Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1154 (16.4.1922)
- Date
- 1922-04-16
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 12 Wien, Sonntag WIENER MÖRGENZEmiNÖ So wenig eine Enthiilltümg der Passivität ,des . iL-odmlktiön-s-prozesses mit einer geänderten Dividenden- -und Lohnpolitik verembar ist, so' wenig, ist' E mit einer Steigen-trag der Kredit f ä -li i glkei t der 1 n di us t r i e vereinbar. Es wird uin's gesagt, kkß gerade die Enthüllung der itngeihcu'reir Rcser- -veai 'unserer Unt-e-nehmiungen das Ausland über das »Mißverhältnis zwischen dein Börsenkurs-'und idem inneren' Weite dbr Aktien1 Dufktlä.nein aun'd es gemtoi'gt •machen werde, -ohne Rücksicht auf die 'bescheidene iObligatianenschuM der Industrie -sein1' Kapital bei uns zu investieren? Irgendwo stimmt die Konzeption nicht, wenn» *sie so 6ehr schillert imd bald der 'eine, bald der andere Gesichtspunkt in den Vorder- ■gnuud gerückt wird .\ Gegenüber den- Arbeitern di6 »Passivität, gegenüber den Aktionären und dem Auslandskapital die Aktivität der Gesellschaften. Woran-, ■die Konzeption krankt, das habe ich am Eingang meiner Ausführungen da-rzul'egen versucht. I m übi i-* gen will ich noch darauf verweisen, daß .die Auf-, jwcritmgsidce sich nur als eine Anwendung jenes i-'jrünzipts darstöM, da«s Iboi der Ü-niwanldSlUing der. tLändertbanfk und Ainglbbank im auswärtige Gcselb schäften beobachtet wurde. Ihr Kapital ist in der iTat auf der Basis allör Reserven aufgewertet wor-" den. Was für zwei Gesellschaften geschehen ist,, bet denen es um die Abstattung von Au sl an d s schul den ging, das soll mim auf die gesamte Volkswirtschaft übertragen1 werden. Man wimmere sieh, ' welcihb (Opfer und Müh© cs gekostet hat, bis eine Schätzung rder Reserven, der Länderumd Ahglobank durchgeführt werden konnte, um zra erfassen,, wie schwer es-sein muß,, den. Wert der gesamten Aktiven Oesterreichs fe Staustellen. Und das mit Hilf© eines Wertmessers, der ■sich' jeden Tag verändert!« ,. ..wirouMri p—nay ... 16. April mS l)i»Hn Willi, Nr. 1154*. BSrsan*Kommlsiionsgc3ch8f) und Wechselstube MAGID& Co. Wien, 8., Hehtinstaufen^ss« 11 M? Die Arbeiterbank in Palästina. Im Mai 1921 begründeten die jüdischen Arbeiterorganisationen Palästinas eine Bank, in der Erkenntnis, daß die palästinensische .Arbeiterschaft eines zentralen .‘Einanzinstituts für ihre wirtschaftlichen und sozialen 'Institutionen bedürfe. Die allgemeine Arbeiterorganisation hat eich hei der Begründung der Arbeitcr-bank verpflichtet, 10000 Aktien aufzudringen und verpflichtete auch ihre Mitglieder, 'Aktien zu kaufen. Dank dieser Tätigkeit ist cs im Laufe einer kurzen Zeit gelungen, 5164 Aktien abzusetzen. Kurz darauf fand buch zu der gesetzlich bestimmten. Zeit die * erste (Generalversammlung der Aktionäre in Tel-Awiw PC30- November 1921) statt, an der sich 368 Aktionäre persönlich und 366 Aktionäre durch schriftliche Vollmachten beteiligten., Die Generalversammlung beschaff jtägtesich im^esomdere mit dem Bericht des zeitweiligen R^erwaltungsrates über die tnit der zionistischen 'Organisation getroffenen Abmachungen, betreffend die Arbeiterbank. Dank dem Vorschuß der zionistischen (Organisation in der Höhe von 20.000 Pfund, welchen sie lauf Rechnung ihrer Anleihe bewilligt hafte, erlangte die Arbeiterbank die Möglichkeit, noch vor ihrer offiziellen (Eröffnung der Arbeiterorganisation die Mittel zur jUebernahme und Durchführung vom größeren wirtschaftlichen Alberten zu schaffen, wodurch Tausen-, dem von neuen Chaluzim Arbeitsgelegenheiten gegeben wurden. Laut r dem (Bericht betrugen die Schulden bis zu der Generalversammlung 14.317 ägyptische Pfund, wovon über in .196 in öffentlichen Arbeiten und 3616 im Ko opera? friven investiert wurden. Im Laufe der Monate Dezember fand Jänner sind ungefähr 6000 Pfiyid zur Deckung .der (oberwähnten Anleihen aufgebracht worden. .Außerdem (wurden 8iöo Pfund einzelnen »Kwuzoth« und Kooperativen als Anleihen gewährt. 3000 Pfund Wurden der iBauarbeiterkooperativc, die in Tel-Awi.w den Bau von 1 50'Hätt-s e'rtv übernommen hat, als Kredit-, Vorschuß ausgefolgt. Dank der Arbeiter bank wurden auch «bisher zwei neue ApbeRerkoo’perativen, eine Tischlerei-, und eine Metallarbeiterkooperative, organisiert. > Tn die von der GeneraleerSammlung gewählte defi* nitive Verwaltung wurdeü für 'die Arbeiterotgänisationen, Josef A r o-n 0 w i-t s-c hr Ephraim B1 u m e nf e 1 d, Ben Gurion. und Josef S p rl n z ä k; für die zionistische'OrgäniSätibii Elijalut B' e r bin, Ros.o w und Dr. R u-p p i m entsendet. Zu ntr- 'zeitweiligen- Geschäftsführer wurdeHerr B e r l in, zuin Sekretär- Herr M u n c zi k; gewählt. \ Hauptsächlich beschäftigt sich die FiankverWaltüng mit Kredit- und Amleihefragftn und der Aufbringung von neuen Kapitalien, um die Fundierung der bereits bestehciwlciti, oder eventuell niitri zu begründenden »Kwuzothc und Kooperativen sicher-: zustellen. Im Zusammenhang damit wurde aücht eine' ,-spezielle Arbeiterdelegation nach Amerika entsendet. uni bei den dortigen, jüdischen Arbeitern. Aktionzeichnungen für .«die Arbeiterbank .-vötzunehmen. Infolge „des Widerstandes der linken >Poale-2ipn<; und der. »Bund«grupjjte des.. »Vorwärts« ist es der Delegation nicht gelungen, ein einheitliches Arbeitefkomitec zur Durchführung einer Bankkampagne ziisammenzustellen. Es wurde daher ein Arbeiterkomitee, -bestehend aus den Vertretern der KPoaksZion«, »Zeire-Zion.« und einigen prominenten jüdischen Persönlichkeiten, wie Schalem A s c h, Dr. M a g n e.s, J e h o j o s c h,. Doktor Rotten borg u. a. begründet.* Dieses Komitee hat sofort eine großzügige-Kampagne eingeleitet, dieunter den jüdischen Massen großes Interesse hervorgerufen hat. Schon zu Beginn der Kampagne -wurden 1600 Aktien verkauft. Bisher wurden in Amerika ungefähr •10.000 Bankaktien gezeichnet, so daß die Ban'kkainpagne ziemlich bedeutende Erfolge zu verzeichnen hat. Mit der Vertretung der Arbeiterbank in Europa wurde . Nachüm T wersky betraut, Zu diesem Zwecke wurde; eine europäische Z en.tr ale inWie 11, der Vertreter des Welt verbau des des >Poa-le-Zion« und der »Hitäch-duth« - atigehören, geschaffen. Die Zentrale 'besitzt ein eigenes Sekretariat in Wien, I., Ballgasse 4/n. Zu den ersten Arbeiten dieser Zentrale gehört die Ausarbeitung von genaueh Instruktionen, die die ganze Propagandatätigkeit für die Arbeiterbank vereinheitlichen sollen. Die Zentrale hat sich die Aufgabe gestellt, in Europa mindestens 20.000 Aktien aufzubringen. K 90 Wien. K a.r,t q f f e 1 h,. inländische K 135 unÄ polnische K 120 Wien; Dt|fch den günstigen Wetter-' Umschwung erfahren die landwirtschaftlichen -Verhältnisse eine vortreffliche 'Beurteilung; t; . i. \ j das Börse für landwirtschaftliche Produkte. (Eigenbericht der »Wiener Morgeuzeitung*.) Wie stets vor einer Feiertagspause blieb auch gestern Geschäft belanglos und beschränkte sich in den meisten Fällen auf Ankäufe promptest greifbarer Warenmengen zur Deckung dös dringendsten Tagesbedarfes. Die Tendenz für Brotgetreide, für Mehl e,\für Mals und für Reis ist als gut behauptet zu bezeichnen, dagegen* sind Hülsenfrüchte/ Hafer, insbesondere aber Rauhfutter vernachlässigt. Die Umsätze, entwickelten sich taxativ auf Basis folgenderiPreise: W e i'% e n, inländischer/K460 bis 470 ab Stationen, R’ogge n,; inländischer, K 430 bis 440 ab Stationen, H a f e r, oberösterreichischer, K 285, niederösterreichischer K 290 ab Stationen. Tranßijthafer K 360 bis 310 Frächtpärität ' Wibn (rumänische Ware bietet derzeit keine Rechnung). Mai s» Mixed, K 325 bis 330, rumänischer Kleinmais K 320 bis 325 und jugoslawischer Gelbmais K 340 bis 345 Wien. Gerste, slowakische K 375 bis 400 und inländische K 350 Basis Wien. Bohnen, ungarische Weiß-, K 275 Wied, Reis Burma II per April 14 Schilling 4 Pence, pro Mai, 14 Schilling waggonfrei Hamburg. Mehl, ungarisches döppelgriffiges, ung. K 72, griffiges ung. K 71 und gute Prövinzmarke ung. K 68. Roggengleichmehl, 75- bis 7870ige Vermahlung zu ung. K 55. Heu, Öberösterreichisches K 170 ab Stationen, burgenländisches K 100 ab Stationen,^ Stroh Rumänien gegen die Ueberffemdüng in’ Handel und Industrie. Die rumänische Regierung beabsichtigt einen Gesetzentwurf ^inzubriügeu, wonach.. alle leitenden Stellen in Handel und Industrie durch Einheimische besetzt werdön sollen, weiters sollen 75% der A n g e s t e Ute» Rumänen sein sowie 55% aller K a p i t ä.i s b e t ei- , ligun.gen für Rumän,^ Vorbehalten bleiben. In Handeiskreisen befürchtet, man, daß. eine Verwirklichung dieser Projekte zu einer Beeinträchtigung des Wirt-' Schaftslebens führen könnte. ' . Mitteilungen des "Creditoren-Vereines von 1876.' D a s . g e r i c h t l i e il e Aus g l e i c h 8 v e rf a h r e n w u rd e e i n g e 1. e. i t e t: Puczok Jösef, Schuhmacher, Witkowitz. Albreclrt J. & Co., Kommissionshandel, Inhaber Alfred und Johanna Albrecht, Wien, VU., Neiistiftgasse 104. Singer Ernst'und Siegfried, Käufleute, Wien, 111., Salmgasse 3. Braun H., Kuverts-und Papiersäcke- . erzeugung, Wien, IV., Taubsiununengasse 13. „Ost-West^ Gesellschaft für Außenhandel m. b. H., Wien, III», Marxer-j gasse 25. „Pechöl“; Vertriebsgesellschaft m. b. H. in* Liquidation, Wien, Vlll., Albertgasse 14: Stern Friedrich/ Delikajessenhändler,, Brünn. Großlicht A-, Ges. m, b. H/ Kunowitz (Mähren). Kaltofen F. A., Kaufmann, LeitmeritzJ Ing. Reck Charles, Autozubehör- und Vulkanisieranstaltj MähriscH-Ostrau. Krisch Karl & Co., Mährisch-Ostrauj, Rosenberg Heinrich, Schuhwarenhändler, Mährisch-OsträiiJ Schlesinger S. u. d. Verm. d. off. Ges. Felix und Adolf Schlesinger, Mährisch-Welßkirchen. Baran Josef, Peitschen-' und Riemenerzeuger, Metylowitz, Chejn Karl, Kaufmann/ Pardubitz. Pöliak Otto, Hofpächter, Pasela-Vejrec. Zachai'; Riizeüö/Schuhwäfenliäiidlenn, Pilsen. Bicik Karl, elektroH technische Anstalt, Prag I. Kolövratnik Jindrich, Öel- und Fettcrzeuger, Prag-Smichow. Sedlacek Anton, Chemikalien-' Handlung, Prag, Königl. Weinberge. Schiick Eduard, Kauf-! mann,Schildberg. Scheuertuch- und Deckenfabrik G. m. b. H.J Schönlinde, all. Ges,Franz Dinnebier, Georgawalde. Maly StaöJ Seiler/Schüttenliöfen. Dusele Josef, Schuhmacher, Neu-] straköriitz. Internationale Haiidelsgesellöpiiäft Bärcal &Mader; lnhijosef Maderjun„Teplitz-Schönau. Rieger <S\Comp.,Teplitzer Käserei,. Inhaber Erlist Rieger, Tepljtz-Schönau. Etting^r Leo,1 Musikihsfrüniente, Troppäu. Häv^l Mef, Kaufmann; Tabor. Sil Josef, Schuhwarenerzeuger, Turn bei Teplitiw Bilbermann L., Schnittwarenhändler, Witkowitz. Sedlacek Heinrich, Bauunternehmer, Wilsdorf bei Bpdenbach. Milk! Mark, Kaufmann, Komörn. Williger Brüder, Kanditen-I erzeugung, Munfcacs. Naether, Spitzer & Co., Metallwarenfabrik, Pfeßburg. Angermayer Karl, vorm. Alois Schreibe^ Buchdruckerei, Preßburg. Führer Moritz, Kaufmann, UzhorodJ delle Zuäni Giuseppe, Dignauo. Humer Vittopo, ■Drogerie; Görz. . Prihzig Clemente, Mauufakturwaren, Görz. Osnio Raffaels, Triest* Salata L. «L H.,‘ Weinhändler, Triest. Visintin Laura, Manufakturwaren, Triest Kadancz Imre, Kaufmann,Szarvas. — Der Konkü rs wur dev er-i h ä n g t: Zajicek <£ Comp., Alleininhaber Hans Zajicek, Gablonz a. N. Konicek Rudolf, Kaufmann^ ZuckmanteL „Hirek“ Buchdruckerei A.-G., Komorn. justitz .Gebrüder; Pprzeilauwarenhandel, Oderberg und Karlsbad. Vauek Jos^f, Miedererzeuger, Serail. Klein Josef Alexander, Kaufmann, Wien,- IX., Säulengässe 10. Höfmann Alois, Import und Export, Hall in Tirol. Betonbau Unternehmung Greinen & Co., Aussig a. E. Berndt Gustav, Drum. Preißler Heinrich jun. (Verl.) uqd erbserklärte Erbin Amalie Preißler, Gablonz a. N. Bratrsovsky. Heinrich, Kaufmann, Pavlov. > Gbalüpnicek Johann, Schuherzeuger, Prag-Nusle. Laubuec «L .Co., Reichenberg u. d. V. d. Ges. Aiiton Hübel, RuppörSdor-f, und Eduard Laubnen Rosenthal. ‘Hoffmann Eduatd, ( Kaufmann, Ricany. Liebscher Edmund, Groß vertrieb yc»i Papier und Papierwaren/graphischen Erzeugnissen, Bureäuünd Reklameartikeln, Pifkenhammer. Höhiiel Josef, Bäcker^ Ruppersdorf. Kassirer Ge?a, Kaufmann, Hitst. — A u ß e rde ni meldet der V er band der G 1 ä u b i g $ts c h,u tzvereine .0 e s te r r e i c hs: Abweisung d er Ko. fl Xu rseröf f 11 ,u n g nach § 73, Abs. 3 K. O^: Urban jösef, Kaufmann, Salzburg, Judengasse 13. —• Z a h I ü n g s e i n s t e 11 u n g e 11: Alfrede Pieri, Alaun-, fakturwaren, Florenz. Coop. operai impianti frigoriferi, ' Genua. Com. Ges. Alfredo Saltalla & Co., Genua. Giuseppe Rusconl, Webwaren, Mailand. Antonio Agnelip <S Co., Web- Waren, Palermo. B. G. Urba.ni, Seifenindustrie, Rom. . Orlando & Co., Holzwaren, Triest. Giorgio Caläfati, Reeder, Triest. Gejinnunatgeiioiien! <»« Wiener Morgenzeitung iß.Forteetzuns. Der Min. , Von Leopold Komperl. Endldh nach dem siebenten Spiele warf der Kandar teiit einer hastigen Bewegung die Karten zusammen und sagte mit breitem Gähnen: ' >Jetzt ist genug gespielt; du hast mich ohnehin ifchou zum Bettler gemacht, Jüngel. .Gehen wir schlafen-.< Kobt schob das gewonnene Geld zusaoftueti und Wfcand auf; er bemerkte wohl, daß ihp der Ran dar dabei fixierte. Aber er tat -das Geld nicht in die Tasche, er behielt es in der Hand und ging damit* geradezu auf die Tür, die in die Schcn'kstube führte. ' s, :> Wohin willst dü?« rief ihm der Ran dar, nach. - / 1 Ko-bi öffnete, ohne zu antworten, die Tür und rief mit lauter Stimme in die Schenkstube hinein: ■ . >Ist einer von den Gästen, noch auf? Der komme her.«: Alsbald kamen aus /den Winkeln der finsteren Stube, wo sie ihr-Nachtläget*' auf geschlagen' hatten, allerlei nächtige Gestalten herbei geschlichen, furchtbar anzusehen in ihren nicht weniger als schönen Trachten, und stellten sich an der Tür auf. sWas wollen Sie, gnädigster,, bester Herr?« meinte einer in;kläglich-schläfrigem Tone. . . ' . ■ ^Da,« sagte Kobi, inde'hi er einem .das Geld gab, >verteilt das unter euch, aber friedlich u-nd ehrlich.1 Hört ihr?« Da hätte man das Heulen und Kreischen der so reich Beschenkten hören sollen! Es war, als ob hungrige .Wölfe mitten im Winter auf Beute gestoßen wären, die sic nun in Gemeinschaft verzehrien. Als Kobi sich wieder um wendete, stand ihm der Randar. mit furchtbar drohendem Angesicht gegenüber. Kolii erbebte.' 2Was hast du mit meinem Gehle getan?<t fragte er mit der alten, schreckhaften Stimme. Wieder sa)h Kobi auf Mivl, die neben ihrem Vater ■vtand und, wunderbar! noch immer dasselbe strahlende Lächeln auf ihren Lippen trug. Das gab ihm wieder neuen Mut. :/lch iuvbV. weggegeben an arme Leute, Rebb Jpsel, ilje’s besser brauchen können, wie Sie und ich.c sagte 'HvobL mit ruhig cnb-chiedeuer' Tone* >Weißt, du, daß du-ihnen fünf silberne , Zwanziger geschenkt hast!« fuhr der RandaT fort. 2-Darf ein Geschäftsmann so verschwenden? Liegt’s in deinem Vermögen, so viel an arme Leute auszugeben?« »Mit Spielgeld,« meinte Kobi und richtete seine Augen fest auf^den Randarrwaeb* iöh,s niemals anders, das behalt* ich nicht bei mir; ich möcht* glauben, es brennt mir die Tasche durch.« »Ist das auch eine von deinen' Maximen?« sagte der Randar schneidend kurz. »Ja, Herr Rap dar!« entgegnete Kobi, -und sie wird’s auch bleiben.« Der Randar fand, wie es schien, keine ipassende' Gegenrede darauf; plötzlich wandte er sich zu seiner Tochter .um: '/ 1 /. - »Mir!,« sagte er, »zeig* den» Jüngel/ wo er schlafen kann.- Morgen wollen wir von)seinem Geschäft reden. . Gute Nacht.« ' * »Güte Nacht, Herr Ranttar,« rief ihm Kobi nach. Mir! zeigte ihm ein sdhewn.offenes Bett, das in der angrenzenden.Wohnstube‘ sta-ijd, Im Fortgehen bestrahlte ihn noch einmal da« milde Lächeln ihres Antlitzes; es war, als ließe cs eine gute Botschaft, ein Beseligendes zuruck für die Traume der Nacht, die zwischen jetzt und deni kommenden Morgen' als ■ - Brücke lag. ' ' ’ ' ,v! ' ' ' ' KoM ging noch'einige Zeit sinnend in der großen Wohnstube auf und nieder; er überdachte den heutigen Tag. Konnte er damit zufrieden sein? Zweifel und „ Hoffnungen wogten gleichmäßig durch sein. Herz, bald sank die Schale der einen, bald die der anderen. Ruhe war es nicht, die i-11 sein Gemüt kam. Kaum hatte er sich entkleidet, als es leise an der Türe mochte. . . . , . - -»Bist du noch auf?«ertönte von draußen die Stimme - des RandfU's. ' ' »Ja, tferr Randar!« Der Randar trat herein, er war «och in seiner Tagkleidung, in der Hand hielt er ein brennendes Licht. »Ich hab’ nur etwas sehen wollen,« sagte er, indem er die volle Flamme des Lichtes auf Kobi fallen ließ. »Jetzt ist’s in der Ordnung! Schlaf gut.« * 'Mali imd zerschlagen erwachte Kobi am andern I Morgen aus uualvodem Schlaft; der Schlummer hatte ihn /licht erquickt. Heber Nacht war das g^uze Heer böser Zweifel und. Entmutigungen über ihn gekommen! und hatte arge Verwüstungen an gerichtet/ So nahe dem fintscheidendeiteAugen-blick fühlte er sich schwach und! abgehetzt; er fühlte, den heutigen Tag könne er nicht so bestehen, wie er den gestrigen bestanden hatte. Wie sollte das enden? Dst.nn nahm er die Tefillin (Gebetriemen)'' r-wr Hand und begann sein Morgengebet. Anfangs war seine Seele :nic!ht. dabei; gedankenlos fielen die schönen hei-i. Hge'n Worte Zions aus seinem Munde. Dann, aber -iihe.fi; . strömte es ihn .plötzlich, wie lauterste Frömmigkeit, wie wahres Gebet; innig klang jetzt die geweihte- Sprache Gottes, lauter und immer lauter quollen ihm die hew' : ligen Worte hervor . . . Er empfand es in der Seedö, wie ef Gott um etwas Großes zu bitten habe — nämlich uni Mirl. '; Gerade als er geendigt und im Begriff stand, die Teßlljn wieder-zusammenzulegen, trat der Randar;. herein. »Gut, geschlafen,. Jüngel?«.fragte er derb. »Wie man iZ'um ersten jffale in einem fremdertl Bette schläft,« meinte Kobi, der keine Unwahrheit . sägen wollte. / Heber die breiten Züge des Randars schlich emö Art höhq^chen Lachens. . - »Heut* .Nacht wirst du schon^Tuhige-r-- schlafen,d ' Sprach der Randar in eijiein Tone, von -dein Kobi nicht wußte, sollte er ihn für spöttisch oder vcnheißeiid heißen. Gleich darauf brachte Mirl das »An-beißen«; und wie jedem Liebhaber, kam auch ihm das Mädchen heute viel tausendmal schöner ■yor als gestern. Kobi suchte nach einem Lächeln auf ihrem Gesicht, nach irgendeinem ivcfheißcn-deii Muskel spiel —* -aber er meinte eher •Traurigkeit apf demselben, zu Sehen.' Sic wagte es 'nicht: - einmal, nach ihm zu blicken. ■ ,; Als das Frühstück vorüber war, entfernte sich Mw, die zwei Männer blieben allein. »Nun, Jüngel,« sagte der Randar nach einer Weile, indem er sein blaues Taschentuch, seiner Gewohnheit gemäß, wie eine mächtige Fall 11 c entfaltete und über seine linke Schulter warf, »wollen , wir jetzt von dem Geschäft rede«.?« J (Fortsetzung folgt)