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Wiener Morgenzeitung · 1922-04-06 · Heft 1144 (6.4.1922) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1144 (6.4.1922)
Date
1922-04-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Der Vortragende betonte einleitend, daß. die ' mmer mehr um sich greifende A r b e i t s 1 o s i g k e i.t nie unmittelbare Folge unserer wirtschaftlichen und änanziellen Gesetzgebung sei und daß nuf eine Abkehr?on dieser Art der Führung des Wirtschaftslebens Zir;iner vernünftigen Produktion und damit zur Anbahnung, snd zur Aufrechrerhaltung regelmäßiger'Exportbeziehungen , führen könne. Wenn nian auch die furchtbaren'■Wirkungen des unmenschlichen Friedens Vertrages von St. Germain und seine sozialen Rückwirkungen entsprechend berück-; Mcht-gt, so dürfte man dennoch die entsetzlichen Mißgriffe'unserer Gesetzgebung auf wirtschaftlichem Gebiete nicht wefter tnnnehineu. Die Gesetzgebung habe -sich dermaßen zu dem Rechtsempfinden des. Volkes in Widerspruch gesetzt, daß inan ihr wplil einen Mißbrauch des . Gesetzgebungsrechtes zum Von\urf machen müsse. Dazu" komme'’noch' die Mißwirtschaft auf finanziellem Gebiete, welche die Zerstörung - des Kronen,werte? . lierbeigenihrt habe, wodurch die Voraussetzung für. jede | Sparsamkeit, nämlich die Erhaltung des Eigentunis in unverminderter Weise, wegfällt. ", Der Vortragende kritisierte weiters die Besteuern n g derScheinfc w i n n e, die rücksichtslose. Ausgabemvirtschaft des taates ohne Bedachtnähme auf seine Einnahmen, die Gedankenlosigkeit, mit der man daran vorbeigeht, daß das österreichische Problem ein Produktions- und kein Steuerproblem sei und betonte, daß in einem Staate, in welchem die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nach Indexziffern entlohnt werde, durch Umsatzsteuern weder eine höhere Produktion noch ein verminderter Konsum erreicht werden könne. Oesterreich sei nur zu helfen, wenn die Gewerkschaften. zur Erkenntnis kommen, daß 'die Entlohnung nach Indexziffern sowie jede sozialpolitische Belastung den Wiederaufbau verhindere, weil hiedurch nicht nur eine Ueberleitung von überfüllten Berufen. zu von Arbeitern entblößten'Berufen, sondern auch unserer Industrie die Uebernahme von Aufträgen aus dem Auslands Unmöglich werde. Bankhaus S, Bösel. Kommerzialrat Bösel errichtet unter der Firma 8. Bösel ein Bankhaus in Wien, Vill., Friedrich-Schmidt-Piatz 5. Das hebe Bankhaus wird, sich neben dem regulären Bankgeschäft in erster Linie mit Ver-' 'mögensverwaltungen 'befassen. - Mustermesse in Valencia. In der Zeit vom 10. bis 31. Mai 1922 wird in Valencia die. V. Internationale Mustermesse abgehalten, zu welcher auch Fabrikanten und Erzeuger aller Nationen zugelassen werden. Nähere Auskünfte hierüber erteilt die Exportabteilung der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie in Wien unter Zahl 3278. Zollgeldaufgeld in Italien. Das Handelsmuseum ♦eilt mit, daß das Zollaufgeld in Italien bei Zahlung des Zolles in Banknoten vom 1. bis 13. d.M. mit 282°/o (das ist 3.82facher Grundzoll) festgesetzt wurde. Börse für landwirtschaftliche Produkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgeiizeitung“,) Trotz unveränderter Tendenzmeldungen von den kontinentalen und transatlantischen Märkten erfuhren die Preise für Waren, die prompt greifbar erhältlich sind, eine kleine Erhöhung. Im Vordergründe des Interesses stand /Weizen, inländischer Herkunft, der bis zu JK 425 Wien Wien, I., Marc; Aurelstraße 5-7; iimimiiimimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmii , ■ Teh Ki*. 2B-4-3B, 20-5-91, 20-6-46, 22-5-76 U ■. Tatogramm Adresse t Contfnentelbanlc 133 h S WeehseSsiub®, IS.,Taberster, 46 a- Tel. 49-4*28! g , «I.LI.M..- ».-n. ■■I1I..-ITI. ■■■<■ T. i: ü«. ... II I I Ml m um... . , ». Sank und Wechselhaus Wippllngerstraße ■ i< I. WSppIGnuerstraSe I. Telephon <4-3-76, 12-5-09 g svaaaiauaBainaMaauaaRunHuiiaanBUBauisnaauu erzielte, undR o g g e n/der zu K 375 Wien bezahlt wurde, In Hafer zeigt sowohl der, Lykowie der Tränsithandel nur geringen Umfang* Hafer ist heute. mit Tetwa K 290 ab Öberösterreichischen (Stationen"zu bewerten. -M a.! s verzeichnete in Mixed etwas, Absitz zti K 300 urtdin rumänischem )<Ieinniäts zu K 319 Wien. iFrima Mixed (erzielt ln den letzten Tagen K 312.50 Wien. Das Ger s t egeschäft hat sich verringert, da die'Deutscheninfolge» des rückgängigen Markkurses nicht im .Markte sind. Pie heimischen Brauereien besorgten Einkäufe in slowakischer Gerste zu etwa K 360 Wien, doch konnten vereinzelt hier auch bessere Preise durchgesetzt werden. Der Absatz in H iil s e n fTl'ö h t e n' stockt Momentan.‘Die vorliegenden Offerte-werden trotz" unveränderter Preisforderungen abgelehnt Ebenso ist C zir oksamen zu K 195 Wien schwer verkäuflich. Für Reis mehrt sich das Interesse, zümal die Wiener Bestände vollkommen gelichtet sind und in Burma II neuer Ernte konnten verschiedene Abschlüsse in der Preislage von 14 Schilling 6 Pence loko Hamburg getätigt werden, ln M e h l ist fortgesetzt lebhaftes Geschäft für -den hiesigen und für den Provinzbedarf. Ungarisches. Null.er wird Je «ach Qualität zu. ung. K 69 bis 72, jugäslavisches, zu K 575 und in besseren Marken zu K 587.50 ab Spielfeld1 und Inländisches zu K 560- bis 580 gehandelt. Rauhf ui.ter erwies sich heute bei unveränderten Preisforderungen als schwer verkäuflich. Wiener Holzbörse. (Eigenbericht der „Wieiier Morgenzbitung“;) Der Besuch, an der gestrigen Holzbörse war ein reger aber1 Abschlüsse von Belang kamen nicht zustande, da das gesuchte Material zu den angebotenen Preisen nicht erhältlich war. In Weichholz stagnierte, das. Geschäft . zur Gänze, während’in Hartholz auch nur der dringendste Bedarf gedeckt wurde. ue sucht waren Sperrholzlatten Erle oder. Eiche,; Schleifliolz (ausfuhrfrei) sowie Waldlatten und Stangen.v Buchenholzkohle-war zu- K 150 per Kilogramm "ausgeboten sowie von "Nadelholz-Rundholz Langholz 4 bis 16 m zu K 13.500 ab burgenläadtscher Station; von Läubholz-Rundholz Buche 26 bis 40 cm zu K 33.ÖÖ0, Eiche 25 bis 60 cm . zu K 33.000 ab burgenlän,dlscfier Station, harte Buchenlcheiter und Prügel trocken zu K * 230.000, Birkeu- Brennholz trocken zu K 180.000 |ab mederösterreichischer Station. > Verhau f t wurden von NÄdelholz-Schnittmaterial 20-mrn-Bretter von 18 cm aufwärts zu K 44.000 Wien sowie Brennholz (gemischt trocken) zu; K 230.000 Wien, Wiener Warenbörse. , (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeituhg“.)', O e f f e n 11 i c h e Verkäufe finden statt : am 7. d. M., '%1 Uhr, 200 Kisten Putzmittel, Tägerrid in Myslowice und 300 Kisten Datteln translt Wien. Exekutivwerden verkauft am 7. d. M./ 12:Uhr, 4951 kg Feigen und 5006 kg Honig-Karobben. T I . . ' x,: cö BudapesterBörse. Budapest, 5. April. Nach freundlicher Eröffnung trat . besonders auf dem Valutenmarkt eine etwas nervöse Stimmung zutage, die von Kursabschwächungen begleitet war. Auf dem Effektenmarkt war die Kursbildiing keine einheitliche. In der Kulisse machte sich der Ausfall der heutigen Wiener Börse bemerkbar, zumal die Arbitrage Zurückhaltung beobachtete. Staatsbahn-Aktien befestigten sich vorerst, gaben; aber dann von 6525 bis 6450 nach. Auch Salgo-Aktien waren höher gehalten. Spezialpapiere bekundeten eine feste Haltung. Auf dem Valutenmarkt war die. Tendenz im Einklänge mit der Züricher Kronennotierung freundlicher,* wobei, sich der Verkehr etwas lebhafter änließ. Der Doliarluvrs giflg um .8 bis 10 Punkte zurück. Die westlichen Devisen waren behauptet. Auf dem Devisenmarkt herrschte für Auszahlung Berlin, Prag, Wien, - Agram und Mailand rege Nachfrage. Opril 1922 ' Nr. 1144' Prager Börse. .5 Prag, 5;. April, Zu;Begtiin der heutigen' Bör$q machte! sich wieder Zurückhaltung bemerkbar, wobei sich der,-? größere.Teil der Eröffnungskurse für lndüatrievyerte niedriger.; stellte. Die Erholung der österreichischen, Krone führte?s im weiteren Verlauf zu einer leichten Befestigung, die sicji i aber nur auf einige Papiere erstreckte, während die Mehrzahl der übrigen Werte unter ihren<■ gestrigen Schlußkurs zurückging. Der AnlagemarkLsprach sich ziemlich fest aus. Von Losen schwächten sich Türkenlose um K 10 ab; , während die übrigen unverändert blieben. Bankpapierei; hatten keine gleichmäßige Kursgestaltung. Auf dem Industrie-fi aktienmarkt stellten sich Kaffeersatz-, Inwald-, Läurin-y- Bränd-, Kupfer-, Bergmäan- "und Pilsner-Akfieii niedriger,, , während im Zusammenhang mit ihrer höheren Wiener* Notierung Oesterrelchische Berg- und Hätten- und*. Simmeringer- Aktien im Kurse anzogen. Von Verkehrs werten^ waren Prag-Duxer-Aktien gefragt. Von .Exoten waren- ' chemische Papiere gebessert, die . übrigen blieben'unverändert. Der Schluß war schleppend. Die westlichen Devise^ haben sich in der Mehrzahl abgeschwächt; nur Amsterdam,, Christiania und Rom lagen höher. Im freien Verkehr stellten sich Berlin, Belgrad und,Wien höher> während die, übrigen im Kurse naebgaben. Berliner Börse. Bertia, 5.’ April. Die schon seit längerer\Zeit an der* Börse vorherrschende Zurückhaltung uifd- Geschäftsunlust' nimmt anscheinend mit dem Näherrücken der Konferenz von Genua zu.; Auch hielt sich das Geschäft ,-im allge- . meinen, von einem kurzatmigen!Anlauf zu einer Belebung^ in gewissen Spezialwerten abgesehen, in ziemlich engen' Grenzen. Die Kurse gaben namentlich auf:;dem Montan- Aktienmärkte ini Einklänge mit dem starken Rückgang der Devisenpreise durchschnittlich um 25 bis, 50.% nach. Die s Uncinheltlichkeit in'der Kursbildung, die schön seit .einigen Tagen zu beobachten war, hielt auch heute äu und verhalf einigen Papieren, wie Köln-Neuessener-, Kattowitzer-,- Rheinstahl-, Deutsche Waffen-' und Kali-Aktien zu Kurs-^ Steigerungen. Erheblicher,, um 100'/o.mußten aper Hösch-,.' Ilse-Bergbau- und Aiiglo-Guäno-Äktien nachgeben. Vor-; übergehend belebte sich in Kattowitzer- und Laurahütte»' Aktien bei Kursbesserungen bis zu .100% sowie für Rät* gerswerke-, Th. Go,Idschmidti ,Deutsche Kali- und. Aschers*, leben-Aktien das Geschäft' b,ei anziehenden Kursen. Auf, dem. Rentenmarkte schwächte 'sichele 3%lge Reichsanleihe nach ihrem gestrigen Aufschwünge ab, desgleichen gaben Mexikaner im Einklang mit dem Rückgang der Devisen*, preise nach. Oesterreichfsche und ungarische Renten lagen.; mit Ausnahme der ungarischen Goldrente fest Die Devisenkurse. v Zürich, ,5. April. (Devisenkurse. — - Mitgeteilt von,, der Schweizerischen Kreditanstalt.) Berlin 1.64 (1.57), Holland 195.40 (195.25), New York' . 514.— (514.—), London 22.64 (22.62), ' Paris 47,15, (47.-). Mailand 27.27 (27.35), Brüssel 43.55 (43.50), Kopenhagen' 109.-—" (108.50), Stockholm 134.50 (133.50), Christiania 94.^. (92.75), Madrid 79.55 (79.80), Buenos Aires 185.— (JL85.—), Prag 9.55 (9.77),, Budapest -.58 (-.60), Agram 1.55. (1.55), Bukarest —.— (—;—), Warschau —.13 (—.13), Wien. Geld —.066/jo (—.06S/D, Wien Ware —(—.—), Oesterr. gest, Kronen Geld —.07 (—.07), Oesterr. gest. Kronen war»' ... ' Amsterdam, 5* April. (Devisenkurse.) - London 11.617« (11.60), Berlin —.83 (-.81), Paris 24.15 (2442Vs)> Schweiz 51.32 (51.30), Wieh-.03l/s (-.03V.X, Kopenhagen 55.80 (55.85), Stockholm 68.90 (69105), Christiania;5 47.90 (47F5). New York 263.75 (263.50), Brüssel 22.33' (22.35)/ MädHd ' 40.65 (40.921/i),'- Kalten 14.03 (14.07'/.). Budapest — .30 '/<. (—;—). . , - Prag, 5. April. (Devisenkurse. -- Mitgeteilt vont' Bankamte des tschecho-slpwakischen Finanzministeriums.) Berlin 17.05 (16.12%), Zürich 1045.50 (1040:50), Belgrad 64.- (63.75), Bukarest ‘ (-.-), Wien 0.61-•/, (0.60).: Warschau 1.28 (1.28), Agram Budapest/ 5.90 (5.97%), jugoslawische Noten 64.— (63.75)/,Oesterr,1-; gestemp. Kronen 0.61 V*. (0.60), Poln. Noten 1.28 (1.28), Ungar. Noten 5.90 (5.97%); Berlin, 5. April. (Devisenkurse.) ‘ ü Wien altes —(—.—), Wien abgestempelt 4.1/ (4.23), Prag 585.75 (616.20), Budapest,36.45 (37.65). Berlin, 5. April. (Kurse-der Devisenzentrale.) Nöten: Dollar 31390 (324.55), Pfund 1387.— (1443.50), Italienische 1657.2.5 (1748.25), Polnische 7.95 (8.20), Tschecho-slowakische 582.25 (614.75), Alte österreichische —Oetterr. gestempelte 4.12% (4.22‘/3). . WBSgWHaMaaBSBM Verlanget In allen 118 Bk >81 Bn. saa Ä9 Wiener MMgMZMLMg Fo-rfcctzitni.1:. l Der Min. Von Leopold Kompert. f An; anderen M orgen zeitlich in der Frühe war.' Kob: schon vollständig gerüstet, ehe die Eitern noch aufgestanden waren. _ Er hatte-sogar schon ^gebetet«v Stmd legte gerade die :>Teffilin« (die ledernen Gebet-: Sriemen) zusammen. Wie nun Perl aus der Schlatäcammer hcraustrat und des Sohnes ansichtig ward, wußte. sic-sich vor Staunen und Bewunderung' fast micht zu fassen. So schön hatte sie ihren Sohn noch -nicht gesehen! Kobi hatte :sich nämlich in seinen festf. täglichen Anzug geworfen; es war ihr, als stünde ein &Prinz-C vor ihr! letzt wurde sie ganz inye, was er für ein feiner Jung’ sei; groß, schlank, wie aus einem Stück gegossen, stand er vor ihr. Es war wunderbar/ wie dieser Anblick sie stärkte und ermutigte; sic hatte die halbe «Nacht nicht schlafen können, die andere TI flirte in wirren, bösen Träumen zu geh rächt, wo'rin es ganz fürchterlich zu ging. Ein >BurC. mit einem fürchterlich menschlichen Angesicht spielte darin/cüe .größte iRolle; auch sah sie zuweilen ihren Kobi auf einem'. (Fuße hinken, bald darauf ging er wieder kerzengerade Lauf beiden Füßen, aber dafür hatte er, nur einen Arm;;der andere war ihm wahrscheinlich im Kampfe mit dem Untier abhanden gekommen. Auch Wolf war der Meinung, Kobi sehe wenigstens eso gut wie an rGrnfv aus. :-Da siehst du wieder, wie er. ist/; meinte' er, 7-er könnt' sich nicht schöner änzicheii für die eigene 'Beschau! Man kann gär nicht feiner atisschen, wenn Inan für .sich, selbst geht/; Kobi sagte gar nichts, weder zur Bewunderung seiner Mutter, noch zttift Vorwurf des- Vaters; er hat •nur, mail möchte eiligst das Anbeißcnc (Frühstück) bereiten, sonst käme er unter diu Leute, die zur Schule gingai. * Als das Anbeißen vorüber war. brach Kobi sogleich auf. Per! war in außerordentlicher Bewegung; sie tat sich Gewalt an, um dem Kinde /da- Herz nicht | zu erschweren«, wie sie Innerlich meinte; aber ihre auf* 1 geregt ängstlichen Züge, vertreten gerade das Gegenteil; :>Wirst du’s' - aber auch gut - ausrichten?c fragte noch zu guter Letzt Wolf, den bei allem Vertrauen zu der Geschicklichkeit Kobis erst jetzt die Furcht, daß er.den Schultern des Sohnes eine zu große Last aufgebürdet habe, zu überkommen schien.. /Ich denk’,« sagte Kobi trocken. •Perl wollte nun' mit aller-Gewalt den Sohn bis vor den Ort hinausbegleiten. Nur mit Mühe vermochte sie Wolf zu bereden, das nicht zu tun. Dann erst wüßte man recht, meinte er, wäs Kobi vorhäbe* : »Eines aber versprich nvir,c sagte sie zu Kobi mit bebender Stimme, als sie schon in der Haustüre Standen, »daß du dich mit ihm nicht wbiter ejnlässest, wenn du siehst, daß mit ihm nichts zu machen ist, und daß du mit ihtn nicht aufbegehrst, ihn nicht reizest, sobald du •siehst, daß er 'dir etwas tun will. Vc^prjclist' du mir' das?<r i . / ■" ■' / p »Ja, Mutter^ sagte Kol?i lächelnd, ich versprech’ es dir.«,: ...... . , j^.. ' '• Darauf nahm er-kurzen Abschied von den Eltern: Die Mutter legte, nachdem sie ih/i geküßt, noch' did - Hund auf seinen Kopf und 2>'benschte«: ihn. ' . s'Das kann dir gewiß nicht schaden,« sagte; sie. Kobi berührte noch mit der Hand die »Mesuseli« an der Tiirpfoste und ging dann. Als er-schon unter den .Nußbäiinien stand, wandte er sich noch einmal um, seine Lippen zuckten, es schien, als wollte er noch etwas sprechen. . r>Hast du was vergasen?« fragte Perl. ^Noin, nein,« sagte Kobi mit einem vielberlcutenden Lächeln, das an der j^futtcr haften blieb, >es hat Zeit, bis ich zurückkomme!« Perl sah dem dahinwandelnden Sohne so lange nach, bis er ihren Augen entschwunden war. Traurig kclv/e: :.ic in das Haus zurück. .-Einziger G,ott!< seufzte sie vor sich bin, ^behüt' und beschütz’ ihn. Ich hält' ihn vielleicht doch nicht von mir lassen sollen! Das einzige Kind/was uns Gott be-w schert hat und das man wie den Augapfel behüben, sollt’ -r Und. jetzt geht es, inan kann gar .nicht wissen, - wohin? Und. wie es ihm ergehen wird. Hätt’ ich’s. nur* ii-ichl Lügcgebey! Aber leider Gottes! so. sind wir!un-< . glücklichen Weiber!' 3fs kann tms so ein Mann, wenn.; Mer seinen Kopf aufsetzt,. umblasen! . Zu soeinem; Tiger und Elefanten ihn zu schicken! So auszusetjzea/ sein eigen Blut und' Flächt Wenn er ihm"nur nichts' tut! Wenn Lr-ihm nur .nichts tut!« . *. ‘ , ' >Narrele,c tröstete sie Wolf, »dem geschieh^ nichts, und wenn er müßt’... geradezu auf einen Turm hinaufsieigen.« Verahredetörmaßen fand. Kobi die bestellte »GeJ lefenheit« draußen vor dem »Ort« auf irm warten. •stieg rasch ein; ohne Aufschub ging cs fort. Die dichte Leinwand, die über den Wagen gespannt war, entzog ihii den Blicken der' Vorü'berkömmenacn, entzog darf sinnende Gedanken!eb^n> du5 sich bald ii| einem ver-i Steckten Lächc'lii, bald in dpi* zu&ammengezogenert ■ Lippe aussprach, jedem forschenden Auge. Wie könnten " wir cs .erraten? Das beste ist, wir denken nicht lange! nach, und folgen dem Brautwerber für des Vorstehers Sohn, gleiten ihm nach und klammern uns an ihn wie an den Körper der Schatten! Gleich zu Angang der, Fährt nahm sich Kobi vor, den ihm vom Vater .vorgeschriebenen Angriffsplan in! et\v‘äs äbzüändCrn. Wie ein kühner General wollte er! selbständig handeln, wenn auch itn ganzen den Be-t fehlen des Fcldherrn getreu. Vater Wolf hatte ihm vorgc-schriebcn, geradezu auf (len Randar-Hof loszugehcn, oder eigentlich, er hatte das selbstverständlich, ohne davon zu sprechen,- so gemeint. Bei reiflicher Ueberlegung fand jedoch Kobi, es sei besser, den Feind nicht in der /Frontet, sondern auf den PFlügeln« anzugreifen, nicht auH geradem Wege, sondern auf Umwegen. Kannte er denn diesen Feind so vollständig? (Fortsetzung folgt.)

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