Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1199 (2.6.1922)
- Date
- 1922-06-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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& .■»ettb 4 Men, Krettag . ..... "M' ■ ■« "*.V».iM...taili ...ute.i , .». — - nm «t.*»» ■ iJLjj bald die Chefredaktion übernehmen MMKein Verhalten' wird dem Vorstand der SozialdemMcttiWn Partei Veranlassung geben, sich damit näher zu befassen, und vermutlich das Ausschlußverfahren Lensch' cinzuleiten. Wdercrseits ist es sehr bemerkenswert, daß Hugo Sünnes, der erst, kürzlich eirwn Dampfer , nach denl Namen eineZl sozialdemokratischen Führers benannt hat, durch diesen neuen Akt immer mehr Fühlung mit den linksstehenden Kreisen zu gewinnen sucht.' Agitation der Kemaliste« in» Orient. Limdon, 31. Mai. (I. C. B.) Einer Mitteilung des Kairoer Korrespondenten der „Moruing Post" zufolge, habe die unruhige Lage im mittleren Osten ihre Ursache in der türkischen Agitation, die die Kalifatbewegung als Propaganda benütze. Eitle äußerst verläßliche Persönlichkeit habe denr Korrespondenten erklärt, daß ste in Palästina die Kopie eines Briefes von Mustapha Kemal Pascha an eine Organisation in Palästina - gesehen habe, in welchem die Bevölkerung zum Widerstand -während des „unvermeidlichen Wiedercinzuges der Türkem in Palästina" aufgefördert wird. ' Die WUnaer Frage. -Kowno, 31. Mai. (Tel... der „Wiener Morgen- Zeitung".^ Im litauischen Sejtn erklärte Präsident Stülginskr, daß Litauen nie auf feilte Rechte an Wi l n a llnd das Wiluaer Gebiet verzichten werde. Litauen werde um sein Recht auch fernerhin kämpfett. Am Schlüsse seiner Rede versicherte der Präsident, daß Wilna nach dessen Einverleibung zu Litauen eine den lokalen Bedingungen entsprechende territoriale Autono m r e erhalten werde. WrmcLÄrorgenzeltNNg MiltellAgeu MdcttiPnÜlikum. llegina Kader 8aul llaber l geb. Zuckerkandl I empfehlen eich als Vermählt© I Wien, im Mai 1922 swr I Rosa Ginsberg Markus Geiger Buczacz Blazowa Verlohto Wien, ttn Mai 1922 mqq Wir gratulieren herzlichst unserem Ausschussmitgiiede Herrn Markus Geige? zu seiner Verlobung mit Frl. Rosa Ginsberg 9648 Zionistischer Pratersprengel Zur Verlobung unseres Cousins Herrn Markus Geiget? mit Frl. Rosa Glnifcerg gratulieren wir herzlichst 64o4 Oskar Geiger und Braut Der zionistische Pratersprengel gratuliert herzlichst ihrem Ausschussmitgiiede Herrn Ephraim Bartlold anlässlich seiner Verlobung mit Frl. lachet frSnkel 0047 ' - - w* ■- -- •, -r 'V'-;rr;sv',V ■ 1 •*,>.. - i 2. Juni 19^2 Nr. 11SS" do§ Blatt nach Köln, deM^Sl^Ä Mnng unter Wolfs. lohn kam, un Nahum S o k 0 lon abgab. 1909 ..trat Julius Lüwy an die Spitze' der Pedaksivü. Nach'dem Äästler Kongreß des Jahres lö.to überging die Leitung der Organisation an Dr. Hantke nach Berlin, weshalb auch „Die Welt" wie- der überstedeln mußte und unter die Führung Dr.'Richard .Li ch t h e i m s gestellt wurde. Der AuSbruch des Weltkrieges erzwang im Herbst 1911 die Einstellung deS Zentralorgans, daL die Weltorganisation nur schwer und schmerzlich, ent-' behrt. . . Während „Die Welt" eine Zeitlang daS einzige Organ beß Zionismus war, verfügt die zionistische Bewegung heute über ungcsähr 180 Blätter und Zeitschriften in den verschiedensten Sprachen, ein deutliches Bild für den - Entwicklungsgang, den. die Bewegung innerhalb dieses Bierteljahrhunderts dnrchgemacht hat. Aber „Die Welt" bleibt mit der zionistischen Entwicklungsgeschichte unlöslich verbunden, sie bildet eine Fundgrube für die Geschichte des Zionismus und alle Phasen seiner Entwicklung erstehen vor dem geistigen Auge, wenn man in ihren. Jahrgängen blättert, in denen ein wertvolles Material und bedeutende Manifestationen neujndischen Geistes ansgespeichert sind. Niemals wird der Historiker des Zionismus, aber auch der . unzünftige, tiefer an dem äußeren und inneren Werdegang der Bewegung interessierte.Zionist an den gelben Heften vorübergehen können, der älteren Generation der Zionisten von heute aber bedeuten sie einen lebendigen Besitz und , eine Erinnerung an die Zeit, da der jüdische Lebenswille seine Verkrustungen abwarf und unter' der Führung des Meisters sich alsbald zu stolzem Fluge zu erheben lernte. Zionistisches Landeskomitee für Oesterreich. . Die katholische Irrterrratiormle. Rom, 31. Mai. Der Papst hat den Generalrat, des zur' Zeit des Eucharistischen Kongresses neu gegründeten Zentralbureüus katholischer Organisationen empfangen. Der Papst sprach hiebei die Hoffnung aus eine Einigung der Katholiken oller Lärmer aus. Im Zentralbureau sind bisher dreizehn Länder bereinigt. Das Zentralbureau zerfällt in vier Sektionen: Wissenschaft und Unterricht, soziale Fragen, Fragen der Charitas und schließlich Presse und Propaganda. - Der Internationale katholische Frauenkongreß wurde heute abgeschlossen. Der Papst hat den Kardinal Merry del Val zum Protektor der Liga ernannt. An dein Kongreß haben Vertreterinnen sämtlicher europäischen Länder und aus anderen ^Staaten teilgenommen. Exkaiserin Zita entbunden. ‘ Madrid, 81. M^i. (HavaS.) Exkaiserin Zita ist von einem Mädchen entbunden worden. Tagesbericht. Ein Gedenktag. Am 4. Siwan, der damals auf den 8. Juni fiel, vor f$ Jahre» erschien in Wien die erste Nummer einer jüdischen Wochenschrift, welche ebensosehr ein Novum darstellte, wie die Idee, für welche sie etntral. Ein Blattj 7 MMöhnlichMomiM der gelben Farbe des TiteMattes, aus dem Rahmett» wir bis dahin bestehenden westindischen Wochenpresse sÄettd^Mkär^' dete „Die Welt", das erste Organ der 'zionistischen Bewegung, das neue Programm eines größeren, elUeS steien JMttoft denken wir in dieser Schabuothnacht an die Frage, ob unser Glaube, daß die zehn Worte am Sinai uns, dem Volke Israel, gegeben wurden, zum Heile oder zum Verhängnis unseres Volkes geworden ist. Die zehn Gebote sind'seitdem die Grundpfeiler 'der menschlichen Sittlichkeit geworden. Neue Religionen haben sich aus diesen Offen* ' barungssatzen aufgebaut und sind zur Waffe gegen Israel geworden. Ströme von Blut sind wegen dieser Glaubenssätze geflossen. Oft war es nur ein Wort, oft nur eine Deutung, die das Blut zum Vergießen brachte, und im jüdischen Volke lebt unbewußt das große Ereignis am Sinai als die heiligste Erinnerung au die Kindheit seines Volkstums fort, zu deren Ursprung sich das Volk instinktiv zurücksehnt. In dieser- Sehnsucht nach dem Schauplatz der Erlebnisse seines Kindesalters bekundet das jüdische Volk seinen unerschütterlichen Glauben an die Offenbarung, und durch diese Sehnsucht erleben wir die Offenbarung immer von neuem und jeher von uns." . Schwarz und ich blickten scheu zu Salomön empor, der in Ekstase sprach und eine Lehre offenbarte, die wir gerade von dieser Seite am allerwenigsten erwarteten. Für uns, die wir in unseren Siudierkammem ähnliche Gedanken , hegten, schienen diese Regungen, dieses Ausdämmern, einer . neuen Richtung wie etwas Ketzerisches, das wir verborgen in uns tragen. Erst jetzt vernahmen wir, daß auch innerhalb „der vier Ellen der Thora" die Revolution der Seelen ihr Werk begonnen habe. Vom Osten her war der eiste Lichtstreif sichtbar geworden und wir traten den Rückweg an. Wortlos gingen wir nebeneinander her, überwältigt von dieser nächtlichen Offenbarung. Salamon Fonfeder schien wie erleichtert von einer schweren Gewissenslast, die ihn bedrückt haben Mochte. Wir anderen sannen über die große Umwälzung nach, die sich offenbar in allen Lehrstullen vorbereitet und gar manchen mitzureißen droht, der sich fest verankert glaubte im Boden des absoluten Glaubens. Jahrzehnte vergingen seither. Wiederholt trafen wir drei zusammen. Jeder auf seinem Posten als treuer Wächter im Kampfe für sein Volk, im Kampfe für die Anerkennung der Offenbar,mg am Sinai. Dis das hebräischen Sprachkurs«, der tionliUsöhe Mädehenverdn und die fariie Jddnisllscho Zonlrallefttins; Mitra* gratulieren auf > diesem Wes« herzlichst ihrer GesidHungsgcnOSaln Aranka Kr ati 6 z anlässlich ihrer Verlob uns mit Herrn Isidor Steiner ah* Wien .• Nitro, im Sivan 5683 0653 /"vtr> T Feine kw Wohnungseinrichtungen. «>M. III., MMWi« 1—3 (Ecke Karl Schweighofergasse) Neu eröffnet T „Anatol“» IW, IX,, AlserMcHStfässe Kr, 27 Filiala: Wien, XV,, Naubaugdrial Kr. 9 ’ÄShT Bit iortlertes Lager in Hewen-. Damenun9 Kinderschuhen Weltbekannte Marken! Günstige Eröffuwugspreisc 1 Samstag gespeppl! tum§. Theodor Herzl hat dieses Blatt geschaffen, um der ein H^ntlicheK. Sprachrohr' zu geben, und^der ganze nöü'er- ' * wachte Judenstolz tönt schon aus den ersten^Sähen ihres Programms. „Unsere Wochenschrift ist ein Judenblatt. Wir netz-' MeDbieses Wort, Md"wöll^" daraus ein Wort der Ehre machen."'Ein neuer Geist strömte aus den Spalten dieses Blattes, in dem Herzl seine eigene Begebung als Publizist und Schriftsteller entfaltete. Nicht mehr das ängstliche Streben, vor den anderen zu gelten, -nicht mehr der alte zwecklose Abwehrkamps gegen. die antisemitischen Verleumdungen — hier entfaltet sich . ein altes, neuerwachtes Ideal in seiner ganzen Große und Reinheit. Hier wird der umfassende Blick auf das Alljudentum gerichtet, ohne an den Landesgrenzen seine Schranken zu finden, und dieses Programm drückt sich schon im Namen des Blattes aus, wie die Idee, dem es diente, die Jndenheit in der gesamten Galuth umfassen sollte. Die Schaffung des Blattes war insbesondere notwendig geworden, da es galt, den ersten Zionistenkongreß vorzubereiten und für. die Idee des Kongresses zu werben, und bald mußte hier Herzl. den Kampf gegen die „Protestr.abbiner" wie er sie nannte, ausnehmen, deren Auftreten es gelang, die jüdische Gemeinde von München, wo der erste Kongreß stattsinden sollte, zum Sturmlaus gegen diese „Gefahr".zu veranlassen. Bald konnte sich „Die Welt" rühmen, einen Leserkreis zu besitzen, der sich über alle Teile der bewohnten Erde , erstreckte und die ideologischen Grundlagen des Zionismus wurden in diesem Blatte gelegt, in welchem Herzls.Geist sichtbar waltete und^ die besten Köpfe des damaligen Zionismus zu Worte kamen. Die überwiegende Mehrzahl von Herzls zionistischen Aussgtzen, die nunmehr in seinen Schriften vereinigt - ünd, darunter Arbeiten, die heute eine gewisse Klassizität in Anspruch nehmen können, sind zuerst in der „Welt" erschienen, hier entwickelte Professor S ch a p i r a seine Vorschläge für ■ die Schaffung eines jüdischen Nationalfonds und besondere Ausgabe» berichteten. über' den Verlauf und die Ergebnisse per . Zionistenkongresse. „D i e W e l t" blieb lange Zeit hinaus das kinigende .Pand für die gesamte Weltorganisation, sie berichtete über die Entwicklung der zionistischen Arbeit in den einzelnen Ländern und gab ein ständiges Bild von. den Vorgängen im Gefamtjudentmn, und auch nachdem bereits verschiedene Organe der einzelnen zionistischen Landesorganisationen in ver- , schiedenen Sprachen zu erscheinen begonnen hatten, bewahrte »„Die Welt"'ihren Charakter als Zentralorgan-der zionistischen Bewegung. Nach dem Tode ihres Begründers im Jahre' 1904 über- . nahm Siegmunp .Wern..er die L-ituuo. tzer.siechan.m als- Die nächste Sitzung des,Landeskomitees, findet iDUtU . wo ch den 7. d. um 6 Uhr abends statt. , Angesichts der Kürze des Termins zur-Ablieferung der Schekalim werden alle Bezirkssektionen, Ortsgruppen und Sonderverbände aufgefordert, die nächsten zwei Wochen zu einer intensiven Schekel-Propaganda, zu benützen.. Im Sinne unseres letzten schriftlichen Zirkulars fordern wir nochmals, die einzelnen OrganisationSeinheiien auf, in ihrem Wirkungskreis spezielle Schekel-Tage zu veranstalten. ' Me Gesinnungsgenossen, die Schekel verkaufen, werden, um genaueste Ausfüllung dev Namen und Adressen der . -Schekel-Nehmer gebeten. SiNp Ehrung für Robert Stricker. Eintragung in das Goldene Buch des Indischen Nation^ ' . fovds. . ... Die zionistische Bezirkssektion Wien 20 hat eine Sammlung behufs Eintragung des Präsidenten der zionistischen Organisation Robert.Stricker ins Goldene Buch abgeschlossen.-- Der besondere Anlaß für diese Ehrung ist seine erfolgreiche Intervention zugunsten der staatsfremden jüdischen Schulkinder, die, wie bekannt, von der öffentlichen Ausspeisung. gesetzli^ ausgeschlossen werden sollten. Die Bezirkssektiott hat das Bedürfnis^ zu diesem Schritt enchsunden, als die Feinde des ,, JndeMums. .diese Intervention dazu, mißbraucht ^haLqn,,denPM^ stdenteir der Organisation und mit ihm die gesamte zionistisch^,., 'Organisation in völlig unbegründeter Weise zu vernngUMpseiL. " Wie Bezirkssektion gibt sich der Hoffnung , hin, daß auch die andere» Sektionen' und Gruppen ihrem Beispiels y folgen „ werden. .. Kongretz der Authropofophen. Im MuükvereinSsaal hat gestern der Kongreß der An«. throposvphen, der Verfechter einer neuen Weltanschauung, begonnen, die das gesamte soziale Leben nen beleben willl Diese Bewegung will an die Stelle der wirtschaftlichen und politischeil Gesichtspunkte neue reale Werte setzen und das soziale Zusammenleben ans das Vertrauen der Menschen zu einander stützen. Vor allem soll diesem Ziel die Verständigung des Westens mit dem Oosten und die Klärung der gegenseitigen geistigen Beziehungen dienen. Der Führer der Bewegung ist der Sozialphilosoph Dr. Rudolf Steiner, -dem daS Zustandekommen des Kongresses znznschreiben ist. Die Erösf- . r.nngssitzung leitete als Vorsitzender Dr. Artur , P o l z e r« Hndetz ein, woraus dep Schweizer Ernst U e h l i einen Ueber- .blick über die ^psychologischen Voraussetzungen^ der Bewe- Mg gab. Der Sport als KulturfaLtor. Das Wörtchen „Sport" erweckt in jedem Leser die Vorstellung einer gewaltigen Menschenmenge, die sich wie toll gebärdet, eines runden LederballeS und katzenartig geschmeidiger, in Hunte Leibchen gesteckter Jünglinge. Lärm, Gebrüll,. Aufregung und eventuell Ausschreitungen verknüpft der Laie innig mit dem Begriff Sport. Die Ansicht des Uninteressierten ist nicht unrichtig, doch b.irgt der Sport Schätze in sich, Re nur der Entdeckung und Hebung warten. Der plötzliche und scheinbar unmytivierte Aufschwung, den insbesondere das Fußballspiel in der Nachkriegszeit in Wien genommen hat, ist eine Folge der derzeitigen wirtschastlichen-Verhältnisse. Dem Großteil der Bewohner der österreichischen Hauptstadt ist von all den Annehmlichkeiten des Lebens nichts anderes übrig geblieben als die „Cireenses", die Spiele. Auf den Fußballplätzen wird jeder einzelne Partei,, er unterliegt der Massensuggestion und bald vibrieren seine Nerven unter dem. Einfluß des Geschäuten. .Auf Yen Fußballplätzen entledigt sich dev Besucher unbewußt der Sorgen des Alltags, er vergißt Leid und Kmvmer und wird für permeintliche. Ideale. .Wieder ausi. ‘ . -„j.-MjUkt. :.räfr. ' -yifiw