Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- Heft 998 (8.11.1921)
- Date
- 1921-11-08
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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8 November 102! Seite 6 TÄ'.en, DienstaA Hauptrolle. in Szene. Vtorgen, Mittwoch, gelangt „D c r f? ö n i g" zur Wiederholung. Au der c u t it W i e n e r B ü h u c“ gelangt oll» abendlich 7 Uhr auch weitetlnp die dreiaktige Komödie „B e t t y K a l m u 3*, mit Gisela Werbezirk in der Titelrolle, mr Aufführnng. — Die Nachtvorstellungen werden wegen Vorbereitung der zur Uraufführung angenommenen Burleske „Schuhhaus 8 e n i t h" von Emil Brüll und Oskar Friedmann bis;u deren Premiere, die Montag den 14. d. M, 10 Uhr abends stattfindet, unterbrochen. Gerhard Haaptmann in Wien. Die bereitaugikündrgte Anwesenheit Gerhard H a u v tniauns in Wien wird durch die Aufführung seines Glashüttenmärchens „Und Pivpa tanzt" im Durgtheater gefeierlk Der Dichter wird der Generalprobe, die Mittwoch den 9. d. M, vormittags, stattfindet, beiwohnen; ebenso der Premiere am Donnerstag den 10. M. Hauptmann wird wahrscheinlich von der Regierung offiziell begrüßt werden, und zwar entweder rm Unterrichtsministerium oder in den Räumest des Bundespräsidenten- Auch hat die Deutsche Gesandtschaft ihn zu Gast gebeten. Der Besuch Hauptmanns in Wien gilt bekanntlich der W i e n r r U n i v e r s i t ä t, deren Rektor telegraphisch an den Dichter die Einladung gerichtet hat, im Festsaale. für die Wohlfahrtseinrichtungen unsrer ersten Hochschule zu sprechen. Diese Vorlesung findet Freitag den ll. d. M. nachmittags statt. Am folgenden Abend liest Gerhard Hauptmann im großen K o n z e r t h a u s s ä a l e. Zwei Wochen vor diesem Datum, am ersten Taze der Kartcnan'gabe. war der Saal sofort ansverkasst. Der Andrang mußte mit herbeigcholter Wache bewältigt werden. Auch an diesem Aberd liest Gerhard Hauptmann für d e Universität und die Kinder Wiens. _ i Errrarekung Jakob Adlers. Dcr b'iü'.imte jüdische Schauspieler und einer der ersten Pioniere der jüdischen Bühne, Mr. Jacob P. A d l e r, ist in New-Aork schwer er'r.mkt. Gerichtssaal. Justiz und Antisemitismus in Deutschland. In dem deutschliberal-asfimilatorischen Hamburger „Israelitischen Familienblatt" schildert der Rechtsanwalt F o e r d e r aus Breslau die antisemitische Verseuchung der Rechtspflege in Deutschland. Der Verfasser weift darauf hm, das; der Richterstand allmählich demselben Schicksal zu verfallen scheint, wie es früher dem Offiziersstand beschiedeir war, und man könne nicht behaupten, daß die Erziehung des angehenden Richters daraus abgestellt sei, gewisse „Hemmungen" nach Möglichkeit auszuschalten: Es gebe eine große Zahl von Richtern, die, den Einflüssen ihres Milieus erliegend, unbewußt Recht in Unrecht wandeln^Der Verfasser führt eine Reihe von Beispielen an, die zumeist der Praxis Breslauer Gerichte entnommen sind und däe allerdings nach anderem anssrhen als nach „unbewußten" Hemmungen. , ’ So weigerte sich di: Staatsanwaltschaft, auf eine Strafanzeige gegen eine Anzahl.. Sgldat^n. und^^Zjziere, die während der Kapp-Unruhsn jüdische Mitbürger Pu roher Wei,e beleidigt und mißhandelt hatten, unter verschiedenen Ausflüchten einzuschreiten. Nach mehreren Beschwerden ans Justizministerium erwidert in dessen Auftrag der Generalftaatsanwalt, daß die inzwischen erlassene Amnestie Anwendung finde, da zum mindesten die Möglichkeit bestehe, daß die Täter nicht lediglich aus-Roheit, sondern auch aus politischen Motiven gehandelt hätten. Also schon eine solche Möglichkeit genügt, um von jedem Verfahren abznsehen! „Ein jüdischer junger Mann wird nachts von fünf Angehörigen des Deutschen Schutz- und Trutzbundes, darunter dessen Vorsitzenden, auf der Breslauer ' Hohenzollernstraße an ge fallen und derart mit Stöcken auf den Kopf geschlagen, daß er mehrere Wunden'davonträgt und die Stöcke daber zerbrechen. Der Staatsanwalt lehnt die öffentliche ZUage ab, „weil ein öfsen-tliches Interesse an der Strafverfolgung nicht b e steh e".. :Der M r'hh an del te erhält ein Po lrze ilrches S'tra fmandat, weit „er gemeinsam mit anderen nächtlich ruhestörenden Lärm verübt habe". Aus Beschwerde werden auf Anweisung der Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen wieder ans- ' genommen. Ein deutschvölkischer Hauslehrer führt seine Jung- 1 sturmschar spazieren und befiehlt ihr angesichts des jüdischen Friedhofes, dreimal au s zu spu cken, waS auch geschieht. Bei seiner Vernehmung gibt er selbst au, bas Ars- spucken habe „dem Judentum" gelten sollen. - : Staatsanwalt lehnt d i e Anklage ab, erst auf Beschwerde wird er angewiesen, wegen Beschimpfung ' einer . Mligiousgesellschaft und Verübung groben Unfugs einzuschreiten. In einem Prozeß einer christlichen Partei gegen eine Mische wirken ein deutschvölllscher und. eir^ jüdischer Sachverständiger mit/ Der erste wirft dem zweiten nach vechtsträfriger Beendigung des Prozesses in einer Zeitung vor, er habe wissentlich sein Gutachten zugunsten der jüdischen . Parte: gefärbt und sei als „Hebräer" gemäß den Vorschriften des Sch ul eh an Aruch hiezu, verpflichtet gewesen. Ter Staatsanwalt stellt bas Verfahren ein, der Beschuloigte: habe „in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, in der Form des Ausdrucks sei keine Beleidigung zu nnden". Erst auf Beschwerde wirb Anweisung zur Anklagecrhebung erteilt. Der Vorsitzende einer Ortsgruppe des Deutschen Schutz- und Trutzbundes verbreitete vor einer Versammlung von 3000 Personen das Gerücht, der Zentralvereln habe Mörder gegen die Judengegner gedungen. Für diese ungeheure Anschuldigung erhält er eine Geldstrafe von. 50Q Mark. Man t SBiencr £!torrvCM*eütmfl vergleiche damit das Urteil wegen Beleidigung eines Prinzen Reuß, dem fälschlicherweise ein Schlemmerleben in der Etappe vorgeworfeu wurde: Es lautete auf sechs Monate Gefängnis." Der Verfasser bemerkt, daß eins solche traurige Blutenlese: heute wohl jede Großstadt Deutschlands liefern könne. Die deutsche „Justiz^ ist wohl eine der traurigsten Erscheinungen der sittlichen Verwilderung in 'Deutschland, wo der Geist des haßberauschten Dürchhaltertums die höheren Stände, denen ja hie Richter entnommen zu werden pflegten, völlig zu infizieren droht. Richter und Bettler. Dem Strafrichter LandeSgerichtsrat Dr. Glaser (Bezirksgericht Favoriten) wurde gestern der 41jährige Häftling Ferdinand Dubek vorgekShrt, um sich wegen A r b e i t sverweigerungim städtischen Werkhaus in verantworten. Der Angeklagte, ein Mann von schöner Gestalt und ausdrucksvollem Kopfe, war iu Lnmpcn und Fetzen gehüllt, die nur notdürftig die Blößen zu decken 'vermochten. Er gab an, daß er Tischler von Berus sei, in den Krieg ziehen mußte und einen Armschuß erlitten habe. Seit dieser, Zeit könne er nichts mehr Rechtes arbeiten, da die Fähigkeit der rechtm Handfinger, etwas zn fassen und zu ergreifen, verlorengegangn sei. Man habe ihm im Werkhause Papiersäcke zu kleben gegeben, er konnte aber nicht so viel, arbeiten, als man von ihm verlangte. UebrigenS sei er keine Maschine, um eine solche Arbeit tagaus tagein vcrrichten zu müssen. Auf die Frage der Richters, wovon er lebe, antwortete er: Da ich nicht arbeitsfähig bin, niemanden auf der Welt habe, der mich unterstützt, muß ich die Mildtätigkeit anderer Leute in Anspruch nehmen;' deshalb werde ich immer eingesperrt und von einem Richter zum anderen geschleppt. Anstalt daß die Gerichte mir Verhelfen, daß ich aus diesem Elend herauskomme, und mir Unterstützungen vcri'chaffm, komme ich immer mehr herab. Es ist die Pflicht der Gerichte, einem Krüppel, dcr im Kriege fürs Vaterland gekämpft, nicht noch alles zu erschweren, sondern zu helfen. Der Richter bedeutet ihm, daß er die ihm aufgetraLene Arbeit hätte verrichten müssen, worauf ihm der Angeklagte sagte: „Gehen S t e Säcke fiebert, dann werden Sie wissen, war das heißt." Richter: „Der Anstabsarzt, der Sie untersucht hat, gibt dem Gerichte bekannt, daß Sie arbeitsfähig, aber nicht arbeitswillig sind." Angeklagter: .Er lügt und jeder .lügt, der das sagt. Wozu bin ich da, eS ist eine Gemeinheit, mich zu belästigen. Schauen Sie auf die Lumpen und Fetzen, die ich trage, ich wiederhole, ich kann n cht arbeiten." Richter: „Sie sind arbeitsscheu, Sie wollen nicht arbeilen, Sie möchten gut leben und spazicrengehen, aber das geht nicht, denn Sie können nach Anss.rge des Arges arbeiten." Abermals gibt der Angeklagte beleidigende Antworten, welche den Richter zn der Bemerkung veranlassen: „Es ist schade, daß in Oesterreich die Prügelstrafe abgeschafft ist." Darauf versetzte der Angeklagte: „Da würden die Herren Richter a n ch i h r e n T e i l a b b r f o nt m c n." In dieser Art geht e« noch eine Zeitlang weiter, die Stimmung nn Saale wird inrncr schwüler,; da ertstbt sich der staatsanwaltschäfiliche Funktionär Dr. W^o t a w a nud stellt den Antrag, tzas- Ger'cht möge die Verhandlung abbrecken uud es möge tine neue Verhandlung mit einem anderen Richter stattfinden. denn er 'Dr. Wotawa) erhebe die Anklage gegen Ferdinand Dubek Wegen A m tsebreubeleidigung des Richters L-G.-R. Dr. Glaser und Bcleid'gung des Gerichtes. Diesem Anträge wurde staitgegeben- L-G.'R. Dr. Glaser verließ b n Saal, nm später als Zeuge wegen der ihm rugefügten, Schmähungen einvernommen ut werden. Die. neue Verhandlung wurde vorn Beürksrichrer Dr. Donau durchgefühlt. Dieser legte dem Angeklagten nabe, sich bei dem beleid'gten Richter z^ entschuldigen. Angeklagter: „Ich entschuldige mich nur dann, wenn e r s i ch auch bei m i r e n 1 f ch u l d i g t." Der Richter verurteilte den Angeklagten zu zwei M o n a t r nA r r e stS, wobei der Ort, wo die Beleidigung erfolgte, nämlich das Gericht, als erschwerend angenommen wurde. Rach Verkündigung des Urteils trat Dubek zu dem Richter und bat ihn. sich für ihn zu verwe iden. daß er KleidtMgSstückc erhalte, um aus den Pumpen und Fetzen herauSzukriechen. Der Richter versprach ihn eine'Anweisung an den I n v a l i d e n v e r e i n. Mit einer Verbeugung vor dem Richter vekkieß der Verurteilte in Begleitung des Wächters den Gerichtssaal. Sport. Leichtathletische Veranftgltungen. Am SamSlag nachmittags und Sonntag vormittags gelangten mehrere leichtathletische Veranstaltungen zur Austragung Eine« Jiiterntliibkampf der Vereine Rubolsshügel und Wacker konnten die Favoritner mit 33 :19 Punkten für sich entscheiden. Die Meihlinger siegten nur im Kugelstoßen. Sehr g«te Leistungen zeitigst das interne Meeting de§ W. A. C., in dessen Rahmen auch die Klubmeisterschasten zur Austragung gelangten. In Stocktrau fand rin Städtekamps Stockerau gegen St, Polten statt, den die Einheiniischen überlegen für sich entscheiden, konnten. Das PunktrverhältmS war 40 :18. Alle Btranstallungen littm sehr «nte^der Ungpnst drS Detters. . HKks«h—Amatkhre. Dieses Meisterschaftsspiel kommt am 27, d. M. voraussichtlich auf dem Spertplatz Höhe Warte zur Austragung. Die bexrits gelösten Karten behalten auch für den Ecsahternim die Göltegkeit. Oie spielt am kommenden Sonntag gegen Slovan und am Dienstag gegen Amateure. Erst im zweite« Spiele wird drr Mannschaft kamplett antreten. GpOrtklnb Ha>is<b. Heute ab '/,3.1lhr nachmittags Füßballtrflinmg auf dem FlorivSdorser A. C.-Platz. f eusrah. He»tr, 7 Uhr. Schachabend i« unserem Klub- , .,'Amrrltngsttaße 19, Hofstiege. Dottselbft Rcuagfliahmcii. Nr. Lsst . Der Volkswirt. Gestempelte Krone —.12 Eentimes. Arrszahlung Wien ---- —.17 Centimesi Nenetlicher scharfer Stückgang der' Marh, Rücktgpng der Krone. d^HkerreiDiic^KronL. .^.^-—.17 (—.19 am 5. Novembers fleßegfoette . —.12 (—.12 am 5 November) me 7?$. K.60 ( 5.30 am 6. November,^ die Man. . 1.90 ( 2.17 am 5. November) Agram 1-35 ( 145 am 5 Novernbcr) Bukarest . . 2.50 2.50 am 5. Novembti) Budavest . —.55 -.55 am ß. November) Warschau . . —.21 -.21 am 5. November) Die Weltweizenernte 1921. Zum ersten Male in diesem Jahre liegt eine Uebersicht übe? die Weltweizenernte vor, die /,The London Grain, Sced and Oil Reporter" nach den vorliegenden v s s i z i e l l o n .Schätzungen gibt. Für die Länder der südlichen Halbkugel, für Argentinien und Australien, hat das Blatt auf Grund neuerer Mitteilungen eine Privaffchähung aufgemacht, die für Australien das gleiche Ergebnis wie >m vorigen Jahr e für Argentinien etwa lV< Millionen Quarters Weizen weniger annimmt. Rußland ist bei der gan^cli Uebersicht vollkommen außer acht gelassen, da für dieses Land irsendwelche brauchbare Nachweise für die gan;e Reche her letzten Jadre fehlen. Auch der Nachweis für Polen fehlt und damit, scheinen auch die von Deutschland an Polen gefallenen Gebiete in der Statistik nicht ausgesührt zu sein. Ueberhaup: dürften die geographischen Verschiebungen infolge des Krieges manchen Vergleich mit früheren Jahren nicht ganz zutresseni erscheinen lassen. Jugoslawien hatte bis 1918 nur die Ziffern Serbiens umfaßt. Ebenso weist Frankreich neuerdings wieder die Angaben Elsaß-Lothnngen mit auf. In T a u s e n d e n Q u a r t e r s ü 2t7'7 kg gibt das englische Fachblatt die Erträge der einzelnen Lander an Weizen wie folgt an: 1921 1920 1919 1918- Oesterceich ...» 75 > 800 2.020 2.090 Ungarn . . . 5.539 3.624 4.000 3.500 Belgien . . . , . 1.458 1.285 1.230 750 Bulgarien. . , . 5.314 5.1*0 4.250 3170 1.000 870 740 750 Frankreich. . 40.406 28.800 22.240 23.11.) Deulschland . . 12.068 10.360 10.400 11.800 Griechenliind . . /'. 1396 1.530 1.560 " 849 Holland . . . r. * 940 835 750 630 Italien . . . , , . f 23.516 17.670 21.200 22.900 Portugal . . ... » 1.000 890 910 1000 Rumä»ien . 5.500 5.230 6.349 2:311) Rußland . . — — — Jugoslawien. .... 5.500 6.000 6.380 5i» Span>en . . , 17 900 17.330 16.740 16.960 1.573 1.340 1.190 1.420 Schweiz. . . 450 450 449 82) Großbritannien und Irland 8.500 7.142 8.670 11.6)0 Europa . . . , 132.310 108 -^6 109 O sO 108.370 Algier und Tunis 6.426 1.720 4.110 7.210 Argem in ie n . .... 2« >000 21.250 26.760 23.070 Australien'. . .... 18.500 1^.500 6.58) 10.629 .Oanada. . . .... 36.750 32.90 > 24.160 23.62.) Chile.... 1.800 3.150 2.700 3.000 Aegypten . . 4 626 3.980 4.200' 4.070 Indien . . . 32.0 0 47 100 35.000 47:450 rkkereinigte Staaten 92.625 98.730 117.620 114.640 Uruguay . . .... 1.800 1.290 680 : 970 Japan . . . . . .... 3.546 3.540 3.720 3:900 Nichtevropa . . . 2180.3 282 140 225. 30 238.450 Wrlternte . .. 350.883 340.426 334.590 346.820 Die wichtigste Erscheinung in dieser Aufstellung ist die schon bekannte Tatsache, daß Europa diesmal eme wesentlich größere Weizenernte als in den letzten Jahren gehabt hat, und zwar um zirka 26 Millionen Quarters riiehr als rm Vorjahre/ 23 Millionen, beziehungsweise 24 Millionen mehr als in 1919 und 1918. Wir haben hierin teilweise die Erklärung sür die flaue Situation in de« überseeischen Produktionsftaateu, di( sich besonders in den B e r e i « i g t e n S t a a t e n nicht nur daraus.ergibt, daß dort die Weizenprerse jetzt kaum noch höher stehen als in den FriedenSjahre«, sondern daß auch untci: den von Nordamerika erfolgten Verschiffungen von Weizen nach Europa im Lause der letzten zwei Monate so viel unverkaufte Ware sich befand, daß noch jetzt, teils schwimmend, teils an den europäischen Häfen lagernd, rund 30 Millwne« Bushels, das sind 3^/4 Millionen Quarters, unverkauft sind. Wenn man m Betracht Sieht, daß für Rußland im Jahre 1916 eine Wcizenernie .von 86,460.000 Quarters, im Jahre 1915 von 118,590.000 Quarters, in 1914 von 109,316.000 Quarters und in 19 ist von 119,559.000 Quarterermittelt war, so zeigt sich daraus die Ultvoüstandfgkrit der obigen Statistik. Dir eigentümliche Neihensolge der einzelnen Staaten erklärt sich daraus, daste nach den englischen Ländernamen alphabetisch erfolgt ist. Immerhin scheint die diesmalige Weltweizenernte uickt unerheblich die I a h r e s b e d ü r f n i s s e zu ü l> erst e i g e n, so daß man wohl auf größere Reserven bei Bezrnn des kommenden Erntejahres rechnen darf. Wie ansehnlich pea.n» wärtig die AnSfuhrsähigkeit der Expvrtgebiete ist, zeigen g iad: die Zahlen der letzten Woche, in welcher an Weizen und LiZ'-zci:- mehl von allen Ausfuhrgebieten zusammen. 1,475.000 Quor.e.s nach Europa exportiert wurden gegen 1,410.000 Qua^tcrS in d r gleichen Woche des Vorjahres. Wesentlich größer ist der Export' unterschied nach den nicht europäischen Gebieten, wohin b.c-niiai 495.000 Quartees exportiert wurden gegen nur 30.000 einem Jahre. __ Die Markanleihe für Oesterreich. Dem Vernehmen nach haben die Diskontogesellschasi. V: Deutsche Bank und die Banlsiemen Mendelssohn «nd Bluch" rocder Oesterrnch die schon längere Zeit in Rede stehende An« leihe von 250 Millionen Mark arwäbrt. Eine -WMe Bestäügiwg liegt noch tlicht vor. . '