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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-18 · Heft 1126 (18.3.1922) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1126 (18.3.1922)
Date
1922-03-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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'Nr. 112® Wien, Samstag. WTENER MÖBGENZETTtma 18. März 1922 /Seite 6 Kommunales. Wiener Gemeinderat. (Sitzung am 17. März.) Der Gemeinderat bewilligte in seiner gestrigen Sitzung eine Rei'he von Subventionen und Zuschußlöreditcn. Hie;iaf wurde naeih einer kwzen Debatte der Tätigkeitsbericht des Kuratoriums des Wohoungs- und Skdlungsfomds.zutr Kenntnis genommen. Eine größere Debatte, welche'.' ausschließlich «von den Chiristlichsozialen bestritten wurde, löste den 'Antrag auf Erhöhung, der Pauschalentschädigung für die Kanalräumung auf. Der Antrag verlangte zur Bedeckung des ■ durch Lohinsteigerungen, verursachten Mehrerfordernisses für die Räumung der Ilauotkanü* .* cinui zweiten Zuscnußkredit in; net Ööhc van K 33,300.000. Ferner eine Pauschal Entschädigung der Arbeitsgemeinschaft der Kanal-. . räum er Wiens für die, Besorgung der Kanairäumungsarbeiten im Gemeindegebiet und Erhöhung von K 287,404.932 auf K 405,184.172. Weiters wurde beantragt, daß das zufolge der Lohnerhöhung bei der Hauptsammelkaualräumuug erforderliche Mehrerfordernis von K 8,930.000 genehmigt werde. Die Anträge wurden von. der Majorität ange- Kommen. . . « . Eine mehrstündige Debatte löste das Referat des Stadtrates Weber über die Verwendung des Ertrags der für Wohnungen eingehobenen allgemeinen M i et zi n s.abgab e aus. Der Referent Stadtrat Weber führte aus, daß neun Zehntel des ■Ertrages für Neubauten von kleinen und mittleren [Wohnungen verwendet werden, und zwar sechs. Zehntel für Bauten der Gemeinde Wien und drei Zehntel für' Siedlurigsibauten. Das restliche Zehntel wird für die Erhaltung von demolierungsreifen Häusern verwendet werden. Die Chiristlichsoziale/n benützten dieses Referat nicht nur zu einer scharfen Kritik der sozialdemokratischen Verwaltung, sondern . auch besonders zu feiner Verurteilung der Steuerpolitik der Majorität im Rathaüse. Ihnen erwiderte der Sozialdemokrat Dr. Danneberg, welcher unter großem Beifall, seiner Parteigenossen „den ■Zweck der Wohnbausteuer darstellte und die Gegnerschaft der Christlichsozialen, gegen das Gesetz als .demagogisch hin stellte. Schließlich wurde der Referenten an trag mit den Stimmen der Majorität angenommen. __ Ernährung. Der Marktbericht. Die steigende Tendenz der letzten Märkte In St. Marx bewirkt noch immer ein weteres Ansteigen derPreisefür einzelne Fleischsorten. So haben sich gestern in der Großmarkthalle im Großverkehr verteuert: Fettschweine um K 20, Kalbfleisch um K 60, Schweinefleisch lim K 30, Kälber um K 50, Speck gleichfalls um K 50 per Kilogramm. Der Preis für Rindfleisch blieb unverändert, auch im Detail verkehr. Der Verkehr gestaltete sich ziemlich lebhaft. Die Ankünfte von auswärts waren günstig ausgefallen. Aus Ungarn waren fünf Waggons, aus Jugoslawien ebenfals fünf, aus Steiermark zwei und aus Rumänien ein Waggon mit verschiedenen Fleischgattungen eingetroffen., Auf den Grünwarenmärkten war der Verkehr schwach. Der Bedarf konnte mit den inländischen und auch aus dem Ausland \ gekommenen Sorten mehr als gedeckt werden. Die Preise blieben im großen und ganzen unverändert. Die Eierpreise zeigen weiter sinkende Tendenz. Auf dem Naschmarkt waren gestern bereits Eier zu K 125 zu haben. Brot-, Kartoffel- und Fettversorgung. In der gestrigen Pressekonferenz machte Sektionschef Dr. Degischer folgende Mitteilungen über die Ernährungslage: Am 25, März läuft die gegenwärtige Berechuungsperlode für Brot und Mehl ab; der neue Preis wird sich wahrscheinlich nicht höher stellen als bisher (K 524 für Brot, K 612 fü^ das Kilogramm Mehl). Wenn in einzelnen Geschäften Brot und Mehl billiger zu haben sind, so ist dies darauf zurlickzuführen, daß diese kleineren Mengen billiger eingekauft werden konnten, als die großen Mengen, die das Ernährungsamt beschaffen müßte. Kartoffeln sind auf den Märkten in genügender Menge vorhanden; der Preis ist auch bereits von K 290 auf 190 per Kilogramm zurückgegangen. Aus Deutschland werden noch 270 Waggons, aus Polen 1200 Waggons erwartet; dazu sollen noch Saatkartoffeln . kommen. Vom 19. d. M. werden neue F e 11 p r e i s e Geltung erlangen, die vielleicht um ein Geringes höher sein werden als die gegenwärtigen. Die neuen Milchpretse sind bereits bekannt. Prinzip bleibt, daß ehestens die freie Wirtschaft eingeführt werden muß, wobei Lieferungsverträge der einzelnen Gemeinden mit den Landwirten an die Stelle der Zwangswirtschaft zu treten hätten. Woja. In der Lebensmiftelabgabestelle, III., Estep 1 a t z 3, gelangen an die Mitglieder je vier Dosen gezuckerte Kondensmilch k K 460 und '/« kg Korff-Kakao zum Preise von K 330 an folgenden Tagen zur Ausgabe: Nr. 1 bisT 400 Montag den 20. d. M., Nr. 401 bis 800 Dienstag den 21. d. M., Nr. 801 bis 1200 Mittwoch den 22. d. M., über Nr. 1200 Donnerstag den 23. d. M. in der Zeit von 5 bis 8 Uhr. Mitgliedskarte und Bestätigung über die effo lg t e Einzahlung des Mitgliedsbeitrages m i t b r i n g e n 1 . _ Bühne und Kunst. Burgtheater. (Zum ersten Male: 2>Das Schiff Tenacity«, Komödie in vier Akten von Charles V i 1 d r a c, deutsch von Theodor D ä u b 1 e r.) ■Vom Erhabenen »um Lächiefnliidiiem fülhint (be- IcaninLlidh vm einziger Schritt. Au« dieser Niadhlbaav Schaft ergeben eich arge Verwedhisiliuinig-etn: Man hält diats Lädher-lidbe für fcüh'alben umid uimgdktdbrt. Aehnlidh ergebt es dem feinen, himgebaimdhiten PaisbeilÜ. Es ist dem ihimmeliblliauen Kitscfh verteufelt mJhegetrüakt wind wird dbem-so häufig als süßlidh - eliegi-sche Talmifkrumtst angesehen, wie die« tecbnii'sdi' gtgilüdclbe Schund oft als kümistlieribcibe Tat gilt. ' > ' Dais Ptreimie nenipnifoliiktam, tau wohfl tätigen Zwedken festlich yersamimeiLt, vieWefclbt aiuich aiuf 'besondere Sensationen (zu wohltätigen Zwecken) gescpammit, tat die. Komödie Viildlratcs redht e-ntengiich aibgeiiebnrti. »Fader, süßlidhieT Kitsch!« emtechieden sie. Nein. Eine sehr sdhdiichte, seelenlvoWe Dichtung, wenn sie 'a/uidh kräftiger draimiaitil.tdher Alkizente entbehrt, wenn siiich aiudh mit ihr in einem so großen, festlich ifiumtniiördlern, bei bodhgeizogiftniem Vorhang taltlibdetödhltieten, henaiusgefpuitizten Pmaiöht- •saiafl 'kein Staat maicihen läßt." .* GaKitwirtinchaft in der Hafenstadt Zwei Pariser, j'uinge Leiste, treten ein. Heimikiehrer ans dem Welltkrieg, diic nach Kanada wo'-ilen. Zwei? — Nut einer. Der andere, ein Stiller, Verträumter, ist bloß mitgenommen.. Dem ist — er gesteht siitah’s sdhflikMidh ein —- der unfreiwiMige Aufsdiiuib wegen ■nötiger Sdiiffsr.eparaüucen sehr symipaitihfi db. Zumi'fl die Keiner in Therese anlhetungswündlig ist. Diese KeilÜtnerim — sie ist ein wirkk'dh lfidbemiswenbäs Geschöpf. Gütig (sie rciimigit den alten Paokträger Hidciuix, wenn er be'mumlken au© der Gosse kommt, vom Uniraib, Hebebedürftig wie ein Scibniteliens'dhes süßes Mädel unid gamtz ohne Hamm — wie allßte Figuren des Stüdkies chine Harm sind, was wohl die Verwechslung der Didhbunig mit einem bliaißtbll'auen Kitsch gefördert hat. Dem tirenherzigen Jungen hont sie unemdü&ch gern ziu —. alber sein kräftigerer Geniosse kriegt diie Therese, ins Bett. Diese kecke, frische Eroberung, dwe entzückend natürlich vor sieh geht, hat. ihre Folgen. Gairnz eelbstvcirständliich, chne daß eine Absicht am Werke ist, wird jietizt Thtenesc die Beihuenrtscherin des meugewanarenien Gdltiielbtenw Adieu, Kanada!" Der stüirmlsoHe Jümgling, dem gestern dtetr Bedien uinitier dem Füßen brannte, der nach dem Schliffe fieberte, das »Tenacity«' (EnUisoMosrienheiit) heißt—> brennt heute mit seiner Therese nach dem Norden Frankreichs durch und bat es nicht vermocht, dem mitgenommenen, verlassenen, dem armen, verliebten Freunde die Wendktmg der Dinge mitbznifiieiJen. Der erfährt erst eine Stunde vor der Abfahrt der »Temacity«, daß er doppelt getäuncht wunde: vom Kameraden und von der schönen Therese, die dem hochachtungsvoll passiven Verehrer annefh weiitertan ihr Lächeln schenkte, weil sie ihm nicht wefoüum wollte. Er ist nicht böse, denn er weiß, daß die beiden anderen gute Menschen dmid,; sondern .nur sehr traurig. Und plötzlich ein enüschldssener Mann. Früher ©ollFe .er als Mitgenommener hinüber ni^di Kanada, jetzt gebt er selbst. Drei Menschen sind hier —> wie mkh dünlkt — mit großer Kun'-f gesitaltet, lebensecht in ihrer Monschili’cfofkeifc. Und eine wirkliche Komödie geht vor sich. Denn der Stürmische, Energische, der den anderen väterlich an der Hand ndhm, wird de* Hörige eineis blonden Geschöpfes, der andere, dem stille, mdodösche Häuslichkeit ein Lefoencieilement ist, wird vom Schicksal zinm Kämpfer geformt und geht eine neue Heimalt emdbera. Und der alte Packträger, der in diesem echten Stpad ein wenig stört, weil er ziu klug spricht, vermutet mit guten Gründen, daß der Schwächere, der arges Leid erfahrnen bat, aber schließlich bfeiuLiziiiebt in die Freiheit, da© giüdkfl.iidlnere Los sog. ■ * Die Komödie wird im Burgdheatefr sio vdlfliermdet gespiidlt, daß m-an die Verpflanzung der Aufführung in einen stj.ilen, intiimien Raiutm wünschen mö-dlits. Wie Iherziliidi und lebemsfrolh, wie Hehl iah, wie gnuud'gütig, wie umflcrsem van Anmut iisst. die Therese der F rau P ü n k 5 s -d v! Herr Schott stehlt jettet in der erstem Reihe der Sdhauispieil>er. Nicht ein Gran hilHiiger Gefühfl'siduiseid haftet dem Jüngling rr.it dem bitteren Erl'dbniis an, der ihm an- \*ertrault ist Einfach bezwingend diie Wärme, die Schlichtheit seiinias Wesens. Dem fröhlicheren, tüdubiigeirön Genossen bleibt Herr T r e ß!■ e r ntiioht© schuldig. Vortrefflich allls Mitspieler: Fräuliein Mayh r und die Herren Pau 1 s e n und Moser. Otto Abele«. Freie Jüdische Volksbühne Gastspiel Im Lnstspleltheater 4280 wi»...«. Der Singer fin sein Trauer Spiel in 3 Akten mit einem Vor- und Nachspiel von Osslp Dymow Aus den Theatern. Wochenspielplan! der Staatsoper: Sonntag, 7 Uhr (bei aufgehobenem Jahresabonnement) Aida“ (A'fda — Frau Kammersängerin Gertrude Kappel vom Landestheater in Hannover, Radames — Herr Fritz Kraus vom Nationaltheater in München, Amonasro — Herr Michael Bohnen als Gäste.) Im Redoutensaal: 7 Uhr „Figaros Hochzeit“. — Montag, 7 Uhr (bei aufgehobenem lahresabonnement)„Feuersnoi“, „Josephs-Legende“.— Dienstag, '/,7 Uhr, „Margarete* (Faust). (Mephistopheles — Herr Michael B 0 h n e n als Gast.) Im Redoutensaal: V*8 Uhi „Der Barbier von Sevilla*. (Graf Almaviva — Herr Fritt Aaus vom Nationaltheater in München als Gast.)—Mittwociy TUhr, „Tiefjand“. (Märta —Frau Kammersängerin Gertrud«! Kappel vom Landestheater in Hannover als Gast.) Im Redoutensaal: 7 Uhr „Figaros Hochzeit*. fFigaro — Her2 Leo Schützendorf von der Berliner Staatsoper als Gast! — Donnerstag, 7 Uhr (bei aufgehobenem Jahres- und ein3 geschränktem Stammsitzabonnement, zugunsten der Kriegsopfer) „Die Königin von Saba“, „Josephs-Legende“. lm| Redoutensaal, Vs8 Uhr, „Der Barbier von Sevilla“. —■ Freitam| 7 Uhr, „Die Boheme“. Im Redoutensaal: 7 Uhr „Figaro« Hochzeit*. (Figaro — Herr Leo Schützendorf von de* Berliner Staatsoper als Gast) — Samstag, 7 Uhr (bei ein^ geschränktem Stammsitzabonnement) „Der fliegend« Holländer“. (Senta — Frau Kammersängerin Gertrud« Kappel vom Landestheater in Hannover als Gast) Int Redoutensaal: Uhr (zugunsten der Kriegsopfer) „Dec Barbier von Sevilla“. 6 H J 9 c . °^nrlnsP,ieJP1!n des Bufgthftateriü Sonntag, 2 Uhr (außer dem Jahres- und Stammsitzabonnement kein Kartenverkauf) „Madame Legros“. 7 Uhr, „Das Schiff Tenacity“. — Montag, V,7 Uhr (bei aufgehobenem Jahres- und Stammsitzabonnement kein Karten« verkauf) „Die Räuber“. - Dienstag, Vfi7 Uhr, „Hamlet“. — Mittwoch, 7 Uhr, „Das Schiff Tenacity“. — Donnerstag %7 Uhr, „Die Räuber“. — Freitag, 7 Uhr, „Theater“. -» Samstag, 2 Uhr (außer Jahres- und Stammsitzabonnement» kein Kartenverkauf) „Torquato Tasso“. Uhr, „Da« Schiff Tenacity“. Wochenspielplan der VoIksopeA Sonntag, 2 Uhr (kein Kartenverkauf) „Die Jüdin“. 7 Uhr Mignon“. — Montag, 6 Uhr (kein Kartenverkauf) „Die Walküre“. — Dienstag, */s8 Uhr, „Hoffmanns Erzählungen“. (Lindorf — Herr Kammersänger Robert Burg von der Staatsoper in Dresden als Gast.) — Mittwoch, ^7 Ohr (kei» Kartenverkauf) „Lohengrin“. (Lohengrin — Herr Hubert Leu» als Gast.) - Donnerstag, ‘/28 Uhr, „Tosca“. (Scarpia — Herr Kammersänger Robert Burg von der Staatsoper in Dresden als Gast.) — Freitag, 6 Uhr (kein Kartenverkauf) „Di« Walküre“. — Samstag, 7 Uhr, „AYda“. (Amonasro Herf Jean Athanasiu von der Staatsoper in Bukarest als Gast.) Staatsoper. In Abänderung des Spielplane« wird morgen bei aufgehobenem Jahresabonnement zu be« sionderen Preisen „Aida“, mit den Damen Gertrude Kappel vom Landestheater in Hannover als Gast, Paalen, Pirchhoff, den Herren Fritz Kraus vom Nationaltheater in München als Gast, Kammersänger Michael Bohnen al« Gast, Zec, Gallos, Norbert, gegeben. Dirigent Herr. Reichenberger. Anfang 7 Uhr. j In der Volksoper gastiert In def heutifen Aufführung der „Afrikanerin* Herr Kammersänger Robert Burg von der Staatsoper in Dresden als Nelusco* Beginn */»7 Uhr. » Im Deutschen Volkstheater wird da« Lustspiel „Mama“ von Louis Verneuil heute unffl morgen, ferner Donnerstag den 23. und Freitag de« 24. d. M. wiederholt. Montag gehen nDie Kreuze M Schreiber“, Dienstag „Karussel“, MittwocW zum ersten Male und Samstag als Reprise „D i « Opferung“ in Szene. j in den Kammerspielen wird allabendlich uqt 7 Uhr „Der R e i g e n“, um 10 Uhr „Das Fräulein aus gutem Hause“ aufgeführt. Bloß Montag de« 20. d. M. geht um 7 Uhr „Untreu“ in Szene. Im Raimund- Theater gelangt morgen tintf Dienstag „B 0 c k s g e s a n g“, Mittwoch „Des Meere« und der Liebe Wellen“, Donnerstag, Freitag und Samstag die Novität „Die rote Straße“»« Aufführung. In der Freien jüdischen Volks* bühne (Lustspieltheater) tritt Paul Baratow (Ben Zwi) hach längerer Pause morgen abends in Gordlns „Uebemt Ozean“ zum ersten Male wieder auf. Montag wird „Der Fremde“, Dienstag „Ganuwim“, Mittwoch „Gott der Rache*» Donnerstag „Der Unbekannte“ und Samstag „Sch’ma Jisruel“, sämtlich mit Paul Barotow in den Hauptrollen, gefeben. Freitag den 24. d. M. gelangt Dymows „Der Inger fin sein Trauer“ zur Wiederholung. verein Freie Jüdische Volksbühne. Sonntag de« 19. d. M., 3 Uhr nachmittags, gelangt im Lustspieltheater im Rahmen der Mitglieder vors Lei lungen „Zisaitin Zispreit“, Komödie in 3 Akten von Scholem Alejchem, zur Aufführung« Regiebeitrag für Mitglieder K 100. * Gerichtssaal. Der Zusammenbruch der Bing-Bank« . Der im Jänner 1920 erfolgte Zusammenbruch def Bing-Bank, wie das Bankhaus Bing & Co. in der Werdertorgasse genannt wurde, hatte gestern ein Nach-« spiel vor dem Schöffengericht. Der Inhaber dieses Börsenbureaus, der frühere Schuhwarerahänd'leir Karl G e r s 11, und sein Geschäftsführer und Neffe Georg Bauer sind wegen fahrlässiger Krida ange-i klagt. Der Krach der Bing-Bank hat seinerzeit viel Staub auf ge wir beit, weil man den'Inhaber und den Geschäftsführer unter dem Verdacht des Betruges verA haftete, und es hieß, daß die Passiven mehr als> 120 Millionen Kronen betragen. Es stellte sich heraus, daß es sich um ein zur Zeit der großen Konjunktur 191A entstandenes Unternehmen handelte, das der Schuhwarenhändler Gerstl mit dem Budapester Kaufmann. Ighaz Bing mit einem Kapital von zusammen kaum K 300.000 errichtet hatte; Gerstls Kapital betrug K 135.000. Beide Inhaber verstanden vom Bankgeschäft nichts. Anfangs Jänner, als schon die Situation der Bing», Bank infolge der Börsenlage fast unhaltbar geworden. War,, erstatteten mehrere Kommittenten Strafanzeige« im Sicherheisbureau. Es zeigte sich, daß die Kommitten-: ten veranlaßt wurden, ä la hausse zu spekulieren» während die Firma, die die meisten Spekulationen in sich machte, in die Kontermine gegangen war, da si« hach der andauernden Hausse an der Börse eine Baisse, sicher erwartet hatte. Die Kalkulation war falsch un<S am 27. Jänner 1920 erfolgte der Konkurs der Bing- Bank. Den Angeklagten konnte aber kein Betrug zuf Last gelegt werden und sie wurden nur wegen fahr-i lässiger Krida angeklagt, wei'l sie gewagte Spekulationen» die mit ihrem Vermögen und ihrer Geschäftslage in! Widerspruch standen, gemacht und ihre Bücher nichl ordnungsmäßig geführt hatten. Hiebei war der Stand des HERREN-STOFFE 140 cm breit per Meter 3450K & Ns . WEIHBURGGASSE»lO* l'AO ICRGAME&

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