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Wiener Morgenzeitung · 1922-06-03 · Heft 1200 (3.6.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1200 (3.6.1922)
Date
1922-06-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wiey, Sam?'ag dlle verbindet die. W'.".'e'.'Mschnng von RührseligkeitAnd- Kümor. Einst feierte Girardi in dieser Atolle Äinnrphe. heute wird sie von Mar Brod mit guter Charakteristik gespielt. Besonderes Lob verdient noch die tolle Laune von Nttmi K ö t t. die schöne Stimme von Else Kochhanff. Auch Fräulein Mary Kien bürg und die Herren Jm- Zh o s f und O st e r m a n n gefielen und die wienerischen Klänge schmeichelten sich mit jugendlicher Werbekraft ins Ohr und ins Gemüt wie eine »richtige Premierenmusik. slb. Aus den Theatern. V Spielplan der StaatZoper: Sonntag, 7 Uhr, „Die tote Stadt" (Marietta Fräulein Vera Schwarz, von der Berliner Staasoper, Paul Herr Kammersänger Richard Tauber vom Nationaltheater in Dresden a. G.). — Montag, halb 7 Uhr, „Lakme", „Die Puppenfee." — Dienstag, halb 7 Uhr, „Carmen"; halb- 8 Uhr: Im Redoutensaal „Der Barbier von Sevilla" (Graf 'Almaviva Herr Kammersänger Richard Tauber vom Nationaltheater in Dresden, Rosina Fräulein Stella Eisner a. G.). — Mittwoch, halb 8*Uhr, bei aufgel>obeneur Jahres- und Stammsitzabonnement (zum erstentNal), „Carneval", „Josefs-Legende". — Donnerstag, halb 8 Uhr, „Evanoelimann" (Hans Herr Kammersänger Richard Tauber vom Nationaltheäter in Dresden a. G.) — Freitag, halb 8 Uhr, „Madame Butterfly". — Samstag, 7 Uhr, „Notre Dame"; Im Redoutensaal, halb 8 Uhr, „Der Barbier von Sevilla" (Gras Almaviva Herr Kammersänger Richard Tauber vom Nationaltheater in Dresden als Gast). — Sonntag, 8 Uhr, bei aufgehobenem Jahres- und Stammsitzabonnement, „Salome". Woche nsvielplan desBurgkheaters. Sonntag, 7 Ubr (Zu erhöhten Preisen), .Was ihr wollt". — Montag, 2 Uhr (Außer dem Jahres» und Stammsihabonnement. Kein Kartenverkauf). .Der Raub der Sabinerinnen". Striese — Kerr Kugo Tbimig als Gast. 7 Uhr (Zu rrhöhten Preisen). .Das Konzert*. — Dienstoq. 7 Uhr, „Die Tragödie des Eumenes". — Mittwoch. 7 Uhr, .Viel Lärm um Nichts". — Donnerstag. 6 Uhr (Zu erhöhten Preisen), .Der junge Medardus". — Freitag, 7 Uhr, .Die Journalisten". — Samstag, 7 Uhr (Zu erhöhten Preisen), .Der Dummkopf". W o ch e n s p i e! p l a n d e r V o l k s o p e r. Sonn-, tag, V°8 Uhr, .Madame Butterfly". — Montag, 7 Uhr «Carmen". Escamilld — Ken Slgismondo Saieschi als Gast' Don Zofe — Ken Anjon Ludwig vom Nationaltheater in München als Gast. — Dienstag, 7 Uhr (Kein Kartenverkauf). „Der Barbier von Sevilla". — Mittwoch. 7 Uhr, „Die sieben Schwaben". Käthchen — Frau Kelene Pola als Gast.—Donnerstag, ^/z8 Uhr, ..Aigoletto". Rigolatto — Ken Sigismondo Saleschi als Gast. — Freitag. 7 Uhr (Kein Karienverkauf), „Die sieben Schwaben". Kälbchen — Frau Kelene Po a als Gast. — Samstag, Vs? Uhr, „Koffmanns Erzählungen". Mirakel — Kerr Sigismondo Saleschi als Gast, Kosfmann — Ken Anion Ludwig als Gast. . Für die heute in der Volksoper stattfindende Aufführung von „Cavalleria R u st i ca na" — „V ajazzo" würde noch ein Gast verpflichtet. Es gastieren demnach-Fräulein Sonja Palm als Santuzza, Herr Sigismondo Saleschi als Tonich Herr Anton Ludwig als Turridu und^ Herr Wladinnr Earavia als Canim Dirigent: Herr Kraus. Beginn halb 8 Uhr. Im Deutschen Volkstheater wird morgen und Mittwoch „D i e R ä n b e r", Montag und Donnerstag „Hamlet", Freitag und Samstag „Der l e b e n d e L e ichnam" gespielt. In all diesen Stücken gastiert Alexander M o i ss i. In den K amm erspi elen wird allabendlich ' um 7 Uhr „Reigen" und um 10 Uhr „Karussel" gegeben. Im Wiener Kömodienhaus geht allabendlich um halb 8 Uhr abends „Die Parlamentskathi" mit Hansi Mese nnd Otto Glaser in Szene. — Sonntag den 4. d. um 3 Uhr nachmittags wird „Ein Böhm in Amerika", Montag den 5. d. um 3.Uhr nachmittags „Einen Jux will er sich machen", Sonntag den 11. d. um V Uh« nachmittags „Die Pa'rlamentskathi" mit Hansi Niese und Otto Glaser gegeben. Im Johann Strauß-Theater wird für Freitag den 9. d. „Der Opern ball", Operette in drei Akten von Viktor Leon und Heinrich Waldberg, Musik von Richard Heuberg er, vorbereitet. — Bis dabin geht täglich Ziehrers Operette „Das dumme Herin Szene. Wo ch enspielplan der Neuen Wiener Bühne. Sonntag den 4., Montag den 5., Dienstag den 6., Donnerstag den 8. und Sonntag den 11. d., 7 Uhr, „Die Jungfern vom Bischofsberg" mit Karola Toelle, Max Gülstorfs und Ernst Stahl-Nachbaur als Gäste. — Mittwoch den 7., Freitag.den 9. und Samstag den 10. d., 7 Uhr, „Die Liebe wacht" mit Karola Toelle nnd Max Gülstorfs als Gäste. — Sonn- und Feiertags, nachmittags. 3 Uhr, „I m Damencoupe". Im Raimund-Theater spielt Max Pallenberg heute, morgen, Montag und Dienstag die Titelrolle in der Komödie - „D erWauwa u". Der Künstler begibt' sich dann von hier auf eine längere Gastspielreise in hie-Schweiz. -- Mütwoch wird „E v ch e n H u m b r e ch t", Donnerstag und Fsritag „Kanzlist Krehler" gegeben. — Samstag wird zum erstenmal „Das Vermächtnis" mit Luise Kartousch oufgeführt. Die Vorstellungen beginnen präzise um 7 Uhr.-. . Die Gerhart Hauptwann-Festspiele in Breslau finden in der Zeit vom 10. bis 20. August statt. Es wird, gleichzeitig in der großen Jahrhunderthalle im Stadttheater und im Lobe-Theater gespielt. Die Oberleitung führt.Felix Holländer.. Gerhart Hauptmann selbst wird mit den Dresdner Künstlern sein Drama „Jndipohdi" in Szene setzen. Vorgesehen find 14 Stücke von Hauptmann, darunterals Eröffnungsvorstellung in der Jahrhunderthalle „Florian Geyer",, ferner an derselben Stätte „Die Weber". Außerdem gelangen zur Auffühümg: „Fuhrmann Hentfchel", „Schluck und Jan", „Bibewelz", „Kollege Krampton", „Einsame Menschen", „Rose^ Bernd", „Die versunkene. Glocke", „Die Ratten", „Und Pippa tanzt", „Hanneles Himmelfahrt" und „Kaiser Karls Geißel". Alle großen deutschen Schauspieler und Schauspielerinnen, mit Ausnahme von Paul Wegener wirken mit. — Bemerkenswert ist der beschämende Beschluß des schlesischen Provinzial-? lanvtages, der die Bewilligung''eines Z irisch uff es von hünderttausend Mark für diese Festspiele in der Hauptstadt der Heimatprovinz des Dichters ablehnte. — Hervorzuheben istt ferner,, daß ein Hu.st-; ^Liestep MorgOnzeNnng s v i ld c.•< W i e '**. cr Äu r Dh'öä't e r s 'm,i't der dicsjahrigen Einstudfierung ' vou >,Uurb PipPatanzi" geplant ist. AüläßM der Haüptmanu-FestsPiele wird in Breslau eine'Festschrift erscheinen. Da man mit' Massenbesuch rechnet,, werden großzügige Vorbereitungen für die Unterbringung der Gäste getroffen. Ein Rechtsstreit um die Romane Alexander Dumas'. Ein größer literarischer Prozeß spielt sich gegenwärtig in Paris ab. Die Richtendes Mitarbeiters Dumas^' Auguste Magnet, hat ihn . gegen die Erben von Alexander Dumas ' Vater angestrengt. Im Jahre 1848 war zwischen dem. letzteren und A u g ust e M a q u.e t, einem -jungen Geschichtsprofessor, ein Abkommen getroffen worden, auf Grund dessen Magnet, der vielleicht ctg e'n tl i ch e r Autor gewisser Romane.Dumas' ist, alle seine - Rechte an den letzteren gegen ejye Summe von 145.000 Franken abtrat — eine Summe, die ihm übrigens nie ausbezahlt würde' Zehn Jahre, später, 1868, war ein Prozeß . anhängig, in dem der Gerichtshof feststellte, daß „der hauptsächliche Mitarbeiter Dumas' Auguste Magnet , war". Das Abkommen von 1848 war aber zu einem Zeitpunkt unterzeichnet worden, .wo. die literarischen Rechte zehn Jahre nach dem Tode des Autors verfielen.. In der Folge dehnte das Gesetz von 1866 die Dauer der Rechte auf 50 Jahre aus. Und jetzt hat Madame Roiffe, die Nichte M'aquets, der Gegenpartei, einen Schriftsatz zustellen lassender behauptet, eine konstante Rechtsprechung habe entschieden, daß hie Verlängerung der Dauer der Rechte nicht. Du-, mas und nicht seinen Erben zustatten kommen könne. Auf diese Argumentation erwidern die Erben Dumas': „Als./ Magnet seine Rechte im Jahre 1848 abtrat, willigte er in eine wirkliche Aufgabe derselben. Die- Gegenpartei hat also nicht mehr das Recht, sich auf das Gesetz vom Jahre 1866 zu.stützen."-Sachverständige auf juristischem Gebiet, hierin der -Pariser Presse zu Wort kommen, glauben, daß Magnet im Rechtsstreite obsiegen wird. Tanzabend Wiesenthal. Elsa, Berta und Martha Wiesenthal geben am Mittwoch den 7. d.- um halb 8 Uhr abends im großen Saale der Urania einen Kammer-T.anzabend mit teilweise, neuem Programm. Mitwirkend: Das'Urania- Orchester. Die Liechtenstein-Galerie geöffnet. Die fürstlich Liechtensteinsche Gemäldegalerie in Wien, 9. Bez., Fürstengasse 1, wird Heuer dem Besuche des Publikums vom 4.. d. bis Ende Oktober mit Ausnahme des -18. Juni an nachfolgenden Tagen geöffnet sein: Sonntag von 10 bis 1 Uhr bei freiem Eintritt, Montag von 9 bis 1 Uhr gegen eine Eintrittsgebühr von 100 Kronen pro Person, Donnerstag von 9 bis 1 Uhr gegen eine Eintrittägebühr von 500 Kronen pro - Person.'/Der Ertrag fließt wohltätigen Zwecken zu. Ausscheiden des Herrn Paulsen aus dem Burgtheater. Wie erinnerlich, hat Regisseur Paulsen im Dezember vergangenen Jahres um seine Entlassung aus dem Verbände des Burgtheaters angesucht. Das Gesuch des Herrn Paulsen ist. nunmehr, dem Vernehmen nach, b e w i l l i g t '.worden. Neue jiddische Literatur bei' R. Lowrt (Dr. Präger), 1.»Bez., Rotenturmstraße 22, eingetroffen: Leszczynski: Das jiddische, folk in zifern (brosch. 60 Mk., geb. 75 Mk.), — Guedemcmn: Jiddische kulturaeschichte in mitelalter- (brosch. 60 Mk., geb. 75 Mk.). — H. D. Nomberg: Di mischpoche Frosch. 12 Mk.). — F. Koldni: Gärtnerei (brosch. 6 Mk.). — Z. Kalmanowitz: Di letzte kanoim^ (6 Mk.). — Z. Kalmanowitz: Die letzte teg fun Jeruscholaim (10 Mk.). — B. Dinaburg: Ojfn schwel firn mitelalter (6 Mk.). GeriWs^al. Der'Prüfungs?aal der Universität — ein Ort, der besonderen Anstand erfordert. Die wiederholt besprochene Ehrenbeleidigungsaffäre des Rechtsschulinhabers Dr. Diewald gegen den Universitäts- Professor Hofrat Dr. Wlassak bildete gestern dem Gegenstand einer Verhandlung vor den: Obersten Gerichtshof. Wie erinnerlich, war Hofrat Dr. Wlassak vom Strafbezirksgericht 1 wegen Ehrenbeleidigung zu 20 00 Kronen Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei einem Rigorosum E Prüfer zu einem Kandidaten die Bemerkung gemacht hatte: „Sagen Sie. dem Diewald, diesem Esel, daß das ein Unsinn ist." Der/Äppellsenat des Landesgerichtes setzte die Geldstrafe auf 50ö Krönen herab, indem er den milderen Strafsatz zur'Anwendung brachte, weil der Rigorosensüal der Universität nicht'! als „Ort, der besonderen Anstand erfordert", im Sinne des .§ .496 St.-G. artzuseh'en sei. Gegen dieses Urteil brachte die Generalftaatsanwaltschaft beim Obersten Gerichtshof die Nichtigkeilsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes , ein, die sich zumeist Ms formale und rein juristische Momente bezog. Von allgemeinem Interesse ist die Nichtigkeitsbeschwerde nur, insoweit sie sich dagegen richtet, daß der Berufungssenat den Universügts?- prüsungssaal nicht als Ort,'der besonderen Anstand erfordert, anerkannte und demgemäß nicht den für Beleidigungen'.an solchen Orten vorgeschriebenen höheren Strafsatz anwendete.' In dieser-Richtung hat der Oberste Gerichtshof gestern nach, durchgeführter Verhandlung gemäß dem Alttrag' des Generülstaatsanwaltes Hofrates Dr. Höpler erkannt, daß durch das Urtyfl des Berufungsgerichtes in diesem Punkte das Gesetz p e rletzt wurde (der Ausspruch hat nur theoretische. Bedeutung und hat keine nachteiligen Folgen für den Verurteilten), »peil der Unidersitätsprüfungssäal, in welchenr ' doch wichtige und bepentsatne Entscheidungen fällen, als Ort, d-er besonderen ' Aüst"änd für die Prüfer,'sotvie für die zu Prüfenden fordere, anzusehen war, weshalb der höhere Strassatz hätte ängewendet. werden sollen...... . . . . L. Juni 1922 Nr. 1200 VolksWirt. Gestempelte Krone -- Auszahlung Wien -- 3n Zürich notierte die österreichische Kronr . . . —.0475 die österr. gestempelte Krone. —M7/s die tschechische Krone . . . . 10.12/ die Mark. . ... . . . . 1.95 Agram ... . . .... 1.86 Sofia . . . . . . j . . . 3,97 Budapest. ..—.64 Warschau .1. . . .,. . . —.14 -.04% Centimes. .0475 Centimes. (-.0475 <-047s (10.10 (1.92 ( 1.86 ( 3.90 (—.64 (—.14 am am am am am am am asm 1. Juni) 1. Juni) 1. Juni) 1. Juni) 1. Juni) 1. Juni) 1. Juni) 1. Juni) Das Schicksal von Wöllersdorf. In der gestern unter Vorsitz des Präsidenten Dr.'Weiskirchner abgehaltenen Sitzung des Hauptausschusses berichteten die Bundesminister Dr. G r ü n b e r g e r und K r a s t über die Offerten von Gesellschaften wegeü Uebernahme der Wöllersdorfer Werke. Hierzu stellte Abg. Dr. E l-l e n b o g e y. folgenden. Antrag: „Die Regierung'wird aufgefordert, die Wöllersdorfer Werke einer neu ziügründenden g em e i n w i r t s ch a f t l i ch e n A nstalt mit dem Auftrag zu übergeben, die dortigen Betriebe, soweit sie nicht von der gemeinwirtschaftlichen Anstalt selbst gefühtt werden können,'im Verein mit leistungsfähigen Unternehmungen des In- und Auslandes in der Form von Gesellschaften gemeinwirtschaftlichen ^Charakters zu verwerten." Bei der Abstimmung wurde der Antrag Ellenbogen a bgelehnt und der vom Minister Kraft vertretene Antrag, die Offerte der Berliner A. E. G. anzunehmen, mit Stimmenmehrheit angenommen. * Die Wöllersdorfer Werke enthalten gegenwärtig ein« Waggonreparaturanstalt) eine Metallwarenfabrik, eine Jagd«' Patronenfabrik, eine Eisengießerei, eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, eine Glasfabrik, eine Fabrik für . Bergwergzündschnüre 'und eine Holzmänufaktur. Die Wöllersdorfer Werke sind aus der Umwandlung von staatlichen . Krie^sbetrieben hervorgegangen und belasteten den Staat monätttch mit zirka anderthalb Milliarden, dem also durch Fortführung unrentabler Unternehmungen eine Vermehrung des Gesamtdefizits um jährlich 15 Milliarden erwuchs. Im Zusammenhang mit den Sanierungsbestrebungen ergab sich die Notwendigkeit, die. Wöllersdorfer Werke abzustoßen, es mrlßte aber zugleich ein Modus gesunden werden, bei dem die riesigen Vorräte und wettvollen Anlagen für. den Staat irgendwie verwettet werden könnten. Die Berliner A. E. G. machte sich anheischig, die Werke auf eigene Rechnung zu führen, sie in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und dem Staate für die Appotts ein Drittelnder Aktien zu übergeben und ihn: ein- Präzipuum von 10 Prozent des Nutzens zu gewahren. Dafür erhält sie die Grundstücke und Gebäude in Pacht auf fünfzig Jahre samt einer zehnjährigen Option und die Verfügung über die Vorräte. In dem ursprünglichen, Offett war auch die Forderung nach einem Milliardenkredit enthalten, der aber offenbar fallen gelassen wurde, als der Hauptv erb and der Industrie gemeinsam mit der Anglobank und der Niederösterreichischen Eskomptegesellschaft mit einer Gegenofferte auftraten, deren Annahme sicherlichDden Interessen der österreichischen Industrie und Arbeiterschaft besser entsprochen hätte: Dieses Gegenoffert hatte aber den Mangel, daß es eine Kreditsorderung von sechseinhalb Millionen Goldkronen enthie' Wegen dieser Forderung ist das Projekt der „österreichische.. Gruppe" anscheinend im Hanptausschuß unterlegen. GeneralversaMmlung der Allgemeinen Depositenbank. In der gestern abgchaltenen Generalversammlung dr.. Allgemeinen Depositenbank wurde der Geschäftsbericht . pro 1921 vorgelegt und genehmigt. Der Bericht verweist auf die vergeblichen Anstrengungen Oesterreichs, aus eigener Kraft dem. furchtbaren Verfall der Währung Einhalt zu gebieten, und die Gefahren, die die gesamte Volkswirtschaft mit dem Verderben bedrohen, wenn nicht in der allernächsten Zeit die. neuestens wieder zuversichtlicher lautenden Nachrichten über die Flüssigmachung der großen Kredite durch Tatsachen bestätigt werden. Durch die der jeweiligen- Teuerung angepaßte Erhöhung der Arbeitseinkommen konnte sich allerdings im Berichtsjahre ein, großer Teil" der Bevölkerung immerhin auf einer gewissen Stufe der Lebenshaltung behaupten und die Industrie bot so-' gar äußerlich das Bild einer günstigen Exportkonjunktur, wenn, auch eine Zeitlang infolge der durch den Rückgang der Reichsmark begünstigten deutschen .Konkurrenz diese Konstellatiou'. eine Unterbrechung zu erfahren schien. Die infolge '.der ' Geld-' entwertung außerordentlich gestiegenen finanziellen Ansprüche von Industrie und Handel konnten'dank der bewährten Organisation der österreichischen Banken und deren weitverzweigten. Verbindungen mit dem'Auslände befriedigt werden. Den Ilm» wälzunger! des Geldwesens Rechnung tragend, wurde das' Eigenkapiial der Allgemeinen Depositenbank im August und - Oktober 1921 von- 300 aus 500 Millionen Kronen und sodann in Durchführung eines Beschlusses der außerordentlichen Generalversammlung vom 9. Dezember auf eine Vermehrung des Aktienkapitals um weitere 600 Millionen Kronen gegen Ende des Berichtsjahres auf 760 - Millionen erhöht; im März des laufenden Jahres wurden die restlichen 260 Millionen Kronen neue. Aktien beaeben, so daß das Aktienkapital des Institutes- - numnchr eine< Milliarde Kronen bettägt. Das Institut, bo/! > teiligte sich im Berichtsjahre an einer Reihe von Neugriindun-^. ' gen und Kapitalsvermehrungen industrieller -Unternehtnuntzeu, / uo M Cmrcoi

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