Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1154 (16.4.1922)
- Date
- 1922-04-16
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Sjpätar tönlnttöa 'sichdie Avjngsn Leute jla- Ibles^ere - Dagebsltitäteüii beivcteffei. Umd wieder läphellte isie. . . . ... Josef eiber. läcihdte mi<c!ht maifc. — V*es’oi&sen'-• DM /pierfe'd'ttcrt «aß er dla--—-wie. ^Idliäglii'dh, ■ dissie» Zju- 'saimmen'be-fUfellto: dos.^airniisel%e-n. <-Hsiur?M.tes.- SxMe 'diais- .-GOi weitergeten.? Airagst iMid Wiiidferwsi'l'e/ii' sitdegeri" üin ilhim auf. ,-MViitiräitlzeiü', B’stltfdteickeln', Ofen- Witgenr Wa/sserkübd Ihm; .sebwWdted.eir ‘Kopf. JJetzit femd'ats Gespräch' -mach gair eiuf, K'Ochgei&dBrr. bja,- ein paair Häfen mußt dur'-dii-i* kaiufeiy Eosel,«1' ’ h.crle er -die Mtu-fetter.-. .MgW-> »wie Hu deuto «»onsfc: Ikodiien'? , Bi®ien - ..Zwei-fetieir-feipf . . -— «»Nicfnt wahr,« W .sieiine, Btnaiult, »diu geit.it mergeln 'mit nfe ■. diais., K:o,chg*e^cihii'nr.. ksuLsn?« Aergerla'dh sagte .er -ml' ' ... . . ."; Ammäciiisitem Abend kehrte Rosia all-lielr.ii tiiaidH Haufc-e izairüc'k, Ganz s-jtiH;. setafe aifefeh in . Hyn iWmikc-: beim' Ofen1 undeilst, anaicli l-aingem Fragein sagte sie mit toinfcser, gainz, veo^iictanter Sti.imnc: % Die drei Hä-fen . -uind,;, direi .WsL>e8DÄss .te-ten ' 24.000 Karonen1.«. Die .M'uWter, seMiug die ’Hä’nde tib,er dem Kopf zipisamnateaiv .,-Qib dbis. ehn Schctz «ei? Das Aiädtciheiii IacÖiite Ikiutriz .icluf... .»iMir i-.=.t riicht: tzrilm Siptasson' Au>m>uibe.« Sic. siHainld aiuf wlrfd istiredkte fsiiclt ^■Icb'• gißluibe fbefntahe,. ,diie. Häfedai. werdiami cm uin- 'überwi'itidiielies E'hdiiiindierfn'iis «M.«. Aeng-idioh- Ibegainiii' dlie Moitter. »M-am (köninitto vicllsieht Onkel iTh'ecdtor,' doch änochibifete'111 . . .« Die .Todhiber wiin'ktc.iab. 2-Nem, M'ania, fe§<niiiii%. Dai§ .öützt ..ja dodh' sEnirbit. Ich . 'glaube, es sjlpicll.niiiht.'djle Häfeblin iFjlefittr. Joisef iis't das G-ain^e . 'Zimyiidte'i: .. gewoirdten] kiia> Sorgeinv dias.Sipöi-en, d^’.Hdiriäite'n«.., Mir isdieimt, er.'kantii die be.guiamteir liateiC«, 'Und wiedtif flratch..einer Bamse: »Kr Hnait: gesagtjWeiÖt dm-, we'mn’s gb sö.Sdhwer geht, so antuß e& |ä irilödit spind« Wiedielr ’iaidhte .sie, ©cuniderbäir hianib laihf. •»•VieUeichit findet er eine .Fr.aumit einer - eiiuMr lÄdtychsn.. oUnhNg. Older eW; Ibei . dier.. . ... .LH , s'Ä MDh ''so. geht. Mih', Al'ame, du., miußt mehlt Äuf- Am Ihösie semt - Ibr hat.. . .!}j, .... . gainz Feeht.«;; . i i.-' /. ' 2 . DM w.- Äais Httade. ‘\iciii1 HpÄDs' Ma>uWrÄimen. AeÄ dM-Lk-n' ..Hiigs!Ma-d>cheii . sitc.li^ 'ah1' vetraMorn;'.' Sie; geht immer .MsndW'd. ^g^'nifc./gÄdlei{iet,'tisfcr.fäist 'feinem Abenid;'zii' .Häjüise, iiinicl1 uiati tinifft eie pitfgenfe iiti Herreav goseliisielinlfib. Ihr guiber Nuik, aim dien'''memLid m [rir|rr'e-n; bvVi'gte,; 'ist dtoirü'ber vieiriöiren fefehgem T ktid jlir-e Knitter.ist mi wemigein’ Moaiatm eine ganz Me Fnafj / -gewoiridjen." Sie sipnidTt ■ . mit mearandem 1 dat'übeir, dhör sie weiß geiiiiaiu1,'diaß sie ilblfe Riciseliniciit juinfcer de,in TämuMmimei ®eten ivinid. Die »Kaissenc^ilcs. sindh^u »teuer. ' . 1 ■ ' K, -M. "" Fürsorge der Fürsorge! - - dies - -dier gehende Hilfeschrei der iir Iriurxem- -an die Ohren der, Bewohner dieses .verarmten ReieJie'Sr nmid hin ans in alle Länder dringen muß. Nicht «itur zahlreiche il-dteime Fürsorge vereine hmd--Institutionen miußten bereits im Kamille gegen die Entwertung ihrer. Fonds, gegen die nngehenicrilkhe . Steigerung aller Spesen und gegen die nur zu iw-ohl begründ eitern ■Gehalts.fprdemigcn; deir Angestellpen erliegen. V.ide, große,4 für das Gesamt wohl der österreichischen Bevölkerung unentbehrliche private' ip'ür&argeinstittitioine'h. venscldoiern, durch Herabset- Wiiing ihrer-' Tätigkeit auf ein völlig, uhzureichendes {Minimum ihren Zusammenbruch. Und wenn jetzt [die Kachricht durdi die B(lätfcer geht, daß... der Verein;»Tagesheimstätten für Kriegerwaisen und -Kinder lim Wien« s-cimen. 130 Angestelltem gekündigt hat, |da er 'sich gezwungen -sieht, aht 31. Mai seine sechs Heimstätten zu schließen, ’so ist dies nur insoferne eine Ausnahme, daß es'hier ein. Vereinsvorsfanid ^agt;. klar, izu bandeln, und-offen ,ziu isiprochem. | Die Theorie ist immer leicht zur, Hatnd und so gilbt es viele, Leute, die mehr öder .weniger gelehrt die Notwendigkeit des ■ gän'zlidlieii Verschwindens 'der privaten Fürsorge beweise«'. Wer wage es aber,; unseren 'krankem Staat, ..die--öchwer kämpfenden Ge-! mcradeiT-oder gar dfte Wiener -Kultusgemeindie, für; Hie selbst eine große Hilfsaktion im Gange ist,, zud SHebernahnre der ge&aniten Fürsorge au zwingen? Die eine Und Institutionen seihen seibstveriständ- Ncb ihrem Zusammenbruch nicht müßig entgegen. Mein,-die Gebefreudig,keit der .Bovöl'k-eruuig versiegt, die .Hilferufe ins A-uelaind zeitigen immer geringeren Hitrfolg, ,und so muß die private Fürsorge von. dem {Staate, .den. sie so sehr en-tlai&fcet,. forderin', da-ß er beiträgt, ihre Existenz zu stützen. Am 16. Dezembur 1921 beschließ nun der Na- {tioimdrat ein Geseitz, die, Gehalte der in privaten In- Wütutionen . beschäftigt ca . Fürsorger und Fürsorgerinnen seien den Gehalten der in öffentlichem Dienst .'siebenden Fürsorger aniziugleichcn. Die Differenz •habe der Staat izui bestreiten. Am 31. März ist dieses -Gesetz c r lots eben,.die Durchführungsive.rordnnng e'm ist ober .[bisher noch imnier nicht erschienen. Vertrauen aszf, die volle Gültigkeit des einstim des iNÄawafeaAes fehen Letzte Nachrichten. Die Konferenz gesprengt? Die Russen fordern 50 Milliarden Goldrubel Schadenersatz. Genua, 15. April. (Am 16. April, 1 Uhr nachts, eingetroffep.) In der heute nachmittags bei Lloyd George stattgefuiiden Sitzung der Delegierten der Hauptmächte, erklärte L i t w i n o f f, Rußland stelle Ersatzansprüche in der vorläufigen Höhe von 50 Mi 1 l i a r den Goldr u bel. Dieser Betrag sei als Entschädigung für Wladiwostok, die Verwüstungen durch die alliierten> Truppen und. den Verlust1 Beßarabiens gedacht. Die Forderung rief unter den Sitzungsteilnehmern ungeheure Erregung hervor. Lloyd George erklärt in längeren Ausführungen die Forderung als u n a n n e h in b a r. Wenn Rußland darauf beharre, sei die russische Frage von der Konferenz ausgeschlossen. L i tV i n p f f erwiderte, der Weltkrieg sei ein Duell, zwischen England und Deutschland gewesen. Lloyd George wendet sich erregt zu Barthou und fragt mit sichtlicher Ironie, ob dieser nicht bezeugen könne, daß Frankreich nicht auch mitgekämpft habe. Rußland habe die Alliierten durch den;Brest-Litowsker Vertrag in Stich gelassen und feindliche Kräfte freigemacht. v.L i t win off meint, Rußland r damals am Ende seiner Kraft gewesen, Lloyd George erklärt, ipan könne die russischen Forderungen nicht ernst nehmen. .. Hierauf verlassen die.russischen Delegierten den Saal. In der nun folgenden Aussprache der Vertreter der Mächte wurde beschlossen, den Russen eine unbefristete Bedenkzeit zu lassen und 'ihnen zu ermöglichen, sich mit Moskau in Verbindung zu setzen. Exkaiser Wilhelm bdiaupt'et; ' daß Trotzky euieltü »Orden des Antichrist«: gestiftet habe. Man erkennt immer klarer,* wie unrecht man dem armen Fiirste^ Bismarck getan, als man ihm »verübelte, daß er seines* zeit schon den Kronprinzen Wi I h e 1 m u n;t e jl B'.e ob a c h t -u-rr g stell en 1 assen w oll t e. , . >. „ - - .._... Man soll niemanden unrecht' , tun'. Es ist. em schmähliche Verleumdung, daß .die 'ungarische Folizeii den Bomhenattentätern Zeit zur Flucht lassen will. Dia Polizei weiß ja ganz gut, daß dieses nur so lange geschützt sind, als sie in Budapest herümspaziereii, .und .daß Hbrthy sic höchstens darin aus Angst" vor demi . Ausland a’burteilen' müßte,/ wenn sie auf der<Fluchi ergriffen .würden^. . b J _ V v' Den Juden wiif'd' immer . der; Vorwurf gemacht’,' isfß' seien sehr wehleidig. Das bestätigt sich wieder anläßlich! des Bomhenattenfats in Budapest, hei dem' J u dc iti und. liberale Clrri sten in die Luft -g.e< s p rengt werden soll t'e n. Man hört ab er. wiederj; n'-u-r di e J u d cui . über d a-s > Ve rb r e chfe,; s c-h r ei e n! , . , A nui mr bereit« einige auch ©idht b'e'ondeitS gutsiteierte Vereme die Löhne ihrer Angestellten bve®ent!l®oh erhöht itiid pm~ ist., das Fmafeministermip «nurgewillt, ZO Fr-o-zeinfc der jetzigen Gehailts-diifferen'z: ®us<mbe* zahlem^ Die gegenwärtige, bereits llierabgeniiiiderte Ford'dr-u'ng der gesamten privaten Fürsorge Oesterreichs 'beträgt 390,000-000 Kroaren, wogefew nur 64,000.000 Kronengewährt werden isoitlen. Das Ißiulnldlesimuinii&teiiiluim' für FiinölnJzsdil isldieSwfc dien' Ehmst dleir Säftuiation izitr verllöeidniefir. Dlie in cker iredwÄge«. Fünsioir^e ©fcelh*emdlesn ^druiSsfünacffigör ibezielhiöii.' h^te^nodh^Mioniartii^lrftJe vion K 112.000 bis löidhisitieois K 30.000, Was Ear^ilßs M eiEr sMr ibenjierkbiaifeii; BeMfsSWM ^fD^kß fet.' ' , '*" ’ ' - . Bir-icfliit iiaibsäclifliidi nüMer g-ösaim-fceis pirüvalt'es Füi-- sorgewe&en- •zuisaimimton, dlautn wml man' eirtslt an «der Uieiberfü blnmg der B esserufagsiainikakbeni, KerÖdar, %>itäten*, Amwear-Mumd. Tcnrenhäruseir ©rlbeaiinm, iy-rs 'pirodiujktiiiv diiie. 390.. MlÜHitmien, 'Krchfep' skugetegit gewesen wären, die der su^-au-'endleia Für«birgetätigfeit .ziiguteikioinime« sid'l'tieii. Dais. erfloeichieine G-eisetiz' vioim 16.. Dezember; 1921 -nruß baflljm-ögilrällät LM iG&sze er-füNt werufm - Nur ein paar Bemerkungen. Die^ >Erwacheudenc, die in Ungarn für die Rettung des Christentums O-pfer über O p f'e'r bringen, erzielen in gewissem Sinne wahre — Bomben-, erfolge. '» - + . ■ ■ Der ungarische Ministerpräsident hät' in einem langen Memorandum vor der Konferenz von Genua Klage über denmangelnden Schutz der Minoritäten geführt.-Graf.Bet-hlenhätte -sich ganz , kurz fassen sollen und. hätteeine erschütternde .Wirkung erreichen kömient Er hätt.e -nur auf das Schicksal der j iidiscben--Mi'n-ord-tät '.in' .H-m-gatn h weisen müssen.. : , ,r -.-.-GAA •- Ein -Dialog 'im. ' d-e rum g arische u Königsbürg in BudaVhst. Horth^: Was bringen Sie, iieber Graf, Neues? Hat man schon eine Spur von den Attentätern? ,. Kl eb eIs ber g: Ja, Durchlaucht} man weiß.'.. — H 0r.fchy.(rasch, unterbrechend) : Als6}: man weiß schbn, 01b die Fäde/i hach W i e n oder mach M o s k a u führen? K1 e b e 1 sb drg (verlegen*): . Da« niöht; Durchlaucht, aber man. . weiß schon ganz genau die Namen der Verbrecher, die in Budapest leben... Es Sind dies... --- H 0 r t h y (empört) : Genug, genug, Herr Graf! Alles sträubt sich in mir, die Nanien von Menschen zu hören, die uns solchen Kummer bereiten ... Auch Sie, lieber Graf, sollten eine unbesiegliche Scheu empfind en, diese N a in 6 n a u c h nur ü b er d i e h i p p e n z u b rin gern... Adieu... Sie haben mich wohl verstanden? —- Klebe! sb erg (verbeugt sich tief): Ich verstehe, Durchlaucht'! Gewiß, vom solchen Menschen sollte man g-ar , nicht sprechen.-: Die >Arbeiterzeitung« macht jetzt beträchtliche Anstrengungen, um die >Reichsiposk im >Antisemilehi« zu übertreffen. Der Grund? Die >Arbeiterzeitung«:, leidet äti dem » S i c h n! c li t erkennen gebe m- - woIIe-nc. Das ist eine Charaktereigeiischaft, diejman -r~ leider —1 nicht mit Unrecht oft im: schlimmen Siinne: als Aj ü,d i s c he bezeichnet. ' ’ » . Der ungarische NLinisler des Innern hat einem Journalisten gegenüber erklärt, die Buda-pester Polizei v habe in der Bomibenaffärc geradezu — Uebermenschliches geleistet. Da hat der edle Graf wahr gesprochen. Nach menschlichen Begriffen ii st cs unfaßbar, d äß man d.ie T ät,e v auch. n»^d «-li Taee« »ic.hfc haH .b Die Budapester Kefker. 11! Der ehemalige österreichische Offizier Josef K atZjJ Wien, XX., Othraargasse 33 wohnhaft, wurde gelegentlich!' der Besetzung von Westungarn seitens ungarischer Banden1 wegen angeblicher Spionage verhaftet und in das Buda-j pester Militärgefängnis eingdiefert, wo er volle 60 Tage zubringen mußte. Herr Katz, der gestern in Wien an»1 gekommen ist, teilt mit, daß er ohne Hemd und ohnej Unterhose In einem feuchten Keller untergebracht wurd< und wiederholt körperlich schwer mißhaiideh wurde. Man habe ihn mit brennenden Zigarren am nackten] Leibe gebrannt und ihm mit einem Rohrstabe Schläge aiif? die Fußsohlen versetzt. Erst gestern wurde Katz mittels! Eskorte bis an die Grenze gebracht. Herr Kat z fügt, seinen Erzählungen hinzu, daß fast 2300 Mann, angehörige verschiedener Staaten, noch in Budapester Gefängnissen unter dem Verdachte der Spionage schmachten, wo sie! fürchterliche Qualen über sich ergehen lassen müssen. v * Das Neueste ist * * * Das Neueste ist nämlich, daß' Schiffskarten als produktive Kapitalsanlage zu betrachtensmd. Besonders wenn man sie mit. einem nicht ge deckten- Scheck bezahlt und später zurückgibt. Der geniale Entdecker dieser neuartigen Geldtransaktionen beging leider! nur die Vorsicht, sich mit seiner Beute tatsächlich nacW Hamburg zu begeben, eine Handlung, die so verwünscht' gescheit war, daß die Polizei ihr nicht gewachsen warJ Sie gab das Spiel auf und suchte den Kapitän wirklich! hn Auswandererhafen. Daß sie ihn dort fand und so die1! Welt um etliche spannende Filme und : nicht minder} spannende Feuilletons, die alle, sclion bedrohlich durch! die Luft schwirrten, ärmer ward, ist wirklich nur die1 Schuld der Polizei selbst. Man muß Sinn für höheres Kalkül1 haben und begreifen: Wenn er sägt, er fährt nach Ham-' bürg, fährt er doch nach Budapest. Aber wenn er sagt; er fährt, nach Hamburg, will er, ich soll glauben, er fährt?1 nach Budapest. Ein wahres Glück, daß wenigstensrechte zeitig die deutsche Staatszugehörigkeit des „amerikanischen?' Kapitäns“ ermittelt wurde, sonst wäre die Situation kritisch, geworden. Wir sehen schon drohend geschwungene Kanonen* Reparationskommissionen, Völkerbündnisse und andere: Mordwerkzeuge blitzen. Aber, gottlob, der wackere Mand ist ein Deutscher. Er hat nur durch einen unbegreiflichem Zufall des Weltgeschehens ordentlich englisch sprechen ge--! lernt.. Das ist zwar Unnatur, aber die Losung ist sonst durchaus befriedigend, daß man dem Landsmann den kleinen! Mißgriff gern verzeiht. Denn der Deutsche kann keinen-Britem leiden, doch seine Sprache spricht er gern und schlecht! Nur der Eisenbahnminister mag die Sachlage beklagen: Der erste Passagier* der über unsere Bahnpreise nicht kr Jammer und Klage ausbrach, der willig 60.000 Kronen zahlte, er war kein einsichtsvoller Ausländer, sondern--ein flüchtiger Scheckfälscher. O tempora, 0 moresf - -V;v-' > Kater Murr-.»*-t * Daher die Liebe... Als wir vor einigen * Tageid in der >ReichsiposU die Versicherung;Iasen, -daß der! Antisemitismus (das Blatt hetzte dieses Wort'' so’gar-fe' Anführungszeichen!)• ..der 'katholischen Bevölkerungitfiii - tiefsten Wesen -- Liebe und Mit leid, sei, wax-enT . wir auf das «dicke Ende■ neugierig, das sichda.ivoiv bereitend ankühdigte. Wir haben -nicht .lange zu warten), gebraucht, es ist schon, da: Im gestrigen »Neu d« Wiener Tagblatt'e, also einem »Juden bl att.«j kat’ ex-ochen, veröffentlicht Herr Leopold Ruits c ha lc einen S c h 110 ’r r a r t iik c I für - ein — ' L u e g e W D enkmall Und daß er seinen Appell nicht etwa nun an jene Arier richtet,* die ohnehin christlich sozial sind und nur aus' ästhetischen Gründen lieber ein J-udenblaftti als die:>RoichsposU lesen, sondern auch an die :> gewissen! anderen Mitbürger«. (dieses Wort' stammt von Lueger)/ beweist folgender. Beschwichtigung,sipass.us .seines Send-? briefcs: .>Ini damaligen. Zeitpunkt war Dr. Lueger wohl die timstrittenste Persönlichkeit des öffentlichen) Lebens, Seine Kämpfe um die Herrschaft lii der Ge-:; nieinde waren v-öh.d6n fedenschaftiidistcn. Auseinander*-?; Setzungen im . Gemeinderatssitugangssaal wie in der, Presse und in den Versammlungen 'bcgleitfct. Daß dabei! in Angriff und/Verteidigungoft über das Ziel, hinautz-, geschossen wurde, war aiieh-t* zu vermeiden. Politische Gegensätzlichkeit, Mißgmvst und Mißtrauen schufen ein! Zerrbild des. Wollen« und Könneps des Mannes,.’dessert heiße Liebe zur Stadt Wjen ül>er alle Zweifel erhabe-ht war. Itn Laufe von Dr. Luegers Amtstätigkeit trat -seift; Bild als 'des -selbstlosen, hingebütigsvolleji Sacliw'altCrsider Stadt Wien immer schärfer in Erscheinung}' dier Gegensätze milderten sich, und manche Feindschaft retv wandelte sich, wenn schon nicht in. Freundschaft, so i’ni ein ungeheucheltes Achtungsverhältnis\«. Das heißt, auj der jesuitisch geschulten Dialektik Kunschaks in $4 klare und nüchterne Sprache, die wir Juden verziehe.,^ übersetzt, ganz einfach; Den Aufstieg zum Bürgern meisterthron bahnte sich Lueger durch eine maßlose! \ fectenhetze. Als « o-ben war und er daran dark*»-’