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Wiener Morgenzeitung · 1921-09-11 · Heft 943 (11.9.1921) · p. Seite 13

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
3 (1921)
Issue
Heft 943 (11.9.1921)
Date
1921-09-11
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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M. 943 Wien, Sonntag : : JeölW igeschiilten Vckcsaufsitub Bailkeilorganisalion kräftig zu. behaupten. Als die Vorräte cmel verkauft waren und die G^eldwd> Kreditverhältnisse die Beschaffung von Rohstoffen und Halbfabrikaten unmöglich! machten, wurden die Betriebe M tcknem großen Teil «ruf Lohnarbeit umgestellt und der Handel verstand es, im Trarifitgefchäft mit den Nachfolgestaaten der Ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie und demBallan sich rasch eine führende Rolle zu verschaffen. < Allmählich schritt die spezifische Wiener Geschmacks- Wbustrte und das Kunstg e werbe an einen Wiederaufbau ihrer einst weltberühmten Qualitätsarbeit und erst in diesem Zeitpunkt konnten )ene weitblickenden Persönlichkeiten, welche heute pn der Spitze der Wiener Messe stehen, daran denken, ihren Plan der Oeffentlichkeit vorzulegen. Mit denp Vorhandensein eines großen Messepalastes, wie ihn Wien in der Rotunde in ihrer Ausdehnung. und zweckmäßigen Anlage wohl als einzige Stadt der Welt gleich bei der Geburt des Messegedankeus besaß, war es noch nicht getan. Es galt, nicht nur die überlegene Zahl anderer gleichartiger Veranstaltungen recht sicher im Auge zu behalten, sondern auch die mcnmigifachen Behinderungen, wie sie sich aus dem noch immer nicht, zu den Friedensformen zurückgekehrten Eisenbahn- und Schiffahrtsverlehr, aus den Erschwernissen des internationalen Gelbvcrkehrs, den Paßschwierigkeiten usw. ergaben, auf das für eine klaglose Abwicklung des Messeverkehrs unbedingt notwendige Ausmaß einzuschränken. Umfangreiche Verhandlungen, die von den Veranstaltern viel Idealismus und Glauben an ihre gute Sache, viel Uneigennützigkeit und Selbstverleugnung forderten, waren nötig,, um schon bas äußere Gelingen der Messe ^zu gewährleisten. Die Wiener Jndustrie.hat sich mit ganz besonne'ein Flcisze bemüht, ihre Spezialerzeugnisse in den besten Qualitäten zur Schau zu stellen, um kräftig an der' Wiederbelebung des für die Erhaltung des'geschulten Arbeiterstandes notwendigen Ichhaften Exports mitzuarbeiten. Großbetriebe und kleine Werkstätten, Ateliers und Hausindustrie stellen nun in den langen Reihen dev Messestände ihre Erzeugnisse, die edelsteriBlüten des immer vorbildlich gewesenen Wiener Geschmacks zur Schau. Auf dem Gebiete der Bekleidung wird man die Rohstoffe und bas Zugehör (Garne, Gewebe, Tülle,. Spitzen), dam: die fertigen 'Kleider und Wäschestücke, angefangen von der einfachsten Arbeitskleidung bis zur Garderobe der Modedame, sehen, selbst die billigsten Stücke aus gutem Material und Nach obenhin sind selbstverständlich der Phantasie im der Formengebnng und der Auswahl der Stoffe und Zugehöre keine Schranken gesetzt. In ähnlicher Weise wird die Schuhindustrie zeigen, daß sie wie früher die geschmackvollsten Formen zu liefern vermag, insbesondere auf dem Gebiete der Luxus- und Galanteriewaren, die selbst in den kritischesten Zeiten den Weg in die fernsten Länder gefunden haben, weil sie nirgends in der Wiener Qualität «achgemacht werden können. Wiener Morgenzerrrtns ©UR.O* MÄÄCtflNBftU m m raon»BP.T \M.._JPrW-d® I!Ciraw*Dr8» - "yFJfyjTIM t-tJ GiSmjUSCH&QiW Telephon 69-0-18 J Postscheckonto62423 Wiew, I., WippHtijjei-strasse Nr. J2S SPF.ZIAUTAT: FrsHdaxs, Farbbänder, Karbon-uWachsratvore DieSchaurcilM der Ms stell er aus der Lederwareif.Neiseartikel-' und Rauchwarenbranche werden nicht nur den unerreichbaren Wiener Schick, sondern auch die präziseste Allpassung au den Gebrauchszweck erweisen. Ganz besonders bas Taschuergewerbe zeigt, wenn man bloß die Mannigfaltigkeit des verwendeten kostbaren Materials betrachtet — ungeachtet der gewohnt präzisen Ausführung — eine weitere Höherentwicklung zum Kunstgewerbe. 'Schirm- und Stockgriffe, früher ein spezifisch englischer Ausfuhrartikel, sind in den letzten Jahren zu einer vielbegehrten Wiener Spezialität geworden, dis bei den auswärtigen Messen in so großen Mengen bestellt wurde, daß Betricbserweiterungen notwendig wurden. Neu ausgenommen! hat Wien nun auch die Erzeugung von Sportartikeln, die vor dein Kriege in selbst mittelguter Ausführung nur im A-8land ^erhältlich waren. Daneben hat sich die Erzeugung von Spielzeug, trotz der gesteigerten deutschen Konkurrenz, besonders inPuppen und GegenständenMsHvlz,-kräftig in die Höhe zu schrauben verstanden. Die branchenverwandte,: Erzeugnisse d-r Korbwaren- und Klnderwägenindustrle werden ebenfalls in gediegen ausgeführten Musterstücken zur Schau gestellt sein. Bon großer Bedeutung wird die Messe für jene Betätigungszweige sein, welche sich mit der Haus-. und Wohnungseinrichtung befassen. Angeregt durch die regelmäßigen Ausstellungen des Qeflerreickstschen Museums Und die verschiedenen Spezialkurse, durch die Veranstaltungen des Oesterreichischen Werkbundes und.'des rührigen Wiener Kunstgewerbevereins hat die Wiener Möbelindustrie, nachdem sie in den „Ausverkaussjahren" ihre geschmacklich minderwertigen .Lagerbestände abgestoßen, hatte, nach künstlerischen Vortagen neue Wohnungseinrichtungen von der einfachsten bis zur feinsten Ausführung hergestellt, welche in A isehung der Wahl, .der Hölzer, der stilvollen Formen und der gediegenen Ausführung auch auf diesem Gebiete neuerlich eine führende Rolle ausweisen. Neben dem Tischlergewerbe haben sich auch die Tapezierer den neuen künstlerischen Geschmacksrichtungen trefflich anzupassen verstanden. Brseuchtungsgegenstände aus Metall, Glas, Porzellan und Korb gerechten, Bedarfsgegenstände /aus Glas, Porzellan und Steingut für den Küchenbedarf und erlesene Luxusgegenstände aus den gleiche:: Stoffen für die Ausschmückung der Wohwräume werden gewiß in reichem Maße das Auge der ausländischen. Käufer zu fesseln verstehe::. 11 September 1921 Seite 13 -:-— Der Luxusbedarf wÄb seine Befriedigung in den zur Schau gestellten kunstgewerblichen Gegenständen verschiedenstec . Art, in den geschmackvollen Juwelen,. Schnmckwaren und den feinen Galanteriewaren finden. i Die Papierkonfektion und die Buchbindereien werden durch ihre in unübersehbarer Mannigfaltigkeit ausgelegten Erzeugnisse sich zu den zahlreicher: alten Abnehmern neue Kunden zu werben verstehen. Weit über die gehegten. Erwartungen hinaus werden auch die chemische Industrie (besonders Seifen, Kerzen, Parfümerien), die medizinisch-chirurgische Industrie, Photographie und Optik,-die metallverarbeitende» Betriebe und Maschinenbauanstalten, die Elektrotechnik und di« Autos. und Fahrradindustrie vertreten sein. Besondere Beachtung, werben die Messestände'der aus den ehemaligen Kriegsbedarss'- industrien hervorgegangenen „gemeinwirtsch,östlichen Anstalten", wie das Arsenal mit seiner Fülle von Spezialindustrien, die Leder- und Schuhfabrik in Brunn amG'ebirgeusw., in Anspruch nehmen dürfen. Den Abschluß dieser Aufzählung soll die Erwähnung der Wiener Theatermesse bilden, die ihre Berechtigung ans der Tatsache herleitet, daß Wien, wie der Prä- , sident dieser Spezialmesse richtig bemerkt, nicht nur mit seinen. Theater- und Konzertsälen das Bergnüguffgspwgramm" dev. Mustermessr zu bestreiten haben wird, soitdern als „Groß-, wirtschästsplatz des Theaters" mit Th eaterbair Md : Einrichtung^ Beleuchtung, Dekorationen, Kostümen und Mod« eine Unzahl» von Industrie:: und Gewerben fortlaufend mitMportaufträgeri?' beschäftigt. . ' - Dr. F. F. >" Lr aSrsenoKoniRilsslonsseschSft and W eefosieSs’ihsfeß M A Sa ID & (Do Wien, k., Hefoensta&sfengesse fl fl Privatverkehr. Die gestrige Versorgung gestaltete sich' bei flüssigem Gkld-» stände sehr leicht. Für Skoda-Aktien wurde Leihgcld von K 20 bewilligt. — Ter Verkehr war bei vorherrschender Reserve' der Spekulation sehr gering, doch war ein fester Grundton nicht z» verlenncn. Es notierten: Anglobank 242 d, Ländcrbauk.3660/ Stscitebahn 6256, Alpine 8460, Skoda 7870 und Krupp-Aktien 2760. — Von den fremden Zahlungsmittteln waren D o klar 1290 und polnische Mark 34, nach 40, AussrrhrbeschrLnkNngen ln Angarn. . Aus Budapest wird berichtet: Der ungarische Ackerbau«, ministcr Hot in einer gestern erschienen Verordnung dibisher frei-, gewesene Ausfuhr von Zwiebeln, Knoblauch ustd Kraut, feiner von Fetischweinen des Naghtetcnher offenen und Exvortfchweine-- Marktes sowie von Schweinefett an cine Ausfuhr gebundm. In der Beiordnung wird gleichzeitig mitgeteilt, daß Ausfuhrbewilligungen lür Wei-en, Roggen, Gerste. Laser,' Mais. Bohnen,' Erpscn, Kartoffeln, lebendes und geschlachietes Geflügel, Eier, inländisches Fett und inländische Mastschweine sticht mehr erteilt weiden. ""•! SPEZIALVERKEHR von und nach OEOTSOHLAND, ITALIEN, SCHWEIZ und tüSLLAffilö mit ©i§@n©r* Begleitung Ueüerseetransporte zu den günstigsten Konditionen. - taste TrOiSPfldauer. lliptlSpeseiitalülg. , IntennatloBial© Tpamspoi'te Arthur Weifsmanm L Co. > «« Zent a*alo s Wien? X»* Moutergass© ©* Tel. 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