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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-09 · Heft 1147 (9.4.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1147 (9.4.1922)
Date
1922-04-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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,<5eite 6 Wien, Sonntag WIENER MlüKGENZEITtLNG 9. April 1Ü22 Nr. 114? 2. Lebensjahre, sofern nicht die vorhandene Frischmilch für deren Versorgung ausreicht, je 3 Dosen und vom vollendeten. 2. bis zum vollendeten 6. Lebensjahre je 1 Dose gezuckerter Kondensmilch ausgegeben. Der Preis betragt für die Mindestjcmittelten und fitr "die mit der Zusatzkarte fiir Arbeitslose bcteUtcn Arbeitslosen K 300, die übrigen Bezugsberechtigten K 600 per Dose. Bühne und Kunst. Raimund-Theater. j??' ^Johann N cs t r o y s :>L i e-b es g c s c hi cli te n imd Heiratssache nc, M;usik ‘voüiH e b’e.n st re! t) * Als man vor zwei Jahren Raimunds' b Gefesselte ‘O-'feancasicc wunderschön auf führte, hofften , wir, es sei niit Glück begonnen, den Wiener modernen' Operetten-; /betrieb au^zuvatiehem. .Es blieb, beim Anfang. Dieser .kost-frclic Ncstroy- Abend ist die viel versprechende Fortsetzung. Wir wünschen ihm und der- Wiener , heiteren ' Run st ungezählte Wiederholungen-. Ein glücklicher 'Griff. Andere, auch nur annähernd gleichwertige (Wiener Stücke mit Musik mögen .nachfolgen und dein •scheußlichen Operettenunfug; allmählich den Boden -ab-, jgraben. _ . . z Wie lebensecht dieser Miiauigekoinmcnc Fleischsexchcr Florian von- Fett, wie liebenswert der Hallodri Wobei, dieser Hauptkerl, der findet, daß die Arbeit.einer erfand, .der .nichts.-zu tum hatte, wie humorvoll und |treffsicher hat der unsterbliche Ncstroy den hochhnögemden Marchese Vincelli gezeichnet! Dazu' einejechte, reinliche, gemütvolle "Wiener Musik, eine ^wisdaenaktspolka, die stürmischen Beifall auslöstcj-cinc (Reihe richtiggehender - Altwiener Couplets (mit neuen /Strophen, die fast immer richtig gingen) und die wanne ^Fröhlichkeit der Posse, eine Unzahl kerniger Ncstroy- $Mfoute, verschwenderisch verstreut. , Herr Direktor Beer hat das Nesfcroy-Stück sorgfältig und verständnisinnig. herausgebracht. Mit ältväteriieher Behäbigkeit rollt der 2 wischen vorhäng auf» idic Einrichtnngsgegenstände "sind lustig" auf -die ''Kulissen gemalt, eine illuminierte Tafel, die.ein Bühnenarbeiter nach artiger Verbeugung jeweils.äbträgt, belehrt [das Publikum über den Inhalt der einzelnen Bilder. — jTDie Darstellung blieb hinter der Inszenierung zurück. jDret Schauspieler sind ganz hervorragend: ' Oskar •H o m o 1 k a als asthmatischer, protzig-überlegene^’ Herr von Fett, Eduard Eo.i'bner in der Rolle des -Marchese Vincelli und Anton Gau gl, der >Wirt zum silbernen. Rappen«. Ludwig Stärk als Nebel -'tüchtig, aber doch nicht votlisaftig genug und dem-Dialekt ,nicht gewachsen. Vortrefflich Fanny Förster und aecht bemüht die Damen Biedermann, Gutmah n, Wi-tzmann,. die Herren -Neu geb aue-rfB ö hm und Kn ei diu ge r. — Es war ein Erfolg wie1* bei einer Jung-Wiener-Operettenpremiere. Bloß ohne Gktque und ohne Blumengarten. Aber dafür mit JScstroy, . O. A. > Mitteilungen aus dem Publikum. ■ mrBBEi ■ B KB «B B 9BIBHQII HS BBIVBI HS« ÜB i Tief reduzierte Preise!] 5 Damenlacken; Jum$er ■ BBusen « B H- M Kinderkleic&ctien! Damenmänftel ■ ScHaBsetc. ■ ' ". ■' .U alles aus feinsten Schaf wolle und Kunstseide a. •; Wirft:- tihdStrickwareiifabrik 512. ■ : HERMANN ROSNER, Wien, Kl, «Mw«I 17 I * Tclcfllicm 80-1-90 Straßenbahnlinien 8, 18 und 37 * niBBBH BS B WH 1R9IB B.B B ■■■■BBBBBBBBBBBBBBB Wäschesalon D. ROSENFELD . - :: CKORITSCHAN), . WIEN/ I;, KOHLMARKT :5 - KARLSBAD/ ALTE WIESE/HÄUS Di/MAYER KOMPLETTE' BRÄUTÄ.tlSSTATT Ü[NG!EN . 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(Einaklerabeiid: „Mutter“ von Dechant, »Alter Bütgerstolz^ von [ Karl Adolph, „Die Lore“ von Hartleben, „Andulkir von Ludwig Wolf.) . Erst di q Pflicht, darin das Vergnügen — also begann die Reihe mit dem Einakter von Hätte Dechant. Die gute) Absicht .ttrid redliche Gesinnung ,de'8 Verfassers stellten übd jedem Zweifel, aber damit allein läßt sich kein wertvolles] nicht , cininal ein [wirksames Bührieriwerk formen und ob dei Bewegung gegen Müfterschäftszvvärig mit.diesen gGinnungs^ tüchtigen und mühselig kons^ierien afamätischen Dafle-i ln- und ausländische Markenwaren 502 En gros stets lagernd En detail JOSEF ECKHAUS, Wien, II., Schmelzgasce 4, Tel.41-7-43 / w Heu eröffnet1-—^ Schuhhaiis „Zum SlraSenhof“ Wien, IS.» Taborstr. 24 a Herreri-s Damen-, Kinder-^ ^SW. h m Ibk a und Geaeüsc^afSs-^^ggBsJlii@ , - . in erstklassiger Ausführung wr zu konkurreiisfosieR Preisen'tü* 169 Richard Sorer,!., Rotsnturipstr. 31 (MeuaniG) Olga Weiß Kläphölz Ktkhon@[sräte för Peüadi * I. 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Dieser fainiose Einakter zeigt wieder einmal deutlich, wie wenig eigentlich zutp Stückeschreiben gehört," wenn man es nämliclV kamij Die Idee nicht überwältigend,/licht einmal nägdneii, denn die -Lächerlichkeiten des Empöfkömniiings/ sind, oft geiiiig schon Gegenstand der dramatiscileü Schilderung [gewesen^ die ^Verknüpfung nicht, sonderlich spannend, der Diaiöjj nicht geistsprühend — und das Gähze doch frischj amüsanj, herzerfreudnd. Das Stückchen spielt im Hause der „neuen Reichen“. ‘ Bei [ de'in ‘ gewesenen"" Pferde*! fleischöauer und schnCr ehrgeizigen' dattin hat eis „unters Rad der ’2eitw geratener Adeliger eiij Unterkommen als Haushofmeister und Erzieher zum gute« Ton gefunden. Natürlich verliebt sich das Töchtercben dej Hauses in ihn, natürlich rasen die Eitern, da sie es erfahtenj und ebenso selbstverständlich schlägt ihr Zorn in unbe^ grenzte .Wonne um, als sich der schlichte „Schwarz“ ah Reichsgraf, Ritter von und zu mit sieben Vornamen ent-» puppt. Also nichts Besonderes 1 Aber wie köstlich die Bil-i duugsschnitzer der Frau Selcherin, vvie gut; beobachtej die kleinen seelischen Schwächen , und welch , reicht Möglichkeiten für die ' Kunst der Schauspieler^ namentlich für Fraü-Nessy Pucher und Herrn Kneidinge^j Menschen auf die Bühne zu Stellen. Es war nicht-nur.eiii großer, es war auch, ein redlich verdienter Erfolg.un«! . Beifall, für den. der etwas allzu spröde davoneilende Auto! mehrfach danken jkönnte.- „Die. Lore“ von Otto Erich Hart< leben kennt man als die reizende ^Gescliichtie; vom"abg©« rissenen Knopf“. Selbstverständlich [ gehen bei dei dramatischen •-Form . die letzten. Feiriheiten[verloren, [dpcli - wurde: die kleine Komödie, so /flott .und verständnisvoll - gespielt, daßman sich ihrerherzlich - [ freute. Ditz [ Herren Äitljoff, Öerstl. und IV^ahr. waren .aile[ ' dfei' yprtreflücli : und.! ['Ffäu Hermann- Norm.' bracjhjeCf- Loce.sri' berühmte „Flunkereien“ so mundfertig und anmutig zum Vortrag, daEl das Publikum seine helle Freude daran hatte. Gröbere . Kost[. bedeute, die Burleske,j^Andul ka“ voll Ludwig Wolff/ .^e:Jrku[;Nie^/(^f'eg^Äiit^^als tschechisches Dienst-» mädchcn bei: "dem von Literatur. unverdorbenen und ah4 spruchsloseu/Toil d^s. Publikums .waftre Lachstürme zu entfesseln, Zänzeri .ein' gelungener Aben^/Ä^flWmL'ü 'dem Stadttheater' zu -Daiilti yetpflfebtet ist. .... Neues über die Bühne in Sowjetrußlandi Das Theater nach der Oktober-Revolution. Die Bühne als Propagandämittel der Sowjet? repnblik.. — Die Freibühne für lpO.OOO Zu* schatten — Improvisierte Aufführungen. H u « 11 y Carter veröffentlicht in der engli« sehen Zeitschrift „Fortnightly“ einen recht interessante»! Aufsatz, über die Theater in Sowjetrußlatid, dessen Inhalt wir kurz wiedergeben: - Vor dem Kriege gab es in Rußland drei Kategorien von Theatern: die subvenübnierteii kleinen und große»! Bühnen, die Shakespeare, Euripides, Ibsen, Möllere wi< auch Gogol und Turgenjew spielten, dann die Mode«< bühnen, die sich beinahe ausschließlich dem Pariser Lust-j spiel widmeten, und die Bühnen, welche-die neue Kunst pflegten. Der Krieg änderte nichts daran. Sogar die Oktober-Revolution 1917 beeinträchtigte die Theater« Produktion nur wenig.-- Die neue-Regierung hatte andere Sorgen. Das Theater blieb unberührt, eine Oase, die de« Schauspielern/ Wje auch den’ Opfern der großen politischen Tragödie Zerstreuung und Erholung bot.1 Man spielte weiter Werke von Riuisky:. Korsakovv,, [Tscliajkowskyi , ‘ Puschkin, von Scribe, Bizet, Äiaur|ce Donnay, :I6sep> Maeter« linck .und Euripides. Als auf den Straßen von- Moskäd ■ blutige Kämpfe ausgekochten wurden, spielte man im Theater „L’oiseau bleu“ von; Maeterlinck.; . / - Im Jahre 1918/19 setzten die Theater fhrc Tätigkeif . fcirL Strauß’ „Eiektkä“, die „Elektrischen Puppen“ voll; Mariuetti, „lCönig.-Lear“;/;SaIome“ von'OökärWilde, »pte: ''Buchse der Pandora“' von Wedekfnd und Werke von [Mozart/ -".Wagner," Debussy'und^Öff.eüb.äcirefschieiien ab«. Wechselnd auf den Theaterzetteln.. Das Theater stand außerhalb der .sozialistischen Bewegung. Und „doch läfiii sich mit der Zeit auclf auf der Bühne' der' Ptpletaricrkurd •verspüren. Es bilden /sich ■ Tiieaierkoopefativen un# -gesellschaflen mit dem Vorsatze, Neuerungen einzuführem : Öle Aufführungen voii Verliaerehs „Rebelies“, von ddi1’ „Einnahme der Bastille“ voll Roinäin- Rollatid und vpjnh .ßessaikos „Der Maurer“ 'wären Offentiarüu'gen einer neuen1 Ethik und Aesthetik. Die Sowjetregierung kam endlich dia« rauf, daß das Theater sich für Propagandazwecke sehr gu^ verwenden läßt.'' In der Zweiten Hälfte, von . 1919 hat siV . 625 Millionen...... Rüb.eL dem. .Theaterbudget ...gewährt. Am L November lagen bereits 225 Exemplare neuer Bühnenwerke auf. Mau. wurde gewahr, daß findet man eifigllsehe Hesrren* und Rämenstoffe, Kamm» garp«, («verwais, Seidenstoffe, Eiamine, Dirndl* »toffei, ^11% (tafterware» mir in tlvr MU- I-IW VI., Windmühl! m gawe Nr. 2 3114

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