Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1112 (4.3.1922)
- Date
- 1922-03-04
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1112 Wien, Samstag WIENER MORGENZEITUNO 4. Mürz 1922 Seite 9 —.-..<..-4 »I (KXBSnBHXRX 4» , Fußball. Die Meisterschaft. Der Frühjahrsstart. v Jorgen Sonntag beginnt nach einer reichlichen [Verzögerung die lvrühjahr&S'picizeit der Meisterschaft. Die Gleich'W'crtigikeit der erstiklässigen Vereine bringt es mit sich, daß kein Spiel einen arusges»prochenen Favorit hat. Der Zufall wollte es nun, daß gleich am ersten Tage harte Rivalen aufeinander treffen, die sich erbitterte Kämpfe liefern sollten. Die letzten Jahre haben c® bewiesen, wie undankbar es ist, den Ausgang eines Spieles Vorhersagen zu -wollen. Für die zu erwartenden Ergebnisse fehlt diesmal umsomehr jeder Maßstab, als sämtliche Vereine durch die schlechte Witterung keine Möglichkeit hatten, einem rationellen Freilufttraining m obliegen, oder gar leichte Freundschaftsspiele auszutragen. Der morgige Tag dürfte demgemäß insofern« große Ueberrasdhungen bringen, afls so mancher Verein, der einen klangvollen Namen trägt, an einem als Außenseiter betrachteten Klub, die Punkte wird abgeben müssen. Mit Rücksicht darauf, daß Rapid und Amateure, die als die stärksten Mannschaften angesehen wurden, ziemlich weit ins Hintertreffen geraten sind, erscheint das diesjährige MeisterschaftsTenhen als ziemlich offen. Sportklub, Hertha und Hakoah liegen knapp hintereinander, so daß sie ungefähr den gleichen Start haben. Für den Ausgang der Meisterschüft erscheint es von großer, Wichtigkeit, vom Start gut wegzukommen, da es dann unter Umständen gelingen könnte, den Vorsptung zu halten. Main brigt demgemäß den ersten Spielen ganz bedeutendes Interesse entgegen. Zwei alte Rivalen, die sich schon so manchen harten Strauß geliefert haben, stehen einander auf dem F. A. C.-Platze in Floridsdorf gegenüber. Die Ilakoah hat gegen die Vienna schon Spiele ausgetragen, als erstere noch der III. Klasse angehörte. Aber selbst damals gelang es den Döblingern nicht, leichte Siege zu erringen, da die tüchtige Verteidigung der Hakoah dem nicht allzu starkem Angriff der Vienna meist immer die Spitze bieten konnte. Das Kräfteverhältnis der beiden Mannschaften: hat sich woh*l seither zugunsten der Hakoah verschoben, doch wäre es ganz verfehlt, daraus den Schluß zu ziehen, daß der jüdische Verein sicherer Sieger im morgigen Treffen ist. Der Schwerpunkt der Döblinger liegt im Hintertreffen, wo sie in Blüm eine überragende Kraft haben. Auch die Deckung braucht trotz däs Abganges von Kurz keinen Vergleich zu scheuen. Der Angriff war in den letzten zwei Jahren das Schmerzenskind der Mannschaft, da ihm ein tüchtiger Führer fehlte. Durch die Gewinnung des alten iW. A. C.-Sipielers Heinlein, dem die Studnitzika- Sclvule in Fleisch und Blut übergegangen, tat, erfuhr der Angriff eine ganz bedeutende Verstärkung. Die Döblinger stellen demgemäß eine vollkommen ausgeglichene Kampfeinheit dar, die selbst den besten Mannschaften einen gleichwertigen Gegner abgeben kann. Die Hakoah war in den früheren Jahren auf ihre ausgezeichnete Hintermannschaft immer stolz. Auf sie konnte sich der Verein ständig verlassen und so manches Treffen wurde durch sie gewonnen, wentn der Gegner sich aiuch im Felde überlegen erwies. Seit der Verletzung Scneuors hat die unmittelbare Torverteidigung viel von ihrem festen Gefüge verloren, wodurch die ganize Last des Spieles oft nur auf dem Angriff ruhte. Morgen wi-rd Scheuer .wieder nach längerer Zeit Mitwirken, doch ist es fraglich, ob er bereits seine frühere Leistungsfähigkeit, erlangt hat. Die, stärkste Waffe der Hakoah dürfte wieder der Angriff sein, in dem die .Flügelstürmer die Aufgabe haben .werden,, die gegnerische Hintermannschaft nicht vor dem Tore massieren zu lassem. Im Angriff scheint unser jüdischer Verein Buch das Uehergewicht zu haben, doch gebührt der [Vienna im Hintertreffen der Vorzug. Die beiden [Deckungen dürften ungefähr gleich stark sein. Aus 'dieser Untersuchung ist ensiehtli-ch, daß der Kampf ütls vollkommen offen zu bezeichnen ist. Die größere [Energie und Ausdauer dürften im morgigen Kämpf laqsschlaggebend sein. Das letzte Meisterschaftstreffen hat i:i, unentschieden, geendet. Wenn die •Hakoahner diesmal ein günstigeres Resultat erzielen 'wollen, müssen sie alle Kräfte anspannen. Das Treffen wird vom Schiedsrichter Meisl geleitet. Vor dem Spiele der ersten Mannschaften treten die,Reserven der beiden Vereine an. Die zweite "Garnitur der Hakoah hat sich in den letzten Jahren tour wenig ausgezeichnet. Hoffentlich gelingt es ihr Feuer, vom letzten Platz in der Tabelle wegzukommen. Schiedsrichter Vytlaciel leitet, ihr Spiel. Der Meisterschafls- und der Cup-Sieger iVora Vorjahr stehen einander auf dem RäpidtPlabz in Hütteldorf gegenüber. Der Kampf zwischen diesen beiden Rivalen um die Vorherrschaft im Wiener Fußballsport hat einige Aehnlichkeit mit der sportlichen Fehde zwischen M. T. K. und F T. C. in Budapest. Während ater der Altmeister F. T. C. schließlich dem jüngeren Dränger V. T. K. dei ernten Platz überlassen mußte, scheinen in Wien heile Vereine, die man FM f H 82 i SSk&W Straßenbahn- HI Mb S* 101IX Hnie 31 iiiiiiiiiitiimtiiiiiiiiiiuiiuiiiniiiiiiiiiiiiiiimiiiuitijiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiitittiiiiti Sonntag den 5. März 1S2H, 3 Uhr nachmittags Donnerstag den 16. März findet ln sämtlichen Räumen der Sophiensäle die BLAU-WEISSE REDOUTE Vorher die Reserven sich die Mannschaft mit einem Platz im MitteltreffeÄ begnügen muß. Morgen treten die Meidlinger in Florida*' dbrf gegen Admira an. Die Oeffentlichkeit ist nicht Informiert, wie weit die beiden Mannschaften in ihrer Form fortgeschritten sind, so daß die Vorhersage über den vermutlichen Ausgang des Kampfes unmöglich ist. im vergange non Herbst blieb Wacker mit 1 : 0 Toren siegreich, vielleicht gelingt es Admira diesmal, Revanche zu nehmen. Schiedsrichter Albrecht. Reserven Schwarz. H. Klasse, Die zweite Klasse hat gleich morgen Ihren Groß-, Kampftag, da Slovan und W. A. C. einander auf dem Platze des letzteren Vereines entgegentreten. Der Ausgang des Kampfes ist vollkommen ungewiß. Schiedsrichter Klomseiv Äußer diesem Spiel gehen noch folgende Treffen vor sich: Donaustadt—Bewegungsspieler (Straßenbahner-Platz), Lopater; Blue Star—Germania (Neubauer-Platz), Haberleitner; Rennweg—Sturm 1914 (Rennweg* Platz), Krejci; Gersthof— Red Slar (Gersthofer-Platz), Struba; Simmeringer 8. V.—- Sportfreunde (V. A. S.-Platz) Mantler; Cricketer—Nußdorf,, ’ Stiäßny. _ oft als zur Extraklasse gehörig bezeichnete, einem Dritten die Vorherrschaft überlassen zu müssen. Der Sportklub Rapid zählt schon seit mehreren Jahren zu. den Totgesagten. Noch immer strafte er die .»Propheten« Lügen und überraschte durch reue Glanzleistungen Auf kurze Zeit wurde eis dann still, es dauerte aber nicht lange, bis die »Totengräber« an der Arbeit waren. Die Hütteldorfer haben im Herbst (viel Terrain verloren, so daß sie alle Kräfte werden anspannen müssen, wenn sie neuerlich an die Spitze gelängen wollen. Das erste schwer zu nehmende Hindernis stellt sich ihnen schon morgen entgegen. Wohl sind die Amateure keine Kampfmannschaft, doch verstehen sie es, ein modernes Spiel vorzuführen. Die geringe Härte der Oberst. Vetter trug ihnen in so manchem Treffen eine Niederlage ein, wenn sie sich auch Ltn Felde als überlegen erwiesen. Demgemäß ist man nicht geneigt, den Amateuren im morgigen Spiel die besseren Siegesaussichten einzuräumen, obwohl sie fast in allen Mannschaftsteilen ein kleines Uebergewicht haben. Vor dem letzten Treffen war das Kräfteverhältnis ungefähr das gleiche wie diesmal und trotzdem errang Rapid mit 3:2 Toren den Sieg. Es würde also nicht überraschen, wenn Rä*pid diesen Erfolg wiederholen würde. Schiedsrichter Schmidt. Reserven Brauner. Zwei Kampfmamischaften spielen morgen in Dornbach. Der Wiener Sportklub zählte noch im Vorjahr zu denjenigen Vereinen, die berufen schienen, den Wiener EüßLMlspprt insofern würdig zu vertreten, als man das Leichte, Elegante und Vollendete als spezifisch wienerische Märke bezeichnet. Man sagte dem Sportklub nach, daß ihm der gleiche Mangel wie den Amateuren, die geringe Durchschlagskraft, änhaftet. In verhältnismäßig kurzer Zeit haben die Dornbacher die Wandlung von der weichen Kombinationsmannschaft in die harte Kampfmannsphaft durchgemacht. Die neuen Vorzüge wurden aber auf Kosten des Kombinationsvermögenis erlangt.’ Der Sportklub stellt nicht mehr eine Elf ins Feld, deren Zusammenspiel als einwandfrei bezeichnet werden kaum Die neue Methode hat sich bisher erfolgreicher erwiesen als die alte, da die Dornbacher nach langer Zeit wieder an der Spitze der Tabelle marschieren. Es ist aber mehr als fraglich, ob der Wiener. Sportklub noch lange diesen stolzen Platz innehaben wird. Sein morgig er Gegner, der Sporükkib Ostmark, ist einer von denjenigen Gegnern, die berufen erscheinen, den Dornbachern den Sieg möglichst schwer zu machen. Schon im Vorjahr konnten letztere nur unter Aufbietung aller Kräfte einen Sieg von 3:2 Toren erringen. Vielleicht gelingt den Brigittenauern morgen der große Wurf. Sie haben in ihrem Angriff einige Scharfschützen, die jedem Spiel eine unvorhergesehene Wendung geben können. Es erscheint demnach nicht ausgeschlossen, daß die Brigittenauer dem Favorit zumindest einen Punkt abnehmen. Schiedsrichter Lorenz. Reserven Sko.p. Der letzte Nachzügler. Der I. Simmeringer Sportklub spielt in Favoriten gegen Hertha. Nach den Leistungen, die die beiden Vereine in der abgelaufenen Herbstsaison geboten haben, müßte Hertha sicherer Sieger bleiben. Die Simmeringer haben aber bisher immer im Frühjahr eine weit bessere Form bekundet als im Herbst und so scheint es nicht ausgeschlossen, daß sie auch heuer wieder günstige Resultate erzielen werden. Die Favoritner liegen zum ersten Male seit ihrem Bestände an der zweiten Stelle -der Tabelle, wobei sie nur ein Punkt vom führenden Wiener Sportklub trennt, hs ist deshalb nicht zu erwarten, daß sie morgen leichtsinnig in den Kampf gehen, so daß man ihnen auf Grund der zuletzt gezeigten Form etwas günstigere Siegesaussichten einräumen kann. Schiedsrichter Wolf. Reserven Tichy. Scharfschützen, die Ihre Flinte oft vergessen, kann man die Stürmer des Sportklub Rudolfs hüget, der morgen auf eigenem Platze gegen F, A^’C. antritt, bezeichnen. Fröhler und Winkler waren von allen Torwächtern gefürchtet. Die Favoritner Stürmer haben nun in der vergangenen Saison ihre einst so gerühmte Schußkraft vermissen lassen. Sie gelangten dadurch ziemlich weit ins Hintertreffen, gleich ihrem morgigen Rivalen, dem F. A. C. Im Vorjahr endete der Kampf 1:1 unentschieden und es würde nicht überraschen, wenn das Ergebnis morgen eine Wiederholung finden würde. Schiedsrich.er Koceny, Reserve Svejda.! Eine Elf, die nicht gehalten, was sie versprochen, i stelltder Sportklub Wacker ins Fe’d. Nach zeltwe’sen i ganz luscezdclinelcn Leistungen folgt'»« Versager, so daß Freundschaftsspiele. . Heute, V82 Uhr, tragen die Hasmonea-Beamten auf dem Bewegung-XX-Platz ein Wettspiel gegen die spielstarken Athen-Senioren aus. Hoffentlich gelingt es den tüchtigen Beamten, ihre Siegesserie fortzusetzen. : . Die Heros-Akademiker werden Mühe haben, gegen Gleichheit ehrenvoll abzuschneiden. Das Spiel findet heute ■ um 3 iUhr auf dem Red Star-Platz statt Die Spanien-Reise. Eine Verurteilung von Rapid. Der Schweizerische Fußball-Verband machte beim Oesterreichischen Fußball-Verband die Anzeige, daß Rapid für ein Spiel in Basei, das anschließend an die Spanien- Reise der Wiener hätte stattfinden sollen, 5000 Francs verlangt hat. Die Schweizer bezeichnetch diese Forderung als viel zu hoch und für Amateure als ungehörig. Der Oester« reichische Fußball-Verband sperrte dem S. C. Rapid bis auf weiteres den sportlichen Auslandsverkehr. Ausgenommen sind die internationalen Spiele, die bereits abgeschlossen sind. Weiters wurden zwei Vorstandsmitglieder des Oester-' ruchischen Fußbali-Verbandes beauftragt, die Bücher von Rapid zu prüfen, um zu untersuchen, was mit dem Ueber« schüß, der sich aus der Spanien-Reise ergeben hat, geschehen ist. Die Forderung, die die Hütteldorfer an die Schweizer gestellt haben, wurde als viel zu hoch bezeichnet Pelzgeschäfte und ihre Folgen. In der gestrigen Sitzung des Oesterreichischen Fuß* bäif-Verbandes kam der Vorschlag des Straf- und Melde-; äüsschusses auf Disqualifikation der Amateur-Spieler Hänsl* Qeyer, Köck und Swatosch zur Verhandlung. Der Rechtsanwalt des gemaßregelten Amateur-Mitgliedes Schiff hatte an den Oesterreichischen Fußball-Verband ein Schreiben gerichtet, worin Beschwerde dagegen geführt wurde, daß Herr Schiff vom Straf- und Meldeausschuß nicht einvernommen wurde. Der Oesterreichische Fußball-Verband erkannte diese Beschwerde zu Recht und ordnete an, daß der Struma die Angelegenheit des Herrn Schiff noch einmal zu untersuchen habe. Der Vorstand des Oesterreichischen Fußball-Verbande! beschloß, die angeschuldigten Spieler nicht zu disqualifizieren, sie aber für Verbandsspiele zu sperren. Hansl darf ein Jahr und die drei übrigen dürfen drei Monate in keinen Team aufgestellt werden. , Der W. A. F. hätte morgen In Preßburg gegen Bratislava spielen sollen. Der Preßburger Verein sagte nun telegraphisch das Spiel ab. Folgende Schiedsrichter haben gestern abends abgesagt : Meisl, Albrecht, Wolf und Lorenz. Die Neubesetzung erfolgt im Laufe des heutigen Vormittags. Wacker-Munchen hat an den N. Oe. F. ein Ansuchen um Freigabe des Spielers Otto Haiti (früher Amateure) gerichtet. r Der Steirische Fußball-Verband entsandte die Herren Schmidt und Risch an den Oe. F. V.; ' Am 2. April spielen die Amateure in Prag gegen ' Slavia und Bewegungsspieler in Brünn gegen Zidenice. Blau-weiße Redoute. Die große gesellschaftlich®. Veranstaltung des Sportklubs Hakoah findet am Donnerstag\den 16. d. M. in sämtlichen Räumen des Sophiensaalea statt. Karten bei Kehlendorfer, Zdarskl & Weinreb, l* Operngasse 10, Buchhandlung Löwit, KLbheim der Kakoah, M Wiesingerstraße 11. Brunberger, Garfunkel (L. F. C.) und Kreß (Achduth) sind dem S. C. Moriah beigetreten, wodurch der Verein eine namhafte Verstärkung erfährt Hakoah—Vienna. Für dieses Meisterschaftsspiel s’nd noch heute während des. ganzen Tages Vorverkaufskarten im Klubheim der Hakoah, I., Wiesingerstraße 11, erhältlich,, Fechten. Mannschaftsmeisterschaft. KaHoah—W. A. C. Am Montag den 6. d. M. hat die Hakoah ihr zweitel Klübmannschaftsfechten, und zwar gegen W. A. C., auszutragen. Die Hakoah tritt in folgender Aufstellung an t Farkas, Gottfried. MachLp und Sobotka. Wenn Farkas, der gegenwärtig erkrankt ist, Montag noch nicht antreten | kann, wird Bix ihn ersetzen. Die Klasse beider Maua»