten su 1000 Leva . " * . s. , ^00 . » » . kleinere. . . Dänische Noten 100 Kroiier > . Deutsche Noten *u 1000 Mark; . - . , . kleinere. - . Engt. Naten von 3 Livrest. auiw. , kleinere. . . . . . FrannSslsche Noten 100 Francs * Hol> iindlsehe Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aulw. , kleinere . . . lugosl. Noten nngest. zu JOOO Dinar H » » » 1^0 r , » » kleinere . . Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische .Noten v. 500 Mark au(w. , , - kleinere .... Kumänlseh« Noten zu 1000 u. 500Lei , « kleinere . . . Nuss. Noten Nomen.) zu 500 Nudel . .. , . iw . , , ., kleinere . . Schwedische Noten IOC Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs Spanische Noten 100 Pesetas . . Tseheeho-slow. Not. v. 1003 aufw. , kleinerte . . Wngsr. Noten (nfeue Ein.i zu 1000 Kr. , zu 10.001 Kr. . . . , . kleinere. 74325— 74625—*. 74700— 7508V— 74225— 74525.745C0— 74988— 5305— 5335— 5281— 5315— 398— 422. .488,— 412— —.V 37$!-^ 332.- 388— 392— 15320. — 15332. - 15645. - 15705— :,52. - 33— 51.25 52.25 3293'jv!- 33030’!- 330700. - 33170».«. 32960'— 335600. - 330500. - 33155».- 5820.^- 5630— 5585— 5615.- 28750— ,28957— 28825— 29025— 3092.5»/ 3107.30 3087.50 3102.50 3072.50 3u87.53 3067.50 3082.50 953. - 957— 996— 1000— 915.- m. - flag! - 1 i 'g 12145.— 12505— 1227 i. - 12330.- <1.91 lf.23 10.73 11.03 9.R3 10.15 10.68 10.98 449. — 4SI— 458— 461— 429. - 431.- 439— 441— 19435— 19515— 19369—. 19S40— 1385)— 13910— 13890— 13950— imO— >1189— IHN— 1123«.- 2293— 2365— 2430.- 2446— 229».- 2300— 2425— 2435— 29.20 29.40 39.49 3^.60 23. - 29.2 ) 30!r0 30.40 Die Ausfichten der 52ü Millionen iNvldkronen-Unreihe. (Bon einem Finanzpolitiken.) Die Reise des Bundeskanzlers nach Genf an dem Tage, an dem der Beschluß des Finanzkomitees des Völkerbundes bekanntgegeben wurde, für eine 520 Millionen Goldkronen-Anleihe zugunsten. Oesterreichs einzutreten, läßt keinen Zweifel Darüber zu, daß die Anleihefrage in ein entscheidendes Stadium getreten ist. Man wird sich wohl kaum dem Vorwurf des Kreditdesaitismus anssetzen, wenn man feststellt, daß die Höhe' des vom Finanzkomitee genannten Anleihebetrages unsere Hoffnungen eigentlich übertroffen hat.. Daß 520 Millionen Goldkronen als möglicher Änleihebetrag nur in Erwägung gezogen wird, darf gewiß als ein Fortschritt bezeichnet werden- und gewiß sind in der noch so optimistisch gestimmten Oeffentlichkeit noch vor wenigen Tagen kaum so kühne Kreditträume gehegt worden. Man braucht nur die ge- > Münte Summe nach dem derzeitigen Kurse in Papierktonen rttnzürechnen — unter Zugrundelegung eines Kurses von 14.000 K. sind es rund 7,26 Billionen Papierkronen —, um zu erkennen, daß wir damit tatsächlich jene Atempause er- . langen -würden, deren wir bedürfen, um unsere Währung mindestens fiir zwei Jahre intakt zu erhalten und das Defizit unserer Zahlungsbilanz, das auf 500 Millionen Goldkronen geschätzt wird, auszngleichen. Wenn man dagegen einwendet, daß zwei Jahre ein zu kurzer Zeitraum sind, um unsere Wirfichast umzustellen und „aktiv" zu gestaltenso heißt das ufeAose Forderungen ergeben und sich dem Wähnst hingeben, als oh die änderen uNS ewig äpshaktstn könnstn.' Mr auf dem Äodstn. dev WirAichkett stehtz --wirdnicht überseWtt, tzäß.e§ bisher um jev<^» Kreditvörschüß die heißesten Kämpfe gegeben hat, uiid man müßte, statt das Projekt des Finanzkomitees hembzusetzen, es voy und ganz anerkennen. In den drei Jahren des Bestandes der Re- . publik haben wir es schließlich i doch erst auf 1,5 Billionen Papierkronen gebracht — die 520 Millionen Goldkronen- Anleihe, die 7,26 Billionen repräsentiert, würde aber eine solche Wirkung auf die Wechselkurse habendaß es faktisch nicht zu einer RoteNProduktton in 'jener Höhe kommen könnte. Aber'gerade -er Untstand, daß die Hand der Finanzmachte bisher nur so schwer sich öffnen konnte, sollte verhindern, daß die Feststellung des Finarizkomitees, ' was Oesterreich zu seiner Sanierung brauche, schon als Beschluß der Bötterbundversammlung angesehen werde, und auch, woran zu' zweifeln vorläufig kein Grund vorhanden ist. wenn das Plenum sich die Vorschläge zu eigen macht und die „Krebitempfehlung" an die Finanzmächte richtet, wäre es verfehlt, eine solche Empfehlung mit der Anleihe selbst zu MntWeren. Auch nachdem die Garanten gefunden sein werden — Italien, die Tschecho-Slowakei und die Schweiz dürften wohl nur Teilbeträge übernehmen — s» hangt doch alles zuletzt von den privaten Finanzkonsortieu ab, die ihre Bedingungen stellen weiden, Bedingungen 'finanzieller, somit ganz, anderer Natur Äs die Politischen Bedingungen, deren Anwhme durch Oesterreich der Völkerbund als Voraussetzung seiner Kreditempfehlung erklären dürfte. Die techuischm Modalitäten der Anleihe würden aber jedenfalls viel Zeit in Anspmch nehmen, so daß unter allen Umstanden Oesterreich die Pflicht-obliegt, sich vorläufig so ernzurichten, als ob die Kredite in absehbarer Zeit nicht einlangen köünten. In dieser Hinsicht sollten wir schon dadurch gewitzigt sein, daß längst fällige Krediworschüsse, wie die italienischen und die zweite Rate der französischen, den Weg zu uns noch immer nicht gesunden haben. Der österreichische Kaufman«st«z. Gegen die Devisenordnung. Die Vorstände der kauftnänirischen Gremien und Gö». nossenschaften aller Bundesländer Oesterreichs traten vorgestern in: Festsaale des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft unter dem Vorsitz des Präsidenten Kornel Spitzer zu einer Tagung zusammen, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen die das gesamte Wirtschaftsleben schwer bedrückende Devisenordnung gestaltete. In eingehenden Referaten berichteten Präsident Körne! Spitzer und erster Sekretär Dr. Rudolf Brichta über die durch die neue Devisenordnung entstandene geschäftliche und wirtschaftliche Situation \ Präsident Kornel S pitz'er führte aus, daß alle jene Befürchtungen, die von.der Kaufinannschaft gelegentlich der Erlassung der Devisenordnung schon geäußert wurden, nicht nur eifigetröffen, sondern wesentlich übevbotstn worden sind. Die Devisenbawirtschäftung, wie sie gegenwärtig besteht, führe zur V erniögenßflucht nach dem Auslande, zur. Verödung des /Wiener Handels und zur Etablierung eines großen, völlig unkontWllierbaven Schleichhandels und verhindere eine Deckmäßige Pevwerchung des Dstdisenmaterials, das' naturgemäß"mcht zum Markte herangezogen,, sondern vielmehr verscheucht wild. Der erste Sekretär des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft Dr. Rudolf Prichta benrerkte, daß die Devisenord ilttttg bereits auch den Privatkredit zu untergraben beginne,-sie hindert den Kaufmann, seine Schulden im Ausland.zu zahlen und stempelt ihn so gegenüber dem Auslande ziun - unanstäudigen Menschen. (Zustimmungsrufs und Ruft: Das Ausland entzieht uns den bisher eingeräumten Kredit und fordert sofortige Kasse!) Neben dem Schleichhandel, der sich durch die famose Devisenordnung im. großen Stile etabliereift konnte, wurde aüch eiw A b ' strömen der Dstviftn an/andere Börsen bewirkt. Tie drohende EinMlüüg großer industrieller Betriebe und Handelshäuser Nrch die Unmöglichkeit der Wärenbeschaffting und die dadurch bedingte Entlastung von Angestellten und Arbeitern habe die Anhänger der zentralen Bewirtschastit ng' endlich zur Besinnung gebracht. Wenn Genf Oesterreich in eM günstigere Situation gebracht habe, dann dürft man ll ohl'hoffen, baß Äeft Devisenordnuyg doch baio der Bergangenheit.angehören werde. (Lebhafte Zustimmung. und Beifall.) An diese. 'beiden Referate knüpfte, sich eine sehr lebhafte Debatte, m der'die Delegierten aus den Bwndesländeru hervöchobendaß die Schädigungen Wiens durch die Dedrsencrdnuüg in den Ländern noch dadurch übertroffen werden, daß schon die manipulative Abwicklung sich auf Wochen erstrecke und kein Kaufmann heute wisse, wie ' viel die Ware koste, die er im Betrieb habe, Es wurde schließlich eine Resolution einstimmig angenpmmen, in der die unverzügliche Behebung der gegenwärtig'en Devisenbewirtschaftung verlangt wird, die sich nicht nur afft vollkommen zweckwidrig, sondern als im höchsten Grade g estach r l i ch sowohl für die Versorgung der Bevölkerung wie für die Anftecherhaltung des Ertverbslebens erwiesen habe und der Forderung nach Aenderiuig der Devisenbewirtschaftung 'in eine entsprechende >Devisen/ kontrolle AuMruck.gMbeu wird. Die Versammlung beschloß weiter, in der Mitte d.'v; nächsten MotzütZ > zttnft konstituierenden Berbandötagc dcä . Hanptverb.a»deä/HM.österreichischen Kaufmannschaft, dem sämtliche Landesvtt?bande bereits beigetreten find, in Wien! zusamMeuzutreteu-' 116,16 WJeh.v! . Lothrlngemtr. rr. Tel. interutban 58 2 <: > VAPI«ffiHtJB und aller An fi x 7> o r t nach allen Ländern mit Aiufuhrbewill'wn*!