Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1242 (16.7.1922)
- Date
- 1922-07-16
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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<ÖRT5 TO ".1. DVNMÜg Hau ptmte rege konzentriert M gegenwärtig auf Rumän- oder Bulgarin ms, in welchen ein .lebhaftes Geschäft nach Deutschland zn verzeichnen ist. Prompter Mais erzielte 6.70 bis 7 Lei Wien.-In inländischem Getreide ist wenig Verkehr, daS Produkt derworjährigey, Ernte scheint bereits. vollkommen seitens des Konsums ausgenommen zü'sein und neue Ware ist noch nicht greifbar. Hafer zog bis 1400 K. im Preise an. Mehle batten wieder lebhaftes Geschäft, Pester Marken erzielten 1o5 uno».K., je nach Qualität. Prövinzmarken waren etwas brlltger ausgeboten. Oesterreichisches Backmehl wurde mit 2150 K. bewertet. In Heu neuer Ernte sind genügende Zui yUge. die^u 550 bis 575 K. ausgenommen werden, Stroh wird allmMrch knapp und erzielte gestern bis 220 K. Die Devisenkurse, In Zur i ch sind gestern die ö st erreich ischen Zahlungsmittel unverändert geblieben gestempelte Krone 0.1)8/Auszahlung Wien 0.01,75. Dagegen ist. die M a r k von 1.11 auf 1.16, die tschechische Krone von 11 qus 11.75 gestiegen. In Berlin haben sich die fremden Zahlungsmittel etwasermäßigt. Dollar 438.45 gegen 456.92 tagsvorher. IU.Wiest unterblieben tvegen des Ausfalles des Börsenverkehres Äe offiziellen Notierungen. Im Verkehr von Bureau zu Bureäu wurden etwas niedrigere Kursfchätzungen gegenüber den Notierungen vom Freitag genannt. Der Geldverkehr in Rußland Moskau, 16. Juli. (Funkspruch.) Der oberste Bolkswirtschaftsrat hat beschlossen, den Kauf und Verkauf. von edlen Metallen von einerbesonderen Bewilligung der Regierung abhängig zu machen. Auch der Einkauf voU fremden Valuten oct Privaten ist v e r b oten. Die Annahme von fremden Valuten als Bezahlung für Waren ist nur dann gestattet, falls die fremden Valuten auf laufende Rechnung der Reichsbank erlegt werden. Güterverkehr mit Jugoslawien. Ueber Ersuchen des Betviebsinspektorats der jugoslawischen Staatsbabn in Laibach mußte mit sofortiger Wirksamkeit bis auf weneves die Annahme aller Eil- und FraKttzütwagenladungen nach Stationen der nachfolgenden Strecken-: ein gestellt werden, und zwar: Zesenüce—Podprdo, ' J-eftmee—Ljubljana—Karlovac, Zagreb «DtaQtsbhf.—Karlovac,- Cäprag-^-Glina—Karlovac, Gyekenycs— Zagreb Staatsbhf., Dalj-^Qsijek—Krizevci, Klostor-Koprivnica, Novska—Dugo—Selo. und Sissak—Vinkovce. Zugelassen sipd Kohle,, Regie- und Staatsgütersentzungen aus Deutschland auf Rechnung des ReparatwnHkontos, Sendungen an den königlichen Hof und die köniMche Akademie in Belgrad, ferner Lokomotiven und Eisenbahnwagen, die aus der Ausbesserung rückkehren; bereits -übernommene undrollende Sendungen laufen aus. Die bereits Verlautbarten Sperren betreffend Sendungen kür Zagreb Sraatsb.Ort und Uebergang, fotoic Sissaa Crt und Uebergang, ferner., für den Uebergang Bubujarcr blerben ^iter aufrecht. »WSerschuldun- Englands an Shnerika. London, 15. JrE(Funkspruch.) Sir Robert Horn e erklärte, daß die Verschuldung Englands an.die. Vereinigten Staaten nach dem gegenwärtigen Wechselkurse. 9,3 8 Millionen Pfund Sterling betrage. Der Katalog der Wiener, Herbstmesse. Diejenigen Aussteller, die sich bis jetzt für den Katalog der Herbstmesse noch nicht angemeldet hoben, werdem aufgefordert, ihre Anmeldnngen bei der Katalogstelle.der' Wiener Messe A.-G., Wien, 7. Bez:, Museumsstraße 1, Parterre, sofort nachzütragen, da die Arbeiten für den Katalog.der Herbstmesse 1922 unmittelbar vor. dem Abschlüsse - stehen. , Ausfuhr von Luxuswaren nach Brasilien. Die Wiener Kammer sür Handel, Gewerbe und Industrie teilt mit, daß das hiesige brasilianische .Konsulat, 6. Bcz., Gumpendorferstraße 9, sich in überaus dankenswerter Weise bereit erklärte, für die Bekanntmachung der hiesigen Luxuswarenindustrie in Brasilien in einer sicheres Erfolg versprechenden Weise.tatkräftigst' Sorge zu tragen./Die>. einschlägigen Firmen werden hiermit eingeladen, derst 'obgenannten Konsularamte ehestens Kataloge und Preisliste zur.weiteren 'Veranlassung zusenden zu tvoüen. Zugleich wollen auch der Kammer, welche eine paralelle'Aktion durch die heimischen Konsulate in Brasilien einleiten wird, Kataloge und Preislisten, womöglich mit Cisprcisen Hamburg zugemittelt werden. -; - Zollausschlag in Deutschland. Wie das Handelsmuseum mitteilt, ist der deutsche Zollaufschlag, der erst vor kurzem von 6400 Prozent (65sacher GrundM) aus 7900 Prozenl (8ofacher Grunwoll) erhöht wurde, mit Wirksamkeit vom 18. d. aus 9400 Prozent (95facher Grundzöll) festgesetzt. Nunmehr wird das Zollaufgeld in Deutschland nicht wie frühes bis auf Weiteres, sondern von Woche.zu Woche, festgesetzt werden. Der Saatenstand in Ungarn. Budapest, 15. Juli. Nach dem Saat e usi a ntz s he r ich r. .de s Ackerbauministeriums wird der Ertrag der Ernte wie folgt''geschätzt: W-eizen 11,43, Roggen 5, Gerste 4,39, Hafer 3,31 Millionen Meterzentner. Die ständige Dürre der jüngsten vierzehn Tage war für die Durchführung der Erntearbglten günstig, die Entwicklung der noch aus dem Felde stehenden Pflanzen wurde jedoch nachteilig beeinflußt. Mais, Kartoffeln und-Zuckerrüben haben unter der Hitze etwas gelitten. , - ’ Kontrollbezcichmrng von Wertpapieren. Bis auf weiteres wird die Kontrollbezcichnung - von Wertpapieren bei den .Steueradministrationen (mit Ausnahme jener für den 1. Bezirk) nur Mittwoch .von 8 .his. 2 Uhr vorgenommen werden. Bei der Steüeradministration für den 1. Bezirk findet dieselbe wie bisher an' jedem Werktag von 8 bis 2 Uhr statt.' Die Devisenkurse. Zürich, 15.?uli. (Devisenkurse. — Mitgeteill von der Schweizerischen Kreditanstalt.) .Berlin M6 (1.11), Lolland 202.25 (202.75), Nrm Bork 521.50 (522.—), London 23.17 (25.16), Paris 42.90 (42.65), Mwland 23.67'/2 (23.60), Brüssel 40.60 (40.80), Svpenbagen 112.— (112.40), Stockholm: 135.25 (135.25). Lhrist'onia 86.50 (86.—). Madrw 81.— (81.25). Buenos Aires 186 50 (186.50), <r rag 11.75 (11.—), Budapest 0.4^ (-.42'/,). Agram 1.52'/, (1.55). Sofia 3.30 (3.30), Warfcdau 0.0)'/, (0.09'/i), Wien Geld —.0i*/4 (—.01'/.), Wien ' Ware —(—.—), Oejterr. gest. Kronen Geld —.02 (—.02), Oejterr. gejt. Kronen Ware Amfierdemr, 15. . Juli. (Devisenkurse.) London 11.46 (11.467,), Berlin 0.56'/, (0.56V,), Daris 21.10 (21.17'/,), Schweiz 49.45 .(49.50). Wien 0.0100 0.0100). Kopenhagen 55.54 (55 40), Stockholm 66.80 (66.80), Lyristiania 42.50 (42.60), New York 258.— (256.25). Brüssel 20.- (20.05",). Madrid -.-(40.12'/,).Italien. 11.70 (11.67'/,), Budapest 0.20'/, Berlin» 15. Juli. (Devisenkurse.) Wien alles Wien abgestempelt 1.50'/, (1^8). Prag 996.75 (1088.60). Budapest 34.70 (34.85). Berlin» 15. Luli... (Kurse der Devijenzenirale.) Noten: Dollar 436.15 (454.50), Pfund 1948.- (2033.75), Stalieni'che 1968.- (2057.75), PolnUcke 8.10 (8.25), Tschechoslowakische 989.75 (1048.75), Alle österreichijche — Oesters «stempelte 1.67 V, (1.82^ Wiener Mvrgenzeitung. 16. Juli 1922 9tc. 1242 Gang zum Grabe stzerzls. Theodor Herzl hat an alle lebendigerr Kräfte des Judentums den Weckruf gerichtet, sich ein menschenwürdiges Dasein selbst zu schaffen. Er wies uns den Weg aus den Toren des» wirtschaftlichen, geistigen und gesellschaftlichen Ghettos. Jubelnd begrüßte die Jugend unseres Volkes seine Mahnung und sie, das Kostbarste eines jeden Volkes, zählt zu seiner treuesten Gefolgschaft. Herzls großer Geist ließ die zahllosen jüdischen Turn- und Sportvereine erstehen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Weg zu gehen, den^ der tote jüdische Führer gewiesen. Heute gilt es, am Grabe Herzls den Dank abzustatten, und wir sind überzeugt, daß kein jüdischer Turner oder Sportler dabei fehlen wird. Das zionistische Landeskomitee hat den Mitgliedern des Kreises Oesterreich der jüdischen Turn- und Sportvereine den Karl Ludwig-Platz, linke Seite, als Sammelpunkt angewiesen. Wir erwarten, daß sämtliche Turner und Sportler sich heute um 8 Uhr früh dortselbst einfinden tverden. Der Zug setzt sich um halb 9 Uhr in Bewegung. Die Meisterschaft. Die Meisterschaft ist zu Ende — aber „de mortuis nil nisi bene" und so bleibt nichts anderes übrig, als zu schweigen. Die letzten AusNänge der Konkurrenz verliefen zwar nicht ganz programmgemäß, aber die Gleichgültigkeit, mit der die Vereine diese Spiele bestritten, gibt eine genügende Erklärung für die unerwarteten Ergebnisse. Vmateure-H. A. C 2:2 (l: 1), Langweiliges Spiel. Snnmeringer-Platz. 2000 Zuschauer. Schiedsrichter Kienzl. Amateure: Kerneny; -^aldenwang, Heikenwälder; Kurz, Ienö Konrad, Geher; Köck, Fuchs, Kalman Konrad, Hansl, Eutti. - ' F. Ah C.: Hofer; Czihak, Amon; Bernhauer, Kraus, Wostrak; Seidl, Jst-er, Wolf, Kadlez, Paradeiser. Beide Vereine haten zwar ziemlich starke Mannschaften aufs Feld gebracht, das Spiel wurde aber in geradezu aufreizend lustloser Meise abgehaspelt. Die Floridsdorfer wurden von ihren Anhängern wenigstens zeitweise etwas ansgepulvert, aber bei den Amateuren merkte man die Fcrienträghcit 'jedem einzelnen Spieler während des ganzen Kampfes an. Die Amateure mußten ans die Mitwirknngs Popovits verzichten, der von Haldenwang nicht besonders glücklich ersetzt wurde. Der Tormann zeigte einige gute Paraden, ließ aber keine Gelegenheit vorübcrgehcn, zu röbinsonieren; er hat jedenfalls noch-viel nr lernen. Ban der Deckung sah man zeitweise vorzügliches Spiel, dann gabs aber wieder arge Fehler und im Angriff befriedigten diesmal nicht einmal die FlüaeUeute. Kalman versagte gänzlich-.und?-uck's brackne awar Bewegung in das Fünfgospqnn, der Effekt seiner Demühirngcn war aber fast Nv(>. / d Die Floridsdorfer hatten ebenfalls im Hintertreffen-den besten Mannschafisteil, insbesondere Czihak >' und Bernhauer gefielen. - Im Angriff kam das ausfallend schwache .Spiel des rechten Flügelpaares überraschend. Der Spielverlmlf war herzlich uninteressant. Trotz U-eberlegenWt der Amateure im Felde-kommen die Gegner durch Wrff: n^ch F/'i,lern' von Kurz und Kemenh zur'Führung und erst nach längerem-Hin pnd Her, gelingt Fuchs der -Ausgleich. Nach der Pause kommen beide Tore öfters in Gefahr, aber erst ein Korner führt in.der 30. Minpte zum zweiten Erfolg - der Amatenrre. Hansl war der glückliche Schütze. Knapp vor Schluß ist auch Jster. erfolgreich, der Ausgleich spornt. aber keine Mannschaft zu einer letzten Anstrengung an. Mdr»ir»-rö. A. F. 4: t. (1:0).; Admira-Platz. 3000 Zuschauer. Schiedsrichter Seemann. Admira: Dieser; Poci, Neidlinger; Weigl, Koch, Fürlinger; Kingall, Rrluae, Schierl, Klima, Sigl. - W. A.--F.: Saft; Fiala. Goltz; Jany 1, Achatzi, Roi; Kreuzer, Kl-ein, Pappsteiu, Fischer«,' Bachmayer. , . Admira konte gestern einen eindrucksvoll-cn Siegfeiern und soin-it ansgiebigst für die im Cup erlittene Niederlage Revanche. nchnven. OÄvohl die Hüitcldorser. von den gering-cn Ausmaßen des Admira-Platzes sichtlich gehäntzlapt' schi-önen, darf der Erfolg der Hauöheren-/nicht geschmälert wevdcn.' Diie Aiannschaft war mit grenzenloser Aufopferung bei der Sache, und war in allen Teilen den: Gegnern überlegen. Dieser im Tor arbeitete ruhig und stilvoll. Voci und Neidlinger waren nnübeMindlich; von den Halves war Koch der Beste. Im Angtisf war Schierl die-treibende Kraft. Klima Und die Flügelstürmer fanden sick) wiederholt zu schöner Kombination zusammen. Vom W. A. F. wäre nicht viel zu sagen. Gold, Fischera und Bachmayer waren seine besten Leute.- Spielverlauf: Tldmiva spielt mit dem Wind, erzielt durch Klima das erste Tor. Je zwei Stangenschüsse wären das Bemerkenswerteste der ersten Halbzeit. Nach der Pause war Admira ständig im Angrfff, doch kann der W. A.' F. bei einem Durchbruch , durch Pappstein ausaleichen. (12. Minute.) Schierl erzielt aber in der 24. Minute'abermals die Führung. Darauf vyrläßl Achatzi nach einem Wortwechsel - mit. Fischera das Spielfeld. Fiala geht in den Angvisf, Pappstein. spielt als Back, während Fischera den Mittechalfposten bezieht. Admira' kommt stark auf und kann durch Klima und Schierl zwei weitere Treffer erzielen. Erwähnt werden muß, daß Herr Seemann vom Admira-Anhang arg beslegelt wurde, erst als zwei Hanptjchreier verhaftet wurden, legte sich das vollkommen überflüssige Geschrer. Eckenverhältnis 5:8 für Admira. Stank der Meisterschaft, 1. Klaffe. verein« - § ff 3>. ■c- ¥ .» S .Zote ® ' L ' 'S .Svörtklub . . .24 15 4 5 45 24 34 Hakoah . . . .24 12 8 4 48 32 46 32 Rapid .... .24 14 3 7 72 31 Amateure - . .24 13 3 8 59 39 29 Wacker ... . 24 11 4 9 . 3i 35 26 Hettha ... .24 9 5 10 34 41 23 W. A. F. . . 24 9 3 12 38 52 21 20 Vienna - > . .24 8 4 12 44 47 RudolfShüael. , . .24 / 6 8 ln . 33 37 20 Flottvödorf. . .24 7 6 11 48 S8 20 Admira. ... . .. . 24 8 4 12 45 62 2 > S'.mmering . - » . 24 7 5 12 38 52 19 OÜwark . * . * .24 6 6 13 22 54 17 Hakoah-P»lizeiorga«e 5:0 (1:0). Hakoah trat zu diesem Wettspiel mit einer kombinierten Mannschaft in folgender Aufstellung an: Duldig; Nußboum» Trümer; Posauner, Drucker, -Kovacz; Finko, Großmann, Molnar, Grünwald, Deutsch. Die Polizei stellte, eine faive, .sympathische Mannschaft ms Feld, die vor der Halbzeit der Hg» koah einen ebenbürtigen Gegner abgab, jedoch in der zweiten Halbzeit dem Teqwo zum Opfer fiel. Gleich vom Abstoß weg bedrängt die Hakoah, ihre Angrfffe werden von der gegnerischen Verteidigung sicher ab gewiesen; in -der 32. Minute'gelingt es Molnar, für Hakoah die Führung zu erringen. Nach Halbzeit hat Hakoah alles vom Spiel. Drucker -verwertet'einen Freistoß zum zweiten Treffer und bald darauf erzielt derselbe Spieler Das dritte Goal. In der 35. und 40. Minute erzielen Aiolnar und Grünwaltz das vierte und fünfte Tor und stellen damit das Endresilltat her. Drucker (Hakoah) bot die beste Leistung im Felde, bei der Polizei war die Verteidigung'ausgezeichnet. Nicholson—Didloria V 2:1. Hertha-Platz: .2000 Zuschauer. Nicholson gewinnt durch diesen Sieg .den von beu „Kronenzeitung" ausgeschriebenen Pokal. . Der Kampf war sehr lebhaft und der Erfolg der jüngsten Zweitklassigen ist als verdient zu bezeichnen. „5>eiteretei und ihr Widerspiel." d B e i m Treffen S p o ijt klu b—W. A. F. gab ed einen Leidtragenden, und das war Schiedsrichter Komar, der auf die Abseit-Taktik der beiden Hintermannschaften ständig hineinfiel. Die Urteile des Unparteiischen erregten.bei Freund und Feind Kopffchütteln. Trotzdem wurden diese Fehlentscheidungen vom Publikum verhältnismäßig kuhig hingenommcn^ obwohl, wie das Sportklub-, Pardon, „Sport-Tagblatt" meldet, neben den Anhängern der beiden Vereine das Häkoah-Publikum vollzählig (!) erschienen war. Diese Konstatierung kommt einem Lob der Hakoah-Anhänger gleich, da doch für sie geniegend Veranlassungen zu Demonstrationen vorhanden waren. Wir hätten eher an die Möglichkeit geglaubt, daß die österreichische Krone Friedenswert erreicht, als daß der Fleischmarkt an der Hakoah ein gutes Haar läßt,, um so mehr, als Herr Lenthe auf Urlaub ist. Hat das „Sport-Tagblatt" denn grnz vergessen, daß es vor nicht zu langer Zeit einen Pogronlartikel gegen das Hakoah-Publikum geschrieben hat. Als Entschuldigung für die letzte Entgleisung kann Herr Müller den. Umstand ansühren, daß er furchtbar aufgeregt und eine Zcimngsverkäuferin, die man als Blitzableiter hätte benützen können, nicht vorhanden war. Zu einem klaren Urteil kann nnrn nur dann gelangen, wenn man frei von jeder Lerdenschcrfr ist. Unter den Nachwirkungen einer. derartigen Sporrklub-Kampagne hat Herr Müller aber ziemlich lange zu leiden, und so ist es auch erklärlich, daß er so schlecht rechnet. Däs Hakoah-Publikum war vollzählig (!) vertreten und Adabei zähste nran kaum 10.000 Zuschauer beim Spiel Spor1klub—-W. A. F. Diesen' Widerspruch hätte sich Herr Müller' ersparen können. Es ist. wphl richtig, daß die Dornbacher und'die Hütteldorfer zusammen keine 10.000 Anhänger haben. Der. Rest, der sich aber aus der einfachen Rechnung ergibt, wenn man von der Zahl der tatsächlich Anwesenden, die Summe der Freunde der beiden spielenden Vereine abzieht, ist aber.sicherlich gering, und selbst Herr Müller dürfte in einigen Tagen.daraufkommen, daß die Anhängerschaft der Hakoah wohl ein. Vielfaches von dem kleinen Rest ausmacht. Dabei haben wir die „Neutralen" gar nicht in Betracht gezogen: Wir glauben, nun.Mch Herrn Müller eavon überzeugt zu haben, daß das-Hakoah-Publikum d,ch nicht so vollzählig (!) in Simmering war. Wr können auch da- Geheimnis verraten, warum derart wenig Hakoahncr das 2nffen besuchten. Das vom Fleischmarkt einmal mit Acht ,<nu Bann belegte und dann wieder gelobte Pühlikum de8 jüdischen Vereins hat eine seine Nase. Demgemäß kann eS gleich oen „Neutralen" die Wichtigkeit eines Wettspieles ermessen. Inder zw eiten. Juli Woche besteht in Oesterre'ch nord die gleiche Verbandszeit wie am 21.-Juni. Man scheint bei uns nicht zu wissen, daß die Tage wieder kürzer werden; selbst den Schiedsrichtern ist es .nicht eingefallen, eine entsprechende Anregung zu geben, obwohl bas Spielen in der Dämmerung gerade für den Leiter am unangenehmsten ist. Beim Spiel Macker—Hakoah, ging es sehr ruhig zu, da die Vertreter der meisten erstklassigen Vereine tags zuvor dem Sportklub die Hände geschüttelt hatten. Die Hakoah hat Wohl die Gunst der-„Neutralen" nicht über Nacht erworben, aber der jüdische Verein bedeutete für das christliche Wien keine Gefahr mehr. ' Vornehm, furchtbar vornehmhat dev W. A. F. gegen den Sportklub gespielt und damit hat er alle Befürchtungen des Herrn Mütter zerstreut. Im „Sport-Tagblati" stand nämlich knapp vor dieser entscheidenden Begegnung zu lesen, daß der W. A. F. durch die -fortwährendest Verdächtigungen aufgehetzt wurde. Um ja nicht den Anschein zu erwecken, nicht reell zu spielen, wird der'W. Ä. F. voraussichtlich mit' grenzenloser Erbitterung kämpfen. Dabei wurde der Sportklub bereits als Lei-dtragender angesprochen... Nun haben die Dornbacher kein Leid tragen, müssen, weshalb das „Sport- Tagblatt" feststellt, daß. der W. A. F. vornehm; furchtbar vornehm gespielt hat. . > Weit weniger vornehm war.bisher die Hakoah. Der jüdische Verein hat in den. beiden letzten J-ahren zwei ihm eng befreundete Klubs den Todesstoß versetzf, da man vor den Spielen ähnliche Gerüchte, wie sie das „Sport-Tagblatt" vor äinigeu Tagen zu melden wußte, in Wiest heruistirug. Im ,, Porjahr spielte die Hakoah gegen D. A. C. iauf West M Top