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Wiener Morgenzeitung · 1922-03-14 · Heft 1122 (14.3.1922) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1122 (14.3.1922)
Date
1922-03-14
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Wifch, Ötehtfäg Nr. 1122 Wtfttftifc &!ÖRGßN2E*fÜNCI 14. Mare 1922 Seite ■ ■ I ..j, ... ■■■ - > -...Ml >->-»» »» > > — - < FI Sportblatt der Wiener Morsenzeitüng 1 Fußball. Die Meisterschaft. Grflnwald hatte im Spiel gegen Hertha einen ausgezeichneten Tag. Seine Technik und vollendete Ballführung ermöglichten es ihm, oft mehrere Gegner zu düpieren. Nach der Pause gelang es ihm einmal, in unmittelbarer Tofnähe zwei Läufer und beide Verteidiger tu überspielen. Nur der Tormann stand dem Hakoahrter floch gegenüber.. Da erschien der Hertha in Slutzky ein Retter. Slutzky wollte selbst den A'bschuo besorgen, was ihm aber vollkommen mißlang. Durch sein Eingreifen brachte er die Hakoah um eine sichere Chance, da Grünwaid voraussichtlich den Ball ins Netz gebracht hätte, s ■ Hertha ist als harte undschaffftpielendeMannschaft bekannt. Mehrere Fä’Vöritner Spieler überschreiten aber oft die Grenzen des Erlaubten. Sowohl Kamner als auch Sche/czric iegten sich im Verlauf des Kample« eine Spielweise zurecht, die für den Gegner entschieden gefährlich war. Wäre der Hertha eine weniger disziplinierte Mannschaft als die Hakoah gCgefliVbefgestanden, dann hatte das Spiel wahrscheinlich häßliche Formen angenommen. *- G u tt m a n n demonstrierte, wie man bei möglichst geringem Kraftaufwand eine bedeutende Arbeitsleistung vollbringen kann. Der Mittelläufer sts-nd immer am richtigen Platz, 80 daß ihm das anstrengende Laufen meist erspart blieb. Sein Zuspiel war seht genau, so daß der Angriff nicht nur dein Ball bekam, sondern ihn auch halten konnte. Die Fö'lge davon war, daß die Deckung entsprechend entlastet War. * K a n t n e r, der Mittelläufer von Hertha, ist der beste Kombinationsapieler der Favoritner. Er bot vor der Pause auch eine sehr gute Leistung Nach Seitenwechsel fiel er der takttischen Überlegenheit von Guttmann u-nd Grünwald zum Opfer. Diese beiden Spieler jagten den Hertha-Mittelläufer von Mann zu Mann, so daß letzterer bald ausgepumpt war. Im gleichen Maße, 9.1s Kantner die Luft auaging, fiel seine Mannschaft ab. * Scheuer und Trümer verstehen es nicht, mit felendfeuerwerk aufzuwarten. Trotzdem ist aber ihr S>piei überaus nützlich. Ihr initiatives Handeln bringt es mit sich, daß die gegnerischen Stürmer fast nie zum Schuß kommen. Obwohl die beiden Hakoahner nicht so stilvoll Spielten wie Popovich und Blum, kann der Jüdische y er ein mit seinen beiden Verteidigern zufrieden sein. Neufeldtund H.lualer bilden ein gut eingespieltes Flügel paar, doch erzielen sie nur dann die entsprechende Wirkung, wenn Häusler iri der Verbindung und Neufeld außen spielt Letzterer Ist bei allen ihm anhaftenden großen Fähigkeiten kein bedeutender Taktiker, wogegen Häuslers starke Seite im Freisp:e!en der Partner Hegt. Am vergangenen Sonntag machte Neufeld seinen MSingel an Übersicht durch eine vervielfachte Arbeitsleistung wett. Häusler hingegen stand allein auf weiter Flur, so daß Sr seiner Mannschaft nicht sonderlich vonmuczen war, * Die Anlage des Floridsdorfef-Platzes ist auf keinen (Massenbesuch eingerichtet. Vor allem fehlt es an notwendigen Eingangstoren. Die Besucher mußten im größten Staub über eine halbe Stunde vor den be.id?n einzigen Toren stehen, bis sie Einlaß fanden. Die jHakoah-Ordner wieder konnten den Ansturm nicht Zurückbalten, demgemäß kamen viele hunderte Personen in den Sportplatz, ohne eine Eintrittskarte gelöst zu haben. In der al gemeinen Unordnung, für die man die Leitung des jüdischen Verein« kaum verantwortlich machen kann, kamen die Berichterstatter um ihre Sitze, so daß die meisten Herren gezwungen waren, stehend das Spiel zu verfolgen, * Richter ist elh schneller Läufer und guter TechfcSker, Sein Verbindungsmann hat alle Eigenschaften, die ihn zu einem guten Innenstürmer stempeln. Trotzdem gelang es den beiden Spielern nur selten, sich durchzusetzen, da sie in PoJla'k auf einen sehr tüchtigen Abwehrspieler stießen. Erst nach der Verletzung des Hakoahners drangen die beiden Favoritner einigemale gefahrdrohend vor da« gegnerische Tor. * Chfenka und Weber sind wieder zur vollen Form autgelaufen. Insbesondere letzterer bot eine Glanzleistung, die an seine besten Zelten erinnerte. Er überragte ■»amtliche Läufer auf dem Felde um ein Be-’ trächtliehes. Sollte dieser alte Spieler seine derzeitige Form beibehalten, dann erscheint er als der würdigste Nachfolger Geyers in der Auswahlmannschaft. * Blum gilt derzeit als unser bester Verteidige«* Trotzdem haften seinem Spie! sowohl taktische als aucn technische Fehler an, die es notwendig erscheinen lassen, bei der Wahl seiner Nebenspieler für die Aus- Wahlmannschaft große Vorsicht walten au lassen. # Ben dl, der Tormann der Vienna, macht sieh »eine Aufgabe viel zu schwer. Bel einfach abzuwehrenden Bällen unternimmt er halsbrecherische Verteidigung»- aktioner., wobei er »eint geraden Glieder riskiert, * Beer war im letzten Spiel bedeutend besser als sein Partrcr Teufel. Ersterer ist vor allem schnel'er geworden, ahn* dabei seine ^uhe und Uebersicht zu verlieren. Edi Kannhäuser verschuldete'in ungeschicktester Weise ein Eigentor. Das war aber,auch so ziemlich sein einziger Fehler während des ganzen Treffens. Kainnhäuser erinnert in seinen Bewegungen an die beiden Süddeutschen Lohrmann und Stuhlfaut, denen er kaum nachstehen dürfte. » / Karl Kannhäuser befindet sich letzt in Höchstform. Er versteht es, wie kein zweiter Mittel- Stürmer, aUf die Vorzüge und Schwachen seiner Partner einzugehen, wobei er die verschieden»ten Individualitäten zu einem einheitlichen Ganzen bringt. Es wärt sehr interessant. Kannhäuser neben Fischern spielen zu sehen, da die beiden vorzüglichen Stürmer in ilner Spielweise so manche Aehnlichkeit haben. * Ei n kl, der Tormann von Ostmark, befand'sich am letzten Sdnfltag in hervorragender Form. Wien ist letzt reich an guten Torhütern; ihnen schließt sich Zinkl würdig an. 0 Neuhauer, der internationale Centerhalf, der Jetzt In der Rapfd-Mannsehäft als linker Sdlenhalf tätig ist. lieferte Sonntag ein hervorragendes, geradezu vorbildliches Spiel. Er bewies so die .alte Weisheit, daß ein guter Spieler äuch auf früher ungewohntem Posten, wenn er sich erst eingearbeitet hat, vorzügliche Leistungen bieten kann. * Wieset, der Tormann der Admira, ist einer der talentiertesten Spieler in Seinem Fache. Leider hat er jedoch die Gewohnheit, die Bälle nur abzuwehren und nicht zu fangen und dieses riskante Spiel hat, wie Im sonntägigen Wettspiel gegen Rapid, oft schwere Folgen. * Den großen Wert unvermutet abgegebener Schüsse demonstrierte der rechte Flügelmann der Admira. Zweimal schoß Wöhlmuth aus ziemlich weiter Entfernung auf das Raptd-Tör und der Ball ging das eine Mai unter, das andere Mal über dem sonst vorzüglichen Pauler ins Netz. * - Der Rapid-Sturm Ist wieder Im Kommen. Mit der kolossalen Formverbesserung Bauers hat auch das Können seiner Nebenleute eine wesentliche Steigerung erfahren, ßdl hat seit dem Spiele Rapid—Slavla in Wien noch keine derartige Leistung geboten. *' / S e I d 1 e r, der tüchtige Verteidiger Hazairdf1 hat sich ein sehr aufopferungsvolles, aber auch höchst gefährliches Spiel zurechtge egt. ln bedrohlichen Situationen wirft er sich den gegnerischen Stürmern geradezu vor die Füße. Am letzten Sonntag war er der beste Spielet auf dem Felde. . % Der Angriff von Hazair krankt an dem Hebel, daß keiner der Stürmer genügend oft und genügend scharf schießt. Deshalb, kann die Mannschaft Ihre Ueberlegenheit U' selten ziffernmäßig zum Ausdruck . bringen. Auch Sonntag wurde das einzige Tor von einem Verteidiger erzielt. ■ J... * . Buschno, der Centerhalf desW. A. G, war im vorgestrigen Meisterschaftspiele seines Vereins gegen Bewegungsspieler zeitweise der beste Mann auf dem Felde. i f * Huber, der populäre Wacker-Verteidiger, der fm vorwöchigen Spiel seines Vereins gegen Admira eine Verletzung des Unterarmes erlitt, dürfte nach dem Ausspruch des behandelnden Arztes erst in beiläufig zwei Monaten wieder spielen können. Eine Jugendmeisterschaft. Der Niederösterreichische Fußball-Verband beschloß In seiner gestrigen Sitzung, eine Jungmannschaftsmeisterschaft auszuschreiben. Die erst- und zweitklassigen Vereine sind verpflichtet, an diesem Wettbewerb teilzuneluuen. Die Jungmannschaften der Klubs der unteren Klassen können ebenfalls an der Konkurrenz teilnehmen, doch müssen sie ihre Nennungen bis zum 31. Mai abgeben. Die Spiele finden an Sonnfagvormlttägen (9 und */sl 1 Uhr) und Samstagnachmittagen statt. Die Spieldauer beträgt zweimal 35 Minuten. Die teilnehmenden Vereine werden in Kreise »eingeteilt, wobei jedem Kreis höchstens acht Klubs angehören dürfen, |ede Gruppe bildet einen Ausschuß, der aus den Vertretern aller Klubs besteht. Die Meisterschaft beginnt am letzten Augustsonntag und soll im April beendet sein. Die Vereine spielen zweimal gegeneinander. Die Kreissieger tragen untereinander die Endspiele nach dem Cupsystem aus. Teilnahmsberechtigt sind nur jene Spieler, die am 31. Dezember das 18. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Der Endsieger erhält einen wertvollen Preis. Ein Rundspiel. Ein trauriger Anlaß. Der bekannte internationale Stürmer He'nzl, der längere Zeit für den W. A. F. tätig war, liegt schwerkrank Im Spital danieder. Die Vereine Rapid, W. A. F„ Stockerau und Korneuburg beschlossen, morgen, Mittwoch, ein Rundspiel auszutragen, dessen Reingewinn zum Hauptteil dem erkrankten Spieler zufließen soll. Der geringere Teil des Gewinnes kommt dem Sigt-Fonds zugute. Das RUnd« spiel dürfte auf dem W. A, C.-Platz stattfinden. ■ BBniBSQBBOBiiaiiiaBaaaaaaBiaaanBBBQaaB Bi M B Bl tl a Bl B B P | Eigene Werkstätten: Wien, II., Wohlimithstraße 19—21 ® Hauptniederläge: Wien, II., Franzensbrlickenstraße 24 H Telephon 47-3-12 6379 B En eroa En detail Export " Beste Einkaufsquelle für Wiederverkäufe!1! B BtarnrBBBiBBaaBBaBBBBrnaPBBiBBiBaBaBianBBia STADION' SPORT WAREN GES. M. B. H. (Mltlnhaban Artur Baar) Der Niederösterreichisjphe Cup. Am nächsten Sonntag finden folgende Cupspiele statt? Hakoah-»Hertha (F. A. C.-Platz), Südstern—Vorwärts X, Blue Star—Viktoria XX, Korneuburg—Bewegungsspieler, RedStar—Rapid,Slovan—Atzgeradorf, Ottakring—OlympiaXI, Rudolfshügel—Vorwärts XI, Vienna—Donaustädt, Amateure— F. A. G, Wacker-W. A. C., Sportklub-S. S. V., W. A. F.-* Cricket, Simmering—Stockerau, Admira—Ostmark. Das Ausländergesetz* In der gestrigen Sitzung des Niederösterreichisches Fußball-Verbandes kam die Bestimmung zur Sprache, wonach nur zwei Ausländer an einem Meisterschaftsspiel teilnehmen dürfen. Da viele Vorstandsmitglieder sich ah die Beschluß« fassung nicht erinnern konnten, wurde das Sekretariat beauftragt, in den Protokollen nacluusehen, ob die Bestimmung überhaupt besteht. Bis zu dieser Feststellung könnet? alle Spieler an der Meisterschaft tei'nehmen. Um eins prinzipielle Lösung herbeizuführen, wurden die Spielausschüsse der ersten und zweiten Klasse beauftragt, zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen. Stand der Meisterschaft 11. Klasse. Verein Spiele 0 fea <u So m e -> QJ I 3 ) Nieder! für Tore gegen o . 3 L. W. A. C. . . 15 11 2 2 50 16 24 Germania . . 15 11 1 3 36 13 23 Slovan . . . 15 10 3 2 54 25 23 Gersthof . . 15 10 2 3 37 25 22 Donaustadt . 15 9 2 4 32 18 20 CrfCketer . . 15 5 4 7 24 30 14 Red Star . . Bewegungs- 15 6 6 1 8 S 35 16 33 13 13 spieler . .. Simmeringer 15 14 1 26 5 12 Sp.-Vg. . . Sturm 1914. . 2 7 23 24 15 5 2 8 28 42 12 Renn weg 15 3 4 8 11 26 10 Blue Stär . . 14 3 2 9 15 33 8 Ott. Sportfr. . 15 2 4 9- 18 31 $ Nußdorf. . . 15 2 2 U 18 51 6 Die Meisterschaft der Reserven. Die Spiele brachten folgende Ergebnisse: Amateure-«» Ostmark 3 : 1, Sportklub—Vienna 1; 1, Rudolfshügel— W. A. F. 20, Rapid-Admira 1:1. Englische Ligaspiele. Liverpool, weiter an der Spitze. Die Ligaspiele vom vergangenen Sonntag brachten folgende Resultate: Aston Villa—B rmingham 1 : L Bradford City—Everton 2:1. Oldham Athletic—Burnley 1 :0. Cheisea—West Bromwich 1:1. Liverpool—Blackburn Rovers 1:1. Manchester United—Arsenal 2:0. Middleshorough—Huddersüeld 5:1. Newcastle United—Bolton Wanderers 2:1. Preston North End—Manchester City 1: 0. Cardiff City—Sheffield United 2:0. Tottenham Hotspur— Sunderland 1:0. __ Weiße Elf—Meteor 4: 0 (0: 0). Ueberlegener Sief der besser spielenden Mannschaft. Menorah—Bar Kochba 2:1 (2:0). Menorah konnte über die durch Plaschkes (1. F. C.) verstärkte Bar-Kochba- Mannschaft einen einwandfreien Sieg erringen. Die Tora für Menorah erzielten Epstein und Gottlieb, für Bar Kochba war der Mittelstürmer erfolgreich. Bei Menorah waren gut der Tormanri Moravec und der Verbindungsstürmer Stein, bei Bar Kochba Plaschkes und Bullo. Dozent ,Dr. Haudeclc hat beim Niederösterreichischea Fußball-Verband seine Demission eingereicht. Dieser, ver* diente Funktionär teilte mit, daß er seine Stelle als Präsident des Schiedsrichterkollegiums zurückzulegen, wünscht, Der Vorstand des Niederösterreichischen Fußball-Verbandes nahm die Demission nicht zur Kenntnis. Das Schiedsrichterko'legium hat bis zur nächsten Sitzung des Nieder» österreichischen' Fußball-Verbandes zur Demission des Dozenten Dr. Haudeck Stellung zu nehmen. Molnar Ist an Mittelohrentzündung erkrankt ,und dürfte demgemäß einige Zeit pausieren müssen. 'Sämtliche Vereine haben bis längstens drei Tage nach dem Wettspiel die Abgaben an den Niederster* rcichiachen Fußball-Verband zu leisten. Wer diesen Beschluß n'cht befolgt, wird dem Straf- und Meldeausschuß stellig gemacht und von letzterem bestraft Besitzende und Unbemittelte. Die Vollversammlung der dritten Klasse beschloß/ ihre Meisterschaftsspiele nur auf eingeplankten Plätzen auszutragen, ln der gestrigen Sitzung des N. Oe. F.-V. wurde der Beschluß nicht zur Kenntnis genommen. , Der Finanzausschuß des Verbandes wählte Herrn Lehner zum Obmann. Germania spendete dem Slgl-Fonds K 5000. Dem Fonds sind bis jetzt 1< 51.000 zugeflossen. Leichtathletik. '_ i Die englische Croß-Country-Meister* schaft. Die Samstag ln London ausgetragene Meisterschaft von England Im Querfeldelnlaufen endete mit einem Siege des bekannten französischen Langstreckenläufer» Guüiemont. Radfahren. Das New Yorker Sechstagerennen* Grenda-MacNamara (Amerika) siegreich. Wie eine Reutcr-Depesche meldet, hat das New Vorket Sechstagerennen, das Montag nachts seinen Anfang genommen hatte, mit de n Siege des amerikanischen Paare» Uruuda-AiacNamaia geendet.

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