Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 4 (1922)
- Issue
- Heft 1054 (5.1.1922)
- Date
- 1922-01-05
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Tff. 1054 _Wien, Donnerstag_ ^Inzuretchen. In der gleichen Welse sind behufs Geltendmachung des Bezußsrechtes aut die im November 1921 »milderten Aktien die dafür ausgejjebcnen Bestätigungs* schreiben vorzuweisen. Gegen gleichzeitigen Erlag von K 7OOO pro Aktie erhalten die Einreicher ein Bestätigungsschreiben, gegen dessen Rückstellung von einem noch hjjkandtzumachenden späteren Zeitpunkte an die entfallenden neuen Aktien bei der betreffenden.Anmeldestelle behoben ■' werden können. Bevorstehender Bau der Predllbahn, Aus Al a 11 and wird gemeldet: Nach einer offiziösen Ankündigung wird demnächst mit dem Bau der Predilbahn begonnen werden. Pie .Ausschreibung der Lieferungen für das Baumaterial soll ln allernächster Zelt erfolgen. Lloyd Bank contra Lloyd Bank. Wir entnehmen der „Börse“: Wir haben berichtet, daß die London e r L|0yd Bank Ltd. beim Budapester Handelsgericht gegen die Budapester Lloyd Bank-A. G., deren Firmenzeichnung in englischer Sprache Lloyd Bank Ltd. lautet, eine Klage auf Abänderung ihres Firmenwortlautes und Untersagung einer Firmenzeichnüng unter Benützung der Zusammenstellung der Worte Lloyd und Bank geklagt hat Nunmehr Ist das Urteil In diesem Prozeß erflossen, mit welchem der Gerichtshof dem k’ägerischen Verlangen Folge gegeben hat. Gleichzeitig wurde der beklagten Bank aufgetfagen, eine Generalversammlung einzuberufen und unter Abänderung der Statutenbestimmungen den Anordnungen des Urteils zu entsprechen. In der Begründung des Urteils wurde betont, daß Im Sinne der Washingtoner Union, der auch Ungarn zugestimmt hat, jede kommerzielle Bezeichnung, gleichviel ob sie ln dem betreffenden Lande protokolliert ist oder nicht, des Rechtsschutzes teilhaftig wird. ___ Wiener Börse. Ausgehend vom Valutenmarkte eröffnete die gestrige Börse ln fester Tendenz und , waren namentlich die Werte tschechischer Provenienz Gegenstand reger Nachfrage. Bevorzugt und höher wären ferner einzelne Bänkenwefte und Alpine. Im weiteren Verlaufe des Verkehrs verminderten sich die Umsätze, die höheren Kurse würden au GewinnsicherStellungen benützt, so daß ein Teil der anfänglichen Besserungen wieder verloren ging* Auch drückte die bevorstehende Versorgung sowie die heranpähende dreitägige Verkehrsunterbrechung. Der feste. Grundton des Marktes ging aber doch nicht verloren und tschechische Papiere wiesen gegen den letztgemeldeten Stand im Hinblick auf die gewaltige Steigerung der tschechischen Krone ganz kräftige Steigerungen auf. So avancierten Zivnostenska um K 8600, Skoda um K 8600, RuSton um K 4110, Aussig-Tealitzer um K l 1.200, Aussig chemische K 15.000, Koiiner SjsHtus um K 11.000. Von den Kuüssenwerten profitierten Salgo K 7500, Alpine K 2590 und Staatsbahn K 2550. Im Schranken wurden Adria um K 11.000, Nordbahn K 19.000* Brosche um K 5500 höher bewertet, ferner wiesen Kohlenpapiere- und Maschinenfabriks-Aktien Steigerungen auf. Dagegen wurden Clothilde K 2000, Dynamit K 10,900 .und Teerag K 4000 billiger abgegeben. Renten lagen ruhig. . . Der neue Jude. Von Nahum Sokoiow. Unterhalb der Schichte der Atssimifäitiofi gibt äs noch Elemente, der Vorgakitfli-Zeit iin* ihnen: jVl'Ul und Rechtschaffenheit. Sie müssen sae*-entdecken; sie nacheinander ausbessern, wie man ein ''zerrissenes Stück wunderschöner, alter Spitze aus» bessert. Sind sie wiedorhergesteHt, dann sind sie ' glücklich. Und dieses Suchen des eigenen Ioh<s jjiiüß natürlich persönlicher Art sein. Ein jjeder muß es für sich tun; es kämm nicht »an messe« getan werden* Es sollte ein Tausend, eine Million solcher Individuen da sein — ich wünschte, es wäre eine Million« Das war, nach meiner Ansicht, das religiöse Gefühl unserer Ahmen. Die Möglichkeit für eine jede Seele, zu Gott au kommen — die Zujgänigiikhk^it Gottes für jede Seele, das war ihre beständige Lehre. Der ganze Bericht der Bibel ist ein Beacht von dem persönlichem Verhältnis zwischen der individuellen Seele und zwischen Gutit. Die Verfasser sprechen mit Gott und Gott antwortet ihnen; sie sprechen mit ihm, sind seine Genossen, und sie berichten über diese Genossenschaft. Er ist ilhsr I'reund, er begeistert sie, ist ihr Ratgeber, ihr Ijeifer, ihtr König, ihr Vater. 'Vaterschaft bedeutet eine peteöniliche Beziehung. Ein Vater und eine ^ai'senaays'talt sind nicht dasselbe. Die Waisenapstalt mag ihnen Nahrung und Obdach geben, , a|>er keine Vaterschaft. Das Gottsueheh muß. individuell und persönlich sein, und ich bin übenzeugt, daß wir in unserem Lande so mit Gott sprechen werden, wie unsere Almen es taten: in Wahrheit iphd in reinem Leben. Wir sdnd wie die Blumen, die ebne Boden nicht leben, sich von jener Natur, deren Tfeil und Stück, sie sind, nicht absonderm können Manohie Leute glauben, daß ein religiöser Jude und ejn Zionist zwei verschiedene Gedstesricihtunge-n verkörpern.. Doch was ist ein frommer Jude? Ein fpo-pTtner Jude ist ein Jude, der den alten Traditionen i§nd den alten heiligen Schriften der Bibel und des T'almuds treu ist. Ist der Spruch des babylonischen Amora nicht heilig, daß »der Jude, der außerhalb Palästinas lebt, einem Menschen gleicht, der keinen Gott hat«? Mein Freund, es gibt keine tiefere Wahrheit in all den Lehren des Talmuds. I,ch erlebte diese Wahrheit: Ich sah nichts, bevor ich die Schwelle meines neues Lehens überschritt loh war wie ein einsamer Reisender auf einer verlassenen Straße. Mein Freund, die Welt fragt Sfe: Wo ist Ihr Geburtsland? Wo ist Ihre eigene Heimat? Jeden Abend breiten Sie Ihr wanderndes Zelt über die. Ruinen eines anderen Heims aus; jeden Mengen rollen Sie es auf. um es abends WnTNTTR WORGT^iTZ^fTtJTO Wiener Warenbörse. (Orlginalberlcht der „Wiener Morgenzeitung".) Zum öffentlichen Verkauf gelangen am 9. d. M., 12 Uhr mittags, zirka 10.090 kg Original BlCiberger Hüttenw e i*c h b l e 1 trahsit Wien, Wiener Holzbörse,. (Orlglnalbericht der „Wiener Morgenzeitung“.) An der gestrigen Holzbörse war ziemliches Angebot, Kauflust stellte sich jedoch nur zu ermäßigten Preisen ein. Der Export mit Italien ist vorerst eingestellt, was sich auf die inländischen Preise fühlbar machte. Abgeschlossen ‘ wurden von N a d 6 1 h o I z - S c hält t m a t e r i a I Fichte und Tanne von 23 mm, beziehungsweise von 1,8 cm aufwärts zu K 21.000, prompt Wien und Latten, gebündelt, scharfkantig, zu K 24.000 prompt Wien. Aus geboten wurden von Nadelholz-Schnitt-; material, 13-mm-Bretter von 8 cm zu K 22.500 prompt Wien, 18- bis 20-mip-Bretter von 10 bis 17 cm zu K 14.000 ab kärntner. Station, 20- und 26-mrn-Bretter von 10 cm aufwärts zu K 28:000 ab Wien, 20%ige Schmal-Kiefer- Pfosten von 25 bis 80 mm unbesäumt von 18 cm aufwärts zu K 30.000 ab niederösterr. Station, von Laubholz-Rundholz Esche und Rüste von 15 bis 40 cm: 70°/0 von 15 bis 25 mm zu K 25.000, von Laubholz-Schnittmaterial Buche* ungedämpft, Inländisch u K 35.000 prompt Wien, hartes und weiches Brennholz, gemischt, trocken, zu K 180,000 Wien. Börse für landwirtschaftliche Produkte. ' (Originalbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Der heutige Mittwochmarkt unterlag dem Einfluß der Haussetendenz in Valuten. Infolge der durchwegs höheren Forderungen, die seitens der Eigner gestellt wurden, hielt sich der Geschäftsumsatz in allerbescheidensten Grenzen. Die einzelnen Artikel wurden zu folgenden Preisen offeriert: Weizen Inländischer zu K 300 bis 310,’ Rogg e n gleicher Herkunft zu K 210 bis 220, M i 11 e I g e r s t e zu K 240 bis 260, Hafer inländischer; zu K 270 bis 280, M a 1 s zu K 250 bis 360 Wien, Plata zu 8J5 holl. Gulden und Mixed zu 7.80 bis 7.90 holl. Gülden cif Hamburg Jännerverschiffung, Ungarischer Hafer zu ungarischen K 26 und Jugöhafer zu jugoslawischen K 20 Wien. B o tf n e n sind unverändert, der Exportverkehr ist vollkommen ins Stocken geraten. Hirse ungarische zuK20 Budapest, HIrsehrein zu tschechischen. K 3.75 Wien, Mohn zu ung. K 135,' Mehl ungarisches' Nuller zu ung. K 49 und jugoslawisches zu jugoslawische K 21 Wien, Amerikap 1 s.c h e s F Lr st c 1 e a r zu K 370 bis 380 Wien. H e ü oberösterreichisches K 120, burgenländisches K 95 bis 100, Stroh K 65 bis 70. — Die gestrige Prager Börse nahm Infolge der höheren Bewertung der tschechischen Krone einen sehr flauen Verlauf. Sämtliehe Artikel waren mit billigeren Offerten im Markte, fanden aber so gut wie keinen Absatz. Exekutiv wurde Mehl zu tschech. K 540 Budweis und zu tschechischen K 505 Tetschen verkauft. Prager Börse. Prag, 4. fänner. Infolge der weiteren Steigerung der. tschechischen Krone in Zürich war der Verlauf der heutigen Börse sehr schwach und es wurden hauptsächlich Industrie-' papiere davon betroffen, die bedeutende Verluste erlitten. In Böhmischen Zucker- und Bergmann-Aktien konnte mangels Nachfrage überhaupt kein Kurs festgesetzt werden. Die Rückgänge betrugen hier bis zu 100, bei Nestomitzer-Akiien sogar 140 Kronen. Der starke Rückgang; der österreichischen Krone wirkte nachteilig auf Arbitrage- Werte. von denen Alpine- und Kupfer-Aktien die größten Verluste erlitten. Die übrigen Werte-erführen gleichfalls bedeutende Rückgänge. Eine leichte Besserung zeigte sich: S. J3nner~ 1922_Sef!e~y bei Schluß fn Skoda-, Danek- und Laurin-Aktien. Auf deraj Anlagemarkte haben Staatspapiere weiter um */« bis */4°/J nachgegeben. Der größte Teil der Bankaktien blieb unver«? ändert. Die Rückgänge der Wiener Bankaktien betrugen 4 bis 14 Kronen. Auch bei Exoten überwogen die Abn Schwächungen. Die Schlußtendenz war schwach. Auf den* Devisenmärkte sowie im freien Valutenhandel trat gleicht falls eine allgemeine ausgiebige Abschwächung ein. Budapester Börse. Budapest, 4. fänner. Der heutige Börsenverkehr begann in sehr schleppender und gedrückter Stimmung, die sich auch im weiteren Verlaufe nicht besserte und auf die höhere Züricher Kronennotierung zurückgeführt wurde. I» der Kulisse erfuhren alle Werte geringe Kurseinbußen, nut{ Staatsbahn-Aktien konnten sich später ein wenig erholenj Rinia-Aktien hatten bei behaupteten Kursen eine klein« Preiserhöhung erfahren. Der Bankenmarkt war ruhig, bloß« Ungarische Bank-Aktien hatten eine feeringe Kursbesserung zu , verzeichnen! Am Kohlenmarkte zeigte sich für UrikanyH und Salgo-Aktien ein wenig' Interesse, so daß sie mH einem gegen Anfang höheren Kurse schlossen. Auch der- Valutenmarkt war infolge der höheren Züricher Kronen» Dotierung sehr flau und das. Geschäft bewegte sich in engen. Grenzen. Nur Sokols waren fest und konnten einen« größeren Kursgewinn erreichen. Im späteren Verlauf© erzielten auch Mark, Lire und Lei eine Besserung, die auf} Deckungen zurückgeführt wurde. Am Markte der Devise® iständ Prag im Vordergründe. Besonders eine Budapests» Bank kaufte große Posten Prager Auszahlung. Die Devisenkurse. Zürich, 4. Jänner. (Devisenkurse. — Mitgeteilt' von der Schweizerischen Kreditanstalt.) - Berlin 2.72 (2.72), Holland 190.- (189.50), New York 516.- (515.-), London 21.70 (21.70), Paris 41.40 (41.65). Mailand 21.95 (22.—), Brüssel 39.35 (39.75), Kopenhagen' 103.- (103.-), Stockholm 128.50 (128.25), Christiania 81.25 (82.-), Madrid 77.- (76.30), Buenos-Aires 170.- (170.-); Prag 8.— (7.80), Budapest —.87 (—.85), Agram 1.90 (1.95); Bukarest —Warschau —.17 (—.17), Wien Geld —.18 (—.19), Wien Ware -.x- (—.—), Oesterr. gesfc* Kronen Geld —.11 (—.11), Oesterr. gest Krönen War® Berlin, 4. Jänner. (Devisenkurse.) Wien altes —(—.—), Wien abgestempelt 6.6# (6.78). Prag 306.65 (284.70), Budapest 31.56 (31.66). . -j . Berlin, .4. Jänner. (Kurse der Devisenzentrale.) Noten: Dollar 191.80 (186.05). Pfund 813-. (790.-); italienische 810.- . (802.-), Polnische 6.82'/, (6.27V,), Tschechoslowakische 305,50 (282.75), Alte österreichisch©: —(—.—),,Oesterr,. gestempelte 3.45 (3.60). j Prag,« 4. Jänner. (Devisenkurse.. — Mitgetellt von!; Bankamte des tschechoslowakischen Finanzministeriums.) Berlin 33.10 (34.97*/,), Zürich 1242.50 (1292.50), Belgrad 84.50 (94.50), Bukarest Wien 0.64 (0.76'/,), Warschau 1.92'/, (2.02'/,), Agram (-.-). Budapest 9.45 (10.60), Jugoslawische Noten 81.50 (91.50), Oesterr*] gestemp. Kronen 0.64 (0.76V,), Poln. Noten 1.72% (1.82'/,), Ungar. Noten 9.45 (10.60). Amsterdam, 4. Jänner. (Devisenkurse.) Londonli.43V9(U.42V,), Berlin 1.43'/, (1-44). Paris 21.80 (23.80), Schweiz 52.70 (52.75), Wien-.11 (-.10'/,), Kopenhagen 54.30 (54.30), Stockholm 67.75 (67.85), Christiania. 42.80 (43.20), New York 269.75 (270.75), Brüssel 20.75 (20.47«/,), Madrid 40.50 (40.50), Italien 11.55 (11.60)- Budapest —.45'/, (——). - ■■ wieder autsaubreiton. Ermüdet und gequält, mit matten, glanzlosen Augen bewegen Sie sjclh wie eine dunkle Gestalt, schwanken wie eim Geist unter den . organisierten Gruppen der Menschheit. . Halben: Sie nicht dasselbe Recht wie sie, auf Glück tund Bequemlichkeit, auf den Besitz des Badens und der 'Freiheit, dasselbe Recht wie sic, sich se'lbst zu leben — Sie, der Nachkomimevon hundert Genera* , tionem, der Erbe ihrer Gedanken, ihrer Tugenden und ihrer Fühler? Sind wir eine Nationdar Vergangenheit? Was ist unser Ziel?. Vergangenheit kommt bei einem Ziel sehr wenig in Betracht. Siezeigt ums,, wie verschiedene Arbeitsmethoden zuim Fchlsclilagen oder zum Erfolg führen';: doch unser Ziel 'können wir nicht nach der Vergangenheit richten. Unsere Vergangenheit ist zweifellos von «ehr großem Interesse und von Wichtigkeit, es ist gut, einer Nation anzugehören, die eine große Ge.:cf khte hinter sich hat. Doch der größere Teil ihres Wertes liegt itn (Ict Begeisterung für die Zuikumft, welche sie hervcxrbrimgt. Wenn wir ditivon ahsehen, bleiben «noch ohne Zweifel einige Werte — ein starkes Gefühl von National stolz und so weiter. Doch wenn ©r zu nichts führt, so ist er macht viel wert. So ist es auch mit unserem Judentum. Es ist eine gToße^ache, eine alte Tradition von Glauben und Gewohnheiten zu euben, doch ihr Haupt wert liegtwieder in der Begeisterung für unser Ziel. . Alle die guten Elemente in dar Vergangenheit leiten den größten Teil des Wertes, den sie für ums haben, von ihrem Verhältnis ziur Zukunft ab. Das ist der Grund, warum ich das sogenannte »htsboriseihte Judentum« der Bresilauer Schule verwarf. Das ist ein Nationalismus der Vergangenheit. Und was tun diese Nationalisten der Vergangenheit? Sie tun michtts: sie sind nur da. Sie sind Söhne irgendeiner Familie. Sie erben, sie tun; nichts anderes. Sie zählen die Schätze vom Jahrhunderten und zählen sie wieder auf; und sie halben den Irrigen Glauben, daß dieser Sohatz iInnen gebühnt. Sie geben keime Unze dazu — und,sie sind sti>lz darauf. Doch dieser Schatz würde ja aus falschen Stücken bestellen, wäre er durch solche Leuten erzeugt worden. Dieser Stolz der Vererbung ist vielleicht' das eitelste Ding dör Welt: es liegt mehr Egoismus darin als Liehe. Uind sie maßen sich am, über unsere Ahnen zu sprechen! Ja, unsere Ahnen, die Herrlichsten, groß unter dem Größten, schworen auf diesem Boden und blieben ihm treu wie der Adler der Somme, der Stahl dem Magnet. Lesen Sie ihre Gebote, ihre Gesänge, ihre, Psaimen: Zukunft und Hoffnung — keine Phantasien, keine Träume eines fieberischm Gehirns, nur einfacher, klarer, fester Entschluß* der Tragödie! durch eine Idylle natürlichen Löbens eim Ende zu’ machen. Sie beanspruchten die rechtmäßige Erb** Schaft, die den Söhmen eines Vaters gebühnt^. Ich habe durch viele Jahre mach dem Wege döH Wahrheit gesucht, ich versuchte, das Phobienit' meines Schicksals zu lösen, fand tief in nteitient Herzen fand ich den natürlichen, dem menschlicheat Juden. Ich lebe, atme, spreche wieder einmal. Hier! habe ich reine Gefühle, eim kindliches, leichte^ Herz, ich waudle iin hellem Sonnenschein. Ich weinö' laut, ich halbe wieder mein Recht, das zu sein, was} ( ich wihlv'lich bin. Die Seelen meiner Väter flößen! mir jene feurige Kraft ein, die sie zu den BroiphetetH der Welt, gemoclht; sie haben in mir ihren breunerw den, llnibezwiugbrjren ’ Gcttesgijauben, wieder. ei>t« zündet. Hier, und nur hier, .im meinem Lande des! goldenen Himmels und der sengenden Sonne,1 kennmt der Genius der Vergangenheit als eine Flut von Leben und Licht mir zu Hilfe. Hier bin ich! keine Doktrin© mehr, keine altertümliche Gestalt* keine poetische Figur, kein Zitat, kein eitles Hirn«? gespintst. Hier, in freudiger Betätigung,, irn Lebeniskamtpfe, behaupte ich mich unter den Söhnen" dep . Erde, als ein Mensch meiner eigenem Amt und! Weise. Und schere ich mich auch nicht um Mi-s* sionen für die Welt, so glaube ich macht weniger« daß mich die 'Welt in dieser, meritschüchen F^orra:. viel besser versteJion wird. Sie sollen kommen, uia : mich zu sehen. Ich bin das lebendige Judentum» 1 qb bim, wenn Sie wollen, ein Beweis des Gesetze«, Wer auch immer mich ansiebt, muß erkennen, wach “Israel war,' ist uind\ewig sein, wird: eine lebendig® Nation. Denn ich halbe die Wunder der große1* Taten in diesem Ldtade gesehen, und wer auch1 immer mich anschaut, muß jenen heiligen,, gelhei.mcnj Einfluß fühlem, der ums, ein getretenes Vo<ik, fähig maiübte» - uns wieder zum Leben-aufzuraffen; undt wenm er weggeht, so wird er meiner gedenken1; Doch vor allem laß die Juden zu mir kommen'; . Werdern sie mich auslachen upd verhöhnen? Ihre Kinder jedoch werden meinem Worte Lausdhen^ icjb rechne auf sie.« »Sie sind ein ausgezeichneter AapLst.« »Sie wissen ja, daß ich mich um Namen niichSl kümmere.« , »Doch wir halben im Zicmsmus venschiedenU Sektionen — po'itische, praktische, kulturelle. Ich! ' möchte der Ihrigen einen Naimen gelben und sie persönlichen Zionismus nennen.« »Wie Sie wollen,« sagte en» »MeinetwegeW nietmen Sie ihn persönlicCven Zioinisjnu's.c , (Schluß,) v v