Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1922-02-20 · Heft 1100 (20.2.1922) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1100 (20.2.1922)
Date
1922-02-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2980129-2980180--10312-2996650
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Rf. 1100 Wien, Montag WIENER MORGENZEITtWÖ 20. reßruar 102? Seite 3]; & Sportblatt der Wiener Modenzeitung 0<3DCEKBBSHBEDC1D<2 DODC Das Derby in Sfiddeutschland. Fürth—Nürnberg 2:1. — Fürth Kreismeister von Nordbayern. Nürnberg, 19. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Ebenso wie am vergangenen Sonntag hatte das gestern in Nürnberg zur Austragung gelangte Meisterschaftsspiel der beiden stärksten deutschen Mannschaften 8. V. Fürth—I. F. C. Nürnberg eine große Zuschauermenge angelockt. Obwohl die Witterung ziemlich unfreundlich war, hatten sich wieder über 20.000 Personen eingefunden. Die Spielvereinigung erwies sich neuerlich als die einheitlichere Mannschaft, so daß ihr Sieg von 2:1 Toren als verdient bezeichnet werden kann. Als erfreuliches Moment soll hervorgehoben werden, daß im Gegensatz zum ersten Treffen das gestrige Spiel im allgemeinen fair durchgeführt wurde. Dem sehr tüchtigen Schiedsrichter Dr. Bauwens (Köln) stellten sich folgende Mannschaften: Fürth: Lohrmann; Müller, Wellhöfer; Hagen, iang, Löblein; Hierländer, Franz, Sei derer, Sill, Klei lein. Nürnberg: S’uhlfaut; Kugler, Bark; Riegel, Kalb, Grünewald; Strobel, Popp, Bös, Träg, Sutor. Auf dem nassen Boden kam die bessere technische Durchbildung der Fürther entscheidend zur Geltung. Die schweren Nürnberger waren auf dem tiefen Boden entschieden im Nachteil. Gegen Ende des Spieles fielen r e auch dem Tempo zum Opfer und sie mußten, wohl sie bis zur 67. Minute führten, den Sieg den * Gegnern überlassen, ln glänzender Form befand sich wieder der internationale Torwächter Lohrmann der Fürther. Beide Verteidiger befriedigten vollkommen, wobei es Müller wieder gelang, eine Spitzenleistung zu bieten. Die Läuferreihe unterstützte gut d^n Angriff, so daß letzterer sein raumgreifendes Kombinationsspiel entfalten konnte. Der Angriff hatte seine besten Kräfte in der rechten Seite Hierländer - Franz - Seiderer. Der linke Flügel war bedeutend schwächer. Die Nürnberger erwiesen sich wieder als harte Kampfmannschaft Sie suchten ihr Heil im Flügelspiel, eins aber nicht zum gewünschten Erfolge führte, da die Innenstürmer es nicht verstanden,' die Gelegenheiten auszunützen. Am gegnerischen Verteidig;r Müller fanden sie überdies ein schwer zu umgehendes Hindernis; Die Deckung, war schwächer als am vergangenen. Sonntag, obwohl sich Riegel wieder in guter Form befand. Ueberraschend kam das gute Spiel der beiden Verteidiger, die den Abwehrspielern von der Gegenseite um nichts nachstanden. Stuhlfaut war seiner Aufgabe gewachsen. Beide Mannschaften spielen anfangs nervös und cs dauert ziemlich lange, bis die ersten durchdachten Angriffe nach vorne getragen werden, ln der 21. Minute hat Löblein das Pech, Hands im Strafraum zu machen. Kalb verwandelt den Elfmeterstoß und bringt dadurch, seinem Verein die Führung ein. Bis zur Pause haben beide Parteien gleichviel vom Spiel. Nach Seitenwechsel sind die Nürnberger Im Vorteil. Sie kämpfen mit großem Elan und es hat den Anschein, als ob sie ihren Vorsprung vergrößern würden. Langsam gewinnen aber die Fürther die Oberhand, ln der 22. Minute fällt durch Seiderer der ausgleichbringende Treffer, und von nun an müssen die Unterlegenen schwere Angriffe über sich ergehen lassen, in der 40. Minute erzielt Sill das zweite Tor und bringt dadurch seinem Verein den Sieg ein. Das Spiel stand im allgemeinen auf einer höheren Stufe als am vergangenen Sonntag. Die Fürther haben ihreh schwersten Gegner aus dem Felde geschlagen, nun müssen sie noch Wacker- München, den Meister des Kreises Südbayern, besiegen, dann dürfte ihnen der Weg zur deutschen Meisterschaft offen sein. * Am vorletzten Sonntag fand bekanntlich das erste Spiel der beiden besten deutschen Mannschaften um die Meisterschaft des Kreises Nordbayern in Fürth statt. Die Spielvercinigrag blich mit 3 Toren siegreich. Der »Münchner-Fuß'halU betitelt seine scharfe Kritik,'die wir im folgenden wiedergehen: »Die Höhe der Spielhu-Ituir. Ich habe bis jetzt nuir ein. Spiel .gesehen, bei dem es so brutal und unfair zuging, wie bei diesem Spiel: dos war da» Spiel im November 1913 auf dem gleichen Platz. Damals kämpfte Fürth mit dem gleichen Gegner, und der damalige 4 : Z-Sieg über den Klub war die Vorstufe zur deutschen Meisterschaft 1914. Mir ist r -xh erinnerlich, welchhäßliche Szenen sich damals ahspielten. Gleich noch Beginn mußte Bark daran glauben und wurde hinausgetschafft. Das war aber noch nicht alles. So weit kam es diesmal allerdings nicht, aber beinahe! Es war eine sehr un-sportliche Sache! Während des Spiels rief ein Spieler dem anderen zu: »Metzger!« Das war der richtige Ausdruck. Es war keine sportliche Ar bei; mJir, sondern mau ließ seine Körperkraft am Leib des Gegners austoben. Zuerst der Mann, denn lange nichts, und dann der Ball! Es muß. leider festgostUlt werden, daß der Klub den unschönen Reigen eröffnete. Die Fürther bezahlten donn natürlich nicht mit »Liebestätscherr« zu-rück, sondern mit gleicher Münze. Es war oft ein widerlicher Anblick, wie brutal manche Spieler vergingen. Ich kann nicht, verstehen, wie ein so stiller, im persönlichen Umgang sympathischer Mensch wie Grünerwald, sich r uf dem 'Spielfeld'zu” Gewalttätigkeiten hinreißen ließ, die jeder Zuschauer — auch der verkörperte Verein Fanatiker — aufs schärfste verurteilte. Die Strafstöße gegen den Klub dürften die gegen die Spiel Vereinigung' um das (Doppelte, wenn nicht um das Dreifache, Überwegen halben! Daun herrschte während des ganzem Spiels eine äußerst animierte Unterhaltung! .Darin gab wieder der Klub den Ton am! Die Fürther waren bedeutend disziplinierter und beherrschter. Es geht nicht an, daß zu gleicher Zeit die ganze Klubmaunschaft bis auf einige Leutchen den Schiedsrichter anhrüllt. reklamiert, schimpft, flucht usw. Es kann auch in »anständigen Grenzen« hart auf hart gehen. Der Schiedsrichter Niederberger hätte da gleich schärfer zuipacken sollen. Es roch allenthailben nach Spielabbruch!« Hasmonea-ßeamte—Achim 8:4 (4:1). Hasmonea trat in folgender Aufstellung an: Koffler; Schuster, Ihr; Fleschner, Kupfermann, Goldstein; Fiscus, Kranz, Karczag, Wieselmann I. Schiedsrichter Stiaransky (Kaisermühlen). Das der 8. C. Ari es vorgezogen hatte, zum zweiten Male, ohne das Wettspiel abzusagen, nicht anzutreten, trugen die Beamten der Hasmonea auf dem Kaisermühlen- Piatz ein Wettspiel gegen den S. C. Achim aus. Der Platz befand sich in gutem Zustand, so daß man ein reguläres Spiel durchführen konnte. Beide Mannschaften traten mit 10 Mann an. Im jüdischen Sportklub Achim lernte man eine junge talentierte Mannschaft kennen, die von Beginn an mit großer Aufopferung kämpfte und technisch " den körperlich starken Beamten überlegen war. Bel den Siegern boten Karczag, Fiscus, Schuster, Wieselmann I und Koffler gute Leistungen. Die Unterlegenen hatten in Wieselmann II, Münzer und Schnittlich ihre besten Leute. Die Tore für Hasmonea erzielten Karczag (7), Fiscus (t). Für Achim waren Münzer (3) und Günsberg (1) erfolgreich. Der Teplitzer F. C. in Deutschland. Ein Sieg und ein unentschiedenes Spiel. München, 19. Februar. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Der Teplitzer F. C., der zwei Spiele ln Bayern absolvierte, konnte nur teilweise gefallen. Am Samstag erfocht er einen überlegenen Sieg gegen den Turnverein Augsburg von 9:3 (4:1) Toren. Heute spielten die Deutschböhmen gegen den Turn- und Sportverein 1860-München 2:2 unentschieden. Die Münchner traten mit zahlreichen Ersatzleuten an und konnten trotzdem den Teplitzem energischen Wider* stand entgegensetzen. Bis zur Pause gelangten die Gäste mit 2:0 Toren in die Führung. Obwohl sie auch nach. Seitenwechsel etwas mehr vom Spiele hatten, mußten sie sich den Ausgleich gefallen lassen. Deutscher Fußball. (Privattelegramm der »Wiener Morgenzeitung*.) In München gelangte ein Wettspiel zwischen der Städtemannschaft und der Auswahlmannschaft zur Austragung, das erstere 5:3 (3:0) gewann. Die Städtemannschaft trat in folgender Aufstellung an: Koob (1860); Schmidt, Marget (Bayern); Rechenmacher, Reiter (1860), Hofmeister (Bayern); Ostermeier, Gaul (Wacker), Kettlnger (Bayern), Nebauer, Altvater (Wacker). Die Unterlegenen rekrutierten sich aus den Vereinen 1860, M. T. V., Teutonia und Armin. In der Städtemannschaft fehlte der Internationale Schneider (Bayern), für den Marget einsprang. Schaffer, der in der Auswahlmannschaft hätte Mitwirken sollen, sagte krankheitshalber ab. In Karlsruhe besiegten die Stuttgarter Sportfreunde den Karlsruher F. V. 1:0 (0:0). Beide Mannschaften sind Kreismeister. Die schnelleren Stuttgarter erfochten einen knappen Sieg. 7000 Zuschauer. In Mannheim trafen die beiden Abteilungsmeister des Odenwaldkreises um die Kreismeisterschaft zum ersten Male aufeinander. V. f. R. spielte gegen Lindenhof 1:1 (0:0) unentschieden. Lindenhof hat gegen dieses Spiel Protest eingelegt, da die erste Spielzeit angeblich um fünf Minuten zu kurz gedauert hat ln Stuttgart besiegte der Sportklub den Sportklub Eintracht im Pokalwettbewerb 2:1. Union-Niederrad schlug Eintracht - Frankfurt in Frankfurt 3:2. In Dresden besiegte der V. f. B.-Leipzlg den Sportklub Gutsmuths 6:4 (1:4). Bei den Siegern, die eine Kraftleistung sondergleichen boten, war der Mittelläufer Edy der beste Mann. Die restlichen Spiele Mitteldeutschlands und auch die Treffen in Norddeutschland und Berlin gelangten wegen der herrschenden Kälte und des starken Schneefalls nicht zur Austragung» Prager Fußball. Slavia—Union-Zizkov t:l (1:1), Prag, 19. Februar. (Privattelegramm der „Wlenefj Morgenzeitung“.) Dieses Freundschaftsspiel begegnet« allseits großem Interesse, da Union - Zizkov als di« kommende Mannschaft von Prag angesehen wird. Da#j Wettspiel fand ein frühzeitiges Ende, da es wegen den schlechten Bodenverhältnisse knapp nach der Paus« vom Schiedsrichter Zenisek abgebrochen vfrurde. Beid« Mannschaften konnten sich auf dem elenden Terrain! nicht zurechlfinden, nur Vanik (Slavia) befand sich iiS hervorragender Form. Union gelangte in die Führung/ doch stellte Rektorya» bald den Ausgleich her. Budapester Fußball. Budapest, 19. Februar. (Tel. der „Wr. Morgen* zeiiung“.) Die schlechten Bodenverhältnisse veraniaßten die Vereine, die angesetzten Meisterschaftsspiele nicht zur Austragung zu bringen. Ueberraschenderweise verbot aber der ungarische Verband nicht die Absolvierung von Freundschaftstreffen. Es ist nun nicht ztf verwundern, daß sich auf den eisbedeckten Sportplätzen ein schwerer Unfall ereignete, dem auch ein Menschenleben zum Opfer fiel. Ein Spieler des 8. C* Staatsbahn-Maschinenfabrik — der Verein gehört de* II. B-Klasse an — erlitt einen Schädelbruch, der .zu seinem^ofortigen Tod führte. Derartige Unfälle stehen in der Tußballgeschichte vereinzelt da. . i Die zur Austragung gebrachten Freundschaftsspiel^ zeitigten folgende Ergebnisse: Handelsangesfellte—) F. T. C. 1 :Ö (0:0). Das Treffen dauerte nur zweimal 20 Minuten. Hl. Bezirk—Vasas 2:2 (0:1), Törekves—* Utsc4:l (1:1), 33er F. C.—Arbeiter-Turnverein Der ungarische Professionalismus. Zusammenschluß der erstklassigen Vereine. Wie wir schon des öfteren ausführlich berichteten^ brachte der „Nemzeti Sport“, der dem MilitärverbanÄ M. O. V. E. nahesteht, Aeußerunge.i bekannter Kispesti-j Spieler über den Professionalismus bei den übrigen ungarischen Vereinen. Der Ungarische Fußball-Verband grifll diese Anschuldigungen auf und ordnete eine Untersuchung an. Nach Prüfung des Sachverhalts wurde der Anträg des Vizepräsidenten Dr. Josef Csanyi angenommen. Daria werden die Angriffe scharf zurückgewiesen. Der Zweck dieses Feldzuges gegen die derzeitige Leitung des Verbandes wird insofern gekennzeichnet, daß im politische» Leben stehende Personen, die bisher mit dem Sport nicht# zu tun hatten, die Macht an sich reißen wollen« Der angenommene Antrag besagt weiters, daß die angeführten Vergehen zum Teil überholt, zura anderen Teil maßlos übertrieben sind. Um dem irre« geführten Publikum den wahren Sachverhalt vorzulegen» setzt der Ungarische Fußball-Verband ein dreigliedriges Komitee ein, daß nochmals eine strenge Untersuchung einleiten so I. Die erstklassigen Vereine sind mit der Entscheidung nicht zufrieden. Aus diesem Grund haben sie sich zusammengeschlossen, um den Minierarbeiten wirksam be* gegnen zu können. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl bekundeten sie bereits beim Bankett des U. T. F., das au# Anlaß des Jahresabschlusses veranstaltet wurde. Sämtlich« erstklassigen Vereine waren durch ihre prominenteste#! Mitglieder vertreten. Lustiges Allerlei. Wir lesen nachstehende lustige GlösÄün in$* »Fußball-München«: Märchen. Es war einmal ein armes, unschuldiges! und atu!*: richtiges Wesen 1 Das wanderte durch die weit« Welt, wurde aber überall verstejkm! Schließlich katnej das Wesen auf die bizarre Idee, bei Sportvereine»4 Aufnahme zu finden! Der i. Vorsitzende des Ver*( eines, bei dem dar Dingelchen zuerst um Aufnahme ersucht hatte, schrie gleich: »Was will die das Schmeißt sie hinaus auf den Bauch!« So äihmliclr erging es dem armen Ding 'bei allen Vereinen. AI* sie beim letzten Verein angelangt war, setzte sie sich'* in einen Straßengraben und weinte bitterlich«: Tränen. Die geweinten Tränen tat sie in eine Düt* und schickte sie der allbeliebten Hedwig Ccurths* Mahlheur zur Anfertigung eines neuen Romans. —t Das arme Luder war die Objektivität! „Briefkasten“. Unwissender aus Blieskastl: Sie wollen wisse«, ob ein Elfmeter mit dem linken oder mit deiaf rechten Fuß ausgeführt wird! Je nachdem! Wernst ein Spieler keine Füße hat, darf et den Elfmetenf auch mit der Zunge ausführen, vorausgesetzt, da# er nicht an Zungen läbmung leidet. Schiedsrichtervereinigung Buenos-Aires: Sich wünschen vorn mir einen sehr guten deutschen Schiedsrichter für Ihr Länderspiel gegen Hinter«’ China? Da , kann ich Ihnen schon einen Herr,» empfehlen: nehmen Sie den Herrn, der unlängst eine» Freistoß gab, weil der Torwart den Ball innerhalb^ des Strafraum« mit der Hand berührte. Es soll eine deutscher Gymnasiallehrer sein. Nähere Adresse is&» mir unbekmat,,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.