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Wiener Morgenzeitung · 1922-05-25 · Heft 1191 (25.5.1922) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1191 (25.5.1922)
Date
1922-05-25
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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S eite 8 Alle», LvrineiStag XwivitClr «WPtJwJCftlllly SB. M°, 1SZS Nr. LISI Die technische. Industrie in Palästina. Die amerikanischpalästinensischen Eisenwerke sind derzeit mit der Fabrikation verschiedener Arten von Maschinerie:: einschließlich Pumpen, Pressen sowie mit Reparaturen, besonders von Automobilen, gut beschäftigt. Das Unternehmen zählt 40 Arbeiter, sowohl- Jud,en als Araber. Die Erfahrung zeigt, daß die Inden bessere Monteure und Schmiede abgeben, während die Araber beffere Gießer sind. Die Rohmaterialien, hauptsächlich Stahl, Eisen sowie Kohle, werden, alle von England importiert, das jetzt in bezug auf Preise mit Deutschland konkurrieren kann. Wiener Börse. Bei. geringe« Umsätzen rnhig. Die gestrige Börse bewahrt eine ruhigere Haltung, wobei sich die Ulusäne -us fast sümü'ckeu Gcli .-'.i verringerten, tu sich die Spekulation im. Hinblick auf die Nachrichten über die amerikanischen Kreditverhandlungen und die bevorstehenden Versorgungen, bei.welchen man Geldknappheit befürchtet, Reserve anferlegtc. Im. weiteren Verlaufe bröckelten die Kurse ab, da seitens der Spekulation Entlastungsabgaben zur Ausführung gelangten, so daß der Schluß für die Kulissenwerte in schwächerer Haltung erfolgte. Anglobank und Länderbank verloren je 800 K., Staatsbähn 1300 K., Südbahn-Prioritäten 3200 K.,, Alpine 3000 K.,. Krupp 4400 K. tind Salgo-Kohlen 6000 K., wogegen Zivnostenska Banka mit einer Besserung von .1500 K. und Staatsbahn-Genußscheine mit einer solchen von 2000 K. den Markt'verließen. Im Schranken war eine geteilte Stimmung vorwalteud; einzelne Werte tschechischer Provenienz begegneten größerer Nachfrage und wiesen ganz ansehnliche Steigerungen , auf/ So profitierten Pilsner Brauerei 80.000 K., Dampfschiff 32:000 K., Kaschau-Oderberg. 27.000 K., Navigazione 16.000 K., Serajevo Brau -26.900 K., Aussig chenische 7000 K., Brosche Spiritus und Jungbunzlauer je 10.000. K., Brüxer Kohlen 8500 K., Ungarische allgemeine Kohlen. 9000 K., Westböhmen 4000 K., Neffelsdorfer 25.000 K., Ringhoffer 9000 K., Neusiedeler Papier 35,000 K., Fanto 7000 K., Karpathen-Petroleum 5000 K., Galizia 9000 K., Cosmanos 15.0000 K., Parbouches 13.000 K. und Schoeller Zucker 25.000 K. ' ' " 1 Dagegen wurden Auffig-Teplitzer um 38.000 K., Buschtiehrader Ist. A. um 50.000 K., Wienerberger Ziegel um 6500 K.,.Gösser Brau um 6000 K., Karborundum um 2000 K. und Danek Maschinen nur 1000 K. billiger abgegeben. Bon den Renten gewann die Österreichische Goldrente 250 Punkte, wogegen Ungarische Goldrente 1000 Punkte und Ungarische Kronenwerte 600 Punkte verloren. Auf dem Exotenmarkt, waren Caro und Jellinek 2500 K. bis 2700 K., Chemosan 2300 K. bis'2450 K., Eos 300 K. bis 540 K., Odelga 17.800 K.bis 18.200 K., Steirische Kohle 2750 K. bis 2850 K., Steirische Magnesit 8450 K. bis 8700 K. und Vaterländische Bau 2900 K. bis 3075 K. ... VrehmärLte in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) R i n d e r m a r k t. Der Auftrieb belief sich auf 90 Stück ' Inländisches, 245 Stück ungarisches (Transitware) und 40 Stück rumänisches, zusammen 375, Stück Schlachtvieh,. worunter sich 338 Stück Mast- und,,37 Stück Beinlviehbefanden. Der Gattung nach waren 293 Ochsen, 26 Stiere und 56 Kühe. Bei ruhigem Verkehr blieben für reguläre Ware die Marktpreise fest behauptet. Beinlvieh hat sich neuerlich um 100 bis 160 K. pro Kilogramm verteuert. Es notierten: Ochsen, je nach Qualität, 1450 bis 2200 K., Stiere und Kühe 1550 bis 2100 K. und Beinlvieh 1100 bis 1600 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. — Sch wernemarkt. Aufgetrieben wurden 127 -Fleisch- und 638 Fettschweine. Verkehr mangels 'Käufer belanglos. Preise gegen vorgestern um 200 K. rückgängig. Es notierten: Fettfchweme 3200 bis 3800-K. und Fleischschweine - 3100 bis 3400 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. — Stechviehmarkt. Die Gesamtzufuhr belief sich auf -1941 .Kälber, 1133 Weidner Schweine, 287 Weidner Schafe/ 52 Ziegen, 597 Kitze und 96 Lämmer. Infolge verminderter Zufuhr und gesteigerter Nachfrage'anläßlich 'des Feiertages haben Kälber neuerlich 150 bis 200 K. pro Kilogramm angczogen. Fleischschweine stellten fidr um 200 K. und Fettschweine um 400 K. pro Kilogramm höher im Preise. Es notierten: Kälber, Prima, 2800 bis 3100 (3200), Sekunda 2600 bis 2780 K., leichte 2100 bis 2580 K., Fleischschweine 2800 bis 4100, Feitschweine 4300 bis 4400 ft:. Schafe 3000 bis 4000, Ziegen 1000 bis 1400 K., Kitze 1300 bis 2050 und Lämmer 1000 bis 2050 pro Kilogramm. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Zum öffentlichen Verkaufe laut Art. 343 des H.-G.-Bl. gelangten 6993 Kildogramm serbischer Kackavali-Käse zu K. 2500.— pro Kilogramm. Oeffentliche Verkäufe finden statt: Am 26. d. um halb 1 Uhr 4000 Kilogramm Schuhabsakstifte und am 27. d. um halb 11 Uhr diverses. Elektromaterial. , - Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".)'. - Der , Verkehr-an der gestrigen Holzbörse zeigte .ein lebhaftes Bild. Auch Abschlüsse m einigen Mengen erfolgten zu erhöhten Preisen. /Infolge der' zu erwartenden Eisenbahn- Tariferhöhung trachtet der Handels sich so gut als möglich einzudecken, weshalb die Tendenz, steigende Richtung aufzuweisen ' hatte. 'Abgeschlos.fen würden von Nadelholz-Schnmmaterial: 26-Miuimeter-Bretter von 16 bis 30 Zentimeter'zu K. 60.000 ab Wien; 50 Millimeter von 20 bis 39 Zentimeter zu K. 60.000 Wien; Staffel bis '10:10 mit Kern zu K. 48.000 ab n.-ö: Station^ Halbpsojten 52 Millimeter, 18 bis- 32 Zentimeter, zu A. 58.ff00, Wien; hartes' Brennholz, trocken, Schlägerung 1921, zu K. 290.000 ab Wien. Aus geboten wurden von Nadelholz-Rundholz: Blockholz 20 Zentimeteraufw. zu K. 27.000/ Lärche, Bwckhölz, 8 bis 1-Meter, 10 bis 3! Zentimeter, zu K. 30.000 , Wien. Von Nadelholz-Schnitt material: 20-Millimeter-Bretter vom 9 bis 20 Zentimeter, zu K. 50.000, Wien; 20-Millimeter-Äretter von 12 bis-32 Zentimeter, zu K. 54.000, ab n.-ö. Station; Tischlerware, Fichte, zu K. 80.000, Wien; Bauware, 20 bis 30 Millimeter, 10 Zentimeter aufw./ zu K. 42,000,, ab steiermärkischer Station. Von Laubholz-Rundhölz: Esche, 20 bis 30 Zentimeter aufw., zu K. 45.000, Wien; Ulme (Rüste), mährisch, zu. K. 48.000, ab n.-ö. Station. VonLaubHolz-Schnittmaterial: 'ungedämpfte Birn zu K. 100.000' ab ob.-öst. Station; unged. Buche, slawonisw, 1. Kl., m- K. 115.000 Wien; ged. bes. Buche von 27 Millimeter aufw., slawon,, 1, Kl., zu K. 145000; Pöln. Erle / von 20 Millimeter. fw., zu K. 110.000 ab ob.-öst. Starion; Linde, 1. KlaNe, zu K. 450.000 Wien; - Nuß zu K. 160.000 ab steierm. Station; Ulme (RuÜe) zu K. 100.000 ab. ob.-öst. Station; Weißbuche, slawon., 1. Kl.» zu K. 130.000 Wien; sowie harte und weiche'Schöitev und Prügel: trocken, Schlägerung 1921—1922, zu K. 260.000 ab n.-ö. Station. . Exekutiv wurden .gedeckt: i Waggon Buchenpfosten, 60 Millimeter, stockig, 2 bis 4 Meter, zu K. 46.000 ab Wien. Börse für landwirtschaftliche Produkte. ' (Eigenberi^t der „Wiener Mdrgettzeituug".) ' , Der Verkehr cm der gestrigen Mittwochbörse zeigte einen wenig befriedigenden Umfang, insbesondere in Brotfrüchten, da dre Mühlenaktiengesellschaft erst mit -Ende dieses Monats mit dem Einkauf beginnt. In, besserer Frage stano Mais für den hiesigen Lokalkonsnm und.Hafer und Gerste/allerdings in hervorragenden Qualitäten für Rechnung ' der Schweiz. In Mehlen hat die Situation insofern eine Aenderung erfahren, als Weizenmehle derzeit besser begehrt gls Roggenmehle sind: Gehandelt wurden serb. Weizen 78 Kg. zu Dinar 4 bis 4.20 ex Schlepp Wien, Bacskaer und Banaler 78 Kg. 2 Prozent zu jugosl. K. 17 ab Kelebia, slowakischer Weizen 78 Kg. zu ugosl. K. 17.15 ab Spielfeld/ 76-bis; 76 Kg. mit. 6 Prozent zu sugosl. K. 16.40 ex Schlepp Wien, rumän. Roggen zu K.7.65 Wien wagengelegt, niederösterr/ zu K. 665 ab Limberg, rumän., Mais zu Lei 6 Wien, Iügö- und Mixedmais zu K. '420' Wien, uügar. Weißbohnen' zu' urigar/ K. '30.50 Wien, Ungar/ doppelgriffiges Mehl zu tsch. K. 4.55 Wien, 78prozentrges Roggenmehl zu uug. K. 55 ab Heghes-Halom, nng. Mehl griffig zu K. 830 Wien, österr. Weizen, ist mit K. 650 bis 660, Roggen gleicher Herkunftmit K. 590. bis 600 ab Stationen, Hafer. mit K. .420 Wien und Gerste'mit K. 425 .bis 435 ab. Stativ-' nen zu bewerten. Slowakische- Gerste erzielte K.. 485 bis 495 - Wien. In Rauhfutter- .blieben die Preise unverändert,- - der Absatz ist im allgemeinen nicht unbefriedigend. Präger Börse. - Prag» 24. Mai. Das Hauptinteresse-der heutigen Börse konzentrierte sich auf Verkehrsaktien, in denen infolge der scharfen Hausse in-Wien große Nachfrage bestand. Buschtiehrader A erfuhren.gegenüber ihrer letzten Notierung eine noch nicht dagewesene^Steigerung um 1350 Kronen, Buschfiehrader B gewannen 185 Kronen. Aussig-Teplitzerwurden bei einem Kurse von 1700 und Prag-Duxer-Aktieu bei einem solcher von 230 gehandelt. Auf dem Anlagemarkt war die Tendenz heute schwächer, nur- Staatspapiere konnten ihr Niveau gut behaupten. Auf dem Bankaktienmarkt hat sich der. größte Teil der Papiere ermäßigt, während nur Zivno-, Böhmische Eskompte- und ' Unionbank-Aktien ' etwas gewinnen konnten./Auf dem Industtieaktienmarkt bewegten sich Arbitragepäprere im allgemeinen, auf dem Paritäisniveau. Infolge. der Wiener Steigerung zogen Alpine-, Nestomitzer-, Brosche-', Ringhoffer-mnd Eisen-Aktien im Kurse , an. Die Rückgänge bewegten' sich in mäßigen'Grenzen. Auf dem Exotenmorkt fanden in Bulgaren, die unter 1000 sankest, -bedeutende Umsätze statt. Die Schlußtendenz -warunentschieden. Auf dem Devisenmarkt haben sich Westdcvisen durchwegs abgeschwächt. Im freien Verkehr gaben mit Ausnahme von Berlin und Budapest alle übrigen Werte nach. ' - Budapefter Börse. Budapest, 24. Mai. Die heutige'Börse eröffnete in lebhafter Stimmung. Im späteren Verlaufe kam viel Angebot auf den Markt und Realisationen träte;: zutage. Die Stimmüng änderte sich aber trotzdLm nicht bedeutend. Unter dem Eindruck von Wiener Nachrichten über die dortige Steigerung der ungarischen Krone wurde die Arbitrage zurückhaltend, es wurden aber dennoch speziell in der Kulisie größere Käufe abgeschlossen. Staatsbahn- und Südba'hnwerte waren lebhaft gefragt. Salgo-Aktien stiegen bis 10.400. Gesucht waren auch Rima-Aktien. Auf den übrigen Märkten war kein besonderes Ereignis. Auf dem gemischten Markte - standen Spodium-, Glühlampen-, Gummi- und Naschitzer Aktien, im Mittelpunkt des Interesses. Der Eisenmarkt war zurückhaltend. Der Kohlen- 'markt tendierte anhaltend fest. Ans dem Valulenmarkt war di« Stimmung infolge der/höheren Züricher Kromnnotierung ab; 'geschwächt. Dollar lagen flau. Die deutsche Mark war fest itht' stieg bis 285. Die Valuten der Nachfolgestaaten waren mit Ausnahmevon -Sokols vernachlässigt. Le: waren gefragt- Auf dem'Devisenmarkt war viel Ware auf den Markt gv; warfen worden. Begehrt wurden Berliner und Prager Aus' Zahlung. , Bevttnei! Börse. ' Berlin, 24. Mai. Der heutige Börseyverkehr litt unter großer Geschäftsstille. Der bevorstehende Feiertag trug dazu bei, die Unternehmungslust noch mehr, eurzudämmen. Unter diesen Umständen bewirkte ein ^verhältnismäßig .geringes .Angebot in vereinzelten Fällen recht, erhebliche. Kursrückgänge. So büßten auf dem Montanmarkt Phönix- 95, L'aurahütte- 90. Rhein. Braunkohlen- 60, Rheinstahl- 31' üüd Ribbeck-Montan- Aktien 86 Prozent ein. Nordd. Wolle verlor 50-Prozent. Sonst hielten sich die Rückgänge für Jndustriewerte meist, in den Grenzen zwischen 10 und 20 Prozent. Schiffahrt- und Bank- Aktien gabeil gleichfalls nach. In festverzinslichen Werten herrschte lebhafteres Geschäft bei vorwiegend schwächeren Kursen. Nur für ungarische Werte trat 'wiederlebhaftes Kauf-- interesse bei.weiter stark anziehenden Kursen hervor. Ungarische Goldrente stellte sich zeitweise 56 Prozent höher als gestern. Die Devisenkurse. unterlagen am - Vormittag größeren Schwankungen und hatten iin' offiziellen Verkehr be: ermäßigtem Niveau mäßiges Geschäft. Deutsche -Anleihen bewährten ihre feste Haltung bei teilweise kleinen Besserungen. 3prozentige Reichsanleihe zog im weiteren Verlauf zwei Punkte an. Der weitere Verlauf der Effektenbörse stand im Zeichen der Lustlosigkeit. ’ . Die Devisenkurse. Zürich. 54. Mai. (Devisenkurse. — Mikgeleilt von -du ' Schweizerischen Kredikanstalt.) - ' ' . ' . Berlin 1.77 (1.69), Kolland 204.— (204.80), Rrw-Dorb 524.25 (524.25). London 23.34 (23.33), Paris 47.32 (47.20), Mailand 26.92 (26.75), Brüssel 43.95 (43.65), Kopenhagen 112.— (112.—), Stockholm 135.25 (136.—), Christians 95.— (97.75), Madrid 84.75 (85.80), Buenos Aires 189:— (18.9.-Y .‘» rag' 9.95 (9.92), Budapest —.61 (—.60), Agram 1:87 (1.85). Bpkorejt —Warschau —.13 (-7-.13), Wien Geld. -.0525 (-.0550), Wien Ware(—.—), Oesterr. gest. Kronen Geld —.0550 (-.0550), Oesterr. gest. Kronen Mare ' ' Umfler-am» 24. Mai. (Devisenkurse.) " London 11.45'/« (11.45'/»), Berlin 0:85% (0.81 */4), Paris 23.25 (23.17'/,), Schweiz 49.10 (49.07'/,). Wien 0.02% (0.02»/«). Kopenhagen 54 50 (54.9tJ, Stockholm 66.BO (66.45), Christjania 46 70 (47.10), Mw-Vork 257.75(257.50), Brüssel 21.47Vs (21.30). Madrid 41.50 (41.02'/^), Italien 13.50 (13.32'/,). Budapest-.—/ Berlin» 24. Mai. (Devisenkurse.) Wien olles(—.—), Wien abaeslempelt 2.98 (3.15'/,)» Prag 555.30 (575.25), Budapest 34.55 (35.35). Berlin» 24. Mai. (Kurse der Devisenzenirale.) - Noten: Dollar 291.45 (299.70),- Pfund 1300.50 (1338.—V Italienische 1499:25 l 1535.25), Polnische 7.15 (1.25),^ Tschecho« slowakische 554.75 (569.75), Alte österreichische —(—.—), Oesterr. gestempelte 3.12'/, (3.10). / Prag» 24. Mai. (Devisenkurse. — Mitgeleilt vom Bankamte des tschecho-s'owakischen Finanzministeriums.)' ' , ° Berlin 17:72V, (17.02'/,). Zürich 995.50 (1007.—), Belgrad 73.87 (74.25), Bukarest (—.—), Wien 0.43'/« (0.43'/,). Warichau 1.1/'/, (1.18), Agram —(—.—), Budapest 6.05’ (5.92V2),* Jugoslawische 73.87 - (74.25), Oesterreichische.gestempelte Krone 0.46 (0.47), Polnische, 1.17'/, (1.18), Ilngarische 6.05 (5.92'/,). 1 lener Eine großzügige Sportveranstaltung. Die Grazer Hakoah in Wien. Der überaus strebsanie junge jüdische Sportverein Hazair hat die Grazer Hahoüb für. ein Wettspiel, das heute auf dem Hakoah-Platz in der Krieau, zur Austragung gelangt; verpflichtet. Die Wiener jüdische Sportgemeinde hat also heute Gelegenheit, die wackern Vorkämpfer der jüdischen Regcnerationsbewegung in der Steiermark zu begrüßen. Unsere Grazer .Gesinnungsgenossen haben viel größere Hindernisse auf ihrem Werdegange als sämtliche Wiener jüdischen Sportvereine zu überwinden. Wohl leiden unsere jüngeren Klubs, die sich in den unteren Klassen sportlich betätigen, oft unter dem Antisemitismus der Zuschauer, die den gegnerischen .Lagern angehören. Unsere Vereine.finden aber immer :hr Recht im Niederösterreichischen Fußballverband, dessen Entscheidungen nie von Vorurteilen beeinflußt, sind. Die Grazer takoah. ist ungleich ungünstiger. daran. Die Hauptstadt von teiermatk ist'eine Hochburg, des Antisemitismus, der ständig steue Drangsalierungen' für unseren Grazex Bruderverein hervorbri'ngt. Ueberdies-'hatten d:e Deutschnationalen im steirischen Landesverband, bis vor einigen Monaten die Oberhand. Daß die Hakoah unter, diesem Regime nicht zu ihrem Rechte gelangen könnte, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werben. Erst vor kurzer Zeittrat eme Krästeumgruppierung im steirischen Landesverband -ein, da die Arbeitersportler numerisch das Uebergewicht gewannen. Getreu ihren Grundsätzen traten letztere ihren naiionaljüdischen Sportkameraden gerechter entgegen,, so daß -die Hakoah nun wenigstens'vor'Uebergriffen durch die Fußballbehorde geschützt ist. Trotzdem ist unser Grazer 'Bruderverein noch immer zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Erst am vergangenen Sonntag schloß der Grazer A. C. J>ie Hakoah von der Teilnahme - des Straßenlaufens „Rund um den Schloßberg" aus. Der Grazer Äthletikklub setzte sich einfach, wie so oft, über die Bestimmungen des Oesterrecchischen Leichtathletrkverbandes hinweg und gestattete nur Ariern die Teilnahme an diesem sportlichen Wettbewerb, der für Graz die gleiche Bedeutung hat, wie das Laufen „Quer vurch Wien" für Wien. . Im Vorstand des Oesterr. Lerchtathletikverbands. fanden sich zahlreiche Herren, die eine - sofortige strenge Bestrafung des Grazer Athletikklubs verlangten. Schließlich gelang es aber zwei Rednern, Re Angelegenheit zu verschleppen. Nur der Vollstanvigkeit halber geben wir bekannt, daß die Fürsprecher ber steirischen Antisemiten die-beiden getauften Juden Fried (W. A. F.) und Dr. Rappaport (W/ A C.) waren.'. - / Die ganz bedeutenden Erfolge, die die Grazer Hakoah auf allen Gebieten des Sportes amzuweisen bat, verdienen bei Berücksichtigung der in der steirischen Hauptstadt herrschenden Verhältnisse eine besondere ' Würdigung. Die Wiener jüdische Sportgemeinde anerkennt auch rückhaltlos und mit Bewunderung die Leistuügen'' ihrer .Grazer Gesinnungsgenossen» Sie wird sich auch sicherlich die Gelegenheit nicht entgehen kaffen» die Grazer Hakoah auf das herzuchfte willkommen zu heißen. Die. Fußballmannschaft der Gäste hat Heuer, ohne eine einzige Niederlage zu erleiden, die Meisterschaft der zweiten Klasse errungen. Sie rückt demgemäß laut Verbandssatzungen in 'die erste 5klasse vor. Nach diesem bedeutenden Erfolg, der als Markstein in der Geschichte des jüdischen Sportes in der Steiermark bezeichnet werden kann, tritt die Grazer Hakoah zum ersten Male vor das verwöhnte Wiener Publikum. Die wackeren Fußballer fürchten aber keineswegs eine strenge Kritik, da sie sich ihres 5könnens bewußt sind. Nach, oberflächlicher Beurteilung könnte man glauben, oaß die neuen Erstklassigen , mit dem Sportklub Hazair leicht fertig werden, da letzterer der Wiener vierten Klasse angehört. Diese Ansicht dürfte aber trügerisch sein, da die Klasseneinteilung nicht absolut, sondern relativ zu werten ist. Die Wiener vierte Kläffe hat sehr tüchtige Vereine und es gereicht uns zur besonderen Freude, daß zu den besten Klubs jüdische Vereine zu zählen sind. Hazair ist nun solch ein Klub, dessen Spielstärke hoch einzuschätzen'ist. Er, her ausschließlich blutjunge Spieler in seinen Reihen hat, gilt im jüdischen Sportverband als die Mannschaft der. Talente. Die Grazer Hakoah wird demgemäß -vor keiner leichten Aufgabe stehen, w^nn sie ihreü Wiener Bruderverein bezwingen will. Die' zahlreichen Besucher, die sonst der takoah Gefolgschaft leisten, werden sicherlich von den gebotenen eistungen in diesem Spiel überrascht sein. ' Die großzügige Sportveranstaltung beginnt heute.um halb 4-Uhr mit dem lokalen leichtathletischen Meeting, der Hakoab, dessen .Nennungsergebnis wir bereits ' gestern ver-. öffentllcht haben und das sehr interessanten Sport zu bringen verspricht. Dadurch, daß hauptsächlich Laufkonkurrenzen durch- ' geführt werden, ist eine flotte. Abwicklung des 'Programmes gewährleistet. Das Hauptinteresse , konzentriert sich, auf die drei offenen Konkurrenzen: 300 Meter, 800 Meter- und 4 mal 800, Meter. Das 300 Meter-Laufen sieht in dem österreichischen Rekordmann Cassinone (W. A. C.), weiters in U. - Leoerer (W. A. C.) und:m Hakoahner I. Lederer die aussichtsreichsten Bewerber. Weder Cassinone noch U. Lederer haben Heuer Besonderes gezeigt; I. Lederer startete überhaupt nicht. Das Rennen dürfte jedenfalls einen knappen Einkauf bringen. Das 600 Meter-Laufen verspricht das interej> anteste Rennen des Tages zu werden, falls alle Genannten am Starte erscheinen. Goldeinund, .Gasser, Weinberger,. Scheu, .Swatonnek, . Selzer werden hier wohl im EnAampf zu finpen fein. Man kann gute Leistungen erwarten. Die 4-mal800.'Meter-Stafette bringt einen Kämpf zwischen W. A. C., Rapid.und Hakoah. Der W..A. F. hat' bisher für diesen Wettbewerb keine Meldung abgegeben. Der W. A. C. dürste hier in Goldemund,'Gaffer, . Swatonnek und'Weinberger eme schwer bezwingbare Mannschaft stellen. ✓

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