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Wiener Morgenzeitung · 1922-02-02 · Heft 1082 (2.2.1922) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
4 (1922)
Issue
Heft 1082 (2.2.1922)
Date
1922-02-02
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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C. tragen heute auf dem Platze des letzteren Klubs ein Freundschaftsspiel aus, dessen Reingewinn dem verletzten Spieler zufließt. Hoffentlich wird damit auch die Spannung, die zwischen den beiden Klubs bestanden hat, aus der Welt geschafft Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck ist der Veranstaltung voller Erfolg zu wünschen. Die Am ateure erlitten in den letzten Meisterschaftstreffen fast ausschließlich Niederlagen. Sie rehabilitierten sich aber durch zwei glänzende Siege in München. Die F1 o r i d s d o r f e r haben in der abgelaufenen Saison keine Lorbeeren errungen . und erst am vergangenen Sonntag erlitten sie eine Niederlage durch Hertha (1:2). Das letzte Meisterschaftsspiel der beiden heutigen Gegner gewannen die Amateure 2:1. Die Ober-St Veiter gehen auch heute mit den besseren Siegesaussichten in, den Kampf, da sie sowohl den besseren Angriff als auch die tüchtigere Deckung haben. Die Verteidigung der Floridsdorfer hat aber im letzten Spiel gegen Hertha eine derartige Formverbesserung bekundet, daß man gespannt sein darf, wie sie sich gegen die tüchtigen Amateur-Stürmer aus der Affäre ziehen wird. Ein interessanter Kampf, der den Ober-St Vettern einen knappen Sieg bringen sollte, ist zu erwarten. Jüdischer Sport-Verband. Bel der letzten Sitzung waren folgende Vereine vertreten: Hakoah, Baumgartner Hakoah, Menorah, Jüdischer Fußballklub, -Cheruth, Bar Kochba, Moriah, Achim, Ari, Hazair, Hasmonea/Kadima, Achduth, Judäa und Hechawer. Der erste Punkt der Tagesordnung beinhaltete die definitive Konstituierung des Jüdischen Sport-Verbandes. Die Wahlen wurden per Akklamation vorgenommen und zeitigten folgendes Ergebnis: Präsident Gustav Spiegler, Sportwart Artur Baar, Vertreter für die Kreisleitung Dr. Ch. Wolfraann, Fritz Baar, Artur Baar. In den Disziplinarausschuß wurden folgende Herren berufen: Eugen Eisler, Dr. Ch. Wolfraann, Gustav Spiegler, Dr. Menkes, Herbert Festl’er. Jeder Verein hat innerhalb von acht Tagen seinen Vertreter und dessen Ersatzmann schriftlich namhaft zu machen.. Die Delegierten bilden mit den Herren Spiegler, Dr. Wplfmanri, A. und F. Baar die Leitung des jüdischen Sport-Verbandes* Der Antrag, einep Sportwartsteilvertreter zu wählen, Wurde angenommen. Die meisten Fürsprecher hatte Herr Kurt Juho. Da Herr Juhn nicht anwesend war, wurde die Wahl auf die nächste Sitzung verschoben, Ein Komitee wurde eingesetzt, das bis zum 14. Februar die Geschäftsordnung auszuarbeiten hat Der Versammlung wurde die Nachricht gebracht* daß zwei junge jüdische Vereine, Achwah und Jung .Juda, bestehen, die sich dem Jüdischen Sport-Verband noch nicht angeschlossen haben. Die Leitung wurde beauftragt, sich mit diesen Vereinen ins Einvernehmen zu setzen. Stand der Meisterschaft. IV.“ Klasse Nord. Ve rein Spiele Siege ä 8 Z 1 ' . T für ore gegen Punkte: Thalia; . . 11 8 l 3 24 13 17 Dörnbach . . 11 8 — , 3 26 9 16 Unltät . . . 10 7 2 1 27 6 16 Westmark . . 11 7 2 2 27 11 16 Virtus . w . IQ 6 Z 2 17 10 14 J» A. C. . « 11 4 3 S 20 17 10 Sievering « . 11 3 4 4 30 20 10 Viktoria . ... 9 3 2 4 16 16 8 Währing . . 11 3 1 7 17 24 7 Techn. Union . 9 3 1 5 14 26 7 Taubstummen . 9 1 — . 8 6 37 2 Neuierchenfeid 11 1 10 3 38 1 Fehlende Berichte: Virtus—Unltät (25 Minuten Nachspiel), Techn. Union-Taubstummen, Techn. Union—Viktoria, Viktoria—Taubstummen. Zsak. Karoly Zsak, der hervorragende Tormann des 33. F. C*> wurde kürzlich, anläßlich seiner 25. Mitwirkung in der ungarischen Auswahlmannschaft, geehrt In den Räumen des Fußball-Verbandes wurde eine kleine Festlichkeit abgebalteo. Vizepräsident Thor feierte den Jubilar. Er gedachte des Werdeganges dieses berühmten Spielers, der selbst in den senk;hte*ten Zeiten, allen Verlockungen widerstanden hat sind seinem Verein treu geblieben ist Im Jahre 1910 wurde man auf den vierzehnjährigen Zsak aufmerksam,, den man als Nachfolger von Domonkotz bezeichnete. Im Jahre 1912 spielte er. zum ersten Maie international. Er machte nämlich mit der ungarischen Aus-' wahlmannschaft die Reise nach Rußland mit Die Russen wurden damals 9:0 in Petersburg und 12:0 in Moskau geschlagen. Seither fehlte Zsak nur selten in dbr Repräsentativmannschaft Vizepräsident Tibor überreichte dem Jubilar einen Fußball aus Bronze, der auf einem Marmorsockel ruht, als Ehrengeschenk. . Plattko, der wieder zu seinem Stammverein Vasas zurückgekehrt ist, wird noch lange nicht spielen, können, da er vom ungarischen Verband als Professional suspendiert wurde. / Dr. Viktor Saß, der verdienstvolle Obmann des J. A. C.,*hat aus beruflichen Gründen seim Mandat niedergelegt. Herr Dr. Viktor Saß' war Mitgründer des J. A. C. und ihm verdankt der Verein auch zum Großteil seinen Aufschwung. Ali Kohn (Hasmonea) ist zu seinem Stammverein Ostwacht zurückgekehrt Großkopf, der Torschütze von J. A. C, trägt sich mit der Absicht, nach Salzburg zu übersiedeln. Donnerbauer (Prater S. C.) hat sich bei Roma angemeldet Die Brüder Friedmann vom J. A, C sind zu ihrem Stammverein Menorah zurückgekehrt.; Süßmann (Red Star), Karczag II (M. T. K.-Reserye), haben sich de! Hasmonea angemeldet Makkabi-Antwerpen hat seine Teilnahme beim jüdischen Turn- und Sportfest, das in der Zeit vom 15. bis 18. Juni in Wien stattfindet, zugesichert ' ' Fenichel, der ehemalige Kapitän der Hasmonea, der längere Zeit für die Agramer Makkabitätig war, wird kommende Saison wieder für seinen Stamrnverein tätig sein, wodurch derselbe eine bedeutende Verstärkung erfährt. Die Amateurspieler ‘ Cutti, Hansl, Swatosch und Geyer sind vor dem Straf- und Meldeausschuß geladen, weil sie die letzte Reise der österreichischen Auswahlmannschaft nach Italien, die sie mitmächteri; dazu benützten, um ihre Pelze in Mailand zu verkaufen.' Die italienische Sportpresse vermerkte es sehr übel, daß diese Spieler mit Pelzen bekleidet nach Mailand kamen und die Rückreise ohne dieses Bekleidungsstück antraten. Eine kombinierte Hakoäh-Mannscliaft spielt kommenden Sonntag auf dem Floridsdorfer Ä: C.-Platz gegen den viertklassigen jüdischen Sportklub H aza i r.. Der führende Verein der IV. Klasse Südost, die Weißen Elf, tragen Sonntag ein Wettspiel gegen den zweitstärksten drittklassigen 8. C. Brigittenauer Ünitas aus. M. T. K. und F. T. C. treffen ttn kommenden Frühjahr dreimal, und zwar iip ungarischen Cup, beim Osterpokal und in der Meisterschaft .aufeinander. Das Meisterschaftsspiel soll bereits am 12. März ausgetragen werden. Ungarische Mannschaften auf Reisen. Zu Ostern fahren U. T. E. nach Schweden, M. A. C. nach Bayern, IU. Bezirk nach Mitteldeutschland. Der Jüdische Fußbail-Verband in der tschechoslowakischen Republik hielt gestern in Prag seine Vollversammlung ab. Vertreten waren vier Gaue. Neu errichtet wurde der Gäu Kärpathem mit dem Sitze in Kaschau. Zum Obmann wurde Dr; Stern, zum Verbandskapitän Dr. Weil gewählt. Die weiteren Stellen wurden wie folgt besetzt : Kassier Weigl, Schriftführer Ingenieur Kohüt, Pressereferent Fanta, Matrikenführer Ingenieur Fisch, Revisoren Dr. Parkus und Mahler. Hechawer und Hasmonea tragen .kommenden Samstag ein Trainingswettspiel auf dem Bewegung-XX-Platz aus. Bar Kochba (New York). Der Wiener Kadimaner, der derzeit in New York tätig ist, heißt Mehler. Der M. T. K. hat .für die‘"Reservemannschaften der erst- und zweitklassigen: Vereine einen wertvollen Wanderpreis zur Erinnerung an seinen vorzüglichen Toripann Miksa Knapp ausgeschrieben. Der Preis, gelängt hach fünfmaligem Siege überhaupt oder dreimaligem Siege hintereinander in. den endgültigen Besitz des Vereins. Die Kispesti-Affäre ist wieder in ein akutes Stadium getreten. Der Verein hat wohl eine neue Leitung gewählt, die Mitglieder haben sich aber mit dem scheidenden Vorstand solidarisch 7 erklärt. Oie. Generalversammlung protestierte gegen eine, derartige Einmengung des ungarischen Verbandes in das Vereinsgetriebe. Der ungarische Verband beabsichtigt nun das Verfahren neu aufzunehmen. In untzrrichteten Kreisen ist man der Ansicht,» daß der K. A* C. jetzt der Suspendierung kaum entgehen wird. Leichtathletik. Jüdisches Hallerisportfest. Das Programm für das Hallensportfest des 8. C. Hazair wurde wie folgt festgelegt: 1. Damen-Schauturnen, vorgeführt von einer Musterriege des Makkabi XX (Vorturner Pollak); 2. Stabhochspringen (Dreikampf um.„ den Jakob März-Pokal); 3. Fechten (Florett und Säbel), vörgeführt von Mitgliedern 4®r Hakoah-Fechtsektion unter Leitung des Herrn Farkas; 4. Weitspringen (Dreikampf um den März-Pokal); 5. Ringen, Vorgefühl von Ringern der Hakoah-Ringsektion. Leichtgewicht : Hübsch gegen Sebestyen; Mittelgewicht: Kohofa gegen Selzer; 6. Hochspringen (Dreikampf um den März-Pokal); 7. Herren-Scfiäuturrien, Vorgeführt von einer Musterriege des Makkabi IX (Vorturner Dr. Friedmann). Folgende” jüdische Turn- und Sportvereine haben bereits ihre Nennungen abgegeben: Sportklub Hakoah (Ringen, Fechten, Leichtathletik), Turnverein Makkabi X (Leichtathletik), Makkabi IX (Turnen), Makkabi XV (Leicht? athletik), Makkabi XX (Turnen); Sportverein Hechawer (Leichtathletik), Sportklub Hakoah, Baumgarten (Leichtathletik), Sportklub Hazair (Leichtathletik), Sportklub Kadima (Leichtathletik). Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich. Harry Frey, ein vorzüglicher, noch junger, amerikanischer Leichtathlet, Mitglied des Favorian Athleiic Club New-York, weilt derzeit in Wien und wird bei dem sonntägigen Jüdischen HaUensportiest des Hazair für den veranstaltenden Verein starten, Erfüllt der Amerikaner die in ihn gesetzten Erwartungen, so dürfte es besonders im Stabhocnspringen einen harten Kampf zwischen ihm und Hirse hier (Hakoah) geben. K T Schwimmen. Jüdische Machthaberei im Schwimmsport. Sehön ist der Ute! nichK und deutsch kfingt er schließlich auch picht. Man darf aber nicht so anspruchsvoll sein und von der »Deutschösterreichischen: Tageszeitung* richtige deutsche Worte verlangen. Die Herren dieses Blattes verstehen unter »deutsche Worte*;« den Inhalt, wir die Form. Demgemäß trennt uns Grundsätzliches, ln ihrer Art können sie „deutsche Worte* ganz vortrefflich gebrauchen. Hier eine Probe davon: »Der Jude Blau muß verschwinden, ein jüdischer Gewalthaber hat unserem Schwimmsport gerade noch gefehlt. Völkische Pflicht der deutschen Jungmannschaften aller Schwimmvereine ist es, sich zu rühren. Ein frischer Zug muß in unseren arischen Schwimmsport kommen, es stehen zu viele ungeübte,’ schwerfällige und farblose Leute an der Spitze. Burschen heraus 1 Kühne und opferfreudige Führer sind da, wollt ihr sie im Stiche lassen? Es geht um den deutschen Schwimmsport und daher auch um die deutsche Sache!* Also der Jude Blau muß verschwinden. Schön, das verstehen wir. Auch daß ein frischer Zug kommen soll, wahrscheinlich, um den Juden Blau und seine Gefolgschaft wegzublasen, dürften wir dem Sinne nach begreifen. Nun kommt aber schon ein Satz, den wir nicht zu enträtseln vermögen. Die Burschen sollen hinaus, damit sie kühne und opferfreudige Führer nicht im Stichs lassen. Inwieferne sind die Führer kühn und wo haben sie bisher ihre Kühnheit verwertet? Weiters, was für Opfer haben sie gebracht und welche wollen sie bringen? Wahrscheinlich müssen die Burschen vorerst hinaus, damit die Führer ihre Tugenden glänzen lassen können. Wieso geht es um den deutschen Schwimmsport? Und was hat der deutsche Schwimmsport mit der deutschen Sache zu tun? Vielleicht glaubt die »Deutschösterreichische Tageszeitung*, daß Deutschland seine verlorenen Kolonien zurückgewinnt, daß die Hohenzollern zurückberufen werden und daß die Mark Friedenswert erreicht, wenn der Jude B l ä u verschwindet und die deutschen Jungmannschaften in den arischen Schwimmvereinen dem Rufe folgen: »Burschen heraus!“ Wie sagt doch der deutsche Dichter Goethe? »Der Mensch glaubt, wenn er nur Worte hört es müsse sieb dabei wohl auch was denken lassen 1* Die Schwimmer des M. A. F. C. sind bereits nach Stockholm abkereist. Die besten Ungarn, Sipos, Kenyeri und! Dr. Beliznay, werden mit den hervorragenden schwedischen und deutschen Schwimmern Zusammentreffen. Auf der Rückreise starten die Mitglieder des M. A. F. C. in Preßburg. Turnen. Kreisturnrat. / In der am letzten Samstag stattgefundenen Beratung , der Delegierten der jüdischen Turnvereine, an welcher nebst den Mitgliedern der provisorischen Kreisturnleitung die Vertreter der Wiener Makkabi-Vereine II, IX, X, XVU und XX teilnahmen, hat die provisorische Kreisturnleitung ihre Funktionsdauer für beendet erklärt Wie der Vorsitzende, Hofrat Dr. L. Werner, ausführte, wurde das Provisorium zum Zwecke der zeitgerechten Vorbereitung; der jüdischen Olympiade eingesetzt. Da die Abhaltung; der Olympiade von der Berliner Leitung des Makkabi- Weltverbandes abgesagt wurde, ist das Provisorium gegenstandslos geworden. Für die neue Kreisleitung, weiche an dem demnächst stattfindenden Turn- und Sport-! Kreistag gewählt werden soll, wurde statutengemäß folgen-’ der Wahlvorschlag für die durch die Turner zu besetzenden Posten einstimmig genehmigt: Obmann-Stellvertreter E. Wellwarth (IX), Turnwart J. Horowitz (iX), Kassier F. Läufer (X). ___ Boxen. Städtebpxkatnpf Berlin—Wien. Die Berliner siegen 6:1. Berlin, 1. Februar, (Tel. der »Wiener Morgenstg."!)? Der. heute hier stättgefundene Amateurboxkampf zwischen 'den,-Auswahlmannschaften Wien—Berlin brachte den Ber*? : lineth den erwarteten Sieg; Berlin, siegte 6:1. Äuä den Vereinen. 0 Ari. Heute, 7 Uhr, Spieler.versammlung aller Mann* schäften im Cafe Postsparkasse, I., BiberstraßelO. Wichtige Tagesordnung. , - VH a s m o n e a. Heute, 6 Uhr, Spielerversaramlung » im Klubheim der Hakoah, I., Wiesingerstraße U. Sämtliche Spieler haben bestimmt zu erscheinen. Der Sportwart Artür Baar hält einen kurzen Vortrag. ■ * Hazair. Heute Training der Leichtathleten. 7a8 Uhr Leitungssitzung. Samstag abends Spielerversammlung, Aufstellung der ersten Mannschaft Die übrigen Mannschaften pausieren wegen des HaUensportfestes. Anschließend Festkomitee- und Leitüngssitzung. Sonntag Wettspiel gegen Hakoah kombiniert, abends Jüdisches Hallensportfest ira Turnsaale, IX* Liechtensteinstraße 20. Menorah. Heute, 2 Uhr nachmittags, Training aller Mannschaften. Hasraonea-Beamten suchen Gegner für alle. Termine auf fremdem oder eigenem Platz. Bank- und Seniqrenmannschaften bevorzugt. Emanuel Fiscus. iL Yb^sstraße 3/23. Mündlich täjuich von 12 bis 3 Uhc»

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