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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-24 · Heft 1132 (24.3.1922) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1132 (24.3.1922)
Date
1922-03-24
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Tvrfftfti? i:CTv c rrtrTe? tir. 1132 Wien, Freitag Propagandameetfng In Baden. — 9. füll: Quer durch Wien. — 16. Juli: Krilzendorler Sportklub, Internationales Meeting. — 23. |ul1>: Hakoah, Kuchelau. — 30. Juli: Austria, Vöslau. — 6. August: Wien, Perchtoldsdorf. — 6. August: Grazer A. C., Graz. — 13. August: Heeresmeisterschaften in Wien. — 20. August: Wien, internationales Meeting. — 3. September: Hakoäh, internationales Meeting. — 10. September: W. A. C., internationales Meeting. — 16. und 17. September: Amateur, Internationales Meeting. — 1. Oktober: Verbandsmeeting. — 15. * Oktober: Danubia, nationales Meeting. Ferner Wurde beschlossen, daß der Verband vorbereitende Schritte zum Engagement eines ausländischen Trainers, der für diejenigen Vereine bestimmt ist, die sich Sfu einer entsprechenden Beitragsleistung verpflichten, zu unternehmen hat. Der Verband wird sich 'deshalb an die deutsche Hochschule für Leibesübungen wenden. Am 1. Oktober veranstaltet der Vei band sein Meeting, an dem der Hauptteil der Meisterschaften zur Austragung gelangt. Im Anschluß daran findet ein Wasserballwettkanipf Wien—Budapest statt _ Der Sportklub Kadimah gibt bekannt, daß in kürzester Zei-t eine Schwimmsektion ins Leben gerufen wird, und fordert alle Mitglieder auf, sich bei dieser Sektion zu betätigen, tnte ressen ton mögen sich im Klubheini, Cafe Auto, IX., Berggasse 33, met'den. Inter ationalcs Sclnvimmlest in Magdeburg. Die Internationalen Schwimmwettkämpte des Schwlmmsporlklttbs Hellas (Magdeburg) am 24., 25. und 25. d. M., haben, eine glänzende Besetzung erfahren. Aus Schweden starten Arne Borg und Trolle, aus Holland v. Svlfaut und aus Ungarn' Sipos, Kenjery und Belezuay. Diesen tritt die fesamte deutsche Klasse entgegen, an der Spitze Benecke, rölich, Rademacher, Mündt, Wiesel, Luder, Stramper, Dlngeldey, Dahlem, Heinrich, Ei tu er und Lechnir. Der deutsche Meisterschwimmer Heinrich (Leipzig) gewann Sonntag in Zeitz das lOO-Meter-Hauptschwinunen ui 1; 03 vor Kiethe 1 :05. Leichtathletik. Praterlauf. Die erste Leichtathletikverans'talttwg des heurigen Jahres wird der am 2 April vom Oesterreichischen Leichtathletik-Verband durchgeführte Praterlauf sein Es gibt für den Leichtathleten, mag er nun Sprinter oder Mittelstreckenläufer sein, mag er sich hauptsächlich mit Spring- oder Wurfdisziplinen befassen, kein besseres Training zu Saison beginn als. den Querfeldeinlauf oder •den Waldlauf. Es gibt aber auch für den ernsthaft übenden Leichtathleten kein größeres Vergnügen, als abends oder vor Beginn seiner beruflichen Tätigkeit in *’.ler Frühe mit ein-gen Kameraden einen Ge’ändelauf zu unternehmen. Das Lauftempo ist ein durchaus gemächliches, es wird ja Rücksicht auf den schwächsten Läufer genommen. Selbstverständlich wird dei Uebtingsleiler ein wesentlich schärferes Tempo ebi.schhgen, Wenn dr weiß, daß lainter geübte Leute mit von der Partie sind oder wenn es sich um die Vorbereitung zu einem Rennen handelt. Beim Pratcriauf ist nun nach den Ausschreibungen derjenige Verein Sieger, der mit einer Mannschaft von fünf Läufern, die geschlossen ans Ziel gelangen müssen, eiterst eim’äuft. Nicht der beste, sondern der schwächste Mann einer jeden Mannschaft entscheidet also das Kennen Dadurch ist jeder teilnehmende Verein gre- «wungen, sein Augenmerk auf gute Darchschnitvs- 1eistu<ngen zu richten. Aber hoffentlich werden nicht nur iene Vereine mittun. die Aussicht , auf den Sieg haben., Dean neben der Erprobung, welcher Verein d e beste Mannschaft hat. gilt dieser Prater lauf hoch einem amderen Ziele, der Propaganda für die Leichtathletik. Die Zuseher können nur dann ein richtiges Bild von dem Wert und vom Wesen des Laufes erha’tcn, wem eine recht große Zahl von Teilnehmern am Praterlauf tcilfiinimt. Für die Büfictte auf demSporlfsSataKrteauOlakoah-Platz) werden 10 VerklufQrSniten (Peair'enfrauen, Rplegorwltwen) und 10 g€@lgner aufgenommen Vorzustellen im CafS Ilion, HL, Löwengasse 39, von 1 bis 3 Uhr. nach mittags: - . osos KONUS UNO KUSpaUM Fabrikation von englischen Fußbaltschuhcn, Lauf-. Rlngu. Boxemhuhen «rblr testen Preiscn.Detail, Bagros, Export! Werketättes ff. RSuSbaum, 31., TabefetrnSe £5 (Mezzanin) Handball. Am 2 April, nach dem Ende des Pra<terlaufes, findet auf dein W, A. C.-Platz das erste Werbe* Handballspiel statt. Zwei 'kombinierte Mannschaften werden e'nmdcr entgege.ttrcten.' Quer durch Wien. Die Vorbereitungen für dieses klassische Wiener Laufen; das heuer bereits zuni vierten Male, und zwar am 14. Mai,, zur Austragung gelangt, sind i-n vollem Gange. Die wunderschönen Slegerplakettnn, ein Werk des Bildhauers F.j Kaun/'tzky, stellen ci>n« Ablösung dar, während im Hintergrund d e SiThoutten des Gloriettes, des-Riesenrades und dos Stephansturmes zu sehen sind. Noch fehlen den Veranstaltern für ein’ge Gruppen Ehrenpreise und es ergeht daher die Bitte an alle Sportförderer, solche für diesen so populären Wettbewerb zu stiften. Caillemot geschlagen 1 Im 12-KÜomefer-CroßcountiT- Laufen wurde Guillemot überraschend von Heuet in 37: lö*3 geschlagen. _ Lawn-tennis. Hakoah (Tennissektion). Die Mitglieder werden aufgelordert, den Saisonbeitrcg bis längstens 1. April zu bezahlen. Einzahlung täglich von 4 bis 7 Uhr abends, im Klubheim. Die Aufnahmen erfolgen'erst ab 1. April. Sämtliche Nachmittags-'und Abendstunden sind besetzt. Früh- und Vormittagsstunden sind noch an einigen Tagen frei. Anmeldung . und Auskünfte im Sekretariat. Die nächste Ausschußsitzung findet am Dienstag den 28. d. M. um 7 Uhr abends statt. Touristik. Hakoah. (Tourenprogramm für die Doipipelfefertage, 25. und 26. d. M.) i. Fußtour Gutenstein—Si-ngerin— Payerbach. Abfahrt Samstag 6 .Uhr 40 Min. Südbrihn. Führer Feuerstein. — s., Skitour Bärcnkogel—Pretül. /Abfahrt Freitag 21 Uhr 45 Min. Südbahn Teilnchmerzajil mindestens drei. Führer Fred Beck. — 3. Ski-tour GuttenberghausT-Hirzberg—Kaiaisch. Abfahrt 23 Uhr. AVettbahn Führer Hel’er. r. Für Anfänger, 2. für Vorgeschrittene, 3. für Ausgebildete. Höckey. Die Meisterschaft. Am Sonntag den 26. d. M. beg'nnen die.Meisterschaftsspiele. Folgende Vereine werden einander entgcgonlreien: Hakoah-^V. f. Br(Lehrer-Platz), Hook~yklub—AHround Sportklub (Amateur-Platz), Ostmark— Kath. Hochschüler (Ostmark-Platz), Lehrer—Fünfhaus (Lehrer-Plaitz). Der W. A. C. ist spielfrei. Ernst Steiner (W. A. C.). def bekannte Hockeyspieler, übersiedelt zurri stärid'gen Auf ntha’t nach Hamburg, wo er sich auch sportlich betätigen wrd. Deutsche Hockeymeisterschaft D e Zwischenrunde um den SiJberscliild des Deutschen Hockey-Bundes führt _24. Marz 1522 _gelte W am 26. d. M. in Hannover die repräsentativen Mannschaft^ von Süd- und Norddeutschland zusammen. Boxen. Der deutschrfranzösische Boxkampftag# Ein neuer Sieg Prenzels. - Vor überfülltem-Hause wickelt'n sich Im Berlinsi; Sportpalast die deutrch-französischen Boxkämpfe ab.!■ Im'Mittelpunkt des’ Interesses stand die Begegnung zwischen dem deutschen Mittelgewichtsmeister Kurt P r e n z e 1 und dem Franzc en Constaint P:1 u y e 11 e. ■ Prenzel konnte seinen großen Erfolgen der letztem Zeit! einen neuem, sehr schnellen Sieg hinzufügen. Der Franzose, der kehr unruhig den Ring’betrat, hatte’ def; Energie und Schlagkraft des Deutschen nichts ent-» gegenzusetzen und wurde in der zwevten . Runde -nach mehreren Haken Serien geghrrdais ’Kihri entscheidend 4 niedergeschlagen... — .Vorher traf. Richard N a u j 0 k s äuf den guten Franzosen' Dumas. 'Der Kampf endete nach zehn wechseivo'llej.i, Runden, mit .einem Punkt*' sieg des deutschen Meistons. — Der hervorragende französische Boxer Dastillon trat gegen den deutschen Federgcwichtsmelsler Sasse in den Ring« Nach zwei recht lebhaften Runden hatte Sasse vcr-. v.'Spie’t, "die bessere Klasse dp». Franzosen./der den in die; ^Defensive gedrängten Sasse nicht mehr losüeß, ent*, "schied den Kampf. Nahezu zwanzigmal mußte Sai?se* , durch zahlreiche Herz-, Leber- und Körpcrhakeqi; -Völlig . erschüttert* niedergehend stand aber die volle* zehn Runden durch, so daß Dastillon sich mit einem Punktsieg begnügein müßte.;:^ Im einleitenden Kampf l des Abends tfenntcri sich ft 0 ja« f und Kid M u r p h jj unenöschied-en. ' . Harry Greb schlägt Tom Gibbons. In New Yorlf j fand ein Boxkatnpf)zwischen Harry Greb und Tom Gibbons statt, der als Ausscheidungskampf für die HalbsclnvergeWichtsmetsterschaft der Welt zu.^bezeichnen jst. Greb schlug den 9 Pfund schwereren Gibbons über 15 Runden i nach Punkten und gilt als berufener Anwärter, Carpentier um die Halbschwergewichtsmeisterschaft zu fordern. Aus den Vereinen. f. A. G. Heute, 8 Uhr,. Spielerversammlung Im Cafö Baid'ahof, XVI., Ottakringerstraße 102. Morgen, 2 Uhr, Freundschaftsspiel der Reserve gegen Sieveringer Reserve auf dem Red-Stär-Platfc. Sonntag 2 Uhr Meisterschaft gegen Westmark ruf dem Sturm-XIV-Platz in Breitensce (49er Linie> Abends gemütliche Zusammenkunft im Caf6 Baldiahof. J. A. C. sucht für die Sommermonate Provinzgegner geeen entsprechende Fahrtvergütung. Willy Peczenik, XVI., Reinhartsgasse 8. ’ K a d i m a h. Morgen, 8 Uhr abends, Spielerver* Sammlung, Mannschaftsaufstellung für das sonntägige Meisterschaftsmatch. - Meteor sucht Beteiligung an einem Osterturnier, auch Provinz. Ernst Taussig, Wien, 1., jasomirgottstraße 6» . H a g.i b o r. Heute, 7 Uhr, Vollversammlung aller Sektionen. Mannschaftsaufstellung für zwei Mannschaften* Mo r i a h. Heute, '/,8 Uhr. Spielerversammlung der II. "Älannschaft und Aufstehung für das samstägige Wettspiel (lIA Uhr) gegen Brigittenauer A. C II auf dem Leöpöldstädter Sportklub-Platz. Morgen, V88 Uhr, Vollversammlung im Cafe Steirerhof, 1L, Ausstellungsstraße 5; Sonntag, V.9 Uhr, erstes Meisterschaftssp’el gegen, Brigittenauer A. C. auf dem Viktoria-XX-Platz (Anton Stätkgasse, Linie 31 und 32). M e n o r a h. Heute, V*8 Uhr, MitgHederversammlungt Aufstellung für das samstägige Meisterschaftsspiel gegen Aliemaniav nachher Ausschußsitzung. * h Hasmo ne a - B e a m t e. Heute, 8 Uhr, Splelerversammlung.; Morgen, >/,3 Uhr, Wettspiel gegen Nicholson* iungmannsch ft, Sonntag Wettspiel gegen Wiener- Neüstädter Theatermahnschaft. Samstag l, April Wettspiel gegen - Volksoper auf dem Gersihöfer-Platz. Gegner für April- und Mai-Termine gesucht.: Emanuel Fiseus» U,, Ybbsstraße 3/28. 1 Preissturz auch bei mir! 1AC M1YEB »-1— I...1.I.T.III- —1 Messestand: Hofbursi 5335 Kleiderfaijrikation, II., Glockengasse 24 - II., Gr. Spertt?asss 29 -' .. JäiffläiiasssM - Tel. 41634.46621 A, Fortsetzung. Eisiks Brille. Von Leopold Kompert. , Erst st!« ich eine Viertelstunde sipäter meinen Elltetm gegcmüheTTs^C, > mime Hont döe Anttgem nieitner Wutler auf mir, die sich an iilurcm Sohn gar nicht faitü cihem komnten, aague mc-in viel itu/.iig-eircr' Vater: »VVciftt dtu, KJctld', ich fiimdie, utm&or Efei'lk hat lieh etwas verändert; er hat etwas Fremdes Ln seinem Gesicht, ich konnte, aber nicht sagen, worin «s besteht.« . Ich wurde rot wie ein Mädchen, zxj dem ma*n »us die Beschäm kommt. Also endlich doch! Meine gute Mutter stand auf, beinahe e-rsdh-recht von diesen Worten meines Vaters und blickte mir lange ins Gericht. »Ich find' ihn nicht verändert,« meint sie hierauf, »er hat noch ganz sein altes Aussehen.« Da blickt auoh der Vater schärfer nach mir hin, und anf einpial bricht er in ei» Gelächter aus, daß davon dats ganze Haus erzittert. »Jettel,« ruft er keuchend, »hättest du denken feönmen, daß siob das jüngel so etwa« von Prag Wird mit bringen?« »Was denn?« ruft sie erblassend. »Siehst du denn nicht die zwei Laitennen. die Unser Eisök vor den Augen hat?« Da schreit die Mutter auf und stüret auf mich zu. »Ist dir etwas ran den Augen geschehen?« spricht sie und zi*ient daibet, ai's wäre ich wkklich balbblind nach Hau?« gekornmonM Ich konnte niefit reden, das Wort blieb mir in der Kehle; ich habe nur don Kopf geschüttelt. Was. soll ich länger erzählen? Der Vater hat in einem fort gelacht* die Mütter aber ist von Minute zu Minute besorgter geworden, denn j« mehr ichmit dem Kopfe schüttelte, desto mehr glaubte sie, mir fehle was an den Augen. Da brauche ich endlich vor Lautter Zureden und Beschämung die schändliche Lüge: der berühmte Doktor Jonas Jeitteles in Prag hätte mir einmal in die Augen gesehen und gesagt: ich müßt' eine Brille tragen! So bin ich nach vier J-hren in der Fremde mit einer Lüge vor die gu'ten Eltern getreten! Von diesem Augenblick an hat freilich der Vater mit seinem Gelächter, was, mir am meisten weh getan, eiiigehaltcn, die Mutter aber, merkwürdig fein, wie die Weiber sind, hat mir nicht geglaubt. Sie h^at es aber nicht merken lassen, und erst wie wir al'l41n waren', hiat siite tr.tr es go&agt, wiri dtmrch vieles Zureden und Schmeicheln die ganze Waä.nheit aus mir herausgebracht. Es hat mich aber einen Kampf gekostet. Die gute Mu'tter! Statt nun darauf zu dringen, daß ich die Brille atblege, schon deshalb, weil iah gelogen hatte, hat sie zugegeben, daß ich sie - behalte. Sie hat mir die Beschämung und das Gelächter meines Vaters ersparten wollen! Ich h:ib’ die Brille aiuoh behalten; ich habe geglaubt, ich hatte erst jetzt ein Recht darauf. Und wie ich am anderen Tag durch, die »Gasse« gegangen bin, und manche Lernte haben mich wirklich nidh-t sogilcich erflaninit und «hclben mir vonviimdent nachgesehen, da habe ich in meiner Seele eine Freude empfunden, nicH anders, als ob mich der Kaiser ,von Wien zum Oberst'burggrafen gemacht hatte. Viele Leute haben mich ausgelachit, denn in der damaligen Zeit war es nichts Gewöhnliches, daß ein achtzehnjährige® Jüingel mit einer Brille gesehen wurde, und was gar nicht in meiner Natur gelegen ist: ich .bin dadurch kedk und übermütig geworden. Und gerade unter die Leute, - von degen ich gewußt habe, sie 'können meine 'BriV.« nicht ausstehen, gerade unter die bin ich am liebsteh gegangen.. Zuletzt hsh' ich’s dazu gebracht, d/ß sich die I.eifie meine Brille gefallen ließen. Den» wer in der Welt am längsten aushah, der(hat's ja gewenren. Das Schönste an der Sache war, d ß bei dieser Narretei min der Brille mein Kopf für .das Geschäft gan«z ur.Ä-<na«:c',’ba.i geworden war. Ich zciigilc koim rechtes Geschick dafür und erst später hübe ich eingesehen, daß eigentlich die Brille dara© schuld war. Mein Vater klagte oft: »1-dh weiß gair niicht, ivais denn eigenst idh das Jüngel in Prag gelernt hat. VVas häb’ ich davon, daß er: eine Brille auf der-Nase trägt! Wo er etwas) sahen soll, sieh^ er doch nichts!« - Die: gute Mutter entschuldigte mich, wie siS konnte; oft habe ich aber den Vater sehr verdrieß’klj gesehen. Troftdem bekam ich meine Brille inmiet Heber, demm man k:tnn rieh :«n ein Ding^aiskccin Lebertz hlit, ebens'Cgiiit verlieben, ails«in eines mit Fleiisdil und Bein, und ich kD.n sagen: iah war verliebt. Da kam mein Va-tsr einmal von einer Geschäfts» reise mitten in der Woche' zurück; denn gewöhnlich' gesohäh dies am Freitag. Sein Gesicht war blaß , u*n,(d die Augen tief eingesunken. Die Mutter schrie (put auf, als sie seiner aiasipl tig wurde; es hat ihr gleich nichts Gutes geahnt. Doch auf alle Fragen# die sie an ihn richtete, antwortete der Vater nicht# c.r; sperrte sich in seine SchreibsttffoePelti;ü.nd dyrcli das Schlüssellüch koüntep wir bemerken, daß er, schreibe. Gegen Abend rief er die Mutter zu sich| riädh einer sohrecklich langen Stunde kam sie her» .ms, mit verweinten Augen, todblaß im Gesichts* Auch siewollte mir nicht, sagen, was vorgehe, und nach allem zu schließen, mußte, etwas Schreckliches ,vorgega*ngen sein. In derselben Naaht fuhll 1 der Vater wieder, fort; er sagte nicht wohin. Volle zehn Tage blieb er aus; am Freitag kam er wieder. AL>er sein Aussehen wa«r dasselbe traurige wie das erstemal, und wie ihn die Munter fragte, was et) ausgerichtet, schüttelte er mit dem Kopfe. Wir verlebten einen Sabbat, wie ihn mein größter Feind ni'uht «rieben soll! Und bei allem dem habe ich nicht gewußt, was denn vorging. - 8abhat zu Nacht, nach dem Nachtmahl, ssgtii mein Vater mit einem Mr.le zu mir: »Ei.rik, ich hab* mit dir etwas zu reden, komm auf mein« Stube.« (Fortsetzung folgt)

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